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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Defekte Ware - Firma verweigert Rücknahme



Suburban_tribe
08.09.2006, 14:46
Meine erste schlechte Erfahrung mit ebay... vielleicht weiß hier jemand Rat?

Meine Tochter hat einen mp3Player bei ebay gekauft, der auch prompt geliefert wurde; allerdings defekt. Eine Telefonnummer gab es nicht - schon verdächtig bei einer Firma! -, nur eine Post- und Mailadresse. Meine Tochter reklamierte also per email beim Verkäufer und erhielt die Antwort, sie solle das Gerät zurückschicken.

Das hat sie auch getan, und zwar,wie in solchen Fällen üblich, unfrei, also ohne das Postporto zu zahlen. Die Firma hat die Annahme verweigert, die Post das Päckchen zu uns zurückgebracht und wir mußten schlappe 12 Euro für die Transportkosten zahlen - und haben den defekten mp3-Player wieder im Haus.

Dort bei der Firma anrufen geht wie gesagt nicht. Ich hätte schon gern zum Telefon gegriffen...! Was macht man jetzt am besten??

Inaktiver User
08.09.2006, 16:09
Warum hast du nicht auch die Annahme verweigert?

Suburban_tribe
08.09.2006, 21:07
warum? weil der mp3-player dann endgültig ins Eigentum der Post übergegangen wäre. Und somit wäre er komplett futsch und das schon bezahlte Geld ebenfalls. Nötigung nennt man sowas!

Inaktiver User
08.09.2006, 21:15
Und welche Idee hast du denn jetzt, an das Geld zu kommen? Das wird schwierig.

Ebayfan
09.09.2006, 00:10
Hallo!

Unfrei - das ist gar nicht üblich, wenn man über Ebay kauft. Viele Händler schließen das im Kleingedruckten ausdrücklich aus. Das erhöht doch nur unnötig die Versandkosten.

Natürlich ist ein defektes Gerät ärgerlich! Aber nicht nur für den Kunden, sondern auch für den Händler. Die ganze Umtauscherei ist für alle lästig und für den Händler auch noch teuer. Warum sollte er dann auch noch unnötige Versandkosten übernehmen?

Ich nehme auch keine unfreien Pakete meiner Kunden an. Deshalb solltest Du Deinem Händler den Player zurückschicken, aber auch das Porto bezahlen. Entweder er bezahlt Dir das Geld inkl. Porto zurück oder er ist ein Betrüger und zahlt gar nicht. Normalerweise kannst Du aber von einer korrekten Abwicklung ausgehen.

Auf unfreien Versand reagieren aber alle Händler, die das nicht extra angeben, ziemlich verärgert und schalten auf stur. Bedenke: Du willst etwas von ihm - er will das Teil doch gar nicht zurück. Das macht doch nur Arbeit!

Unfreier Versand wird meist von den Händlern (zähneknirschend) akzeptiert, die noch kein Geld vom Käufer bekommen haben - bei bereits bezahlter Ware hat doch kein Händler Interesse an einer Rückgabe.

Deshalb in Zukunft nur noch unfreien Versand bei ausdrücklicher Zustimmung des Händlers. Entweder es steht in seinen AGBs oder er stimmt per Mail vorher zu.

Viele Grüße

Anne

Hedwiga
09.09.2006, 22:17
Also...

mein AG verkauft auch über ebay. Und wir nehmen keine UNANGEMELDETE UNFREIE Pakete an. Ihr hättet das auch vorher abklären müssen.

Auch Verkäufer machen mit unfreien Paketen nämlich schlechte Erfahrung (meist nur einmal). Es kam nämlich schon vor, dass wir Werbung unfrei zugeschickt bekamen!!! Ab damals Annahme nur noch nach vorheriger Absprache.

Gruß

Meiner Vorrednerin muss ich aber noch etwas entgegenhalten. Ich glaube aus dem BGB-Unterricht in Erinnerung zu haben, dass der Händler verpflichtet ist, die Kosten des Versandes zu tragen. Er ist gesetzlich zu 2 Jahren Haftung verpflichtet und die Versandkosten sind da wohl mit abgedeckt (er hat ja auch über den Versand vom Verkauf profitiert). Und wenn ein Händler gegenüber einem Endverbraucher durch AGBs versucht, die per Gesetz garantierten Leistungen einzuschränken, dann gelten IN DIESEM PUNKT die AGBs nicht. So habe ich es in Erinnerung, bin jetzt aber zu müde, nochmal BGB zu wälzen.

Also: Eigentlich müsste der Händler die Kosten tragen, man muss das nur vorher abklären.

H.

Mr_McTailor
09.09.2006, 22:47
... und zwar,wie in solchen Fällen üblich, unfrei, also ohne das Postporto zu zahlen. Die Firma hat die Annahme verweigert...!

Es ist problematisch einseitig zu definieren, was "üblich" ist. Sowas bringt immer Probleme. Jetzt wißt ihr auch das.


Was macht man jetzt am besten??
Vernünftig reden mit den Leuten! Das bringt immer was. Wenn ihr keine TelNr sondern nur eine Addresse habt, dann eben schreiben - auch wenn das total altmodisch ist.

McT

Tabac
12.09.2006, 20:48
Meine Tochter reklamierte also per email beim Verkäufer und erhielt die Antwort, sie solle das Gerät zurückschicken.

Das hat sie auch getan, und zwar,wie in solchen Fällen üblich, unfrei, also ohne das Postporto zu zahlen. Die Firma hat die Annahme verweigert, die Post das Päckchen zu uns zurückgebracht und wir mußten schlappe 12 Euro für die Transportkosten zahlen - und haben den defekten mp3-Player wieder im Haus.


Wolltet ihr die Ware umtauschen oder zurückgeben, also vom Kaufvertrag zurücktreten?

Generell sollte man die Ware nicht unfrei zurückschicken. Entweder legt der Verkäufer einen Retourenschein bei oder er erstattet die Versandkosten. Näheres ist im BGH geregelt.

Achtung: Unterschreitet die gekaufte Ware einen bestimmten Wert, nämlich EUR 40.-, muß der Käufer bei Rücksendung immer die Rücksendekosten tragen.

Ebayfan
13.09.2006, 00:44
Nicht ganz. Wenn die Ware defekt ist, muss der Verkäufer alle Kosten erstatten. Die 40 Euro Klausel gilt auch nur, wenn sie im Kleingedruckten steht, aber wie gesagt, nur bei einwandfreier Ware.

Suburban_tribe
13.09.2006, 08:53
Tja... wir wollten den Player eigentlich umtauschen gegen einen funktionierenden, aber nach all dem Brassel bis jetzt wär mir eine Rückgabe ohne Wenn und Aber langsam lieber. Wir haben den Verkäufer inzwischen über email erreicht und er hat unsere Fragen hinsichtlich seiner Annahmeverweigerung etc. elegant ignoriert. Sein Standpunkt: das Gerät, wenn es defekt ist, zurückschicken - für nicht versicherte Päckchen würde keine Garantie übernommen - und ansonsten verweist er uns auf seine AGB. Die sind aber dort unwirksam, wo Bestimmungen des BGB sie aushebeln, ist das richtig?

Tabac
13.09.2006, 18:04
Nicht ganz. Wenn die Ware defekt ist, muss der Verkäufer alle Kosten erstatten. Die 40 Euro Klausel gilt auch nur, wenn sie im Kleingedruckten steht, aber wie gesagt, nur bei einwandfreier Ware.

Ja, der zweite Teil bezog sich auf die Rückgabe, nicht auf die Reklamation defekter Ware.

Suburban_tribe
04.10.2006, 10:50
Ein Update. Inzwischen habe ich das defekte Teil zum zweiten Mal zurückgeschickt, diesmal frankiert;(. Vom Verkäufer kam daraufhin eine Mail des Inhalts, der mp3-Player sei überhaupt nicht kaputt; mit einer anderen, neuen Batterie funktioniere er einwandfrei. Wir sollten 4 Euro 90 Versandgebühren überweisen und würden ihn dann zugeschickt bekommen.

IST DAS OK?????

Zum einen hatten wir es zuhause natürlich auch zuerst mit einer anderen Batterie probiert, und das Teil hat trotzdem nicht funktioniert. Zum anderen gehört die Batterie ja zum Lieferumfang - das wurde ausdrücklich so vom Verkäufer formuliert - und dann war die Ware eben doch mangelhaft. Oder?

Ich hätte inzwischen nicht übel Lust, einen Anwalt einzuschalten, nur der Gedanke, daß es sich ja immer noch um vergleichsweise geringe Beträge handelt, hält mich zurück...

Ebayfan
04.10.2006, 17:41
Finde ich nicht o.k.. Wenn es seine Batterie war, ist die Ware nicht funktionstüchtig. Also muss er die Versandkosten übernehmen.

Vermutlich will er den Player unauffällig austauschen, aber Dir die Versandkosten aufhalsen. Ziemlich unfair. Aber was willst Du machen, wenn Du wegen des niedrigen Preises keinen Anwalt einschalten willst?

Du kannst höchstens noch mit weiteren Schritten per Mail drohen und ihn auffordern, Dir das Geld komplett zurückzuerstatten oder Dir den Player versandkostenfrei zu schicken.

Vermutlich ist er noch wegen des unfreien Versands angepisst. Du bist ihm lästig und deshalb macht er Dir das Leben so schwer wie möglich. Verständlich, aber nicht o.k..