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Iris73
26.01.2013, 09:31
Liebes Forum,

ich lebe in einer Kleinstadt, in der ich alles mit dem Fahrrad problemlos erreichen kann, Besuche in andere Städte erledige ich mit dem Zug und bin die letzten 15 Jahre "gut damit gefahren".
Ich brauche faktisch ein Auto nicht - es würde hier stehen und es wäre somit ein Luxus für mich.

In absoluten Notfällen konnte ich mir 1 x alle 3 Monate einen Wagen für kurze Zeit ausleihen

Nun spiele ich - ab 40 - langsam mit dem Gedanken mir doch einen Kleinwagen zuzulegen,
aus folgenden Gründen:

- Freiheit (ich kann endlich mal meinen Radius ausdehnen - d.h. auch mal zu dem schwedischen Möbelhaus rausfahren, und nicht warten, bis ich mir mal ein Auto ausleihen kann)
kritische Stimme: aber brauche ich das wirklich ? um mehr zu shoppen ?

- Karriereplanung: wenn ich weiterkommen möchte, kann ich nicht mehr im Kostümchen zur Arbeit radeln.
Aber: ich möchte mir einfach schickere Kleidung, gute Anzüge gönnen - und auf dem Fahrrad leidet diese eher.


Contra:
- Kosten - die nicht unbedingt NOT-wendig sind:

Ich habe folgendermassen gerechnet:

- z.B. Anschaffung eines Neuwagens - http://www.kia.de/-/media/DE/Content%20pages/Content%20page/In-page%20imagery/Testberichte/Testbericht_Picanto_Header.jpg?w=640

- monatliche Rate : 85 Euro
- Benzinverbrauch bei 5 l/km : pro Monat 200 km = 15 Euro

Welche Zusatzkosten kämen noch auf mich zu
und wie kann ich das als monatlichen Sockel rechnen ?

- Versicherungen = Vollkasko ?
- Steuern = ?


Eine weitere Überlegung wäre, in 1-2 Jahren einen Firmenwagen zu "er-handeln"
- da wären 1 % meines Bruttogehaltes fällig.
Aber das müsste ich mir wirklich "erkämpfen" solch einen Firmenwagen.

Ich bin also total unschlüssig und würde mich freuen, durch den Austausch mit Euch eine Entscheidungshilfe zu erhalten, denn es kribbelt schon ein bisschen in meinem Bauch - wenn ich daran denke, dass ich mich einfach ins Auto steigen könnte, um loszufahren.
(Wenn ich wiederum an den aggressiven Fahrstil, den Stau´s denke, sehne ich mich wieder nach meinem Fahrrad ;-)

Nocturna
26.01.2013, 11:11
Ich empfehle dir im Web nach Kostenrechner Auto oder ähnlichen Suchbegriffen zu googeln, damit du einen ungeschönten Überblick über die tatsächlichen Kosten erhältst.

Mit der Anschaffung allein ist es nicht getan, wenn du einmal ein Auto hast wirst du auch weiterhin ein Auto fahren wollen, insofern ist der Wertverlust ein Thema. Falls du den Benzinverbrauch aus dem Prospekt haben solltest, wäre ich skeptisch, die sind alle geschönt. Dein Auto kostet Unterhalt in Form von Kundendienst und es fallen natürlich Kosten für Verschleißteile an wie Motoröl, Reifen und ähnliches. Wenn du dein Auto länger halten willst, hast du Reparaturen wie Auspuff, Bremsen, sonstiges.

Alles in allem, ein erster Überblick im Web zeigt heruntergerechnet monatliche Kosten von 363 Euro, beim ADAC bei einer jährlichen Laufleistung von 15000 Euro und einer Haltedauer von 48 Monaten. Auto Motor Sport sagt 248 Euro ohne Wertverlust und 348 Euro mit Wertverlust, liegt also nicht weit vom ADAC entfernt.

Darauf solltest du dich einstellen, alles andere ist eine Milchmädchenrechnung.

Zitronengras
26.01.2013, 11:44
Ich habe Zeit meines Lebens nie ein Auto besessen, jetzt wurde es notwendig (beruflich). Wäre zwar auch mit dme Bus machbar gewesen, hätte aber deutlich Aufwand bedeutet, zudem muss ich öfters auch mal Materialien mitnehmen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so schnell dran gewöhnen würde. Jetzt wieder auf die Öffentlichen umsteigen fände ich sehr schwer. Ich habe günstig einen kleinen Gebrauchten gekauft.

Bei uns in der Stadt gibts aber auch so einen Car-Sharing Anbieter, vielleicht wäre das was für Dich? Wenn Du das Auto nicht so oft brauchst, kommst Du damit sicher billiger weg.

skirbifax
26.01.2013, 11:49
Wenn es regnet oder jetzt im Winter bei Schnee und Kälte - wie kommst du dann in die Arbeit? Auch Rad? Oder gibt es öffentliche Verkehrsmittel, die du dann benutzt?

Wenn man gar nicht Auto fährt und dadurch viel Geld spart, könnte man auch hin und wieder Taxi fahren. Ausgehend von den von Nocturna genannten 363 EUR kannst du oft Taxi fahren. Da wäre hin und wieder eine Fahrt zum Möbelschweden oder vom Großeinkauf nach Hause locker drin.

Bae
26.01.2013, 12:00
kritische Stimme: aber brauche ich das wirklich ? um mehr zu shoppen ?


