PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wenn Tiere nicht mehr gegessen werden dürfen ...



Inaktiver User
31.08.2006, 15:20
Ausgegliedert aus einem anderen Thread, da eine eigene Thematik beinhaltend.

***
Poison:

Und was machen wir mit all den Tieren, die dann nicht mehr gegessen werden (dürfen)?

Und wie ernähren wir die Tiere, die Fleischfresser sind? Züchten wir Fresstiere nur für unsere geliebten Haustiere? Nehmen wir da nicht bereits eine Wertung vor, welche Tiere 'wertvoller', nämlich uns näher sind?

Wenn das moralisch nicht mehr einwandfrei sein sollte (was es definitiv nicht wäre), wie ernähren sich dann Hunde, Katzen, Reptilien etc., die von Menschen gehalten werden? Sollen die sich dann künftig ihr Fleisch selber jagen, was der Natur wohl noch am nächsten käme?

WAS machen wir mit all den Tieren, die wir dann nicht mehr brauchen, wenn wir sie nicht mehr essen? Was?

***

Yassi:

Ääh Poison, wasn das?
Ich weiss jetzt nicht ob ichs verstanden habe?! Also ich hab ja nix davon geschrieben, dass keine Tiere mehr gezüchtet werden (dürfen) wenns mir auch lieber wäre.
Aber nehmen wir mal den LEIDER unwahrscheinlichen Fall an, dass auf der ganzen Welt die Züchterei aufhört weil die Leute die göttliche Eingebung haben, dass sie ihre Erdenmitbewohner nicht fressen sollen,d ann gäbs die nicht und man müsste sie auch nicht ernähren, oder? Mit den Katzen und Hunden hats allerdings ein Problem, da hast du recht. im Ernst: Natürlich hat diese Art der Haustierhaltung auch nix mit Natur zu tun. Seitdem wir bestimmte Tiere domestiziert haben sind sie uns mit Gedeih und Verderb (meistens letzteres) ausgeliefert, auch weil sie sich nicht mehr alleine ernähren können. Wir hören also auch mit der Kuscheltierzüchterei auch auf, bin ich sowieso dafür! Und wenn alle ihre Haustiere kastrieren lassen hört sich das bald auf wenn das letzte an Altersschwäche gestorben ist. Wäre sicher für alle Beteiligten das Beste. ich weiss , da gibts Schwächen in meiner Argumentation, können wir auch weiterverfolgen, sollten dazu aber einen anderen Strang aufmachen denke ich. Bin jetzt bis Mintag nicht mehr erreichbar, dann sehen wir weiter, wenn du magst.
Yassi

***

Inaktiver User
31.08.2006, 15:26
Meine Frage würde eher dahin gehen, was machen wir mit den jetzigen Tieren, wenn von heute auf morgen die göttliche (? oder natürliche? oder menschliche?) Eingebung über die Menschheit kommen würde und niemand mehr Fleisch essen würde.

Wohin mit all den Milliarden Rindern, Schafen, Pferden, Schweinen, Hühner? Alle kastrieren und dann eines natürlichen Todes sterben lassen? Ist Kastration nicht auch ein ungeheurer Eingriff in die Natur?

Hunde und Katzen und sonstige Kuschel-Haustiere aus der menschlichen Gesellschaft zu entlassen ist nun noch utopischer als die Vorstellung, dass kein Mensch mehr Fleisch isst, das kann man wohl wirklich getrost vergessen. Wie aber unsere fleischfressenden Haustiere versorgen? Für uns Menschen dürfen keine Tiere mehr sterben, aber durch uns Menschen für unsere Tiere? Wie sollte das noch moralisch / ethisch vertretbar sein?

Würde die Antwort Kastration lauten, dann würden über kurz oder lang recht viele Tierarten aussterben. Wollen wir das? Wohl eher nein. Also mit ausgewählten Tieren dürfte weitergezüchtet werden - wer wählt aus? Züchten für den Heimbedarf? Welche Menschen dürfen weiterhin Gott spielen? Züchten nur für die Arterhaltung wäre auch ein Eingriff in die Natur.

Horus
31.08.2006, 15:40
Ich finde es problematisch, die Grenze zwischen "Natur/natürlich" und "unnatürlich/künstlich" zu ziehen.

Man könnte nämlich auch so argumentieren:
Der Mensch hat auf natürlichem Wege, nämlich durch die Evolution, die Fähigkeiten und Kapazitäten erhalten, seine Umwelt nach seinen Vorstellungen zu gestalten (wie es übrigens auch viele Tierarten im Rahmen ihrer Kapazitäten tun). Die Fähigkeit von uns Menschen, Tiere zu züchten, ist eine auf natürlichem Wege erworbene Fähigkeit. Die Fähigkeit von uns Menschen, in die Natur einzugreifen und sie zu verändern, sei das nun in pflegendem oder in zerstörendem Sinne, ist ebenfalls eine auf natürlichem Wege erworbene Fähigkeit. Ergo ist alles, was mir machen, natürlich.

Das heisst jetzt noch lange nicht, dass es deswegen auch "gut" ist. Das ist eine ganz andere Frage. Aber es ist natürlich.
Ob wir nun diese natürlichen Fähigkeiten und das auf natürlichem Wege erworbene Potenzial zum Guten oder zum Schlechten einsetzen (wer definiert das übrigens?), das ist unsere Entscheidung. Auch die Tatsache, dass wir zu dieser Entscheidung fähig sind, ist natürlich - eine auf dem natürlichen Wege der Evolution herausgebildete Fähigkeit.

Ich bin der Meinung, dass es nichts bringt, darüber zu diskutieren, was natürlich ist und was nicht. Das einzig Entscheidende - das, was nämlich greifbare Resultate bringt - ist die Diskussion darüber, was "gut" oder "schlecht" ist. Also die moralische Diskussion. Das hat aber rein nichts mit "natürlich/unnatürlich" zu tun.

Inaktiver User
31.08.2006, 15:51
Das heisst jetzt noch lange nicht, dass es deswegen auch "gut" ist. Das ist eine ganz andere Frage. Aber es ist natürlich.
Ob wir nun diese natürlichen Fähigkeiten und das auf natürlichem Wege erworbene Potenzial zum Guten oder zum Schlechten einsetzen (wer definiert das übrigens?), das ist unsere Entscheidung.

Ja. Der Natur ist es herzlich gleichgültig, ob etwas "gut" oder "schlecht" ist, da wird nicht gewertet. Die Maus findet es sicherlich sehr schlecht, was die Katze mit ihr veranstaltet.

Pragmatismus. Ich neige zum Pragmatismus - wie soll man mit dem Überschuss an Tieren umgehen, der sich ergeben wird, würden die Menschen allesamt Vegetarier werden?

Wenn das oberste Gebot "Leben schützen!" immer und überall und für alles und jeden gilt, wie würden fleischfressende Haustiere ernährt werden, wenn der Mensch für die Ernährung dank Domestizierung verantwortlich ist?

Was wäre mit so kleinen Detailfragen, wie z. B., ob man Eier noch essen dürfte.


Alle Menschen sollen Vegetarier werden, um das Unrecht an den Tieren zu beenden ... das ist schnell gerufen, aber wie mit den Folgen umgehen?

Tszimisce
31.08.2006, 21:11
Zum Glück ist die Fragestellung so abgehoben und undenkbar, daß man sich dazu gar keine Antwort ausdenken muß. Genauso könnte man fragen, was man mit den ganzen Soldaten machen soll, wenn endlich der globale Frieden ausbricht...

Mein Rat wäre, sich nicht mit so irrationalen Fragestellungen zu belasten. Erleichtert das Leben ungemein.

Inaktiver User
31.08.2006, 21:21
Och, ich find das schon interessant - zumal ich öfter (unterstellt) ernsthafte Ansichten darüber höre / lese, dass alle Menschen doch Vegetarier werden sollten. Die Absicht dahinter mag ja ... hmhmm ... edelmütig sein, nur die praktische Umsetzung stelle ich mir äußerst schwierig vor.

Inaktiver User
01.09.2006, 11:06
Nunja,

es gibt durchaus Menschen, die ihre Tiere vegetarisch ernähren. Grade in der Hundehaltung natürlich.

Ich halte davon nichts.........

Der Hund ist für mich ein Fleischfresser, d.h. Fleisch ist die Basis seiner Ernährung.

Der Gedanke gefällt mir eigentlich gut, dass der Hund demnächst sein Abendessen selbst einfängt.

Trotz allem ein indiskutabler Ansatz.

Ob ich meinen Hund durch die Versorung mit Fleisch aufwerte, z.B. über das Rind stelle. Ich meine nicht. Essen und gegessen werden gehört für mich grundsätzlich in der Tierwelt dazu.

Ich kann nur beim Kauf des Hundefutters darauf achten, dass ich tierversuchfreies Futter kaufe und die getöteten Tiere einer artgerechteren Haltung entstammen.

Das mache ich, indem ich Futter aus einem kleinen Familienbetrieb (Koebers) kaufe. Das war allerdings nicht immer so, es ist mir schwergefallen, hier etwas vergleichbares zu finden.

Ich bin Vegetarierin weil ich kein Fleisch mag und meine persönliche Einstellung in diese Richtung geht.

Dies allen Menschen aufzuerlegen halte ich für..... unnatürlich.

Grundsätzlich bin ich aber absolut dafür, dass die Menschen besser kontrollieren sollten, wo sie ihr Fleisch herbeziehen um auf diese Art und Weise die Haltungsbedingungen für die Tiere erheblich zu verbessern und zu optimalisieren.

Inaktiver User
06.09.2006, 12:46
Alle Menschen sollen Vegetarier werden, um das Unrecht an den Tieren zu beenden ... das ist schnell gerufen, aber wie mit den Folgen umgehen?

natürlich geht so etwas nicht von heute auf morgen. man müsste staatliche übergangsfristen setzen, die bauern müssten entschädigt und umgeschult werden, die tiere müssten in gehegen untergebracht werden, dafür bräuchte man wieder pfleger, außerdem müssten sie kastrriert werden, weil wir sonst sehr schnell eine überpopulation haben usw...

ich glaube aber nicht daran, dass wenn der mensch einmal die natur aus dem gleichgewicht gebracht hat, dass er das auch wieder "reparieren" kann. das funktioniert nicht. so weit muss man aber gar nicht gehen. es würde schon ausreichen den fleischkonsum einzuschränken, dann könnte das fleisch teurer werden und in bessere haltungsbedingungen für tiere investiert werden. damit diese tiere wieder anständig und "glücklich" leben können. leider wird das nicht ohne staatliche repressionen gehen, weil der mensch die fähigkeit hat, bestimmte dinge auszublenden und sich einfach keine gedanken zu machen wie das tier gelitten hat, dass er gerade genießen kann.

Avocado
06.09.2006, 16:51
es würde schon ausreichen den fleischkonsum einzuschränken, dann könnte das fleisch teurer werden und in bessere haltungsbedingungen für tiere investiert werden. damit diese tiere wieder anständig und "glücklich" leben können.
:kuss:
Das denke ich auch. Der Fleischverzehr ist ja nicht grundsätzlich verwerflich, sondern die Haltungs- und Tötungsbedingungen der Massentierhaltung sind es.

Ich esse kein Fleisch (aber Fisch, mit schlechtem Gewissen), aber ich halte meinen Mann nicht davon ab, sich sein Schnitzel in die Pfanne zu hauen. Wenn er meint, er kann nicht ohne ... daran, dass er nur noch Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren kauft, arbeite ich noch :niedergeschmettert:.

Meine Hunde kriegen frisches, rohes Fleisch und Knochen (soweit möglich, Bio). Sie sind schließlich Fleischfresser und können sich nicht anders ernähren. (Vegane Hunde- oder gar Katzenernährung ist für mich Tierquälerei).
Ich hingegen kann mich anders entscheiden und meine Lebensmittel so auswählen, dass ich keine Mangelerscheinungen kriege. Für mich müssen also keine Tiere geschlachtet werden und meine Eier und Milchprodukte kauf ich öko.

Die Frage, was geschieht, wenn von heute auf morgen kein Mensch mehr Fleisch isst, stellt sich doch gar nicht.
Aber dass im Lauf der Zeit mehr Menschen etwas weniger (und dafür besseres) Fleisch essen, das ist doch eine mögliche Perspektive für Mensch und Tier.

Rosengarten
11.09.2006, 19:24
Hallo,

komisches Thema, muß ich sagen. Aber beim Lesen ist mir aufgefallen, daß sich hier noch kein Tierhalter (außer Hund und Katze) gemeldet hat.
Ist doch klar, was passieren würde, wenn plötzlich keiner mehr Fleisch essen würde: Die Tiere müßten alle notgeschlachtet
werden! Wer soll denn das ganze Futter bezahlen? Woher sollen die ganzen Flächen kommen für die evtl. Freilandhaltung in "Gehegen", wie hier gesagt wurde? Wald abholzen? Und die vielen Tiere, die durch jahrhundelange Züchterei gar nicht darauf eingestellt sind, ein langes, gesundes Leben zu führen? Masthähnchen, die vor lauter Gewicht nicht mehr laufen können, sich quälen lassen, Schweine alle an Herzinfarkt sterben lassen, Kühe alle bei Geburt ihres ersten Kalbes eingehen lassen (welche Kuh gebärt heute noch allein und ohne Hilfe?) ???
Es wäre wirklich Tierquälerei aller erster Güte, diese ganzen Spezialzüchtungen einfach leben zu lassen. Seid ihr denn persönlich bereit, zusätzlich für ein/zwei Tiere eine Krankenversicherung und zusätzlich das Futter zu zahlen? Und natürlich die Pflege?
Das sind die Fragen, die sich in der Realität stellen würden!
Ich bin nicht bereit und in der Lage für ein Überlebenstier monatlich 200 bis 400 Euro hinzulegen! Und das muß man schon veranschlagen, denke ich, wenn man die Tiere (Kühe, Schweine) artgerecht und vernünftig halten will.

LG
Rosengarten

Borealis
17.09.2006, 21:33
Wie aber unsere fleischfressenden Haustiere versorgen?

Ich schätze mal, daß das Fleisch von Tieren, die eines natürlichen Todes gestorben sind, dann völlig ausreichen würde.

Was die Versorgung angeht - und das für deinen völlig hypothetischen Fall, den auch der extremste Veganer so vermutlich nicht anstreben würde:
Ich glaube schon, daß, wenn man sämtliche Zäune niederreissen würde, und alle Stalltiere in die Freiheit entlassen würde, es immer noch genug Wiesenflächen gäbe, auf denen sich die Tiere ernähren könnten. Irgendwo kommt das Futter jetzt ja auch her, halt nur in getrockneter Form, und zum Teil importiert aus 3.-Welt-Ländern.
Stellt sich die Frage, was mit anderen Ertragsflächen passieren würde.
Die müsste man vermutlich erstmal etwas schützen. Da allerdings der Energiegehalt - also die Futtermenge - die in ein Stück Fleisch gesteckt wird, ungleich höher ist, als die Menge, die man 'direkt' verzehren könnte, müsste man weltweit gar nicht mehr soviel Ackerbau betreiben.