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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie höflich Süsses ablehnen?



Inaktiver User
01.09.2006, 12:58
Hallo zusammen

Ich habe beschlossen, mit dem Süssen aufzuhören und möglichst wenig Zucker zu mir zu nehmen.

Da ich schlank bin, verstehen dies die wenigsten und wann immer ich eingeladen bin, dann versuchen sie mir fast mit Gewalt, ein Stück Kuchen reinzustopfen.

Eine Freundin hat mich z.B. eingeladen und da sie dazu neigt, mich üppig zu bewirten und knapp bei Kasse ist, dachte ich, ich sag ihr, dass sie meinetwegen keinen Nachtisch zu kaufen braucht. (Das Geld kann sie sich ja wirklich sparen.)

Denkste, wird kaum akzeptiert. "Nimmst du denn nicht ein kleines Stück Kuchen, nur ein kleines Stück?", war die Frage etwa dreimal nach meinem jeweiligen Nein gestellt.

Wie mach ich dies? Es ist mir zuwider unhöflich zu sein und Essen grundsätzlich abzulehnen, aber ich möchte mich auch nicht zu etwas vergewaltigen lassen.

Kennt jemand das Problem?

Dr.Watson

Inaktiver User
01.09.2006, 13:04
In meinem Bekanntenkreis weiss jeder, dass ich mir nichts aus Süßigkeiten mache, kein Problem. Bin ich bei fremden Leuten eingeladen, esse ich höflichkeitshalber ein Stück Kuchen oder etwas Nachtisch, sie haben sich Mühe gemacht, und das respektiere ich. Übrigens esse ich es ohne zu betonen, dass ich sowas normalerweise nicht esse. Es reicht eigentlich, wenn ich zu Hause auf die süssen Sachen verzichte, das Stückchen Kuchen in Gesellschaft ist für mich okay.

Inaktiver User
01.09.2006, 13:23
Hallo

Danke für deine Message.

Aber das ist ja gerade das Problem: ich wollte nicht, dass sich meine Freundin Mühe macht und ich esse nur ein kleines Stück und habe es ihr daher vorher mitgeteilt.

Aber es wird nicht akzeptiert, sie will einfach, dass ich ein wenig Kuchen essen und ehrlich gesagt fühle mich mich da ein wenig in meiner Freiheit eingeengt. Ich möchte nichts essen, was mir nicht gut tut, nur um jemandem einen Gefallen zu tun und ich warne die Leute ja sogar vor.

Dr. Watson

Inaktiver User
01.09.2006, 13:26
Lehne ein paarmal alles ab, dann hat es auch der Letzte verstanden. Wenn Du es freundlich erklärt hast und die Menschen es wissen, finde ich es auch nicht unhöflich, nett aber bestimmt NEIN DANKE zu sagen. Irgendwann hören sie auf, Dich zu nötigen:lachen:

Inaktiver User
01.09.2006, 14:19
Ich bin kein Fan von Süßigkeiten, und lehne diese meistens auch höflich, aber mit Nachdruck ab. Wer mich wirklich mag, versteht und akzeptiert das auch.
Generell bin ich der Meinung, daß ich selbst entscheiden darf, was ich esse und was nicht. Ich bin Vegetarierin und habe schon etliche "Bekehrungsversuche" wohlmeinender Mitmenschen hinter mir.
Ähnlich geht es einem Bekannten, der keinen Alkohol trinkt - auch er muss sich so manchem Überredungsversuch stellen.
Mir hilft es, freundlich aber bestimmt zu erklären, warum ich manche Sachen nicht esse, mit dem Hinweis, das bitte zu akzeptieren. Nicht überreden/überrollen lassen, sondern bei der Stange bleiben und Konsequenz zeigen!
Anfangs hat mich das Überwindung gekostet, aber mittlerweilen kann ich mich da gut durchsetzen.
So wird es auch bei Dir sein - erst mal reagiert Deine Umwelt befremdet auf Dein neues Verhalten, aber sie werden es nach und nach verstehen.
Erkläre denen, die Dir wichtig sind, warum Du bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr willst und Du konsequent bleibst.
Wer Dich wirklich mag, wird damit klar kommen.
LG Ruby

Lakritze
01.09.2006, 15:09
Wie mach ich dies? Es ist mir zuwider unhöflich zu sein und Essen grundsätzlich abzulehnen, aber ich möchte mich auch nicht zu etwas vergewaltigen lassen.