Die Frage ist ja nicht nur, ob du das Auto BRAUCHST, sondern: WILLST du eins?

Ein Auto wollen kann man ja auch aus ganz frivolen Gründen, eben wie: Spass, Shoppen, in der Gegend rumkurven nur weil mans kann, auf dem Arbeitsweg lauthals singen ohne dass es jemanden stört...

... und dann rechne mal, ob du frohen Herzens die 300-400 Euronen monatlich dafür bezahlten willst.

dem innern Kritiker sei gesagt: Leben ist nicht nur Vernunft. Leben soll vor allem Spass machen. Die Vernunft soll lediglich Auswüchse begrenzen, also dafür sorgen, dass dein Budget eingehalten wird und du dich nicht langfristig ruinierst für ein kurzfristiges Vergnügen.

grüsse, barbara

Inaktiver User
26.01.2013, 12:08
Ich hab kein Auto. Hatte noch nie eines und wollte nie eines. Mir macht Auto fahren auch keinen Spaß.

Ich wohne so, dass ich alles zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Als Single kann man seinen Wocheneinkauf problemlos im Rucksack transportieren. Ich pendele mit dem Zug zur Arbeit (lange Strecke), dafür habe ich eine BahnCard 100, die ich auch privat ausgiebig nutze.

Wenn ich mal irgendwas Großes transportieren muss oder zum Möbelhaus will, frage ich Freunde (und revanchiere mich auf anderem Weg). Kommt ja auch nicht ständig vor, notfalls würde ich mir auch mal ein Taxi für den Großeinkauf gönnen. :smirksmile:

Nocturna
26.01.2013, 12:51
Die Frage ist ja nicht nur, ob du das Auto BRAUCHST, sondern: WILLST du eins?

Bae hat in einem Satz alles wesentliche verpackt. Sehr viele Leute fahren Auto, die es nicht bräuchten, aber wollen.

Wenn man unschlüssig in der Mitte hängt und es am Geld festmachen will, ob man sich so eine Dauerbespaßung leisten will, dann gibt es kostengünstigere Varianten.

Bei deiner geringen Laufleistung wäre ein Neuwagen völliger Käse. Es gibt Tageszulassungen oder Vorführwägen von Autohäusern, wo man gleich mal bei der Neuanschaffung kräftig sparen kann. Für dich käme auch ein scheckheftgepflegter Gebrauchter mit Garantie vom Autohaus infrage, da sparst du locker ein paar Tausend.

Je länger, du ein Auto hältst umso günstiger wird die Sache, vorausgesetzt man hat eine Automarke, die nicht für Dauerreparaturen bekannt ist. Rein theoretisch könntest du dir ein 4 oder 5 Jahre altes Auto mit 40-50000 Kilometer günstig kaufen und das bei deiner geringen Laufleistung fahren bis es zusammenbricht, was locker erst in 10 Jahren der Fall sein kann.

Cariad
26.01.2013, 13:35
- monatliche Rate : 85 Euro


Das meiste ist schon gesagt, darum nur dazu: Ein Auto auf Raten zu kaufen, ist nicht sinnvoll. Dem Kredit steht kein Wert gegenüber, denn das Auto verliert viel schneller an Wert, als der Kredit abgezahlt wird. Setzt du das Auto in den Graben, wirst du den Kredit weiter zahlen müssen, während du u.U. schon wieder das nächste Auto brauchst. Selbst wenn die Autohändler sehr günstige Konditionen anbieten, kann man bei Sofortzahlung immer noch ein paar Prozentpunkte Rabatt mehr raushandeln.

Wenn du das Auto nicht sofort brauchst, spar an, bis du es komplett zahlen kannst.

Grüße, Cariad

Inaktiver User
26.01.2013, 13:40
Ein Auto auf Raten zu kaufen, ist nicht sinnvoll. Dem Kredit steht kein Wert gegenüber, denn das Auto verliert viel schneller an Wert, als der Kredit abgezahlt wird. Setzt du das Auto in den Graben, wirst du den Kredit weiter zahlen müssen, während du u.U. schon wieder das nächste Auto brauchst.
Cariad, dafür gibt es die Vollkasko - die man i.d.R. bei einem Neuwagen auch abschließt.

Blondine
26.01.2013, 14:04
also ich wollte auf meines nicht mehr verzichten .. ich finde, so ein Auto garantiert einen ein echtes Plus an Lebensqualität.

Ich organsiere mein Leben mit Auto viel einfacher, kraft- und zeitsparender.
Ich würde wirklich auf vieles andere weniger Wert legen, als auf mein Auto.
Selbst wenn es Luxus ist . das wäre nichtd er Luxus uf den ich verzichten wollte.

Es vereinfacht wirklich so vieles.

Es ist Januar .. Eiszeit .. ich sehne ich weder nach Rad noch nach den öffentlichen Verkerhsmitteln.



vielleicht möchtest du ja erstmal ein auto leasen ... Ein Leasingvertrag wäre für Dich auch denkbar und evtl sogar optimal.
Gruß, B.

Cariad
26.01.2013, 14:07
Cariad, dafür gibt es die Vollkasko - die man i.d.R. bei einem Neuwagen auch abschließt.

Zum einen zahlt die nicht bei grober Fahrlässigkeit - was eine "überfahrene" Ampel oder auch überhöhte Geschwindigkeit sein kann - , zum anderen läuft der Kredit meist länger, als eine Vollkasko wirtschaftlich sinnvoll ist.

