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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Direktversicherung oder Pensionskasse?



LaFleur
15.09.2006, 22:20
Bei meinem neuen Arbeitgeber habe ich die Moeglichkeit, eine Direktversicherung bei einem Anbieter meiner Wahl abzuschliessen, oder die Pensionskasse des AG zu nutzen, der mit einer Versicherungsgesellschaft zusammenarbeitet. In beiden Faellen bekomme ich keinen Zuschuss vom AG.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Optionen? Und was ist *besser*?

Danke!

La Fleur

Inaktiver User
16.09.2006, 10:45
Es kommt darauf an, wie der Vertrag gestaltet ist. Grundsätzlich würde ich einen Bogen darum machen, wenn es ein gezillmerter Vertrag ist. Wenn also die PK deines Arbeitgebers so ein Produkt ist, spricht nichts dagegen.

Sonst gibt es kaum nennenswerte Unterschiede für dich.

Lass dir doch mal Angebote erstellen, die sagen dann aus, was es ist.

Tomek
17.09.2006, 14:25
Hallo

Im Rahmen der Förderung ist eine Direktversicherung und eine Pensionskasse gleich, Unterschiede gibt es natürlich in den Tarifen und den Gesellschaften.
Ich würde aber Wert darauf legen wollen, dass nicht die Zillmerung den möglichen Unterschied macht, sondern die Gesamtbelastung mit Kosten. Viele der ungezillmerten Tarife, die am Markt verkauft werden, leisten eine gleich hohe Abschlussprovision wie gezillmerte Tarife und führen dann dazu, dass der Kunde bei Kündigung am Anfang mehr hat gegen Ende aber weniger.
Schöner sind da Tarife, die weniger Abschlusskosten enthalten, egal wie diese nun zu zahlen sind.

LaFleur
18.09.2006, 20:36
Vielen Dank an alle - bin jetzt etwas schlauer!

La Fleur

Leandra
19.09.2006, 16:55
Was genau versteht man unter Zillmerung?

Inaktiver User
19.09.2006, 17:05
Wenn alle Kosten zusammengefasst werden und größtenteils auf den Beginn der Vertragslaufzeit zusammenfasst.
Das ist ja der große beschiss der Lebensversicherer. Man lässt sich die volle Beitragssumme verprovisionieren, geht der Kunde aber drei Jahre später wieder ins Storno, ist noch kein Guthaben vorhanden. kann sich dementsprechend auch nicht verzinsen.

Inaktiver User
20.09.2006, 15:14
Ein einfaches Bsp. zur Zillmerung um mal alle Klarheiten zu beseitigen :) zeige ich mal hier:

Klassischer dt. Rentenversicherungstarif, Mann, Aufschubzeit 35 Jahre, Rentengarantiezeit 5 Jahre, Zahlungsweise jährlich , Jahresbeitrag 3.000 € . Zugrunde gelegt wurde Überschussdeklaration 2006. Werte wurden gerundet.

Vollgezillmerter Tarif: Abschlußkosten 4.200 € ( 4 % der Beitragssumme )
Rückkaufswert nach 2 Jahren 0,- €
Rückkaufswert nach 12 Jahren 31.100 €
Garantierte Kap.abfindung 151.400 €
Kap. abfindung incl. Überschüsse 224.500 €

Teilgezillmerter Tarif ( Abschlußkosten 4.200 € werden verteilt über 5 Jahre )
RKW nach 2 Jahren 500,- €
RKW nach 12 Jahren 30.500 €
Garantierte Kap.abfindung 150.200 €
Kapitalabfindung incl. Überschüsse 223.000 €

Ungezillmerter Tarif, 6 % p.a. Courtage vom Jahresbeitrag = ( 180 € ) laufend.
RKW nach 2 Jahren 2.300 €
RKW nach 12 Jahren 34.200 €
Garantierte Kap. abfindung 151.400 €
Kapitalabfindung incl. Überschüsse 229.500 €

Gruß Austernschluerfer

Inaktiver User
20.09.2006, 16:32
Ein einfaches Bsp. zur Zillmerung um mal alle Klarheiten zu beseitigen :) zeige ich mal hier:

Klassischer dt. Rentenversicherungstarif, Mann, Aufschubzeit 35 Jahre, Rentengarantiezeit 5 Jahre, Zahlungsweise jährlich , Jahresbeitrag 3.000 € . Zugrunde gelegt wurde Überschussdeklaration 2006. Werte wurden gerundet.

Vollgezillmerter Tarif: Abschlußkosten 4.200 € ( 4 % der Beitragssumme )
Rückkaufswert nach 2 Jahren 0,- €
Rückkaufswert nach 12 Jahren 31.100 € 36.000€ eingezahlt, also Minus
Garantierte Kap.abfindung 151.400 € 1,94%, Wow!!!
Kap. abfindung incl. Überschüsse 224.500 € 3,89%, suuuper!

