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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chaos im Kopf seit dem 30. Geburtstag!



Inaktiver User
12.09.2006, 13:45
Hallo zusammen,

ist es normal, dass frau nach ihrem 30. Geburtstag anfängt, sich Gedanken über ihr Leben zu machen, was sie will, was sie nicht will, ob der Mann der Richtige ist, ob sie Kinder will (war vorher nie ein Thema) ...

Ich hab gerade mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt (Trennung, neuer Job ...) und wollte man nachfragen, ob es noch mehr Frauen in meinem Alter mit solchen Gedanken, Situationen gibt ...

Danke schon mal für Eure Antworten!

Sandy

Laborschnecke
12.09.2006, 16:39
Also bei mir war das nicht so. Ich habe mit 30 eigentlich erst ein wichtiges Ziel erreicht und klar, jetzt kommen neue.
Aber eigentlich muß ich da nichts neu überdenken.

Ich kenne aber schon einen Fall: Sie war 30, verheiratet, fest im Job. Sie hat sich nach ihrem 30.Geburtstag von ihrem Mann getrennt und eine Promotion angefangen.
Ende vom Lied: Die zwei sind wieder zusammen und sie arbeitet wieder im alten Berufsfeld- ihre Promotion will sie aber noch zu ende führen.

Inaktiver User
13.09.2006, 17:31
Hallo, Sandy2005,

ich glaube, es ist ganz normal, sich um den 30. Geburtstag herum Gedanken zu machen und evtl. etwas Unbefriedigendes zu ändern. Ich bin Anfang März diesen Jahres 30 geworden und habe mich die Monate davor intensiv damit auseinandergesetzt, was das für mich bedeutet. Allerdings war das für mich auch so eine ganz starke Umbruchphase, denn ich habe innerhalb von nur 3 Monaten nicht nur meinen 30. Geburtstag gefeiert, sondern auch geheiratet und mein 1. Kind bekommen. Aber ich schätze, auch so ist der 30. Geburtstag für viele ein Meilenstein, um den herum man eben sein Leben überdenkt.

LG,
Lissana

lakritzbonbon
16.10.2006, 16:28
Hallo Sandy 2005,

bei mir kam das chaos im kopf schleichend und es begann um meinen 30. geburtstag herum. jetzt werde ich 34 und habe ein anstrengendes, sehr kopflastiges jahr hinter mir. ich habe bilanz gezogen und alle dinge, die mein leben ausmach(t)en unter die lupe genommen und von allen seiten beleuchtet. meinen job, meine partnerschaft, die stadt, die in der ich seit 4 jahren lebe, freundschaften und etlilches mehr. ich habe mich unendlich viel mit der kinderfrage beschäftigt, mich kurzzeitig von meinem langjährigen freund getrennt, von dem ich endlich mehr verbindlichkeit wollte und vor allem eine perspektive für die zukunft, gemeinsame vorstellungen, naja, spießige wünsche kamen da auf, ich hatte sehnsucht nach etwas anderem und konnte es aber auch nicht wirklich benennen.
das feiern und ausgehen hat mich nicht mehr befriedigt und ich habe mich des öfteren einfach fehl am platz gefühlt in clubs und auf after hours schon erst recht. .
es hat sich angefühlt, als hätte ich eine haut abgestreift, aber noch keine andere angezogen.

als eigentlich alles hätte wieder gut sein können (ich war wieder mit meinem freund zusammen, hatte meine eigene schöne wohnung, endlich genug platz für mich, einen job, der ok war, eine weiterbildung begonnen, um meine beruflichen perspektiven zu erweitern) war aber nichts gut..
mir war über monate fast täglich schwindelig, ich war bleimüde tagsüber und konnte nachts nicht schlafen. und dachte wie soll ich bloß den nächsten tag schaffen, wo ich sonst immer ein power-mensch war und alles mit links geschafft habe.
ich habe genug recherchiert, um zu wissen, dass es sich um eine depression gehandelt hat.
seit einigen tagen weiß ich, dass ich schwanger bin und siehe da, es fühlt sich ganz richtig an, ich habe eine ruhe und zufriedenheit, es geht mir super gut.