Nocturna
26.01.2013, 16:28
Ich organsiere mein Leben mit Auto viel einfacher, kraft- und zeitsparender.

Blondine, korrigiere mich, aber du bist Mutter von vier (?) Kindern. Im Leben nicht käme ich da auf den Gedanken alles mit den Öffentlichen oder mit dem Fahrrad zu stemmen. Du darfst Auto fahren, mit meiner höchstpersönlichen Genehmigung. :smirksmile:

wildwusel
26.01.2013, 19:42
Nach meiner Erfahrung werden zwei Sachen gerne übersehen:

1. Wenn ein Auto da ist, wird es auch benutzt. Auf einmal ist das Wetter viel schlechter, die Einkäufe viel sperriger, und die Klamotten viel weniger fahrradtauglich als es einem ohne Auto erschien.

2. Finanziell ist immer die Abschreibung mit zu berücksichtigen. Nach dem Kauf ist vor dem Kauf.

Ich halte mir einen Opel Astra Caravan (Benziner), der wird im Alter von 4 Jahren für etwa 10 T Euro gekauft, fährt etwa 8T km im Jahr, und ist im Alter von 12 Jahren am Ende.
Die Ansparrate für den Nachfolger ist also 100 Euro im Monat.
Steuer, Haftpflicht (35%) und Teilkasko/Schutzbrief sind etwa 35 Euro im Monat.
Reparaturen, Ersatzteile, Reifenwechsel, Inspektion und TÜV schlagen nochmal mit ca. 80 Euro im Monat zu Buche (Das schwankt stark. Letztes Jahr brauchte ich neue Reifen, da war's deutlich mehr).
Benzin, bei 7 Liter Verbrauch und 1,60 pro Liter, kommt auf etwa 75 Euro.
Parkgebühren mitteln sich so auf 10 Euro im Monat.

Monatliche Gesamtkosten für einen Gebrauchten der Kompaktklasse also 100+35+80+75+10=300 Euro.
Die Abschätzung, daß ein Golf und eine BahnCard 100 sich nicht viel geben in Sachen Kosten trifft es m.E. ziemlich genau.

Zur Arbeit fahre ich wenn's irgendwie geht mit Öffis oder mit dem Rad, weil ich dann halbwegs entspannt zuhause ankomme. Wenn ich Autofahre, bin ich beim zuhause ankommen mental noch genau so auf 180 wie in dem Moment, wo ich den Rechner runtergefahren habe. Shoppen in die nächste Stadt mache ich auch lieber mit den Rad, weil mich sonst die Parkplatzsuche in den Wahnsinn treibt.

Entchen
26.01.2013, 21:09
Wir wohnen in einer recht großen stadt, mit guter öpnv-anbindung und fußläufig zur arbeit.

Auto ist also eigentlich nicht nötig, aber ein schöner luxusartikel. Es macht das einkaufen leichter und beruhigt mich (mit auto kommt man nachts einfacher in krankenhäuser, wenn mal was ist...)

Allerdings ist unserer kein neuwagen mehr. Wir haben ihn (16 jahre alt und top in schuss) für einen schnäppchenpreis geschossen. Laufende kosten: 25 euro versicherung (haftpflicht und tk) pro monat, 90 euro steuern im jahr oder so. Verschleiß etc rechne ich jetzt nicht ein; kleinere reparaturen können so gezahlt werden.

Niemals würde ich für das bisschen, was wir fahren, einen neuwagen auf raten kaufen. Ein gepflegter gebrauchter tuts auch! Vielleicht ist das ja auch für dich eine überlegung wert?

JUST_4_FUN
27.01.2013, 13:08
Hallo,

hast du schon mal an Carsharing gedacht? Damit ist man relativ flexibel und so etwas gibt es auch in Kleinstädten. Ich nutze z.B. seit kurzem car2go wenn ich dann mal ein Auto brauche, das System ist extrem flexibel und die Autos (leider nur Smarts) findet man wirklich in der gesamten Stadt.

Inaktiver User
27.01.2013, 14:30
Ich lebe super ohne Auto. Bin froh, dass ich keins hab. Ich wüsste gar nicht, wo ich hin fahren sollte. Im Umkreis von 12 Minuten bin ich in allen wichtigen Geschäften. Ikea lass ich mir bringen. Die schleppen mir alles hoch. Andere Dinge lass ich mir auch schon mal bringen. Meist versandkostenfrei. Der Rest ist Sport. Gut für die Figur. Die Frage ist: fühlst du dich mit nem Auto freier? Oder: ohne?

qhrusty
28.01.2013, 22:24
Eine interessante Diskussion, ich kann mir ein Leben ohne Auto kaum vorstellen, wir haben aber auch immer außerhalb von Ortschaften gewohnt. Ich hatte aber schon öfters darüber nachgedacht, wie es wäre, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, man hätte somit direkt ein regelmäßiges Fitnessprogramm gehabt.
Leider hat das zeitlich nie geklappt und wenn es zeitlich gepasst hätte, hat es draußen geregnet oder geschneit.

Somit bin ich meinem Auto treu geblieben.

Blondine
29.01.2013, 10:22
Blondine, korrigiere mich, aber du bist Mutter von vier (?) Kindern. Im Leben nicht käme ich da auf den Gedanken alles mit den Öffentlichen oder mit dem Fahrrad zu stemmen. Du darfst Auto fahren, mit meiner höchstpersönlichen Genehmigung. :smirksmile:

nein, da muß ich dich nicht korrigieren.das ist so.

