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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremdgeher - "Vergewaltiger" ?



Inaktiver User
31.08.2006, 09:58
*** Beitrag gelöscht ***

Tszimisce
31.08.2006, 10:09
Ich sehe es anders, auch wenn ich etwas nachvollziehen kann, was dich zu dem Gedankengang bringt. Aber die "seelische Gewalt", die du erwähnst, war ja nicht wirklich Gewalt, sondern Hinterhältigkeit und Lüge. Gewalt wäre es in meinen Augen, wenn er mit Sprüchen wie "wenn du mich liebst, dann..." oder "Wie kannst du mir das antun" gekommen wäre, um dich ins Bett zu kriegen.

Als Mißbrauch kann ich es durchaus sehen, er hat dich benutzt, um seine körperlichen Bedürfnisse noch mal zu befriedigen, dir eine heile Welt vorzugaukeln und dich an sich zu binden. Insgesamt würde ich die Situation aber eher als "versuchte fahrlässige Tötung" einstufen (wenn wir schon Fachbegriffe neu definieren ;-))

Inaktiver User
31.08.2006, 10:19
*** Beitrag gelöscht ***

Lelayna
31.08.2006, 12:08
Liebe Sheila,

wie auch immer die juristische Situation ist und wie auch immer man es nennen kann oder nicht, leider wird niemand, der es nicht selbst erlebt hat, verstehen können, wie wir uns fühlen.

Ich habe das Ganze erst nach dem Trennungsschmerz und später der Trennungswut so richtig realisiert (und natürlich nachdem ich endlich beim Frauenarzt war). Es war für mich wie ein Schock und ich kann immer noch nicht so richtig damit umgehen, hab es auch niemandem (außer hier im Forum) erzählt. Ich stelle mir oft vor, was er mir noch alles hätte(?) übertragen können und mir wird ganz schlecht vor so viel Skrupellosigkeit. Ich glaube auch, daß mein Ex bis heute nicht versteht, was es bedeutet und ich glaube, er wird irgendwann wieder ungeschützt fremdgehen.

Es macht mich traurig und verzweifelt, daß es so viele Menschen gibt, die nur sich selbst und ihre Bedürfnisbefriedigung kennen. Traurig.

Kappuziner
31.08.2006, 13:35
Sheila,
hättest du denn mit ihm geschlafen, wenn du gewusst hättest, dass er dich mit einer anderen betrügt, dabei aber Kondome benutzt?
Ich kenne deine Situation, war selber in ihr und habe mich dann auch zunächst darüber aufgeregt, dass er es ohne Kondom gemacht hat (und ich habe damals sogar etwas gefangen, zwar kein HIV aber diese ekligen Chlamydien).
Aber eigentlich war ich wütend, dass ich mit einem Mann zusammen war, den es gar nicht gab, er machte mir vor, er wäre jemand anders, weil er Angst hatte, ich würde mich nicht auf die Beziehung einlassen, wenn er sagt, dass er auch regelmässig mit anderen schläft. Diese Verarschung und Manipulation hat mich wütend gemacht, dass ich nicht die Wahl hatte, mich für ein WIRKLICHES Leben zu entscheiden, dass ich entmündigt wurde.

Das kann man juristisch nur schwer greifen. Das ist einfach menschlich unterste Schublade, Feigheit und alles.
Damit würde ich mich auseinandersetzen, und dann zusehen, dass ich weiter komme und diesen Hanswurst zurücklasse.

Viel Glück dabei!

Inaktiver User
31.08.2006, 16:13
*** Beitrag gelöscht ***

Cariad
31.08.2006, 16:28
Sorry, aber ich finde das total daneben. Ja, ungeschützter Sex ist generell daneben. Aber die Vergleiche mit Vergewaltigung, Tötung, Körperverletzung halte ich für völligen Quatsch. Wenn euch jemand mit Magen-Darm-Grippe die Hand schüttelt, verklagt ihr ihn dann auch wegen Körperverletzung oder Verdienstausfall?

Hier geht's doch um verletzten Stolz, meinetwegen gebrochende Herzen, nichts anderes. Die anderen Vorwürfe entstehen lediglich dadurch, dass "Nicht-Lieben" nicht unter Strafe steht.

Grüße, Cariad

Mitleser
31.08.2006, 16:30
Da auch hier in diesem Forum, bei jeder Diskussion über das Fremdgehen, von den Mitgliedern die ihren Partner betrügen folgendes angeführt wird :" Ich erzähle es ihm nicht, denn ich will nicht das er leidet und ich so mein Verhalten ihm zur seelischen Last mache.", glaube ich nicht das in dieser Hinsicht mal irgendwann ein generelles Umdenken einsetzen wird. Das mit dem "Ihr entmündigt doch eure Partner (die ja gar keine Partner im Sinne des Wortes mehr sind)", habe ich auch schon öfters gebracht. Wird aber nie drauf eingegangen. Sie sehen es hallt einfach anderst (egal ob Frau oder Mann). "Sie nehmen ihrem Partner ja nix weg." oder so ähnlich heisst es dann meist lapidar.

Tja, bleibt nur zu hoffen niemals an so jemanden zu geraten.

Sabbi
31.08.2006, 19:47
Hallo zusammen,
ich finde, dass der Vergleich mit der Magen-Darm-Grippe hinkt, schliesslich verläuft die so gut wie nie tödlich.

@ Sheila: Hast Du denn Dein Testergebnis schon?
Wenn nicht, mach`Dich mal nicht so verrückt... Du Arme.

LU von Sabbi

Kappuziner
31.08.2006, 20:02
Hat er denn mit einer HIV-positiven Frau geschlafen?

Lolalo
31.08.2006, 20:12
Liebe Sheila,

wie auch immer die juristische Situation ist und wie auch immer man es nennen kann oder nicht, leider wird niemand, der es nicht selbst erlebt hat, verstehen können, wie wir uns fühlen.

Doch. Ich habe es nicht erlebt und kann schon sehr nachvollziehen wie ihr euch fühlt. Ihr habt meine volle Empathie, ich finde die Rücksichtslosigkeit mancher Menschen absolut widerwärtig.

Lolalo
31.08.2006, 20:23
Aber eigentlich war ich wütend, dass ich mit einem Mann zusammen war, den es gar nicht gab, er machte mir vor, er wäre jemand anders, weil er Angst hatte, ich würde mich nicht auf die Beziehung einlassen, wenn er sagt, dass er auch regelmässig mit anderen schläft.

Er hatte Angst ?

Lelayna
31.08.2006, 20:27
Sheila,
hättest du denn mit ihm geschlafen, wenn du gewusst hättest, dass er dich mit einer anderen betrügt, dabei aber Kondome benutzt?
Ich kenne deine Situation, war selber in ihr und habe mich dann auch zunächst darüber aufgeregt, dass er es ohne Kondom gemacht hat (und ich habe damals sogar etwas gefangen, zwar kein HIV aber diese ekligen Chlamydien).
Aber eigentlich war ich wütend, dass ich mit einem Mann zusammen war, den es gar nicht gab, er machte mir vor, er wäre jemand anders, weil er Angst hatte, ich würde mich nicht auf die Beziehung einlassen, wenn er sagt, dass er auch regelmässig mit anderen schläft. Diese Verarschung und Manipulation hat mich wütend gemacht, dass ich nicht die Wahl hatte, mich für ein WIRKLICHES Leben zu entscheiden, dass ich entmündigt wurde.

Das kann man juristisch nur schwer greifen. Das ist einfach menschlich unterste Schublade, Feigheit und alles.
Damit würde ich mich auseinandersetzen, und dann zusehen, dass ich weiter komme und diesen Hanswurst zurücklasse.

Viel Glück dabei!


Liebe Kappuziner,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Mir ist es genauso ergangen (inklusive der Chlamydien - und ich bin immer noch geschockt, daß ich wegen solch einem Sch.wein tatsächlich diese Dinger habe und nie wieder loskriege). Am Weiterkommen und Ihn-Zurücklassen arbeite ich noch. Danke!

SmokeWoman
31.08.2006, 20:27
Sorry, aber ich finde das total daneben. Ja, ungeschützter Sex ist generell daneben. Aber die Vergleiche mit Vergewaltigung, Tötung, Körperverletzung halte ich für völligen Quatsch. Wenn euch jemand mit Magen-Darm-Grippe die Hand schüttelt, verklagt ihr ihn dann auch wegen Körperverletzung oder Verdienstausfall?

Hier geht's doch um verletzten Stolz, meinetwegen gebrochende Herzen, nichts anderes. Die anderen Vorwürfe entstehen lediglich dadurch, dass "Nicht-Lieben" nicht unter Strafe steht.

Grüße, Cariad

Finde ich nicht! Und die Gefahr einer HIV-Infektion durch einen gedanken- und verantwortungslosen und verlogenen Menschen kan man nicht unbedingt mit einer Magen-Darm-Grippe (zwar unangenehm, aber nach 3 Tagen vorbei) vergleichen.

Den Partner bewusst dieser gefahr auszusetzen (z.B. jemand ist infiziert und schläft mit anderen ohne Kondom, OHNE sie vorher über seine KH zu informieren) sollte meiner Meinung nach strafbar sein.

Und selbst Chlamydien sind schlimm genug, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist.

LG, Smokey

Lolalo
31.08.2006, 20:27
Sorry, aber ich finde das total daneben. Ja, ungeschützter Sex ist generell daneben. Aber die Vergleiche mit Vergewaltigung, Tötung, Körperverletzung halte ich für völligen Quatsch. Wenn euch jemand mit Magen-Darm-Grippe die Hand schüttelt, verklagt ihr ihn dann auch wegen Körperverletzung oder Verdienstausfall?

Hier geht's doch um verletzten Stolz, meinetwegen gebrochende Herzen, nichts anderes. Die anderen Vorwürfe entstehen lediglich dadurch, dass "Nicht-Lieben" nicht unter Strafe steht.

Grüße, Cariad


Man kann in so einem Fall sagen die Seele wurde vergewaltigt und wenn eine Geschlechtskrankheit in den genannten Umständen vorliegen würde, ist das doch auch eine Form von Körperverletzung; verletzer Körper.

Lelayna
31.08.2006, 20:34
Gerade ist mir noch etwas eingefallen, woran ich bisher noch gar nicht nachgedacht hatte: Meine Frauenärztin sagte mir, ich müsse jetzt schon immer ein Kondom benutzen, denn ich könnte ja auch den jeweiligen Mann anstecken. D.h. ich muß es dem "jeweiligen Mann" ja auch sagen (jedenfalls, wenn daraus mehr würde). Warum hat diese Sch.lampe meines Ex ihm eigentlich fairerweise nicht gesagt, daß sie Chlamydien hat? Wie ekelhaft. Sie wußte doch von Anfang an von mir.

Komisch, daß ich daran noch gar nicht gedacht hatte. Er lernte sie im Oktober kennen und wir waren im November 3 Wochen im Urlaub, in dem er einen ganz furchtbaren, ich nenn es mal; "Ausschlag" an seinem P...s (hab gehört, diese Wörter sind jetzt neuerdings bei der bricom verboten) hatte.

Oh Mann, das muß ich jetzt erst mal verdauen... Entschuldigt, meine öffentlichen Gedankensprünge, aber ich komme anscheinend aus meinem Ekel und meiner Sprachlosigkeit gar nicht merh heraus.

Lelayna
31.08.2006, 20:36
Wahrscheinlich hat er ihr erzählt, wir hätten keinen Sex mehr *kotzsmiley*

Inaktiver User
31.08.2006, 20:47
*** Beitrag gelöscht ***

Prijon
31.08.2006, 21:16
Hallo Sheila,

ich lese hier schon von Anfang an mit. Und ich habe auch schon in anderen Strängen gelesen, wie sie Dich dieses Thema ängstigt. Ich habe volles Verständnis dafür.

Ich habe (von jemand anderem) einen Satz gelesen, an dem ich hängen geblieben bin.

ich finde die Rücksichtslosigkeit mancher Menschen absolut widerwärtig.

Das ist ein wichtiger und richtiger Satz.

Es IST rücksichtslos und widerwärtig, seinen Partner zu betrügen.

Und wenn das dann auch noch ohne Schutz geschieht, dann setzt das der Widerwärtigkeit natürlich noch die Krone auf.

Nur beziehungsweise deshalb: Ich fand (und finde) das, was Kapuzinner Dir geschrieben hat, sehr wichtig. Ich habe nämlich auch den Eindruck, dass sich hinter Deinen Ängsten eine Menge mehr versteckt: Ekel, Verletztheit, was weiß ich.

Wenn denn das Ergebnis Deines Tests vorliegt und es ist negativ - meinst Du, dass dann die Sache für Dich abgeschlossen ist? Ich befürchte, dass das nicht der Fall sein wird. Dass dann andere Gefühle in Dir toben. Vielleicht lohnt es sich, jetzt schon einmal danach zu graben, ob sich hinter diesem (wie gesagt - völlig verständlichen) "Ich habe Angstvor Aids" nicht doch etwas mehr verbirgt?! Das hier

So ein Mann benutzt eine Frau und wirft sie dann auf den Mist wie eine faule Gurke. Als gäbe es niemanden auf der Welt, der einen liebt und braucht.

spricht in meinen Augen sehr dafür.

Ganz liebe Grüße,
Prijon

Inaktiver User
31.08.2006, 21:43
*** Beitrag gelöscht ***

Prijon
31.08.2006, 22:24
Kann ich gut verstehen. Ich bin EINMAL betrogen worden. Das reicht für den Rest meines Lebens.

Prijon

Inaktiver User
31.08.2006, 23:13
Für mich hinkt der Vergleich.

Eine Vergewaltigung ist etwas, bei dem ich keine Wahl habe. Ich werde gezwungen, etwas hinzunehmen, das ich nicht will und gegen das ich mich mit Händen und Füssen wehre, soweit ich kann, und zwar im vollen Bewusstsein dessen, was da mit mir passiert, einschliesslich der Gefahr, schwanger zu werden und mir sexuell übertragbare Krankheiten einzufangen.

Vergewaltigung ist Gewalt pur, eine Machtdemonstration, eine Demütigung auf ganzer Linie.

Das damit zu vergleichen, dass ich mit einem Mann FREIWILLIG Sex habe und BEWUSST entscheide, auf ein Kondom verzichten zu können, finde ich schon arg übertrieben.

Jeder kennt die Gefahren von ungeschütztem Sex. Gehe ich sie trotzdem ein, muss ich akzeptieren, dass mein Gegenüber mich möglicherweise belügt - dieses Risiko besteht bei JEDEM Menschen. Es genügt ein einziger ungeschützter Ausrutscher, um sich mit HIV, Chlamydien, Feigwarzen, Syphilis et.al. anzustecken und diese Erkrankungen in der Folge weiter zu geben. Niemand setzt sich gern mit Krankheit auseinander, die Verdrängungsmechanismen sind enorm. All das muss ich einkalkulieren, wenn ich mich entscheide, bei einem Partner auf ein Kondom zu verzichten.

Ich kann mich nicht unangeschnallt in ein Auto setzen und mich hinterher darüber beschweren, dass ich Verletzungen davon trage, wenn es zu einem Unfall kommt.

Eine Vergewaltigte hat keine Möglichkeit, zum Gurt zu greifen. Eine Frau, die freiwillig Sex hat schon. Ich fände es daher angemessen, den EIGENANTEIL an dem, was passiert ist, anzuerkennen. Es sind nicht nur die Männer, die Mist gebaut haben, gedankenlos oder egoistisch waren.

Grüssle
Seawasp

murmeltier
01.09.2006, 02:14
Hmmm, ich hab mit dem Vergleich auch meine Probleme, aber mir fällt auch nichts wirkliches ein, womit man ihn entkräften könnte...

Seawasp, deine Argumentation ist für mich nicht schlüssig. Es geht ja hier um Vorspiegelung falscher Tatsachen...

Wenn man sich gemeinsam entschließt, auf Kondome (also diesen Schutz) zu verzichten, weil man sich gegenseitig Treue verspricht, und dann dann der eine Part einfach nur vertraut und im Vertrauen an diese Vereinbarung (weil ja auch nix gegenteiliges gebeichtet wird) auf den Schutz verzichtet, kannman draus keinen Vorwurf machen finde ich...

Wenn jemand einseitig diese Vereinbarung und dieses Vertrauen verletzt, ändert er alle Bedingungen und sagt das nicht mal, damit man doch noch zum Schutz greifen könnte. Dann ist doch auch die betreffende quasi nicht bei Bewusstsein, denn sie weiß ja von nix (oder muss sie permanent davon ausgehen, dass die Vereinbarung eh nicht eingehalten wird - das ist aber eine dünne Argumentation...)

Um bei deinem Beispiel mit dem Auto zu bleiben:
Ein Paar, er am Steuer, fährt nachts während einer langen Fahrt auf einen Autobahnrastplatz, um ein Nickerchen zu machen. Die Frau möchte angeschnallt bleiben, aber der Mann sagt: Das brauchst du nicht, machs dir ruhig bequem, ich wecke dich eh, bevor ich weiterfahre. Hier kann ja nix passieren.

So, dann fährt er aber doch weiter auf die Autobahn während die Frau ohne Gurt schläft und weckt sie nicht und baut dann einen Unfall - und dann möchtest du der Frau vorwerfen, dass sie sich auf seine Aussage verlassen hat? Ist das dann keine fahrläsige Tötung, wenn die Frau bei dem Unfall stirbt? Sie hat sich ja auch freiwillig nicht angeschnallt, aber unter ganz falschen Bedingungen (nämlich dass das Auto nicht fährt!).

Ebenso ist das doch mit dem Verzciht aufs Gummi unter der Bedingung der Treue...

Inaktiver User
01.09.2006, 08:02
Sorry, Murmeltier, aber diese Argumentation empfinde ich als nicht schlüssig.