Ich finde es nicht unhöflich, etwas zu Essen abzulehnen, ich finde es unhöflich, wenn ich so penetrant dazu genötigt werde, etwas zu nehmen. :knatsch:
Beim ersten Versuch sage ich freundlich nein, danke. Beim zweiten schon etwas bestimmter. Und beim dritten Versuch dann schon mit einem Unterton, daß es fortan keiner mehr probiert.

Regenwurm
01.09.2006, 15:10
Nebenbei bemerkt: Ich finde es umgekehrt ausgesprochen unhöflich, Gästen nach zwei Nein's immer noch Essen aufzwingen zu wollen...

Es hilft wohl nur, konsequent abzulehnen, und unaufgefordert auf deinem Teller aufgetauchtes Essen - alles schon erlebt - liegen zu lassen (zugegebenermassen ein Extremfall...)

Didi50
01.09.2006, 15:33
An sich müsste ein "nein Danke" reichen"!

Ich lehne seit Jahren alles ab, was ich nicht essen möchte. Ich kenne das insbesondere bei Kuchen. Ich mag keinen Kuchen und esse auch praktisch nie einen. Ich sag dann "nein Danke, aber ein Tasse Kaffee wäre schön" oder so was.
Leider gibt es Leute, die einem dann trotzdem ein Stück Kuchen auf den Teller packen. Den lasse ich dann stehen.

Meiner Schwester geht es so mit Alkohol. Sie trinkt keinen Alkohol und hört trotzdem immer wieder: komm halt, ein Glas Sekt zum anstoßen!

Warum können die Leute nicht akzeptieren, dass jemand gewisse Nahrungsmittel nicht zu sich nimmt?

Inaktiver User
01.09.2006, 16:11
Ich will mal wieder den süßen Dingen des Lebens entsagen - und wenn ich in so einer Phase bin, finde ich Bekehrungsversuche höchst erheiternd, da meist sehr lächerlich. Fängt es an nervig zu werden, wird ein genervter Unterton in der Stimme dazu geschaltet, der sehr schnell klar macht, dass es nun reicht. In jeglicher Hinsicht.

Eine ein- oder zweimalige freundliche Ablehnung hat respektiert zu werden; ist ja, als würde man am Verstand des anderen zweifeln, wenn man dem partout irgendwas Essbares aufdrängen will.

Horus
01.09.2006, 16:19
Ich finde auch: konsequent ablehnen. Und als Begründung hat sich immer noch am besten bewährt: "ich mag keine Süssigkeiten". Das wird am ehesten respektiert.

Alle anderen Erklärungen, im Stil von: "Süssigkeiten tun mir nicht gut", "ich möchte aus den-und-den Gründen keine Süssigkeiten mehr essen" führen meistens zu einem langen Hin und Her von Argumenten und zu beidseitigen Empfindlichkeiten und dann ists schnell vorbei der Höflichkeit und der guten Stimmung.
Bei Vegetariern ist das ähnlich. "Ich mag kein Fleisch" als Begründung fürs Nicht-Fleischessen wird meist geschluckt, eine Begründung wie "ich möchte aus ethischen Gründen kein Fleisch essen" führt zu einer Riesendiskussion.

Denn über Ethik lässt sich streiten. Über Geschmack hingegen nicht. Das wird meistens akzeptiert.

