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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorbereitungen auf dem Weg zum Nichtraucher



blume1979
04.09.2006, 05:18
Hallo,

am Sonntag dachte ich, ja, jetzt wäre der Zeitpunkt, um mit dem Rauchen aufzuhören a la Punkt-Um-Methode. die ersten drei Stunden meines Nichtraucherdaseins waren auch ziemlich easy, die Schmacht verzögerte sich, aber irgendwann gab so ein Grr-Faktor hoch. Na, dann frühstücken wir erstmal. Danach war aber noch immer ein Grr-Faktor, die Entzugserscheinung "Aggression" war da :smirksmile: .

Ja, nee, dass geht nun nicht, zumal ich noch einen Mann und ein Kind hier habe, und dem Kind will ich solche Launenhaftigkeiten nicht erdulden müssen. Also stellte ich mich der Frage, warum hast du einen Grr-Faktor, wann greifst du zur Zigarette um die zu entspannen. Was sind die Siutuationen und wenn man dann nicht mehr raucht und die Entspannungskrücke weg ist, was machst du dann??? Mir fielen dann auch einige Situationen ein, während ich einfach weiterhin rauchte und mich nicht als Versager empfand. Ich war noch nicht soweit :smirksmile: . Nun jetzt weiß ich schon einmal einige Situationen wo ich zur Zigarette gegriffen habe und eine Alternative für jene Situationen ist mir eingefallen, was ich anstelle einer Zigarette machen kann. In einer Situation werde ich den Griff zur Zigarette auch sein lassen und einfach 5 Minuten Luft tanken.

Die Wohnung ist rauchfreie Zone - was sie schon immer war. Demnach rauchte ich eh schon weniger als früher, nur es gab Phasen, da zog es dann schon mal eine Zigarette nach der anderen mit sich.

Jetzt habe ich auch mal "visuallisiert" wie es aussehen könnte, die letzten 10 Jahre als Nichtraucher verbracht zu haben. Irgendwo stelle ich mir jene Jahre ganz cool vor, irgendwo vermisse ich unter jener Vorstellung gar nicht die Zigarette. Hätte ich all jenes in jungen Jahren gewußt, ja, dann hätte ich gar nicht mit dem Rauchen angefangen.

Der Grund, warum ich nicht aufgehört hatte, war die Vorstellung, dass mir die Zigarette fehlen würde. Mensch, eine schöne Beschäftigung müsste ich dann aufgeben, ein schöner Genuss, wenn man sich einen Cocktail nach dem anderen anzündet. Schnief, was würde mir die Zigarette fehlen.

Irgendwo betrachte ich die Zigarette als ein kleines hilfloses Ding, was auch ohne mich ganz gut in seiner Heimat leben kann. Den weiten Weg muss es via Schiffe oder Flugzeuge gar nicht zu mir extra machen. Ja, du arme Tabakpflanze, so wichtig bist du nun auch wieder nicht. Das einzige, was dich immer hat wichtig machen lassen, war der Irrglaube, dass du immer dazugehörst, wenn Stress, schöne Momente, Traurigkeit, Wut, sprich die menschlichen Empfindungen da sind. Ja, aber es geht auch ohne dich. Ohne dich habe ich jene Momente auch durchgestanden. da gab es dich noch gar nicht und so cool warst du zu jenem Zeitpunkt auch noch nicht für mich. Cool wurdest du erst für mich, als junge Erwachsene dich rauchten. Und da man seine Identität sucht, glaubt man, dass man sie findet, wenn man dich nimmt und raucht. Dabei bist du nur ein :zahnschmerzen: , welches nicht Teil meiner Persönlichkeit ist. Zigarette und ich, ja dass passt irgendwo so zusammen wie Apfel und Birne. Wir beide sind zwei verschiedene paar Schuhe.

Einzig und alleine, was ich lernen werde, ist mein Leben zu erneuern und dadurch lerne ich eine Menge über mich. Und dafür verändere ich mein Verhalten, was mich Anfangs sehr, sehr abgeschreckt hatte, aber im Leben verändern sich andauernd irgendwelche Dinge. Wir erweitern uns und lernen dazu, wir legen Dinge ab und nehmen schöne Momente mit.

Ja, du meine arme Zigarette, ich denke, in deiner Heimat bleibst du besser. So seelenallein wird es hier werden, doch ich denke, du wirst es verkraften und wieder in deine Heimat fliegen oder segeln. Dort wird man sich über deine Rückkehr freuen und dir wird es wahrscheinlich besser ergehen, als wenn du hier achtlos im Aschenbecher ausgedrückt wirst und dann in den Müll wanderst. Du musst nicht wochenlang auf dem Bürgersteig liegen, bis irgendein Strassenkehrer dich aufkehrt und in den großen Müllsack entleert. Letztendlich werden wir beide einander frei sein, da wir einander lernen werden, voneinander loszulassen. Nein, wir müssen jenes nicht machen, aber wir können es und da wir loslassen können, ja so denke ich, dass beiden das beste Geschenk zu Teil wurde.

Bis dahin werde ich mich aber genauso wie du darauf vorbereiten.

Ich knuddele dich, meine kleine Zigarette - bald werde ich dich gehen lassen können.

So, dass war meine erste Vorbereitung - wie lange ich noch brauchen werde, weiß ich nicht, doch ich denke, dass irgendwann der Tag x sein wird. Ende des Jahres sollte es aber schon werden :freches grinsen: .


Liebe Grüße,

Jasmin