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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katzengeschwister vertragen sich nicht mehr



Lakritze
16.09.2006, 19:34
Ich habe seit etwas mehr als zwei Jahren zwei Katzen, Kater und Kätzin, Geschwister, beide mittlerweile seit eineinhalb Jahren kastriert.
Ich habe sie aus dem Wurf ausgesucht, weil sie begeistert miteinander spielten.
Beide sind Menschen gegenüber die friedlichsten und anschmiegsamsten Katzen. Nie hätten sie mich oder irgendjemand anderen absichtlich gebissen, gekratzt oder auch nur angefaucht.
Nun ist Stella aber zunehmend aggressiv gegenüber ihrem Bruder. Sie faucht, sobald sie ihn nur sieht. Allerdings wirkt sie dabei auch unsicher, dh. sie faucht und weicht gleich darauf vor ihm zurück. Sie beißt oder kratzt ihn aber nicht, soweit ich das beobachtet habe.
Obwohl Stanislaus der Stärkere ist, läßt er sich einschüchtern. Gestern abend beobachtete ich, wie er durch die Katzenklappe ins Freie gehen wollte, aber nur mehrmals probierte, sie zu öffnen. Als ich dann nachschaute, weil ich dachte, sie klemmt, sah ich, daß Stella sich vor der Tür postiert hatte, um ihn anzukeifen. In meiner Gegenwart traute er sich dann an ihr vorbei.
Ich kann mir das Verhalten so gar nicht erklären, aber vielleicht kennt sich jemand von Euch aus?
Und kann mir sagen, wie ich mich verhalten soll. Ich streichle beide gleichmäßig, je nachdem, wer halt gerade herkommt oder in Streichelreichweite ist :freches grinsen:
Ich habe auch schon probiert, die beiden zu trennen (war ungeplant, weil sich Stella verletzt hatte und im Haus bleiben mußte, da war sie eine Woche bei meiner Mutter) - ihr gefiel das Einzelkatzendasein, aber Stani vermißte seine Schwester sehr. Ist also wohl auch keine Lösung :niedergeschmettert:

Inaktiver User
16.09.2006, 21:15
@Lakritze

Lass die beiden ihr Ding alleine machen und ihre Rangordnung festlegen :smirksmile: Bei Katzen hat nicht automatisch derjenige Vorfahrt, der mehr Muskelschmalz hat.

Deine zwei kommen miteinander klar und tun sich nix. Katzen haben mich fast mein ganzes Leben lang begleitet, und es gab welche, die sich inniglich liebten und sehr selten anfauchten, und es gab welche, die fauchten mal öfter und liebten sich nicht inniglich. Was bedeutete, dass sie sich möglichst aus dem Weg gingen, in Engpasssituationen auch schon mal drohten oder mal kurz die Krallen ausfuhren. Alle kamen aber auf ihre Art und Weise gut miteinander aus, genau wie deine.

Es scheint mir, dass du übezogene, bzw. menschliche Harmonievorstellungen hast. Deine Katzen regeln ihren Kram schon selbst, nur keine Sorge. :krone auf:

LG auch an die Plüschpfoten

Nugat

Noodie
17.09.2006, 09:26
Habt ihr vielleicht in Haus/Wohnung etwas geaendert, so dass bevorzugte Schlafplaetze abhanden gekommen sind und so eine Reiberei enstand?

Oder war einer der beiden krank als das anfing? Ich hab das bei meinen beobachtet - als Noodle krank war und lange Antibiotika bekam und keine Lust zum spielen mit Tommy hatte, gab's schon mal ein "lass-mich-in-Ruhe" von ihr aus und die beiden haben Abstand zueinander gehalten. Als es ihr besser ging fing das normale rumtoben und spielen aber wieder an.

Sonst faellt mir da leider auch nichts ein.