Otter
04.09.2006, 14:31
naja, es ist nicht die beste lösung, aber bei ganz hartnäckigen mitmenschen kann man sich ja noch auf seine gesundheit berufen.
notfalls reagiert man eben "allergisch" auf zucker, oder der darm verträgt es nicht, so dass man heftige bauchkrämpfe bekommt...
nicht ehrlich, wird aber klaglos akzeptiert!

ErikaH
09.10.2006, 14:59
An sich müsste ein "nein Danke" reichen"!

Stimmt, aber leider ist das nicht selbstverständlich. Ich bin häufig bei älteren Leuten zu Gast, bei denen es oft noch zum gesellschaftlichen Ritual gehört, mindestens zwei weitere Male zum Essen (von was auch immer) aufzufordern. Da bedarf es höflicher Hartnäckigkeit...


Sie trinkt keinen Alkohol und hört trotzdem immer wieder: komm halt, ein Glas Sekt zum anstoßen!

Genau das höre ich auch häufig. Aber erfreulicherweise wird zunehmend akzeptiert, dass man Alkohol nicht möchte. Wobei ich allerdings meist dazu sage, dass ich ein Glas Sekt gerne nähme, wenn ich nicht noch Auto fahren müsste.

Ich trinke allerdings grundsätzlich keinen Kaffee.
Auch das nehmen Gastgeber, die meine Abneigungen bis dahin nicht kannten, erfreulicherweise meist gelassen hin, auch wenn sie eigens welchen vorbereitet haben. Ich bitte dann allerdings auch nie um Tee (schlechter wäre mir ein Grauen), sondern sage, dass ich gerne ein Glas Wasser oder Saft nehme - das haben die meisten Leute im Haus.

Inaktiver User
09.10.2006, 15:45
das problem ist glaube ich,d ass man alternativen anbieten muss. mir wäre es als gastgeberin auch unangenhem, wenn alle einen nachtisch essen nur eine sitzt "dumm herum" ohne etwas zu essen.

versuchs doch mal so: telefonisch anmelden und dazu sagen, dass man keine süßigkeiten mag und vorschlagen, dass man doch stattdessen mal eine käseplatte als nachtisch reichen kann. und du kannst dich gleich anbieten, dass du gerne eine vorbereitest und mitbringst. (oder etwas anders als käseplatte...mir fällt kein anderes beispiel ein). dann hält sie es für eine gute idee und macht es selbst oder sie ist dankbar für deinen vorschlag. das geht natürlich nur bei guten bekannten. wenn man wo fremd ist, einfach dankend ablehnen und vielleicht nach einem kaffee/tee fragen....

zork
09.10.2006, 17:06
Ich will mal wieder den süßen Dingen des Lebens entsagen -.

Warum diese Askese, bist du zu dick?

Inaktiver User
09.10.2006, 22:24
Warum diese Askese, bist du zu dick?


Aber klar doch.

Inaktiver User
10.10.2006, 11:00
Aber klar doch.
Wer ist das nicht?

Bei besonderen Anlaessen verzichte ich aber auf jede Form der Askese. Wenn jemand Sahnetorte auftischt, nehme ich gern noch ein drittes Stueck. :hunger:
Ausgerechnet bei einer Einladung sollte man nicht auf seine Diaet bestehen (sofern diese nur der Gewichtsabnahme dient). Ich finde es immer bloed, wenn meine Gaeste mit dem Argument, dass das liebevoll zubereitete Dessert direkt auf die Huefte geht, selbiges ablehnen.
Es macht ueberhaupt nichts, wenn man mal(!!!) nicht darauf achtet und sich die Kalorienbombe mit Genuss einverleibt.

Von der einen Mousse au Chocolat nimmt man normalerweise nicht gleich drei Kilo zu.
Darum ist das einzige Argument, das ich in dem Fall gelten lasse, dass derjenige einfach nichts suesses mag. Und solche Leute habe ich schon getroffen... (Fuer die hole ich dann auch gern ein paar Cornichons aus dem Kuehlschrank.)