Teilgezillmerter Tarif ( Abschlußkosten 4.200 € werden verteilt über 5 Jahre )
RKW nach 2 Jahren 500,- €
RKW nach 12 Jahren 30.500 €
Garantierte Kap.abfindung 150.200 €
Kapitalabfindung incl. Überschüsse 223.000 €

Ungezillmerter Tarif, 6 % p.a. Courtage vom Jahresbeitrag = ( 180 € ) laufend.
RKW nach 2 Jahren 2.300 €
RKW nach 12 Jahren 34.200 €
Garantierte Kap. abfindung 151.400 €
Kapitalabfindung incl. Überschüsse 229.500 € fast 4%, geht doch

Gruß Austernschluerfer

Als Alternative den Sparplan, in der bAV auch Pensionsfonds genannt.
Angenommen, eine defensive Ausrichtung mit einer mickrigen Verzinsung von 6% und Ausgabeaufschlägen von 5%: 340.188€., Gut, Depotkosten kommen da mit runter, machen aber nicht sooo viel aus. Lassen wir einen guten Manager mit dem Fonds arbeiten, schafft der auch 8% oder mehr. Also rund 536.000€.

Was bitte spricht hier für die Versicherung? Dass der Unterschied zwischen ungezillmerten und ungezillmerten Tarifen so klein ausfällt, hätt ich nun auch nicht gedacht. Also weg den Mist!

Inaktiver User
20.09.2006, 17:41
Lach...Schokosahne " weg den Mist " sagst du ....leider ist es im BAV - Bereich so, dass der Arbeitnehmer, zumindest in etwas größeren Firmen, oder auch bei tarifvertragsgebundenen Unternehmen, häufig gar nicht die Möglichkeit hat, eine BAV-Variante seiner Wahl einzusetzen, sondern der AG ist üblicherweise lediglich dazu verpflichtet, einen Durchführungsweg anzubieten. Wenn er mehrere anbietet, dann umso besser.

Ob das Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, U - kasse oder Direktzusage ist, oder alle Varianten, bleibt dem AG überlassen.
Ganz im Gegenteil kann der AN noch froh sein, wenn ihm ein ungezillmerter Tarif angeboten wird. Häufig ist dem nämlich nicht so. Daraus resultiert ja auch das sog. Stuttgarter Urteil.

Die Unterschiede zwischen gezillmerten und ungezillmerten Tarifen machen in der Tat beim Ablauf nicht besonders viel her, lediglich anfangs oder bei Übertragung ( BAV ) bietet ein ungezillmerter Tarif dem AN einen höheren Rückkaufswert.

Dass eine klassische Rentenversicherung, berechnet man die Rendite aus der gesamten Beitragssumme, derzeit nur recht magere Ergebnisse bringt, ist aufgrund der niedrigen Aktienquoten die die dt. Versicherer fahren, nicht besonders verwunderlich.

Die A.Quoten liegen ja derzeit bei gerade mal 10 % wenns hoch kommt. Das ist somit kein alleiniges " versicherungstechnisches Übel " sondern es liegt einfach daran, dass die Versicherer mangels Masse, nunmal keine höheren Aktienquoten derzeit und auch in naher Zukunft fahren können.
Werden die entsprechenden Urteile z.B. zur zeitnahen Beteiligung der Versicherten an den stillen Reserven, künftig durchgesetzt, dann wird es bei etlichen Versicherern nur noch trübe aussehen... meint die dt. Aktuarvereinigung.

Austernschluerfer

Inaktiver User
20.09.2006, 18:21
Na also, ein Grund mehr, diesen Mist zu kündigen!

Inaktiver User
20.09.2006, 18:50
Na ja...Schokosahne...das mag schon sein...dumm nur, dass ja bekannterweise nicht wenige Mitbürger in diesem unserem Lande Lebens-oder Rentenversicherungsverträge ihr eigen nennen..einige schon recht lange, andere weniger lang.

Etliche privat, andere betrieblich. Einige die dummerweise über LV für den Todesfall Absicherung getroffen haben, vielleicht ne BU mit drin haben...etc.etc.

Mich würde mal abseits jeglicher Polemik interessieren, wo du z.B. bei einem 50jährigen eine Alternative zu seiner länger bestehenden Lebens-oder Rentenversicherung siehst....

Sicherlich ist es für junge Leute wenig interessant sich ne Rentenversicherung heutiger Machart zuzulegen... die haben in der Tat bessere Alternativen...aber es gibt halt nun auch mal Ältere....und davon nicht wenige....