Es ging mir darum klar zu machen, dass es auch bei Vereinbarungen immer ein Restrisiko gibt. Wenn ich vertraue, sollte ich es in dem Bewusstsein tun, dass dieses Vertrauen missbraucht werden KANN. Diese Möglichkeit besteht grundsätzlich immer.

Möchte ich dieses Risiko nicht eingehen, verzichte ich nicht auf das Kondom. Gehe ich es ein, ist das eine Entscheidung, für die ich in Bezug auf mein Leben die Verantwortung übernehme, inklusive Risiko.

Natürlich ist es überaus gemein und unfair, so hintergangen zu werden, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich mich hätte schützen KÖNNEN.

Ein Vergewaltigungsopfer hat diese Option normalerweise nicht.

Und exakt darum - um diesen Vergleich - ging es. Dein Beispiel mit dem Schlaf entspricht meines Erachtens eher der Vergewaltigung - im Schlaf ist ein Mensch hilf- und wehrlos, er kann keine aktive Handlung vornehmen oder Entscheidungen bezüglich der Situation, in der er sich befindet, treffen. Wenn ich mich im Rahmen einer Beziehung aber dafür entscheide, Kondome nicht zu benutzen, dann treffe ich diese Entscheidung aktiv - und kann sie im übrigen auch jederzeit zurück nehmen.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
01.09.2006, 08:31
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
01.09.2006, 10:18
Sheila,

da hast Du mich missverstanden. Ich halte Vertrauen für sehr wichtig, und ich denke auch nicht, dass es blauäugig ist, anderen Menschen vertrauensvoll zu begegnen.

Das heisst jedoch nicht, dass ich die Augen davor verschliesse, dass es zu Vertrauensbrüchen kommen KANN. Sie sind Teil des Ganzen. Ich kann das akzeptieren und für mich entscheiden, das Risiko eingehen zu wollen - das ist aber dann MEINE Entscheidung, und diesen part kann ich nicht einfach an mein Gegenüber delegieren, wenn die Sache schief geht.

Wer vertraut ist nicht "selbst schuld" - aber er gibt die Verantwortung für sich auch nicht vollumfänglich ab, und schon gar nicht vertraut er sich freiwillig einem Menschen an, der ahnen lässt, dass er ihm Gewalt antun wird.

Konkret bedeutet das: Ich vertraue meinem Partner, obwohl der mal eine Affäre hatte. Ich traue den Vereinbarungen, die wir getroffen haben (und die es vor der Affäre nicht gab), aber ich weiss auch, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt. Mein Vertrauen überbrückt immer auch den Faktor Unberechenbarkeit, und es ist meine Entscheidung, entsprechend auch meine Verantwortung, wenn ich beschliesse: Yep, das Risiko gehe ich ein.

Sheila, wenn ich mich recht erinnere, gab es klare Anzeichen dafür, dass der Mann, mit dem Du zusammen warst, nicht sehr liebevoll mit Dir umging - Stichwort "Blasenentzündung" beispielsweise, oder verwechsle ich da etwas?

Ich verstehe, dass Du Dich "vergewaltigt" fühlst, dennoch denke ich, dass dieser Vergleich hinkt, eben weil es eine Wahl, eine Freiwilligkeit gegeben hat. Ich verstehe ebenso, dass Du auf diese Enttäuschung mit Misstrauen reagierst, denke aber dennoch, dass Vertrauen in andere gerechtfertigt ist. Leben kommt nicht ohne Risiken daher, es war schon immer lebensgefährlich, aber das wäre für mich kein Grund, anderen mit Misstrauen zu begegnen.

Letztlich ist es ein Balanceakt, der verlangt, Eingenverantwortung und Vertrauen in ein Gleichgewicht zu bringen, das für den Einzelnen okay ist.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
01.09.2006, 11:44
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
01.09.2006, 11:59
Sheila,

ich rede überhaupt nicht von Schuld! Schuld führt nicht weiter.

Ich sage auch nicht, dass es unzulässig ist, beim Betrüger Rabatz zu machen, wenn Vertrauen missbraucht wurde. Das ist ein heftiger Konflikt, der sehr tief verletzt.

Das Einzige, was ich ausdrücken will, ist, dass es eine freiwillige Entscheidung ist, einem Menschen zu vertrauen, und dass diese Entscheidung das Risiko beinhaltet, enttäuscht zu werden.

Das ist nicht gleichbedeutend mit "Mitschuld", sondern mit Eigenverantwortung. Ja, ich vertraue, und ja, ich erkenne an, dass Menschen Fehler machen und mein Vertrauen missbraucht werden kann.

Wo siehst Du da das Thema Schuld?

Das, was Du über Deinen Freund geschrieben hast, klingt für mich nicht nach einem Menschen, dem ich vertrauen möchte - es sind zwei Paar Schuhe, ob jemand mir sagt: Wenn Du etwas mit einem anderen hast, dann..., oder ob er sagt: Ich könnte mir nie vorstellen, zweigleisig zu fahren und würde entsprechend sofort das Gespräch suchen, wenn mir so etwas passiert.

Der Mann, von dem Du berichtest, betrachtet die Dinge offenbar sehr einseitig zu seinen Gunsten. Er hat Bedürfnisse - Du sollst sie erfüllen, egal ob das nun Deinen Bedürfnissen entspricht oder nicht. Das scheint mir eine sehr einseitige Rechnung zu sein, und da kommt durchaus auch Deine Haltung Dir gegenüber ins Spiel, die das toleriert.

Nochmals: Ich rede nicht von Schuld.

Dass Du jetzt zum HIV Test musst, liegt am Vertrauensmissbrauch Deines Freundes, aber auch daran, dass Du Dich bei der Einschätzung Deines Exfreundes geirrt (etwas, das jedem jederzeit passieren kann) und vielleicht voreilig auf ein Kondom verzichtet, respektive Verhaltensweisen bewusst ignoriert hast, die darauf hindeuteten, dass es sich um einen Menschen handelt, der wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer Menschen nimmt.

Grüssle
Seawasp

Nicole78
01.09.2006, 12:02
Ich sehe einen Fremdgeher ebenfalls nicht als Vergewaltiger auch nicht im weitesten Sinne und dem Beitrag diesbezüglich von Seawasp ist nichts hinzuzufügen.

Es ist einfach ein Vertrauensbruch und Betrug. 100% kann man eben niemanden trauen, egal obs um Treue in der Beziehung geht oder um was anderes. Nur um sich auf einen Menschen einzulassen, egal ob Partner oder Freund/Kumpel muss man mit einem kleinen Restrisiko leben oder sich eben von allem abschotten.


Sheila, Du bist an ein Arschloch geraten, aber das heisst nicht, dass das noch mal passieren muss. Es wird sicher dauern, bis Du das alles verarbeitet hast, aber beiss Dich nicht daran fest.

Wenn mich mein Partner betrügen würde, dann wäre der evtl. ungeschützte Sex an diesem Betrug auch das allerschlimmste für mich und ich würde auch als erstes fragen, ob er wenigstens Gummis benutzt hat. Und trotzdem lässt man sich mit der Zeit immer wieder auf die Menschen ein (einlassen im Sinne von Vertrauen schenken). Alles andere wäre m. E. nur oberflächliche Beziehungen die man auch gleich sein lassen kann.

Wenn ich einen Mann kennenlerne und der weigert sich ein Gummi zu benutzen oder beklagt sich darüber, weiss ich doch schon was Sache ist. Da kann ich mir überlegen, ob ich nicht lieber die Beziehung sein lasse, denn er scheint sich um seine eigene Gesundheit (ich könnte ja z. B. krank sein) nicht groß zu sorgen, hat dies vorher nicht getan und wird das künftig wahrscheinlich auch nicht machen. Wenn er ansonsten aber ein ganz schnuckeliger ist, muss ich eben abwägen wie gewichtig mir ein evtl. Risiko ist.

Mein Ex war/ist auch kein Gummifan, aber er hat zu Beginn unserer Beziehung auch darauf bestanden ohne das wir darüber diskutiert haben. Es war einfach selbstverständlich ein Kondom zu benutzen.

Was natürlich auch kein 100 % Sicherheit ist, dass er – wenn er denn fremdgegangen wäre – hier dann auch ein Gummi benutzt hätte. Aber man kann eher davon ausgehen, als bei einem Kerl der Kondome grundsätzlich ablehnt.

Der eigene Partner kann der treueste Mensch auf Erden sein. Aber eine Ex hat ihn mal betrogen und ihn infiziert und schon kann es auch Dich erwischen. Ein Restrisiko - selbst mit Kondom - bleibt eben immer bestehen.

Mirca
01.09.2006, 12:08
Das Problem mit der Übernahme von Begriffen wie hier geschehen mit dem Begriff "Vergewaltigung" fuer die alleinige Tatsache, dass bei ungeschütztem Sex miteinander offenbar noch eine 3. Partie mit im Spiel war ist doch immer das, dass es die "echten" Vergewaltigungsopfer degradiert und herabwürdigt.
Und genau das finde ich das problematische an dem Vergleich. Und auch das pathologische: warum reicht wut, hass, todesangst nicht aus. Warum wird nun auch noch der Stempel "Vergewaltigungsopfer" gebraucht um weiter Futter fuer die eigenen Ängste (und das eigene Selbstmitleid) zu bringen?
auf mich macht das einen sehr ungesunden Eindruck.
Sheila: Du willst einfach nicht davon lassen. Brauchst einfach noch mehr Gründe für Deine Wut damit sie nicht verblassen kann.
Das kannst Du halten wie Du willst.
Aber ich finde Du solltest Dir nicht anmassen zu wissen wie sich ein Vergewaltigungsopfer fuehlt nur weil Dein Ex gleichzeitig auch ne andere ohne Gummi gevoegelt hat.
Das war schlimm fuer Dich. Aber reicht das nicht aus? Warum muss das noch ständig getoppt werden?
Gruss
mirca

Inaktiver User
01.09.2006, 12:52
Wenn mich mein Partner betrügen würde, dann wäre der evtl. ungeschützte Sex an diesem Betrug auch das allerschlimmste für mich und ich würde auch als erstes fragen, ob er wenigstens Gummis benutzt hat.

Ist das Faktum, dass ohne Gummi fremdgegangen wurde, wirklich und tatsächlich das Schlimmste daran?
Ich will um Gottes willen nicht abstreiten, dass es verantwortungslos und gefährlich ist, seinen Partner auf diese Weise gesundheitlichen Gefahren auszusetzen.
Oft habe ich aber das Gefühl, dass man, indem man sich auf die Tatsache "ohne Kondom" einschießt, das Wesentliche aus den Augen verliert, nämlich dass man zutiefst verletzt ist.

Da erscheint es mir allzu einfach, sich "nur" auf das ungeschützte Fremdpoppen zu konzentrieren, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was tatsächlich am meisten wehgetan hat.

Kraaf
01.09.2006, 13:07
Da erscheint es mir allzu einfach, sich "nur" auf das ungeschützte Fremdpoppen zu konzentrieren, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was tatsächlich am meisten wehgetan hat.

Ja Muschelchen, so in der Art eines "Stellvertreterkrieges"?

Das Komische - wenn ich in mich reinfühle - geht es mir ganz ähnlich wie Nicole. Seitensprung? Affäre? Alles nicht toll und witzig. Aber auch noch ohne Gummi? DAS würde mir irgendwie auch schwerer zu schaffen machen.

Emotional und zunächst überhaupt noch garnicht wegen dem Infektionsrisiko. Warum? Ich grübel... *g*

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
01.09.2006, 13:21
so in der Art eines "Stellvertreterkrieges"?


Ja, Kraaf, so in etwa hatte ich das gemeint.

Auch für mich ist die Vorstellung, dass mein Freund ohne Gummi mit andern poppt, grauenvoll.
Möglicherweise empfindet man den Betrug deswegen auch als noch schwerwiegender. Das mag sein.
Ich wollte eigentlich nur "mutmaßen", dass man sich mit einem Versteifen auf dieses, natürlich nicht unwichtige Detail auf etwas einschießt, was in meinen Augen nicht das Wesentliche ist.
Nämlich Enttäuschung, Wut, Trauer, verletztes Vertrauen.
Hinzu kommt dann im Falle des ungeschützen Betrugs die Angst vor Krankheiten, die ich hier nicht kleinreden möchte.

Ich kann natürlich nur von mir reden. Auch für mich würde ein Fremdgehen ohne Gummi wahrscheinlich schwerer wiegen.
Dennoch wollte ich dann nicht aus den Augen verlieren, warum ich so verletzt bin. Hauptsächlich, weil mir mein Partner wehgetan hat und nicht "nur" weil er ohne Kondom zugange war.

Nicole78
01.09.2006, 13:45
Ist das Faktum, dass ohne Gummi fremdgegangen wurde, wirklich und tatsächlich das Schlimmste daran?
Ich will um Gottes willen nicht abstreiten, dass es verantwortungslos und gefährlich ist, seinen Partner auf diese Weise gesundheitlichen Gefahren auszusetzen.
Oft habe ich aber das Gefühl, dass man, indem man sich auf die Tatsache "ohne Kondom" einschießt, das Wesentliche aus den Augen verliert, nämlich dass man zutiefst verletzt ist.

Da erscheint es mir allzu einfach, sich "nur" auf das ungeschützte Fremdpoppen zu konzentrieren, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was tatsächlich am meisten wehgetan hat.

Da ich noch nie betrogen wurde (zumindestens ist mir nichts bekannt) ist das natürlich nur rein hypothetisch. Aber das wäre meine erste Sorge und der erste Schreck. Sagt er, dass er ein Gummi benutzt hat, ist damit natürlich die Welt nicht wieder in Ordnung.
Aber ob man sich dann trennt oder je wieder vertrauen zu diesem Menschen fassen kann, kann man im vorne herein ja nicht sagen.

Über den Schmerz eines solchen Betruges kommt man so oder so drüber hinweg (mit oder ohne den Kerl an der Seite) über eine Ansteckung, im schlimmsten Falle mit HIV nach heutigem Stand aber nicht.

Inaktiver User
01.09.2006, 13:45
*** Beitrag gelöscht ***

Nicole78
01.09.2006, 14:16
@ Nicole

Wieso bleibt ein Restrisiko, wenn die Ex Deines Freundes eventuell fremd ging? Hast Du nicht nach einigen Monaten Enthaltsamkeit nach der Beziehung mit seiner Ex einen Test von ihm bekommen? Dann ist das Risiko doch ausgeschlossen, was die Ex angeht.


Klar dann natürlich nicht.

mir gings um die Aussage, dass die Männer ja alles tun würden um ohne Gummi mit einer Frau zu schlafen und – wenn man ihm zu Recht vertrauen kann –man eben keine 100 %ige Sicherheit hat, zudem hast Du explizit auf die Männer geschimpft, die aber genauso ein Opfer sein können.

Ich denke, wenn der Partner ungeschützten Sex mit anderen Frauen hatte, dann dreht man schon am Rad bis man das eigene Testergebnis hat. Danach kann man sich in Ruhe darüber auslassen, was für ein mieses Schwein der Kerl doch war.

Ich finde es nur irgendwie traurig, dass Du sagst, Du kannst jetzt keinem mehr vertrauen, damit nimmst Du Dir doch auch etwas. Aber vielleicht brauchst Du einfach auch noch etwas Zeit um über den Schmerz den dieser Typ bei Dir hinterlassen hat, hinwegzukommen.

Sich daran jetzt festzubeissen ist nicht der richtige Weg, denn an dem Geschehenen und auch an dem noch ausstehenden Ergebnis lässt sich sowieso nichts ändern.

Inaktiver User
01.09.2006, 15:04
Hallo,

ich möchte einen provokanten Beitrag beisteuern, inspiriert durch meine Freundin.

Meine Geschichte habe ich hier ja schon oft durchgekauft: mein Freund hatte (ungeschützten) GV mit anderen Frauen, es kam zur Trennung.

Meine Freundin meinte gestern Folgendes: Wenn ich gewusst hätte, dass dieser Mann mich betrügt, hätte ich nicht mehr mit ihm geschlafen. Hätte ich gewusst, dass er sich nicht vor Geschlechtskrankheiten schützt, hätte ich erst recht nicht mehr mit ihm geschlafen.
Parallel zu seinem Fremdgehen versicherte er mir seine Liebe und Treue.
Da ich ihm vertraute, habe ich etwas getan, was ich niemals getan hätte, wäre ich informiert gewesen - Sex mit diesem Mann!
Obwohl er am selbe Tag mit uns beiden schlief.

Rein juristisch gesehen ist das keine Vergewaltigung, klar, daher auch in Anführungszeichen.

Aber je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr muss ich meiner Freundin Recht geben: hier wurde der Widerstand zwar nicht mit körperlicher, aber mit seelischer Gewalt überwunden: durch perfide Lügen und Verheimlichung wichtiger Tatsachen.

Ich fühle mich in der Tat missbraucht - seelisch und dadurch letztlich auch körperlich.

Wie seht Ihr das?

Sheila

Da ja in diesem Forum schon mehrfach festgestellt wurde, dass Männer alles nur Schweine sind und man sich nie sicher sein kann und dass Dinge passieren, mit denen man im Leben nie gerechnet hat.....warst du sehr leichtsinnig, indem du mit deinem Mann ohne Kondom geschlafen hast.

;-)

Inaktiver User
01.09.2006, 15:49
Hallo

Ist mir auch schon passiert. Ein Typ hat behauptet, seit 10 Jahren nur mit seiner Frau geschlafen zu haben, resp. seit zwei Jahren mit gar keiner Frau mehr.

Ich habe ihm geglaubt und eben.... Dann kam heraus, dass er noch diverse andere Frauen hatte, vor mir und während des Kontakts mit mir.

Ich hätte auch nie mit ihm geschlafen, hätte ich dies gewusst. Hätte ich mich angesteckt, hätte ich ihn natürlich angezeigt.