D.

Inaktiver User
10.10.2006, 11:19
Ist wie mit dem Rauchen: Hier und da 'ne Ausnahme und ich hänge wieder an der Fluppe wie ein Süchtiger an der Nadel. So ähnlich läuft es mit süßen Speisen ab ;o) ... da ist es für mich einfacher gar nichts davon zu konsumieren (derzeit bin ich von "gar nichts" aber weit entfernt :freches grinsen:)

Wenn ich dann aber nicht will, dann will ich einfach nicht - das muss ich weder begründen noch muss man dann beleidigt sein. Bereitet man ein aufwendiges Dessert zu, kann man vorher auch abfragen, ob der kommende Gast das überhaupt essen mag bzw. generell Desserts mag.

Inaktiver User
10.10.2006, 13:11
:

Inaktiver User
10.10.2006, 13:11
das problem ist glaube ich,d ass man alternativen anbieten muss. mir wäre es als gastgeberin auch unangenhem, wenn alle einen nachtisch essen nur eine sitzt "dumm herum" ohne etwas zu essen


Darum ist das einzige Argument, das ich in dem Fall gelten lasse, dass derjenige einfach nichts suesses mag. Und solche Leute habe ich schon getroffen... (Fuer die hole ich dann auch gern ein paar Cornichons aus dem Kuehlschrank.).

Mannomann, warum MUSS man denn unbedingt eine Nachspeise essen ? :wie?: :unterwerf:

Mal davon abgesehen, daß ich Süßes nicht mag, bin ich nach einer Suppe als Vorspeise schon so satt, daß ich den Hauptgang runterwürgen muß - eine Nachspeise bekomme ich schon garnicht rein.

Manchem reicht eben schlichtweg EIN Gang - aber das wird einem auch nicht geglaubt, wenn man nicht gerade anorektisch aussieht ...:unterwerf:

Ansonsten: Das ich Fisch etc nicht mag - ich könnte alleine von dem Geruch k...en - wird auch gerne mit Bekehrungsversuchen ("Ist doch sooo gesund") beantwortet. Da bewährt sich seit vielen Jahren, daß ich - leider, leider - eine "Meeresfrüchteallergie" habe ...:freches grinsen: :smirksmile:

PS: Und gerade Mousse-aux-chocolat liegt einem ja wie ein Ziegelstein im Magen .... *würg* Muß es mir wirklich schlechtgehen, nur damit der Gastgeber Freude hat ?!

Inaktiver User
10.10.2006, 13:48
PS: Und gerade Mousse-aux-chocolat liegt einem ja wie ein Ziegelstein im Magen .... *würg* Muß es mir wirklich schlechtgehen, nur damit der Gastgeber Freude hat ?!

dich würde ich wahrscheinlich auch nur einmal einladen, wenn es dir bei einem netten essen denn so schlecht geht und man dich ja eigentlich nur quält.

wieso nimmst du essens-einladungen überhaupt an, wenn es für dich so eine qual ist? dann geh mit den leuten ins restaurant, da kannst du essen was und so wenig du willst.

Inaktiver User
10.10.2006, 14:04
dich würde ich wahrscheinlich auch nur einmal einladen, wenn es dir bei einem netten essen denn so schlecht geht und man dich ja eigentlich nur quält.

wieso nimmst du essens-einladungen überhaupt an, wenn es für dich so eine qual ist? dann geh mit den leuten ins restaurant, da kannst du essen was und so wenig du willst.

Was hast Du denn für ein Problem ? :wie?:

Mein Posting bezog sich auf Dorys Statement, daß sie "kein Argument gelten ließe", wenn jemand keinen Nachtisch mehr möchte (und wer kein Mousse ißt, MUSS dann eben was Anderes nehmen).

Lädst Du Leute ein, um Ihnen eine Freude zu machen und einen netten Abend zu haben, oder um Ihnen Deinen Willen aufzuzwingen ?