ich stelle mir schon die frage, warum ein (dachte ich) reflektierter mensch wie ich sich so verrückt macht, ich wollte unbedingt in die zukunft schauen und alles am besten schon von vorne herein kontrollieren, hatte selbstzweifel, ob ich denn einem kind gewachsen wäre etc.

auf die dauer sollte man (ich arbeite auch daran) natürlich sich immer wieder die frage stellen, bin ich zufrieden, dinge mutig ändern, aber auch die nötige gelassenheit und das vertrauen haben, dinge geschehen zu lassen, denn man kann nicht alles voraussehen – glücklicherweise.

irgendwo habe ich mal was von wegen „quarterlife-crisis“ gelesen und dachte „was ein quatsch“ und die biologische uhr habe ich auch als solchen abgetan. mittlerweile glaube ich, dass es beides gibt.

ich wünsche dir mut bei den entscheidungen, die du triffst. die handlungen sind dann sowieso richtig! Und schau dir mal das gedicht „stufen“ von hermann hesse an!

Lelle09
19.10.2006, 17:47
Ach ja, das mit dem Chaos im Kopf kenne ich!

Mit 30 war alles noch in Ordung, und plötzlich mit 31 wurde alles anders. Aber vielleicht hatte sich da ja schon was angebahnt.

Ich wollte alles ändern, und plötzlich habe ich gemerkt dass mein damaliger Partner nach 12 Jahren gemeinsamem Leben einfach nicht mehr mithielt mit meinem Elan und mit meinen Wünschen nach Änderung. Plötzlich hatte ich mich in eine ganz andere Richtung entwickelt.

Ich erlebte eine "neue" Jugend, ich ging aus, feierte bis in die Puppen und kleidete mich wieder jung anstatt klassisch. Die Veränderungen fingen an mit einem gründlichen Entrümpeln der Wohnung, und dann gings rund.

Das Endergebnis, jetzt 5 Jahre später:
- ich habe den Mann gewechselt
- bin 2 mal umgezogen
- habe mein Studium abgeschlossen und schon 1x den Arbeitsplatz gewechselt
- wünsche mir ein Baby, obwohl ich nach der Geburt meiner Tochter immer gesagt hatte, nie wieder

Einerseits bin ich teilweise ja ein ziemliches Risiko eingegangen mit meinen Handlungen, aber im Endeffekt, bin ich stolz das alles so konsequent durchgezogen zu haben. Ich konnte noch mals massiv was in meinem Leben ändern. Und ich habe das gemacht was für mich wichtig war. Denn wenn ich mich nicht darum kümmere dass es mir gut geht, macht das ja auch niemand anders. All das hat mir auch mehr Selbstvertrauen gegen, ich kann in meinem Leben noch Dinge ändern, obwohl ich nicht mehr 20 bin.

Diorella
28.10.2006, 10:38
Ja - das ist wohl normal. Habe ich schon oft gehört.
Als es bei mir soweit war (1994) dachte ich mir, nur ICH hätte das Problem. Je näher der 30igste rückte, um so schlimmer wurde es.
Ich habe mich damals von meinem langjährigen Freund getrennt (was ich nie bereut habe - hätte ich schon viel früher machen sollen) und habe endlich angefangen zu "leben". Mit meinem damaligen Partner kam ich mir vor wie mindestens 50. Nur noch daheim vor dem TV sitzen ab und zu mal essen gehen, wo man sich dann anschwieg. Auf Dauer stimmte das für mich nicht mehr und mir war klar, dass ich SO nicht weiterleben kann.
Für ihn brach eine Welt zusammen und ich weiss noch, als er zu mir sagte, "meinst du, nur weil du jetzt 30 wirst, musst du alles nochmals umkrempeln". Ja - ich musste es dringend umkrempeln und das war richtig, denn kaum war mein Partner aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, begann für mich das Leben - schön!! Daran denke ich noch gerne zurück. 4 Jahre später und nach vielen Lovern (ich hatte ja einiges nachzuholen) habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt und ich konnte mir nie vorstellen, dass eine Partnerschaft doch auch was Schönes sein kann und nicht nur Langeweile.
Ueber Kinder habe ich mir nie Gedanken gemacht - das war für mich bereits mit 20 klar, dass Kinder für mich nicht in Frage kommen. Das ist heute mit 42 noch so.
Meine Kollegin wird bald 30 und sie erzählte mir, sie würde irgendwie Bilanz ziehen und wie das denn bei mir so war. Habe sie beruhigt und ihr erklärt, dass dies ganz normal sei. Habe ihr gesagt, sie solle ruhig mit sich "abrechnen".
30 ist halt nun mal so ein Alter, wo man langsam erwachsen wird, oder?
LG
Diorella

tanimun
28.10.2006, 12:53
@Diorella:
Finde ich klasse, daß Du mit 30 noch mal neu angefangen hast und dann später auch noch einen netten Partner gefunden hast.
Bestimmt wurdest Du auch immer gefragt, ob Du nicht auch endlich Kinder willst!
Frage: Du bist jetzt 42, hört diese Fragerei eigentlich irgendwann mal auf? Oder muß ich mich darauf einstellen, bis 60 gefragt zu werden, ob ich nicht bald "gebäre"?
Wie war das bei Dir?
In meinem Alltag vermisse ich Frauen, die so mutig sind und daher an Altbekanntem festhalten.
Wenn ich weggehe, frage ich mich oft: "Wo sind denn eigentlich die Frauen im Alter von 30+????!!!!!
Muß man in dem Alter zu Hause sein? Damit jeder "denkt", man wäre "busy" und damit wichtig? Das muß doch der Grund sein!
Ich habe 2 Freundinnen in meinem Alter, alle anderen sind jünger oder deutlich älter!
Die Jahre zwischen 30 und 40 sind im Grunde voll gräßlich, wegen dieses ganzen Erwartungsdruckes, dem ich mich aber mittlerweile entziehe.
Die 20er haben mir besser gefallen!

sultan tanimun

Diorella
28.10.2006, 16:57
@tanimun:
Ja - das mit der Fragerei wegen Kindern ist schon so eine Sache.
Vor allem, da ich ja damals lange mit meinem Freund zusammen war. ABER irgendwann wurde es mir zu blöd und habe bei meinen Eltern mal mit der Faust auf den Tisch gehauen und das hat scheinbar gesessen. Ansonsten habe ich halt immer gesagt, Kinder seien nix für mich und fertig. Die blöden Blicke habe ich ignoriert.
Ich finde es nach wie vor traurig, dass sich frau rechtfertigen muss, wenn sie keine Kinder will. Umgekehrt gibt es das doch auch nicht ....
Ich empfehle also in deinem Fall, deinen Standpunkt klipp und klar zu vertreten und zwar immer wieder das Gleiche. Irgendwann ist Schluss.
Als ich meinen Eltern dann den Schwiegersohn (also meinen jetzigen Mann) präsentierte, fragten sie nie, was denn jetzt mit Kindern sei ....
Und ab Mitte 30 sollte das eh kein Thema mehr sein - Zug abgefahren ..... auch wenn man bestimmt bis 45 oder länger Kinder kriegen kann.
Thema Weggehen bzw. Daheimsitzen:
Also als ich noch regelmässig weggegangen bin (also bis etwa 35), fiel mir auch auf, dass die meisten entweder viel jünger waren oder die Damen traten im Pulk auf - nicht mein Fall. Ich war immer alleine unterwegs - scheinbar gibt es das eher selten.
Nein - in deinem Alter musst du auch nicht zuhause sein. Gönn` dir was und geniesse die Zeit - die Nacht gehört dir.
Die Jahre zwischen 30 und 40 sind die schönsten Jahre einer Frau - sie sind keineswegs grässlich. Du musst nur was draus machen.
Also: Raus aus der Höhle und rein in die Clubs / Bars und ran an die Boys. Die kommen dann schon von ganz alleine ..... *smile*
Schönes Weekend
Diorella