Nachdem ich alles erfahren hatte, hatte ich solch einen Ekel, dass ich das gesamte Bettzeug wegegeben und mich stundenlang in der Badewanne geschruppt habe. Die Kleider, die ich während unserer (wenigen) Treffen trug, habe ich auch weggegeben, ich hatte so einen Höllenekel vor diesem Typ.

Dr.Watson

Lolalo
01.09.2006, 16:56
Sich daran jetzt festzubeissen ist nicht der richtige Weg, denn an dem Geschehenen und auch an dem noch ausstehenden Ergebnis lässt sich sowieso nichts ändern.

Bin ich der gegenteiligen Meinung; die Wut muss raus, wegschieben ist aufschieben.

Ich denke beim Fragen stellen und Wut ausleben geht man das ganze nochmal durch, damit der Kopf und die Seele versteht was da passiert ist und man somit irgendwann fähig ist wirklich loszulassen. Man lässt den Schmerz raus, man durchlebt die Emotionen nochmal, aber diesmal BEWUSST - ein bewusstes einschreiten erfolgt, man setzt sich mit seinen Gefühlen und Gedanken auseinander und hat die Möglichkeit bei jedem Schritt "Nein" zu sagen, was einem vorher verwehrt war - und das ermöglicht ein Loslösen.

Was mir Sorgen macht ist das gebrochene Vertrauen allen Männern gegenüber. Man muss sich bewusst werden, dass es tolle Männer gibt, mit Ansprüchen und die Fähigkeit wirklich zu lieben. Nicht jeder Mann benutzt Frauen und ist emotional unterbelichtet.

Inaktiver User
01.09.2006, 18:45
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
01.09.2006, 18:47
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
01.09.2006, 19:02
@ Lolalo

Du hast sicher Recht: es gibt tolle Männer.

Nur, ich habe keinen kennen gelernt. Oder ich habe sie übersehen und mir immer und immer wieder die Falschen ausgesucht. Auch wenn diese sich voneinander so sehr zu unterscheiden schienen wie der Hund von der Katze, eins hatten sie gemeinsam: es waren feige, verlogene A....löcher.

Sheila

Sheila: da dürfte mehr dran sein, als dir bewusst ist. Unbewusst sprechen wir nämlich alle immer wieder aufs selbe Beuteschema an.

Sugarnova
01.09.2006, 20:45
Sheila,

sorry, bei aller Liebe: Aber jetzt tickst du völlig aus.

Warte auf deine Testergebnisse. Und gehe bitte mit dem Wort "Vergewaltigung" nicht so inflationär um.

Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen.

Inaktiver User
01.09.2006, 21:00
*** Beitrag gelöscht ***

Lolalo
01.09.2006, 22:04
Sheila,

sorry, bei aller Liebe: Aber jetzt tickst du völlig aus.

Warte auf deine Testergebnisse. Und gehe bitte mit dem Wort "Vergewaltigung" nicht so inflationär um.

Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen.

Ich würde denken es ist soetwas wie eine vergewaltigung der Seele.

Lolalo
01.09.2006, 22:11
Zumindest eine Form von Gewalt (eine die Menschen seelisch sehr kaputt machen kann und in manchen Fällen auch körperlich, im weitesten Sinne; sprich Geschlechtskrankheiten, Ekel etc). Ich finde da sollte man nicht ins wortklaubern geraten.

Weihnachtsfrau
01.09.2006, 22:41
Hallo!

Manchmal kommt mir das vor, als will hier jemand missverstehen, ist aber vielleicht auch nur das Medium!

"Vergewaltiger" ist ja nun mal in Anführungszeichen gesetzt, Sheila ist ja nicht blöd - sie hat nur vertraut und unter diesen Voraussetzungen und den Vorkehrungen wäre ihr nichts passiert, hätte sich der Partner an die Vereinbarungen gehalten.

Und das hat nichts mit Vergewaltigungsopfer zu tun. Apropos: Jedes echte Vergewaltigungsopfer geht anders damit um.

Murmeltiers Vergleich mit dem Auto finde ich genial!

Dieses "was anderes hat Dich mehr verletzt" ändert nichts an den Fakten und an diesem Problem.

Wenn einem zB Drogen in die Cola gemixt werden und man dann anschließend missbraucht wird, hätte man ja nun vor dem Cola-Trinken wissen müssen, dass verdursten sicherer ist. Es geht hier nicht um "Allgemeines Lebensriskiko" sondern "Riesengroßes Arschloch".

Ganz liebe Grüße an Sheila, ich drück Dich!

Inaktiver User
01.09.2006, 22:47
*** Beitrag gelöscht ***

Aladin
01.09.2006, 23:00
Das Einzige, was ich ausdrücken will, ist, dass es eine freiwillige Entscheidung ist, einem Menschen zu vertrauen, und dass diese Entscheidung das Risiko beinhaltet, enttäuscht zu werden.


Hallo Seawasp,

dreht sich darum nicht unser ganzes Leben: wem kann ich vertrauen? Soweit ich sehe beantwortet sich diese Frage etwa nach fünf Jahren. Kaum früher. Solange müssen wir auf eine halbwegs zuverlässige Antwort warten.

Gruss Aladin

Lolalo
01.09.2006, 23:05
Wenn einem zB Drogen in die Cola gemixt werden und man dann anschließend missbraucht wird, hätte man ja nun vor dem Cola-Trinken wissen müssen, dass verdursten sicherer ist. Es geht hier nicht um "Allgemeines Lebensriskiko" sondern "Riesengroßes Arschloch".

Bingo!

Shopgirl
01.09.2006, 23:18
hm, ja. es ist ein "vergewaltigen" - ein vergewaltigen meines vertrauens, und zwar auf besonders üble art und weise. ein vergewaltigen meiner lebensqualität. ein vergewaltigen meines selbstvertauens.
und mein spontanes gefühl ist bei so einem auch das gleiche wie bei einem vergewaltiger: wegschliessen, am besten für immer. oder einfach nur kastrieren. (sorry, bin grad angefressen)

Inaktiver User
02.09.2006, 07:20
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
02.09.2006, 07:32
Sheila,

bist Du als Kind missbraucht worden?

Je Opfer einer Vergewaltigung gewesen?

Grüssle
Seawasp

Mirca
02.09.2006, 08:44
ich würd mal hoch wetten: nein.
aber das macht ja nix, schliesslich weiss sie es trotzdem. und ausserdem sind ja noch die anfuehrungszeichen dabei, hinter die sich frau bei Bedarf dann zurueckziehen kann.
Nach dieser Logik isses dann auch ok sheila zu unterstellen, sie agiere "verrueckt" und sei "psychisch krank". Steht schliesslich in Anfuehrungszeichen und kann sie etwa den Duden nicht lesen da steht doch drin dass sie sich deshalb nicht aufregen braucht...

sorry fuer die deutlichen worte jetzt: wenn ne verwoehnte zicke nicht vertraegt mal die Betrogene zu sein und ständig nen nenen Grund braucht um weiter ihre Botschaft "das schwein hat mich missbraucht" verteilen zu können ist das die eine Sache.
Die andere ists, das Leid von Vergewaltigungsopfern mal eben zu verniedlichen: soo schlimm kanns ja dann nicht sein wenns nicht mehr ist als reines hypochondrisches verhalten....

ich spar mir das ganze jetzt...
gruss
mirca

Sugarnova
03.09.2006, 19:58
Sheila,

wollte nicht antworten, dennoch: Ich weiß, was Anführungszeichen bedeuten.

Sorry, meine Liebe: DU WOLLTEST in diesem Augenblick Sex mit ihm, sonst hättest Du es ja nicht gemacht, oder? Und soviel ich weiß, war Dir der Typ schon vorher irgendwie "suspekt". Warum hast Du ihm also vertraut, wenn doch Zweifel da waren.

Natürlich ist der Typ ein Arschloch. Und natürlich tut mir leid, dass Du nun 3 Monate Höllenqualen durchstehen musst, bis der Test da ist.

Aber er ist KEIN Vergewaltiger. Auch nicht im übertragenen, metaphorischen, was weiß ich Sinn. Er ist einfach und schlicht und ergreifend ein ARSCHLOCH.

Inaktiver User
03.09.2006, 23:28
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
04.09.2006, 09:18
Sheila, Du verdirbst Dir Deine gute Laune doch permanent selbst.

Inaktiver User
04.09.2006, 10:13
*** Beitrag gelöscht ***

Jalinda
04.09.2006, 16:12
Meiner Meinung nach ist das Problem am ungeschützten Verkehr in langjährigen Partnerschaften Folgendes:

Es mag jahrelang gut gehen, beide sind treu. Dann macht eine/r einen Ausrutscher, z. B. besoffen. Wenn er/sie nun danach plötzlich sagen würde: "Benützen wir doch einen Gummi", würde gleich alles auffliegen, der/die andere würde sofort misstrauisch werden. Um ihre Beziehung nicht zu gefährden, schweigen die meisten wahrscheinlich einfach und verdrängen die Gefahren.

Daher würde ich gar nicht auf einen entsprechenden Wunsch eines Mannes eingehen, es kann sich jederzeit alles ändern. Und es ist ja meistens eh so: Sich zu weigern, einen Gummi zu benutzen, zeugt von einer gewissen Egozentrik und Unvernunft. Da gehen bei mir gleich die Warnlichter an.

Aladin
04.09.2006, 17:25
Sich zu weigern, einen Gummi zu benutzen, zeugt von einer gewissen Egozentrik und Unvernunft.

was ist eigentlich riskanter: sich im Strassenverkehr zu bewegen, sich in einer verrauchten Gaststätte aufzuhalten, von einer fremden Person Geld anzunehmen oder ein ONS ohne Gummi?

Kraaf
04.09.2006, 17:31
was ist eigentlich riskanter: sich im Strassenverkehr zu bewegen, sich in einer verrauchten Gaststätte aufzuhalten, von einer fremden Person Geld anzunehmen oder ein ONS ohne Gummi?


Hmm... Aladin,

ich versteh deine Frage nicht. Im Strassenverkehr kann ich mich vorsichtig bewegen, alles andere kann ich sein lassen. Und beim ONS ohne Gummi kann ich alles ausser Poppen und Schlucken.

*Uiiii* Glück gehabt: ich konnte das Posting beenden, ohne dass mich ein Blitz erschlug und der Himmel ist mir auch nicht auf den Kopf gefallen.

:smirksmile: Kraaf

Aladin
04.09.2006, 17:43
Hallo Kraaf,

mir geht es allein um die Dimensionen der tatsächlichen Gefahren. Die Zahl der Unfalltoten wird - vermutlich sehr genau - erhoben, über die Zahl an den Folgen des Passivrauchens Gestorbener gibt es mehr oder weniger von Interessen beeinflusste Schätzungen, das Risiko, sich über Geld mit einem tödlichen Grippevirus zu infizieren ist vermutlich gar nicht so niedrig. Bleibt die Frage, wieviele HIV-Infektionen durch ungeschützten heterosexuellen Geschlechtsverkehr pro Jahr übertragen werden. Ich bin da nicht auf dem Laufenden, vermute aber dass das Risiko mindestens eine Zehnerpotenz niedriger liegt.

Gruss Aladin

Inaktiver User
04.09.2006, 17:52
... liegt es. Aber das spielt in diesem speziellen Fall keine Rolle.
Hier wird Krankheit instrumentalisiert um die Opferrolle zu bekräftigen. Und schlimmer noch, es wird ein, wenn auch in Anführungszeichen gesetzter Vergleich bemüht, der mich sehr befremdet. Ich empfehle der Themenstellerin den Film "Der freie Wille". By the way - auch sie hat einen... Aber das scheint sie vergessen zu haben.

Inaktiver User
04.09.2006, 17:53
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
04.09.2006, 17:54
Aladin,

das ist eine Milchmädchenrechnung. Es gibt nicht nur HIV, sondern noch viele andere Infektionen - manche behandelbar, andere lebenslange Begleiter.

Viele dieser Erkrankungen machen sich oft erst nach langer Zeit bemerkbar, bzw. verlaufen zunächst symptomlos oder doch unauffällig, haben aber ernstzunehmende Konsequenzen, die bis zum Tod führen können.

Je nach Prädisposition kann unter Umständen bereits eine einfach Candida - Infektion äusserst schwierig zu behandeln sein - ich gehe davon aus, dass das Risiko daher und angesichts der Schätzungen bezüglich der Menschen, die es mit Kondomen und/oder Treue nicht so genau nehmen, vergleichsweise hoch ist.

Der Punkt ist eher der: Wenn sich nach Monaten, manchmal gar Jahren bei Dir eine Erkrankung bemerkbar macht, oder Du, weil Du Kinder haben möchtest, plötzlich feststellen musst, dass es Komplikationen gibt, weil von Dir unbemerkt eine Infektion z.b. mit Chlamydien erfolgt ist - wie willst Du dann noch feststellen, wer der Übeltäter war, und entsprechend ihn und ALLE seine Sexualpartner warnen? Dieses Beispiel macht Dir vielleicht das Ausmass solcher Infektionen deutlich.

HIV ist dagegen, salopp ausgedrückt, pillepalle. Aber dennoch GERADE in Heterokreisen auf dem Vormarsch. Und zwar auch in Deutschland. Das muss nun wirklich nicht sein.

Falls Du also mit Deinem posting ausdrücken wolltest, man solle sich wegen dem bisschen Gefahr "ohne" nicht aufregen - sorry, aber das sehe ich anders. Meine Gesundheit liegt mir sehr am Herzen.

Grüssle
Seawasp

Aladin
04.09.2006, 17:55
in meinen Augen ist jeder Raucher mindestens genauso gemeingefährlich

Inaktiver User
04.09.2006, 17:58
... liegt es. Aber das spielt in diesem speziellen Fall keine Rolle.
Hier wird Krankheit instrumentalisiert um die Opferrolle zu bekräftigen. Und schlimmer noch, es wird ein, wenn auch in Anführungszeichen gesetzter Vergleich bemüht, der mich sehr befremdet. Ich empfehle der Themenstellerin den Film "Der freie Wille". By the way - auch sie hat einen... Aber das scheint sie vergessen zu haben.


Das sehe ich ähnlich.

Ich kann Wut bezüglich eines solchen Vertrauensbruchs absolut nachvollziehen - das, was Sheila daraus macht, geht jedoch weit darüber hinaus und sorgt obendrein dafür, dass Aspekte, die eindeutig in den Bereich der Eigenverantwortung gehören, negiert und projiziert werden.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
04.09.2006, 17:58
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
04.09.2006, 17:59
in meinen Augen ist jeder Raucher mindestens genauso gemeingefährlich

Und?

Sind wir im Kindergarten oder auf Kaffeekränzchen - Niveau, so dass wir ein Übel gegen ein anderes auf/abwerten müssten?

Aladin.. Du enttäuschst mich.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
04.09.2006, 18:01
*** Beitrag gelöscht ***

Aladin
04.09.2006, 18:03
Falls Du also mit Deinem posting ausdrücken wolltest, man solle sich wegen dem bisschen Gefahr "ohne" nicht aufregen - sorry, aber das sehe ich anders. Meine Gesundheit liegt mir sehr am Herzen.


Hallo Seawasp,

nein, das wollte ich nicht ausdrücken. Meine Gesundheit liegt mir auch sehr am Herzen. Darum lege ich grossen Wert auf gute Nahrungsmittel, vermeide so gut wie möglich Raucher, bin körperlich überdurchschnittlich aktiv für mein Alter und würde es mir gut überlegen, mit einer Frau ungeschützt zu schlafen, die mit vielen Männern ins Bett geht.

Gruss Aladin

Inaktiver User
04.09.2006, 18:05
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
04.09.2006, 18:10
Sheila, Du glaubst offensichtlich, dass es ein erstrebenswerter Status ist, eine mißbrauchte Frau zu sein? DU demütigst mit Deinem Auftreten und Gebaren hier Frauen, die wirklich vergewaltigt oder missbraucht wurden. Es ist geradezu ein Affront was Du hier treibst, aber Du schaffst es wieder, Dich als Opfer zu sehen.

Aladin
04.09.2006, 18:14
Die Männer haben freie Hand (oder freien Schw....?), so lange sich Frauen gegenseitig wie Dreck behandeln und dafür anklagen, dass sie an Werte wie Treue und Liebe glaubten. Da freut sich der Mann, da Frauen nicht in der Lage sind zusammen zu halten. Männer können das sehr wohl - daher sind sie im Gegensatz zu uns auch so verdammt erfolgreich.

Sheila

was unterscheidet in Deinen Augen die Frauen, mit denen Dein Mann im Bett war, von ihm oder von anderen Männern @Sheila?

Inaktiver User
04.09.2006, 18:27
@ Seawasp

no comment.

Ihr Frauen macht mir Angst.

Fast noch mehr Angst als die Täter.

Sheila,

vielleicht machen Dir Frauen Angst, die wissen, wovon sie schreiben - vor allem wenn sie schreiben, dass es unangemessen ist, Vergewaltigung und Inzest in einem Atemzug mit dem zu nennen, was Dir passiert ist.

Grüssle
Seawasp

Kappuziner
04.09.2006, 19:45
in meinen Augen ist jeder Raucher mindestens genauso gemeingefährlich
Der Raucher entscheidet sich aber selber, zu rauchen. Dem flösst keiner beim Sex irgendwelche Erreger ein.
Ich gehöre auch nicht zu denen, die das hier diskutierte Verhalten als Vergewaltigung bezeichnen. Aber das so kleinzureden, bringt es auch nicht. Ich bin auch schon betrogen worden, wenn das ohne Kondom geschieht, dann merke ich es an meiner Scheidenflora, die reagiert darauf mit Pilzen, die kann man ja noch gut in den Griff kriegen. Die Chlamydien waren eine echte Sauerei. Kürzlich hatte ich so anaerobe Bakterien, der FA meinte, entweder sexuell übertragen, könnte mein Freund aber auch schon lange haben, oder ich habs mir im Sportstudio geholt, da kann man sich in der Biosauna auch mit allem möglichen anstecken.
Die ganzen Sachen, die in der Scheidenflora leben und entsprechend auch bei den Sexualpartnern, sollte man einfach nicht weitertragen. Selbst das Übertragen einer gesunden Scheidenflora auf eine andere Frau kann deren Flora durcheinanderbringen. Zumal in Zeiten, wo mit der Pille verhütet wird, die die Anfälligkeit erhöht.

Aladin
04.09.2006, 20:05
Mein Argument ist in etwa: wir leben alltäglich mit Risiken, die ganz erheblich grösser sind als sich bei einem ungeschützten ONS mit einem heterosexuellen Partner mit HIV zu infizieren. Dieses Risiko derartig zu dramatisieren und den Mann (nicht die Frauen, mit denen er Sex hatte) zu kriminalisieren, ist in meinen Augen der Versuch, ein bestimmtes Lebensmodell erzwingen zu wollen. Offen mit den möglichen Folgen wechselnder Sexualpartner umzugehen halte ich für selbstverständlich.

Inaktiver User
04.09.2006, 20:17
Mein Argument ist in etwa: wir leben alltäglich mit Risiken, die ganz erheblich grösser sind als sich bei einem ungeschützten ONS mit einem heterosexuellen Partner mit HIV zu infizieren. Dieses Risiko derartig zu dramatisieren und den Mann (nicht die Frauen, mit denen er Sex hatte) zu kriminalisieren, ist in meinen Augen der Versuch, ein bestimmtes Lebensmodell erzwingen zu wollen. Offen mit den möglichen Folgen wechselnder Sexualpartner umzugehen halte ich für selbstverständlich.

Aladin! Aber es geht doch nicht nur um HIV! Natürlich ist das Risiko sich beim ungeschützten heterosexuellen Verkehr damit zu infizieren *relativ* klein. Und das lässt sich noch weiter minimieren, indem man sich ein Gummi überzieht.
Die Gefahr, sich beim ungeschützten Sex mit anderen fiesen Sachen anzustecken, ist jedoch um einiges höher.
Auch das solltest Du nicht so verharmlosen.
Ich denke, Du vermischt da einiges.
Ob ich meinem Partner ein bestimmtes Lebensmodell aufzwinge??? Wer weiß? Vielleicht ist das so.
Trotzdem sollte uns das nicht davon abhalten, Kondome zu benutzen, wenn wir schon mit anderen poppen müssen..

Kappuziner
04.09.2006, 20:29
Mein Argument ist in etwa: wir leben alltäglich mit Risiken, die ganz erheblich grösser sind als sich bei einem ungeschützten ONS mit einem heterosexuellen Partner mit HIV zu infizieren. Dieses Risiko derartig zu dramatisieren und den Mann (nicht die Frauen, mit denen er Sex hatte) zu kriminalisieren, ist in meinen Augen der Versuch, ein bestimmtes Lebensmodell erzwingen zu wollen. Offen mit den möglichen Folgen wechselnder Sexualpartner umzugehen halte ich für selbstverständlich.
Aladin, dein Denkfehler ist, dass du denkst, diese Diskussion hier ginge um deine Lebensform. Die steht hier nicht zur Debatte. Hier geht es um einen Mann, der bekennend monogam lebte, bzw. seiner Lebensgefährtin eben das vorgemacht hat. die nun mit den Folgen davon konfrontiert ist.
Sie hatte eben nicht die Wahl, sich zu entscheiden, ob sie so leben möchte, wie ihr Partner, denn sie wusste gar nicht, dass er so lebt. Er hat ihr was vorgemacht und das ist nicht fair.
Und wenn wir von Wahrscheinlichkeiten reden: die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich bei mehreren ungeschützten Sexualkontakten mit gar nichts anstecke, ist gleich null. Auch beim Mann. Nur haben die meisten dieser Krankheiten keine Folgen für den Mann - weswegen der das auch oft nicht so schlimm findet. Er überträgt sie an die nächste Frau und basta.

Kraaf
04.09.2006, 20:29
Da schliesse ich gleich munter an und sehe es wie Muschelchen.

Welches Lebensmodell wird uns denn durch safersex aufgezwungen? Das der katholischen Kirche sicherlich nicht oder? :freches grinsen:

Genau das hat hier übrigens versagt. Der Kerle hatte sheila Treue versprochen und sie grausam verarscht.

Und umgekehrt - welches Lebensmodell hat es nötig, safersex zu banalisieren?

bissle rätselnd,
Kraaf

Inaktiver User
04.09.2006, 20:32
Hallo,

ich bin ehrlich gesagt einfach nur entsetzt, was hier von Menschen (?) wie Aladin und Sheila losgelassen wird. Ich frage Euch echt, sag mal, wie könnt Ihr nur?

Ich habe mir echt überlegt, ob ich mich äußere, aber ich bin fassungslos.

Ich bin vergewaltigt worden (ohne Anführungsstriche) und ja, auch mich hat mein Partner betrogen und er hat mit der anderen ohne Gummi gep...! Aber ich kann leider aus eigener ERfahrung sagen, dass dies kein Vergleich ist.... und einfach nur widerlich und perfide.

Sheila, ich habe einfach nur den Eindruck, dass Du es nicht ertragen kannst, betrogen zu werden (ich auch nicht) und dich am liebsten jetzt in einer Opferrolle suhlen willst.

Ich hoffe einfach, dass denen, die hier freimütig solche Vergleiche heranziehen, niemals den echten Vergleich bekommen.

Sheila, Frauen wie Du sind eine Schande für Frauen wie mich. Ich schäme mich für Dich. Du hast noch nicht einmal den Anstand und die Größe, Deinen Thread zurückzuziehen, selbst wenn es offensichtlich ist, dass Du in Deinem Hass und Deiner Verletzheit über das Ziel hinausgeschossen bist.

Lea

Aladin
04.09.2006, 20:35
Trotzdem sollte uns das nicht davon abhalten, Kondome zu benutzen, wenn wir schon mit anderen poppen müssen..

na ja, vor 17 Jahren habe ich mich mal selbst angezeigt. Damals wurde tatsächlich darüber diskutiert, ob ein Puffbesitzer sich strafbar macht, der kostenlose Kondome anbietet. Weil ich das tat und die Frauen auch noch darin bestärkt habe, auf dem Gebrauch dieses Kondoms zu bestehen, hätte ich eigentlich verurteilt werden müssen.

Aladin
04.09.2006, 20:44
Sie hatte eben nicht die Wahl, sich zu entscheiden, ob sie so leben möchte, wie ihr Partner, denn sie wusste gar nicht, dass er so lebt. Er hat ihr was vorgemacht und das ist nicht fair.


ohne dass ich Sheila damit meinen würde: jede Frau, die weiss, dass Männer "so" sind, aber so tut als sei "ihrer" ganz anders, spielt dies Spiel mit. Und sie hat sehr wohl die Wahl zu sagen: lass uns offen miteinander umgehen. Sie muss dann allerdings bereit und in der Lage sein, mit der Wirklichkeit dieses Mannes klar zu kommen.

Cook3
04.09.2006, 20:52
@ Lolalo

Du hast sicher Recht: es gibt tolle Männer.

Nur, ich habe keinen kennen gelernt. Oder ich habe sie übersehen und mir immer und immer wieder die Falschen ausgesucht. Auch wenn diese sich voneinander so sehr zu unterscheiden schienen wie der Hund von der Katze, eins hatten sie gemeinsam: es waren feige, verlogene A....löcher.

Sheila

Wenn ich nur miese Vertreter des anderen Geschlechts kennenlernen würde, wäre das für mich irgendwann Anlaß, mich mit mir selbst zu beschäftigen, zu hinterfragen. Warum fahre ich immer auf solche Typen ab? Warum finden solche Männer mich immer wieder so zielsicher usw.?

Cook3

Telex
04.09.2006, 20:58
Mir ist etwas ähnliches passiert wie Sheila73. Zu Beginn der Beziehung schliefen wir nur mit Kondom miteinander, später gingen wir zusammen zum Test. Nach dem negativen Ergebnis ließen wir die Gummis weg. Er tat, als wäre dieses ganze Prozedere eine Selbstverständlichkeit für ihn. In Wirklichkeit hatte er nur pro forma mitgemacht, weil er meine Einstellung kannte.

Stichwort Eigenverantwortung: ich hatte den Fehler gemacht, das Thema von mir aus anzusprechen. Das war taktisch unklug, denn nun bot sich ihm die Gelegenheit, mir nach dem Mund zu reden, um einen guten Eindruck auf mich zu machen. Für diesen Fehler bin ich verantwortlich. Ich hätte es drauf ankommen lassen sollen, ob er im letzten Moment zum Kondom greift, oder ob ich ihn darauf hinweisen muss. Beim nächsten Mann bin ich schlauer.

Wie er WIRKLICH über die Notwendigkeit der Prävention dachte, zeigte sich neun Jahre später. Er hatte eine Affäre, schlief mit der Frau ungeschützt, und mit mir natürlich auch. Ohne schlechtes Gewissen. Mein Entsetzen konnte er nicht verstehen: es sei doch alles bloß Panikmache, ein Problem von Schwulen und Fixern. Er verdrängt die Gefahr nicht, sondern sie EXISTIERT für ihn gar nicht. Es ist die gleiche Sorglosigkeit, mit der Eltern ihre kleinen Kinder, die noch nicht für sich selbst entscheiden können, ins Flugzeug zwingen. Fliegen ist doch sicher, und es sind immer die anderen, die abstürzen, nicht wahr? (Diese Leute würden staunen, würden sie die private, ehrliche Meinung vieler Berufspiloten zu dem Thema kennen.)

Einigen Männern, die ohne Kondom drauflos poppen und ihre Partnerin gefährden, ist nicht mal im Nachhinein bewusst, dass ihr Verhalten = Arschlochverhalten ist. Und wer sein Fehlverhalten nicht einsieht, wird es auch nicht abstellen. DAS ist das Gefährliche.

Sugarnova
04.09.2006, 21:01
Frage:

Wenn eine Frau mit einem anderen rummacht, schwanger wird/sich eine GK holt, ihrem Mann das uneheliche Kind unterschiebt bzw. ansteckt, hat sie ihn dann auch "vergewaltigt"?

Aladin
04.09.2006, 21:03
Einigen Männern, die ohne Kondom drauflos poppen und ihre Partnerin gefährden, ist nicht mal im Nachhinein bewusst, dass ihr Verhalten = Arschlochverhalten ist. Und wer sein Fehlverhalten nicht einsieht, wird es auch nicht abstellen. DAS ist das Gefährliche.

Frauen, die ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass "ihrer" ganz anders ist, spielen dieses Spiel mit

Inaktiver User
04.09.2006, 21:11
Sheila, Frauen wie Du sind eine Schande für Frauen wie mich. Ich schäme mich für Dich. Du hast noch nicht einmal den Anstand und die Größe, Deinen Thread zurückzuziehen


Lea,
wer gibt Dir eigentlich das Recht, so über Sheila herzufallen?
P.

Kraaf
04.09.2006, 21:16
Frauen, die ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass "ihrer" ganz anders ist, spielen dieses Spiel mit

Aladin,

du machst mir Pusteln! :freches grinsen:

Durch die gebetsmühlenartige Wiederholung wird es einfach nicht stimmiger.

Ersteinmal ist da der Typ. Der einerseits Treue verspricht, dann die Klappe nicht aufbekommt und sich heimlich davonstiehlt und (!) dies dann auch noch ungummiert.

Dann ist da noch die andere Frau. Die zumindest ahnen könnte, dass da kein jungfräulich-unberühter Milchbubi vor ihre Füsse gefallen ist.

So. Und was bleibt dann für die quasi doppeltbetrogene Ehefrau? Wo liegt ihr Denkfehler? Ihn nicht eingesperrt zu haben? Ihn nicht lückenlos überwacht zu haben? Ihm überhaupt vertraut zu haben?

Sorry, wenn ich per se nicht vertrauen kann oder will, bin ich unfähig, eine Liebesbeziehung zu führen.

Und nochmal zum "Lebenskonzept" oben. Selbst in einer offenen Beziehung wäre wohl der aussereheliche, nicht gummierte Sex trotz entsprechender Absprache ein Betrug oder?

bissle kopfschüttelnd,
Kraaf

Inaktiver User
04.09.2006, 21:27
Das Recht gebe ich mir. Ich verachte Frauen, die über Frauen herziehen und eine Solidarität einfordern, aber gleichzeitig Ein Gewaltverbrechen aufgrund verletztem Stolz verharmlosen.

Vielleicht sollte sie sich professionelle Hilfe suchen, um über Ihre Verletzung hinwegzukommen, aber bitte nicht auf Frauen rumtrampeln wie mich, die für sich diesen Vergleich nie gezogen hat, weil es nicht vergleichbar für mich ist.

Widerlich und ekelerregend!

Zornige Grüße, Lea

Inaktiver User
04.09.2006, 21:29
Kraaf,
endlich mal ein Beitrag, dem ich zustimmen kann. Muss ich denn als Ehefrau von meinem Mann, obwohl ich ihm (blöderweise?) - und er wohl auch mir (blöderweise) - vertraue, trotz alledem vorsichtshalber verlangen, zukünftig nur noch mit Kondom zu schlafen?
P.

Inaktiver User
04.09.2006, 21:32
Lea,
um über Ihre Verletzung hinwegzukommen, aber bitte nicht auf Frauen rumtrampeln wie mich
das kann ich in keinem einzigen Beitrag von Sheila nur ansatzweise herauslesen. Du überreagierst und interpretierst Dinge, die nirgendwo so stehen oder so gemeint sind.
P.

Aladin
04.09.2006, 21:42
So. Und was bleibt dann für die quasi doppeltbetrogene Ehefrau? Wo liegt ihr Denkfehler? Ihn nicht eingesperrt zu haben? Ihn nicht lückenlos überwacht zu haben? Ihm überhaupt vertraut zu haben?

Sorry, wenn ich per se nicht vertrauen kann oder will, bin ich unfähig, eine Liebesbeziehung zu führen.


Hallo pusteliger Kraaf :aetsch: ,

wie's der Zufall will habe ich gerade einen Text darüber geschrieben, wie in meinen Augen Vertrauen entsteht. Ganz sicher nicht durch Zwang oder Kontrolle. Aber eben auch nicht dadurch, dass ich so tue, als sei ein bestimmtes Verhalten selbstverständlich. Vertrauen entsteht in einem langwierigen Prozess gegenseitiger Öffnung für die Wirklichkeit des Anderen. Einverstanden?

Lolalo
04.09.2006, 22:30
Ich hoffe einfach, dass denen, die hier freimütig solche Vergleiche heranziehen, niemals den echten Vergleich bekommen.

Dass eine Frau sich in so einer Situation wie Sheila sich "vergewaltigt" fühlt (sowohl körperlich als auch seelisch) finde ich absolut nachvollziehbar. Ich bin der Meinung, man sollte nicht anfangen verschiedene Wertungen für Gewalt aufzustellen, wenn es um Frauen und ihre verschiedenen Erfahrungen mit Gewalt geht. Verschiedene Frauen erleben ihre Situationen unterschiedlich, aber was alle doch verbindet ist ERFAHRUNG MIT GEWALT und endloser SCHMERZ - nichts was mit verniedlichung einer Sache zu tun hat, sondern ein VERSTEHEN.

Lolalo
04.09.2006, 22:36
Das Recht gebe ich mir. Ich verachte Frauen, die über Frauen herziehen und eine Solidarität einfordern, aber gleichzeitig Ein Gewaltverbrechen aufgrund verletztem Stolz verharmlosen.

Glaubst Du, dass jede einzelne Frau die betrogen wird nur "verletzten Stolz" empfindet ? Ich muss sagen wenn ich Dich so richtig verstehe, dann ist das eine arge Verharmlosung Deinerseits. Für manche ist es ein gewaltiger negativer Eingriff in verschiedene Lebensbereiche.

Lolalo
04.09.2006, 22:47
Jedenfalls möchte ich nicht auf den Zug aufspringen und Menschen die Gewalt erleben herunterputzen oder gegeneinander aufspielen; falls irgendjemand das irgendwie so verstehen könnte.

:zauberer:

Inaktiver User
05.09.2006, 09:20
Jedenfalls möchte ich nicht auf den Zug aufspringen und Menschen die Gewalt erleben herunterputzen oder gegeneinander aufspielen; falls irgendjemand das irgendwie so verstehen könnte.

:zauberer:

Darum ging es - zumindest mir - nicht.

Das, was Sheila passiert ist, ist ein massiver Vertrauensbruch, und je nach Folgen möglicherweise auch (fahrlässige) Körperverletzung.

Die Vergleiche mit Vergewaltigung und Inzest hat Sheila selbst gezogen, und ich finde diese Vergleiche unzulässig, weil sie Sheila in eine Opferrolle katapultieren, die dazu führt, dass sie ihren eigenverantwortlichen Anteil am Geschehen einfach ausblenden und auf "die Männer" projizieren kann.

Damit schadet sie in erster Linie sich selbst.

Es gab in ihrer Beziehung zu diesem Typen durchaus Anzeichen dafür, dass es sich um einen Menschen handelt, der Vertrauen nicht verdient - das hat Sheila ausgeblendet. Es könnte Gründe haben, wenn Sheila möglicherweise sogar häufiger auf "solche" Typen hereinfällt. Daran kann sie nur etwas ändern, wenn sie sich selbst eben NICHT in die Opferrolle castet, sondern schaut: Was habe ich denn dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte, und was kann ich in Zukunft anders machen?

Und eben da kommt eine Vergewaltigung, kommt Inzest AUCH ins Spiel. Opfer einer Vergewaltigung oder von Inzest können nichts daran ändern, können nicht eingreifen, haben keine Möglichkeit "NEIN" zu sagen, das, was passiert zu stoppen, zu verändern, sich zu distanzieren - sie haben keine Wahl, werden teilweise im Fall des Inzest nicht einmal gehört, wahrgenommen, ernstgenommen, selbst wenn sie den Mut haben über das, was ihnen geschieht zu reden und um Hilfe zu bitten.

Sheila dagegen HATTE Handlungsalternativen, sie hat sie allerdings nicht genutzt. Sie hat sich ihren Freund aktiv ausgesucht, sie hat freiwillig und ohne Zwang mit ihm Sex ohne Kondom gehabt. Sie tat es, weil sie ihm glauben wollte, und er hat sie auf fiese Weise betrogen. Das möchte hier niemand abwerten oder verniedlichen, das IST eine Riesensauerei, und wäre ich an Sheilas Stelle, könnte der Typ sich vermutlich warm anziehen, und zwar ganz unabhängig davon, was diverse Tests bringen oder nicht bringen.

Sheila mag sich vergewaltigt FÜHLEN. Das ist okay. Es ist aber etwas ganz anderes, einen Fremdgeher zum "Vergewaltiger" zu küren, die Gleichung aufzustellen: Fremdgeher sind "Vergewaltiger", tatsächlich vergleichende Überlegungen zu Gewalttaten wie Vergewaltigung und Inzest anzustellen, und sich auf diese Weise so mit der Opferrolle zu identifizieren, dass kein wirklicher Unterschied mehr gesehen wird.

Es müsste nachvollziehbar sein, dass Menschen, die tatsächlich und vielleicht über lange Zeit missbraucht worden sind, die die Gewalt darin lebhaft am eigenen Leib, in der eigenen Seele gespürt haben, und die über viele Jahre damit gekämpft haben, ihr inneres Gleichgewicht wieder zu finden - manche erfolglos - Sheila darauf aufmerksam machen wollen, dass sie sich da in etwas hineinsteigert.

Denjenigen, denen eine Vergewaltigung noch relativ frisch in Körper und Psyche eingeätzt ist, kommt Sheilas Erlebnis möglicherweise wie ein Spaziergang auf einer Frühlingswiese vor, und das muss jemand, der so provokante Thesen aufstellt, dann auch "abkönnen", wenn er in einem öffentlichen Forum postet, in dem er damit rechnen muss, auf Menschen zu treffen, denen die zum Vergleich herangezogenen Erlebnisse mehr sind als theoretische Szenarien.

Nochmals: Sheilas Erlebnis ist verstörend, übel, durch nichts zu entschuldigen. Männer, die sich so verhalten, sind verachtenswert. Niemand streitet das ab, oder möchte das "kleinreden". Aber wenn aus der Sache zumindest ETWAS Gutes entstehen soll, dann wäre es vielleicht angebracht, auch mal auf das zu schauen, was man selbst anders hätte machen können.


Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
05.09.2006, 09:34
ohne dass ich Sheila damit meinen würde: jede Frau, die weiss, dass Männer "so" sind, aber so tut als sei "ihrer" ganz anders, spielt dies Spiel mit. Und sie hat sehr wohl die Wahl zu sagen: lass uns offen miteinander umgehen. Sie muss dann allerdings bereit und in der Lage sein, mit der Wirklichkeit dieses Mannes klar zu kommen.

Und? Was ändert sich damit?
Mal ein wenig graue Theorie:
Man stelle sich vor, dass alle Menschen so leben, wie Du es vorschlägst. Offene Partnerschaft (die ich m.E. auch führe, "obwohl" wir nicht mit anderen poppen. Trotzdem halte ich meine Beziehung für offen. Naja, anderes Thema.) ohne den "Zwang" sexueller Treue.
Ja und dann?
Löst sich damit das Problem des Poppens ohne Schutz und die daraus entstehende Gefährdung des Partners?
Nö, glaub ich nicht, Lebensmodell hin oder her.

Inaktiver User
05.09.2006, 10:07
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 10:16
Sheila!
Ich hatte nicht den Eindruck, dass Seawasp das Risiko einer gefährlichen Erkrankung verniedlichen wollte.
Im Gegenteil! Niemand bestreitet, dass Dein Ex ein riesiges gemeingefährliches A*loch ist. Ist er!
Ich möchte gerade nicht in Deiner Haut stecken.
Nur:

Du sprichts von Missbrauchsopfer, die JAHRELANG missbraucht wurden. JAHRELANG? Dann kann ich genauso sagen: Eigenverantwortung, sich selbst jahrelang zum Opfer machen, wozu gibt es die Polizei und Hilfsorganisationen? Keiner muss sich in Deutschland jahrelang missbrauchen lassen.
Puh. Das solltest Du nochmal überdenken. Da schießt Du in meinen Augen gewaltig übers Ziel hinaus. Du kannst das, was Dir passiert ist, nicht mit jahrelangem Missbrauch vergleichen.

Herbert
05.09.2006, 10:24
Sheila:

Du solltest Seawasps Statement nochmal lesen und dann auch darüber nachdenken und versuchen es zu verstehen. Seawasp schreibt sehr viele wichtige Dinge, die Du aber überhaupt nicht wahrnimmst.

Wenn die Vermutung nicht so abgeschmackt wäre, würde ich Deinen Egozentrismus als Versuchsaufbau eines Psychologiestudenten interpretieren, der sich hier als Forentroll betätigt, einfach weil mir völlig unbegreiflich ist, wie man seine eigene Rolle im Geschehen derartig negieren kann.

Herbert

Aladin
05.09.2006, 10:26
Löst sich damit das Problem des Poppens ohne Schutz und die daraus entstehende Gefährdung des Partners?

vielleicht bin ich rettungslos ein versponnener Idealist, aber ich glaube schon. Ein Mann, der die Lage seiner Partnerin kennt und das Gefühl hat, von ihr in seiner Wirklichkeit ernst genommen zu werden, wird die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Kraaf
05.09.2006, 10:33
einfach weil mir völlig unbegreiflich ist, wie man seine eigene Rolle im Geschehen derartig negieren kann.

Hmmm..., das sehe ich eigentlich nicht so streng. Sicherlich, ich kann seawasps Beitrag auch unterschreiben (wie eigentlich stets :smile:), aber hallo, wie soll sheila sich darauf zum jetzigen Zeitpunkt und traumatisiert einlassen können??

Bissle übermenschlich oder? Und sie hat bereits im Ausgangsposting darauf hingewiesen, dieser Strang sei provozierend und die von ihr empfundene "Vergewaltigung" in Anführungszeichen gesetzt. :smirksmile:

nettes Grüssle
Kraaf

Herbert
05.09.2006, 10:37
Ausgehend von diesem Strang alleine wohl nicht, aber nimm einfach mal die anderen Themen von Sheila dazu. Das rundet das Bild dann ab.

Übermenschlich finde ich es übrigens nicht von der Frage: Warum passiert mir das immer? auf die Frage: Mache ich vielleicht etwas falsch zu kommen?

Viele Grüße
Herbert

Inaktiver User
05.09.2006, 10:37
vielleicht bin ich rettungslos ein versponnener Idealist, aber ich glaube schon. Ein Mann, der die Lage seiner Partnerin kennt und das Gefühl hat, von ihr in seiner Wirklichkeit ernst genommen zu werden, wird die notwendigen Konsequenzen ziehen.
Nett in der Theorie, aber in der Praxis? Nä, glaube ich nicht.
Sei es drum, da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner, Aladin! :blumengabe:

Inaktiver User
05.09.2006, 10:40
*** Beitrag gelöscht ***

Kraaf
05.09.2006, 10:42
Bei mir war es physische Gewalt.

neee, wenn, dann die andere...:smirksmile:

Aladin
05.09.2006, 10:43
Nett in der Theorie, aber in der Praxis? Nä, glaube ich nicht.


soweit ich sehe gibt es Beziehungen, in denen sich beide Partner versuchen, in die Lage des anderen zu versetzen, in der Praxis so gut wie gar nicht. Nicht zuletzt hier in der BriCom sehe ich viel Wunschdenken.

Inaktiver User
05.09.2006, 10:50
soweit ich sehe gibt es Beziehungen, in denen sich beide Partner versuchen, in die Lage des anderen zu versetzen, in der Praxis so gut wie gar nicht. Nicht zuletzt hier in der BriCom sehe ich viel Wunschdenken.
Und was ist Deiner Meinung nach die Ursache dafür? Die Tatsache, dass sich viele Menschen, und nicht nur Frauen im übrigen, vom Partner sexuelle Treue wünschen?
Die Fähigkeit sich in den Partner hineinzuversetzen ist nicht nur auf Leute beschränkt, die sich gegenseitig keine sexuelle Treue "verordnen".

Inaktiver User
05.09.2006, 11:06
*** Beitrag gelöscht ***

Kraaf
05.09.2006, 11:13
Die Fähigkeit sich in den Partner hineinzuversetzen ist nicht nur auf Leute beschränkt, die sich gegenseitig keine sexuelle Treue "verordnen"

*smile* Muschelchen,

das ist ja wohl Aladins Credo: zumindest Männer können nicht dauerhaft treu sein.

Ich lass das hier jetzt einfach mal offen stehen, aber dafür frage ich mal dreist: na und?

Wenn sie die "Lust auf fremde Haut" zwackt, sollen sie es halt bekennen. Ihr Treueversprechen steht schliesslich noch im Raum.

Erst dann - nicht früher - käme dann das Einfühlungsvermögen der Partnerin ins Spiel. Alles andere wäre ja wohl zunächst reine Hellseherei.

"Ach Lust auf fremde Haut hast du? Das muss ich erst mal setzen lassen. Wie stellst du dir das vor? Wie soll das gehen, dass ich mich darauf einlasse? ..."

Oder?

nettes Grüssle
Kraaf

Cariad
05.09.2006, 11:19
@ Cariad

Ich fühle mich dadurch verletzt, dass Du meine Angst vor eine HIV-Infektion mit der Angst vor einem Magen-Darm-Infekt vergleichst. Meinst Du das wirklich so?



Die Frage ist zwar schon ein paar Tage alt, aber da der Thread noch "rennt", beantworte ich sie trotzdem.

Du hast im ersten Posting eine explizit provokante Frage gestellt und fühlst dich verletzt, wenn eine Gegenprovokation kommt. Das finde ich merkwürdig, aber da du offenbar wirklich Angst hast, entschuldige ich mich dafür.

Natürlich ist eine HIV-Infektion etwas anderes als ein Magen-Darm-Infekt. Allerdings können auch aus letzerem chronische Krankheiten entstehen. Und dann? Krankheiten sind Teil des Lebensrisikos, völlig unabhängig davon, ob ich dafür konkret jemandem die Schuld geben kann oder ob sie mich aus nicht nachvollziehbaren Gründen treffen.

Wie Aladin bin ich der Meinung, dass du dich in deine Angst hereinsteigerst, um dein Opfergefühl zu verstärken. Die reale Gefahr ist so gering, dass sie deine Angst nicht rechtfertigt. Es gibt weitaus riskantere Sachen im Leben, die wir trotzdem jeden Tag tun - Autofahren, ungesunde Sachen essen, Zigarettenrauch einatmen...

Wie Seawasp bin ich der Meinung, dass man die letzte Verantwortung fürs eigene Wohl stets selbst trägt. Wenn du so panische Angst vor Infektionen hast, solltest du gar keinen ungeschützten Verkehr haben. (Dasselbe sagt man hier in der BriCom ja auch immer den Männern: Wer niemals Kinder kriegen will, sollte immer selbst verhüten.)

Dein Ex ist ein A***, das unterschreibe ich gerne. Dass du versuchst, ihn zu kriminalisieren, finde ich unsinnig. Ich kann dir nur raten: Schau nach vorn und nicht zurück! :blumengabe:

Grüße, Cariad

Inaktiver User
05.09.2006, 11:24
Ich lass das hier jetzt einfach mal offen stehen, aber dafür frage ich mal dreist: na und?

Wenn sie die "Lust auf fremde Haut" zwackt, sollen sie es halt bekennen. Ihr Treueversprechen steht schliesslich noch im Raum.

Erst dann - nicht früher - käme dann das Einfühlungsvermögen der Partnerin ins Spiel.

"Ach Lust auf fremde Haut hast du? Das muss ich erst mal setzen lassen. Wie stellst du dir das vor? Wie soll das gehen, dass ich mich darauf einlasse? ..."


Eben, Kraaf! Mir war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es in meinen Augen eben keine Korrelation zwischen sexueller "Freiheit" und Einfühlungsvermögen gibt.
Denn warum sollte es nicht so laufen wie in dem von Dir beschriebenen Szenario? Ich *erwarte* so viel Offenheit von meinem Partner, selbst wenns zwickt. Umgekehrt bin ich bereit, es genauso zu machen. Hoffe ich. :smirksmile:

Inaktiver User
05.09.2006, 11:34
*** Beitrag gelöscht ***

Jalinda
05.09.2006, 11:44
Vergewaltigung hin oder her - wichtig ist doch, was man aus solchen Erlebnissen zieht: Es gibt eine Menge Männer - und auch genauso Frauen, deren Worten man nicht trauen kann. So schlimm es ist, es ist nunmal Realität.

Dagegen, dass man nicht in solche oder ähnliche Situationen gerät, hilft nur, sich nicht auf Worte zu verlassen, sondern auf Taten zu schauen. Wenn ein Mann nicht bereit ist, auf den Wunsch der Frau einzugehen, einen Gummi zu benutzen, zeigt er doch ganz deutlich seine Haltung, da kann er noch so schöne Dinge erzählen. Und wenn eine Frau ohne rummacht, dann kann sich der Mann denken, dass sie das bestimmt schon öfters gemacht hat und evtl. einiges an Viren o. ä. mit sich rumträgt.

Cariad
05.09.2006, 11:48
"Ja, ich habe erkannt, dass ich dieses Risiko nur durch konsequenten Safer-Sex einschränken kann und dass mein Motto mit dem "Vertrauensvorschuss für jeden Partner" russisches Roulette war."

Nein, war es nicht. Bei russischem Roulette hat man eine 16%ige Chance, augenblicklich zu sterben. Das ist wirklich kein Vergleich.

Nur mal ganz vorsichtig formuliert: Vielleicht solltest du darüber nachdenken, voher deine große Angst kommt? Angst vor dem Tod ist immer Angst vor dem Leben, hat mal irgendwer gesagt. Und vielleicht kannst du an dieser Stelle wenigstens noch irgend etwas Positives aus der Geschichte ziehen?

Grüße, Cariad

Inaktiver User
05.09.2006, 11:55
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 11:57
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 12:01
*** Beitrag gelöscht ***

Cariad
05.09.2006, 12:09
@ Cariad

Dass ich nicht an Aids sterben will siehst du als Angst vor dem Tod?

Ich habe eine ganz natürliche Einstellung zum Tod, es gehört zum Leben dazu, ich bin da - im Gegensatz zu vielen anderen Menschen - sehr natürlich erzogen.

Aber, verdammt, ich will nicht krepieren, weil so ein Typ, den ich liebe und dem ich vertraue, mich bescheißt.

Okay, dann Butter bei die Fische:

Erstens krepiert man heutzutage in Deutschland nicht mehr an AIDS.

Zweitens sind von 80.000.000 Deutschen nur 49.000 HIV-infiziert. Davon sind allein 31.000 Männer, die ungeschützten Sex mit Männern haben - das scheint in deinem Fall schon mal unwahrscheinlich. Lediglich knapp 10.000 davon sind Frauen. Wenn dein Ex einen Test hinter sich hatte und danach schlimmstenfalls mit einem Dutzend Frauen gevögelt hat, ist die Chance, dass du infiziert bist, immer noch verschwindend gering.

Ich bin sehr für Safer Sex, aber ich sehe deine große Angst als völlig irrational.

Grüße, Cariad

Jalinda
05.09.2006, 12:38
Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, Aids zu bekommen spielt hier nicht die alleinige Rolle. Sondern es geht darum, dass man nicht gerne unkontrolliert mit Krankheitskeimen anderer Frauen infiziert wird.

Cariad
05.09.2006, 12:56
@Jalinda: Und genau das ist es, was ich mit meinem ersten Vergleich (mit der Magen-Darm-Grippe) meinte: Wir sind immer und überall unkontrolliert den Krankheitskeimen anderer Menschen ausgesetzt. Das ist nicht die Schuld derer, die einen Infekt haben und uns trotzdem die Hand schütteln. Das ist einfach ein Lebensrisiko.

Genausogut könnte man jemanden kriminalisieren, der in der S-Bahn hustet. Das tut man aber nicht. Ergo: Die Infektions-Angst ist nur ein Stellvertreter-Gefühl für das "gebrochene Herz", den Schmerz der verlorenen Liebe.

Grüße, Cariad

Inaktiver User
05.09.2006, 13:06
Hallo,

ich möchte einen provokanten Beitrag beisteuern, inspiriert durch meine Freundin.

Meine Geschichte habe ich hier ja schon oft durchgekauft: mein Freund hatte (ungeschützten) GV mit anderen Frauen, es kam zur Trennung.

Meine Freundin meinte gestern Folgendes: Wenn ich gewusst hätte, dass dieser Mann mich betrügt, hätte ich nicht mehr mit ihm geschlafen. Hätte ich gewusst, dass er sich nicht vor Geschlechtskrankheiten schützt, hätte ich erst recht nicht mehr mit ihm geschlafen.
Parallel zu seinem Fremdgehen versicherte er mir seine Liebe und Treue.
Da ich ihm vertraute, habe ich etwas getan, was ich niemals getan hätte, wäre ich informiert gewesen - Sex mit diesem Mann!
Obwohl er am selbe Tag mit uns beiden schlief.

Rein juristisch gesehen ist das keine Vergewaltigung, klar, daher auch in Anführungszeichen.

Aber je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr muss ich meiner Freundin Recht geben: hier wurde der Widerstand zwar nicht mit körperlicher, aber mit seelischer Gewalt überwunden: durch perfide Lügen und Verheimlichung wichtiger Tatsachen.

Ich fühle mich in der Tat missbraucht - seelisch und dadurch letztlich auch körperlich.

Wie seht Ihr das?

Sheila

Wie macht man ein Arschloch zu einem Vergewaltiger?
Ratschläge holen Sie sich bitte in Ihrem Brigitte-Forum.

Einigen Userinnen dieses Themas möchte ich vorschlagen, in ihrem Gästebuch auch die komplette Adresse mitsamt realem Namen zu veröffentlichen. Nein Nein...nicht für weitere Fremdgeher-Vergewaltiger...für den Bogen, den man um die Mädels machen muss.

Jalinda
05.09.2006, 13:23
@Cariad:
Der Vergleich haut halt einfach nicht hin, es gibt ja schließlich quantitative Abstufungen:

Es ist ein Unterschied, ob mich jemand aus der Ferne anhustet oder ob er mir infiziertes Blut in die Venen spritzt.

Ebenso ist es ein Unterschied, ob man einfach die Straße langläuft oder bei jedem Hundekackehaufen stehen bleibt und ihn aufisst.

Inaktiver User
05.09.2006, 13:26
*** Beitrag gelöscht ***

Cariad
05.09.2006, 13:28
@Jalinda: Richtig, wer dir infiziertes Blut in die Adern spritzt, hat offenbar die Absicht, dich krank zu machen. Ich gehe davon aus, dass Sheilas Ex keinerlei Absicht in dieser Hinsicht hatte. Schön blöd wäre er, seine eigene Gesundheit wäre ja auch betroffen.

Grüße, Cariad

Inaktiver User
05.09.2006, 13:33
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 13:37
*** Beitrag gelöscht ***

Cariad
05.09.2006, 13:52
@Sheila: Egal welche Krankheit mich treffen mag, ich werde es sicher nicht locker sehen. Aber du hast im Moment weder Krankheit noch Diagnose. Du hast Angst davor, welche Krankheit dich treffen könnte. Genausogut könntest du jeden Morgen davor Angst haben, auf die Straße zu gehen.

Der Gesetzgeber lässt keine Klage gegen Fremdgehen zu, egal ob geschützt oder ungeschützt. Das hat viele gute Gründe. Wenn wir schon der Vergleich mit dem Straßenverkehr ziehen: Selbst da trägst du meist eine Teilschuld, auch wenn du dich korrekt verhalten hast. Auch der Gesetzgeber kennt so etwas wie ein "Lebensrisiko".


Es mag Leute geben, die das Risiko einer AIDS-Infektion anturnt (spätestens seit der BriCom weiß ich, dass es immer jemand gibt, der angeturnt wird - egal worum es geht :freches grinsen:). Dass das ein Hauptgrund für Sex-Partys ist, denke ich nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Grüße, Cariad

Inaktiver User
05.09.2006, 13:53
Und - neue gewagte These - ich glaube, dass es Menschen gibt, die es anturnt, bewusst mit dem Risiko zu spielen. Man denke nur an die , die sich zu Partys treffen, nur um ungeschützt Sex mit vielen Menschen zu haben.
Klar gibt es die.
Dein Ex hat Dich Gesundheitsrisiken ausgesetzt, keine Frage!
Aber mutmaßt Du jetzt, dass er ungeschützt mit anderen gepoppt hat, um Dich und sich bewußt diesem Risiko auszusetzen?
Kann ich mir nicht vorstellen.

Inaktiver User
05.09.2006, 14:12
*** Beitrag gelöscht ***

Jalinda
05.09.2006, 14:17
@Cariad:

Im übrigen kotzen mich ebenso Kollegen an, die mit starker Erkältung oder Magen/Darm-Grippe in die Arbeit kommen und dann den gesamten Raum anstecken.

-> ein bischen Rücksichtnahme auf andere kann nie schaden

Cariad
05.09.2006, 14:25
Wusste er nichts von der Krankheit, hätte er aber vorsorgen müssen, z.B. weil er wechselnede Partner hat oder SOGAR schon Symptome fest stellte, aber dennoch nicht zum Arzt ging, dann ist es eine fahrlässige KV.


Gibt es dafür Präzedenzfälle? Dass jemand verurteilt wurde, weil er in einer festen Beziehung wechselnde Sexpartner nebenher hatte und dadurch den Beziehungspartner angesteckt hat (ohne dass bereits eine andere Indikation vorlag)?

Das wäre für mich eine neue Information. Falls es dafür Beispiele gibt, würden sie mich interessieren.


Aber selbst dann: Verurteilt wird man bei uns erst, wenn die Beweislage geklärt ist.

Grüße, Cariad

Fender
05.09.2006, 14:33
Sheila73,

würdest Du auch so überreagieren, wenn Du einen Mann kennengelernt hättest, der einen Tag vor dem Kennenlernen einen ungeschützen ONS gehabt hätte und sich dabei infiziert - womit auch immer?!
Und er weiß nichts davon, und ihr liebt Euch und seid glücklich, und irgendwann treibt ihr es auch ungeschützt... Wäre dieser Mann auch ein widerwärtiges Ekel und alle Männer sowieso Schweine?!

Du solltest die Bewertung einer womöglichen Infizierung meiner Ansicht nach deutlich von der Bewertung des Betrogenwerdens trennen... Auch wenn hier Tateinheit vorgelegen hat.

Inaktiver User
05.09.2006, 14:57
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 15:02
*** Beitrag gelöscht ***

Jalinda
05.09.2006, 15:19
Sheila,

ich finde nicht, dass Du übertreibst.
Schlimm finde ich, wie viele Männer es hier gibt, die null Einfühlungsvermögen haben. Ist echt erschreckend. Mir tun die Frauen leid, die an sie geraten. Ob die wohl über die Einstellung ihrer Männer bescheid wissen (z. B. sich gegenseitig mit HIV anstecken ist eben Lebensrisiko)?

Cariad
05.09.2006, 15:29
@Sheila:
Ich finde spontan nur Verurteilungen, in denen der Verurteilte zur Zeit der Ansteckung wusste, dass er HIV-positiv ist. Ein Link zu einem Urteil, bei dem das dem Verurteilten nicht bewusst war, würde mich interessieren.

@Jalinda: Falls du mich meinst mit dem "Lebensrisiko": Ich bin eine Frau. ;-)

Grüße, Cariad

Inaktiver User
05.09.2006, 15:34
*** Beitrag gelöscht ***

Cariad
05.09.2006, 15:41
@Sheila: Das hat ja auch nie jemand bestritten. ;-)

Es hat nur überhaupt nichts mit deinem Fall zu tun. Weder weiß dein Ex, dass er HIV-positiv ist, noch liegt es im wahrscheinlichen (sprich fahrlässigen) Bereich.

Grüße, Cariad


PS: Meine Aussage "Das wäre für mich eine neue Information." bezog sich auf deine Behauptung "Wusste er nichts von der Krankheit, hätte er aber vorsorgen müssen..."

Inaktiver User
05.09.2006, 15:45
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 15:49
Eine sehr kranke Art wegen Fremdgehens in einer Beziehung Rache zu nehmen, wie ich finde.
Einen Arzt sollte die Themenstellerin sicher aufsuchen...ich weiß jedoch nicht, ob es nicht besser ein Therapeut sein sollte.

Inaktiver User
05.09.2006, 15:58
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 16:12
Eine sehr kranke Art wegen Fremdgehens in einer Beziehung Rache zu nehmen, wie ich finde.
Einen Arzt sollte die Themenstellerin sicher aufsuchen...ich weiß jedoch nicht, ob es nicht besser ein Therapeut sein sollte.

Ich muss sagen, der mit Abstand beste Hinweis bisher (nachdem hervorrragende Beiträge wie die von Seawasp oder Cariad ja offensichtlich auf taube Ohren stossen).

Lolalo
05.09.2006, 16:17
Darum ging es - zumindest mir - nicht.

Das, was Sheila passiert ist, ist ein massiver Vertrauensbruch, und je nach Folgen möglicherweise auch (fahrlässige) Körperverletzung. Die Vergleiche mit Vergewaltigung und Inzest hat Sheila selbst gezogen, und ich finde diese Vergleiche unzulässig, weil sie Sheila in eine Opferrolle katapultieren, die dazu führt, dass sie ihren eigenverantwortlichen Anteil am Geschehen einfach ausblenden und auf "die Männer" projizieren kann.

Muss nicht sein, es kann einfach auch ein erkennen von Tatsachen sein, die sich in Wut formulieren. Ich kenne Sheila nicht so gut, dass ich sagen kann sie macht das um sich "in eine Opferrolle (zu) katapultieren", ich denke sie ist auch sowieso schon Opfer ohne dass sie das tun muss.


Damit schadet sie in erster Linie sich selbst.

Wenn denn es so ist wie Du es vermutest. Was aber eben doch nur eine Vermutung ist.


Es gab in ihrer Beziehung zu diesem Typen durchaus Anzeichen dafür, dass es sich um einen Menschen handelt, der Vertrauen nicht verdient - das hat Sheila ausgeblendet. Es könnte Gründe haben, wenn Sheila möglicherweise sogar häufiger auf "solche" Typen hereinfällt. Daran kann sie nur etwas ändern, wenn sie sich selbst eben NICHT in die Opferrolle castet, sondern schaut: Was habe ich denn dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte, und was kann ich in Zukunft anders machen?

Sicherlich, aber es hindert nichts an der Tatsache, dass sie trotzdem tatsächlich Opfer IST. Natürlich sollte man sich Fragen wie man in solche Situationen landet und was man tun kann, um das vielleicht bis zum gewissen Grade vorzubeugen, aber man sollte hauptsächlich den Fremdgeher für sein fremdgehen verantwortlich machen und nicht die, die betrogen wurde. Das heisst nicht, dass die Betrogene jegliche Verantwortung abgeben sollte, aber man soll schon erkennen dass nicht die Betrogene fremdgegangen ist.



Und eben da kommt eine Vergewaltigung, kommt Inzest AUCH ins Spiel. Opfer einer Vergewaltigung oder von Inzest können nichts daran ändern, können nicht eingreifen

Wie willst Du eingreifen wenn Du nichts vom fremdgehen weisst ?


haben keine Möglichkeit "NEIN" zu sagen, das, was passiert zu stoppen

Wie willst Du "NEIN" sagen, wenn Du nichts vom fremdgehen weisst ?


zu verändern

Wie willst Du was verändern, wenn Du nichts vom fremdgehen weisst ?


sich zu distanzieren

Manche Betrogene werden niemals mehr so wie sie mal waren, können sich nicht vom Schmerz distanzieren, etwas in ihnen zerbricht. Es gibt solche und solche. Auch bei Vergewaltigten.



sie haben keine Wahl, werden teilweise im Fall des Inzest nicht einmal gehört, wahrgenommen, ernstgenommen, selbst wenn sie den Mut haben über das, was ihnen geschieht zu reden und um Hilfe zu bitten.

Ist in manchen fremdgeh Fällen nicht anders. Da zerbricht eine Frau und ihr wird "verletzte Eitelkeit" vorgeworfen; als Beispiel.


Sheila dagegen HATTE Handlungsalternativen, sie hat sie allerdings nicht genutzt. Sie hat sich ihren Freund aktiv ausgesucht, sie hat freiwillig und ohne Zwang mit ihm Sex ohne Kondom gehabt. Sie tat es, weil sie ihm glauben wollte, und er hat sie auf fiese Weise betrogen. Das möchte hier niemand abwerten oder verniedlichen, das IST eine Riesensauerei, und wäre ich an Sheilas Stelle, könnte der Typ sich vermutlich warm anziehen, und zwar ganz unabhängig davon, was diverse Tests bringen oder nicht bringen.

Sie hat aber nicht freiwillig mit zugestimmt, dass er Frauen ohne ihr wissen poppen darf, hinter ihrem Rücken und ohne Gummi. Es ist ein Vertrauens MISSBRAUCH, nicht nur am Körper sondern auch an der Seele, was oftmals schwerwiegende Konsequenzen für die Betrogenen mit sich trägt.


Sheila mag sich vergewaltigt FÜHLEN. Das ist okay. Es ist aber etwas ganz anderes, einen Fremdgeher zum "Vergewaltiger" zu küren, die Gleichung aufzustellen: Fremdgeher sind "Vergewaltiger", tatsächlich vergleichende Überlegungen zu Gewalttaten wie Vergewaltigung und Inzest anzustellen, und sich auf diese Weise so mit der Opferrolle zu identifizieren, dass kein wirklicher Unterschied mehr gesehen wird.

Ich sehe, dass es die verschiedensten Ausartungen gibt, ein fremdgeh Fall gleicht nicht unbedingt dem anderen; und genauso ist es mit Vergewaltigungen. Es gibt eine Bandbreite an verschiedenen Ausartungen und auch an Reaktionen der Betroffenen. Ich finde, in den schwerwiegenderen fremdgeh Fällen gibt es schon sehr viele Gemeinsamkeiten mit Vergewaltigungen, insbesondere wie sich die Frauen danach fühlen. In beiden Fällen ist da eine grobe/starke Missachtung, ein Übertreten der Grenzen, eine starke Verletzung, körperlich (eine körperliche Verletzung muss sich ja nicht nur in Form einer blutenden Wunde ausdrücken, sondern kann sich auch durch psychosomatische Beschwerden etc sichtbar machen) und geistig, und in beiden (und in vielen) Fällen bleibende Wunden und Narben. Ich denke in den schwerwiegenderen Fällen, dass die Gemeinsamkeiten den Ungemeinsamkeiten, bei weitem, überwiegen.


Es müsste nachvollziehbar sein, dass Menschen, die tatsächlich und vielleicht über lange Zeit missbraucht worden sind, die die Gewalt darin lebhaft am eigenen Leib, in der eigenen Seele gespürt haben, und die über viele Jahre damit gekämpft haben, ihr inneres Gleichgewicht wieder zu finden - manche erfolglos - Sheila darauf aufmerksam machen wollen, dass sie sich da in etwas hineinsteigert.

Frauen die betrogen wurden können sich stark missbraucht fühlen, am Leib und an der Seele, was ich absolut nachvollziehbar finde. Auch können sie viele Jahre mit den Erlebnissen stark kämpfen bevor sie ihr inneres Gleichgewicht finden; wenn sie es denn finden, für manche ist das Erlebnis traumatisch.



Denjenigen, denen eine Vergewaltigung noch relativ frisch in Körper und Psyche eingeätzt ist, kommt Sheilas Erlebnis möglicherweise wie ein Spaziergang auf einer Frühlingswiese vor, und das muss jemand, der so provokante Thesen aufstellt, dann auch "abkönnen", wenn er in einem öffentlichen Forum postet, in dem er damit rechnen muss, auf Menschen zu treffen, denen die zum Vergleich herangezogenen Erlebnisse mehr sind als theoretische Szenarien.

Ich gehe aber davon aus, dass viele der Gefühle absolut ähnlich sind. Beides frische, tiefschmerzende Wunden, die in die verschiedenen Bereiche des Lebens eingreifen, gewalttätig eindringen, Dinge die die Frauen quälen. Wer hat das Recht zu sagen das eine wäre schlimmer als das andere ? Das werde ich mir jedenfalls nicht anmaßen, aber ich werde mir anmaßen Vergleiche zu ziehen, weil ich viele sehe.



Nochmals: Sheilas Erlebnis ist verstörend, übel, durch nichts zu entschuldigen. Männer, die sich so verhalten, sind verachtenswert. Niemand streitet das ab, oder möchte das "kleinreden". Aber wenn aus der Sache zumindest ETWAS Gutes entstehen soll, dann wäre es vielleicht angebracht, auch mal auf das zu schauen, was man selbst anders hätte machen können.

Klar; aber zuerst muss man durch den Morast hindurch, um zur Lichtung zu kommen ... und das beinhaltet wütend sein, seinen Hass und Ärger rauslassen, seinen SCHMERZ mitteilen, bevor man klar denken und handeln kann.

Inaktiver User
05.09.2006, 16:20
*** Beitrag gelöscht ***

Lolalo
05.09.2006, 16:50
Ebenso ist es ein Unterschied, ob man einfach die Straße langläuft oder bei jedem Hundekackehaufen stehen bleibt und ihn aufisst.

lol

Inaktiver User
05.09.2006, 16:54
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 17:11
Sheila,

ich sprach von MISSBRAUCH, nicht von Vergewaltigung im jahrelangen Kontext.

Und Deine Haltung "niemand muss sich jahrelang missbrauchen lassen" geht so meilenweit an der Realität vorbei, dass es schon fast wieder komisch ist.

Das, was Du aus meinen Aussagen strickst, steht nirgends.

Aber gern nochmal langsam zu mit_denken:

Vergewaltigung ist ein überraschender, gewalttätiger Akt.

Missbrauch dagegen kann jahrelang vom selben oder verschiedenen Tätern ausgehen, und beinhaltet darüber hinaus häufig auch Vergewaltigungen. Da die Opfer jedoch Kinder und die Täter sehr oft im familiären Umfeld zu finden sind, ist es eben nicht so einfach, Hilfe zu holen oder Hilfe zu bekommen.

Grüssle
Seawasp

Dani
05.09.2006, 17:25
Klasse, wo liegt denn meine Verantwortung zu seinem Betrug, wenn ich einfach einem Menschen vertraue und seinen Worten Glauben schenke?

Inaktiver User
05.09.2006, 19:10
Frauen, die beim ersten Hinweis aufs Fremdgehen Schluss machen, verweist Du dennoch gnadenlos auf ihre Eigenverantwortung. Die ich einfach nach wie vor nicht sehe, außer darin, dass ich an eine ehrliche Partnerschaft glaubte.

Sheila,

ich lasse jetzt mal Dich selbst sprechen.


Ich habe viel zu vielen Männern eine Chance gegeben, die es nicht wert waren, sondern Fremdgeher, Lügner, nicht Bindungsfähige und nicht Bindungswillige


Ich mache mir auch Sorgen wenn ich aus dem Urlaub zurück komme, dass er mir vielleicht auflauert und mir was antut - immerhin rastete er schon während unserer Beziehung regelmäßig aus


Menschlich bin ich enttäuscht, klar, aber gar nicht mal so sehr, wie ich erwartet hätte. Denn er beteuerte zwar immer, wie ernst es ihm ist, aber es gab - wenn ich ehrlich bin - von Anfang an Anzeichen für andere Frauen. Ich ging diesen Anzeichen jedoch nicht nach, weil ich dachte, so lange ich nichts sicher weiß, möchte ich nicht kontrollieren


Mit meinem Ex war es nicht besonders einfach, ihn zum Test zu bewegen. Bis es so weit war, schlief ich nicht mit ihm und er wurde da sehr ungemütlich. Von wegen, er würde sich was anderes suchen, wenn er sexuell nicht auf seine Kosten kommt....

Später, als ich eine Blasenentzündung nach Sex mit ihm hatte, sagte er zu mir, ich hätte doch "noch andere Körperöffnungen", die ich ihm anbieten könnte. Gott, weshalb bin ich da nie gegangen??? Ich habe das Elend irgendwie mitverschuldet



Jetzt bin ich 32 - seit 11 Jahren scheitert eine Beziehung nach der anderen nach kurzer Zeit. Wie Ihr in diesem Strang mitverfolgen konntet, ja gerade wieder.


In einer Beziehung verliere ich immer mehr von meiner Persönlichkeit, werde immer unsicherer, auch in der Öffentlichkeit. Ich verbiege mich in alle Richtungen, damit es irgendwie "läuft" - und dennoch ist es nach 5-7 Monaten rum, weil die Männer keine Beziehung wollen.
Diese Wesensänderung geht schleichend - jedes Mal bleibe ich als verschüchtertes Mäuschen zurück.
Dann lecke ich meine Wunden, wirke einige Monate später wieder stark auf die Männer - und das Spiel geht von vorne los.


Grüssle
Seawasp

Prijon
05.09.2006, 19:37
Ziemlich beeindruckende Kette von Aussagen...

Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 20:10
Tja, eigentlich sprechen diese Worte für sich.

Inaktiver User
05.09.2006, 21:12
*** Beitrag gelöscht ***

Prijon
05.09.2006, 21:50
Hallo Sheila,

kein Mensch hat hier irgendwen in Schutz genommen. Das ist ein sehr bequemer Standpunkt, den Du da einnimmst. Du schreibst irgendwo, dass Du mit Opfern (von wem oder was?) arbeitest. Tust Du das ehrenamtlich? Hauptamtlich? Vor allem: Wirst Du in dieser Arbeit begleitet, z.B. durch Supervision oder so?

Ich kann akzeptieren, dass es Opfer gibt - die Frau, die durch den Park geht und vergewaltigt wird, ist das zweifellos.

Natürlich ist auch die Frau, die von ihrem Mann permanent verprügelt wird, Opfer. Aber lohnt sich da nicht ein etwas tieferer Blick? WARUM ist das so? WARUM kann sich diese Frau dem nicht entziehen? Das muss doch Gründe haben.

Ebenso muss es in meinen Augen Gründe haben, wenn Du immer wieder und ausschließlich auf A****loh-Männer hereinfälltst. Ich finde es gut und wichtig, diesen Aspekt nicht an die Seite zu schieben, sondern ihm nachzugehen. Das können wir hier ganz sicher nicht tun. Aber wir können Dich mit der Nase darauf stoßen. Viele hier haben das getan. Seawasp zum Schluss besonders gründlich.

Da zieht sich was durch Dein Leben, oder?!

Noch was zum Thema Opfer. War ich auch mal, auch ein Opfer von Betrug. Das mündete in einer (Paar)Therapie. In der wurde mir SEHR nachhaltig klar gemacht, dass ich zwar das Recht habe, verletzt zu sein. Dass es VORWÄRTS aber nur dann gehen kann, wenn ich mich aus der Opferrolle befreie. "Jetzt hören Sie auf, sich in ihre Opferrolle zu kuscheln" - diese Worte unseres Begleiters habe ich noch im Ohr, als sei es gestern gewesen. Dabei war Opfer sein doch so einfach - musste man gar nichts tun. Konnte einfach in seinem Eckchen hocken und fertig.

Ich denke, Du tust nichts anderes.

Gruß,
Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 22:21
*** Beitrag gelöscht ***

Prijon
05.09.2006, 22:33
Hallo Sheila,

Ich hätte keine Lust darauf, in einer Therapie noch erklärt zu bekommen, dass dem armen Schatz ja gar keine andere Wahl blieb als ungeschützt Sex zu haben. Den Schuh ziehe ich mir nicht an.

Wieso überhaupt PAAR-Therapie? Hast Du Dich nicht getrennt? Dir statt dessen erklären lassen, dass Du Dich nicht so haben sollst als Opfer?



Du scheinst nicht viel Vertrauen in Therapeuten zu haben...

Mein erster Reflex nach dem Betrogen werden war auch "weg hier" - und dann haben wir doch eine Paar-Therapie gemacht. Mit Erfolg. Ich halte heute (!) Betrug nicht mehr für einen automatischen Trennungsgrund. Jedenfalls nicht in langjährigen Beziehungen.

Die Antwort auf meine Frage nach der Opferarbeit und der dazugehörigen Begleitung bist Du schuldig geblieben....


Gruß,
Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 23:44
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
05.09.2006, 23:49
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 10:27
@ Prijon

Opferarbeit.

Ohne Scherz (auch wenn es hier anders rüber kommt): Ohne meine Freundin, die mich auf die Idee dieses Beitrags hier überhaupt erst brachte und den Vergleich zog, wäre ich gar nicht drauf gekommen einen Vergleich mit Missbrauch zu ziehen. Als Opfer fühle ich mich deshalb erst seit ein paar Tagen.....

Ich hoffe, das wird von allen wieder. Braucht halt viel Zeit.

Das stimmt ja nicht...
Du siehst dich nicht erst seit heute als Opfer, das kennst du bereits aus deinen anderen Beziehungen.

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, doch ein Therapeut wäre bestimmt nicht schlecht. Man hat bei dir nicht das Gefühl, dass alles in Ordnung ist...und sicher auch nicht erst seit der letzten Beziehung.

Inaktiver User
06.09.2006, 10:58
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 11:02
@ Khan

Genau, mit MIR ist was nicht in Ordnung, der Typ war völlig ok ;-)

Schönen Tag,

Sheila
Aber Sheila! Niemand hat behauptet, dass der Typ sich richtig verhalten hat. Ich glaube, dass sich hier alle einig sind, dass der Kerl sich saumäßig benommen hat.
Aber was spricht dagegen, Dich damit auseinanderzusetzen, inwiefern Du Signale nicht wahrgenommen, bzw. ignoriert hast?

Inaktiver User
06.09.2006, 11:12
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 11:21
Nun werden es Männer natürlich schwer haben, Vertrauensschuss ist nicht mehr, ich werde auch auf Handy, sms etc. achten. Ob das gut ist für einen neue Beziehung ist fraglich. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Ob das der richtige Weg zu einer vertrauensvollen und erfüllten Beziehung ist, möchte ich doch stark anzweifeln. Das weißt Du aber selbst.

PS: Nochwas: Lies doch bitte nochmal das Posting #151 von Seawasp. Und damit möchte ich explizit nicht ausdrücken, dass Du *Schuld* daran wärst, was Dir passiert ist.

Inaktiver User
06.09.2006, 11:25
Sheila,

woran, glaubst Du, könnte es liegen, dass Menschen glückliche Beziehungen erleben, in denen eklatante Lügen und Betrügereien Ausnahmesituationen sind und Gewalt gar nicht vorkommt, während andere Menschen sich wiederholt Partner aussuchen, die gewalttätig, missachtend oder missbräuchlich agieren?

Niemand sagt, dass das Verhalten dieser Männer/Frauen jenseits von Kritik stünde oder sie nicht an sich arbeiten müssten.

Darum geht es hier aber gar nicht.

Hier geht es um Dich. Und die einzige Person, die dafür sorgen kann, dass sich für Dich etwas ändert, bist Du. Du bist in der Lage, Dein Partnerbild näher zu betrachten, Dynamiken, die mit Dir zu tun haben, aufzudecken und zu verändern, für Dich Dinge zu bewegen, die dazu führen, dass Du Dir zukünftig eben nicht länger Männer aussuchst, für die Du Dich verbiegen musst oder die Dich wie eine Sache behandeln, wenn Du krank bist.

Du erwartest, dass wir mit Dir über die bösen Männer schimpfen, die Dir übel mitgespielt haben - das bringt Dich aber nicht weiter. Viel wichtiger wäre herauszufinden, warum Du Dir solche Männer aussuchst und dann, obwohl Du BEMERKST, aktiv registrierst, dass etwas nicht stimmt, obwohl Du mies behandelt wirst, obwohl Dir klar ist, dass Du Dich verbiegst, bei ihnen bleiben musst.

Deine Zitate sprechen diesbezüglich Bände. Sie erzählen nicht von Einzelfällen, sondern von diversen Vorfällen, die einander offenbar ähneln.

Es liegt an Dir, daran etwas zu verändern. Du kannst nicht erwarten, dass andere das für Dich erledigen.

DAS ist es, was ich mit Eigenverantwortung meine. Es ist Deine Verantwortung Dir gegenüber, gut für Dich zu sorgen. Dazu gehört auch, dass Du Dir keine Männer mehr aussuchst, die missbräuchlich agieren.

Damit Du das kannst, müsste Dir erst einmal klar werden, woran es liegt, dass Du offenbar häufiger auf solche Männer triffst - das hat mit Dir zu tun, mit Deinen inneren Bildern, mit Deinem Verhalten, mit dem, was Du ausstrahlst und worauf Du anspringst. Entsprechend nützt es Dir nichts, wenn die "bösen" Männern Therapien machen und zu "Guten" werden - Du würdest Dich dann wahrscheinlich gar nicht mehr für sie interessieren.

WANN Du die Entscheidung triffst, für Dich Dinge zu verändern, liegt allein bei Dir. Vielleicht musst Du die Erfahrungen, die Du bisher gemacht hast, noch mehrfach wiederholen, vielleicht ist es jetzt erst einmal wichtig, Verbündete zu finden, mit denen Du Deine Wut bezüglich der Männer, die Dein Vertrauen missbrauchen, verbal ausdrücken kannst, vielleicht fängst Du aber auch jetzt an, die Dinge für Dich in eine neue Ordnung zu bringen. Ich wünsche es Dir.

Solange Du aber Deine eigenen Wahrnehmungen negierst und relativierst, beispielsweise, indem Du so etwas:


Ich hatte zuvor keinen Grund zu zweifeln. Vielleicht bin ich aber auch nicht geübt darin, Fremdgeher zu entlarven, weil mir das bisher noch nicht passierte (glaube ich zumindest).

schreibst und damit Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Jahre - siehe Zitate - einfach ausblendest, wird es schwierig zu sehen, dass Veränderung von Dir ausgehen müsste.

Grüssle
Seawasp

Dani
06.09.2006, 11:38
@ Muschelchen

Ich hatte keine Anzeichen dafür, dass er Parallelbeziehungen hatte, wer denkt denn an so was, wenn der Typ sich täglich meldet, liebe Mails und sms schreibt?

Heute sage ich, okay, wenn er bei mir war, stellte er sein Handy auf lautlos. Ich machte das auch so, einfach, um Ruhe zu haben. Heute denke ich, dass das von seiner Seite her ein Anzeichen für fremde Frauen war. Einmal sagte er, es sei aufgelegt worden und es sei keinen Nummer angezeigt gewesen. Aber das geht mir auch so! Das kam auch nur einmal während der ganzen Beziehung vor. Heute denke ich, es war eine der anderen.
Aber auch mein ganzes Umfeld war überzeugt, dass er es ernst meint. Jeder sagte, er würde mich so verliebt anschauen, wäre total begeistert....

Eine Woche bevor ich wegen der Singelbörse, in der er entdeckt worden war, Schluss machte (nur noch auf den AB gesprochen, ich wollte nicht mal mehr ein Gespräch) hatte er einen Anruf von einer anderen Frau bekommen, die ich nicht kannte. Er log damals, sagte es war jemand anderes. Daraufhin hatte ich keinen Sex mehr mit ihm und habe eine Woche später auch Schluss gemacht.

Ich hatte zuvor keinen Grund zu zweifeln. Vielleicht bin ich aber auch nicht geübt darin, Fremdgeher zu entlarven, weil mir das bisher noch nicht passierte (glaube ich zumindest). Nun werden es Männer natürlich schwer haben, Vertrauensschuss ist nicht mehr, ich werde auch auf Handy, sms etc. achten. Ob das gut ist für einen neue Beziehung ist fraglich. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Sheila

Ich finde, das Gesündeste was man machen kann, ist es, zunächst einmal sei Beuteschema (schau Dir an was Deine Eltern für eine Beziehung hatten) zu überdenken.

Ich hatte zwei Männer, die leider (für mich leider) eine grosse Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht ausübten. Das allein ist ja kein Problem, aber diese Männer hatten eine grosse Schwäche für das weibliche Geschlecht gepaart mit mangelndem Selbstbewusstsein.
Beide haben sobald es beruflich nicht so lief wie sie es sich erhofft hatten, Selbstbestätigung und auf ausgerechnet diesem Feld gesucht.
(Ich frage mich, warum haben sie sich nicht im Sport ausgetobt? Wäre für mich wesentlich schmerzfreier).

Dann habe ich mich gesehen, was haben sie bei mir gefunden: Eine loyale, treue, fröhliche Frau, fleissig und mit viel Energie, die sich durch nichts abhalten lässt weiter zu kämpfen, die sich und diese Männer eine Zeit mit durchs Leben getragen hat mit ihrer Liebe.

Da mir das alles bewusst geworden ist, habe ich mich entschieden, beim nächsten Mann einfach mal jemanden zu finden, der eben nicht diese Leere in meinem Hirn verursacht- falls ich wirklich in der Lage sein sollte, zu filtern.
Vielleicht ist ER derjenige, der all meine Tugenden verdient und grosszügig über meine Schwächen hinwegschaut.

Ich denke, Du musst Dir klar werden, dass DU etwas ganz Bestimmtes für diese Männer ausstrahlst, sie haben Dich aus bestimmten Gründen gewählt.
Überdenke Dich und Deine Beziehungen und suche mal tatsächlich etwas Anderes.

Vielleicht fühlst Du Dich in der Rolle der aktiven Gestalterin in einer neuen Beziehung wohler.

Cook3
06.09.2006, 11:48
.................................................. ...............
Nun werden es Männer natürlich schwer haben, Vertrauensschuss ist nicht mehr, ich werde auch auf Handy, sms etc. achten. Ob das gut ist für einen neue Beziehung ist fraglich. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Sheila

Oh, laß mal. Den Männern ist das völlig egal.
Es gibt genügend Frauen, die einigermaßen mit sich selbst klarkommen. Warum sollten Männer sich also ein Beziehung antun, wie Du es oben skizzierst?

Cook3

Inaktiver User
06.09.2006, 12:05
*** Beitrag gelöscht ***

Cook3
06.09.2006, 12:09
Sheila,

Du hast meiner Meinung nach noch nicht verstanden, daß Liebe auch die Möglichkeit der Verletzung beinhaltet.
Wenn Du Verletzungen vermeiden willst, wirst Du erst einmal auf Liebe verzichten müssen.

Cook3

Inaktiver User
06.09.2006, 12:25
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 12:28
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 12:39
@ Khan

Genau, mit MIR ist was nicht in Ordnung, der Typ war völlig ok ;-)

Ich sah mich noch nie zuvor als Opfer, das ist eine Unterstellung. Du hast hierzu kein Recht. Ich hatte Beziehungen, die nicht funktionierten, weil wir unterschiedliche Vorstellungen hatten, in den letzten Jahren waren die Männer, an die ich geriet, nicht bindungswillig. DAS hatte aber nichts mit Missbrauch zu tun.

Das "Problem" dass ich hatte, war, dass ich an Ehrlichkeit in einer Beziehung glaubte. Das muss mir ein Therapeut aber nicht mehr aufwendig auftreiben, dass hat mein Ex bereits sehr viel kostengünstiger erledigt :-((

Komisch, dass immer die Opfer (nicht die Täter) zur Therapie sollen, angeblich was falsch gemacht haben.
Irgendwie erinnert mich das an: "Wieso hatte die Frau auch einen sooo kurzen Rock an, man muss doch wissen, wie Männer darauf reagieren". Nichts für ungut, dieses Täterschutzverhalten ist aber nur zu typisch.

Schönen Tag,

Sheila

Sind das denn nicht deine Aussagen?

Zitat:
Ich habe viel zu vielen Männern eine Chance gegeben, die es nicht wert waren, sondern Fremdgeher, Lügner, nicht Bindungsfähige und nicht Bindungswillige

Zitat:
Ich mache mir auch Sorgen wenn ich aus dem Urlaub zurück komme, dass er mir vielleicht auflauert und mir was antut - immerhin rastete er schon während unserer Beziehung regelmäßig aus

Zitat:
Menschlich bin ich enttäuscht, klar, aber gar nicht mal so sehr, wie ich erwartet hätte. Denn er beteuerte zwar immer, wie ernst es ihm ist, aber es gab - wenn ich ehrlich bin - von Anfang an Anzeichen für andere Frauen. Ich ging diesen Anzeichen jedoch nicht nach, weil ich dachte, so lange ich nichts sicher weiß, möchte ich nicht kontrollieren

Zitat:
In einer Beziehung verliere ich immer mehr von meiner Persönlichkeit, werde immer unsicherer, auch in der Öffentlichkeit. Ich verbiege mich in alle Richtungen, damit es irgendwie "läuft" - und dennoch ist es nach 5-7 Monaten rum, weil die Männer keine Beziehung wollen.
Diese Wesensänderung geht schleichend - jedes Mal bleibe ich als verschüchtertes Mäuschen zurück.
Dann lecke ich meine Wunden, wirke einige Monate später wieder stark auf die Männer - und das Spiel geht von vorne los.

DAS klingt aber sehr nach Opferrolle.
Dir scheint auch nicht bewusst, was deine Worte über dich verraten.

Und fang doch bitte nicht immer mit dem gleichen G´schiss an, dass der Typ okay und mit dir etwas nicht in Ordnung ist. Die meisten hier können das schon sehr gut trennen.
Mal ganz davon abgesehen müssen viele Opfer auch zur Therapie, selbst wenn du es nicht einsehen willst.

Inaktiver User
06.09.2006, 12:42
Statt dessen habe ich den Eindruck, dass es viele Menschen gibt, die eine Besser-als-nichts-Beziehung beginnen und dennoch weitersuchen.

Dein letzter Satz gefällt mir sehr gut. Leider siehst du dich selbst nicht als ein solcher Mensch und das ist eigentlich auch dein Hauptproblem.

Reflektiere deine Themen und deine Aussagen darin, die du auch und gerade über dich machst.

Inaktiver User
06.09.2006, 12:45
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 12:49
@ Khan

Ich weiß, dass viele Opfer zur Therapie müssen, ich habe häufig mit diesen Opfern zu tun.

Ich weiß auch, dass selbst Therapien diese Menschen oft nicht mehr soweit heilen können, dass sie eine Beziehung führen können.

Selbst stationäre Aufenthalte können oft nicht dauerhaft helfen.

Eine Bekannte von mir wurde von Ihrem Vater vergewaltigt und gefoltert (leider trat schon vor langer Zeit Strafverfolgungsverjährung ein), sie ist ein gebrochener Mensch. Therapien können ihr immer nur begrenzt und kurzfristig helfen.

Sheila

Was dir nicht gefällt, wird von dir ausgeklammert, übergangen und scheinbar geschickt auch nicht kommuniziert.

Is kla:freches grinsen:

Inaktiver User
06.09.2006, 12:51
Die Rede in diesem, deinem, Strang ist doch von dir. Lass andere Leute aus dem Spiel, die doch nur einem Übergang dienen sollen.

Inaktiver User
06.09.2006, 12:55
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 12:58
Liebe Sheila!
Ich fände es schon schön, wenn Du mal Stellung zu Deinen eigenen Zitaten nehmen würdest. Nicht, um Dich davon zu überzeugen, dass nur Du "Schuld" hättest, sondern um Dich auf, wie Seawasp es so treffend formulierte, Deine "Eigenverantwortung" hinzuweisen. Das hat mit Schuld rein gar nichts zu tun.

Inaktiver User
06.09.2006, 12:58
@ Khan

Falls das so ist, dann ist das wohl eine Berufskrankheit, sorry.

Was also ist nun mit deinen eigenen Aussagen dort unten *deut* und deiner Opferrolle, in der du dich sehr wohl siehst?
Wie sieht es aus mit deinen, oftmals oberflächlichen Beziehungen, die immer noch besser sind als gar keine?

Du projizierst deine Probleme stets auf andere Menschen und ich muss nicht einmal Therapeut sein, um das zu erkennen. Ich muss dir doch nur zulesen.

Warum also sollte dir ein Therapeut nicht helfen können?

Inaktiver User
06.09.2006, 13:00
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 13:24
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 13:31
In einer Beziehung verliere ich immer mehr von meiner Persönlichkeit, werde immer unsicherer, auch in der Öffentlichkeit. Ich verbiege mich in alle Richtungen, damit es irgendwie "läuft" - und dennoch ist es nach 5-7 Monaten rum, weil die Männer keine Beziehung wollen.
Diese Wesensänderung geht schleichend - jedes Mal bleibe ich als verschüchtertes Mäuschen zurück.
Dann lecke ich meine Wunden, wirke einige Monate später wieder stark auf die Männer - und das Spiel geht von vorne los.
Dieses Zitat von Dir fand ich besonders interessant.
Was meinst Du, warum das so ist? Wo liegt Deiner Meinung nach Dein Anteil daran, dass Deine Beziehungen stets scheitern?
Nur daran, dass Du Dir *wieder mal* den Falschen rausgesucht hast? Was steckt dahinter?

Inaktiver User
06.09.2006, 13:41
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 13:45
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 13:46
Dann machst Du das hier:

Statt dessen habe ich den Eindruck, dass es viele Menschen gibt, die eine Besser-als-nichts-Beziehung beginnen und dennoch weitersuchen.
..also auch in gewisser Weise, nur dass Du nicht weitersuchst, sondern Dich verbiegst, um etwas passend zu machen, was nicht passt.

Inaktiver User
06.09.2006, 13:52
Die Realität ruft...bis später

Aladin
06.09.2006, 15:10
das ist ja wohl Aladins Credo: zumindest Männer können nicht dauerhaft treu sein.

eher: Menschen sind nicht von Natur aus monogam


Ich lass das hier jetzt einfach mal offen stehen, aber dafür frage ich mal dreist: na und?

Wenn sie die "Lust auf fremde Haut" zwackt, sollen sie es halt bekennen. Ihr Treueversprechen steht schliesslich noch im Raum.

Erst dann - nicht früher - käme dann das Einfühlungsvermögen der Partnerin ins Spiel. Alles andere wäre ja wohl zunächst reine Hellseherei.

"Ach Lust auf fremde Haut hast du? Das muss ich erst mal setzen lassen. Wie stellst du dir das vor? Wie soll das gehen, dass ich mich darauf einlasse? ..."

Oder?


wir haben da - glaube ich - sehr ähnliche Vorstellungen. Ich formuliere es mal so:

Wenn Menschen eine Beziehung miteinander eingehen und sich Treue versprechen, dann sind sie es dadurch nicht automatisch. Sie können es werden, ob sie es tatsächlich geworden sind stellt sich heraus, wenn beide nicht mehr untreu werden können, tot sind. Solange beide leben können sie sich gegenseitig helfen das Versprechen einzuhalten - indem sie es verfeinern, umformulieren, an die jeweiligen Hormonhaushalte anpassen.
Treu zu sein ist ja nicht etwa unangenehm, es ist nur nicht so leicht

Kraaf
06.09.2006, 15:18
Aladin,

ich glaube auch nicht, dass sich unsere Beziehungsbilder arg unterscheiden, aber hier, in sheilas Strang vertiefe ich das jetzt nimmer. Ich finde, es passt einfach thematisch hier nicht (mehr) rein.

liebes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
06.09.2006, 16:12
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
06.09.2006, 17:08
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
07.09.2006, 08:52
Sheila,
ich werde Dir eine PN senden. Heute habe ich keine Zeit.

Nur soviel, lass' Dir nicht den Schuh anziehen, dass Du die Verantwortung bzw. Schuld hast, dass Du so einem Charakterschwein aufgesessen bist. Du magst verschiedene Erfahrungen in der Richtung gemacht haben, dass Du an irgendwelche windigen Typen geraten bist, aber warum sollte nicht einer es ernst mit Dir und einer Beziehung mit Dir gemeint haben, vor allem wenn er alle Voraussetzungen, wie Du sie geschildert hast, geboten hat. Wie soll FRAU da nicht vertrauen können? Ich finde es geradezu grotesk, Dir dafür die Verantwortung zuschieben zu wollen. Ich habe Gott sei Dank nie solche Erfahrungen mit Männern gemacht. Entweder lebe ich in einer anderen Welt oder die Zeiten haben sich so massiv geändert, dass die Mehrzahl der Männer zu gewissenlosen Lügenbolde geworden sind. Als Vergewaltigung verstehe ich das auch nicht, um zum Ausgangsthread zurückzukehren, damit meine ich, dass es nicht einer körperlichen Vergewaltigung gleichkommt, wie ja auch der allgemeine geäußerte Tenor hier ist. Aber ich würde ganz "fuchtig" werden, wenn ein Mann bereits während der ersten Monate einer sich abzeichnenden ernsthaften Beziehung wahllos ohne Kondom durch die Gegend poppt, und mir die Entscheidung nehmen würde, ob ich gewillt bin, dieses Risiko, mir eine Geschlechtskrankheit einzufangen, mitzutragen.

Noch etwas: Wir haben einen sehr großen Bekanntenkreis und bei uns wird viel gefeiert. Dieser Kreis besteht aus Verheirateten, Singles, Jüngeren und Älteren. Da gebe ich Brief und Siegel, dass kein(e) einzige(r) beiderlei Geschlechts so eine Gesinnung, wie hier geäußert, vertritt. Auch hier sind Beziehungen auseinandergegangen, weil sich der eine, die andere in einen neuen Partner/in (ernsthaft) verliebt hat oder einfach auch nur, weil man/frau sich auseinandergelebt haben.

Von meiner Seite reines Kopfschütteln über solche Ansichten. Statt dass man das verwerfliche Verhalten des zitierten Mannes auseinandernimmt, analysiert man bis zum Gehtnichtmehr das Verhalten des hintergangenen "Opfers".

P.

Aladin
07.09.2006, 11:24
Noch etwas: Wir haben einen sehr großen Bekanntenkreis und bei uns wird viel gefeiert. Dieser Kreis besteht aus Verheirateten, Singles, Jüngeren und Älteren. Da gebe ich Brief und Siegel, dass kein(e) einzige(r) beiderlei Geschlechts so eine Gesinnung, wie hier geäußert, vertritt. Auch hier sind Beziehungen auseinandergegangen, weil sich der eine, die andere in einen neuen Partner/in (ernsthaft) verliebt hat oder einfach auch nur, weil man/frau sich auseinandergelebt haben.


ich kenne keine Untersuchung zu dieser Frage, vermutlich gibt es auch keine, aber vermutlich leben 70 - 80 Prozent der Freier in einer festen Beziehung und das jeweilige Umfeld würde es kaum jemals für möglich halten, dass dieser Ehemann, Vater, Bruder, Nachbar, Kollege so einer ist ...

Mitleser
07.09.2006, 14:11
Was doch aber vieeeel wichtiger und interessanter währe....

Wieviel Männer/Frauen aus einer Beziehung sind Freier ?

Dein 70-80% sugeriert zwar das es seeehr viele Freie gibt, stimmt aber so nicht. Es sagt nur das eben 70-80% der Freier verheiratete sind...und wenn es nur 10 Männer gebe die zu Prostituierten gehen und 7 oder 8 davon verheiratet sind wären es eben auch 70-80%.

Inaktiver User
07.09.2006, 14:50
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
07.09.2006, 14:53
Schön, dass der Test negativ war, Sheila!
Hoffentlich gelingt es Dir diesen Alptraum möglichst schnell hinter Dir zu lassen.

Kraaf
07.09.2006, 14:55
Ich habe heuten meinen Test abgeholt, er ist negativ.

Statt mich zu freuen, wie verrückt fühlte ich mich einfach nur ausgelaugt. Bin dann für zwei Stunden in den botanischen Garten und nun geht es mir sehr viel besser.

Schön.

:blumengabe: Kraaf

Cariad
07.09.2006, 14:59
Das freut mich! Alles Gute! :blumengabe:

Grüße, Cariad

Inaktiver User
08.09.2006, 09:09
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
08.09.2006, 10:58
Gratuliere Sheila, schön, dass du wieder optimistisch bist.

Ich habe hier mitgelesen, und freue mich zu sehen, dass du offensichtlich - jetzt als der Streß und die Angst vorbei sind - wieder voll Zuversicht bist.

Und :blumengabe: ich finde es gut, wie du - trotz Angst und Streß - gegen Ende die Beiträge nicht mehr als Angriff, sondern als das, was sie wohl gemeint waren, nämlich Denkanstöße gesehen hast. Das zeugt von viiieel Selbstreflexion. Und damit kannst du sicher auch dein Verhalten - dich verbiegen um eine Beziehung zu retten - nach und nach ändern. Der erste Schritt ist getan.

Alles Liebe Aleema

Inaktiver User
08.09.2006, 13:20
Aladin,
ich lebe nicht in einer Großstadt und in einer kleineren Stadt spricht sich sehr schnell etwas rum, da kann man VIELES nicht so gut verbergen, vor allem, wenn es um "notorische" Fremdgeher handelt. Soooooo blauäugig und naiv sind viele Frauen nun doch mal nicht, wie MANN gerne annimmt oder wie er meint, wie geschickt er beim Fremdgehen sei. Das gelingt ihm vielleicht, wenn er viel auf Geschäftsreisen ist.
Mitleser hat Recht. Worauf es ankommt ist die Anzahl der Freier, von der Du die 70-80% nehmen kannst. Ich frage mich sowieso, warum ein Mann Geld für Sex ausgeben muss - in meinen Augen erbärmlich -, besonders wenn er auch noch in einer festen Beziehung lebt. Warum überhaupt heiraten, eine Beziehung haben, wenn MANN notorisch fremdgeht? Das verstehe ich nicht.

Ein noch schlimmeres Beispiel finde ich einen Kokain-schnupfenden Michel Friedman auf Parties mit "Prostituierten", wo man noch nicht mal weiß, ob das nicht etwa Zwangsprostituierte waren.
Anstelle von Bärbel Schäfer hätte ich den mit einem Tritt aus meinem Leben hinauskatapultiert.
P.

Inaktiver User
08.09.2006, 13:25
Anstelle von Bärbel Schäfer hätte ich den mit einem Tritt aus meinem Leben hinauskatapultiert.
P.
Man steckt nicht drin. Jede/r geht anders damit um. Da gibts m.E. kein richtig oder falsch.
Ich glaube, Menschen können viel mehr verzeihen als sie ahnen.

Inaktiver User
08.09.2006, 13:52
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
08.09.2006, 14:04
*** Beitrag gelöscht ***

Inaktiver User
08.09.2006, 14:11
Ha, ha: nun "Tagesschau" Gammelfleichskandal: es ist nicht das drin, was drauf steht (Haltbarkeitsdatum betreffend).

Ist es nicht ähnlich beim besten Stück eines Mannes, auf dem steht: "getestet" - "sicherer Sex"?
Sheila
:freches grinsen: Hübscher Vergleich..
Prost Sheila! :prost:

Inaktiver User
08.09.2006, 14:12
Muschelchen,
das habe ich auch Sheila geschrieben:

Meine Devise ist, was ein reiner Selbstschutz ist:
Ich lasse mich von KEINEM Mann schlecht behandeln, brüskieren hintergehen, erniedrigen!

Was heißt hier verzeihen? Ich würde noch nicht einmal darüber nachdenken. Bist Du der Ansicht, dass ein M.F. sein Verhalten in der Ehe ändern wird ? Ich beurteile nicht, dass das, was B.Sch. macht, richtig oder falsch ist, sie muss ja mit M.F. leben nicht ich. Für MICH käme es nicht infrage.

Wie gesagt, ich habe noch nie solche Erfahrungen machen müssen.
P.

Inaktiver User
08.09.2006, 14:26
Was heißt hier verzeihen? Ich würde noch nicht einmal darüber nachdenken. Bist Du der Ansicht, dass ein M.F. sein Verhalten in der Ehe ändern wird ? Ich beurteile nicht, dass das, was B.Sch. macht, richtig oder falsch ist, sie muss ja mit M.F. leben nicht ich. Für MICH käme es nicht infrage.
P.
Schwierige Frage. Kann ich eigentlich auch nicht beantworten, weil ich deren Beziehung nicht beurteilen kann. Und das, was in der Zeitung mit den 4 Buchstaben stand, naja.. Ziemliche Hetzkampagne, die ich niemandem wünsche.
Grundsätzlich halte ich es auf jeden Fall für möglich, dass Menschen ihr (Fehl)Verhalten ändern können. Manche schaffen es alleine, manche holen sich Hilfe, um es zu schaffen.
Ich glaube daran, dass gebrochenes Vertrauen behutsam geheilt werden kann.
Kommt immer auf die jeweilige Geschichte an.
Und das soll jetzt sicherlich kein Plädoyer dafür sein, dass Frauen bei ihren prügelnden Männern bleiben sollen oder dass man im Namen der Liebe alles ertragen könnte.
Sicher nicht.
Aber für mich beinhaltet die partnerschaftliche Liebe auch die Fähigkeit verzeihen zu können.

Lolalo
08.09.2006, 20:52
Hallo Ihr Lieben,

ich wollte mich noch bedanken für das rege Interesse an meinem Beitrag.

Es wurden viele unterschiedlichen Gedanken zusammen getragen, zustimmende, kritische, zum Nachdenken anregende...

Ich fühle mich heute leicht wie eine Feder, sehe das schöne Wetter und freue mich darauf, übers WE in die Natur zu fahren und mit den Hunden das erste Herbstwochenende zu genießen!

Hatte gestern mit meiner Freundin, die mich auf diesen Beitrag brachte, noch ein "Abschussgespräch", um an das Ganze einen fetten Haken zu machen. Wir denken, ist es ein großer qualitativer Unterschied, ob nach 10, 15 oder 20 Jahren Ehe der berühmte "Ausrutscher" passiert, man daraus lernt und sieht wie man wieder zurück findet - oder ob man von der ersten Stunde an betrügerisch planend mehrere Parallelbeziehungen aufbaut und in jeder mit Familienanschluss und eigenen Zukunftsplänen lebt. Ich finde letzteres ist vielleicht ein Zeichen für einen Menschen, der nicht gesund ist - abgesehen von der Problematik des ungeschützten GV.

Ich springe nun mutig wieder los in die Welt - er wird immer sich selbst dabei haben, egal wohin er geht. Ich konnte mich von ihm distanzieren, er kann sich selbst nicht zurück lassen.

Alles Liebe Euch - und wir treffen uns sicher wieder in anderen Beiträgen und Ihr dürft mir wieder die Meinung geigen ;-)

Sheila


Auf das Du Dein Leben geniessen kannst mit lieben Menschen.

:blumengabe: