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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : verengter Spinalkanal - Rückenmark gequetscht ...



spatz
06.09.2006, 20:41
Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand freundlicherweise einige Infos zum Thema zukommen lassen???

Mein armer Papa wurde vor 3 Monaten wegen eines Bandscheibenvorfalls im unteren Lendenwirbelbereich operiert. Besserung war gleich null, er hatte z.T. schlimmere Beschwerden als vor der OP und lebt seitdem mit hochdosierten Schmerzmitteln.

Auf mein Drängen hin hat er nun ein CT anfertigen lassen, bei dem herauskam, dass das Rückenmark durch eine Verengung des Spinalkanals gequetscht wird und dies die Ursache für seine schlimmen Schmerzen sein muß.

Nun hat er natürlich Angst vor diesem neuen Eingriff; da alles so schnell geht, noch keine Infos, wie das gemacht wird und was dabei gemacht wird und am Dienstag muß er ins Krankenhaus ...

Wer weiß was??

Ahnungslose Grüße,

Spatz

Kiska
06.09.2006, 21:50
Hallo Spatz, ein verengter Spinalkanal bessert sich von alleine nicht. Wenn das nachgewiesen ist, kann nur eine Operation die Beschwerden dauerhaft beseitigen, allerdings ist die natürlich auch belastend. Wenn die Diagnose gesichert ist und Dein Vater sonst noch fit ist, wäre eine Operation anzuraten. Werden die Schmerzen bei Belastung schlimmer?
Wenn jemand sehr alt und nicht so fit ist, kann man versuchen, die Beschwerden durch einen Cortisoninjektion in den Periduralraum zu verbessern. Bei Erfolg hält das ein paar Monate an und kann dann wiederholt werden. Bei jüngeren Patienten, die man einer Operation zuführen kann, lässt sich eine Operation meist nicht umgehen.
Viele Grüße
kiska

Kiska
06.09.2006, 21:52
Im Zweifel sollte sich Dein Vater noch eine zweite Meinung einholen. Manchmal sind auch Vernarbungen an Schmerzen schuld, dann ist eine weitere Operation nicht sinnvoll. Dazu muß man die Bilder sehen.

spatz
07.09.2006, 07:31
Im Zweifel sollte sich Dein Vater noch eine zweite Meinung einholen. Manchmal sind auch Vernarbungen an Schmerzen schuld, dann ist eine weitere Operation nicht sinnvoll. Dazu muß man die Bilder sehen.


Ich denke, die Diagnose ist einwandfrei. Sie wurde von zwei Ärzten bestätigt und beide raten unbedingt zur OP.

Ich wollte eigentlich auch wissen, was bei dieser OP genau gemacht wird - Google hat mir nichts genaues hergegeben :ooooh: .

Weiß dazu noch jemand was??

Kiska
09.09.2006, 00:23
Hallo Spatz, es gibt unterschiedliche Operationsmethoden je nach Klinik. Es wird eine "Dekompression" durchgeführt, d.h. verengendes Material z.B. durch arthrotische Veränderungen oder durch Bandscheibenprotrusion wird abgetragen. Es geht meistens länger als eine Bandscheibenoperation, ist aber vom Zugang und der Narkose vergleichbar. Es gibt auch Operateure, die irgendwelche Platzhalter aus Metall oder ähnliches einsetzen. Wenn Dein Vater sonst noch fit ist, muß man zu einer OP raten. Hat man die Stenose vor der Bandscheibenoperation nicht gesehen? Vom Schmerz her kann man das eigentlich auch von einem Bandscheibenvorfall unterscheiden. Manchmal liegt natürlich auch beides vor, was es dann schwieriger zu diagnostizieren macht.
Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute
kiska

spatz
10.09.2006, 08:18
Danke für die Info, Kiska, hab es gerade erst gelesen.

Also: auf den ersten CT-Bildern vor der Bandscheiben-OP war der Bandscheibenvorfall deutlich erkennbar, nicht jedoch der verengte Spinalkanal. Die jetzigen Bilder zeigen bestens, dass der Bandscheibenvorfall beseitigt ist, jedoch nunmehr der Spinalkanal so verengt ist, dass nur die OP als Lösung bleibt.

Eigentlich ist mein Vater noch fit (er ist 66), jedoch lebt er seit knapp einem Jahr mit Rückenschmerzen (Bandscheibenvorfall), weil fahrlässig handelnde Ärzte - anstatt CT zu veranlassen - ihm geraten haben, er solle abnehmen, dann gäben sich auch die Rückenschmerzen - soviel zu diesem Thema :knatsch: :knatsch: .

Du kannst Dir vorstellen, dass er von den andauernden Schmerzen und der unqualifizierten Behandlung durch mehrere Ärzte zermürbt ist und natürlich vor dieser neuen OP innerhalb so kurzer Zeit auch gehörig Angst hat, aber es bleibt ihm nichts anderes übrig.....

Schönen Sonntag,

Spatz

Kiska
10.09.2006, 09:54
Hallo Spatz,
wenn ein Patient wegen Rückenschmerzen zum Arzt geht, wird nicht sofort eine Bildgebung gemacht. Es gibt dazu klare EU-Leitlinien. Da fast jeder Mensch irgendwann im Leben Rückenschmerz hat, der meistens von selbst weggeht, und auch chronische Rüchenschmerzen oft keinen krankhaften Befund ergeben, wird erst einmal konservativ behandelt. Die vielen CTs und Kernspins wären unbezahlbar. Anders sieht es aus bei neurologischen Störungen oder Ausfällen, wo ggf. eine sofortige Operation erforderlich ist, um dauerhafte Nervenschäden zu verhindern. Auch ein Bandscheibenvorfall muß nur bei erst kurz bestehenden neurologischen Ausfällen sofort operiert werden. Man weiß, daß es manchen Patienten nach einer Bandscheibenoperation nicht besser geht und auch Narbengewebe einen chronischen Schmerz verursachen kann und ist oft sehr zurückhaltend mit einer Operation.
Viele Grüße
kiska

duphe
10.09.2006, 23:32
Hallo,
ich selbst habe eine Stenose und weiß das seit ca. 2 Jahren. Z.Z. lebe ich einigermaßen gut damit. Natürlich bin ich besonders bei Laufen eingeschraenkt, aber ich bewaeltige den Alltag recht gut, d.h. ich bin sehr aktiv( großer Garten, Haushalt usw.). Ich habe allerdings so gut wie keine Schmerzen beim Sitzen und Liegen oder Knien (Gartenarbeit), nur wenn ich mich bewege.
Ich habe mich umgehört, ob eine Operation ratsam ist und kenne zu viele negative Faelle, es gab meistens ein Verschlechterung. Deshalb habe ich vorerst beschlossen, lieber mit einigen Einschraenkungen zu leben; bei besonderen Anlaessen, z.B.einem Fest nehme ich dann eine passende Schmerztablette, die dann gut wirkt, manchmal zwei Tage. Außerdem lasse ich mir von meinem Orthopaeden ca. alle 3 Monate Spritzen verpassen, die mir auch Erleichterungen verschaffen. Ansonsten ist Abnehmen und Gymnastik angesagt.
Meine medizinischen Kenntnisse sind gleich 0, und ich habe auch keine große Lust, mich damit zu befassen, aber eine Operation sollte wohl überlegt sein.
Im Internet wirst du aber auch einiges zu dem Thema finden.

spatz
11.09.2006, 09:23
Anders sieht es aus bei neurologischen Störungen oder Ausfällen, wo ggf. eine sofortige Operation erforderlich ist, um dauerhafte Nervenschäden zu verhindern. Auch ein Bandscheibenvorfall muß nur bei erst kurz bestehenden neurologischen Ausfällen sofort operiert werden. Man weiß, daß es manchen Patienten nach einer Bandscheibenoperation nicht besser geht und auch Narbengewebe einen chronischen Schmerz verursachen kann und ist oft sehr zurückhaltend mit einer Operation.
Viele Grüße
kiska

Hallo Kiska,

mein Vater hat schon vor einem Jahr Ausfälle und neurologische Störungen gehabt und wurde wegen seines Übergewichts nicht ernst genommen. Jeder Arzt hatte seinen Standard-Satz: "Nehmen Sie erst mal ab". Erst, als er sich so gut wie gar nicht mehr bewegen konnte, wurde ein CT gemacht, auf dem sogar ich als Laie eindeutig den Befund erkennen konnte. Immer noch haben die Ärzte gemeint, er müsse abnehmen :knatsch: :knatsch: , dann gäbe sich das schon. Sorry, da werde ich stinksauer :ooooh: .

Der jetzige Eingriff ist unabwendbar, weil mein Vater seit der OP vor drei Monaten ohne starke Schmerzmedikamente, teilweise Morphiumspritzen, überhaupt nicht zurechtkommt - und er ist wirklich hart im Nehmen. Der Vergleich der CT-Bilder von vor drei Monaten und letzter Woche zeigt die Verengung ganz deutlich.

Ich bin selbst schon an der Bandscheibe operiert worden, hatte auch eine lange Leidensgeschichte, bis dann ein Arzt meinte, man könne ja mal ein CT machen, um festzustellen, woher meine dauernden Beschwerden kämen - ich war mit 24 Jahren einfach in den Augen der Ärzte zu jung für Bandscheibenprobleme :knatsch: :knatsch: .

Habnur2haende
11.09.2006, 22:01
Meine oma (jetzt 86) hat sich vor 2 Jahren an der bandscheibe operieren lassen. die Schmerzen wurden schlimmer.
irgendwelche Nerven wurden im kanal gequetscht und niemand traute sich ran. Bei uns hier( in diesem kleinen Örtchen) fand sie eine Orthopädische klinik (wie weiß ich nicht), die haben ihr geholfen. dieser mann muss mit irgendeiner speziellen Methode arbeiten. erst hat er nur gespritzt, als das half noch 2x, und sie ist ohne op davongekommen. der mann muss was können.
(Omas hobby ist ärzte zu besuchen-die behauptete glatt damals: die haben mich vom op tisch fallen lassen-ich klage.)
Wenn Du möchtest send ich dir die Adresse zu.
Lg 2 Hände

Kiska
12.09.2006, 17:47
Eine Entscheidung zur Operation einer Spinalkanalstenose muß man vom Einzelfall abhängig machen. Bei alten Patienten mit Begleiterkrankungen wägen wir sorgfältig ab. Oft kann man mit Cortison alle paar Monate in den Periduralraum eine deutliche Besserung erzielen. Mein Vater ist 84 und hat eine im Kernspin nachgewiesene Spinalkanalstenose. Die Spritzen kann man wegen einer Blutgerinnungsstörung nicht geben. Wegen diesem Blutungsrisiko und aufgrund seines Alters und Blutdruckproblemen bei einer vorangegangenen Narkose möchte er sich nicht operieren lassen. Die Schmerzen stehen nicht einmal im Vordergrund, er klagt wenig darüber, sondern er sagt, er wird einfach "lahm" und muß dann ausruhen und kann nicht mehr viel im Garten arbeiten. Er kann nicht lang gehen und fährt lieber Fahrrad. Das ist sehr einschränkend, zumal er sonst fit ist. Wenn es nicht anders geht, greift er zu Schmerztabletten, möchte sie aber nicht ständig nehmen und nimmt durchaus Schmerzen in Kauf. Das ist so in Ordnung und er kommt damit klar. Ich würde ihn auf keinen Fall zu einer Operation überreden.
Bei einem jüngeren Patienten mit typischen belastungsabhängigen Beschwerden und in der Bildgebung nachgewiesenen Veränderungen ohne gravierende das Risiko erhöhende Begleiterkrankungen empfehlen wir die Operation, weil mit konservativer Therapie keine dauerhafte Besserung zu erwarten ist. Bei erheblichem Übergewicht mahnen wir natürlich auch eine Gewichtsabnahme an, am besten vorher.
Ich hoffe , das sorgt für etwas Klarheit.
<lg
kiska

spatz
01.10.2006, 08:00
Hallo,

ich wollte nur mal schnell melden, dass mein Papa die OP gut überstanden hat und sich auf dem Weg der Besserung befindet :smile: :smile: . Am Mittwoch geht es zur Reha los und danach wird er hoffentlich bald wieder fit sein - sein Enkel (mein 8jähriger Sohn) moniert schon, dass er endlich mal wieder Ferien beim Opa machen möchte :freches grinsen: :freches grinsen: .

Schönen Sonntag,

Spatz