Und es gibt solche, die mit Fonds nichts am Hut haben wie wir beide wissen. Und derer sinds ja bekanntlich auch nicht wenige.

Sollen die jetzt alle kündigen und sich nen Fondssparplan zulegen ???

Ihren mageren Rückkaufswert in ein Depot stecken - ohne den Hauch einer Ahnung...vielleicht auf Anraten des örtlichen Verbraucherschutzbeauftragten der in der Regel auch recht wenig Dunst von Investmentfonds hat...lass dich mal spasseshalber von so einem beraten :) ....

Tja...ich würde sagen, dass - mal unabhängig von der Notwendigkeit den Versicherern auf die Finger zu klopfen -
die sog. Verbraucherschützer hier ein klassisches Eigentor für ihre Mitglieder oder die Verbraucher insgesamt geschossen haben - wenn u.a. durch ihre Initiativen bedingt, die Versicherer in ihrer derzeitigen eher desolaten Lage dazu gebracht werden, dass sie noch desolater werden.

Der Witz an der ganzen Sache ist ja auch der, dass damals...zu Zeiten der großen Krise...just in den Verbraucherheftchen, Versicherer vom Schlage einer Allianz schlagartig hochgejubelt wurden...weil sie aufgrund ihrer vorher gescholtenen Reserven den Versicherten ein gewisses Maß an Substanz bieten konnten während die bisherigen Lieblinge...einer davon die Hannoversche Leben am Rande des Abgrunds hin und her schwankte :)

In diesem Sinne
Austernschluerfer

Inaktiver User
21.09.2006, 00:19
Wenn der 50-jährige seine Möglichkeiten auslotet, kann er ganz genau sagen, was er tun sollte.
1.) laufen lassen wie bisher
2.) beitragsfrei stellen, Beiträge in den Sparplan
3.) kündigen/ verkaufen, Beiträge und Rückkaufswert in Sparplan

Man kann doch mit spitzem Stift und etwas Ahnung ganz leicht ausrechnen, was für wen günstig ist. Und klar, wer keine Ahnung von Geld hat, muss sich welche aneignen. Es geht nicht darum, sich seine Fonds selbst auszusuchen, sondern einen guten Tip von einem schlechten zu unterscheiden.
Und das ist der einfachste Weg, endlich die Unmengen an schlechten Beratern verschwinden zu lassen.

Inaktiver User
21.09.2006, 13:23
Ok , Schokosahne, das war wenigstens mal eine Antwort :) abseits des sonst hier üblichen..." Kündigen - ohne Wenn und Aber " ...

Austernschluerfer

Inaktiver User
21.09.2006, 14:59
Ok , Schokosahne, das war wenigstens mal eine Antwort :) abseits des sonst hier üblichen..." Kündigen - ohne Wenn und Aber " ...

Austernschluerfer

Ganz sicher?
Dann rechne doch einfach solch ein Beispiel durch, dann kommst du sicher wieder auf's gleiche Ergebnis. Vorausgesetzt, der 50-jährige investiert für die verbleibenden 15 Jahre so, wie es Sinn macht.

Inaktiver User
21.09.2006, 17:52
Schokosahne...das Problem an der Sache...bzw. überhaupt beim Geldanlegen ist... dass dies leider äußerst selten nach Sinnhaftigkeit geschieht, sondern eher nach dem sog. Bauchgefühl welches sich u.a. aus Ängsten, Erwartungen, Halb-oder Nichtwissen etc. der potenziellen Anleger speist.

Dieses " Bauchgefühl " ist und war in der Regel ein auslösender Faktor für den Kauf einer vermeintlich " sicheren " Versicherungslösung.

Allein wenn ich mir hier Postings von teilweise auch jüngeren Semestern zum Thema durchlese und parallel dazu meine eigenen beruflichen Erfahrungen miteinfliessen lasse, müsste ich blind sein, wenn ich nicht erkennen würde, dass viele Menschen aller Altersstufen, nach wie vor

- und die Statistik zeigts uns ja auch -

dem "Investmentgedanken" mit großer, von Unwissen, Ängsten und Börsen-Horrorszenarien geprägter Skepsis gegenüber stehen.

Ein wie in unserem Bsp. aufgeführter, durchschnittlich informierter 50jähriger, wird in den wenigsten Fällen eine langjährig gelaufende LV oder Rentenvers. aufkündigen und statt dessen Fondssparpläne zeichnen....oder gar den Rückkaufswert in ein Fondsdepot stecken....egal was du oder ich oder er selbst sich ausrechnen.

Der geht häufig nach dem Motto..." Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach "

Der kauft eher noch ne Versicherung mit Einmalbeitragszahlung als sich auf das Abenteuer " Investmentfonds " einzulassen.

Aber gehen wir mal einfach weg vom Privatanleger...

Selbst institutionelle Anleger nutzen häufig sog. Multi Asset - Fonds mit " vorab definierter Risikobremse " , verzichten also bewußt auf Performance um die Sicherheit ihrer Anlagegelder zu gewährleisten.

Teilweise werden hier sogar menschliche Fehlerquellen, sprich Fondsmanager, ausgeschaltet und man läßt diese Fonds über komplexe Software sich mehr oder weniger "selbst verwalten".

Aber nochmal zurück zu unserem o.g. Mustermann:

Setze ich nun seinen bereits lange gelaufenen Rentenversicherungsvertrag mit noch relativ kurzer Restlaufzeit - hier 15 Jahre...bis zum 65. ins Verhältnis zu einer Fondsanlage die ich ob des fortgeschrittenen Alters des 50jährigen aus Sicherheitsgründen mit max. 6 % p.a. Durchschnittsrendite ansetzen kann, dann ist der Unterschied zur Renten/Lebensversicherung - zumal diese ( da vor 2005 abgeschlossen ) auch noch steuerfrei kapitalisiert werden kann, bei Ablauf, nicht mehr so enorm groß. ( renditestarker Versicherer natürlich vorausgesetzt )

Nicht vergessen bei solcherart Berechnungen ( Änderung von Altverträgen ) sollten wir auch die geplante Steuer auf Investmentfondserträge ab dem Jahr 2008.

Nehmen wir als Bsp. mal die Neue Leben als renditestarker Versicherer um die Historie etwas näher zu beleuchten:

Dieser Versicherer z.B. hat über eine Laufzeit von 30 Jahren bei Kapitallebensversicherungen immerhin eine Ertrags-Rendite von durchschnittlich 6,7 % erwirtschaftet. Auf 20 Jahre 6,6 % und auf 12 Jahre 6,0 %

Ablaufrenditen wurden berechnet zum Jahr 92, 94, 96, 2000

Der Marktdurchschnitt lag hier bei ca. 5,6 %

Das ganze bei einer relativ geringen Schwankungsbreite , einer garantierten Kapitalabfindung und integriertem Todesfallschutz.

Bedenken wir weiter, dass in früheren Zeiten z.B. der Todesfallschutz über Risiko-LV nicht derart günstig einzukaufen war wie heute....

Stichworte - Nichtrauchertarife, Direktversicherer,

...dann hätte eine Fondsanlage der wir einen Risikotodesfallschutz zur Seite gestellt hätten, im Vergleich zur Neuen Leben auf 30 Jahre Laufzeit gesehen, eine Rendite von mindestens 8 % nach Kosten erwirtschaften müssen um überhaupt in die Nähe der Ablaufleistung dieser simplen Kapitallebensversicherung zu gelangen.

Um eine 8%ige Nachkostenrendite über Fonds langfristig zu erwirtschaften, bedarf es allerdings über einen Großteil der Laufzeit erstmal einer 100%igen Anlage in sehr guten Aktienfonds...die, wie wir ja wissen, aber dennoch ein gewisses Maß an Risiko in sich bergen können.

Sicherlich werden diese o.g. Zahlen aufgrund heutiger gesunkener Überschüsse der Versicherer in der Zukunft nicht mehr erreichbar sein, das ist klar und daher würde ich auch niemand eine klassische dt. Rentenversicherung anraten.... ob er meinem Rat dann auch folgt :) steht allerdings in den Sternen.

In diesem Sinne
Austernschluerfer

Inaktiver User
21.09.2006, 19:52
Schokosahne...das Problem an der Sache...bzw. überhaupt beim Geldanlegen ist... dass dies leider äußerst selten nach Sinnhaftigkeit geschieht, sondern eher nach dem sog. Bauchgefühl welches sich u.a. aus Ängsten, Erwartungen, Halb-oder Nichtwissen etc. der potenziellen Anleger speist.



Deswegen:

Trenn die Emotionen vom Geld, sonst trennt dich das Geld von den Emotionen

Inaktiver User
23.09.2006, 00:19
Na ja....daß unserer Reinkarnation des Herrn Meyer BDV selig argumentativ nicht bsonders viel einfällt, hätte ich mir ja eigentlich denken können, sollen , müssen.... plakative und tausendfach aufgewärmte Sinnsprüche machen sich ja besonders bei " jungen Leuten " ...lol...eh besser als ein gerüttelt Maß an Intellekt ( verweise da mal auf Pisa ) aber.... das sind wohl die Zeichen der Zeit )

Austernschluerfer