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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich bin immer ausgepowert und dauermüde...



Inaktiver User
04.09.2006, 15:14
Hallo ihr,

ich weiß nicht was ich mir erhoffe wenn ich jetzt hier poste, vielleicht einfach ein paar aufmunternde Worte, Tipps, oder irgendwas!!!!

Ich hab im Moment das Gefühl komplett durchzudrehen! Eigentlich geht es schon seit Wochen so und meine beste Freundin sagte eben zu mir: ich glaub du hast Depressionen.

Es ist einfach so das mir alles über den Kopf wächst. Ich bin total nah am Wasser gebaut und hab eben hemmungslos geheult! Es ist einfach so das ich kaum ZEIT habe für irgendwas!
Morgens komme ich nicht aus dem Bett, bleibe bis zur letzten Minute liegen und muss mich echt aufraffen aufzustehen! Das geht dann den ganzen Tag so das ich mich total abgeschlafft und müde fühle. Abends schlafe ich um spätestens 22 Uhr auf der Couch ein.
Nach dem Urlaub war es mal eine Woche gut, jetzt ist alles wieder wie vorher!

Dadurch das ich immer erst so spät auf die Arbeit komme und aber pünktlich Feierabend machen muss, weil ich noch nebenbei arbeiten gehe rutsche ich mit meinem Arbeitszeitkonto immer mehr ins Minus. Die Mittagspause hab ich auch schon aufs Minimum reduziert, damit ich da nicht auch noch Miese mache. Dadurch ist das aber nur noch mehr stress und wenig erholsam.
Da ich wegen dem Nebenjob nicht llänger bleiben kann bleibt mir nur die Möglichkeit morgens ganz früh anzufangen, wo wieder das Problem ist das ich einfach total ausgepowert und müde bin!
Das kann glaub ich keiner nachvollziehen, und ihr werdet vielleicht sagen, Mensch raff dich doch einfach auf! WÜRD ich ja GERNE!!!

In 2 Wochen fange ich noch eine Weiterbildung an. Die dauert fast 3 Jahre und ist 1x pro Woche. Es ist mir schleierhaft wie ich das alles unter einen Hut bringen soll. Es würde mir glaub ich besser gehen wenn ich den Nebenjob aufgeben würde, aber ich brauche das zusätzliche Geld!

Mein Freund ist momentan mit ein paar Männern auf Wandertour in den Alpen und als ich ihn vorhin anrief reagierte er total genervt weil ich heute das 2. mal angerufen habe. Sowas zieht mich dann auch runter. Dabei wollte ich doch einfach mal ein paar nette Worte hören... Und was krieg ich? Das genaue Gegenteil.

Ich selber sage mir auch immer, mensch stell dich doch nicht so an, es gibt sicher Menschen die noch mehr um die Ohren haben. Die Kinder zu versorgen haben und so weiter...

Amely
04.09.2006, 15:21
Dauerhafte Müdigkeit kann auch organische Ursachen haben. Wenn z. B. die Leber nicht so gut arbeitet ist man immer schlapp. Lass dies doch bitte mal vom HA abchecken. Eisenmangel steckt auch gaanz oft dahinter manchmal ist einfach nur Sauerstoffmangel. Jahrelang bin ich immer sehr müde gewesen - zum Teil auch wegen diverser Allergien (Milchallergie, Laktoseunverträglichkeit kann auch müde machen...)

Inaktiver User
04.09.2006, 15:28
Danke Amely für deine Antwort.
Hab ich auch schon mal drüber nachgedacht. Ich muss mir endlich mal einen Termin beim HA machen. Aber so blöd es auch klingen mag: die Zeit....

Lizzie64
04.09.2006, 15:38
hallo liebe monkey,

ganz direkt: da lese ich durchaus einige anzeichen einer depression heraus, aber nicht in einem bedenklichen umfang.

erstes anzeichen: die antriebslosigkeit und ängstlichkeit am morgen. das ist ein klassisches anzeichen für eine (leichte) depression.

zweites anzeichen: die müdigkeit und der allgemein abgesenkte antrieb.

es weist auch vieles darauf hin, dass dieser zustand durch deine äußeren umstände ausgelöst wurde und daher gut wieder aufzuheben ist. aber dafür brachst du hilfe, das geht nicht allein.

alles, was amely oben schreibt, kommt auch noch in betracht. sehr gut ist schon mal, dass du dir rat holst. :blumengabe:

zumal du, wenn du dir hilfe holst, einen teil abgibst, was vermutlich erleichternd sein wird.

geh zum/r hausarzt/in und erkläre deinen zustand dort genau so wie hier!

viel glück und erfolg, und einen leichten tag wünscht dir

liz

Amely
04.09.2006, 15:38
Mir fällt gerade ein, dass ich einen Mineralstoffmangel habe (scheinbar angeboren). Wenn Du so unter Zeitdruck stehst lass Dir dochmal von einem Apotheker ein Kompaktpräparat empfehlen -> dies hat bei mir jedenfalls gut geholfen.

Inaktiver User
04.09.2006, 15:43
Mir fällt gerade ein, dass ich einen Mineralstoffmangel habe (scheinbar angeboren). Wenn Du so unter Zeitdruck stehst lass Dir dochmal von einem Apotheker ein Kompaktpräparat empfehlen -> dies hat bei mir jedenfalls gut geholfen.

Ist dieses Präparat dann gegen die Antriebslosigkeit/Müdigkeit?

Amely
05.09.2006, 07:59
Den Gang zum Hausarzt kann Dir keiner ersparen (er kann organische Sachen abklären und bei gefühlter Überforderung kann auch ein Therapeut weiter helfen).

Gesundheit ist das wichtigste - zögere also nicht so lange.

Wünsche Dir was. :blumengabe:

Inaktiver User
05.09.2006, 10:10
es gibt sicher Menschen die noch mehr um die Ohren haben. Die Kinder zu versorgen haben und so weiter...

Und die schlafen nicht abends auf der Couch ein nach einem langen Tag?

Machst du ein unbezahltes Praktikum, oder warum musst du so viel arbeiten?

Für mich klingt das einfach nach Überlastung - klar wird man davon müde. Kannst du nicht irgendwo streichen?

Vienna11
08.09.2006, 20:02
liebe monkey,

ich finde das klingt bedenklich. du bist total überlastet und forderst das unmögliche von dir! es ist kein wunder, dass du ausgepowert und müde bist, und ich sehe da auch ( leider) die ersten anzeichen für eine depression.

du brauchst in deinem tagesablauf auf jeden fall REGELMÄßIG entspannungsphasen und zeit für dich, an denen du etwas tust, was dir freude macht und dich inspiriert ( schlafen gilt nicht, es geht um wachzeit!)--> also freunde treffen, schwatzen, kochen, kino, tanzen, lesen, was auch immer. das klingt merkwürdig, aber das ist ganz wichtig, damit man nicht irgendwann unter der arbeit zusammenklappt. wenn man nur wach ist um zu arbeiten, kommt irgendwann der knall!!! hat man erstmal eine depression, kann es sein, dass der körper und der kopf einfach gar nicht mehr mitmachen, und dann muss man sich sowieso umstellen.

deswegen: bitte bitte notbremse ziehen! du musst deine arbeitslast verringern, und zwar unbedingt. wenn du ( depressions-)krank wirst, kannst du überhaupt nix mehr machen, dann ist sense ( spreche leider aus erfahrung). vielleicht ist es aber noch nicht zu spät, da es dir nach dem urlaub besser ging. einer der jobs muss weg. vielleicht kannst du über mehr bezahlung oder weniger arbeitszeit verhandeln?

was ist mit deinem freund? verdient der nix?

bitte nimm das ganz ernst und ändere was, es kann nämlich ganz ganz schlimm werden.

alles gute
vienna

lillika.
10.09.2006, 15:37
Ist dieses Präparat dann gegen die Antriebslosigkeit/Müdigkeit?