Ich faste gerne den ganzen Tag, esse Vorspeise + Hauptgang und lobe die Gastgeberin für das leckere Mahl. Aber wenn ich keinen Nachtisch will, will ich keinen. Basta.

Sorry, aber das jemand die Menge bestimmt, die ich zu mir zu nehmen habe, habe ich zuletzt als Kind bei meiner Oma erlebt ... Auf "Freunde", die in diese Rolle schlüpfen wollen, kann ich gerne verzichten ... :knatsch:

AnnaM
10.10.2006, 17:15
Was hast Du denn für ein Problem ? :wie?:
Lädst Du Leute ein, um Ihnen eine Freude zu machen und einen netten Abend zu haben, oder um Ihnen Deinen Willen aufzuzwingen ?


Das kann man aber auch andersherum sehen:
Nimmst du eine Einladung zum Essen an, um Ihnen eine Freude zu machen und einen netten Abend zu haben, oder um ihnen Deinen Wilen aufzuwingen?

Wenn ich zum Essen eingeladen werde, esse ich auch, warum sollte ich so eine Einladung denn sonst annehmen?
Und mich hat noch nie jemand bei einer Einladung zum geselligen Beisammensein ohne Essen gezwungen, von den Chips, Erdnüssen, Käsehäppchen, Süßigkeiten etc., zu essen!

Gruß
Anne

Inaktiver User
11.10.2006, 00:18
Manchem reicht eben schlichtweg EIN Gang - aber das wird einem auch nicht geglaubt, wenn man nicht gerade anorektisch aussieht ...
Bei einem mehrgaengigen Menue nimmt man eigentlich von jedem Gang so wenig, dass man auf jeden Fall auch den Nachtisch noch reinkriegt.
Das wird leider haeufig falsch gemacht und jeder Gang ist so ueppig berechnet, dass man davon alleine schon satt wird.

Und natuerlich MUSS niemand einen Nachtisch nehmen, wenn er nicht will. Nur das Argument, dass der dick macht, finde ich bloed.
"Oh nein, den Pudding kann ich auf keinen Fall essen, der geht ja sofort auf die Huefte." Ne, is klar. Das halbe Blech Pizza vorher war ueberhaupt kein Problem, nur das kleine Schaelchen Pudding hinterher, das haut so richtig rein.

D.

Lukulla
11.10.2006, 00:41
Ganz einfach:

*Ich darf keinen Zucker essen, sonst explodiert mein Kreislauf. Ich habe niedrigen Blutdruck und der Zucker treibt den so hoch, dass ich vom Stuhl falle.*

*Ich esse keinen Zucker. Nie. Ich habe Angst vorm Zahnarzt.*

*Meine Religionsgemeinschaft verbietet den Konsum von Zucker nach 17.00 Uhr*

Herrschaft, das kann doch nicht sooo schwer sein, dem Gastgeber zu sagen, dass man keinen Zucker essen möchte, oder :knatsch: ?

Inaktiver User
11.10.2006, 08:28
Das kann man aber auch andersherum sehen:
Nimmst du eine Einladung zum Essen an, um Ihnen eine Freude zu machen und einen netten Abend zu haben, oder um ihnen Deinen Wilen aufzuwingen?

Wenn ich zum Essen eingeladen werde, esse ich auch, warum sollte ich so eine Einladung denn sonst annehmen?

Ging es hier darum, dass jemand zur Einladung erscheint und alle Speisen verweigert?

Wo ist das Problem, wenn jemand am kompletten Essen teilnimmt und bei der Nachspeise aussetzt?

Dieses aufdringliche "nun-nimm-doch-endlich" kann die gute Stimmung bei Tisch belasten. Und warum sollte jemand seinen Körper zwingen, wenn der es doch gar nicht haben mag?
Das hab ich noch nie verstanden.