.. aber auch in meiner jugend... als ich noch alleine und single war

ich hab meine Auto immer intensiv genutzt. Ohne Auto - voll aufgeschmissen. bei mir stimmte das eigentlich immer.

Gruß, B.

Beazaubernd
29.01.2013, 12:14
Ich brauche kein Auto ...habe meinen eigenen Fahrer + Auto ..;-)

Iris73
29.01.2013, 12:39
hallo nocturna und blondine:
ich glaube, ihr redet an einander vorbei - kann das sein ?

@all:
herzlichen Dank, ich bin jeztt wirklich einen Schritt weiter
und werde das Geld definitiv weiter sparen die nächsten 2-3 Jahre,
für mein Ziel Eigentumswohnung.
Das ist mir wichtiger.

Dann kann ich das Thema nocheinmal neu angehen.
Carsharing ist auch eine Überlegung von mir gewesen: habe mich hier nochmals neu informiert und finde das mittlerweile doch eine passende Lösung.
Herzlichen Dank allen und gerne weiter diskutieren ...........

wildwusel
29.01.2013, 14:02
Hallo Iris,

wegen dem radeln zur Arbeit, hast du vielleicht in der Arbeit die Möglichkeit, dich umzuziehen?

Bei uns ist das "ich komme mit dem Rad zur Arbeit!" tatsächlich ein Prunkgefieder, etwas, mit dem man zeigt, man ist fit, beharrlich und einsatzfähig. Das bringt eine Art von Anerkennung, die der Karriere durchaus nützt.

Und für die Gesamtkosten eines Autos kannst du wirklich mit dem Taxi zum Shoppen fahren und hast noch Geld für ein Paar Schuhe übrig! :smile:

Horus
29.01.2013, 18:53
Bei uns ist das "ich komme mit dem Rad zur Arbeit!" tatsächlich ein Prunkgefieder, etwas, mit dem man zeigt, man ist fit, beharrlich und einsatzfähig.

Kenn ich - das ist mein Markenzeichen, das ich bewusst pflege. :freches grinsen:
Die Tatsache, dass ich bei jedem Wetter, ausser bei Glatteis, mit dem Velo daherkurve, hat mir bei meinem Job - der durchaus auf einer höheren Karrierestufe angesiedelt ist - noch nie geschadet. Mir persönlich ist es auch egal, wenn ich zwischendurch mal in klobigeren Schuhen in einer hochoffiziellen Sitzung sitze - meine Kompetenz wird dadurch ja nicht geschmälert und das wissen die anderen so gut wie ich selbst.

Ich habs mal ausgerecht - für das Geld, das ich jährlich spare, indem ich mir kein eigenes Auto halte, kann ich mir ein Jahres-Generalabonnement für das gesamte ÖV-Netz der Schweiz PLUS eine Mitgliedschaft beim CarSharing (mit regelmässiger Nutzung der Autos) PLUS diverse Taxifahren leisten und es bleibt dabei immer noch was übrig.
Ganz zu schweigen von den Nerven und der Zeit, die ich spare. (Okay, in der Schweiz ist die Situation wohl ein wenig anders, hier sind die ÖV so gut ausgebaut, dass man erstens wirklich überallhin kommt - und wenn mal doch nicht, gibts, wie gesagt, CarSharing - und zweitens oft schneller oder zumindest nicht langsamer ist als mit dem PW). In der Stadt gibt es sowieso nichts Effizienteres als das Velo.

Michaelo
30.01.2013, 10:37
Ich habe letztens die gleiche Rechnung gemacht und mir ist aufgefallen, dass bei den steigenden Nahverkehrskosten mittlerweile ein kleines Auto wieder lohnend ist, sogar ein Neuwagen rechnet sich auf 5 Jahre, angenommen die Nahverkehrspreise steigen weiterhin so ... Ich werde mir jetzt einen Wagen zulegen. Nutzt ja nichts.

wildwusel
30.01.2013, 23:42
Ich habe letztens die gleiche Rechnung gemacht und mir ist aufgefallen, dass bei den steigenden Nahverkehrskosten mittlerweile ein kleines Auto wieder lohnend ist, sogar ein Neuwagen rechnet sich auf 5 Jahre, angenommen die Nahverkehrspreise steigen weiterhin so ... Ich werde mir jetzt einen Wagen zulegen. Nutzt ja nichts.

Hängt wohl davon ab, wo man wohnt, und wie weit man pendelt. Für mich wäre eine Monatskarte wesentlich günstiger als ein Auto, aber da ich ohnehin ein Auto unterhalte und Benzin nur ein recht geringer Anteil der Kosten ist, kommt das auf 0 raus. (Monatsticket: 5 Euro pro Arbeitstag, Benzin: 5 Euro pro hin-und-zurück.) Der Vorteil beim Nicht-Monatsticket ist, daß jeder Tag, den ich mit dem Rad fahre, Gewinn ist.

bibi_m
03.02.2013, 08:14
So ein Auto ist schon was schönes. Einfach mal von A nach B kommen ohne auf den Busfahrplan zu schauen...ich erinnere mich noch :-)
Ist natürlich eine Kostensache. Auch wenn du wenig fährst hast du die Versicherung und alles zu zahlen. Letztendlich musst du entscheiden

silberdistli
03.02.2013, 08:57
Bei uns in der Stadt gibts aber auch so einen Car-Sharing Anbieter, vielleicht wäre das was für Dich? Wenn Du das Auto nicht so oft brauchst, kommst Du damit sicher billiger weg.

