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sani30
17.09.2006, 21:37
Hallo liebe User,
ich habe schon seit einiger Zeit hier mit gelesen und nun habe ich mich hier registriert, weil ich ziemlich (sehr) am Ende bin. :knatsch:

Kurze Zusammenfassung meines Lebens damit ihr ein bisschen einen Eindruck von mir bekommen könnt...... Mit 22 Jahren wurde ich von meinem damaligen Freund schwanger. 3 Monate später war ich verheiratet (großer Fehler, aber damals war ich noch sehr jung und naiv).
Es dauerte nicht lange und mir wurde dezent "hingetragen" dass ER mich betrügt. Anfangs konnte ich es nicht glauben, habe Nachforschungen betrieben und wurde leider eines besseren belehrt.
Logische Schlußfolgerung, ich beendete die Beziehung/ Ehe.

Es hat lange gedauert bis ich wieder Fuß gefasst hatte. Habe mich eingegraben und habe versucht, mich um meine Tochter vernüftig zu kümmern und habe der Männerwelt keinerlei Chancen mehr gegeben. So tief saß die Angst in mir wieder betrogen zu werden......

Ich muß dazu sagen, dass sich der "Papa" meiner Tochter bis heute noch nie gekümmert hat. Ich war halt nur eine von vielen Frauen und ein Kind konnte er nicht gebrauchen. Ich habe zwar lange versucht, ihm die Kleine "nahe zu bringen" aber es half alles nichts. Letztendlich bekam ich tatsächlich das alleinige Sorgerecht, obwohl wir verheiratet waren, und damit war das Thema erledigt. Vorerst, denn sie wird ja älter und wird irgendwann mal nach ihrem richtigen PAPA fragen.

Naja, dann mit 3 Jahren kam sie in den Kiga und ich fing das arbeiten an. Ich war so stolz auf mich, es bis dahin allein geschafft zu haben. Ohne Unterstützung eines Amtes oder der Familie (meine Mama starb, da war meine Tochter 3 Monate alt- also nix mit Babysitter)

Und dann lernte ich meinen Freund kennen. Er hatte lange zu kämpfen mit mir, denn ich ließ ihn einfach nicht an mich ran. Hatte noch zu große Angst vor dieser besch........ Untreue !!! ER hat aber gekämpft und nach 3 Monaten Kampf hat es dann auch bei mir den Hebel umgerissen. Wir wurden ein Paar.

So und nun zu meiner eigentlichen Geschichte......
Ich habe ihm am Anfang immer klar gemacht, dass er mich nicht allein haben kann, da ich ein Team mit meiner Tochter bin und es uns nur im Doppelpack gibt. Er hat sich echt Mühe gegeben UNS beide kennenzulernen, und er hat es auch anfangs ohne Reue hingenommen, dass ich als Mama nicht so oft auf "Tour" gehen kann. Es schien alles perfekt. Und ich war nach meiner Scheidung wieder mal richtig glücklich......

Einen Schatten gab es jedoch. Er hatte eine Trunkenheitsfahrt und deshalb wurde ihm der Führerschein genommen. Als wir uns kennenlernten hatte er zwar noch seinen Schein aber er sagte es mir gleich direkt und ehrlich, dass er ihn weg geben muss.......

8 Monate waren wir zusammen und dann war es soweit, er musste ihn abgeben. (Den Schein)

Von da an änderte sich alles schlagartig. Er war prinzipiell auf andere Leute angewiesen. Er war angewiesen auf Arbeit zu kommen (er ist selbständig) und er war angewiesen wieder heim zu kommen. Er konnte die einfachsten Erledigungen nicht mehr erledigen (Flaschen wegfahren oder einkaufen) Er hat oft deswegen geweint, und ich habe ihn immer so weit es mir möglich war unterstützt...... Ich war früh ab halb sieben mit meiner Tochter unterwegs, habe ihn auf Arbeit gefahren, bin dann weiter zum Kiga habe meine Tochter abgeliefert und bin dann selbst auf Arbeit gefahren. Abends dann das gleiche nur umgekehrt......

Das ging eine Zeit lang gut, aber dann konnte ich nicht mehr. Ich habe einen Vollzeitjob und meinen Haushalt und so weiter...... Ich war am Ende......

Wir haben uns dann irgendwie anders arangiert, und es klappte so einigermaßen.....

Dann kam der 1. MPU-Test im Dezember letzten Jahres. Die Hoffnung das nun endlich alles wieder normal wird......

Er fiel durch....... Sollte noch ein Jahr warten laut Gutachter.....Unser Kartenhäuschen stürzte zusammen. Er fing wieder das Trinken an. Aus einem Feierabendbier wurde 5 oder 6. ER entschuldigte es immer wieder mit seinem Frust über den nicht erteilten Führerschein oder mit kleinen Beziehungsproblemchen, die jeder hat und einfach üblich sind......Quasi eine Art Alibi......

Nach der Arbeit ging er nun grundsätzlich sein Feierabendbier trinken..... Ich saß daheim mit meiner Kleinen, habe gewartetet die mittlerweile auch "Papa" zu ihm sagte.......

Oft habe ich umsonst gewartet, dann kam er irgendwann mitten in der Nacht, legte sich ins Bett und ging am nächsten Tag einfach nicht auf seine Arbeit, klar er war noch "geschädigt" vom Vortag.....

Sein Geschäftspartner hatte dann mit der Zeit auch die Faxen dicke und setzte ihm ein Ultimatum. Entweder er hört auf damit oder die Firma geht den Bach runter. Dann hat er sich ein bisschen zusammengerissen. Aber nur ein wenig. Sonst ging er am nächsten Tag grundsätzlich nie auf Arbeit und erst als ihm sein Partner das Messer auf die Brust gesetzt hat, geht er trotzdem.......

Aber bei uns änderte sich nichts......

Er geht nach wie vor erst sein Feierabendbier trinken und je nachdem wie anstrengend der Tag war desto mehr trinkt er......Umso mehr Probleme, umso mehr muss er trinken.

Teilweise kommt er erst mitten in der Nacht heim......stinkt wie ein Fass und ich ekle mich nur noch....... Am nächsten Tag bereut er wieder alles und verspricht Besserung. Aber es passiert nichts......

Ich muss dazu sagen, dass wenn er nicht trinkt, er mein absoluter Traum Mann ist. Aber.....das ist leider nicht all zu oft, denn in letzter Zeit ist es wieder sehr schlimm.....


Ich will dieses Leben nicht..... Ich liebe ihn, aber er schafft es einfach nicht von diesem beschi....... Alk los zu kommen......

Sobald er ein Problem hat, haut er ab und geht zum trinken......

Ich kann nicht mehr.....

Was soll ich tun???

Ihn fallen lassen, damit er endlich mal merkt was er eigentlich tut???

Meine Vorgängerin ist auch wegen des Alk´s weg von ihm.

Warum lernt er es nicht? Warum merkt er nicht, was er alles zerstört mit dem Verhalten?

Wir leben zusammen und haben eine gemeinsame Wohnung.......

Meine Freunde sagen, lass ihn fallen, damit er es endlich rafft, dass er ein problem hat, aber das ist gar nicht so einfach. Wie gesagt, wir haben hier eine gemeinsame Wohnung und meine Kleine liebt ihn........und wenn er "normal" ist, dann ist er echt ein feiner Kerl.....

Ich arbeite jeden Tag von acht bis halb fünf durchgehend ohne Pause, hetze heim, hole meine Tochter vom Hort (mittlerweile ist sie ein Schulkind, freu) und geh heim, mache meinen Haushalt und kümmer mich, dass alles irgendwie normal ist.......

"Normal"

WAS SOLL ICH TUN?????

Ihn verlassen und ohne ihn leben?????

Vielleicht will ich das ja gar nicht, ihn verlassen, aber wie kann ich ihm helfen ohne selbst auf der Strecke zu bleiben......
:unterwerf:

Noodie
17.09.2006, 22:07
Liebe Sani,

BITTE begreife dass er ein Alkoholiker ist und du kannst einem Alkoholiker nicht helfen! Das wird dir JEDER versichern der einen Alkoholiker als Partner oder sonstwie in der Familie hat/hatte. Am Ende wird er dich auch mit runterziehen, finanziell, emotional ... und das ist ja auch dein Recht, wenn du das moechtest, aber denke bitte zuerst an deine Tochter und was du ihr damit antun wirst.