Jemand der den Nachtisch nicht essen mag, wird doch nicht mit vorwurfsvoller Miene den anderen beim Essen zusehen...

Meine Mutter ist auch so eine Meisterin im Aufdrängen bei Tisch. Da hat man ne nette Tischgesprächsatmosphäre und plötzlich soll man sich dafür rechtfertigen, weil man das ein oder andere nicht zu sich nimmt. Und vor allem alles schlucken. Irgendwann mal hat sie mir gesagt, früher hätte man das so gemacht, damit keiner hinterher sagen kann, er hätte nichts bekommen, man hätte ihm nichts angeboten, er sei schlecht bewirtet worden... Was ist das denn für eine Einstellung? Stopfen der Gäste um üble Nachrede zu verhindern? Eine ganz seltsame Angewohnheit...

Inaktiver User
11.10.2006, 09:55
@Binauchda,

Genau auf den Punkt gebracht !! :allesok:


Und natuerlich MUSS niemand einen Nachtisch nehmen, wenn er nicht will. Nur das Argument, dass der dick macht, finde ich bloed..

@Dory,
darum gehts doch garnicht.

Wie Poison schon schrieb: Wenn ein Schoko-Junkie sagt "Ich laß jetzt grundsätzlich von Süßkram die Hände, um mir die Lust darauf abzutrainieren", sollte er das auch genauso durchziehen.

Wenn er aber heute bei Dir ein bißschen Mousse ißt, morgen hat die Kollegin Geburtstag, wo man Kuchen essen muß und übermorgen ist man bei Oma, die doch erwartet, daß man vom Selbstgebackenen ißt .... Dann wird er diesen Vorsatz NIE IM LEBEN durchziehen können. Weils einfach zuviele fremdbestimmte Ausnahmen gibt.

Von den Leuten (wie mir) mal ganz abgesehen, die sich aus Süßkram einfach nichts machen.

Dafür trinke ich aber gerne ein Glas Wein mehr ...:smirksmile:

Inaktiver User
11.10.2006, 10:29
Und natuerlich MUSS niemand einen Nachtisch nehmen, wenn er nicht will. Nur das Argument, dass der dick macht, finde ich bloed.
Eigentlich würde ja auch ein schlichtes Nein genügen, manche tun sich aber schwer einfach nur höflich abzulehnen. Sie wollen noch eine Rechtfertigung abgeben. Und irgendwie stimmt das Argument ja doch, Pizza + Nachtisch haben tatsächlich mehr Kalorien als Pizza + ohne Nachtisch, dass dieses Essen insgesamt nicht zur Diät geeignet ist, ist doch eh klar, oder nicht? Und manchmal ist es schon schwer genug auf die kleine Portion Nachtisch zu verzichten... aber immerhin, es ist ein Anfang...

Inaktiver User
11.10.2006, 12:53
Wo ist das Problem, wenn jemand am kompletten Essen teilnimmt und bei der Nachspeise aussetzt?
Das ist ueberhaupt kein Problem. Ein Problem habe ich (persoenlich) nur mit dem Argument, dass nun ausgerechnet die paar Kalorien den Kohl fett machen sollen, wo der Gast vorher schon so viel verputzt hat, dass davon auch vier 1,95 grosse Bauarbeiter satt geworden waeren. Im konkreten Beispiel war das naemlich so.

Aber wahrscheinlich haben die Leute irgendwie den Drang sich zu rechtfertigen und ihre Ablehnung mit einem plausiblen Grund zu untermauern. Ich wuerde aber sowieso nie auf die Idee kommen, jemandem, der schon nein gesagt hat, doch noch ueberreden zu wollen. Ich draenge doch keinem was auf.

D.