Liebe TE-Eröffnerin,

Du denkst viel zu kompliziert. Oder hast Du in Deinem Freundes-kreis nur Leute, die aufs Auto verzichten?

Ich mach es erstmal so: Ich mache eine Sightseeing-Tour, in ein Möbelhaus meiner Wahl. Priorität, was brauche ich am dringendsten? Bei der Besichtigung wandern schon einmal Dekoartikel in meinen Rücksack, oder was auch immer.

Also nie alles auf einmal anpacken.

GLG

Linanu
18.02.2013, 13:28
Also, ich kann dir sagen, dass ich ein Auto vor allem fürs Einkaufen brauche. Da ist es schon praktisch sein, nicht immer zu Fuß oder mit den Öffentlichen fahren zu müssen. Aber man muss es natürlich absolut durchrechnen, ob sich das finanziell realisieren lässt.

skirbifax
18.02.2013, 14:18
Also, ich kann dir sagen, dass ich ein Auto vor allem fürs Einkaufen brauche. Da ist es schon praktisch sein, nicht immer zu Fuß oder mit den Öffentlichen fahren zu müssen. Aber man muss es natürlich absolut durchrechnen, ob sich das finanziell realisieren lässt.

Da kann man dann aber auch mit dem Taxi nach Hause fahren. Dann wird ein Teil des eingesparten Geldes weil man kein Auto hat, gezielt so eingesetzt, wie man ein Auto braucht.

Nocturna
18.02.2013, 19:45
Ich habe kürzlich von einer sehr interessanten Studie (Jahresband Autofahren in Deutschland – Motorpresse Verlag) gelesen, die besagt, dass die Deutschen fürs Autofahren im Alter zwischen 18. und 72. Geburtstag sage und schreibe 332.000 Euro ausgeben!

116.900 Euro für die Anschaffung von gebrauchten oder neuen Fahrzeugen, 58.100 für Steuer und Versicherung, 78.900 für Kraftstoff sind die größeren Posten. Es kommen kleinere Ausgaben hinzu wie Miete oder Kauf von Garagen mit 20.300 Euro, Waschen und Pflegen 16.900 Euro, Verschleißteile und Reifen 15.200 Euro, Wartung und Ölwechsel 13.000 Euro, sonstige Nebenausgaben mit 12.700 Euro.

Jetzt werden die meisten sicher zu Recht bemerken, dass ihr Auto billiger kommt, weil dieses und jenes bei ihnen ganz anders ist, aber ich finde so eine Lifetime-Aufstellung aller Kosten trotzdem beeindruckend. Autofahren kostet definitiv mehr als Anschaffung, Versicherung und ein bisserl Sprit, bloß das verdrängen die meisten.

Inaktiver User
18.02.2013, 21:17
Bis vor kurzem war ich absolute Autoverweigerin. Bin in der Großstadt aufgewachsen und habe immer zentral gewohnt, da kam einfach nie das Bedürfnis nach einem Auto auf, eher im Gegenteil, fahren in der Großstadt ist eigentlich stressiger als Öffis nehmen.

Jetzt bin ich eine rech ländlich geprägte, kleinere Stadt gezogen. Nach einem halben Jahr tapfer Fahrrad und Bus fahren habe ich mir schließlich doch ein Auto angeschafft. Und möchte es nicht mehr missen.
Für mich ist das einfach ein erheblicher Zugewinn an Freiheit. Und: es macht wider Erwarten Spaß :freches grinsen:.

Rein kostenmäßig kommt es mich garantiert teurer, als Öffis + ab und zu Taxi. Und wenn ich einen finanziellen Engpass hätte, würde ich vielleicht darüber nachdenken, es abzuschaffen. Aber solange ich es mir leisten kann, gönne ich mir den Luxus.

Würde mir aber nie einen Neuwagen kaufen. Ich habe mir einen gebrauchten, funktionalen Kleinwagen gekauft, der auch noch halbwegs wertstabil ist (also solange ich ihn nicht den Graben fahre natürlich).

Lujanaso
19.02.2013, 09:10
Zum Einkaufen ist das Auto ein großer Vorteil, da ich keine Lust hätte meine Getränkekisten durch die halbe Stadt zu schleppen.
Zur Arbeit komme ich mit Bus und Bahn.

susisusasusu
19.02.2013, 10:12
Erstmal Respekt dass du es so lange ohne Auto ausgehalten hast :)
Ich wohne jetzt in einer Großstadt und benötige hier wirklich kein Auto.. alles kann zur Fuß, mit dem Rad oder der Bahn erledigt werden.. hier wäre es mir auch zu stressig wegen Verkehr und Parkplatzsituation.
Ich habe allerdings auch lange in einer Kleinstadt gewohnt und wäre hier ohne Auto verrückt geworden. Klar ein Contra Punkt sind immer die Kosten aber hier gibt es ja Autos die im Unterhalt günstig sind.

Iris73
19.02.2013, 10:18
Hallo an alle, vielen Dank für Eure Beiträge.