hallo monkey,

ich denke die anderen haben recht mit der vermutung, dass du völlig überlastet bist. und dann willst du ja jetzt auch noch eine weiterbildung machen .. ich befürchte, du mutest dir da einfach viel zu viel zu. kannst du dir nicht freiräume verschaffen, in denen du einfach etwas machen kannst, was dir persönlich gut tut? sei es nun ein entspanntes vollbad nehmen, dich in der freien natur aufhalten, sport oder was auch immer du für dich als hilfreich ansiehst???

ein präparat zu nehmen halte ich nur für kurzfristig sinnvoll, denn es beseitigt ja nicht die ursache für deine müdigkeit. vielleicht solltest du dich auch einmal richtig von deinem ha durchchecken lassen. ich zb. habe multiple sklerose, die man mir zwar nicht anmerkt, aber ich werde halt auch schneller müde, die konzentrationsfähigkeit lässt nach usw.
dagegen habe ich mir ein "natürliches" mittel (wird vom körper selbst auch produziert) besorgt, welches mir auch wirklich hilft: acetyl-carnitin. das habe ich auf einigen ms-seiten entdeckt und es soll auch besser helfen, als andere präparate.

Inaktiver User
12.09.2006, 21:01
Ich war nun beim Hausarzt und habe mein Blut untersuchen lassen. Ich war heute nochmal dort um die Werte zu besprechen. Mein Arzt meinte ich hätte Sportlerwerte. Alles in bester Ordnung sozusagen... Kein Eisenmangel, kein niedriger Blutdruck, keine schlechten Leberwerte, keine Schilddrüsenunterfunktion, kein Blutzucker.
Nun habe ich eine Überweisung zum Frauenarzt. Ich werde mal meinen Hormonspiegel untersuchen lassen. Im Moment ist es nämlich wieder so schlimm das ich auch bei der kleinsten Kleinigkeit an die Decke gehen könnte und total überreizt reagiere. Meine arme Kollegin muss schon drunter leiden und mit meinem Freund zoffe ich mich auch ständig.
Vielleicht brauche ich auch einfach eine neue Pille...

Mit der jobmäßigen Situation werde ich mal sehen wie das jetzt läuft wenn die Schule anfängt. Nächsten Dienstag hab ich meinen ersten "Schultag". Mein Chef vom Nebenjob hat mit sogar schon angeboten 1 Stunde zu verkürzen...

Amely
13.09.2006, 15:48
Hi liebe Monkey,

wünsche Dir, dass es bald etwas besser wird. Hast Du schon mal Entspannungstechniken gelernt wie Joga, AT oder irgendwas anderes was Dir liegt?

Anastasia1960
13.09.2006, 17:53
wieviele Stunden arbeitest du denn in der Woche??? Ich tippe auf Überforderung. Welche Arbeit machst du?

Inaktiver User
14.09.2006, 08:16
@Anastasia:
ich habe eine 38,5 Stundenwoche und gehe zusätzlich noch 4 Stunden nebenbei arbeiten.
Das hört sich nicht viel an, aber dadurch das ich immer so müde bin, heute bin ich auch wieder nicht aus dem Bett gekommen und habe auch wieder ein Brett vor dem Kopf, komme ich beim Hauptjob auf den letzten Drücker an und rutsche mit dem Zeitkonto stetig ins Minus was mir zusätzlich Stress bereitet weil ich schon wieder mit dem nächsten Gespräch beim Chef rechne.

Ich will nicht sagen das ich den stressigsten Job habe, ich sitze im Büro, es geht normal zu aber es fehlt mir einfach für viele Dinge ZEIT.
Zum Beispiel musste ich mir ja nun einen Termin beim Frauenarzt machen.
Sie bot mir den Dienstag an, 16.45 Uhr. Geht nicht, hab ich meinen "ersten Schultag", da ist um 16.15 schluss und ich fahre mindestens eine 3/4 Stunde. Kann ja auch schlecht am ersten Tag früher gehen weil ich einen Arzttermin habe.
Mittwochs haben die Ärzte eh Nachmittags zu, wobei das ja neben dem Montag der Tag ist an dem ich nebenbei arbeite. Donnerstags muss ich vom Hauptjob schon bis 18.30 arbeiten, Freitags ist die Praxis um 13.00 geschlossen.
Blieb also nur der Montag, wo ich nun schon wieder zu meinem Chef gehen muss, das er mir für den Arzttermin frei gibt!!!

@Amely:
Ich gehe hin und wieder joggen oder walken, wobei ich mich dazu aufgrund der Müdigkeit auch nicht aufraffen kann.
Aber wenn ich es dann mal geschafft habe, merke ich das ich mich danach gut fühle.

Ich wünsche euch einen schönen Tag!
LG monkey

Inaktiver User
14.09.2006, 20:38
Hallo. Ich hatte vor einigen Jahren auch mal so eine Phase. Und auch wenn das erstmal aussieht als ob es zeitlich nicht auch noch reinpassen würde: Du musst Entspannungsphasen einbauen. Versuch am besten eine Entspannungstechnik zu lernen (ich persönlich empfehle Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, da viele in so stressigen Zeiten mit Autogenem Training usw. nicht klarkommen). Und dann solltest Du Dir jeden Tag eine halbe Stunde dafür einräumen.
Das ist so wichtig, sonst dreht man völlig durch.

Bei mir war es damals aber auch einfach der falsche Job. Ich hab dann tatsächlich den Schritt gewagt und habe gekündigt. Das war ein riesiger Schritt für mich, aber im Nachhinein der beste, den ich tun konnte.

Ich denke, nur ein Mittel schlucken kann's nicht sein, vor allem, wenn der Arzt-Check ergeben hat, daß organisch alles ok ist. Wenn der Körper einem so heftige Signale schickt muß man sich "einfach" mal hinsetzen und sich Gedanken machen, was der wirkliche Grund für all das ist!!

Alles Gute!!!

Inaktiver User
15.09.2006, 16:21
Hallo Monkey,

wenn organisch alles abgeklärt und im Normalbereich liegen sollte (wirst du, wenn du deine gyn. Untersuchung hattest, dann ja wissen), kann ich mich dem letzten Absatz von Bordighera nur anschließen.

Ich habe eine Verständnisfrage. Du schreibst, du arbeitest 38,5 Std. pro Woche und zusätzlich noch 4 Std. nebenher. Diese 4 Stunden, sind das Wochenstunden? Oder arbeitest du die täglich?

Ich war mit ca. Ende 20 damals auch in einer schlimmen Phase, in der ich überhaupt nicht mehr belastbar und arg angeschlagen war. Stets müde, fühlte mich wie ein flatterndes Hemd, konnte nicht mehr richtig atmen, weil mein Brustbein schmerzte, bekam später auch massive Kreislaufschwierigkeiten, kalte Schweißausbrüche, Herzrasen, meine Belastbarkeit ging gen Null. Einmal schickte mich mein Chef per Telefon nach Hause, als ich - total untypisch für mich - am Telefon einen Heulkrampf bekam, nur weil ich Unterlagen, aus denen er Informationen brauchte, partout nicht finden konnte. Von der toughen Zuza, die immer alles wunderbar organisiert bekam und alles wegsteckte und ackern konnte wie ein Pferd, war nur noch wenig übrig. Meine Blutwerte, EKG, Lungenfunktionstest, Hormonbestimmung ... alles lag im normalgrünen Bereich. Das Problem lag bei mir woanders. Und erst, als ich es realisierte und begann, dieses Problem zu beheben, wurde es langsam wieder besser. Aber es dauerte.

Der Körper ist ein kluger Kerl, Monkey, oft klüger als unser Kopf. Er signalisiert einem oft schneller, als man es kopfmäßig begreift, dass etwas aus dem Ruder läuft, etwas falsch ist. Leider begreift man dies oft erst mit Verzögerung, man interpretiert es falsch, weil man es nicht zuordnen kann.

LG,
Zuza