Dein Freund muss Hilfe bekommen, so wie zB die AA, alleine wird das nie was werden. Wenn er dazu nicht bereit ist, muss er gehen. Mach bitte nicht dein und das Leben deiner Tochter zur Hoelle. Denn eines ist sicher: es wird nur noch schlimmer werden. Seinen Fuehrerschein ist er ja schon los, und sein Einkommen wohl bald auch. Und dann? Dann geht bei euch erst richtig die Hoelle los wenn er erwartet dass du fuer seinen Konsum aufkommst.

Alkoholismus ist die Hoelle. Mein Onkel hat sein ganzes Leben damit zerstoert. (ist heute trocken, dank AA) Lass es nicht soweit kommen. Deine Tochter sollte dir am wichtigsten sein.

Alles Gute,

Noodie

Inaktiver User
17.09.2006, 23:30
Hallo Sani,

ein Leben mit einem Alkoholiker: da können Dir andere besser von abraten als ich. Ich weiß nur; es macht keinen Sinn wenn man für sich selbst zur Entscheidung gelangt, dass man das eigene Leben aktiv, selbst gestaltet und GUT leben will und nicht in Leiden und Aufopferung versinken will.

Deshalb ist Dir auch zu wünschen, dass Du die Trennung - Dir selbst und Deiner Tochter zuliebe - durchziehst.

Dann hätte ich Dir den Rat, einmal genauer hinzusehen, was sich hinter Deinen "Männergeschichten" verbirgt. Hast Du irgendwann (unbewusst) beschlossen keine gute Partnerschaft leben zu dürfen? Wie sieht es aus bei Dir mit einem Bild einer "guten" Beziehung? - Natürlich mit allen Hochs und Tiefs. Aber es muss nicht entweder ein Fremdgänger oder ein Alkoholiker oder ein .... was weiß ich ... Schläger? ... sein. Um zu vertrauen muss man sich selbst vertrauen. Tust Du das? Du bist jung, kannst selbst für Dich und Dein Kind soregn. Ich finde Du hast allen Grund es Diir wert zu sein eine andere Art von Beziehung zu führen, als Du es bisher erlebt hast.

LG, Leda

Cassy
17.09.2006, 23:41
Hallo Sani
Ich muss leider Noodie recht geben.
Dein Freund hat ein massives Problem mit dem Alkohol.
Und wie du gemerkt hast zieht das ihn immer mehr runder.

Bis jetzt hast du alles so gut geschafft. Hut ziehe ich ab.
Kind und Arbeit und Haushalt alleine zu schaffen ist eine echte Leistung.
Und das willst nun dir kaputt machen lassen ?
Vielleicht schaffst du es deinen Freund zu einer Beratungstelle zu schleppen die ihn klar machen das er dagegen was tun muss.
Oft ist es leichter vor fremden Menschen zugeben das man mit dem Alkohol ein Problem hat.
Setze ihn ein Ultimatium wenn du kannst.
Aber halte es ein wenn er nichts macht gegen seine Sucht dann musst du dich von ihn trennen.
Ohne wenn und aber. Auch wenn es noch so hart und bitter ist.
Aber leider kann man einen Suchtkranken nicht anders helfen.
Und er braucht Hilfe von Menschen die sich damit auskennen und wissen was zu tun ist.
Auch kannst du dir Hilfe holen in der Form von Aufklärungsgespräche.
Lasse dir bitte nicht alles kaputt machen wo du so schwer dir aufgebaut hast.
Liebe Grüße und ganz viel Kraft schicke ich dir.
Cassy

cordobesa
18.09.2006, 00:31
Noodie hat Recht, liebe Sani!

Man kann einem Alkoholiker nicht helfen.
Ich sage dir das aus eigener Erfahrung, ich bin die Tochter eines Alkoholikers. Meine Mutter hat erst nach vielen, vielen Jahren begriffen, dass sie meinem Vater nicht helfen kann. Nach 30 Jahren Ehe hat sie sich von ihm getrennt. Er ist dadurch nicht aufgewacht. Er trinkt immer noch.

Die Alkoholkrankheit meines Vaters und das Verhalten meiner Mutter (ich habe als Kind nie verstanden, warum sie sich nicht von meinem Vater trennte) haben mir und meiner jüngeren Schwester das Gegenteil einer glücklichen und unbeschwerten Kindheit gebracht.