Donna3
11.10.2006, 13:13
das problem ist glaube ich,d ass man alternativen anbieten muss. mir wäre es als gastgeberin auch unangenhem, wenn alle einen nachtisch essen nur eine sitzt "dumm herum" ohne etwas zu essen.

versuchs doch mal so: telefonisch anmelden und dazu sagen, dass man keine süßigkeiten mag und vorschlagen, dass man doch stattdessen mal eine käseplatte als nachtisch reichen kann. und du kannst dich gleich anbieten, dass du gerne eine vorbereitest und mitbringst. (oder etwas anders als käseplatte...mir fällt kein anderes beispiel ein). dann hält sie es für eine gute idee und macht es selbst oder sie ist dankbar für deinen vorschlag. das geht natürlich nur bei guten bekannten. wenn man wo fremd ist, einfach dankend ablehnen und vielleicht nach einem kaffee/tee fragen....

als gastgeberin respektiere ich, wenn meine gäste irgendwas nicht essen wollen/dürfen/können. wenn ich eine alternative anbieten kann, fein, wenn nicht, hat der gast pech gehabt.
ich habe mal bekannte eingeladen, die nichts davon erzählt haben, dass sie vegetarisch leben und auch keinen alkohol trinken. selber schuld, wenn man dann nur gemüse/salat und kartoffeln essen kann.

ich hasse es, wenn mir jemand was aufzwingen will. ich esse z.b. keine milchprodukte und wenn mir jemand die "leckere quarkspeise" aufdrängen will, reagiere ich nach der zweiten ablehnung leicht gesäuert.

bei alten menschen ist das ein bisschen anders. früher gehörte das ablehnen zu einem höflichkeitsretual.

Inaktiver User
11.10.2006, 13:20
ich habe mal bekannte eingeladen, die nichts davon erzählt haben, dass sie vegetarisch leben und auch keinen alkohol trinken. selber schuld, wenn man dann nur gemüse/salat und kartoffeln essen kann.
Das ist natuerlich nicht sehr schlau von denen. Aber dass jemand keinen Alkohol trinken mag ist doch nicht so aussergewoehnlich. Die Zeiten, wo man dafuer schief angeguckt und als nicht ganz normal angesehen wurde, sind doch eigentlich vorbei. Ich kenne nur wenige, die meine Abstinenz nicht problemlos akzeptieren.

Dory

Inaktiver User
11.10.2006, 13:59
Das ist natuerlich nicht sehr schlau von denen. Aber dass jemand keinen Alkohol trinken mag ist doch nicht so aussergewoehnlich.

Naja, Wasser und sowas hat ja jeder Gastgeber da.

Aber nicht vorher zu sagen, daß man Vegetarier ist, ist natürlich schon ziemlich dämlich.
Das ein Gastgeber ein Fleischgericht (oder Fisch) auftischt, dürfte ja wohl eher die Norm sein.

Inaktiver User
11.10.2006, 14:03
Das ist ueberhaupt kein Problem. Ein Problem habe ich (persoenlich) nur mit dem Argument, dass nun ausgerechnet die paar Kalorien den Kohl fett machen sollen, wo der Gast vorher schon so viel verputzt hat, dass davon auch vier 1,95 grosse Bauarbeiter satt geworden waeren. Im konkreten Beispiel war das naemlich so.

Hhhmmm .... Ich persönlich würde aber auch lieber 4 Portionen Pizza essen :hunger: , als nur 3 Portionen und dafür noch Mousse aux Chocolat ...:freches grinsen:
Wenigstens hat Deinem Gast Deine Pizza sehr gut geschmeckt.
:smirksmile:

Wenn schon überfressen, dann lieber mit leckeren Sachen ! :smirksmile: :freches grinsen:

Donna3
11.10.2006, 16:11
Das ist natuerlich nicht sehr schlau von denen. Aber dass jemand keinen Alkohol trinken mag ist doch nicht so aussergewoehnlich. Die Zeiten, wo man dafuer schief angeguckt und als nicht ganz normal angesehen wurde, sind doch eigentlich vorbei. Ich kenne nur wenige, die meine Abstinenz nicht problemlos akzeptieren.