Am meisten hat mich der Beitrag von Wildwusel angesprochen: "Prunkfedern und so " :-)
das war für mich ein total neuer Blickwinkel auf mein Thema "Businessfrau (= keine Führungsposition, aber auf dem Weg dorthin) kommt mit Rad zur Arbeit" :-)
Natürlich kann ich dann schlecht im Kostümchen fahren, aber das ist hier in dieser Branche keineswegs zwingend notwendig.
Bisher konnte ich auch in Röcken dank eines hohen Elasthananteils fahren. Nur muss natürlich beim Kleiderkauf dies immer berücksichtigt werden. Bin ein sportlicher Typ mit femininen Kurven, und muss daher den Spagat wagen, nicht zu sportlich, und trotzdem noch feminin (das sind Probleme ! :-)

Es ist in der Tat so, dass ich dadurch meine innere Einstellung geändert habe und mittlerweile eher stolz bin, dass ich egal welches Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit komme, bin im übrigen damit auch die einzige.
Ansonsten möchte ich die übrigen Fahrten (IKEA / Baumarkt / Dorf-Besuche) mit "carsharing" lösen- da bin ich noch in Prüfung. Das würde wohl für die nächsten 2 Jahre mein Modell sein. In 3-4 Jahren denke ich nocheinmal neu über das Thema nach - ev. ist dann ein Firmenwagen auch eine Möglichkeit, mal schauen.

Bitte gerne weiter diskutieren.

Meatloaf
19.02.2013, 11:07
Wenn uns die Bushaltestelle vor der Tür oder der 10 Minuten entfernte Hauptbahnhof nicht oder nur sehr umständlich dahin bringt, wo wir hin möchten, was so 2-3 mal im Jahr vorkommt, ist auch ein Mietwagen eine Alternative...Kostenpunkt Kleinwagen mit Vollkasko Freitag bis Montag um die 100,- €. :knicks:

wildwusel
20.02.2013, 10:48
Ich habe kürzlich von einer sehr interessanten Studie (Jahresband Autofahren in Deutschland – Motorpresse Verlag) gelesen, die besagt, dass die Deutschen fürs Autofahren im Alter zwischen 18. und 72. Geburtstag sage und schreibe 332.000 Euro ausgeben!.

*Taschenrechner zück*. Hm. Komme auf knapp 190.000, wenn ich die Gesamtkosten der letzten 10 Jahre auf 54 Jahre hochrechne und die Kosten für den Führerschein und den Kaufpreis für den Stellplatz draufaddiere. Fahre allerdings eher wenig, und eher günstige Wagen. Trotzdem eine Menge Asche.

Mocca
20.02.2013, 16:10
Viele User haben ja schon angemerkt, sie bräuchten ein Auto schon wegen der Einkäufe. Das kann ich nicht so stehen lassen!
Schon zu Zeiten, als ich noch eine fünfköpfige Familie zu versorgen hatte, habe ich den Großteil der Einkäufe mit dem Rad erledigt (Satteltaschen und zusätzlich noch ein Rucksack reichten eigentlich immer). Im Prinzip war das Auto nur für Fahrten zum Getränkemarkt notwendig, strenggenommen hätte man aber auch darauf noch verzichten können, wenn die Familie sich auf Tee (warm und kalt) sowie auf Leitungswasser beschränkt hätte.
Dann kamen noch mal viereinhalb Jahre, in denen ich mit der Tochter zusammen lebte, und in denen ich kein Auto hatte. Einkäufe habe ich in dieser Zeit ausschließlich per Rad erledigt, wobei es zugegebenermaßen eeetwas schwierig war, ein Stück Arbeitsplatte von knapp eineinhalb Metern Länge mit dem Rad zu transportieren :smirksmile::knatsch:, Fahrten zu Ikea waren natürlich nicht drin bzw. konnten nur erledigt werden, wenn ich mir entweder ein Auto leihen konnte oder Bekannte mich gefahren haben.

Ich möchte damit auch nur sagen, dass es nicht völlig unmöglich ist, Einkäufe per Rad zu erledigen, auch wenn es zeitaufwändiger und unbequemer ist als mit dem Auto.

skirbifax
20.02.2013, 16:42
Einkäufe habe ich in dieser Zeit ausschließlich per Rad erledigt, wobei es zugegebenermaßen eeetwas schwierig war, ein Stück Arbeitsplatte von knapp eineinhalb Metern Länge mit dem Rad zu transportieren :smirksmile::knatsch:, Fahrten zu Ikea waren natürlich nicht drin bzw. konnten nur erledigt werden, wenn ich mir entweder ein Auto leihen konnte oder Bekannte mich gefahren haben.

Es geht ja in meinen Augen auch nicht darum "ich darf niemals nicht Auto fahren". Sondern einfach die Kosten-Nutzen-Analyse, ob man ein teures Auto rumstehen lassen soll, das jeden Tag Geld kostet, wenn man es nur zu besonderen Gelegenheiten braucht. Und dann gibt es mehrere Möglichkeiten, sich nur dann, wenn ein Auto notwendig ist, ein Auto zu genehmigen: Taxi, Carsharing, Mietwagen oder nette Nachbarn oder Freunde

Hanna200
16.07.2013, 10:00
Ich lebe auf dem Land und habe dort auch kein Auto. Ich komme damit eigentlich ganz gut klar, aber hin und wieder nervt es schon ein wenig. In der Stadt könnte ich ohne große Probleme komplett auf ein Auto verzichten.

petitnicolas
16.07.2013, 21:48
Bis vor kurzem war ich absolute Autoverweigerin. Bin in der Großstadt aufgewachsen und habe immer zentral gewohnt, da kam einfach nie das Bedürfnis nach einem Auto auf, eher im Gegenteil, fahren in der Großstadt ist eigentlich stressiger als Öffis nehmen.

Jetzt bin ich eine rech ländlich geprägte, kleinere Stadt gezogen. Nach einem halben Jahr tapfer Fahrrad und Bus fahren habe ich mir schließlich doch ein Auto angeschafft. Und möchte es nicht mehr missen.
Für mich ist das einfach ein erheblicher Zugewinn an Freiheit. Und: es macht wider Erwarten Spaß :freches grinsen:.

Im Freundeskreis meiner Altersklasse (so Ende 40) in der Großstadt gibt es viele, die kein Auteo haben. Geht, völlig problemlos. Manches kostet halt wegen der Organisation etwas Mehrheit - aber es geht.
Was ich aber feststelle - so langsam können die, die nicht regelmäßig ein Auto nutzen, gar nicht mehr richtig Autofahren. D.h. sie fühlen sich extrem unsicher und gurken entsprechend rum.
Das wird dann ein Problem, wenn man im Urlaub mal einen etwas weiteren Aktionsradius haben möchte - also Strand und Stadt. Und nicht nur "entweder - oder" .
Ich denke, dass man sich schon überlegen muss, ob man sich die Freiheit, auch Auto fahren zu können erhalten möchte. Und dann berücksichtigen, dass man entsprechende Trainingszeiten braucht.

emma-woodhouse
17.07.2013, 15:23
Obwohl mein Leben sehr wechselhaft verlaufen ist (Umzüge, Trennungen, Jobwechsel), hat NICHTS mein Leben so sehr zum Positiven verändert wie die Anschaffunge eines eigenen Kleinwagens.

Nach 23 Jahren mit ÖPNV ist es eine große Wohltat, nicht mehr Jahre meines Lebens an zugigen Bahnhöfen zu vergeuden. Einkaufsplanung ist viel einfacher geworden, die Frisur sitzt noch, wenn ich im Büro ankomme, und wenn ich abends mit Kollegen / Freunden noch weggehe, kann ich entspannt sitzen bleiben, weil ich nicht irgendeine letzte Bahn kriegen muss.

In Deutschland hat man -auch in Großstädten leider nicht - keinen wirklich guten ÖPNV - die Bahnen sind unpünktlich, schmutzig, unsicher.

Und was Car Sharing betrifft, das ich auch getestet habe: Im Grunde kostet jede Minute - möchte man das wirklich, wenn man gerade irgendwo gemütlich bei Freunden / Familie sitzt? Und ich musste das Auto dann abends an einen dunklen Platz hinter einer Tankstelle zurückbringen - echt gruselig! Keine gangbare Alternative für Frauen, finde ich.

Klar, ein Auto kostet, aber das Plus an Lebensqualität war erheblich - wie schon jemand schrieb, mein Leben ist jetzt kraft- und lebenszeitsparender organisiert!

Und mir können alle gestohlen bleiben, die mir von den tollen öffentlichen Verkehrsmitteln erzählen.... wenn ich die mal benutze, klappt es nur selten reibungslos.

Halo
17.07.2013, 16:08
..., hat NICHTS mein Leben so sehr zum Positiven verändert wie die Anschaffunge eines eigenen Kleinwagens.

Ich musste jetzt kurz an Loriot denken. :blumengabe:

Sugarnova
17.07.2013, 20:53
Mene Güte, für Ikea-Fahrten oder ins Center gibt es sowas wie Carsharing.

Was mich allerdings zugegebenermaßen nervt - Bahnfahren ist so teuer geworden, und man ist so unflexibel dabei.

Und für Wochenendtrips mieten wir mittlerweile - sind dann in einer fremden Stadt flexibler, vor allem, wenn wir außerhalb nächtigen.

wildwusel
18.07.2013, 08:51
Obwohl mein Leben sehr wechselhaft verlaufen ist (Umzüge, Trennungen, Jobwechsel), hat NICHTS mein Leben so sehr zum Positiven verändert wie die Anschaffunge eines eigenen Kleinwagens

So ging's mir als ich 16 war mit meinem Motorroller. Auf einmal konnte man "einfach so" irgendwohinfahren, Mittags von der Schule nach Hause fahren und nachmittags wieder in die Stadt, Nachts um drei unangestrengt heimkommen, morgens länger schlafen...

Heute wohn ich allerdings in einer städtischen Gegend, wo ÖPNV schneller ist als Autofahren (billiger sowieso) und ich halte mir einen Kombi als reinen Luxus, damit ich nicht wenn mal ein Rudel Leute mit Kram zu einer Grillparty zu transportieren sind oder eine Lage Sperrmüll zu Deponie jedesmal das Theater habe, einen Wagen mieten zu müssen.

Horus
22.07.2013, 10:09
Und was Car Sharing betrifft, das ich auch getestet habe: Im Grunde kostet jede Minute - möchte man das wirklich, wenn man gerade irgendwo gemütlich bei Freunden / Familie sitzt?

Das tut die eigene Karre aber auch, wenn sie auf dem (gemieteten) Parkplatz oder in der (gemieteten) Einstellhalle oder in der (gemieteten) Einzelgarage steht. Oder im kostenpflichtigen Parkhaus in der Nähe. Man zahlt die Parkgebühren, die Miete für den Stellplatz, die Versicherungen und die Amortisation .... auch wenn die Karre steht.
Carsharing zeigt einem, wie teuer die Haltung eines Autos WIRKLICH ist - als privater Autohalter macht man die volle Rechnung selten. Kosten wie Garagenmiete, Versicherungen, Amortisationskosten, jährliche Prüfung (die anfallen, ob man das Auto fährt oder nicht), werden oft "vergessen". Bei Carsharing hat man diesbezüglich Kostenwahrheit. Und man bezahlt nur genau so viel, wie man das Auto braucht (wobei "brauchen" auch rumstehen zwischen zwei Fahrten ist, sofern man das Auto reserviert hält, also die Zeit).