Dein Freund ist ein erwachsener Mensch und trägt selber die Verantwortung für sein Leben. Wenn er meint, dass er es im Alkohol ertränken muss, dann ist das traurig, aber letztendlich seine und nur seine Entscheidung.

Du jedoch hast außer der Verantwortung für dich auch noch die für deine Tochter, für die du aber nur richtig sorgen kannst, wenn es dir gut geht. Du sagst selber, dass du dieses Leben nicht möchtest. Dann bitte ziehe die Konsequenzen und trenne dich und kümmere dich um dich und deine Tochter.

Ich wünsche dir viel Mut und Kraft.

Liebe Grüße

Ness1801
18.09.2006, 10:44
"Dann kam der 1. MPU-Test im Dezember letzten Jahres. Die Hoffnung das nun endlich alles wieder normal wird......"

Eine Frage:

Ich dachte, normalerweise muss man den "Idiotentest" nicht beim 1. Führerscheinentzug machen, oder täusch ich mich da?

Inaktiver User
18.09.2006, 10:50
Was soll ich tun???
Ihn fallen lassen, damit er endlich mal merkt was er eigentlich tut???

Yepp - genau das!



Eine Frage:

Ich dachte, normalerweise muss man den "Idiotentest" nicht beim 1. Führerscheinentzug machen, oder täusch ich mich da?

Ja, Du täuscht Dich - in Abhängigkeit von den Umständen der Trunkenheitsfahrt und den daraus entstandenen Konsequenzen kann durchaus eine MPU angeordnet werden.
(Abgesehen davon klingt mir die Geschichte irgendwie nicht nach einem einmaligen Ausrutscher des Partners.)

Cassy
18.09.2006, 11:33
"Dann kam der 1. MPU-Test im Dezember letzten Jahres. Die Hoffnung das nun endlich alles wieder normal wird......"

Eine Frage:

Ich dachte, normalerweise muss man den "Idiotentest" nicht beim 1. Führerscheinentzug machen, oder täusch ich mich da?

Ich finde diesen Ausdruck "Idootentest " Respektlos.
Dieser Test wird auch aus anderen Gründen gemacht





(Abgesehen davon klingt mir die Geschichte irgendwie nicht nach einem einmaligen Ausrutscher des Partners.)


Denke das haben wir nicht zu schreiben oder zu sagen.
sani hat hier um Rat gefragt
Man sollte es ihr nicht noch schwerer machen als sie es schon hat.
Mit Unterstellungen oder Misstrauen schüren ist keinen geholfen.

Schönen Tag wünscht Cassy

Inaktiver User
18.09.2006, 11:37
Vielleicht ist es aber ratsam, auch mal sehr unangenehmen Wahrheiten ins Gesicht zu blicken.

Der Mann musste sicher nicht zur MPU, weil er einmalig mit 0,9 Promille im jugendlichen Leichtsinn nach der Dorfkirmis eine Hecke umgefahren hat.

Nach 8 Monaten hat er den Lappen abgegeben - das war doch ein Gerichtsverfahren anhängig.


http://de.wikipedia.org/wiki/MPU

Ness1801
18.09.2006, 12:44
Ich finde diesen Ausdruck "Idootentest " Respektlos.
Dieser Test wird auch aus anderen Gründen gemacht

Denke das haben wir nicht zu schreiben oder zu sagen.
sani hat hier um Rat gefragt
Man sollte es ihr nicht noch schwerer machen als sie es schon hat.
Mit Unterstellungen oder Misstrauen schüren ist keinen geholfen.

Schönen Tag wünscht Cassy

WEIN DOCH!!!!

Mirandelle
18.09.2006, 13:01
Was ist denn das hier für ein Umgangston???

Kurly
18.09.2006, 14:28
es geht hier ja nicht um Führerschein und/oder nicht sondern ganz alleine um das Alkoholproblem:

die WENIGSTEN Alkoholiker schaffen es jemals, ganz trocken zu bleiben und die meisten davon schaffen es auch nur, wenn sie ganz ganz unten waren, sprich: alles verloren haben.

Alkoholiker machen sich selbst UND die Menschen um sich herum kaputt, vor allem Kinder, denn die können damit nicht umgehen. Es wird nicht besser werden mit ihm, sondern immer schlimmer. Und es wird umso schlimmer werden, je mehr Du ihm helfen möchtest. Dein Freund ist schwer krank und Du kannst ihn weder retten noch heilen. Das einzige was Du tun kannst, ist Dich selbst und Deine Tochter vor ihm zu schützen. Und wer weiß: Vielleicht wäre der Schock über das Verlassenwerden so groß, dass es endlich mal klick bei ihm macht und er sich professionelle Hilfe sucht. Zumal ihm das schon einmal passiert ist, dass eine Frau ihn wegen des Alkohols verlassen hat.

Alles Gute für Dich
Kurly

Laury
19.09.2006, 12:11
Liebe Sani,

was Du machen kannst, erfährst Du bei einer kompetenten Beratung. Zum Beispiel gibt es Angehörigen-Gruppen für Familien und Freunde von Alkoholikern. Kontakt bekommst Du über die anonymen Alkoholiker oder bei Pro Familia oder bei der Frauenbeauftragten Deiner Stadt o.ä.
In diesen Gruppen gibt es reichlich wertvolle Tipps.

Du kannst ihm NUR helfen, indem Du Dich selbst schützt und ihm klare Grenzen setzt.
Merke: Er ist KRANK.
Sein Gehirn funktioniert NICHT, wie bei einem normalen Mann.
Miss ihn nicht an normalen Maßstäben: Er würde gern funktionieren, kann das aber nicht.
Wenn Du ihm helfen willst, sei klar, gerade und entschlossen - und erspar ihm, dass er Dich mit ´runterzieht.
Heilen kannst Du ihn nicht. (Würdest Du bei einem Krebspatienten auch nicht probieren, oder?)
Alles Liebe, pass auf Deine Kleine auf!
gruß von Laury

sani30
19.09.2006, 13:46
Also erstmal vielen herzlichen Dank für die vielen Statements. Haben mich allesamt viel zum Nachdenken und auch zum Handeln gebracht.

Ich werde bestimmt auf uns aufpassen, denn das was ich mir mit Mühe und Not aufgebaut habe, laß ich mir von nichts und niemanden zerstören.

Ich habe die Beziehung jetzt auf Eis gelegt. Ist zwar unheimlich schwer, aber ich sagte zu ihm, er muss erst was tun. Wenn er endlich aufwacht, dann ist gut, dann unterstütze ich ihn auch so weit ich kann. ABER wenn er nichts tut, dann war es genau die richtige Entscheidung die ich getroffen habe.

Ich werde Euch auf jedenfall auf dem laufenden halten. Und nochmal vielen Dank für die vielen Antworten.

Noodie
19.09.2006, 18:31
Das find ich gut dass du vernuenftig bist!

Was genau heisst "auf Eis gelegt"? Ist er ausgezogen?

Cassy
19.09.2006, 19:11
Freut mich das du eine Entscheidung treffen konntest.
Wünsche dir alles Gute und viel Glück
Liebe Grüße Cassy

sani30
21.09.2006, 08:27
Guten Morgen,
nein er ist nicht ausgezogen. Auf Eis gelegt heisst, dass wir getrennte Wege gehen und nicht wie in einer Beziehung leben. Das ist aber kein Dauerzustand. Ich muss jetzt echt schauen, dass ich was tue.

Im Moment weiß ich aber gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Die Wohnung und die Kosten sind auch ein Problem. Ich arbeite zwar, aber ich weiß nicht, wie ich das alleine finanzieren soll.

Ohhhh man !!!! :wie?:

Cassy
25.09.2006, 01:40
Guten Morgen,
nein er ist nicht ausgezogen. Auf Eis gelegt heisst, dass wir getrennte Wege gehen und nicht wie in einer Beziehung leben. Das ist aber kein Dauerzustand. Ich muss jetzt echt schauen, dass ich was tue.

Im Moment weiß ich aber gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Die Wohnung und die Kosten sind auch ein Problem. Ich arbeite zwar, aber ich weiß nicht, wie ich das alleine finanzieren soll.

Ohhhh man !!!! :wie?:


Bitte lasse dich nicht ausnutzen.
Denke immer daran du bist auch wer und hast ein Recht glücklich zu werden.
Eine Beziehung besteht nicht nur aus geben sondern auch aus nehmen.
LG Cassy

sani30
05.10.2006, 18:24
Hallo zusammen.
Viel passiert in den letzten Tagen.

Er hat mir am 21.09.06 eine SMS geschrieben, nachdem ich vier Tage lang ins Wohnzimmer gezogen bin und versucht habe mein eigenes Ding zu machen. Er wird das Trinken aufhören.

Ich hielt an diesem Morgen mein Handy in der Hand und überlegte mir wie oft ich das schon gehört hatte. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Er hörte tatsächlich auf und das bis heute. Keinen Tropfen Alkohol. Er holte sich sogar proffesionelle Hilfe. Er war zwar erst 2 mal da aber immerhin brachte die Dame ihn zum Nachdenken.

Ich wurde wieder weich. Habe ihn soweit es mir möglich war unterstützt und habe ihm immer wieder gesagt, dass mich das wirklich stolz und glücklich macht. Ich meinte es wirklich so.

Gestern kam es zu einer Diskussion zwischen uns. Er warf mir indirekt vor, dass ich mit unter Schuld gewesen wäre weshalb er getrunken hat. Daraufhin reagierte ich absolut geschockt....... Hab mir echt gedacht ich bin ein Sandmännchen. Konnte nicht glauben was ich da hörte. Desweiteren warf er mir mein ständiges Gemecker vor. Ich versuchte mich zu rechtfertigen und versuchte ihm zu erklären weshalb ich gemeckert habe. Ist doch klar. Ich komm von der Arbeit heim, hab Haushalt und Kind und er geht/ging gleich weiter zu seinem Feierabendbier. Aber was ich auch sagte, ich hatte Unrecht und er ließ mich nicht mal ausreden.

Dann meinte er, es wäre wahrscheinlich besser wenn wir uns trennen. Da dachte ich wieder ich bin ein Sandmännchen. Dachte mir was soll das? Ich reiß mir den Allerwertesten auf für ihn, unterstütze ihn 2 Jahre lang so weit ich konnte und dann sagt er sowas. Nüchtern noch dazu.....

Gut dachte ich mir. Laß es setzen. Wir reden morgen (also heute) darüber. Per email sprach ich ihn dann nochmals darauf an und er meinte dann nur, wir vergessen das Thema von gestern von Trennung keine Rede mehr.

Eine Stunde später erhielt ich abermals eine email, in der er mir mitteilte das es wohl doch besser ist, wenn wir uns eine Zeit lang trennen. Booom. Schlag ins Gesicht. Ihm würden meine Vorwürfe und Unterstellungen nerven.

Ich räume ein, dass ich eine kleine Meckerlise bin. Aber warum meckert man? Doch nur, weil es etwas gibt, was einem nicht passt und man versucht es auf die eine oder andere Weise zu klären. Vielleicht der falsche Weg meinerseits, aber er steckte grundsätzlich den Kopf in den Sand und ließ jeglichen Konflikt offen. Ein vernünftiges Gespräch hätte vielleicht gereicht um diesen Konflikt zu klären. Durch Schweigen, so bin ich der Meinung, kann man keine Konflikte lösen.

So, und nun ist er weg. Hat sich für Oktober bei einem Freund einquartiert und ich hock hier mit meinen ungelösten Konflikten und Fragen. Bin ich tatsächlich Schuld an seinem Trinken? Sah er mich nur als Rettungsanker aus seinem Verhalten und nun da er es geschafft hat bin ich abgeschrieben? Ist da vielleicht eine andere Frau im Spiel?

Ich sag Euch. Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte den ersten Schritt zur Trennung gemacht.

Ich kann gar keinen klaren Gedanken fassen.

Ich bin mir echt keiner Schuld bewusst. Vielleicht sollte ich es etwas selbstkritischer sehen und es mal genauer durchleuchten, aber ich dreh mich im Kreis.

Ich machte heute nachmittag gute Miene zum bösen Spiel. Ging darauf ein was er vorschlug und meinte nur, dass er doch dann bitte die räumliche Distanz wahren möchte. Es klappt nicht, wenn wir aufeinander hocken in einer Wohnung und ich mit Sicherheit nicht mit meiner Tochter das Feld räumen werde, weil die braucht die Konstanz.

Vorhin schrieb er mir eine SMS er müsse die Nach noch hier schlafen bis er eine Unterkunft gefunden hätte. Ich ging darauf aber nicht ein. Schrieb ihm, dass er es so wollte und er sich nun auch kümmern müsse. Und das tat er dann auch.

Ich bin doch nicht ein Frauchen, dass man in die Schublade laden kann wenn man es gerade nicht braucht und das man irgendwann wieder rausholt wenn einem danach ist.

Meine Freundin meinte, ich habe genau richtig reagiert. Aber trotzdem bin ich total verwirrt......

Ich habe das Gefühl das war das Ende.

Das ENDE wollte ich zwar auch schon, aber ich wollte mich von einem Mann trennen der zuviel trank. Die letzten Tage seit 21.09. waren echt genial. Er trank wirklich nichts. Er war jeden Abend zu haus und wir redeten und kochten und unternahmen viel gemeinsam. Schafften uns sogar zwei Kanarienvögel an als obligatorischen Neuanfang.

Und nun sitze ich mit meinen zwei Kanaris und meinen 2 Katzen hier und frage mich was ich falsch gemacht habe.

Bin ich echt schuld?
Warum plötzlich dieser Sinneswandel?
Meine Freundin meinte er sucht vielleicht die Bestätigung und die Kraft von mir und wollte es somit aus mir rauskitzeln. Aber die bekam er doch!
Ich war echt stolz auf ihn, dass er es tatsächlich von heute auf morgen durchgezogen hat.

Was ist denn das für ein Film?

Cassy
05.10.2006, 21:36
Hallo sani
Es ist leider kein Film, es ist harte Realtiät.
Und es kann verdammt wehtun zu sehen wie ein Mensch für dem man Gefühle hegt zu sehen wie er sich selbst quält.
Und das tut dein Freund er quält sich herum. Er weiss in seinen inneren das er denn Alkohol nicht abgeneigt ist und er ein Problem damit hat.
Egal wie und wann er es lassen kann er hat ein Problem damit.
Du hast keine Schuld das er trinkt nein ganz bestimmt nicht.
Mir kommt es eher so vor das er dir zu liebe aufhören möchte zu trinken.
Und das ist ein Fehler er muss von sich aus aufhören zu trinken.
Nicht weil er Druck von anderen verspürt.
So reimt er sich zusammen nur weil meine Freundin ein Problem mit meinen Trinkverhalten hat soll ich das lassen dabei trinken andere viel mehr.
Und so wächst seine Wut in ihn auf dir.
Du schreibst er hat sich Hilfe gesucht. Welche Hilfe denn ? Kann es sein das er eine Beratung in Anspruch genommen hat ?
Oder hat er einen Theraphieplatz beantragt ?
Lasse es gut sein für denn Moment die Zeit wird es weisen wie weit er drinnen hängt und was ihn wichtiger ist der Alk oder du.
Er wird sich wohl nun entscheiden müssen.
In Moment hat er sich gegen dir entschieden.
Ein Mensch wo von Akl abhängig ist der sucht in jeden und alles die Schuld für sein trinkverhalten.
Und jetzt liegt es auch an dir ihn zu zeigen das du so nicht leben willst und kannst. Vielleicht wenn er merkt das dir bitterernst ist unternimmt er die nötigen Schritte.
Auch hast du ein Kind an den du denken musst.
Kinder bekommen leider viel mehr mit als wir meinen.
Ich schicke dir ganz viel Kraft und wünsche dir alles gute.
Du findest denn richtigen Weg.
LG CAssy

sani30
06.10.2006, 18:02
Hallo Cassy,

er hat eine Therapeutin gefunden. Die Stunde kostet ca. 80,00 EUR. Die Dame hat sich selbstständig gemacht um den sog. MPU´lern zu helfen. Zu helfen nicht nach Lehrbuch, sondern sie geht dem Ursprung nach.Sie will nicht, dass die MPU´ler zu ihr kommen um den Test zu bestehen, sie will das die MPU´ler den Sinn der Sache erkennen weshalb sie eigentlich da sitzen.

Ich versteh das alles nicht mehr.

Heute schreibt er mir eine SMS er zieht aus. Dann komm ich nach der Arbeit heim (hab rein vorsorglich meine Tochter bei meiner Freundin "geparkt", damit sie das nicht unmittelbar mitbekommt) und was seh ich? Er war zwar daheim, hat sich aber nur umgezogen und ist wieder verschwunden.

Tolle Konfliktlösung.
Er wirft jetzt mir noch vor das er nicht daheim schlafen kann.
Was will er denn jetzt eigentlich?
Will er die Trennung, dann soll er schauen wo er bleibt.
Aber dann noch hier schlafen bis er eine Unterkunft hat, hä? Nein danke.......

Ich hasse Trennung. Ich reagier da auch ganz krass körperlich! Ich habe jetzt 2 Tage nichts essen können und schwupp sind 4 Kilo weg und meine Nase schält sich (tut sie immer sehr arg, wenn ich seelisch nicht ganz gut drauf bin ) Ich hasse es, wenn mich Leute fragen wo ist er denn, oder was ist denn mit Dir los oder meine Tochter mich fragt wo ER ist........

Das glaube ich ist aber normal bei einer Trennung.

Und jetzt bin ich mal ganz ehrlich. Vielleicht ist eine Trennung gar nicht so schlecht......Vielleicht lerne ich so ein neues schöneres Leben kennen. Vielleicht lerne ich so einen Mann kennen, der es mal ausnahmsweise ernst mit mir meint......

Ich habe keinen Bock mehr hintergangen zu werden mit anderen Frauen und ich will auch keinen Mann mehr, der trinkt wenn er mal ein Problem hat.

Ich möchte einfach nur glücklich sein.

Und vielleicht belasse ich es jetzt dabei und lass ihn gehen. Aber es tut halt doch bissi weh......

Aber ich bin keine Schublade........

So, und nun mache ich die Vögel sauber und hole dann meine Tochter von meiner Freundin ab.....

Genug gejammert !!!!!

LG Sandra

elsy
06.10.2006, 18:26
hallo sani,
wenn er versucht, dir die schuld an seiner sauferei zu geben, ist er wohl im kopf noch nicht so ganz trocken. es besteht die gefahr, das er bei der nächsten gelegenheit wieder zur flasche greift und dir dann die schuld dafür unterjubelt und er ist fein raus. lass ihn gehen, auch wenn es weh tut. wenn er nicht 100%ig trocken ist, und die wenigsten schaffen das, klammerst du dich immer an verlorene hoffnungen und die jahre vergehen. du kannst ihn nicht helfen, sorge für dich selbst un deine tochter,

grüße

elsy

elsy
06.10.2006, 18:26
hallo sani,
wenn er versucht, dir die schuld an seiner sauferei zu geben, ist er wohl im kopf noch nicht so ganz trocken. es besteht die gefahr, das er bei der nächsten gelegenheit wieder zur flasche greift und dir dann die schuld dafür unterjubelt und er ist fein raus. lass ihn gehen, auch wenn es weh tut. wenn er nicht 100%ig trocken ist, und die wenigsten schaffen das, klammerst du dich immer an verlorene hoffnungen und die jahre vergehen. du kannst ihn nicht helfen, sorge für dich selbst un deine tochter,

grüße

elsy

sani30
07.10.2006, 13:40
Hallo,
tja nun ist es amtlich. Er zieht tatsächlich aus.

Habe auch gerade erfahren, dass er am Donnerstag wieder getrunken hat und von daher auch am Freitag nicht auf Arbeit war.
Jetzt hat er also wieder sein Alibi. Er hat seine Freundin verlassen und das ist ja nicht leicht und dann muss man trinken.......
Da haben wir wieder meine "Mitschuld" an seinem Trinken! Lach !

Es schaut jetzt für mich etwas anders aus als gestern.
Unsere Beziehung hat tatsächlich keinen Wert mehr. So weh es mir auch tut aber eigentlich kann ich froh sein.Er wird sich nicht ändern. Wegen mir sowieso nicht (was ich auch eigentlich nicht mehr will) und wegen sich auch noch nicht. So weit ist er einfach noch nicht.

Ich laße das jetzt alles setzen und vermeide jeglichen Kontakt zu ihm erstmal. Ich sitz zwar in einem rießen großen schwarzen Loch und mein Bauch fühlt sich so an, alsob er sich gerade von innen auffrisst, aber da muss ich durch.

Nun bin ich für alle Tips dankbar die mir helfen dieses Gefühl los zu werden.... Es tut trotzdem gescheit weh.

LG