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Caparica
13.09.2006, 07:00
Guten morgen zusammen,
also mir reichts, seit fast 20 Jahren qualme ich, stinke vor mich hin, habe Unmengen von Kohle in die Luft gepafft, wie meine Lunge von innen aussieht mag ich mir nichtmal vorstellen... Mein Liebster (absoluter Nichtraucher schon lebenslänglich) küsst mich nicht gerne. Ich hab die Nase voll vom ewigen rennen an den Automaten, vom peniblen Kleingeld zählen, vom Dauerlüften in der Wohnung.....
Diese Gedanken hatte ich gestern Abend, und paralell dazu kam der Entschluss endlich aufzuhören. Das Ganze hat mir eine unruhige Nacht beschert. Bin mit den besten Vorsätzen schlafen gegangen und habe dann doch tatsächlich von schrecklichen Verlusten geträumt und war mehrfach wach und voller Gier. Zum Glück waren keine Zigis mehr da.
Vorhin beim Aufwachen dann die Erinnerung dass sich in irgendeiner Küchenschublade noch eine angefangene Schachtel Billigzigaretten von Aldi befinden müssen welche ich nie aufgeraucht habe, weil sie dermassen eklig sind.
Scheinbar leider nicht eklig genug, denn ich hab jetzt schon drei davon weggequalmt.... Natürlich mit den besten Vorsätzen dass das jetzt wirklich die allerletzten sind...
Verdammt, ich will nicht mehr..... Brauche dringend Eure Hilfe und Unterstützung....

Lolle28
13.09.2006, 09:07
Liebe Caparica,

erstmal Glückwunsch zu deiner Entscheidung, aufzuhören! :lachen:
Das ist doch schon mal der erste Schritt!!!

Ich denke, dass es von den ersten Gedanken (die du in 20 Jahren bestimmt schon öfters hattest) bis zur Entscheidung (die dann vielleicht nicht gleich durchgezogen wird) bis zum endgültigen Aufhören schon ein längerer Prozess ist. Mir ging es zumindest so. Mensch, wie oft dachte ich die letzten Jahre: Eigentlich solltest du aufhören, weil... (die Gründe kennen wir ja alle :knatsch: ). Tja, und im nächsten Moment steckte ich mir eine an und dachte: Ja, aber nicht heute, sondern irgendwann :erleuchtung:

Dieser Prozess zog sich echt über mehrere Jahre und die letzten Monate, nein, eigentlich das letzte Jahr war er aber immer präsenter! Ich weiß nicht, ob ich es alleine geschafft hätte. Ich hab mir Hilfe bei einem Nichtraucherkurs im Internet gesucht und mit deren Unterstützung hat es echt geklappt! Wichtig ist, sich gut auf das Nichtrauchen vorzubereiten (das wurde ja in einem anderen Strang hier auch schon mal diskutiert), v.a. nicht nur die schlechten Seiten des Rauchens, sondern auch die positiven des Nichtrauchens zu sehen, den Gewinn den man hat. Dann hat man auch nicht mehr diese Verlustgedanken (zumindest nicht so stark) wenn man das Rauchen aufhört, sondern freut sich auf und über den Gewinn, den man durch's Nichtrauchen hat.
- Ich hoffe, das war jetzt verständlich.
Mir hat das sehr geholfen, also diese andere Sichtweise. Denn davor dachte ich auch immer: Hab ich noch Spaß, Lebensqualität, Entspannung etc. ohne Zigaretten!? Wie soll das gehen??! Mein Leben wird gaaaanz schrecklich usw. :ooooh: :ooooh:
Die richtige Einstellung bzw. Sichtweise macht glaub ich viel aus!

Vielleicht musst du dich auch einfach mehr damit beschäftigen, bevor du aufhörst? Dich mehr vorbereiten?

Ich drück dir alle Daumen, dass du es schaffst!!

Liebe Grüße,
Lolle (auch "erst" seit 31 Tagen clean :krone auf: )

Fazernatalie
13.09.2006, 09:53
Mein 1. Rat: lass sofort alle Zigaretten von daheim verschwinden!!

Du hast Glück, wenn dein Partner NR ist, dann sollte es einfacher werden.

Ich bin nun seit über 10 Monaten rauchfrei und habe von einem auf den andern Tag aufgehört (habe 19 Jahre geraucht, ca.ä 1-2 Schachteln/Tag). Es gibt immer schlimme Momente, auch jetzt noch, aber die gilt es, zu überstehen, auch wenns schwer fällt.

Ich hab auch des öfteren gedacht wenn ich jemand rauchen sah: "Mensch, hat der's gut!" Alle Vorteile des Nichtrauchens waren kurzfristig nicht mehr wichtig.