Auch die ÖV sind nicht kostenlos und scheinen teilweise relativ teuer, klar. Sind aber, wenn man es durchrechnet und wirklich alle Kosten des eigenen Autos mit einberechnet, günstiger als ein eigenes Auto zu halten.
Ich bezahle (in der Schweiz) für ein Jahres-Generalabo, unbeschränkt gültig für sämtliche Öffis im Land in der 2. Klasse, irgendwas um die 2800.- Schweizer Franken. Klingt nach viel, wenn man das auf einen Schlag bezahlt - umgerechnet auf den Monat aber sind das 235.- Franken Mobilitätskosten. Das ist extrem wenig - beinahe das gleiche Budget bräuchte ich hierzulande allein schon für die monatliche Miete eines Garagenplatzes. Für diese 235.- Franken habe ich die Freiheit, im ganzen Land jede Zug-, Bus-, Tram- und Linienschiffverbindung in der zweiten Klasse zu nutzen, so oft ich will, wann ich will, wohin ich will und so lange, wie ich will.
Ich habs durchgerechnet: GA plus Carsharing-Mitgliedschaft ist immer noch günstiger als ein eigenes Auto. Da liegen ZUSÄTZLICH uch Taxifahrten noch gut mit drin. Und über Freiheitsbeschränkung kann ich mich nicht beklagen. Die Freiheit, überall, jederzeit irgendwohin in den Zug steigen zu können, schneller zu sein als mit dem Auto (da Dauerstau) und nach Lust und Laune nach dem Wandern oder Joggen nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen, sondern spontan ganz woandershin laufen zu können und dort wieder in ein Öffi steigen zu können, diese Freiheit schätze ich sehr.

Nocturna
22.07.2013, 10:48
Für diese 235.- Franken habe ich die Freiheit, im ganzen Land jede Zug-, Bus-, Tram- und Linienschiffverbindung in der zweiten Klasse zu nutzen, so oft ich will, wann ich will, wohin ich will und so lange, wie ich will.
Donnerwetter, das ist ein gutes Angebot. Wenn man dann noch bedenkt, wie gut euer Nahverkehr ausgebaut und zudem auch noch pünktlich ist, kann man da nur zugreifen.

Kannst du in Deutschland knicken, dafür sind wir zu groß. Die Deutsche Bahn arbeitet mit manchen Verkehrsverbänden zusammen, mit anderen nicht. Mit einigen Tickets des Nahverkehrs darfst du innerhalb bestimmter Grenzen auch die Züge der DB benützen, das muss man aber vorher recherchieren. Das günstigste Ticket zu erwischen erfordert im Münchner MVV ein genaues Studium der Zonen-und Tarifpläne, mal ist es eine Streifenkarte, mal ein Tagesticket. Wer pendelt muss andere Kalkulatonen anstellen (10 Monate zahlen, 12 fahren), am Wochenende gibt´s Sondertickets, für Familien auch .....

Horus
22.07.2013, 11:23
Ja, ich weiss, die Bahnangebote in Deutschland sind nicht vergleichbar. Schade - ich finde, ein schlaues ÖV-System ("schlau" bezogen auf Fahrpläne, Zusammenarbeit im Verkehrsverbund, Tarifsystem), trägt enorm viel zur Steigerung der Lebensqualität bei (ganz zu schweigen vom "Öko-Faktor", den ich aber mal bewusst ausblende und wirklich nur auf der Ebene der persönlichen Lebensqualität und Kostenrechnung argumentiere - ich fahre bei weitem nicht nur aus ökologischen Gründen ÖV, sondern auch bzw. sogar in erster Linie aus Gründen meiner persönlichen Lebensqualität, Kostenrechnung und Effizienz).

Bedingung ist natürlich, dass die öffentliche Hand hier entsprechend investiert und eine Gesellschaft bereit ist, diese Investitionen auch zu tätigen und dazu zu stehen.
In die allgemeine Mobilität investiert jeder Staat und jede Gesellschaft. Jedes Mobilitätssystem wird staatlich subventioniert - auch der Strassenverkehr. Die Frage ist halt nur, welches System bevorzugt subventioniert wird - die Infrastruktur für den Privatverkehr oder die ÖV. Bei uns scheinen die Prioritäten diesbezüglich anders gesetzt zu sein als in Deutschland.

schmusemaus2
03.01.2014, 17:25
Ich würde - wenn es geht - künftig auf Carsharing ausweichen. Hängt aber davon aus, wieviel Du fährst und wofür Du ein Auto brauchst. Man sagt - wenn man weniger als 15.000 KM pro Jahr fährt, würde sich ein Carsharing Fahrzeug rechnen. Also wenn man den Wertverfall des eigenen Autos in Betracht zieht, die Abnutzung, Reparaturen usw.

Ob Carsharing oder nicht, hängt aber auch davon aus, wo Du lebst. In einer Kleinestadt könnte es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ggf. noch schwierig werden. Die Anbieter die aktuell bundesweit ein großes Netzt haben ist Flinkster von der Deutschen Bahn und Stadtmobil.