Inaktiver User
31.10.2006, 11:25
@tanimun:
Ja - das mit der Fragerei wegen Kindern ist schon so eine Sache.
Vor allem, da ich ja damals lange mit meinem Freund zusammen war. ABER irgendwann wurde es mir zu blöd und habe bei meinen Eltern mal mit der Faust auf den Tisch gehauen und das hat scheinbar gesessen. Ansonsten habe ich halt immer gesagt, Kinder seien nix für mich und fertig. Die blöden Blicke habe ich ignoriert.
Ich finde es nach wie vor traurig, dass sich frau rechtfertigen muss, wenn sie keine Kinder will. Umgekehrt gibt es das doch auch nicht ....
Ich empfehle also in deinem Fall, deinen Standpunkt klipp und klar zu vertreten und zwar immer wieder das Gleiche. Irgendwann ist Schluss.
Als ich meinen Eltern dann den Schwiegersohn (also meinen jetzigen Mann) präsentierte, fragten sie nie, was denn jetzt mit Kindern sei ....
Und ab Mitte 30 sollte das eh kein Thema mehr sein - Zug abgefahren ..... auch wenn man bestimmt bis 45 oder länger Kinder kriegen kann.
Thema Weggehen bzw. Daheimsitzen:
Also als ich noch regelmässig weggegangen bin (also bis etwa 35), fiel mir auch auf, dass die meisten entweder viel jünger waren oder die Damen traten im Pulk auf - nicht mein Fall. Ich war immer alleine unterwegs - scheinbar gibt es das eher selten.
Nein - in deinem Alter musst du auch nicht zuhause sein. Gönn` dir was und geniesse die Zeit - die Nacht gehört dir.
Die Jahre zwischen 30 und 40 sind die schönsten Jahre einer Frau - sie sind keineswegs grässlich. Du musst nur was draus machen.
Also: Raus aus der Höhle und rein in die Clubs / Bars und ran an die Boys. Die kommen dann schon von ganz alleine ..... *smile*
Schönes Weekend
Diorella


Diorella, von wegen der Entscheidung gegen Kinder, sprichst du mir perfekt aus dem Herzen.

@all:

Ich werde diesen November 32, bin noch in der Weiterbildung und habe noch berufliche Ziele. Kinder waren für mich nie ein Thema: als ich mit 22 beschloss, die Matura (Abi) nachzuholen und zu studieren, war das Thema "Kinder" für mich damals schon gestorben. Im "Hausfrau/Berufstätig" Thema hab ichs schon erwähnt: bei uns in der Schweiz (auch in Deutschland?) gibt es die wirklich interessanten Jobs nur Vollzeit. Also entweder guter, interessanter, spannender Job (keine Karriere) ODER Kinder. Ich hab mich schon sehr früh für Ersteres entschieden und meine Entscheidung steht bis heute. So bald es geht, möchte ich mich gerne sterilisieren lassen. Ich denke, für mich ist die Entscheidung gefallen, Zug abgefahren.

Als ich so gegen die 30 ging, vor einigen Jahren stellte sich ein anderes Phänomen ein: Ich hatte und habe nicht mehr so das Bedürfnis auszugehen, wie mit 20, so im Sinne von "Wilde Jugend ist vorbei". Das heisst nicht, dass man sich alt fühlt, sondern dass ich inzwischen halt nicht mehr jedes Wochenende in den Ausgang muss. Ab und zu ganz nett. Clubs sind eigentlich okay, aber wie Diorella erwähnt hat: die Leute sind dort im Schnitt 10 Jahre jünger als man selbst und die Musikrichtung, die zur Zeit "in" ist, entsprich sowieso nicht meinem persönlichen Geschmack. Man wird halt anspruchsvoller und geht nicht mehr an jede Party sondern man zieht die Qualität der Quantität vor :smirksmile:

Ich denke ab 30 setzt man nun mal andere Prioritäten im Leben.

Andererseits kenne ich auch über-30-Jährige, die schrecklich langweilig geworden sind: nur noch total auf Karriere und Job und sonst kein Leben.

londongirl2000
17.11.2006, 23:29
Also, ich bin kürzlich 37 geworden, und seit ich die "3" vorne habe, bin ich nicht mehr glücklich gewesen. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre, höre ich nur Sätze wie "Die Jahre ab 30 sind für mich die schönsten" etc. Ist bei mir leider auch gar nicht so. Ich glaube auch nicht, dass ich jemals zur Ruhe kommen werde. Ist das so wie Midlife-Crisis bei Männern um die 50?? Ich stelle alles in Frage, bekomme Torschlusspanik und möchte einfach nur ein anderes Leben wie das, das ich führe. Also ingesamt: 100% Unzufriedenheit. Ist sehr anstrengend. Eine Therapie hat mir nicht besonders geholfen. Ich würde auch mal gern wissen, ob sich das irgendwann mal gibt, ob man ruhiger wird.