Aber ich hab diesen riesengroßen Nikotinteufel in meinem Kopf nicht gewinnen lassen, der mir immer eingeredet hat, dass ich doch eine rauchen könnte, eine sei ja nicht schlimm und rauchen entspannt und rauchen ist toll. Dieser Teufel vernebelt einem das Hirn. Da muss man sich zwicken und sich sagen, dass man einfach NICHT MEHR RAUCHEN WILL, auch wenn es auf den ersten Blick Einbußen bedeutet.

Ja, das leidige Thema zunehmen: 8 kg hat mir das Nichtmehrrauchen beschert :-( Habe es mir aber z.T. selbst zuzuschreiben, ich hätte von Anfang an dagegen steuern müssen.
So sauer, wie ich auch darüber war, würde ich jetzt wieder anfangen zu rauchen, wären die kg trotzdem da und würden nicht wieder verschwinden. Also mach ich jetzt einfach Sport.

Wünsche dir viel Kraft und Spaß am Nichtrauchen.

LG Natalie

Wellenspiel
13.09.2006, 11:52
Hallo Caparica,

das klingt doch schon mal schwer nach der richtigen Einstellung, um aufzuhören! Ein bißchen Wut gibt die richtige Energie dazu.
Aber ich sehe das ähnlich wie Lolle, ohne Auseinandersetzung mit dem Thema und ein bißchen Vorbereitung geht's nicht. Vorbereitet zu sein auf die Mechanismen die einsetzen, wenn man aufhört, hat mir sehr geholfen. Auch ich habe mich Monate wenn nicht Jahre mit dem Gedanken ans Aufhören getragen. Dann hat mein Freund den Vorreiter gemacht und ich bin nachgezogen, mit Hilfe des Buchs 'Endlich Nichtraucher'. Das hat bei mir gut funktioniert, weil ich eh ein Büchernarr bin und bei mir vieles über Bücher läuft. Anderen hilft ein Kurs besser. Auch den Erfahrungsaustausch hier fand ich hilfreich. Hilfe ist auf jeden Fall so oder so angebracht, wenn Du die für Dich richtige findest, ist das Aufhören nicht mal mehr halb so schwer wie Du gedacht hast.
Das Verlustgefühl ist bei mir recht bald einem anderen gewichen: dem Gefühl, unendlich viel zu gewinnen. Neben frischer Luft, besserer Gesundheit, mehr Geld, mehr Energie war das Wichtigste für mich ein Gewinn an Selbstachtung. Denn im Grund habe ich mich immer dafür verachtet, dass ich geraucht habe, obwohl ich wußte, was ich mir damit antue. Dieses Gefühl war immer im Hintergrund anwesend, wie ein Schatten. Der ist jetzt weg. Und das fühlt sich sehr gut an.

Ich wünsche Dir viel Erfolg, es lohnt sich!

LG, Wellenspiel

Josiela
17.09.2006, 09:35
...ich denke, die allermeisten setzen das sogenannte *Vorbereiten* auf den großen Tag des Rauchstopps nur zum Aufschieben ein. Und hier gilt eben nicht, aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

==> Ich denke, ein jeder von uns hat schon so viele Jahre geraucht und dabei etliche Mal Rauchstopps versucht, dass er wirklich jeden Grund fürs nicht-mehr-durchhalten kennt. Ebenso die Gründe, warum man wann manchmal rauchen möchte! Oder?!

Also: Sofort in die Tat umsetzen. Keine großen Vorbereitungen mehr. (Hast Du in Deiner langjährigen Raucherkarriere eh genug gesammelt.) Und dann nicht zu große Erwartungen Dir aufbürden. ==> Eher so ein "schaun wir mal" oder ein "mal sehen, heute wird eben mal nicht geraucht". :allesok:

Ihr werdet sehen, sofort bekommt ihr Erfolgserlebnisse!!! :allesok: Und so kommt man dann auch auf die Gewinnerspur! ==> Nicht durchs Vorhaben, sondern durchs tatsächliche Ausprobieren und Erfahren!! :krone auf: ==> Welchen Sinn sollte es haben, von irgendwelchen diversen Schmachtschüben und Ausfallerscheinungen zu lesen (wie Verstopfung oder Schwitzen), wenn man sie nicht gerade an sich beobachtet?? Mmh? :lachen: ==> Und dann müsst ihr euch sagen: "so, jetzt schwitze ich also oder kann nicht kacken, na egal, Dir werd' ich's zeigen! Ich rauche dennoch nicht!" *bätsch*

So geht das.
:krone auf:
Josiela

Inaktiver User
17.09.2006, 10:55
... Also: Sofort in die Tat umsetzen. Keine großen Vorbereitungen mehr. (Hast Du in Deiner langjährigen Raucherkarriere eh genug gesammelt.) Und dann nicht zu große Erwartungen Dir aufbürden. ==> Eher so ein "schaun wir mal" oder ein "mal sehen, heute wird eben mal nicht geraucht". ....

...
So geht das.
:krone auf:
Josiela

aha! so geht das also? ich meine, eben noch in einem anderem thread von dir gelesen zu haben, du hättest mit zyban aufgehört. erstens ist das ja sehrwohl eine form der vorbereitung, und zweitens unterdrückt/verhindert/wie auch immer so ein hilfsmittel schließlich die suchtattacken. wie kannst du dich also dann hinstellen und schreiben "hey, nichts vorbereiten. lieber einfach spontan aufhören"?? :wie?:

Josiela
18.09.2006, 19:32
...ich beschloss, oops, keine Zigaretten da. Mmmh...vielleicht sollten wir's mal probieren. Mmh, naja, und so kaufte ich nicht, sondern ging zum Hausarzt. Danach musste ich nur noch in der Apotheke warten (die mussten das bestellen) und es ging 4 Stunden später plus Zyban los.

Jaja, ich habe eben auch schon viele Aufhörversuche/Fehlversuche hinter mich gebracht. Und gemeinsam war allen Fehlversuchen, das lange Planen und große Zielsetzen. Am besten noch mit Geldsparen oder solch einem ZusatzBerg. ==> Ich sage nur eines: Jeder der von euch permanent (was ja eigentlich normal ist) mit dem Vorhaben rumläuft, eigentlich will ich ja, ja irgendwann einmal, ich muss es halt nur schaffen, ich warte noch auf den richtigen Moment und so weiter....Sollte jedes Mal dann, wenn es ihn besonders ankotzt, die Gelegenheit direkt am Schopfe packen! (Sofort und nicht noch die Angst schüren lassen, so meine ich das.)

Ja....ohne Zyban habe ich mich nicht getraut. (Ich hatte Angst durch meine ganzen anderen Fehlversuche!)

Josiela
18.09.2006, 19:36
aha! so geht das also? ich meine, eben noch in einem anderem thread von dir gelesen zu haben, du hättest mit zyban aufgehört. erstens ist das ja sehrwohl eine form der vorbereitung, und zweitens unterdrückt/verhindert/wie auch immer so ein hilfsmittel schließlich die suchtattacken. wie kannst du dich also dann hinstellen und schreiben "hey, nichts vorbereiten. lieber einfach spontan aufhören"?? :wie?:
==> Ich rauchte 1 einzige nach diesem Entschluss noch!! (hatte noch einen Rest in meinem Auto liegen. - In der Wohnung waren sie leer.)

Ich habe ja Zyban anders eingenommen als andere. (Ich hatte sofort keinen Schmacht mehr. - In der Packung steht das anders. Da sollst Du ja weiterrauchen.... Ich habe das den Herstellern auch schon mal geschrieben, dass ich das für falsch halte einfach. ==> Es ist okay und schön, dass man's darf. = Weil's die Psyche entlastet. Das sehe ich schon so als großes Plus. Du dürftest, dass ist super irgendwie. ABER: ich denke, wenn einem dann nicht unbedingt danach ist, sollte man seine Gewohnheiten vielleicht auch schon sofort mal sein lassen - zur Probe gewissermaßen. :lachen:

Josiela
18.09.2006, 19:38
==> Ich rauchte 1 einzige nach diesem Entschluss noch!! (hatte noch einen Rest in meinem Auto liegen. - In der Wohnung waren sie leer.)

Ich habe ja Zyban anders eingenommen als andere. (Ich hatte sofort keinen Schmacht mehr. - In der Packung steht das anders. Da sollst Du ja weiterrauchen.... Ich habe das den Herstellern auch schon mal geschrieben, dass ich das für falsch halte einfach. ==> Es ist okay und schön, dass man's darf. = Weil's die Psyche entlastet. Das sehe ich schon so als großes Plus. Du dürftest, dass ist super irgendwie. ABER: ich denke, wenn einem dann nicht unbedingt danach ist, sollte man seine Gewohnheiten vielleicht auch schon sofort mal sein lassen - zur Probe gewissermaßen. :lachen:
==> 17 Jahre x 2 Packungen (teilweise sogar 3 Packungen) rote West täglich. Ich war 34 Jahre beim Aufhören. Nur mal so zur Info.

(aber ich war wirklich so der typische Nuttenfrühstückstyp wie ich hier lernte: 3 Liter starken Kaffee pro Tag + 40 oder mehr Zigaretten pro Tag...!)
==> Ich konnte mir das anders nicht vorstellen mehr!