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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : V-Scheck von privater Haftpflichtversicherung



KHelga
03.09.2006, 17:52
Es geht um folgenden Fall meines Neffen:

Die Armaturen in seiner Mietwohnung mußten ausgetauscht werden. Es wurde ein Gutachten/Kostenvoranschlag zum Austausch durch den Handwerker gefertigt in Höhe von 2.200 €. Die Haftpflichtversicherung hat daraufhin den Schaden in voller Höhe übernommen und einen V.-Scheck auf den Namen des Vermieters (der sich auf Reisen befindet) an meinen Neffen geschickt.

Die tatsächliche Reparaturrechnung beläuft sich aber nur auf 1.200 €.
Der Vermieter hat nun meinem Neffen auf den AB gesprochen, dass er, also mein Neffe, den Scheck einlösen und die 1.000 € 'Überschuß' behalten darf.

Mein Neffe hat seine Versicherung angerufen und den Sachverhalt geschildert. Die Versicherung sagt, dass das Geld aufgrund des vorliegenden Kostenvoranschlages behalten werden darf.

Ist das rechtens?

Ich habe vorhin mit meinem Neffen telefoniert und ihm einen gehörigen Schreck eingejagd, als ich ihm sagte, ob er denn als Überbringer des V-Schecks überhaupt das Geld auf sein Konto überwiesen bekäme? Er MEINT ja, aber wissen tun wirs nicht.

Was sagt Ihr zu dem Fall?

Bedanke mich für Rückantwort.

akademikerin
03.09.2006, 19:25
Ein Verrechnungsscheck kann grundsätzlich auf jedes Konto eingezahlt werden. Er kann nur nicht bar ausgezahlt werden. Bei meiner Bank z.B. werden Verrechnungsschecks unter Vorbehalt auf das Konto eingebucht und erst nach Geldeingang durch den Scheckaussteller freigegeben. Bis dahin kann ich maximal 50% davon ausgeben. Ist auch ok.

Wenn die Versicherung mient, dein Neffe kann den Rest behalten, umso schöner für ihn (allerdings verstehe ich das nicht ganz).

Wann ist der Vermieter wieder da? Manche V-Schecks müssen in einer bestimmten Frist eingelöst wrden.

KHelga
03.09.2006, 19:31
Hallo liebe Akademikerin,

danke für Deine Info.

Der Vermieter ist einige Wochen verreist. Er hat aber, wie schon geschrieben, meinem Neffen auf den AB gesprochen, dass er den V-Scheck einlösen und die Differenz behalten kann.

Mehr weiß ich auch nicht. Aber mein Neffe hat mir bestimmt die Wahrheit gesagt. LÜGEN kann ich nämlich nicht leiden und das weiß er :-)

Alles Gute für Dich und

Minniemaus
03.09.2006, 21:11
@ Helga
Ein Verrechnungs-Scheck kann grundsätzlich auf jedes Konto durch den Überbringer eingezahlt werden und darf nicht wie zuvor bereits geschrieben nicht bar ausgezahlt werden.

Vielleicht haste den V-Scheck mit einem Order-Scheck verwechselt, denn dieser muss wiederum vom Adressaten rückseitig persönlich unterschrieben werden bevor er auf ein Konto eingezahlt werden kann.

LG
die Minniemaus

Inaktiver User
03.09.2006, 21:46
Die Aussage der Versicherung kann ich nicht ganz glauben ehrlich gesagt . Grundsätzlich ist man als VN verpflichtet den Schaden so gering als möglich zu halten ( Kostenminderungspflicht ) Es wäre mir völlig neu das Versicherungen auch gerne mal etwas mehr bezahlen als nötig . Besser nochmal mit der Versicherung genau abklären bevor man sich in Bereichen bewegt die als betrügerisch gewertet werden könnten .

KHelga
04.09.2006, 02:34
Vielen Dank für Eure Meinungen und Hilfe. Werde sie so an meinen Neffen weitergeben.

@Gallo es IST ein V.-Scheck.

Margali62
04.09.2006, 09:00
Einfach mit Scheckeinreicher aufs Konto einreichen. Betrag wird mit 3 Tage späterer Valuta gutgeschrieben.
Wenn man eine Woche von der Sache nichts hört ist alles glatt gegangen. Konto dann nochmal checken!

Inaktiver User
04.09.2006, 17:36
Wenn die Versicherung auf Basis des Kostenvoranschlages zahlt, gehe ich davon aus, daß es kein Problem gibt. Der Schadensersatz steht dem Vermieter ja zu (2.200.-Euro). Was dieser mit dem Geld macht ist grundsätzlich seine Sache. Er kann den Schaden für 2.200.-Euro von einem teueren Betrieb reparieren lassen, er kann den Schaden auch von einem günstigeren Betrieb reparieren lassen und den Rest behalten. Er kann aber auch gar nichts tun und das Geld direkt behalten (keiner schreibt z.B. vor, daß man sich einen bei einem Rotweinfleck auf einem Edel-Tepich danach einen neuen Edeltepich kaufen muß)...

Wenn der Vermieter nun für 1.200.-Euro reparieren lässt und sich den Rest nicht behält sondern dem Mieter schenkt, dann ist das vielleicht ein Fall für die Schenkungssteuer ;-) aber nicht das Problem der Versicherung.

Schöne Grüße

justii-g / Robert

Peter9
09.10.2006, 22:56
Hallo,

die vorlegungsfrist beträgt bei einem inländischen Scheck (aus dem Gedächtnis) eine Woche.

Danach kann, aber muß der Scheck nicht mehr eingelöst werden.

Die Postbank berechnet für die Einlösung keine Gebühren verlangt aber (früher) die Unterschrift des vorgesehenen Empfängers. Hier wohl schwierig, wenn es noch so geregelt ist.

Peter