Schoenen Sonntag wuenscht

Noodie

Lakritze
17.09.2006, 16:00
Danke für Eure Antworten.
@Nugat: ja klar will ich, daß sich meine Katzen lieb haben :freches grinsen:
Ich hätte aber auch gern gewußt, woher auf einmal diese Abneigung kommt.
Danke, den Plüschpfoten richte ich die Grüße natürlich gerne aus :blumengabe:
@noodie: nein, in der Wohnung habe ich nichts verändert. Beide haben ihre Schlafplätze wie gehabt (an möglichst weit voneinander entfernten Stellen :freches grinsen:)
Stella hat sich vor ca. vier Wochen die Pfote verletzt, aber giftig war sie schon vorher, hatte also nichts mit der Verletzung zu tun.
Euch auch einen schönen Sonntag.
LG,
Lakritze

Noodie
17.09.2006, 16:30
Dann muss es wohl an Stanislaus' neuem Deo liegen :erleuchtung:

Inaktiver User
17.09.2006, 17:13
Ich glaube tatsächlich, dass da ein neues Deo in der Luft liegt, das nach "Rangordnung" duftet :freches grinsen: Die gibt es auch bei Katzen, sie wird ausgehandelt, und die Gründe dafür, wer Boss ist, sind für zweibeinige Dosenöffner logisch nicht nachvollziehbar :cool:
Bei dem Siamesen-Pärchen, in dessen Diensten ich sechzehn Jahre stehen durfte, hatte nicht etwa die clevere, agile Kätzin Vorfahrt, sondern ihr kränklicher, nicht besonders heller Bruder. Der riesige Persermischling, der ein paar Jahre später dazu kam, hatte rein gar nichts zu melden, er wurde hochnäsig ignoriert.
Als die Siamesen im Katzenhimmel waren, gesellte sich ein kleiner roter Kater aus dem Tierheim zu dem Plüschriesen, der, sowie er erwachsen war, die Führung an sich riss. Das blieb auch so, als später eine halbwüchsige Mieze aus dem Tierheim dazu kam. Die war aber bei dem Sandwich die Füllung :smirksmile: - der Persermix hatte immer noch nix zu melden, sie tanzte ihm auf der Nase rum, obwohl sie neben ihm kaum zu sehen war. Sie wurde nie größer als eine halbwüchsige Katze, ganz zierlich, mit winzigem Köpfchen und zwei verkümmerten Reißzähnen, was sie nicht daran hinderte, eine ausgezeichnete Jägerin zu sein.

LG Nugat

junia
17.09.2006, 19:27
Hallo,

ich stimme Nugat völlig zu. Beziehungen unter Katzen verändern sich und nur weil sie sich als Jungtiere bestens verstanden haben muss das nicht so bleiben. Das Zusammenleben unter Katzen ist eine fragile Angelegenheit - da sie einerseits Artgenossen brauchen ((ja auch deine beiden brauchen sich) andererseits Einzelgänger und Gewohnheitstiere sind. Vielleicht hast du schon gemerkt das Katzen ihre Zeitfenster für Füttern, auf Klo gehen, Revier erkunden haben. Teilweise passen diese Zeitfenster zusammen, teilweise z.B. ist die eine wach und die andere schäft. Um diese Zeitfenster zu *vereinbaren* brauchen Katzen Zeit. Manchmal ändert sich was - dann gibt es Gerangel bis alles wieder zusammenpasst - wir Menschen können da nur beobachten.

Dazu kommt noch, das Katzen und Kater unterschiedlich spielen. Solange meine Katze klein war wollte ich das auch nicht wahr haben. Jetzt wo sie etwas älter ist, ists recht deutlich. Sie spielt am liebsten Spielzeug herbeiholen. Wir werfen, sie holt unermüdlich die Spielzeuge wieder herbei. Die Kater (wir haben zwei) raufen gern oder spielen Spiele die man auch im Liegen und mit wenig Bewegung spielen kann. Natürlich überschneidet sich das auch mal - aber die Vorlieben sind recht deutlich.

Hier noch ein paar Dinge die man tun kann um Katzen wieder einander näher zu bringen bzw eine kritische Zeit zu überbrücken:

- ein zweites Katzenklo aufstellen, da Kleinkriege am ehesten dort ausgetragen werden

- das Selbstbewusstsein der unterlegenen Partei stärken in dem man Spiele spielt die für die Katze *erfolgreich sind* und nicht von der anderen Katze unterbrochen werden

- beide etwas mit Butter/Thunfisch/Lieblingsfutter bestreichen - wenn Katzen sich putzen signalisieren sie Zufriedenheit und können nicht Aggressiv sein

- niemals schimpfend in den Streit eingreifen, da die unterlegene Katze dies ebenfall auf sich beziehen würde - lieber ablenken von der Situation

Viele dieser Tipps sind allerdings für Katzenzusammenführungen gedacht.

Gruß Junia (mit ihren dreien "Sie lieben sich, sie schlagen sich).