Dory

damit habe ich auch kein problem. wie könnte ich. bei mir gibts immer wasser, preiselbeersaft, einen alkoholfreien apperitif etc.
bei den beiden kam eben nur beides zusammen, deshalb habe ich das erwähnt. wie sich herausstellte waren beide aa, aber das wusste ich eben nicht. dann ist es ziemlich blöd, wenn man wein etc. anbietet.

Inaktiver User
11.10.2006, 16:14
Ich esse immer extra weniger vom Hauptgang, damit auch ja noch Platz ist für den Nachtisch (bin absoluter Dessert-Fan). :hunger:
Dafür ist für mich grundsätzlich die Vorspeise uninteressant.

Jemanden zum Nachtisch oder sonstigen Süßspeisen zu zwingen, käme für mich nie in Frage. Ok, ist nicht ganz uneigennützig ---> um so mehr für mich! :smirksmile:

Inaktiver User
11.10.2006, 16:16
Wenigstens hat Deinem Gast Deine Pizza sehr gut geschmeckt.
Allerdings und ich bin ihm ja nicht boese, dass er den Pudding dann nicht mehr wollte.
Wenn die Gaeste alles bis auf den letzten Kruemel wegputzen und am Ende womoeglich noch traurig in den Topf schauen, dass er schon leer ist, ist das immer noch das beste Kompliment an den Koch.

Inaktiver User
11.10.2006, 16:33
wie sich herausstellte waren beide aa, aber das wusste ich eben nicht. dann ist es ziemlich blöd, wenn man wein etc. anbietet.

Nö, damit muß ein AA schon umgehen können (und kanns auch)... und auch damit, daß die anderen halt Wein trinken.

Mein Prof war AA und hat seine Doktoranden etc. jährlich zur selbstgebratenen Martinsgans nachhause eingeladen ... und natürlich gabs da auch Wein bis zum abwinken - nur für ihn halt nicht.

Und ähnlich kenne ich es auch von anderen alkoholkranken Bekannten.

Inaktiver User
11.10.2006, 16:34
Ich esse immer extra weniger vom Hauptgang, damit auch ja noch Platz ist für den Nachtisch (bin absoluter Dessert-Fan). :hunger:
Dafür ist für mich grundsätzlich die Vorspeise uninteressant.

Jemanden zum Nachtisch oder sonstigen Süßspeisen zu zwingen, käme für mich nie in Frage. Ok, ist nicht ganz uneigennützig ---> um so mehr für mich! :smirksmile:

Vielleicht sollten wir uns immer zusammen einladen lassen ... :freches grinsen: :erleuchtung:

Hopscotch07
12.10.2006, 16:31
Es ist nicht unhöflich, etwas abzulehnen. Allenfalls, wenn Du bei der Urgrossmutter zu Besuch bist und sie extra für Dich gebacken hat mit ihren 97 Jahren.......

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man ganz entschieden und klar (aber natürlich trotzdem höflich) ist, wird man von den wenigsten bedrängt. Und wenn jemand noch einmal nachfragt, sag ich halt noch einmal nein. Wenn man sich dahingehend allerdings ambivalent verhält, erfährt man wohl des Öfteren Unverständnis.

Und ausserdem: Wenn Du erst seit kurzer Zeit keinen Süsskram mehr isst, brauchen die Leute in Deinem Umfeld vielleicht ein wenig Zeit, sich daran zu gewöhnen. Aber wenn Du weiter machst, werden auch keine grossen Nachfragen mehr kommen.

Und zur Höflichkeitsfrage: es ist ebenso unhöflich jemanden zu etwas zu nötigen, wie etwas auf unnette Art abzulehnen!

Inaktiver User
12.10.2006, 16:36
Vielleicht sollten wir uns immer zusammen einladen lassen ... :freches grinsen: :erleuchtung:

Gerne! Jetzt brauchen wir nur noch einen dummen, der uns zusammen einlädt! :freches grinsen: