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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund in kleiner Wohnung



Morla
30.08.2006, 15:11
Hallo!
Habt ihr Erfahrung mit Hunden auf engem Raum? Würde so gern einen haben, aber in meine 35 qm passt wohl nur ein Chihuahua... Kennt ihr andere Rassen, die sich eignen würden ? Mein absoluter Favorit wär der Labrador, aber ich bleib mal realistisch...
Danke!
Liebe Grüße,
Morla

Inaktiver User
30.08.2006, 15:55
Hallo Morla,

meiner Meinung/Erfahrung nach geht es nicht direkt um die Wohnungsgröße bei Hunden, die bis - sagen wir mal - mittelgroß sind. Nach der fluchtartigen Trennung von meinem Ex hatte ich auch erst mal in 30qm Unterschlupf gefunden, mein Hund (Husky-Schäferhund-Labbie-Mix, aber definitiv eher Husky) zog natürlich mit um als Trennungsgrund.

Wenn du dem Hund sehr viel Auslauf verschaffst, dann braucht er in der Wohnung sowieso nicht sehr viel Platz, meiner Hündin würde ein Sofa in der Küche reichen (wenn ich ihr den Gefallen täte :smirksmile: ) am besten noch einen Knochen drauf und gut wär's...

Ideal ist natürlich ein Haus mit Garten, das werden sicherlich einige sagen, aber wie so oft ist das schon wieder Ansichtssache, bzw. das kann sich nun mal nicht jeder leisten.

LG
Estrella

murmeltier
30.08.2006, 16:54
Ein Hund schläft meist 18-22 Stunden am Tag, je nach Rasse und Alter.

Solange du die restlichen 2-6 Stunden den Hund WIRKLICH TÄGLICH auspowerst - und damit meine ich nicht 1 Stunde lang an der Leine Gassi gehen, sondern Laufen am Fahrrad bzw. neben Inlinern, Bällchen werfen, Agility, im Sommer schwimmen, viel Freilauf udn Toben mit anderen Hunden, auch geistig auslasten mit Suchspielen und Übungen (Pfote geben, Rolle etc.) und Unterordnung - ist es dem Hund VÖLLIG egal, wie groß die Wohnung um sein Hundekörbchen/Bett ist, in dem er 18-22 Stunden pennt :smirksmile:

Außerdem ist es ein enormer Trugschluss zu glauben, dass ein großer Hund aktiver ist udn mehr Platz braucht als ein kleiner. Ein Jack Russel Terrier (35 cm) bsp. hat unglaublich Pfeffer im Hintern. Der ist immer munter udn aufgeweckt, will Action ohne Ende und geht über Tische un Bänke.

Molosser wie z.B.ein Bullmastiff (65 cm), ein Mastino (70 cm) oder Bulldogge ist viel gemütlicher, schläft viel mehr und braucht auch nicht so viel Action. Der ist mit 1 1/2 Stunden Gassi laufen mit bisschen Bällchen werfen am Tag völlig zufrieden und fläzt sich danach aufs Sofa/auf sein Kissen und lässt den Lieben Gott n guten Mann sein...

Um die Größe solltest du dir also weniger Gedanken machen, esgeht eher um andere Dinge. Wenn du z.B. einen Hund suchst, der nicht ganz so hohe Ansprüche hat, weil du ihn nicht 4 Stunden täglich durch den Wald und über Wiesen jagen kannst und keinen Garten hast, solltest du von Hütehunden, Herdenschutzhunden (soweiso) und Dobermännern Abstand nehmen. Auch von Terriern.

Labradore sind Jagdhunde/Apportierhunde auch auch recht aktiv, aber nicht so sehr wie Border Collies, Aussis, Dobis oder Huskies.
Raten würde ich wenn dann zu Molossern oder zumindest Teil-Molossern (Bull Rassen, wobei da eben auch Terrier drin sind, nur gemütlich sind die also auch nicht je nach Zuchtlinie/Rasseschlag).

Was ich dir aber absolut ans Herz legen würde, wäre einen ÄLTEREN Hund zu nehmen. Junge Hunde sind generell sehr aktiv und quirlig und in so einer kleinen Wohnung musst du mit einem Jungen Hund auf jeden Fall jeden Tag MEHRERE Stunden raus, egal bei welcher Rasse. Wenn du das nicht absolut zuverlässig leisten kannst, ziehe doch einen älteren Hund (7 Jahre aufwärts) oder vielleicht einen kranken oder gehandicapten Hund in Erwägung, der ohnehin viel schläft und sich nicht mehr so viel bewegen soll.

Eine tolle Seite auf der du GENAU solche Hunde (kranke, behinderte und ältere) Hunde findest, ist diese hier:
www.tierwaisen.de

Ich habe 2 ältere Hunde (im Alter von 6 und 9 Jahren) aufgenommen, und habe es nie bereut... Sie sind übrigens beide Staffordshire-Bullterrier-Mixe und trotzdem im Temeperamt unfassbar verschieden. Shiwa (mittlerweile 8) ist noch immer sehr quirlig und aktiv und Lilou ist viel viel gemütlicher und bequemer und braucht nicht ständig Action. Sie bewegt sich auch kaum durch die Wohnung...

Das ist ein weiterer Vorteil von Tierheimhunden, du kannst sie vorher kennen lernen, Gassi gehen, beobachten und erfährst viel z.B. über ihr Temeperament und ihre Gewohnheiten über das Personal, bei einem Welpen wqeißt du nie, wie er sich entwickeln wird...

Mein Tipp also, such dir einen älteren Hund aus dem Tierheim, der nicht so aktiv ist und nehm ihn mit, wenn ihr euch kennen gelernt habt und die Chemie stimmt. Die Größe ist dafür tatsächlich völlig nebensächlich.

LG

Natalie

Inaktiver User
30.08.2006, 17:02
All diese ewigen Erklärungen zu Fragen die nur eines
an Antwort benötigen:

"Liebe"

Wenn du deinem Hund Liebe und das was er braucht
an Freiheit, (annähernd!!) bieten kannst..dann kanns du dir
fast jeden Hund halten

Bedenke nur eines!
Ein Hund will jeden Tag Aufmerksamkeit , Verständniss
artgerechten Auslauf und vor allem Respket vor seiner
individuellen Art in jeder erdenklichen Weise.
Wenn du das nicht einhalten kannst oder willst, das ein
Hund Pflege braucht wie ein Mensch, dann musst du es lassen
Bedenke auch das ein Hund hoffentlich mindestens 15 Jahre
Leben hat

In diesem Sinne die allerliebsten Grüsse und viel
Glück und Erfolg

murmeltier
30.08.2006, 17:20
Strelia, Liebe reicht eben leider nicht immer...
Und nein mit Liebe und Verständnis und Aufmerksamkeit kann man sich nicht fast jeden Hund halten.

Versuch das als Hundeanfänger in einer 37 qm Wohnung mal mit einem jungen und gesundeb Kaukasen, Centralasiaten oder Kangal... Viel Spaß...

GANZ so einfach ist es nämlich leider doch nicht...

Inaktiver User
30.08.2006, 17:36
Find ich schon in Anbetracht vieler wirklich notleidender Hunde

Überleg mal wie glücklich so ein Strassenhund, Laborhund oder
aus Asien diese Hunde, ( worüber ein BriUser berichtete!!!!)
wär, wenn er ein "friedliches liebevolles" Zuhause hätte?'

Ich denke mir oft, wenn ich einen Obdachlosen seh mit Hund
"oh je..." Aber Er oder (Sie) gibt diesem Hund mehr Liebe und
Geborgenheit wie weiss Gott jemand anderer

Natürlich ist es für Denjenigen der einen grossen Hund oder
einen Hund mit ganz extremen artbezogenen Eigenschaften
in einer kl. Wohnung halten will, sehr schwer, diesen Bedürfnissen
gerecht zu werden. Jedoch finde ich nach wie vor, wer einen
Vierbeiner wirklich liebt, füllt Defizite aus, die halt (noch) nicht
gegeben sind ( mal räumlicherseits gesehen...)

Die liebsten Grüsse

murmeltier
30.08.2006, 18:24
Hmmm. Zum Teil kann ich deine Argumentation nachvollziehen, wollte dich auch nicht angreifen.

Aber deine Argumentation setzt eben erstmal als Grundsatz vorraus, dass überhaupt ein Nottier aufgenommen wird - in so einem Fall bin ich auch immer eher geneigt, über evtl. Probleme hinweg zu sehen als wenn man sich bewusst einen Welpen anschafft. DAS sollte man meiner Ansicht nach nämlich nur in nahezu ideale Verhältnisse tun.

Aber selbst wenn man dann von einem Tier in Not ausgeht - auch da gibt es aber doch leider hunderttausende, die Hilfe brauchen. Auch da kann man sich doch - dem Hund zu liebe und um sich selbst Stress zu ersparen - einen aussuchen, der am besten zur eigenen Lebenssituation passt, wenn es denn z.B. unbedingt ein Labbi sein muss, dann doch wenigstens ein älterer oder wenn es denn ein junger Hund sein soll, dann nicht unbedingt eine Rasse mit riesen Bewegungsdrang, es sei denn man ist Millionär udn hat tatsächlich jeden Tag 4 Stunden Zeit für abwechslungsreiche und anspruchsvoll Spaziergänge.

ICH persönlich habe das nicht (und auch keine Lust) und deshalb hab ich 2 ältere Hunde aufgenommen, so einfach ist das.

Und bestimmte Bedürfnisse des Hundes, wie z.B. Bewegungsdrang, sind eben nicht einafch mit "viel kuscheln udn liebhaben" zu kompensieren. Sicher geht es dem Hund hier auch mit wenig Auslauf besser als im Tierheim, aber man sollte doch schon ein Ideal zumindest annäherdn anstreben und dann doch lieber einen Hund wählen, der mit weniger Auslauf bzw. einer kleinen Wohnung ohne Garten, zufrieden wäre (denn in 37 am ist mit Suchspielen und Übungen nunmal nicht viel).

Und bei noch so viel Liebe, gibt es einfach Rassen, bei denen es einfach automatisch zu Problemen kommt, wenn sie nicht absolut ausgelastet werden. das steigert die Aggressivität und is´t dann nunmal auch nicht einfach wegzukuscheln...

Ein Bordercollie z.B. verkümmert in so einer Wohnung ohne Garten, wenn er nicht wirklich täglich mehrere STUNDEN intensiv gefordert wird. Das hat nix mit glücklich sien zu tun, das ist nunmal in den Genen. Der fängt dann an zu hüten, was immer er zum hüten findet und das führt dann schonmal dazu, dass er Kindern in Hände und Füße zwickt.

Von einem Herdenschutzhund und seinem unglaublichen Energiepotenzial, seiner Größe, Kraft und Gewicht und seiner genetsich bedingten Art, selbstständig Entscheidungen zu treffen und zu wachen, will ich gar nicht reden. Der kann unter falschen Haltungsbedingungen zu einer tötlichen Gefahr werden, die man keinesfalls nur mit lieb haben und kuscheln wegmachen kann...

Genau durch solche Meinungen kommt es dann nämlich auch zu tragischen Unfällen...

Inaktiver User
30.08.2006, 21:01
Ein Hund schläft meist 18-22 Stunden am Tag, je nach Rasse und Alter.


:ooooh:

Ich erzähl das gleich mal meinem Hund, der soll sich das mal hinter die Löffel schreiben!

Ein Hund braucht nicht nur Liebe und grundsätzlich vom armen Straßenhund auszugehen, der es dort draußen ja noch viel schlechter hat, halte ich für den falschen Ansatz.

Wir haben viele Tiere und ich glaube, ich habe diesbezüglich auch eine Menge Erfahrung. Fazit: Ein Hund lebt nicht so einfach nebenher. Er hat sehr viele Bedürfnisse, er ist intelligent, er ist sensibel und muß unbedingt artgerecht gehalten werden.

Klar, welches Tier muß das nicht? Auch unser Vogel hat es gut und die Kaninchen ebenso. Die Fischen hatten es auch gut, bis das Aquarium vor zwei Wochen platzte :unterwerf: . Und die Pferde bedeuteten ebenfalls sehr, sehr viel Arbeit. Aber sie waren auf der Weide einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang ebenso glücklich wie unter dem Reiter.

Der Hund braucht aber DICH bzw. sein Rudel. Ihn kannst du nicht einfach lange allein lassen, ohne genügend Bewegung, ohne Ansprache, ohne Liebe, ohne Abwechslung. Er ist ein Familienmitglied (so sollte es zumindest sein). Selbst ein reiner Hofhund hat eine Aufgabe (hoffentlich), seinen Job und somit ein erfülltes Leben.

Ein großer Hund in einer kleinen Wohnung, das geht natürlich wunderbar, wenn man sehr viel mit ihm draußen ist oder Sport treibt oder mit ihm im Garten arbeitet. Dann ist das überhaupt kein Problem, denn der durchschnittliche Hund ist eh immer in deiner Nähe und rennt seine Kilometer nicht durch die Hallen eines Hauses ab, wenn er nicht Gassi geführt wird.

Aber mir gefällt es wesentlich besser, dass unser Hund in einem großen Wohnraum mit einem großen Garten lebt. Schon für mich empfinde ich das als angenehmer.

Wir haben einen Arbeitshund, einen Australian Shepherd. Das ist "ganz viel" Hund, ganz viel Arbeit, ganz viel Bewegung. Er ist sehr selbständig und doch extrem eng an uns gebunden. Dennoch liebt er seine Rückzugsmöglichkeiten im Haus und ich finde es auch gut, dass wir nicht ständig über ihn stolpern, sondern er frei wählen kann, wo er liegt und ratzt (komme gar nicht über die 20 Stunden hinweg! Unser Hund pennt nachts 11 Stunden und tagsüber vielleicht 3, aber nicht am Stück).

Informiere dich doch bitte genau über die rassetypischen Merkmale. Nicht jeder kleine Hund braucht automatisch wenig Bewegung (man denke nur an die kleinen Wirbelwinde Jack-Russel-Terrier). Neulich war in unserem Tierheim ein 2jähriger, sehr lieber Cockerspaniel, der nicht gerne spazieren geht und am liebsten bei Frauchen/Herren auf den Füßen kuschelt. Solche Hunde gibt es durchaus, und vielleicht wäre sowas eher eine wunderbare Möglichkeit für dich einen Hund zu halten.

Man muß sich selbst sehr realistisch einschätzen können und dann sagen, was man bereit und in der Lage ist zu geben und was nicht.

LG von Basine, nie wieder ohne ihren allerallerbesten Freund.

Inaktiver User
30.08.2006, 21:04
Oh, ich sehe gerade, dass Murmeltier ja auch den Jack Russel anführte. Zwei Doofe, ein Gedanke :freches grinsen: :kuss: !

Inaktiver User
30.08.2006, 22:54
Es ist nicht einfach, wenn der Hund ziemlich quirlig ist.

Aufgrund persönlicher Umstände leben wir derzeit (aber nicht mehr sehr lange) mit 2 großen Hunden und 2 Menschen auf 50 qm.

Das geht, kein Problem.
Das geht aber auch nur deswegen, weil ich mit meinen Hunden ca. 3 - 4 Stunden am Tag draussen unterwegs bin.

18 - 22 Stunden haben meine Hunde noch nie geschlafen.

Aber ich habe Glück. In der Wohnung sind die zwei absolut ruhig.

Ich persönlich würde es trotzdem nicht als optimal einstufen. Ein Garten ist ideal. Tür auf und raus. Das ist entnorm entlastend und für den Hund ideal.

Im Endeffekt hängt es wirklich davon ab, wieviel Zeit du mit dem Tier effektiv verbringen kannst. Dann würde ich sagen, gehts auch auf kleinem Raum.

Du möchtest eine Rasse wissen. Schwierig. Es gibt ja auch innerhalb der Rassen riesige Unterschiede.

Ich würde tendenziell zu einem vielleicht etwas älteren, ruhigeren, kleineren Hund, vielleicht aus dem Tierheim, raten, dessen Bewegungsdrang geringer und Ruhebedürfnis höher ist.

Da muss man allerdings einkalkulieren, dass er etwas öfter Gassi muss, weil die Blase nicht mehr so fit ist.......

Grüße Peppi

Inaktiver User
30.08.2006, 23:09
Ich sehe grade Murmeltier rät von Dobermännern ab.....

Sehe ich ganz genauso. Der Bewegungsdrang ist enorm. Ich habe ein Sonder(glücks)exemplar, weil sie sehr ruhig ist in der Wohnung.

In der Regel neigt diese Rasse dazu, ruhelos vor dem Fenster rumzukreisen bzw. ziemlich nervös zu sein, auch innerhalb von geschlossenen Räumen.

Der Labrador...... weil du den ansprichst und ich so ein liebes Kerlchen habe....
Kann ich guten Gewissens ans Herz legen, auch mit wenig Platz. Die Hunde sind drinnen eher gemütlich und ruhig.
Natürlich sollte man auch hier den Bewegungsdrang nicht unterschätzen, aber beim Labrador kann ich guten Gewissens sagen, 3 mal täglich raus und abends eine gute 1 - 2 Stunden Runde, dann ist der Hund auch in der kleinsten Hütte zufrieden.

murmeltier
30.08.2006, 23:30
Hallo Morla,

nochmal ich:

Wenn du auf der HP von www.tierwaisen.de auf Hunde klickst, kannst du gezielt nach Hunden in deinem Postleitzahlenbereich suchen. Woanders hab ich gelesen, dass du aus Stuttagrt kommst, daher hab ich mal nur nach alten Hunden (ab 6/7 ist da glaub ich alt) im PLZ-Bereich 7 gesucht und manches gefunden, z.B. auch ihn hier:

Argus (http://www.tierwaisen.de/pet.aspx?petId=22563)

Ein älterer, ruhiger lieber Hund, mittelgroß.

Wenn es denn ein Labbi sein soll, z.B. dieser hier:
Patoud (http://www.tierwaisen.de/pet.aspx?petId=23581)

Der ist auch nicht ganz so alt (7), aber damit aus der ganz wilden Sturm und Drang Zeit auch schon raus. Und du könntest ihn vorher besuchen und kennen lernen, wie aktiv er so ist.

Oder Hanna (http://www.tierwaisen.de/pet.aspx?petId=23662)

Es sind aber noch ganz viele andere tolle Hunde aus dem PLZ-Bereich 7 da vorgestellt. ich weiß ja auch nicht, wie weit du fahren würdest, evtl. könntest du die Suche ja auch etwas ausdehnen.

Auf der Suche nach unserem Zweithund sind wir von Herne (Ruhrgebiet) erst bis nach Berlin und dann 2 mal bis ins Allgäu gefahren. Aber so bekloppt ist ja nicht jeder :freches grinsen:

Avocado
31.08.2006, 00:20
Hi Morla,
wie meine Vorschreiberinnen denke ich auch, dass es weniger auf die Körpergröße des Hundes ankommt als auf sein Temperament.
Unsere Hunde sind in der Wohnung ziemlich ruhig, sie liegen meistens in unserer Nähe herum. Ihr Bewegungsbedürfnis reagieren sie draußen ab!

Andererseits sind 35 qm schon arg klein ... viel Rückzugsmöglichkeiten hat Hund da halt nicht. Wenns unseren Hundis zuviel wird (z.B. wenn wir turbulente Actionnsfime kucken oder mein Mann laut Musik hört), gehen sie auch mal ins übernächste Nebenzimmer und pennen da. Das könnte Dein Hund nicht ...

Wichtig wäre auch noch, wie Du wohnst ... mit vielen Treppen? In einem Hochhaus mit vielen Nachbarn, die womöglich gepestet sind, wenn Hund mal bellt? Hast Du eine Möglichkeit für Kurz-Pipi-Runden gleich in der Nähe (Kotbeutel nicht vergesen :-) )? Hast Du oft viel Besuch?

Und die allerwichtigste Frage: bist Du den ganzen Tag arbeiten?

Ansonsten kann ich nur sagen: Patou ist toll!! Wenn ich nicht schon 2 Hunde hätte ... *hach* ... was für ein Schatz ...

Morla
31.08.2006, 22:26
Vielen Dank für eure Antworten !
Ich muss gestehen, ich wohne alleine und bin Studentin...
Hatte mir das mit dem Welpen (würd ihn so gern aufwachsen sehen) so überlegt: ich hol mir den zu Beginn der Semesterferien und hab dann knapp 3 Monate rund um die Uhr Zeit für ihn. Später müsste ich dann einen guten Rhythmus finden...

murmeltier
31.08.2006, 22:41
Ich wiederhole mich ungern - ich rate DRINGEND von einem Welpen ab! Warum soll es denn unbedingt ein Welpe sein?

Bei allem, was ich geschrieben habe, ging ich von einem Hund in Not aus, desen Zustand sich durch eine Aufnahme bei dir, verbessern würde.

Einen Welpen BEWUSST in eine solche Situation zu holen, halte ich (gleich welcher Rasse) nicht für vertretbar.

Zum einen weil Welpen viel zu agil sind und viel zuviel Beschäftigung benötigen und zum zweiten weil du einen Welpen auch nach 3 Monaten nicht mit Sicherheit alleine lassen kannst. Das ist sehr individuell. Manche Hunde sind nach 14 tage manche nach 6 Monaten stubenrein. Ebenso verhält es sich bei der Fähigkeit allein zu bleiben...

Ich finde kleine Hunde auch süß - aber hast du je schonmal einen Hund gehabt? Ich rate jedem Hundeanfänger davon ab, sich direkt an einem Welpen zu versuchen. Man kann so wahnsinnig viel falsch machen. Und es ist so eine große Verantwortung. Nicht wenige Welpen landen dann nämlich in der Pflegenphase nach einigen Monaten im Tierheim, weil man sich das SO nicht vorgestellt hat und schon zu viel aus dem Ruder gelaufen ist.

Welpenprägung und Erziehung ist kein Kinderspiel und Hunde sind keine Kuscheltiere.

Natürlich ist es schön einen Welpen aufwachsen zu sehen, keine Frage. Aber dazu mus man bestimmte Bedingungen mitbringen, um dem Hund gerecht zu werden. Und als alleinlebende Studentin ohne Hundeerfahrung in einer 35 qm-Wohnung ohne Garten bringst du diese ganz sicher nicht mit!

Fang mit einem erwachsenen, älteren, ruhigerem Hund an, der schon eine gewise Erziehung hat und den du schneller ans Alleinsein gewöhnen kannst (von heute auf morgen geht das natürlich auch nicht!). Du glaubst ja gar nicht, wie dankbar Tierheimhunde sind. Gehe einfach mal ins örtliche Tierheim, schau dir die Nasen an... Davon einen zu retten, gibt einem sehr viel. Wenn du Erfahrungen mit Hunden gesammelt hast und mal eine größere Wohnung mit Garten hast, kannst du dir den Traum vom Welpen immer noch erfüllen.

Es mus doch nicht immer alles sofort sein - es wird doch nicht dein letzter Hund bleiben.

LG

Natalie

Avocado
01.09.2006, 03:38
Hi Morla,

ich kann mich Natalie nur anschließen: bitte keinen Welpen!!

(Ich hätte auch Zweifel, dass Dir ein Tierheim oder ein guter Züchter unter diesen Umständen einen Welpen anvertrauen würde.)

Wenn ich mich so an meine Studizeiten erinnere, da wäre kein Platz und keine Zeit für einen Hund gewesen - auch wenn ich immer einen haben wollte. Aber ich wohnte mitten in der Stadt in einer ähnlich kleinen Wohnung, später in einer WG mit Tierhaarallergikern und war nächtelang nicht zu Hause. Und neben Uni auch noch arbeiten. Da hätte ein Hund weder Zeit noch Platz gehabt ... und ein junger Hund erfordert wirklich sehr, sehr viel Zeit und Geduld und Gelassenheit.
Z.B. solltest Du mit einem Hundebaby nicht länger als ein paar Minuten spazieren gehen - also nix mit "wir laufen mal zur Hundewiese". Mit einem 1 1/2-jährigen kannst Du dagegen 3 Stunden am Stück laufen und er wird immer noch nicht müde sein.
Und die Erziehung ist mit 5 Monaten noch längst nicht abgeschlossen ... da fängts erst an!

Das mit dem Aufwachsen-sehen ist schon nett ... aber es ist auch verdammt anstrengend. Und sehr nervig. Und einerseits schnell vorbei, andererseits hat man jahrelang Generv, bis man durch sämtliche Trotz- und Erprobungsphasen ist und das kleine Tier mit 3 vielleicht mal ein bisschen weiser wird.

Tu Dir das nicht an (und dem Tier auch nicht ...).

Widme Dich lieber einer etwas älteren Fellnase, die die Sturm- und Drangphase schon hinter sich hat. Da habt Ihr beide mehr davon!

Wir haben jetzt 2 Hunde (beide aus dem Tierheim), einer kam als Welpi und die andere als Oma mit 11 Jahren zu uns. Und ich habe sie kein bisschen weniger lieb als den kleinen Herrn! Und sie hängt mindestens genauso an uns wie unser "Kleiner" (vielleicht sogar ein bisschen mehr ... sie weiß, warum:kuss:).

Inaktiver User
01.09.2006, 10:29
In deiner Situation würde ich auch keinen Welpen nehmen.

Mit einem Welpen läuft nach 3 Monaten nicht alles paletti.

Mein Labrador z.b. kann eher schlecht alleine bleiben. Heute ist er 4 Jahre, da geht das schon mal für 4 - 5 Stunden.

Bis dahin war es ein langer Weg.

Ein Hund der plötzlich mehrere Stunden über Tag alleine bleiben muss fügt sich in der Regel nicht so einfach ein. Er wird weinen, die Inneneinrichtung zerlegen.

Es wird eventuell zu Problemen mit den Nachbarn kommen.

Ich kann mich noch gut an das Gemecker meines Nachbarn (der in der anderen Doppelhaushälfte) erinnern. Der Hund hatte wieder 2 Stunden wie ein Kojote gejault.

Du könntest Probleme mit der Wohnung bekommen.

Oft wurden Sachen zerstört, Schuhe zerkaut, Handys zerlegt, Mülleimer geleert.

Es muss nicht so sein, klar.
Es gibt auch Hunde, die sind von anfang an pflegeleicht. Aber es kann so kommen und das muss man vorher ganz klar in die Überlegungen einbeziehen.

Einen Welpen würde ich mir nur dann holen, wenn ausreichend Zeit für den Hund da ist (das ist meine persönliche Meinung). Entweder schaut in den Abwesenheitsstunden jemand nach dem Hund oder der Halter sollte den Hund über Tag mitnehmen können.

Das ist bei mir der Fall. Die Hunde fahren mit Herrchen zur Arbeit.

Du bist Studentin, vielleicht möchtest du abends gerne weggehen. Das kann man mal machen, klar, aber viele Abende in der Woche wird das nicht mehr möglich sein.

Ein Welpe bindet dich für die nächsten 10 - 15 Jahre.
Die Verantwortung ist nicht zu unterschätzen und so ein Hund kann einen enorm einschränken, wenn man nicht hundertprozentig hinter dieser Entscheidung steht.

Nimm einen ruhigen, älteren Hund, der schon eine Zeit alleine bleiben kann.

Ich finde den vorgestellten Labi von Murmel bsp. auch super. Er ist 7 Jahre alt, alt genug um ruhiger zu sein aber noch lange nicht am Ende des Lebens.

Klar ist es schön einen Welpen ins Leben zu führen, genauso schön ist es aber einem älteren Hund im Not einen neuen Sinn im Leben zu geben. Das bindet genauso......

Es ist eine Chance für den Hund und eine Chance für dich zu sehen, ob du der Verantwortung gewachsen bist.

Ich habe zu oft (aktuell in meinem Freundeskreis) gesehen, wie die Verantwortung unterschätzt wurde und der Hund nachher einfach nur noch ein Klotz am Bein ist.

Soll nicht heißen, dass es bei dir auch so ist......

Grüße

Peppi

Morla
01.09.2006, 11:03
Hatte ich alles so noch nicht bedacht, v.a. das mit den Welpen ...
War in den letzten Tagen auch am zweifeln, ob ich der Sache gewachsen bin. Oje...
Ihr sprecht alle aus Erfahrung. Und ich finde, bei Hunden sollte man auf jeden Fall nach dem Motto "Ganz oder gar nicht" handeln. Mein Studium sollte ich in 2 Jahren abgeschlossen haben. Wenn ich dann 'ne größere Wohnung und einen ausgeglicheneren Tagesablauf habe, werd ich mich mal wieder an das Thema heranwagen.
Vielen Dank für eure Ratschläge !!
Liebe Grüße,
Morla

Inaktiver User
01.09.2006, 11:07
Warum ich auch keinen Welpen holen würde an deiner Stelle:

Ich hatte mir damals als Schülerin (schulische Berufsausbildung) einen Welpen geholt, lebte in einer festen Beziehung, Haus mit Garten, Freund selbstständig und wollte unbedingt einen Welpen, da ideal, er könne Madame immer mitnehmen.

Nach den ersten Kundenbeschwerden blieb sie im Auto, dann wurde es heiß, dann blieb sie im Garten/Haus.

1 Tag später erste Beschwerde von den Nachbarn, weil der Hund sich die Augen aus dem Kopf geheult hat.

1 Woche später mein Auszug mitsamt Hund, weil (dann schon) Exfreund, dem Hund mit der Pantoffel beibringen wollte, dass man nicht in die Wohnung pinkelt.

Wochenlanges campieren bei einer Freundin: ganz ehrlich - wer von euch gäbe einer Schülerin ohne regelmäßigem Einkommen eine Wohnung, die dann noch mit einem halbwüchsigen Wolf einzöge??

Wohnung gefunden, Hund tagsüber in Betreuung - also aufatmen?? Weit gefehlt: Hund hat 1,5 Jahr ALLES kaputt gemacht, wurde sie alleine gelassen und ich meine wirklich ALLES: Sofa aufgefressen, Kissen sowieso, Tapete von der Wand gezogen, Plastikmüll ausgeräumt, Kühlschrank geöffnet und geleert, die Wohnung vollgeschissen, weil der komplette Kühlschrank doch etwas viel war, Edding auf festverlegtem Teppichboden zerkaut - wir werden aus der 1. Haftpflicht rausgeschmissen und suchen eine neue...

Ach ja: 14 Schuhpaare mussten auch dran glauben. Die Peanuts an Schäden will ich gar nicht erwähnen, sonst werde ich heute nicht mehr fertig mit der Aufzählung. Wir haben nach genau einem Jahr nachgerechnet und kamen bei ca. 12.000 DM Schaden an (haben aber nicht alles augezählt, es war wirklich zu viel, was sie anstellte) - ich immer noch Schülerin: AUA!!!!

Die oben genannten Schäden waren auch noch in der Wohnung meiner Freundin - bis heute danke ich ihr auf Knien, dass sie den Hund 1. immer nahm und 2. nicht geschlachtet hat, ich hätte es zwischenzeitlich verstehen können.

Die Schäden in meiner eigenen Wohnung waren noch größer. Der Hund wurde übrigens nie länger als max. 30 Minuten alleine gelassen, sie arbeitete quasi im Akkord, um soviel in so kurzer Zeit hinzukriegen.

Sie pisste mir bis ca. 9 Monaten nachts noch manchmal rein.

In der Flegelphase spielten wir das lustige Spiel: ich nähere mich auf einen halben Meter an, um dann sofort wieder abzudüsen, sobald mein erschöpfter Dosenöffner nach mir greift. Einmal haben wir dieses lustige Spiel 6(!!!!) Stunden lang gespielt, aber es war auch ein angenehmer Dezembertag mit -8 Grad, da freut sich der Dosenöffner!

Ich bin abends NIE ohne Hund weg, Discos, Indoor-Parties und volle Kneipen waren somit gestrichen. Feste etc. schaute ich mir sehnsüchtig aus der Ferne an, wenn ich um kurz vor 12 Uhr den Hund ein letztes Mal pieseln ließ und ich das pralle Leben verpasste.

Urlaube, spontane Kurzreisen, Festivals - gestrichen, da meistens keine Betreuung gefunden. Zusätzlich komplettes Unverständnis aller Bekannten (die keine Tiere haben), dass ich mir sowas antue und den Hund nicht weggebe.

Auch wenn Huskies besonders ungern alleine bleiben: kein junger Hund bleibt gerne ewig vom Rudel getrennt, die haben Energie für 5 und brauchen ihre Außenanreize, sonst verkümmern sie. Ich kenne genug Hunde, um sagen zu können, das meine zwar ein Extrem war, aber die Tendenzen hat fast jeder junge Hund, der eine eben mehr wie meine, der andere weniger (der glückliche Besitzer, seufz :smirksmile: ).

Das Ganze liest sich bestimmt auch ein bißchen lustig, wenn man so etwas noch nicht erlebt hat und inzwischen habe ich ein superbraves 8jähriges Hundemädchen, dass nur noch Mundraub begeht, was ich sogar noch verständlich finde.

Aber glaube mir: im ersten Lebensjahr meiner Hündin habe ich einmal pro Woche geheult, weil ich irgendwann sowas von mit den Nerven runter war, dass es irgenwie raus musste.

Ich bereue nichts, ich bin vernarrt in meinen Hund und auch irgendwie stolz, dass wir das zusammen gut hingekriegt haben. Wäre ich mit meinem heutigen Wissen allerdings wieder Schülerin und Anfang 20: ich würde mir definitiv einen erwachsenen und gesetzteren Hund holen!

LG
Estrella

Inaktiver User
01.09.2006, 11:18
Ein hundertprozentiges Ja ohne Zweifel sollte die Ausgangsposition sein.

Denn nur dann wird dir es gelingen, auch die oftmals nervenaufreibenden, schwierigen Zeiten mit Welpi, später Junghund im besten Pflegelalter, gut zu überstehen.

Der Zeitfaktor ist groß um einem Hund ein glückliches Leben bieten zu können.

Das gilt natürlich auch für einen "Gebrauchten"......

Freut mich, dass wir helfen konnten.........

Alles Gute.....

Peppi

Inaktiver User
01.09.2006, 11:34
Ja Estrella, kenne ich alles :freches grinsen:

Ich hatte 5 gebrauchte, bevor ich mich an einen Welpen gewagt habe.
Und ich hatte es mir wirklich viel einfacher vorgestellt......

Lass mich mal resümieren, was alles den Bach runter ging:

- eine teure Lederjacke aus der Türkei
- etliche paar Schuhe
- die Holzfüße der Essecke
- 2 Matratzen weil klein Dobi tagsüber aus lauter Frust drauf
gepinkel hat
- 2 Handys
- etliche Hosen, die an den Nähten geöffnet wurden
- Fernbedienungen
- der Parkettboden im Wohnzimmer war vom reinhüpfen und ab-
bremsen nach 2 Monaten fertig
- Teppiche versaut, denn manchmal wirds so einem Monster auch
übel
- Innentüren zerkratzt
- Fensterscheiben, vor allem die in den Garten, zerkratzt....
- der Rasen war auch nicht mehr wirklich lochfrei und glich einem
Granatenübungsplatz
- das Auto sieht immer verhaart und besabbert aus

Mich gabs ab da auch nicht mehr in sauber.
Wenn ich Glück habe komme ich morgens sauber und fast haarfrei aus der Wohnung. Nachmittags, wenn ich die Hunde abhole, brauchts 5 Minuten um diesen Zustand abzuändern.

Seitdem ich Hunde habe schaue ich eigentlich auch immer, dass ich eher praktisch gekleidet bin. Bloss nix weisses und die hohen Absätze lasse ich auch lieber mal im Schuhschrank.

Könnte ja sein, dass wir nochmal zwischendurch einen Gelegenheit haben Gassi zu gehen.

Oft wurde ich bis zur Weißglut gebracht. Stand hilflos und ratlos vor einem größeren Problem und wusste nicht weiter.

Und trotzdem

=> ich würde die kleinen Monster immer wieder holen :freches grinsen:

murmeltier
01.09.2006, 11:40
Ich denke, das ist eine gute Entscheidung, Morla.

Ich würde auch später als Ersthund immer einen ausgewachsenen empfehlen, muss ja dann kein älterer sein, sitzen ja auch genug 2- und 3-jährige in den Tierheimen. Wenn du dann ein wenig Erfahrung mit Hunden hast und dir das liegt, kannst du dich an einen Welpen trauen, den du ja dann dazu holen kannst. Ich bin ohnehin Verfechterin der Mehrhundehaltung ;-)

Meine Freund hatte bereits 2 Hunde gehabt vor unserem ersten, ich noch nicht. Wir wollten einen erwachsenen aus dem TH, aber nachdem das eine Weile so nicht klappte (find mal einen, der gut mit Katzen und Kleintieren und Kindern auskommt udn bei dem die Harmnonie stimmt...), verliebten wir uns auch in einen Staff-Welpen aus dem Tierheim, dem konnten wir uns kaum entziehen...
Es hat dann mit dem auch nicht geklappt, weil bis wir alle nötigen Papiere für nen Staff zusammen hatten, war er bereits anders vermittelt. Damals hab ich voll geheult, aber so nahmen wir kurz danach die 6-jährige Shiwa zu uns und besser hätte es uns definitiv nicht treffen können!!!

Heute bin ich heilfroh, dass das mit Jenna (dem Welpe) damals nicht geklappt hat. Ich denke, ich wäre dem nicht gewachsenen gewesen und ehrlich gesagt hätte ich auch auf den Stress keine Lust gehabt.
2 unserer engsten Bekannten und unsere Nachbarn haben sich in der Zwischenzeit einen Welpen geholt (Collie, Jack Russel und Foxterrier) und 2 von ihnen verzweifeln daran und haben mehrfach gesagt, hätten sie das gewusst, hätten sie niemals nen Welpen genommen...

Für mich war spätestens damit klar, dass unsere zweite auch kein Welpe wird. Und irgendwann möchte ich gern nen dritten - aber nicht in den nächsten 2 Jahren, sondern dann eben wenn wir einen Garten haben, denn wir haben zwar ne große Wohnung, aber 3 Hunde darin wären dann doch etwas viel. Und auch der dritte wird kein Welpe sein.

Ich bin jetzt seit knapp 2 Jahren Hundebesitzerin und vorher schon Gassi-Gängerin in Tierheimen und ICH würde mir einen Welpen noch immer nicht sicher zutrauen... Aufwachsen gesehen habe ich in der letzten Zeit 3 Hunde - natürlich ist das süß, aber es ist auch wahnsinnig schnell vorbei und dafür möchte ich den Stress nicht haben.

Unser zweiter Hund ist z.B. eine sehr sehr ängstliche und unsichere Hündin und zu beobachten, wie diese nach 5 Jahren(!) Zwinger auf einem "Gnadenhof" wieder langsam ins Leben zurück findet, finde ich ebenso schön und rührend, wenn nicht noch mehr. Man freut sich über jeden Fortschritt... (Wobei ich einem Anfänger jetzt auch nicht unbedingt einen so ängstlichen Hund empfehlen würde, unsere Shiwa wra schon als Ersthund genau richtig - ein Sonnenschein)

LG

Natalie

Inaktiver User
01.09.2006, 11:44
:ooooh: :freches grinsen: an mich, Auto oder Garten habe ich bei der Aufzählung gar nicht mehr gedacht! Wir waren kurz davor im Garten eine Amerika-Flagge aufzustellen und Madame in Armstrong umzutaufen :aetsch: ...

Bei mir sind schwarze Hosen ein modisches No-Go geworden, mein Besuch denkt inzwischen auch dran :smirksmile: .

Ein Bekannter hat die Theorie geäußert, dass man weibliche Hundebesitzer daran erkennen könne, dass sie doppelt soviele Turnschuhe wie High Heels haben - ich denke, er hat Recht!

Und das Verrückteste: manchmal wünsche ich mir die Babyzeiten fast zurück, ich werde wohl langsam dement! :smile:

Inaktiver User
01.09.2006, 12:29
:freches grinsen: :freches grinsen:

Stimmt, mindestens 6 Paar Trekkingschuhe (eins davon ist dann meistens auch mal sauber) und äh vielleicht 2 mit Absätzen......für die Arbeit halt.......

Der Vollständigkeit halber sollte man auch nochmal erwähnen (so geht es zumindest mir) das Erzählungen von den Maledieven oder sonstigen tollen Urlaubszielen die nur mit dem Flieger zu erreichen sind, zwar schön, aber völlig unrealisch sind.

Schon ein Ausflug mit dem Rad wird zu einer mittelgroßen Truppenübung, weil zunächst der Hundeanhänger für Mr. Labrador aufwendig an dem Teil befestigt werden muss, da er nach ein paar Kilometern erst mal eine Verschnaufpause einlegen muss, und sich kutschieren lässt.

Und wenn andere abends gemütlich ihren Abend lesend vor dem Fernseher verbringen, warten auf mich stets 4 sehnsüchige Hundeaugen die ihren abendlichen Superausflug einfordern.

Und wenn man dann echt mal zu müde für den Superausflug ist, weil nix mehr geht, sitzt man zwar auch gemütlich auf dem Couchi, aber mit sehr schlechtem Gewissen.

Der Samstag geht immer komplett für den Hundeplatz drauf.

Man kann daher eigentlich sagen, wer jeden Tag 2 - 3 Stunden über hat, nicht zu sehr an materiellen Dingen hängt, Nerven wie Stahl oder ein Gemüt wie ein Elefant hat, wem eine stupsende Hundenase mehr freut, als ihn ein schmutziges T-Shir ärgert, wer einen guten Staubsauger hat und ein paar Moneten über, wer Regen liebt und auch bei Kälte gerne rausgeht, wer Bayern und die Nordsee auch schön findet,

der könnte eine Chance haben und sich über seinen Vierbeiner freuen........

Inaktiver User
01.09.2006, 12:32
AMEN!:freches grinsen:

Inaktiver User
01.09.2006, 12:43
Ist die Fellkugel von dir ein Husky ?

Ich kanns nicht genau erkennen auf dem Photo.....

Inaktiver User
01.09.2006, 12:48
Jepp, Husky ist dominant (Mutter reinrassig) und der Einbrechervater war ein Schäferhund-Labbie-Mix. Sie hat die huskytypische Verbrechermaske und blaue Augen, die Fellfarbe (Rücken) vom Schäfer und vom Labbie das praktische WEISSE schmutzanziehende Fell an Bauch und Beinen.

Das Bild ist leider so klein, dass man fast nix erkennen kann

Cook3
01.09.2006, 12:50
Hallo!
Habt ihr Erfahrung mit Hunden auf engem Raum? Würde so gern einen haben, aber in meine 35 qm passt wohl nur ein Chihuahua... Kennt ihr andere Rassen, die sich eignen würden ? Mein absoluter Favorit wär der Labrador, aber ich bleib mal realistisch...
Danke!
Liebe Grüße,
Morla

Wenn Du genügend Auslauf verschaffen kannst und einen nicht jagdlustigen Greyhound findest, kann ich Dir das nur empfehlen. Alternativ auch Whippet.

Cook3

Avocado
01.09.2006, 14:37
Mein Studium sollte ich in 2 Jahren abgeschlossen haben. Wenn ich dann 'ne größere Wohnung und einen ausgeglicheneren Tagesablauf habe, werd ich mich mal wieder an das Thema heranwagen.
Hi Morla,
das finde ich großartig! Endlich jemand, der auch an das Tier denkt und ein bisschen voraus und nicht nur daran, sich spontan einen Wunsch zu erfüllen. Toll!!!!
(Nur schade für Patoud ... hoffentlich findet der bald ein schönes Plätzchen ...)

@estrellaluna: Respekt ... dass Du das durchgehalten hast ... wow. Und Deine Freundin ist ja ganz unglaublich! Tolle Frau! :allesok:

Ich hab inzwischen eigentlich NUR noch Turnschuhe ... und praktische Klamotten in Tarnfarben :smirksmile:.
Ich hab irgendwo eine schönes Signatur gesehen: "Früher hatte ich Geld, Zeit und gute Freunde. Heute habe ich einen Hund ..." :lachen:

murmeltier
01.09.2006, 15:06
Ich hab irgendwo eine schönes Signatur gesehen: "Früher hatte ich Geld, Zeit und gute Freunde. Heute habe ich einen Hund ..." :lachen:

:freches grinsen: :allesok: :schild genau:

Aber ich würd immer wieder tauschen.

Mein Kleider- und Schuhschrank hat sich auch komplett verändert seit ich nen Hund habe. Wofür haben Schuhe Absätze? Damit bleibt man doch nur im Matsch stecken?

Was ich im Monat für Knabbereien und Spielzeug/Zubehör für Hunde ausgebe, bringt uns nochmal an den Rand des Ruins. Aber meine Hunde bekommen eben was sie sich wünschen und immer viel Abwechslung. (Nur am Rande: Ich stopfe sie nicht mit ungesunden industrie Hundekeksen voll, ich rede hier von Natursnacks Straußenfleisch, Büffelfleisch, Pansen, Schweineohren, Rinderstross, Lunge, aber davon jeden Tag etc. - das geht schon ins Geld bei 2 Fresssäcken :freches grinsen: )

Ja, auch Freundschaften gingen zu Bruch. Wer meinen Hund nicht als mein Familienmitglied akzeptiert, kann mir nämlich voll und ganz gestohlen bleiben. (eine "Freundin" wollte gern, dass ich den Hund immer wegsperre, wenn sie zu uns kommt und in der Wohnung lasse, wenn wir im Garten grillen - sonst gehts aber noch...)

Dafür lernt man aber auch viele neue nette Menschen samt Hunden kennen.

Gilgit
01.09.2006, 16:42
@Morla

sehr venünftige Entscheidung.. wünschte mir mehr Leute würden sich vor der Anschaffung eines Haustieres solche Gedanken machen...

Schau doch einfach mal im TH in deiner Nähe vorbei und gehe mit einigen Hunden Gassi.. Dort kannst Du Hunde unterschiedlicher Rasse/Größe/Alters und Temperamentes kennenlernen....

Guter Spruch:
"Früher hatte ich Geld, Zeit und gute Freunde. Heute habe ich einen Hund ..." :freches grinsen: :freches grinsen:

Lukulla
01.09.2006, 23:50
Richtig und sehr schön geschrieben, aber ich fall allen mal in den Rücken:
Morla, nimm Dir jetzt einen Hund. Soviel Interimszeit wie zu Zeiten des Studiums wirst Du wahrscheinlich nie wieder haben.

Den Rat ins Tierheim oder auf Hunde-suchen-ein-Zuhause.de zu gehen, finde ich goldrichtig. Ich war als Studentin mit meinem damaligen LG Gassigeher im Tierheim. Und so fing alles an...

Die schönste Geschichte meines Lebens und meine heissgeliebte Hündin, Schäfer-Husky-Collie Mix, 2 Jahre jung habe ich dann in jede Vorlesung mitgeschleppt. Und mein Freund auch. Sie war also sehr gebildet, konnte BWL runterbeten, ist zweisprachig aufgewachsen und war der Schwarm aller männlichen Kommilitonen. :freches grinsen:

Huskies sind unabhängig von ihrem Ruf oft ziemliche Sessellieger und sehr gemütlich. Kommt eben auf den Typen an. Meine wollte fetzen, aber wo ist das Problem? Ich hab ein Fahhrad und hatte als Studentin sehr viel Zwischenzeit. :lachen:

Such Dir den passenden Hund für Dich! Geh viel Gassi mit Hunden aus dem örtlichen Tierheim oder besuch durchs Internet gefundene Hunde. Du wirst schon spüren, ob und welcher Hund zu Dir passt. Es sollte ganz sicher ein etwas älterer Hund sein, so ab 2 oder 5 Jahre. Je nach Temperament.

Machs jetzt!

murmeltier
02.09.2006, 01:35
Gegen jetzt spricht in meinen Augen auch nicht unbedingt was - solange es eben kein Welpe ist!

Ich bin auch Studentin ;-)

Ich bin allerdings auch gewillt, mein ganzes Leben (weitestgehend) nach den Hunden zu richten, d.h. Kneipentouren und durchtanzte Disconächte gibt es nicht bzw. selten und auf laute, verqualmte Parties bei mir wird auch verzichtet...

LG

Natalie

Inaktiver User
02.09.2006, 08:30
Ich finde deine Entscheidung auch sehr vernünftig und richtig, möchte jedoch ebenfalls noch was gegen den Mainstream sagen:

Uns wurde ebenfalls massiv von einem Welpen abgeraten, auch hier im Forum. Sicherlich nicht aus bösem Willen und ich war auch für jeden Tipp dankbar. Dennoch kennt man sich selbst eben am besten und wir haben es gewagt. Wir haben uns als Ersthund (wenn man von den Hunden in meinem Elternhaus absieht, die ich als Kind "mitbekam") einen Welpen geholt, noch dazu einen Aussie - also intensivste Aufzucht, Erziehung und Prägung als Familien- und Arbeitshund.

Ich habe es keine Sekunde bereut, jedoch ist es wie die anderen auch schon sagten: Man muß sich komplett drauf einstellen. Unser Leben hat sich sehr durch den Hund geändert, aber auch sehr bereichert. Er ist wirklich peinlicherweise unser drittes Kind und das sicherlich auch, weil wir ihn haben aufwachsen sehen.

Jedoch habe ich viele, viele Jahre mit meinem großen Traum gewartet bis der richtige Zeitpunkt da war. Ich bin größtenteils Hausfrau, die Kinder waren beide aus dem Gröbsten raus und wir haben ein großes Haus und einen großen Garten. Die Bedingungen empfand und ich empfinde ich als optimal.

Vor allem aber ist immer zu bedenken, dass ein Welpe eben sehr lange bei einem ist, 15 Jahre lang hoffentlich! Dein Leben wird sich sicherlich noch häufig sehr ändern und du wirst unterschiedliche Arbeitsstellen oder Wohnungen haben. Das vor allem spricht für mich gegen einen Welpen in deiner Situation.

Die extreme Schwierigkeit bei der Welpenerziehung kann ich so aber nicht unterschreiben. Wir haben uns die beste (und teuerste) Hundeschule gesucht und dort 1 Jahr intensivstes Training gemacht. Wir haben Bücherberge verschlungen und uns immer weiter informiert. Für uns war es fast immer nur Spaß und Freude, selten eine Belastung.

Zu Bruch sind nur sehr wenig Dinge gegangen, das war wirklich nur in der allerersten Sturm- und Drangzeit. Der Hund ist die reine Freude und den einzigen "Nachteil" in dieser engen Beziehung sehe ich darin, dass er sehr ungern allein bleibt und dann leidet. Er jault nicht, er macht auch nichts kaputt. Er ist nur tieftraurig und fühlt sich vermutlich unerwünscht. Mehr als 3 Stunden am Stück lassen wir ihn nie allein, weil es ihm dann so schlecht geht. Selbst abends, wenn er doch eigentlich schlafen würde, können wir nicht wirklich lange weg.

Nu haben wir die Kinder bald groß und dann sowas. Wir haben zwar von Anfang an das Alleinbleiben geübt, er kann es ja auch. Fazit: Wir schleppen ihn fast überall mit hin, zur Not wartet er im Auto (was er liebt, dort leidet er gar nicht) - und wir befürchten wiederum, dass dieser wunderschöne Traumhund entführt wird.

Wichtige Regel: Hundehalter sind meistens ziemlich verrückt!

Morla
02.09.2006, 10:30
in die Vorlesung mitnehmen ? hehe, bei uns am Institut ist ein Schildchen "Das Mitbringen von Hunden ist verboten", was da wohl mal vorgefallen sein muss... :)
Aber ok, ihr habt mich überredet, werde mich in nächster Zeit mal zum Tierheim begeben und dann mal mit nem kleinen Racker spazieren gehen ! Mal kuckn...

Inaktiver User
03.09.2006, 11:19
Komisch...

..ich habe mit Welpen nur gute Erfahrungen gemacht. Mein Dicker beispielsweise kam mit 9 Wochen zu uns. Das Einzige, das er im Lauf seines inzwischen fast 7 jährigen Hundelebens zerstört hat, war eine Pflanze und ein Buch. Dass auf Holztreppen/böden Krallenspuren bleiben ist selbsterklärend, will ich das vermeiden, darf ich kein Tier mit Krallen halten oder muss Brücken legen. Dass einem Hund, genau wie einem Menschen, mal schlecht werden oder er Durchfall bekommen kann, und er sich dann eben gern auf einem weichen Teppich "erleichert", ist ebenfalls selbsterklärend. Haare, Schmutz und Speichel an Autofenstern und Polstern - normal. Wer so etwas nicht möchte, darf keinen Hund halten, sondern sollte sich für ein Käfigtier entscheiden.

Einen Welpen aufzuziehen erfordert Geduld, Liebe und vor allem auch ein bisschen Know How. Eine gute Hundeschule, regelmässige Besuche von Welpenspielstunde, später Junghundegruppe sollte für die ersten Jahre Normalprogramm sein - mindestens 1 x pro Woche.

Ein Welpe schläft normalerweise sehr viel, ein Junghund ebenfalls, wenn er gut ausgelastet ist. Hat er Vertrauen, muss er auch keine Angst haben, wenn sein Rudel sich - vorsichtig steigernd - entfernt. Wichtig sind für den Hund klare Strukturen - er sollte sich nicht gezwungen fühlen, die Rudelführung übernehmen zu müssen, sondern sich entspannt und geborgen fühlen dürfen. Das erfordert Mitdenken, Beobachtung und wiederum Geduld, Geduld, Geduld, wenn sich unerwünschtes Verhalten eingeschlichen hat.

Ehrlich gesagt kenne ich keinen einzigen Fall in meinem Umfeld, in dem Welpen sich so zerstörerisch gezeigt haben, wie das hier beschrieben wurde.

Mein Hund war in der Pubertät ein ziemlicher Rabauke, und wir mussten auf Spaziergängen sehr aufpassen, damit nichts passiert. Die hier beschriebenen Probleme gab es dagegen nicht einmal ansatzweise. Wir hatten allerdings auch eine ganz ausgezeichnete Trainerin, an die wir uns jederzeit wenden konnten und von der wir sehr viel gelernt haben, waren uns einig in Bezug auf Regeln im Haus und haben diese Regeln liebevoll, aber sehr konsequent durchgesetzt und auch durchgehalten.

Im nächsten Frühjahr bekommen wir einen zweiten Hund - natürlich wieder einen Welpen. Ich freue mich schon sehr darauf, obwohl die erste Zeit naturgemäss stressig wird, zumindest so lange, bis der kleine Racker stubenrein ist. Klar ist, dass wir wieder über mindestens 2 Jahre jede Woche mit ihm in die Hundeschule gehen werden.

Die wichtigsten Voraussetzungen sind meiner Meinung nach

Liebe
Zeit, viel Zeit!!
ein regelmässiger Tagesablauf
ein angemessenes Umfeld (damit meine ich vor allem die Möglichkeit, ausreichende Spaziergänge auf Feldern, Wiesen und in Wäldern zu unternehmen)
die Bereitschaft, mit dem Hund zu arbeiten, in Hundeschule und Literatur zu investieren, und gemeinsam mit dem Hund immer Neues zu lernen, und zwar ein Leben lang.

Den bequemen "Gartenhund", der keinen Auslauf braucht, gibt es nicht. Hunde wollen gefordert werden, unterbleibt das, suchen sie sich eben andere Betätigungsfelder und toben ihre Kreativität zur Not am Kühlschrankschloss aus.

Morla, ich finde es sehr vorbildlich, dass Du derzeit auf einen Welpen verzichten willst, bis Du einen geregelten Ablauf hast und absehen kannst, ob Du gewährleisten kannst, für Deinen Hund ausreichend da zu sein. Länger als 3 Stunden sollte kein Hund regelmässig allein bleiben müssen.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
03.09.2006, 12:22
Vielen Dank für eure Antworten !
Ich muss gestehen, ich wohne alleine und bin Studentin...
Hatte mir das mit dem Welpen (würd ihn so gern aufwachsen sehen) so überlegt: ich hol mir den zu Beginn der Semesterferien und hab dann knapp 3 Monate rund um die Uhr Zeit für ihn. Später müsste ich dann einen guten Rhythmus finden...

@Morla, ich weiss, dass ich mich jetzt gewiss wieder unbeliebt mache, aber meiner Meinung nach solltest du auf die Anschaffung eines eigenen Hundes erst einmal verzichten.

Du bist Studentin und was ist nach deiner Studienzeit?
Wie wird dann dein Tagesablauf aussehen? Wo wird dich dein Beruf hinführen?
Hast du vielleicht sogar vor, einmal Zeit im Ausland zu verbringen?
Wirst du voller Freude ein gutes Berufsangebot ausschlagen können/wollen mit der Begründung, du hast einen Hund.

Ein Tier lebt viele Jahre und meine Meinung ist, dass man es sich erst anschaffen sollte, wenn man ihm ein voraussichtlich geregeltes Leben mit dem Tier angepassten Tagesablauf bieten kann. Ein Hund ist flexibel, aber er hat auch Bedürfnisse, die der Flexibilität nicht unterliegen.

Wenn du tierlieb bist und deine Zeit einem Tier schenken möchtest, würde ich eher für regelmässige Spaziergänge mit einem TH-Hund plädieren.

Ich weiss, dass jetzt die Argumente kommen, keiner weiss was wird. Das ist richtig. Aber im Fall einer Studentin ist eigentlich abzusehen, dass nach dem Studium bei einem normalen Berufsalltag keine Zeit mehr für einen Hund bleiben wird. Und dann ist das Tier viel alleine oder muss vielleicht sogar abgeben werden.

LG Delenn

murmeltier
03.09.2006, 14:44
Delenn, deine Überlegungen sind sicher richtig.
Ich bin auch Studentin, aber wir sind zu zweit (und werden später ziemlich sicher versetzte Arbeitszeiten haben, außer haben wir auch zwei Hunde, die haben sich dann auch Gegenseitig und sind nicht ganz allein) und ich habe Bruder udn Vater mit im Haus wohnen, die notfalls mal zwischendurch kurz rein gehen und hallo sagen und schmusen oder die Hunde mit nach oben nehmen. Dass von 4 Personen mal alle gleichzeitig 8 Stunden nicht da sind, ist unwahrscheinlich. Wenn man alleine lebt, sieht das anders aus.

Andererseits gibt es ja auch dann die Möglichkeit für Hundesitter und Hunde"gärten" wie Kindergärten - ja in manchen Städten gibt es das - oder je nach Job kann man den Hund auch mit zur Arbeit nehmen (eine von meinen ist oft mit in der Uni ;-))

Eine Alternative wäre natürlich, einen wirklich sehr alten Hund zu nehmen. Ich habe für sowas ohnehin ein Faible - ich nehme immer Tiere auf, bei denen ich weiß, dass sie nicht mehr lange leben werden und um ihnen einen Tod im Tierheim zu ersparen. Wenn sie einen 11-13jährigen oder auch sehr kranken Hund aufnähme (und davon gibt reichlich in Tierheimen), ist es unwahrscheinlich, dass er ihr Studium überlebt (es sei denn sie ist schon im 10. Semester).

Aber für sowas muss man natürlich auch entsprechend gestrickt sein - Sterbestellen zu geben ist nicht jedermanns Sache.

Generell bleibe ich bei meiner Aussage, dass ich einen Welpen als Anfängerhund nicht ideal finde. Ich dachte beim Schreiben jedoch auch die ganze Zeit an Basine und mir war klar, dass da Einspruch kommt. Dort waren aber die Vorraussetzungen eben auch ganz andere. da gibt es 2 schon größere Kinder, die mit dem Hund spielen und toben und ihn auch auslasten (tochter macht Agility glaub ich, oder?) Da ist fast immer jemand zu Hause, es gibt einen Garten - es ist immer Action im Haus (was auch entsprechend groß ist) und man ist gewillt und hat Zeit und Geld, um die Ausbildung vernünftig durchzuziehen (HuSchu etc.).

Das alles klingt bei Morla einfach anders.

Und MIR ganz persönlich wäre ein Welpe wohl auch zu viel Stress und Verantwortung. Davon ab hab ich eben dieses Faible für ältere Tiere ohne große Chancen.

Shiwa war der perfekte Anfängerhund, es hätte uns nicht besser treffen können - sie ist ein Sonnenschein durch und durch. Das weiß ich erst so richtig zu schätzen, seit Lilou hier ist. Lilou ist eine süße Maus, die sofort das Herz erweicht, aber sie ist tief traumatisiert und erfordert einiges mehr an Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen als Shiwa. Als Ersthund wäre ich - mit dem damaligen Wissenstand - mit ihr sicher überfordert gewesen... Ebenso seh eich das bei einem Welpen...

Aber naja, adenerseits wächst man ja meit den Aufgaben. Aber wenn ich unsere Welpen bei Bekannten und Nachbarn so sehe, würde ich trotzdem nicht tauschen wollen. Da braucht man wohl echt gute Nerven und ehrlich, noch weniger als auf das Welpenalter, hätte ich auf das Pflegelalter Bock (besonders bei nem Rüden)... Hudne unter 3 Jahren sind daher für mich persönlich indiskutabel.

Just my 2 cents

LG

Natalie

Inaktiver User
03.09.2006, 14:58
@Natalie, soweit ich weiss, sind bei dir wieder ganz andere Voraussetzungen gegeben. Du hast ja schon öfter geschrieben, dass deine Familie mit im Haus oder ganz in der Nähe wohnt. Du selbst lebst ja auch in einer festen Beziehung, so dass nach menschlichem Ermessen immer jemand für die Tiere da wäre.

Bei meinem Posting bin ich von Morlars Aussage zu ihrer Situation ausgegangen. Und da bleibe ich dabei, dass mit solch einem völlig offenem späteren Berufsweg/-alltag man sich kein Tier anschaffen sollte. Zumindest sollte man damit warten, bis man eine Übersicht über die später zur Verfügung stehende Zeit für das Tier hat.

Ich weiss, dass ich damit auf ziemlich einsamem Posten stehen, aber ich kann mich nur wiederholen: Wahre Tierliebe zeigt sich oft im Verzicht.

LG Delenn

Cook3
03.09.2006, 15:14
.................................................. ............

Aber naja, adenerseits wächst man ja meit den Aufgaben. Aber wenn ich unsere Welpen bei Bekannten und Nachbarn so sehe, würde ich trotzdem nicht tauschen wollen. Da braucht man wohl echt gute Nerven und ehrlich, noch weniger als auf das Welpenalter, hätte ich auf das Pflegelalter Bock (besonders bei nem Rüden)... Hudne unter 3 Jahren sind daher für mich persönlich indiskutabel.

Just my 2 cents

LG

Natalie

Als Ergänzung:

Die größten Erziehungsfehler werden gerade bei junden Hunden begangen. Sie sind ja so süß, man läßt viel oder alles durchgehen und verpaßt so die notwendige Prägung zur rechten Zeit. Wer ist dann der Leidtragende? Der später problematische Hund oder der Tierhalter, der ihn entsorgt?

Ein gutes Beispiel ist mein derzeitiger Hund (Bild) mit sechs Monaten aus einem dunklen Loch befreit, Tierheimkarriere. Nicht vermittelbar, weil er einmal eine Pflegerin geschnappt hat.
Es hat ca. zwei Jahre gedauert, die schlimmsten Unarten durch Vertrauensaufbau so in den Griff zu bekommen, daß ich ihn mit gutem Gewissen frei laufenlassen kann (er wollte auf alles und jedes losgehen, was mir zu nahe kam). Und ich behaupte mal, daß ich von Hunden für einen Nichtprofi viel verstehe. Trotzdem hat er noch tolerable Macken, die ich halt akzeptiere, weil ich ihn nicht brechen will.

Ich werbe auch immer für ältere Hunde, obwohl ich natürlich Welpen aufgezogen habe und es wieder tun werde.
Wer aber einmal einen Hund erlebt wie er altert und wie sich die eigenen Gefühle für dieses Tier entwickeln, wird diesen Begleitprozess nicht mehr missen wollen.
Aber das ist natürlich eine sehr persönliche Ansicht.

Cook3

Inaktiver User
03.09.2006, 15:29
Die größten Erziehungsfehler werden gerade bei junden Hunden begangen. Sie sind ja so süß, man läßt viel oder alles durchgehen und verpaßt so die notwendige Prägung zur rechten Zeit. Wer ist dann der Leidtragende? Der später problematische Hund oder der Tierhalter, der ihn entsorgt?

Cook,

so muss es aber doch nicht sein, wenn man sich mit dem Thema vernünftig auseinander setzt. Es gibt gute Hundeschulen, es gibt Bücher, in denen klar vermittelt wird, worauf es ankommt, und es gibt viele, viele Beispiele gut erzogener Hunde, die ein anderes Bild zeigen.


Ich werbe auch immer für ältere Hunde, obwohl ich natürlich Welpen aufgezogen habe und es wieder tun werde.
Wer aber einmal einen Hund erlebt wie er altert und wie sich die eigenen Gefühle für dieses Tier entwickeln, wird diesen Begleitprozess nicht mehr missen wollen.
Aber das ist natürlich eine sehr persönliche Ansicht.


Das verstehe ich nicht so ganz. Gerade wenn ich einen Hund als Welpen bekomme, begleite ich ihn doch bis an sein Lebensende. Das sind in meinem Fall bei unserem Dicken (Foto übrigens im Profil) vermutlich ca. 13, mit ganz, ganz viel Glück vielleicht aber auch 16 Jahre. Die Hälfte seiner Lebenszeit ist inzwischen also möglicherweise verstrichen - ein Gedanke, den ich gar nicht länger verfolgen mag - und die Bindung könnte enger kaum sein. Wer einen Hund von "Baby" an kennt, wer ihn getragen hat, als er noch keine Treppen laufen konnte, wer nachts aufgestanden ist, damit das kleine Paket sich erleichtern konnte, erlebt hat, wie sich ein ganz eigener Charakter zeigt, welche Veränderungen dann in der Pubertät anstehen, wie sich beispielsweise der Duft eines Hundes verändert, wenn er älter wird, wer dann weiter sieht, wie der Hund nach der Pubertät ausreift und zu einem souveränen Hausgenossen wird, wer jede Regung seines Hundes kennt und interpretieren kann, der begleitet seinen Hund beim Altwerden doch mindestens genauso innig wie jemand, der einen Hund erst später aufgenommen hat?

Grüssle
Seawasp

Cook3
03.09.2006, 15:45
Seawasp,

natürlich hatte ich jeden Hund bis zu seinem Ende. Ich lehne nur den Welpen-Wahn ab, weil er

1. zuviele weitere Hunde produziert

2. viele Halter einfach überfordert sind. Hundeschulen sind ja ganz nett, aber meistens müßten eigentlich die Halter erzogen werden. Viele haben ja schon das grundlegende Problem, die strenge Hierarchie eines Rudels zu leben. Entweder machen sie gar nichts, oder oder sie verwechseln es mit übertriebenen Druck.

Auf die "Sterbebegleitung" bezogen, sehe ich auch keinen Unterschied, ob ich den Hund von Beginn an hatte oder er erst als ausgewachsener Hund kam. Entscheidend ist die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Wenn Du in ein paar Jahren diese Phase mit Deinem Hund erlebst und er zuletzt in Deinen Armen stirbt, wirst Du mir vielleicht Recht geben. Man muß es erlebt haben.

Cook3

Inaktiver User
03.09.2006, 17:47
Cook,

Djambo ist nicht mein erster Hund. Ich weiss durchaus wie es ist.

Was die "Hunde - Produktion" für den Welpen Wahn angeht - es gibt durchaus verantwortungsbewusste Züchter, die nach strengen Richtlinien vorgehen und das Wohl der Hunde, respektive der Rasse im Auge haben. Es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, nach einem solchen Züchter zu suchen, sich ganz genau anzuschauen, wie er mit seinen Tieren umgeht, Pedrigree zu beachten und eben keine Hinterhofzuchtstation zu unterstützen.

Ein guter Züchter wiederum gibt seine Tiere nicht an jeden ab, sondern prüft Interessenten auf Herz und Nieren. Dieses Verfahren soll u.a. gewährleisten, dass Menschen einen möglicherweise grossen und schwierigen Hund wie beispielsweise einen Ridgeback nur bekommen, wenn sie dafür a) geeignet, und b) in der Lage sind, mit diesem Hund angemessen umzugehen und ihn vernünftig zu erziehen. Ein solcher Züchter hält darüber hinaus Kontakt, kommt beispielsweise auch zu Besuch, um sich anzuschauen, wo sein Welpe gelandet ist und wie es ihm geht.

Die Hundeschule ist doch letztlich nichts anderes als eine Schule für Menschen - dort lernen sie eine vernünftige Interaktion mit ihren Hunden, erfahren Hilfe bei Problemen, können sich mit anderen austauschen, Kontakte für Hundespaziergänge aufbauen, werden angeregt, Agility oder andere Aktivitäten mit ihren Hunden zu starten etc. pp.

Grüssle
Seawasp

murmeltier
04.09.2006, 01:04
Hallo seawasp,

manches, was du sagst, kann ich durchaus verstehen.

Allerdings nicht folgenden Satz, der mich sogar ehrlich gesagt ziemlich traurig macht und das ganze Dilemma aufzeigt, von dem Cook und ich reden:

"Im nächsten Frühjahr bekommen wir einen zweiten Hund - natürlich wieder einen Welpen."

Warum ist das NATÜRLICH? Warum MUSS es denn IMMER und ganz NATÜRLICH ein Welpe sein (ich meine hier nicht für dich, du sollst DICH jetzt nicht rechtfertigen. Es geht mir nur um das Wort NATÜRLICH im Satz. Hätte da nur gestanden "wieder einen Welpen" hätte ich gar nix gesagt)?

Es sitzen zigtausend Hunde in deutschen Tierheimen. Warum ist es NATÜRLICH, keinen von DENEN zu nehmen? Das finde ich so traurig, weil eben viele Leute so denken. Und ich kann es nicht verstehen... Meiner meinung nach, müsste es ganz ganz Strenge Zuchtregelemtierungen geben, damit nur noch sehr sher wneige kontrollierte Würfe jedes Jahr erfolgen können. Wildes Vermehren ohen gesicherte Abnehmer "Weil ich einmal Babys haben möchte" :unterwerf: würde ich unter hohe Strafen stellen!

Weiterhin so viele Welpe zu produzieren, wo die Tierheime bis an den Rand voll sitzen, ist in meinen Augen nicht nur unverstädnlich, sondern eine Schande...

Lukulla
04.09.2006, 01:54
Ein guter Züchter wiederum gibt seine Tiere nicht an jeden ab, sondern prüft Interessenten auf Herz und Nieren. -....Die Hundeschule ist doch letztlich nichts anderes als eine Schule für Menschen

Was Du beschreibst ist der absolute Idealfall. Wir alle wissen, das es nicht der Normalfall ist.

Darüberhinaus ist jeder Mensch, der bei einem Züchter kauft ein Mensch, der für die Kommerzialisierung der Hundevermehrung sorgt. Im übrigen, und da bin ich gar nicht auf der Linie der Tierschützer auch jeder Mensch, der Tiere frei kauft.

Wir können alle sehen, wohin das führt. In Deutschland werden jedes Jahr 40.000 Schäferhundwelpen produziert. Natürlich nur unter liebevollsten Bedingungen. Und jeder von uns, die wir Hunde haben, hat sich leider schon einmal in seinem Leben über diese Sch***schäferhundbesitzer aufgeregt. Schade für diesen eigentlich wundervollen Hunde.

In den Tierheimen dieser Welt sitzen so viele grossartige und Rassehunde, da dürfte es mit eingier Mühe und ein wenig Herumfahrerei nicht schwer fallen, "seinen" auch jungen Traumhund zu finden.

Mein Worte richten sich nicht gegen Dich als Person, aber gegen Dich als Hundekäuferin.

Wer einmal da reingeschaut hat und murmeltier und Gilgit haben mit Sicherheit sehr viel mehr Ahnung, weil sie näher dran sind, bekommt das Kotzen von dieser Produktion, die nur eine Basis hat: die Ware Tier.

Sorry, Morla, wenn diese Diskussion ein bisschen off topic wird, aber mein Appell an alle, die Hunde lieben, heisst: ins Tierheim zu gehen und da zu schauen.

Seawasp, Du kennst die Notseiten für Rigdebacks. Ist da keiner dabei, der Dein Herz verdient hat, weil er ein anderes menschliches verloren hat?

Avocado
04.09.2006, 03:00
Es sitzen zigtausend Hunde in deutschen Tierheimen. Warum ist es NATÜRLICH, keinen von DENEN zu nehmen?
Danke Murmeltier, Du sprichst mir aus der Seele! :kuss:

Im übrigen solltet Ihr das mit der Sterbebegleitung nicht meiner Süßen erzählen - die hustet Euch was. Und steckt mit ihren bald 13 Jahren noch manchen halb so alten Hund in die Tasche :smirksmile: .
Sie war 11 1/2, als sie zu uns kam, und saß vorher fast ein Jahr im Tierheim. Alle waren sich einig, sie sei ein wundervoller Hund, aber keiner wollte sie haben auf Grund ihres Alters.

Das ist so schlimm. So richtig: das lohnt die Mühe nicht mehr.

Alles falsch. Sie ist mein Sonnenschein, und auch wenn wir eine "kürzere" Zeit zusammen haben werden, dann ist das doch UNSERE gemeinsame Zeit. Hätte ich darauf verzichten sollen, nur weil ein Welpe voraussichtlich "länger hält"?

Ich hab mich doch in diesen speziellen Hund verliebt, mit ihrem einzigartigen Charakter. So eine gibts nicht nochmal und wirds nie wieder geben. Und das hätte ich nicht verpassen wollen.

Ihr lieben Vertreter der "Welpen sind doch so einfach"-Fraktion: Ihr hattet - wenn ich das richtig lese - ideale Bedingungen: Haus, Garten, Familie, die sich mit kümmert, ein geordnetes Leben, keine übergroßen Geldsorgen ... das ist doch mit Morlas Situation nicht zu vergleichen.

Liebe Morla, viel Spaß beim Gassigehen!! Das ist auf jeden Fall toll, Du kriegst dabei ja auch jede Menge Hundeerfahrung. Als "unerfahrener" Gassigeher kriegst Du auch eine Einweisung ... alles Dinge, die ein späterer Hundebesitzer brauchen kann. Und die Tierheimhunde können es so gut gebrauchen ... mach das! Und bitte berichte!

Inaktiver User
04.09.2006, 08:24
Ich denke, sich einen Welpen zu holen ist auch ein Stück weit egoistisch, wobei ich das nicht negativ bewerten möchte.
Ein Welpe hat einfach eine ganz andere Prägung auf den Halter (ich spreche nicht von Bindung!), als ein älterer Hund aus "zweiter Hand". Ich denke es gibt vielen Haltern eine Art Befriedigung und Bestätigung, den Hund aufwachsen zu sehen, ihn "zu formen" (auch das möchte ich nicht negativ bewerten), zu erziehen und ihn an sich auf eine Art zu binden, die bei einem Hund aus dem Tierheim gar nicht möglich ist, weil er eben gar nicht auf den Halter geprägt ist. Auf der anderen Seite, so wie Cook es beschreibt, kann man diese positiven Erfolgserlebnisse auch bei einem Hund aus zweiter Hand haben.

Ich persönlich möchte keinen Welpen, wenn ich nicht die Idealbedingungen dazu habe. Im Moment ist das Thema Hund für mich ohnehin ein Wunsch, weil ich eben nicht mal gute Bedingungen habe.

Bim

PS: Auch einen älteren Hund aus dem Tierheim zu holen ist meiner Meinung nach egoistisch motiviert. Denn es fühlt sich einfach gut an, einem leidenden Tier ein neues Zuhause zu geben. Schließe mich selbst da nicht aus!

Inaktiver User
04.09.2006, 08:56
Warum ist das NATÜRLICH? Warum MUSS es denn IMMER und ganz NATÜRLICH ein Welpe sein (ich meine hier nicht für dich, du sollst DICH jetzt nicht rechtfertigen. Es geht mir nur um das Wort NATÜRLICH im Satz. Hätte da nur gestanden "wieder einen Welpen" hätte ich gar nix gesagt)?



murmeltier,

die Sache ist ganz einfach: Wir möchten einen Hund von klein auf bei uns haben, wir möchten ihn aufwachsen sehen, an seiner Entwicklung Anteil haben, und wir möchten nicht irgendeinen Hund, sondern einen Rhodesian Ridgeback.

Mein Liebster kann sich nicht anfreunden mit einem Nothund, und ein Rhodesian Ridgeback, der aus einer Notsituation heraus abgegeben werden muss, wäre - abgesehen vom Welpen - die einzige Alternative, die aber für meinen Liebsten nicht in Frage kommt. Es bringt gar nichts, jemanden zu etwas überreden zu wollen, das er nicht will, daher habe ich meine Versuche, meinen Liebsten für einen Nothund zu begeistern, inzwischen eingestellt und bin nur "unterstützendes" Mitglied in der Organisation. Auf diese Weise leiste ich meinen Beitrag.

Natürlich gibt es viel Elend auf dieser Welt, werden Tiere misshandelt und gequält, keine Frage. Ich kann jedoch nicht jedes dieser Tiere aufnehmen, auch wenn ich das gern wollte, und ich muss als verantwortungsvoller Mensch darauf achten, dass die Tiere, die ich in meine Familie hole, es gut haben. Darüber hinaus kann ich monetär Initiativen unterstützen, die sich um Tiere kümmern, denen es nicht so gut geht wie meinem Hund.

Das ist mein Beitrag, und das finde ich in Ordnung.

Abgesehen davon ist es eine rein persönliche Entscheidung, einen Welpen statt einen erwachsenen Hund zu nehmen - das können andere respektieren oder auch nicht.


Darüberhinaus ist jeder Mensch, der bei einem Züchter kauft ein Mensch, der für die Kommerzialisierung der Hundevermehrung sorgt. Im übrigen, und da bin ich gar nicht auf der Linie der Tierschützer auch jeder Mensch, der Tiere frei kauft.

Lukulla, ein Mensch, der ein Tier einer bestimmten Rasse bei einem verantwortungsbewussten Züchter kauft ist auch ein Mensch, der dafür sorgt, dass die Rassenvielfalt erhalten bleibt. Ich arbeite aktiv daran, Menschen davon abzubringen, sich für einen Rhodesian Ridgeback zu entscheiden - und zwar dann, wenn ich sehe, dass sie für diesen Hund einfach nicht geeignet sind. Abgesehen davon möchte ich aber keinen Schäferhund, keinen Whippet, keinen Dackel, und auch keinen Labrador - ich liebe nunmal Rhodesian Ridgebacks, entsprechend wende ich mich an Züchter, die diese Rasse nach strengen Auflagen und mit viel Liebe züchten.

Ich unterstütze keine Hundevermehrer, und ich sage frei heraus, wenn ich einen Züchter für einen solchen halte.


In den Tierheimen dieser Welt sitzen so viele grossartige und Rassehunde, da dürfte es mit eingier Mühe und ein wenig Herumfahrerei nicht schwer fallen, "seinen" auch jungen Traumhund zu finden.

Lukulla, es steht Dir frei, so zu verfahren. Wir haben uns für einen anderen Weg entschieden.


Seawasp, Du kennst die Notseiten für Rigdebacks. Ist da keiner dabei, der Dein Herz verdient hat, weil er ein anderes menschliches verloren hat?

Lukulla, nochmals: Ich unterstütze die Organisation monetär, und ich habe mich schon aktiv daran beteiligt, einen RR, der misshandelt wurde, aus der Familie heraus zu bekommen, um ihn über RR in Not zu vermitteln. Das ist mein Beitrag. Mein Partner möchte keinen Nothund aufnehmen, das muss ich respektieren.


Ihr lieben Vertreter der "Welpen sind doch so einfach"-Fraktion: Ihr hattet - wenn ich das richtig lese - ideale Bedingungen: Haus, Garten, Familie, die sich mit kümmert, ein geordnetes Leben, keine übergroßen Geldsorgen ... das ist doch mit Morlas Situation nicht zu vergleichen.

@ Avocado:

Ich habe nirgends (!) behauptet, Welpen seien "einfach". Ganz im Gegenteil - ich habe betont, dass es Arbeit, Geduld, viel Liebe, sehr viel Zeit und Mühe kostet, einen Welpen vernünftig zu erziehen, und ich habe darüber hinaus Morla zu ihrer Entscheidung beglückwünscht, einen Hund erst dann zu sich zu nehmen, wenn sie einen geregelten Alltag hat und gewährleisten kann, dass ihr Hund nicht mehr als 3 Stunden am Tag allein sein muss.

Ich habe aber auch unterstrichen, dass Welpen nicht so schwierig und chaosträchtig sind, wie die Extremfälle hier Glauben machen wollen.

Darüber hinaus habe ich NATÜRLICH ideale Bedingungen (wenn auch nicht durch eine Familie, die unterstützend tätig wäre - meine Mischpoke lebt dazu ein BISSCHEN zu weit weg :freches grinsen: ) - sonst würde ich kein Tier halten. Ich habe jahrelang auf einen Hund verzichtet, weil die Bedingungen eben nicht ideal waren und ich zuwenig Zeit hatte.

Das ist für mich im übrigen ebenfalls aktive, gelebte Tierliebe - zu wissen, wann es Zeit ist zu verzichten.

Es wäre nett, wenn Inhalte so wiedergegeben würden, wie sie vom poster geschrieben wurden.

Grüssle
Seawasp

murmeltier
04.09.2006, 09:13
IAuch einen älteren Hund aus dem Tierheim zu holen ist meiner Meinung nach egoistisch motiviert. Denn es fühlt sich einfach gut an, einem leidenden Tier ein neues Zuhause zu geben. Schließe mich selbst da nicht aus!

Das ist teilweise sicher richtig. Würd es nicht als einzigen Grund ansehen, aber es spielt sicher mit. Vorallem auch bei diesen Dingen, dann noch extra schwer vermittelbare Tiere zu nehmen usw. Es ist eben auch eine Chance die Trauer udn das Mitleid, wa sman empfindet, wenigstens ein bisschen zu lindern. Wenn es auch ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Ich weine noch heute bei manchen Tierheimbesuch, z.B. wenn ich eben nicht nur blind durch die Reihen gehe und den Gassi-Hund hole und wierde raus gehe, sondern mir etwas Zeit an den Zwingern nehme oder in einr mir unbekanntes Tierheime gehe. Dann weine ich fast immer...

Meiner Meinung nach ist letztlich wahrscheinlich jedes Verhalten von Menschen irgendwie aus egoistisch motiviert, auch wenn man zu Weihnachten an die Kinderkrebshilfe spender o.ä. Jede Wohltat hat letztlich auch zur Folge, dass man sich dadaurch slebst besser fühlt, weil man zufrieden ist oder zumindest das Gewissen ein Stück weit beruhigt. Ist ja nicht nur auf Tiere bezogen.

Da ich noch nie einen Hundewelpen hatte, kann ich das mit Prägung nicht wirklich beurteilen. Eine Bindung kann aber glaub ich kaum stärker sein als die zwischen Shiwa und mir (genauso stark sehr wohl, ich halte uns jetzt nicht für DAS Besondere, aber ich denke schon, es ist wirklich sehr eng und noch enger geht kaum). Shiwa ist sehr auf mich fixiert und wir verstehen uns echt blind. Lilou ist z.B. eindeutig eher Papa-Hund. Ich verbringe 5 mal so viel Zeit mit ihr, aber Papa ist der Größte :unterwerf: Naja, ist eigentlich perfekt so, so hat jeder einen :smirksmile:
Ich kann mir grad nur praktisch gar nicht vorstellen, was anders oder noch intensiver sein sollte, wenn man einen Hund von Welpe an hat.

Ich weiß es halt nur von Katzen. Da kenne ich eben auch beides, 2 mal von Baby an (sogar dem Tag der Geburt, weil Nachbarskatzen und jeden Tag da gewesen) und 4 mal aus dem Tierheim. Auch wenn es vielleicht komisch klingt, aber die Katze, zu der ich die mit Abstand engste Bindung hatte (beidseitig) war eine aus dem TH und dazu noch eine, die nur 5 Monate bei mir war. Eine so tiefe Beziehung zu einer Katze hätte ich nicht für möglich gehalten, und das obwohl mich meine anderen von Baby an begleiteten.

Ist vielleicht nicht mit Hunden zu vergleichen, aber die Katze aus dem TH hat sich dort von NIEMANDEM anfassen lassen. Sie war eine Streunerin die 7 Jahre wild gelebt hat und höchst misstrauisch gegenüber Menschen war. Wir mussten sie mit Netz fangen, damit ich sie mitnehmen konnte. Sie hat sich dann mit viel Geduld und Liebe an mich gewöhnt mich dann mit Intensität begleitet, die mir bis dahin völlig unbekannt war. Das liegt sicher daran, dass ich quasi "ihr erster Mensch" war. Ihr ein völlig neues Leben gezeigt habe. Ihre Bindung an mich war wahnsinn.
Dazu muss ein Tier keion Baby mehr sein, denke ich...

murmeltier
04.09.2006, 09:23
Seawasp, du hats mich nicht verstanden.

Ich wollte ausdrücklich nicht, das DU deine Entscheidung rechtfertigst. es ging mir nicht darum, dass ihr euch persönlich für einen Welpen entschieden habt, sondern um dieses Wort NATÜRLICH.

IHR nehmt einen Welpen - aber warum ist es NATÜRLICH einen Welpen zu nehmen? Verstehst du den Unterschied? Der gleiche Satz ohen das natürlich besagt für EUCH das selbe, sagt aber etwas ganz anderes aus.

NATÜRLICH nimmt man Welpen, ist ja normal. NATÜRLICH nimmt man keinen Nothund - DAS ärgert mich maßlos, dass es eben so NATÜRLICH ist, was "neues/ungebrauchtes" zu nehmen und oft keinen Gedanken an die armen Nasen verschwendet... DU hast offenbat doch mal über einen Nothund nachgedacht, andere tun das leider nie und finden das natürlich.

Mich stört das natürlich in der Aussage. Als sei es eben unnatürlich einen Tierheimhund zu nehmen. Es sollte NICHT natürlich sein, sich einen Welpen zu holen. Es ist eine Option, die jeder für sich entscheidet, aber diese Selbstverständlichkeit dahinter finde ich traurig...

Es ist doch ein Unterschied ob ich sage: "Ich fahre 3 mal im Jahr in Urlaub" (was einfach eine Feststellung ist, die kaum angreufbar ist) oder ob man sagt: "Ich fahre natürlich 3 mal im Jahr in Urlaub" udn damit quasi die, die fdas nicht könne7Tun abqualifiziert.

So ist das bei den Hunden auch.

Zu sagen, wir nehmen wieder einen Welpen ist ok. Dann hätte ich gar nicht geschrieben. Aber zu sagen, wir nehmen natürlich wieder einen Welpen stört mich eben... Weil ICH es NICHT natürlich finde.

Inaktiver User
04.09.2006, 10:12
IHR nehmt einen Welpen - aber warum ist es NATÜRLICH einen Welpen zu nehmen? Verstehst du den Unterschied? Der gleiche Satz ohen das natürlich besagt für EUCH das selbe, sagt aber etwas ganz anderes aus.

murmeltier,

für UNS - und allein darauf beziehen sich meine Aussagen - ist es natürlich. Wenn Du einen Absatz aus dem Gesamtkontext heraus nimmst, und daraus eine allgemeingültige Aussage machst, ist das nicht mehr das, was ich sagen wollte. Für UNS ist es natürlich. Nicht mehr und nicht weniger.

Für MICH wäre es auch natürlich, einen Nothund zu nehmen. Für meinen Partner ist es das zumindest im Moment nicht. Entsprechend kann unsere Wahl kein Nothund sein, denn die Entscheidung, ein Tier in die Familie zu holen, muss von allen beteiligten Personen getragen werden. Natürlich.


Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
04.09.2006, 10:23
Ich habe aber auch unterstrichen, dass Welpen nicht so schwierig und chaosträchtig sind, wie die Extremfälle hier Glauben machen wollen.

Natürlich gibt es auch problemlose Welpen.

Mich aber als Extremfall zu bezeichnen, halte ich für naiv.

Schön, dass es bei deinem gut geklappt hat. Warte mal auf den nächsten :freches grinsen:

Nicht jeder Welpe/Junghund ist am Anfang begeistert, über Tag für 2 - 3 Stunden alleine bleiben zu müssen. Das ist ein Lernprozess und bis es so weit ist, KANN das eine oder andere Sachteil auf der Strecke bleiben.

In meinem Bekanntenkreis hatte der größte Teil ähnliche Probleme.

Und dabei hilft dir die beste Hundeschule erstmal gar nichts !

Blieb dein Hund nie alleine, kannst du gar nicht mitsprechen, denn dann ist es mit Sicherheit wesentlich einfacher.

Man sollte diese Möglichkeit beim Welpenkauf zumindestens einbeziehen, sonst ist der Ärger nachher groß.

Eine Überlegung ist es daher bei Morla wert, die in einem Mehrfamilienhaus, mit Nachbarn, ohne Garten, in einer relativ kleinen Wohnung, den Hund ab dem 5 Monat einige Stunden über Tag alleine lassen muss.


Tendenziell kann ich für mich persönlich feststellen, dass mir ein Hund aus einer Notlage genauso ans Herz gewachsen ist, wie meine Hündin, die ich als Welpe bekommen habe.

Grüße Peppi

Cook3
04.09.2006, 10:34
murmeltier,

die Sache ist ganz einfach: Wir möchten einen Hund von klein auf bei uns haben, wir möchten ihn aufwachsen sehen, an seiner Entwicklung Anteil haben, und wir möchten nicht irgendeinen Hund, sondern einen Rhodesian Ridgeback.

Mein Liebster kann sich nicht anfreunden mit einem Nothund, und ein Rhodesian Ridgeback, der aus einer Notsituation heraus abgegeben werden muss, wäre - abgesehen vom Welpen - die einzige Alternative, die aber für meinen Liebsten nicht in Frage kommt. Es bringt gar nichts, jemanden zu etwas überreden zu wollen, das er nicht will, daher habe ich meine Versuche, meinen Liebsten für einen Nothund zu begeistern, inzwischen eingestellt und bin nur "unterstützendes" Mitglied in der Organisation. Auf diese Weise leiste ich meinen Beitrag.

.................................................. .....................
Grüssle
Seawasp

Das ist doch auch ok so. Ich versuche halt immer für die vergessenen Hunde ein bißchen Werbung zu machen.

Übrigens bin ich bei einer Hundeauswahl ganz egoistisch. Wenn ich (oder jeder andere Halter auch) nicht mit dem Hund glücklich sein kann, wirkt sich das mit Sicherheit auf mein Verhältnis zu dem Hund aus. Die Extremfälle daraus kennen wir wohl alle. Ich würde mit Sicherheit keinen Hund nehmen, mit dessen Verhalten ich nicht zurecht käme und ich keine Chance sehen würde, eine hundegerechte Änderung herbeizuführen.

Aber natürlich akzeptiere ich vieles, weil ich mir einbilde, das Verhalten von Hunden und die Gründe dafür hundegerecht interpretieren zu können. Ich möchte nicht wissen, wie sich manche hinter meinem Rücken über meine Hundeleidenschaft amüsieren.

Cook3

Inaktiver User
04.09.2006, 10:42
Immer wieder schön zu lesen, dass andere Menschen die Weisheit (und Hundeerfahrung) mit Löffeln gefressen haben.

Peppi,

es ist nicht mein erster Hund, und auch nicht der erste Welpe, den ich habe aufwachsen sehen.

Darüber hinaus gibt es in meinem Umfeld viele Hundemenschen, die auch immer mal wieder Welpen hatten oder haben. Auch dort lief es bisher eher unproblematisch.


Nicht jeder Welpe/Junghund ist am Anfang begeistert, über Tag für 2 - 3 Stunden alleine bleiben zu müssen. Das ist ein Lernprozess und bis es so weit ist, KANN das eine oder andere Sachteil auf der Strecke bleiben.

Stell Dir vor - mein Hund hat das tatsächlich schrittweise gelernt. Nirgends steht etwas anderes - aber bei uns ist eben nicht so viel auf der Strecke geblieben, wie bei Euch anscheinend. Bei meiner Freundin, die eine RR Hündin hat, gab es ebenfalls keine grösseren Schäden. Das einzige, was ich sagen möchte, ist: Welpe bedeutet nicht gleich Zerstörer.


Und dabei hilft dir die beste Hundeschule erstmal gar nichts !

Tatsächlich?

Sehe ich nicht so. Es kommt vermutlich darauf an, welche Ansprechpartner man sich in Sachen Hund sucht.


Blieb dein Hund nie alleine, kannst du gar nicht mitsprechen, denn dann ist es mit Sicherheit wesentlich einfacher.

Wenn mein Hund nie allein bliebe - warum hätte ich ihm dann schrittweise beibringen sollen, exakt das zu bewältigen?

Liest Du postings, oder überfliegst Du nur? Nur weil ich nicht gebetsmühlenartig jeden Aspekt wiederhole, sondern Morla dazu beglückwünsche, ihren Entschluss überdacht zu haben, heisst das nicht, dass ich die schwierigen, problematischen Punkte in Sachen Welpen bzw. Hund allgemein negiere. Ich weise im Gegenteil darauf hin, bzw. betone, was vonnöten ist. Aber das hast Du vermutlich überlesen?

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
04.09.2006, 10:48
Natürlich gibt es viel Elend auf dieser Welt, werden Tiere misshandelt und gequält, keine Frage. Ich kann jedoch nicht jedes dieser Tiere aufnehmen, auch wenn ich das gern wollte, und ich muss als verantwortungsvoller Mensch darauf achten, dass die Tiere, die ich in meine Familie hole, es gut haben. Darüber hinaus kann ich monetär Initiativen unterstützen, die sich um Tiere kümmern, denen es nicht so gut geht wie meinem Hund.

Dieses Zitat von Seawasp kann ich nur unterschreiben. Das eine schließt außerdem das andere nicht aus.

Ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, zweimal selbst schwanger zu werden. Und das, wo es auf der ganzen Welt arme Menschenkinder gibt :smirksmile: .

Inaktiver User
04.09.2006, 11:11
Es ist schön, dass dein Hund das schrittweise gelernt hat.

Uns allen, zumindestens denen, die sich einen Welpen anschaffen, ist klar, dass man das minutenmäßig steigert.

Ich habe über Monate stundenlang in meinem eigenen Garten auf der Pirsch gelegen, um mein Hündchen auf frischer Tat zu ertappen.

Gut, sie ist ein extrem anhänglicher Hund, der sich bis heute schwer damit tut, lange Zeit alleine zu bleiben.
Muss sie aber auch nicht, weil sie eigentlich fast immer dabei ist.

Trotzdem wird es von dir so dargestellt, als ob ich Ammenmärchen erzähle und als ob so etwas die absolute Ausnahme wäre.

Mag in deinem Bekanntenkreis so sein, ich habe es anders erlebt.

Deutlich habe ich in meinem ersten Posting erwähnt, dass es auch problemlose Hunde gibt, natürlich.

Meine eher scherzhafte Aufzählung waren tatsächlich die Pannen, die mir persönlich so im Laufe der Zeit passiert sind.

Ich habe nie gesagt, dass allen Welpenbesitzern diese Pannen in diesem Ausmaß erfahren werden.

Die zwei Jagdterrier meines Dads z.B. haben im ersten Vierteljahr die Couch von innen ausgehölt.

Mein Vater bildet selber Hunde aus und hat mit Sicherheit ausreichend Erfahrung mit Welpen.......

Und ? Wurde halt eine Tagesdecke drübergelegt, bis die nächste Couch angeschafft wurde.......

Grüße

Peppi

Inaktiver User
04.09.2006, 12:21
Alle unsere Welpen (3 Dackel, 1 Cocker, 2 Jagdterrier) haben niemals auch nur irgendwas zerstört. Vielleicht waren sie in dieser Hinsicht "gestört" :freches grinsen:

Man muss sie halt entsprechend und sinnvoll beschäftigen. Entdeckungs- und expansionsfreudigen Welpen und Junghunden wird nun mal schnell langweilig.

Inaktiver User
04.09.2006, 12:58
Hm, bevor ich anfange etwas falsch zu verstehen, vielleicht noch ein kurzes Posting, um mich zu verstehen:smirksmile::

Mir persönlich ging es darum aufzuzeigen, dass es sein KANN, dass ein Welpi eine anstrengende Katastrophe ist, nicht dass er es MUSS!!


Ist doch wie bei Kindern, eins so, das andere wieder ganz anders.:smirksmile:


Ich gehe jetzt mal von aus, dass wir einander nicht irgendwie provozieren wollen, mein Posting bezog sich auf meine persönlichen Erfahrungen, die ich eben mit Anfang 20 machte mit Hund und in einer studienähnlichen Ausbildung, mit den Bedürfnissen, die ich hatte und an die ich mich noch sehr gut erinnern kann...

Ich kenne Dutzende von braven Traumwelpen, die sich zu Traumhunden entwickelt haben, selbst der Wurf aus dem meine Madame stammt, hatte sich hälftig aufgeteilt in superfriedlich und lieb und zerstörungswütig und lieb...

Klar ist das nicht die Masse (wobei sich auch viele nicht trauen das zu erzählen, sollte Püppie nicht gleich superbrav sein), aber es kann sein. Bezogen auf das Eingangsposting finde ich es wichtig, ALLE Möglichkeiten aufzuzählen, dann weiß man auch, was eventuell auf einen zukommen kann.

Gruß
Estrella

lenita
04.09.2006, 17:11
Ich möchte hier nur mal wieder wiederholen:
es gibt übrigens auch hunderte (tausende?) Welpen aus Tierheimen oder von Pflegestellen, häufig sind auch mindestens die Muttertiere dazu bekannt ...

Oft sind das "natürlich" Mischlinge mit unbekanntem Vater, aber durchaus nicht immer.
Tierheimwelpen und -junghunde (http://zergportal.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/zergportal.de/tiere/Hunde&suche=&v=24&Geschlecht~=Welpe(n)&sort=-Id)

lg lenita

semiramis
06.09.2006, 15:12
Lasst Euch von ein alten:smirksmile: Frau gesagt sein, es gibt keine Garantie für einen einfachen oder schwierigen Welpen , das gleiche gilt für einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim. Ich hatte in meinem schon etwas längeren Leben *Beides* und das mehrmals.
Bis heute könnte ich nicht sagen, was einfacher, besser, schöner usw. war. Jedes Tier war für mich einzigartig und unvergesslich.Es ist wunderschön einen Welpen aufwachsen zu sehen, wie mein letztes, jetziges Hundemonster, den ich nach langem Suchen aus einer perfekten liebevollen Zucht geholt habe. Leilah ist mit Respekt zu sagen, der schwierigste Hund , den ich je hatte. Meine Tierheimbernhardinerin war nur einige Wochen extrem schwierig, dann eine Traumhündin, Hovihündin Chanum,vom Welpenalter bis zum Sterbetag einfach nur lieb, TierheimMischling Berno war sein lebenlang ein lieber,großer Gauner.
Das ist alles nicht vorauszusehen.
Allerdings habe ich bei meinen Welpen nie ein Chaos, bis auf die anfängliche Pinkelei, erlebt.Das etwas kaputt geht empfinde ich in dieser Zeit als normal und wenn übermäßig viel dran glauben muss, fehlt die Beschäftigung. So einfach ist das!:freches grinsen:
Beides hat seine Vorteile und Schattenseiten und ich habe mir auch erlaubt Hund oder Katze mal nach ihrer Rasse beim Züchter auszusuchen, als ich in den Tierheimen keinen Erfolg hatte.
LG
semi :knicks:

Inaktiver User
06.09.2006, 18:25
Ich muss sagen, ich hab die Geschichte anders erlebt. Der wlpe war total easy, recht schnell erzogen, etc. Als die Hündin mit 12 Jahren eingeschläfert werden musste (das Kreuzband war durch und sie hatte Krebs, mit den ganzen Operationen hätten wir sie nur noch gequält), habe ich von einem zweijährigem Hund gehört, der schon 3 besitzer hatte und bis dato kaum was Schönes erlebt hatte. Der sollte ins Tierheim, er jaulte den Besitzern zuviel. Er kam mit 2 gebrochenen Rippen und halb verhungert zu mir. Die ersten 3 Wochen waren super. Der hund strahlte vor Dankbarkeit, lernte dass man Gassi gehen konnte (er wurde vorher nur im keller gehalten). Aber dann ging's rund. Wir wurden angeknurrt wenn ihm was nicht passte (DAS haben wir ihm allerdings schnell abgewöhnt), in den ersten 3 Jahren wurden 3 Postboten gebissen (der Sarras war echt einfallsreich wenn es darum ging aus dem garten zu entkommen), 2 Nachbarn mussten dran glauben, war er eine Stunde alleine arbeitete er hart daran die Küchentapete zu entfernen, unser haus konnte niemand betreten ohen sein leben zu rikieren, meine Freund wurden grundsätzlich mit gefletschten Zähnen begrüsst und er biss sie, wenn sie mich in den Arm nahmen.

Er hat nie einen menschen richtig gepackt, aber grundsätzlich Löcher in Jacke und Hose gebissen. Ich war in den ersten Jahren zweimal kurz davor den hund ins Tierheim zu fahren und hab die Nächte durchgeheult. Nach 3 Jahren ging es bergauf und jetzt, 8 Jahre später, ist er ein traumhafter Hund. Ich brauche nicht einmal mehr einen Maulkorb.

Mein hund ist übrigens 50 kilo schwer und hat eine Schulterhöhe von 78 cm und ich hab mit ihm 5 Jahre lang 50 qm bewohnt. Aber genug Auslauf hatte er immer!

Ehrlich gesagt würde ich mir das nächste Mal einen Welpen kaufen. Zumindest keinen Tierheimhund mehr bevor das baby gross ist. Es dauert bei einem geschädigtem Hund extrem lang bis er umgänglich wird, länger als die ganze Hundeerziehung. Mit meinem sind sie sogar in der hundeschule verzweifelt.

murmeltier
06.09.2006, 18:40
Hallo A_nice_day,

das kann ich jetzt so nicht stehen lassen, einfach weil so ein Beitrag (wenn auch von dir nicht so gemeint), sher schädlich für alle Tierheimhunde ist udn das finde ich nicht ok.

Du redest hier von einem EXTREMbeispiel. Ein Hund, der mit 2 Jahren schon 3 Besitzerwechsel hatte und im Keller gelebt hat (keine Sozialisation, keine vernünftige Prägung, nie die Erfahrung einer festen Bindung!) udn noch dazu als er zu dir kam, gerade VOLL in der Pflegelphase war und das als Rüde! Das ist so ziemlich das schlimmste, was man sich vorstellen kann, hat aber mit den Hunden, die so in deutschen Tierheimen sitzen, nur wenig zu tun.

Die MEISTEN dieser dort sitzenden Hunde, sind KEINE misshandelten, fehlgeprägten oder in Kellern gehaltenen Wesen. Die MEISTEN sind durchaus vernünftig aufgewachsen udn erzogen, oft phantastisch mit Kindern und anderen Tieren sozialisiert und schlicht aus Geldmangel oder durch Scheidung im TH gelandet. Es ist ein absouter Irrglaube, dass dort hauptsählich ausgesetzte oder ständig hin- und her verschobene Hunde sitzen. Man bekommt dort oft sher gut erzogene und sozialisierte Hunde, für die schlicht kein geld mehr da war.

Allein letzte Jahr im TH Essen 2 Staffordshire-Hündinnen: Angel und Lady. Angel aus einer Familie mit 6 Kindern, Lady aus einer Familie mit 4 Kindern. Beide abgegeben, weil der Vater alleinverdiener war und arbeitslos wurde... :niedergeschmettert:

Warum wollen so viele Menschen solchen Hunden keine Chance geben? Dafür gibt es doch keinen Grund.

Lady und Angel sind zum Glück inzwischen beide weitervermittelt - wieder in Familien mit kleinen Kindern und ohne Probleme. Aber sie saßen fast 2 Jahre... :niedergeschmettert:

Auch meine Shiwa saß über 1 Jahr. Auch mit Kindern und Katzen aufgewachsen und wie schonmal gesagt wirklich kein schwieriger Hund, sondern ein Sonnenschein! Sie war einfach dem Besitzer weggenommen worden, weil er die Auflagen des Landeshundegesetzes nicht erfüllen konnte/wollte. Egasl, ob sie 6 Jahre völlig unauffällig bei ihm als Familienhund gelebt hat, egal ob er sie schon hatte, lange bevor die Gesetze überhaupt in Kraft tratan - sie wurde ihm trotzdem weggenommen...

Und solche Fälle gibt es tausendfach! Gerade natürlich bei diesen Rassen, aber auch bei anderen (Stichwort auch Wohnungswechsel und Tiere sind nicht erlaubt).

Inaktiver User
06.09.2006, 18:46
Und wenn man wie ich einen Welpen bekommt, der trotz ausreichender Beschäftigung in Form von Spielzeug und Kaukochen, minutenmäßiger Steigerung des Alleinbleibens,
Frauchens Lederklamotten immer noch wesentlich interessanter als den ganzen Rest findet, hat man halt die A..... Karte gezogen.......

Ich werde dann nachher mal mit meinem Ausnahmehund ein ernstes Wörtchen sprechen :-)

Vielleicht müsste ich mir aber auch selber einen Rüffel erteilen, weil ich einfach zu blöd war, Lederschuhe und Jacken aus dem Weg zu räumen......

Grüße

Peppi

semiramis
06.09.2006, 20:01
@a nice day,
Wir waren bei unserer 5 jährigen TH- Bernhardinerin, die 5. Besitzer, sie war ein gequältes, geschundenes Tier und es klappte nach einigen Wochen. Ich will damit nicht sagen, daß wir den größeren Hundesachverstand haben sondern nur, dass Dein Hund wahrscheinlich die Ausnahme war!
Bei unserem TH-Schäferhundmix war es ebenso, nach einigen Wochen (wohl sehr turbulent) :freches grinsen: klappte es.
So müßte ich jetzt behaupten alle Neufundländer sind extrem schwierige Hunde.Die haben wohl einen fürchterlichen Dickkopf und lassen sich nichts gefallen aber der Schwierigkeitsgrad meiner Leilah( kam als Welpe zu uns) ist schon sehr außergewöhnlich.
Sie bildet sichheute noch ein, sie wär ne'Katze und benimmt sich mit ihren 65 kg auch so.(kratzen,kneifen,schnurren usw.:freches grinsen: ) Wir haben inzwischen gelernt sie zu händeln.
LG
semi

Inaktiver User
07.09.2006, 13:21
Ich weiss, dass ich einen extremen Hund erwischt habe, er ist der 4. Hund mit dem ich gelebt habe (schon meine Familie hatte immer Hunde). Wir hatten auch mal einen misshandelten Hund, der nicht annähernd so dominant war wie meiner und dadurch wesentlich einfacher im Umgang. Mein jetziger ist halt ein spezielles Exemplar mit einem unglaublichen Beschützerinstinkt Haus und Hof betreffend.

Ich denke nur nicht, dass es ein Allheilmittel ist sich einen älteren Hund aus dem Tierheim zu holen. Ich meine damit nicht die kompetenten TH, wo darauf geachtet wird, sondern die Organisationen die einfach die Hunde loswerden wollen. Wäre mein Süsser bei unerfahrenen Leuten gelandet, wäre sicherlich noch Besitzer Nummer 5 und 6 gekommen, zumal er damals auch recht schnell Rückschritte machte.

Ich würde in dem Fall zwar auch nicht zu einem Welpen raten, aber wäre auch in der Hundeauswahl vorsichtig.

Cook3
07.09.2006, 13:54
.................................................. ..........
Ich würde in dem Fall zwar auch nicht zu einem Welpen raten, aber wäre auch in der Hundeauswahl vorsichtig.

Das ist halt auch kein zuverlässiges Mittel. Gerade Herdenschutzhunde sind oft in der ersten Zeit ausgesprochene Traumhunde. Wenn sie sich dann nach einigen Monaten eingelebt haben, legen sie die eine oder andere (rassetypische) Eigenheit auf den Tisch.
Dann ist es für eine Trennung in der Regel zu spät.

Cook3

Cook3
07.09.2006, 13:54
.................................................. ..........
Ich würde in dem Fall zwar auch nicht zu einem Welpen raten, aber wäre auch in der Hundeauswahl vorsichtig.

Das ist halt auch kein zuverlässiges Mittel. Gerade Herdenschutzhunde sind oft in der ersten Zeit ausgesprochene Traumhunde. Wenn sie sich dann nach einigen Monaten eingelebt haben, legen sie die eine oder andere (rassetypische) Eigenheit auf den Tisch.
Dann ist es für eine Trennung in der Regel zu spät.

Cook3

murmeltier
07.09.2006, 14:04
Gerade Herdenschutzhunde haben aber in kleinen Wohnungen ohne eigenes Grundstück und vorallem bei Hundeanfängern generell nix verloren ;-)

Cook3
07.09.2006, 15:32
Ich hätte wohl besser Mischungen mit Herdenschutzhundanteil geschrieben.

Cook3

Inaktiver User
07.09.2006, 23:19
also, ich kann nice schon ziemlich gut verstehen; auch, wenn es ein extremes beispiel ist.

ich habe überlegt einen hund aus dem th zu nehmen. gut, ich brauchte die eierlegende wollmilchsau. ich fuhr hin: es gab KEINEN hund, der gepasst hätte. die waren dort sehr ehrlich zu mir. dazu kommt: in einer kanzlei, in der behinderte ein und ausgehen, einem hund, der dort ist, gehen bestimmte dinge einfach nicht. angst vor männern (und das hatten dort gut 50%) oder katzenunfreundlich - auch das schied aus. ich möchte nicht sagen, dass im th nur problemhunde sind. aber, für mich gab es keinen hund, der passte. selbst die pflegerin riet mir eher zu einem welpen.

den auslandstierschutz (also, einen hund aus spanien etc. herholen) schied für mich am ende doch aus. das darzulegen ist dann wohl ziemlich ot...

nun habe ich seit 3 wochen jule, die jetzt 11 wochen alt ist. ich habe viel gelesen, ich habe eine sehr hundeerfahrene freundin (*wink*), ich gehe zweimal die woche in die huschu und es steht schon fest, dass ich später auch einzeltraining machen werde. es IST manchmal hammerhart. meine freunde hören und sehen mich sehr wenig im moment. ich bin dauerhaft totmüde (jede nacht raus, die maus ist noch nicht dicht...). schuhe sind toll, aber die kann man hochräumen. zeitungen lässt man halt nicht mehr hundnah liegen. tja, und das eine kabel... ich werds überleben.

ich glaube nicht, dass man per se dem ersthundebesitzer von einem welpen abraten kann. ich schaffe es ja auch - und das als single. ok, ich habe tolle kollegen und eltern, die sie über alles lieben und mich unterstützen (muss ja auch mal einkaufen). sicher mache ich nicht alles richtig. sicher könnte ich jule manchmal echt an die wand nageln ;-). aber, ich glaube ich nicht, dass ich welpenungeeignet war und bin. jule hat ihre welpenmacken, natürlich muss ich ihr noch viel beibringen, aber das schafft auch ein hundeanfänger. ich hätte ehrlich gesagt sehr viel mehr angst gehabt vor einem hund, der seine macken hat. das auszubügeln. es ist nun mal fakt, dass der absolut verträglich superfamilienhund doch eher selten im th sitzt. für mich war aber grade die entscheidung einen welpen zu nehmen goldrichtig, grade weil ich der kleinen in der prägungs- und sozialisierungsphase nun die dinge positiv vermitteln kann, die meinen alltag ausmachen. da ich sie grundsätzlich dabei haben möchte ist mir das sehr wichtig...

lieber gruß
lieschen

murmeltier
08.09.2006, 00:42
"es ist nun mal fakt, dass der absolut verträglich superfamilienhund doch eher selten im th sitzt."

Soso...
Das besteite ich vehement. Es gibt sooo viele TH und Orgas, dass man - wenn man nicht absolut auf eine bestimmte Rasse fixiert ist - dort definitiv einen passenden Familienhund findet. Auch wenn es ein katzen-, kinder- und kleintierverträglicher Hund sein muss...

Inaktiver User
08.09.2006, 07:38
Murmeltier,

das mag ja sein. Aber wenn Du berufstätig bist, hast Du vielleicht nicht die Möglichkeit, die alle abzuklappern. Da reicht es vielleicht gerade dazu, Dich im web umzuhören und Kontakte zu "Insidern" der Rasse Deiner Wahl zu knüpfen, um Dich über gute Züchter und das, was Du bei Auswahl eines solchen beachten solltest, zu informieren.

Hinzu kommt, dass es gerade für hundeängstliche Kollegen wesentlich verträglicher sein kann, wenn sie erst einmal mit so einem kleinen Würstchen konfrontiert werden und es aufwachsen sehen, vor allem wenn daraus so ein Trumm wird wie mein Dicker, der mit 75cm Schulterhöhe und über 50kg geballter Muskelkraft nun wahrlich ein imposantes Exemplar seiner Gattung ist.

So ein Furzknoten kann sich an den Büroalltag gewöhnen, wenn er ihn von klein auf kennt. Er lernt, dass Kunden ins Büro kommen, und dass das völlig in Ordnung ist - einem bereits erwachsenen Tier mit Schutztrieb so etwas beizubringen, dürfte ungleich schwerer sein.

Es kommt doch wirklich auf den Einzelfall und vor allem persönliche Präferenzen an. Du wirst einem Menschen, der lieber einen Welpen aufzieht als einen TH-Hund zu nehmen, und der viele Einwände gegen ein bereits "geprägtes" Tier hat, Letzteres vermutlich nicht schmackhaft machen. Ich finde es besser, das in Hinblick auf ungetrübte Hunde/Menschbeziehungen zu respektieren, statt permanent dagegen anzuargumentieren.

Ja, es gibt tolle TH - Hunde, die lange glücklich mit ihren Adoptivmenschen leben, aber es gibt eben auch Menschen, für die ein Welpe im Fall des Falles die richtige Wahl ist, und das ist in Ordnung.

Grüssle
Seawasp

Avocado
08.09.2006, 12:33
Liebe Seawasp,

jemand, der bruflich so eingespannt ist, dass er keine Zeit hat "Tierheime abzuklappern", der hat ganz bestimmt auch nicht genügend Zeit für einen Welpen!!

Inaktiver User
08.09.2006, 12:36
Liebe Seawasp,

jemand, der bruflich so eingespannt ist, dass er keine Zeit hat "Tierheime abzuklappern", der hat ganz bestimmt auch nicht genügend Zeit für einen Welpen!!

... und sollte gar keinen Hund halten.

Inaktiver User
08.09.2006, 13:55
... und sollte gar keinen Hund halten.


Quatsch.

Er nimmt den Hund einfach mit. Geht wunderbar. Haben mein Dicker und ich jahrelang praktiziert. Für HuSchu habe ich mir frei genommen, und meine Arbeitszeit halt so gestaltet, dass ich mit dem Dicken morgens und abends eine gute Runde, mittags eine kleine laufen konnte, als der älter war. Als FK war das kein Thema.

Und bevor jetzt jemand jauchzt: Ha - keine sorgfältige Auswahl des Züchters - Pustekuchen. Wir haben fast zwei Jahre gewartet, bis wir einen Passenden gefunden hatten. Diese Zeit hätte ich allerdings nicht Tierheime abklappernd verbringen mögen, denn: gute Planung war wichtig. Von jetzt auf gleich hätte das nicht funktioniert, und meine Kollegen/Mitarbeiter hätten auch rebelliert, hätte ich ihnen einen erwachsenen oder halbwüchsigen "Problemhund" ins Büro geschleppt.

Grüssle
Seawasp

murmeltier
08.09.2006, 15:04
Von jetzt auf gleich hätte das nicht funktioniert, und meine Kollegen/Mitarbeiter hätten auch rebelliert, hätte ich ihnen einen erwachsenen oder halbwüchsigen "Problemhund" ins Büro geschleppt.


:unterwerf: :unterwerf: :unterwerf:

Tierheimhund = "Problemhund"? Und warum kannst du 2 Jahre nach einem Züchter aber nicht 2 jahre nach einem geeigneten Tierheimhund sauchen? Das verstehe ich nicht.

Aber seawasp, es geht hier auch gar nicht um dich.

Aber du verstehst es einfach nicht. Das ist jetzt das DRITTE mal, dass du soetwas schreibst, ohne dir Gedanken darüber zu machen, was du da eigentlich sagst.

Ich finde das sehr traurig...

Lukulla
08.09.2006, 16:31
..wenn daraus so ein Trumm wird wie mein Dicker, der mit 75cm Schulterhöhe und über 50kg geballter Muskelkraft nun wahrlich ein imposantes Exemplar seiner Gattung ist.

Da schwingt ja sehr viel Stolz mit, dass Du so einen grossen Hund hast. Bist Du sehr verliebt in ihn? Und wirst Du gerne bewundert, dass eine *so zierliche Frau* einen so grossen Rüden halten kann?

Ich wette, das bekommst Du oft zu hören.

Inaktiver User
08.09.2006, 16:48
Da schwingt ja sehr viel Stolz mit, dass Du so einen grossen Hund hast. Bist Du sehr verliebt in ihn? Und wirst Du gerne bewundert, dass eine *so zierliche Frau* einen so grossen Rüden halten kann?

Ich wette, das bekommst Du oft zu hören.

Genau, Lukulla.

Das hast Du superscharf erkannt.

Ich gehe jeden Tag hocherhobenen Hauptes in den Wald und hoffe, dass mich jemand sieht und bewundert.

Und fürwahr - ich liebe ihn sehr :freches grinsen:

*wechlach*

Seawasp

Inaktiver User
08.09.2006, 16:52
Mensch, murmel -

was meinst Du, warum Problemhund in " ... " steht.

Natürlich ist nicht jeder Hund aus dem TH ein Problemhund. Aber Du willst mir sicher nicht erzählen, dass Tiere, die in der Mehrzahl abgeschoben, teilweise misshandelt wurden, ganz entspannte Zeitgenossen sind, easy going; Null traumatisiert und die Traumhunde schlechthin?!

Ja nee, iss klar.

Ich hatte versucht zu erklären, warum es leichter ist einen guten Züchter für den Wunschhund zu finden, als Tierheime im Umkreis von 250 km abzuklappern.

Grüssle
Seawasp

murmeltier
08.09.2006, 17:28
Mensch, murmel -

was meinst Du, warum Problemhund in " ... " steht.

Natürlich ist nicht jeder Hund aus dem TH ein Problemhund. Aber Du willst mir sicher nicht erzählen, dass Tiere, die in der Mehrzahl abgeschoben, teilweise misshandelt wurden, ganz entspannte Zeitgenossen sind, easy going; Null traumatisiert und die Traumhunde schlechthin?!

Ja nee, iss klar.

Ich hatte versucht zu erklären, warum es leichter ist einen guten Züchter für den Wunschhund zu finden, als Tierheime im Umkreis von 250 km abzuklappern.

Grüssle
Seawasp

Die Erklärung hab ich tatsächlich nicht verstanden. :wie?: Auch Tierheime und Orgas stellen ihre Hunde doch mittlerweile übers Internet vor. Von heute auf Morgen geht da auch nix. man lernt den Hund auch erst angsam kennen, geht Gassi, nimmt ihn vielleicht mal zur Probe mit - das zieht sich auch ne Weile hin.

Und doch seawasp, ich sage, dass die MEHRHEIT der Hunde in Tierheimen (bis auf vielleicht Trennungsangst, die du nem Welpen auch abtrainieren musst) nicht traumatisiert sind. Die allerwenigsten sind misshandelt oder ausgesetzt. Die MEISTEN werden abgegeben wegen:

- Geldmangel (Arnbeitslosigkeit/"Kampfhundsteuer")
- Zeitmangel (nach Scheidung/beruflicher Veränderung)
- Allergie/Asthma (ja, sehr häufig!)
- Umzug und man findet keine Wohnung, in der Hunde erlaubt sind.

Diese Fälle machen meiner Erfahrung nach 70% der Tierheimhunde aus, lediglich 30% kommen aus schlechten Haltungen/Beschlagnahmungen oder werden ausgesetzt, und selbst DAS sind dann ja nicht alles traumatisierte, schwierige, misshandelte Hunde. Shiwa war auch ne Beschlagnahmung...

Ich kenne tatsächlich mehrere Tierheime sehr gut, in denen ich z.T, Hunde ausführe/ausgeführt habe bzw. die Hundeschule von dort besuche/besucht habe. Und etliche mehr, die ich von unseren Suchen nach den beiden Hunden kenne. Außerdem diverse Orgas, die mit Pflegestellen oder auch Zwinger-Unterkünften arbeiten, wie z.B. www.bullterrier-in-not.de oder auch www.staffordshire-hilfe.de Besonders bei diesen Rassen denkt man ja oft an schlechte Haltung, Misshandlung, Missbrauch und Abrichtung - und trotzdem stimmta uch da die Quote, ca. 70 aus Allergie/Geld-/Zeit- oder Wohnungsmangel abzugeben!
Ich halte mich da für eine halbwegs repräsentative Quelle.
Gilgit wird da vielleicht auch noch was zu sagen können, sie arbeitet ja im TH. Sind bei euch die Mehrheit der Hunde traumatisierte und misshandelte Hunde, Gilgit?

Mein zweiter Hund war tatsächlich ein Problemhund, den ich KEINEM Anfänger ans Herz gelegt hätte und für den selbst ich noch manches lernen musste und muss. Weil sie nämlich wirklich traumatisiert ist. Aber das war eine BEWUSSTE Entscheidung so einen Hund aufzunehmen, wir hätten auch andere haben können. Und zwar einige und dabei war ich durchaus auch nicht für ALLE Rassen offen und hatte so meine bestimmten Vorstellungen bzgl. Alter und Rasse... Das war alles kein Problem, obwohl wir sogar schon eine Hündin hatten, auf die wir Rücksicht nehmen mussten und obwohl wir Katzen udn Kleintiere und viel Kinderkontakt haben.

seawasp, wenn jemand wie du mir schildert, warum er sich einen Welpen holt, dann finde ich ersönlich das immer traurig, weil ich es wirklich nicht verstehen kann, angesichts der armen Nasen in den Tierheimen. Ich akzeptiere es aber und verlange von dir da keine Rechtfertigung.

Was ich NICHT akzeptiere, ist, wenn jemand wie du es dann so darstellt, als sei der Grund dafür, dass sich in Tierheimen praktisch nur oder zumindets überwiegens schwierige, misshandelte oder sonst wie unberechenbare Hunde tummeln würden, denn dem ist einfach nicht so! Und mit solchen Aussagen macht ihr es den vielen viele Tierheimentieren nur noch schwerer, ein Zuhause zu finden.

Wenn IHR ihnen schon keins geben wollt, verbaut ihnen mit solchen Aussagen nicht auch noch den Weg zu anderen Leuten, die dadurch vielleicht abgeschreckt werden. Sowas macht mich tierisch sauer, denn ICH erlebe, wie Hunde dort sterben nach jahrelangem Einsitzen, obwohl es oft wunderbare und leicht zu händelnde Tiere sind. Durch Vorurteile, die IHR streut...

Btw: Auf der Suche nach meiner Zweithündin bin ich insgesamt 3 mal über 600 km einfache Strecke gefahren - also 3600 km insgesamt. Incl. der Besuche bei anderen Orgas, mit Sicherheit ca. 4000 km. Und das ohne Führerschein/eigenem Auto und mit einem Freund, der beruflich so sehr eingespannt ist, dass er nur am WE nach Hause kommt.

So "bescheuert" ist natürlich nicht jeder und wir hätten andere Hunde in der Nähe auch nehmen könne, aber wenn es bei mir klick macht, macht es eben klick udn dann ist mir kein Weg zu weit.

Trotzdem redet ja keiner davon, dass man in diesem Umkreis suchen soll, aber selbst im Umkreis von 100 km gibt es meist mehr als ein TH. Hier liegen z.B. im Umkreis von 100 km mehr als 20 Tierheime Tierheime, mit teilweise über 100 Hunden. Da wird man ja wohl was finden...

Inaktiver User
08.09.2006, 17:46
Quatsch.

Er nimmt den Hund einfach mit. Geht wunderbar. Haben mein Dicker und ich jahrelang praktiziert. Für HuSchu habe ich mir frei genommen, und meine Arbeitszeit halt so gestaltet, dass ich mit dem Dicken morgens und abends eine gute Runde, mittags eine kleine laufen konnte, als der älter war. Als FK war das kein Thema.

Und bevor jetzt jemand jauchzt: Ha - keine sorgfältige Auswahl des Züchters - Pustekuchen. Wir haben fast zwei Jahre gewartet, bis wir einen Passenden gefunden hatten. Diese Zeit hätte ich allerdings nicht Tierheime abklappernd verbringen mögen, denn: gute Planung war wichtig. Von jetzt auf gleich hätte das nicht funktioniert, und meine Kollegen/Mitarbeiter hätten auch rebelliert, hätte ich ihnen einen erwachsenen oder halbwüchsigen "Problemhund" ins Büro geschleppt.

Grüssle
Seawasp

Quatsch ist das mit Sicherheit nicht.
Es hat nicht jeder Gelegenheit, seinen Hund mit zur Arbeit zu nehmen bzw. einen Beruf, wo flexible Arbeitszeit möglich ist.
Ich hätte das z.B. mit meiner Dogge und meinem Yorkie nicht machen können und die Hoechst AG hätte sich auch strikt geweigert, wäre GöGa da mit 2 Hunden zur Arbeit erschienen.

Vielleicht darf ich einfach die Damen noch einmal auf die Grundfrage aufmerksam machen.

Studentin lebt in kleiner Wohnung und möchte einen Hund.
Ich denke nicht, dass die Unis Hunde in den Vorlesungen gerne sehen und ob spätere evtl. Chefs das mögen, ist auch noch nicht raus.

Avocado
09.09.2006, 04:00
Hi Delenn,

was die "Grundfrage" angeht, so hat Morla doch schon gesagt, dass sie erstmal Gassigeher wird und auf bessere Umstände warten will für den eigenen Hund (was ich beides sehr vernünftig finde!!). Und an ihrer Uni sind Hunde ausdrücklich nicht erlaubt.

Inaktiver User
09.09.2006, 07:23
Hi Delenn,

was die "Grundfrage" angeht, so hat Morla doch schon gesagt, dass sie erstmal Gassigeher wird und auf bessere Umstände warten will für den eigenen Hund (was ich beides sehr vernünftig finde!!). Und an ihrer Uni sind Hunde ausdrücklich nicht erlaubt.

Danke Avocado, ich habe es gefunden. Vor lauter Welpen und TH-Hunden und Kampfschmuser und Hütehunden hatte ich das leider wohl überlesen.

LG Delenn

Inaktiver User
09.09.2006, 17:31
sorry,

wenn das falsch ankam. aber, das man einem welpen ein zuhause gibt, heisst noch lange nicht, dass man keinem th-hund eine chance gegeben hätte. in meinem fall gab es de facto keinen hund, der gepasst hätte. und nein: ich habe gesucht und das nicht nur eine woche. ich habe zwei th's abgeklappert, von denen eines riesig ist. und wenn ich sage, dass es dort weder einen hund gab, der passte und mir selbst die pfleger zu einem welpen rieten, dann war das so. und JA, die hunde dort, haben einfach alle meine MUSTS nicht erfüllt. vielleicht die von anderen und ich wünsche jedem hund ein tolles zu hause. für mich war ein welpe die richtige entscheidung.

abgesehen davon: was ist verwerflich daran, seinen hund von einem züchter zu holen? ich finde rein gar nichts. man hat sich in eine rasse verliebt, möchte vielleicht mit dem hund bestimmte dinge machen, für die nicht jeder hund geeignet ist zu einem seriösen züchter zu gehen, der auch noch darauf achtet, dass hund und mensch zusammen passen - das ist völlig ok.

zu den hunden aus dem ausland - die scheiden für mich aus, aufgrund von erfahrungen und meiner ansicht vom tierschutz.

ach ja: jule ist zwar nicht aus dem th und auch nicht aus dem ausland, aber aus dem tierschutz. sie ist zwar wohl eher reinrassig und die eigenschaften dieser rasse sind super für mich und mein leben, aber genau weiß es keiner.

da braucht man doch eigentlich nicht streiten oder?

Inaktiver User
11.09.2006, 12:46
Ich sehe es wie Lieschen, ich finde es absolut okay wenn sich jemand einen Welpen zulegen möchte, denn einen Welpen zu erziehen finde ich deutlich einfacher als einen Terrorhund im Haus zu haben.

Ich habe es anders gemacht, ich wusste was ich für ein Risiko eingehe, bin es eingegangen und bin aus der sache relativ heil rausgekommen. Nach ein paar Jahren mutierte er zum liebsten Hund der Welt. Aber wenn jemand zeit hat und möchte einen Welpen, meinen Segen hat er, auch wenn es der erste Hund ist. So lange sich der mensch darüber im Klaren ist, dass er diesen Hund auch ca. 14 jahre behält und dessen Bedürfnisse erfüllen muss, auf zum Welpen.

Mein hund war übrigens die ersten Wochen bei mir kreuzbrav. Dann wollte er die Rangordnung festlegen und es war für mich nicht lustig, vor einem Hund zu sitzen, der genau die masse von Seawasps Hund hat und der mit gefletschten Zähnen und knurrend vor mir sitzt, weil ich möchte dass er aus meinem bett geht, in das er eigentlich gar nicht durfte. Gut, das hat er nur einmal gemacht, aber den Moment werde ich nie vergessen.

Natürlich gibt es auch andere Th Kandidaten, aber man weiss nie zu 100% was amn bekommt. Es ist nunmal ein Tier und deren Verhalten ist nunmal nicht berechenbar...

murmeltier
11.09.2006, 16:40
"denn einen Welpen zu erziehen finde ich deutlich einfacher als einen Terrorhund im Haus zu haben."

So langsam geb ichs auf! Echt... :gegen die wand:

Auch ein WELPE kann(!) ein Terrorhund sein und werden!!! Was solld en so ein Satz da oben?

"Mein hund war übrigens die ersten Wochen bei mir kreuzbrav. Dann wollte er die Rangordnung festlegen und es war für mich nicht lustig, vor einem Hund zu sitzen, der genau die masse von Seawasps Hund hat und der mit gefletschten Zähnen und knurrend vor mir sitzt, weil ich möchte dass er aus meinem bett geht, in das er eigentlich gar nicht durfte. Gut, das hat er nur einmal gemacht, aber den Moment werde ich nie vergessen."

Und GENAU DAS passiert eben AUCH bei einem WELPEN, wenn er ein gewissen Alter erreicht und man ihn nicht vorher schon deutlich in die Schranken gewiesen hat!

"Natürlich gibt es auch andere Th Kandidaten, aber man weiss nie zu 100% was amn bekommt. Es ist nunmal ein Tier und deren Verhalten ist nunmal nicht berechenbar..."

Das weißt du bei einem Welpen mindestens genau so wenig. Beim ausgewachsenen Hund ist immerhin manches (Temperament, Dominanz, Ängstlichkeit etc.) schon abzusehen, bei einem Welpen in viel geringerem Maße, da diese sich in der Pubertät/Pflegenphase also mit dem Eintritt der Gecshlechtsreife noch sehr verändern können (gerade Rüden). Natürlich kann sich auch ein erwachsener Hund nach dem IEnzig verändern, das hat man jedoch auch in der Hand, je nachdem wie man ihn führt udn behandelt - ebenso beim Welpen.

Inaktiver User
11.09.2006, 17:13
aber: einen welpen kann man in der ersten SEHR wichtigen zeit prägen und beeinflussen.

es hat doch niemand gesagt, dass es keine probleme später gibt? jule fängt jetzt schon auszutesten und ich freue mich schon pubertät und felgelphase. aber, diese ersten wochen sind verdammt wichtig. was sie jetzt positiv erfährt wird in ihr auch positiv verankert bleiben. bei einem welpen kann ich VERSUCHEN darauf hinzuwirken, dass er mal nicht mit geletschten zähnen vor mir sitzt und mich anknurrt oder beißt. indem ich ihm früh die grenzen zeige. das hast du doch auch selber geschrieben? ich muss also nicht erst bestimmte dinge rauskriegen, sondern kann schon frühzeitig darauf hinwirken, dass bestimmte probleme nicht erst in einem groben ausmaß entstehen.

es wurde doch auch niemals gesagt, dass im th nur terrorhunde sitzen. aber, dort sitzen nun mal auch hunde, die nicht zu bestimmten menschen passen.

natürlich entwickelt sich ein hund. verändert sich. ein guter züchter kann aber schon in einem gewissem masse einschätzen, wie der hund drauf ist.

Inaktiver User
12.09.2006, 10:00
So, jetzt nochmal ganz deutlich: Pech kannst Du mit jedem Hund haben, es gibt unglaublich brave erwachsene Hunde und unglaublich brave Welpen. Es gibt erwachsene Hunde die bis zu einem gewissen Maße "versaut" sind und es gibt Welpen, deren besitzer später nicht mit ihnen klar kommen.


Fazit: Du kannst immer Pech haben.
Vorteil bei grossem Hund: Meist musst du ihn nicht mehr erziehen, die schlimmsten Phasen sind vorbei. Der Hund zeigt auch seine Dankbarkeit, denn er hat in seinem Leben nicht immer gute zeiten erlebt. Nachteil: Er kann in seinem Leben so schrecklich gehaust haben, dass er einen an der Klatsche hat.

Vorteil bei einem Welpen: Du hast es selbst in der hand. Bei ordentlicher Erziehung knurrt er dich nicht als erwachsener Hund an und man kann frühzeitig was dagegen unternehmen, dass er gar nicht erst bissig wird. Ich hab so einige Welpen erzogen, miterzogen, die haben alle gehört wie eine 1 und waren brav.
Nachteil: Wenn Du keine Ahnung hast, kannst Du was falsch machen und den Fehler schwer ausbügeln.

Nach wie vor denke ich einfach, es ist kein perfektes Allheilmittel einen älteren Hund zu kaufen, da kann man auch mal Pech haben.

Ich hoffe, meine Ansichten sind nun irgendwie verständlich geworden. Oder sind sie so abwegig?

Inaktiver User
12.09.2006, 10:17
Ich hoffe, meine Ansichten sind nun irgendwie verständlich geworden. Oder sind sie so abwegig?

Nein, sind sie ganz und gar nicht. Aber die rosa-Brille-Fraktion derjenigen, die es gern sähen, wenn nur Hunde aus dem TH vermittelt würden, mag es halt nicht, wenn von Idealisierungen Abstand genommen und dezent darauf hingewiesen wird, dass ein TH Hund durchaus nicht die "unproblematische" Wahl sein muss, als die er gern dargestellt wird, weil die Interaktion Hund/Mensch in neuer Umgebung und bei einer Lebens-Geschichte, die für Aussenstehende weitgehend im dunklen liegt, nun einmal viele Unbekannte enthält.

Es ist meines Erachtens ein Bärendienst am Tier und hat mit Tierschutz nicht das geringste zu tun, die Probleme, die auftreten können, zu negieren. Ich finde es furchtbar, wie im web beispielsweise TH Hunde idealisiert und in Rosamunde Pilcher meets Arztroman - Weise dargestellt werden, um auch ja auf die Tränendrüse zu drücken - so etwas schadet den Fellnasen, weil die Realität eben kein Roman ist, weil sowohl Welpe als auch erwachsener Hund Arbeit, Zeit und Geld "kosten" und es mit Liebe allein meist nicht getan ist. Je klarer sich ein Mensch, der sich für einen Hund entscheidet, über die möglichen Konsequenzen ist, über das, was er leisten muss, um mit einem Hund zusammen zu leben, desto klarer fällt auch seine Entscheidung aus, und desto geringer ist die Gefahr, dass er bei Wolken am Horizont schnurstracks kehrt macht und auf "das hab ich mir so aber nicht vorgestellt" plädiert.

Gilt selbstredend für Welpen UND erwachsene Hunde, jeweils auf ihre ganz eigene Weise.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
12.09.2006, 10:41
nice und sea ihr habt meine volle zustimmung! ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso so vehememmt darauf bestanden wird, dass im th aussschließlich die tollen familienhunde sitzen! es deckt sich NULL mit meiner erfahrung, aber unterstreicht eines: ich bin unter anderem von einem hund aus dem ausland weggekommen, da ich das gefühl hatte, es geht nur darum den tieren ein zuhause zu geben. es wurde größtenteils nicht darauf geachtet, ob hund und mensch zusammenpassen. es wurden dinge über das tier gesagt, bei denen sich später rausstellte, dass diese nicht der wahrheit entsprachen. da habe ich mich im th schon wesentlich besser aufgehoben gefühlt, denn dort wurde mir ganz deutlich gesagt, dass die chancen einen hund zu finden, der in mein leben passt dort ausgesprochen gering sind. und ich mit einem welpen besser bedient bin.

murmeltier
12.09.2006, 11:28
Aber die rosa-Brille-Fraktion derjenigen, die es gern sähen, wenn nur Hunde aus dem TH vermittelt würden, mag es halt nicht, wenn von Idealisierungen Abstand genommen und dezent darauf hingewiesen wird, dass ein TH Hund durchaus nicht die "unproblematische" Wahl sein muss

:gegen die wand:


ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso so vehememmt darauf bestanden wird, dass im th aussschließlich die tollen familienhunde sitzen! es deckt sich NULL mit meiner erfahrung

Nun, MEINE Erfahrungen aus 4 Großstadt-Tierheimen, 2 kleinen Tierheimen und einer Tierschutzorga dürfte vermutlich um einiges umfangreicher sein, zumal ich über 10 Tiere von dort übernommen habe, darunter 2 Hunde und mein Freund vorher schonmal einen. Und ich in 2 Tierheimhundeschulen bin/war.

Ich trage auch keine rosarote Brille, dazu stecke ich nämlich viel zu sehr "drin".

Niemand sagt, dass es dort NUR und AUSSCHLIEßLICH tolle Familienhunde gibt, aber die MEISTEN sind unproblematisch udn freundlich und eben NICHT - wie ihr es gern darstellen möchtet - traumatisiert, misshandelt und haben einen ander Klatsche. ich hasse solche Aussagen, vorallem wenn sie von Leuten kommen, die in diesem Bereich nun nicht SO erfahren sind. oder wie viele Tierheimhunde habt ihr geführt, ggf. in der Hundeschule ausgebildet? Wie viele kennt ihr persönlich mit Schicksal und Charakter udn das nicht nur vom einmal am gitter vorbei gehen, sondern vom Gassi-gehen, vom Schmusen, aus der Hundeschule?

Hier wurde behauptet, die MEISTEN dort hätten eben eine problematische Vergangenheit und DAS STIMMT EINFACH NICHT! Die MEISTEN sind behütet aufgewachsen und gut sozialisiert und z.T. auch erzogen worden.
Es sind eher EINZELFÄLLE, nicht die Masse, bei denen es anders ist, die in meiner Erfahrung maximal 30% ausmachen, verdreht doch hier bitte nicht so die Tatsachen.

Und ein gutes Tierheim wird einen da entsprechend beraten. Als wir nach einem Hund suchten, der zu Katzen kann, wurde ich von vielen Hunden immer vorsorglich abgeraten. "Könnte klappen, wir würdens aber nicht riskieren" hörten wir oft. Niemand geht da ein Risiko ein, im Zwiefel wird abgeraten, so kenne ich es aus allen mit bekannten Tierheimen und Orgas.

Ich habe oft gehört, wie Interessenten abgeraten wurde, wenn z.B. um einen bestimmten Hund ging, die zu Katzen oder Kleinkinder sollte und, dann sagt nämlich jedes verantwortungsbewusste Tierheim, dass DIESER aber nunmal nicht passt, es gibt ja genug andere, die passen!

Einmal saß z.B. eine Cocker, der bereits mehrfach wieder zurück gegeben wurde, weil er beißt. Das Tierheim hat JEDEN Interessenten ganz explizit darauf hungewiesen, dass dieser Hund bissig ist und daher auf keinen Fall zu Kindern vermittelt wird und man mit ihm arbeiten muss - was hätte man denn davon das zu verschweigen? Ich kenne kein Tierheim, was so fahrlässig arbeitet...

Auch bei unserem Zweithund (das Unterfangen war schwieriger, weil wir eine Hündin finden mussten, die mit einer Hündin zusammen leben kann, was ja nicht selbstverständlich ist - außerdem natürlich auch hier Katzen, Kleintiere, Kinder etc.) wurde uns im zweifel immer lieber abgeraten...

Also bevor ihr hier nach dem ersten Voruretiel, dass die Mehrheut der Tierheimhudne gestört sei, direkt das nächste Vorurteile, dass tierheime grundsätzzlich lügen, nur um Tiere loszuwerden, streut, haltet doch vielleicht mal einen Moment inne und überlegt, was ihr damit anrichtet und ob eure "Erfahrung" ausreicht, um eine solche weitreichende Behauptung aufstellen zu können...

Inaktiver User
12.09.2006, 11:36
dann habe ich wohl echt pech gehabt im th... denn da war nunmal kein hund, der passte! und ja: der hund hätte zu kindern gemusst, zu behinderten, zu einer katze, mit männern klar kommen müssen...

das sind alles dinge, die mein welpe bisher positiv kennen gelernt hat! FÜR MICH war es schwer einen passenden hund im th zu finden.

niemand hat gesagt, dass die orgas schlecht sind. aber ICH habe schlechte erfahrungen gemacht und ICH habe die erfahrung gemacht, dass dort nicht gut gearbeitet wurde. das es andere gibt ist klar. für MICH kommt aber zumindest kein hund aus dem ausland in frage.

Inaktiver User
12.09.2006, 11:54
Ich muss sagen,

ich bin mittlerweile für einen generellen Welpenzucht-Stop........

Und das für einen längeren Zeitraum......

Die Tierheime sind voll genug.......

Wenn ich mich bei mir auf dem HuPla umschaue und jetzt schon sehe, dass einige dort mit den Welpen/ Junghunden völlig überfordert sind, wird mir schlecht.....

Das sind die künftigen Kanidaten für unsere Tierheime........

Meine Second Hand Hunde waren alle Engel mit Pfoten.... die Second Hand Hunde auf unserem HuPla sind das in der Regel auch......

Ausnahmen gibt es immer.

Es erfordert natürlich etwas Zeit den passenden Hund zu finden.

Grüssle Peppi

murmeltier
12.09.2006, 12:13
Ja, ich gebe zu, wenn ein Hund zu Katzen muss, ist das mit Tierheimhunden nicht immer SO einfach. Wir sind aber trotzdem 2 mal fündig geworden (mein Freund vorher schon einmal) und es gab noch eine Menge mehr Hunde, die hervorragend zu Kindern und Katzen gegangen wären, aber die sich dann eben nicht mit unserer schon vorhandenen Hündin verstanden haben - wir haben ja auch das Voll-Paket (Katzen, Kleintiere, Kinder, andere Hunde, Männer) gebraucht.

Wenn man so extreme Ansprüche hat (ein mit Katzen und Kleintieren verträglicher Hunde finde ich schon einen sehr hohen Anspruch), genügt es halt mitunter nicht, nur EIN Tierheim zu besuchen. Aber wie ich bereits schrieb, giebt es hier im Umkreis von 100 km über 20 Tierheime, mit insgesamt über 1500 Hunden.

Da kann mir tatsächlich keiner erzählen, dass er nix findet, es sei denn, er ist auf eine bestimmte seltene Rasse fixiert, wie z.B. ein Boston Terrier, eine Bulldogge, einen Shiba Inu, einen Akita o.ä. Und selbst für diese Hunde gibt es meist spezielle Orgas, die sie als Notfälle vermitteln, findet man übers Internet, aber dann muss man halt evtl. etwas weiter als 100 km fahren.

Wenn man auf dem Land wohnt, mag auch das schwieriger sein, weil e sim Umkreis weniger Tierheiem gibt und ländliche Tierheime meist auch weniger Hunde da haben, aber auch da kann man über Seiten wie

www.tierwaisen.de
www.tieresucheneinzuhause.de
www.tiervermittlung.de
www.schwarze-hunde.de

Sowie über die Seiten der einzelnen Rassevermittlungen,z.b.

www.bullterrier-in-not.de
www.staffordshire-hilfe.de
www.retriever-in-not.de
www.polarhunde-nothilfe.de
www.dogge-in-not.de

etc. einen Hund finden.

Ansonsten auch von mir nochmal der Hinweis, dass es in deutschen Tierheimen TAUSENDE WELPEN gibt! Selbst WENN man einen Welpen möchte, muss man damit keinen Vermehrer unterstützen (jaja, es gibt seriöse Züchter, aber mal ehrlich, von denen kaufen aufgrund der Preise die wenigsten, den unter 1000 Euro läuft da meist nix!), sondern kann auch da in Tierheimen und Tierschuzuorgas anfragen.

LG

Natalie

Inaktiver User
12.09.2006, 12:48
genau und da sind wir wieder beim thema: es gibt halt auch welpen im tierschutz- und für mich war es einfach die bessere wahl. zur katzen- und kinderverträglichkeit kommt ja auch noch das wichtigste: wir arbeiten mit behinderten. jule ist mit im büro und hier gehen halt behinderte ein und aus. es ist für diese leichter sich an jule zu gewöhnen, wenn sie klein ist und für jule leichter sich an menschen, die "anders" sind zu gewöhnen solange sie klein ist. ein hund, der damit nicht klar kommt, wäre einfach überhaupt nicht gegangen. juel ist jetzt 11 wochen alt. sie kennt menschen in rollstühlen, kinder, andere behinderte, mag meine männlichen kollegen und weiss, dass man vor meiner katze respekt haben muss ;-). das schließt natürlich nicht aus, dass es andere probleme gibt, dass auch sie erzogen werden muss, ich mich manchmal ärgere oder es nie ernsthafte probleme geben wird. aber, ich kann sie jetzt schon an dinge heranführen, die halt in meinem alltag einen festen platz haben und die für manche/einige hunde problematisch sind.

trotzdem kann ich menschen verstehen, die zum züchter gehen. wer das geld ausgeben möchte und kann, sich in eine rasse verliebt hat - warum sollte er das nicht tun? oft spielen da doch auch gesundheitlich bedenken eine rolle. bei jule kann ich so halt auch mit der angst vor hd oder ed leben, denn die sind bei ihr rassetypisch.

das vermehrer indiskutabel sind ist klar. da geht es weder darum tieren zu helfen, noch darum eine geliebte rasse zu züchten. leider gibt es immer noch genug leute, die dort billig meinen einen hund kaufen zu müssen und die dann auch noch das elend unterstützen.

Gilgit
12.09.2006, 14:38
Ich habe seit 1 Woche einen Welpen aus dem Tierheim bei mir in Pflege (s. mein Benutzerbild) - es ist unglaublich was sich alles für Leute für diesen Welpen interessiert haben. (Motto_ Hauptsache Welpe, jung und klein, egal dass er noch wachsen wird)
Heute abend wird sie in ihr neues Zuhause bei einer Familie mit 2 größeren Kindern einziehen. Wir haben uns einige Leute genau angesehen, und meinen das diese die richtigen sind für den Hund sind.

Die letzte Woche war sehr anstrengend, aber auch lustig.
Ist halt wie ein Baby...Immer auf der Hut, schlaflose Nächste...
Der Abschied wird mir schwer fallen, gerade geniesse ich die letzten Stunden mit ihr...

Viele Tierheime halten die Welpen etwas versteckt von dem Publikum, da die meisten Leute einen Welpen wollen. (die sind ja sooo süß)

Im Tierheim sind sehr viele Hunde um die 1-2 Jahre, u.a. weil die Leute ihre Hunde nicht erzogen haben und nicht mehr mit ihnen zurecht kommen, dann werden sie halt abgegeben oder ausgesetzt.
Dazu auch viele Hunde so ab 8 Jahren und aufwärts.
Bei uns sind ca 2/3 KEINE Kampfschmuser, sondern sehr viele DSH Mischlinge. Kampfhunde(mix) haben wir im letzten Jahr relativ viele vermittelt, sogar ein Pärchen von 9 und 5 Jahren.

Es kommen auch manchmal tolle Familienhund ins TH, die sind aber sofort vermittelt bzw, erscheinen meist gar nicht erst im Internet. Kinderliebe und katzenfreundliche Hunde will ja fast jeder.

Klar bekommen wir auch viel Kritik bei der Vermittlung...Man muss immer individuell entscheiden, im Sinne des Tieres. Es gibt Hunde die fühlen sich ein einer kl. Wohnung wohl, wenn sie genug ausgeführt werden, andere Hunde verbringen ihr Leben in einem grossen Garten und kommen kaum raus..

semiramis
12.09.2006, 15:24
Meine Güte, nun lasst doch mal beide Meinungen im Raum stehen. Es muß in diesem speziellen Fall nicht immer *Einer * Recht behalten.
Wie ich schon schrieb, ich hatte fast alle Versionen, Welpen Notfallhunde, Tierheimhunde (jung und alt)und Katzen( jung und alt), habe einige meiner Tiere beim Züchter gekauft und habe mit Tierheimen gute Erfahrungen aber auch sehr schlechte gemacht.Trotzdem wäre ich nicht in der Lage zu sagen, das ist gut und das Andere ist schlecht.
Es kommt doch auf die Situation, die Bedürfnisse von Zwei-und Vierbeiner und was weiß ich noch, an.
Wichtig ist doch, dass es Beiden ( auch dem Zweibeiner:smirksmile: )damit gut geht, dann geht's dem Vierbeiner nämlich auch gut.
So wie bei Lieschen und Jule oder auch bei Murmel und Shiwa, beides grundverschiedene Herkünfte ( der Hunde:freches grinsen: )aber ich denke doch dass beide Parteien mit ihren Viechern und die Viecherl mit Ihnen zufrieden und glücklich sind.

LG
semi:knicks:

Lukulla
12.09.2006, 15:46
Hundezucht ist ein Warenmarkt. Der eine bietet an, der andere kauft. Kein Züchter züchtet aus Menschenliebe.

Sollte der Züchter darauf achten, dass seine Zuchthündin(nen) nicht alle 6 Monate gedeckt werden und damit nicht komplett ausgelaugt werden, sollte er darauf achten, dass die Elterntiere gesund (das heisst krankheitsfrei sind) sind, ist das schon viel.

Dann möchte ich den Romatikern der Welpenfraktion gerne mitteilen, dass die Prägung des Welpen bereits mit 8 bis 12 Wochen, dann wenn sie ihn bekommen, abgeschlossen ist. Die entscheidende Prägung auf den Menschen findet in der 3. und 4. Woche statt (wenn da was schief läuft, läuft es ein Leben lang schief) und die Prägung auf andere Hunde und andere Tiere läuft vor der 8. Woche.

Hundezucht ist Vermehrung mit Gewinnmaximierung = reine Marktwirtschaft.

Selbstverständlich sind alle Hunde *liebevoll in der Familie* aufgewachsen. Für den Besuch der interessierten Geldgeber wird dann das Welpenhaus ins Wohnzimmer gestellt und die Kinder des Züchters sitzen um die Welpen herum und streicheln.... Ob und wie der Hund positiv auf den Menschen geprägt wird, ist nicht von solchen Vorzeigeschmuseminuten abhängig sondern davon wie die Menschen mit den Hunden die gesamte Zeit umgehen. Erfährt der Hund nur Positives, was Anfassen, Streicheln, Reden und Futtergabe betrifft, wird er positiv geprägt. Die Kinder des Züchters müssen dafür auch richtig erzogen sein.

Erfährt er auch Schläge, unsanftes Anfassen, ärgerliches Fortschubsen und Wegsperren (!), dann wird er ängstlich in bestimmten Situationen und auf manche Menschen reagieren.

Am liebevollsten werden Hunde natürlich in Zuchtanstalten aufgezogen, wo es gleich 50 Sorten auf einmal gibt, wie in dem Zwinger von Ammerreuth oder in polnischen Einrichtungen. Sorry, couldn't resist. Besonders altruistisch sind Züchter, die Exoten züchten, wie den Shiba Inu (japanische Rasse, kleine Ausgabe des Akita Inu), die dann 2000 oder auch mal 4000 Euro pro Welpe verlangen. Selbstverständlich nur im Sinne des Fortbestandes dieser Rasse.

Nochwas; wart Ihr schonmal auf einer Hundeausstellung? Wo die verantwortungsvollen Züchter die Elterntiere vorstellen? Das ist grausam. Reine Tierquälerei. Enge Zwinger, kein Auslauf, Lärm, laute Musik, Gestank (dort wird geraucht!, Gassigehen gibt es nicht, die Superzuchthunde pinkeln auf den Beton, dafür werden sie aber vorher geduscht, geföhnt und dürfen ein komplettes WE in der Hundbox verbringen bis sie dann zu ohrenbetäubender Musik in der Manege im Kreis rumgeführt werden, wo man ihre rassetypischen Merkmale begutachtet. Sehr artgerecht, null Stress für die Hunde, tolle Luft..und das mehrmals im Jahr.

Ich könnte stundenlang weiterschreiben.

Lukulla
12.09.2006, 16:01
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: es ist schön, wenn der Hund als Welpe zu einem Besitzer kommt und schöne Erfahrungen macht und positiv offen zu anderen Hunde und Menschen kann. Ganz klar.

Aber wenn Ihr wirklich einen Hund haben wollt, den IHR prägt, dann müsst Ihr selber züchten.

Ich habe vor ein paar Tagen einen jungen Mann getroffen, der einen Dobermann hat, Ohren kupiert, Schwanz kupiert. Wo der wohl herkommt? Is ja in D und angrenzend ? verboten. Der Typ rastete aus, als meine beiden Hunde auf seinen losliefen, hielt ihn am Halsband fest. Wörtlich: Der ist erst 5 Monate und hat Angst vor 2 Hunden auf einmal und läuft dann weg. :gegen die wand:

Inaktiver User
12.09.2006, 16:58
Nein, Lukulla, das stimmt so einfach nicht. Ich lese schon länger nur noch schweigend mit, weil mir wie Semi das reine Schwarz/Weiß-Denken nicht gefällt.

Letztendlich kann ich nur von mir ausgehen, aber ich sehe ja auch andere Hunde und ihre Halter. Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema Hund. Und die Prägung ist sehr wohl mit gutem Züchter und direkt danach im neuen Heim super durchzuführen.

Wir haben unseren Aussie von einem mittelmäßigen Züchter, der uns aber auf den ersten Blick gefiel. Uns war und ist es immens wichtig, dass unser Hund verträglich mit Pferden, Katzen und besonders Kindern verträglich ist.

Er lebte die ersten Welpenwochen mit Mutter und Geschwistern im Wohnzimmer und wurde dann mit 6 Wochen ausgelagert in einen Freilauf mit Stallung. Dort lebte quasi ein kleines Rudel. Die Hunde konnten dennoch immer wieder ins Wohnhaus. Den Großteil der Zeit lebte Koda aber dann draußen.

Als wir ihn mit 8 Wochen zu uns holten, kannte er beispielsweise das Autofahren noch nicht. Das brachten wir ihm sofort bei und er liebte es von Anfang an. Er war sofort stubenrein, hat noch nie in unser Haus gepieselt oder gemacht. Er ist extrem verträglich mit allen Tieren und Menschen und bis auf die übliche Rüpelphase mit ca. 12 Wochen gab und gibt es absolut null Probleme mit ihm.

Nun, mit 1 3/4 Jahren liest er quasi unsere Gedanken und macht einfach gar nichts mehr, was auch nur ansatzweise falsch sein könnte. Er haut nicht ab, er lässt sich aus absolut jedem Spiel abrufen - kurz, ich könnte mir einen besseren Hund nicht vorstellen, etwas Lieberes als unseren Koda kenne ich einfach nicht (und das sagen auch Außenstehende, die selbst einen Hund haben). Wir haben ihn wohl unbewußt so geprägt, dass er nicht gerne allein ist. Er macht dabei zwar nichts kaputt oder jault, aber er leidet. Somit sind längere Alleinbleibezeiten für uns bisher tabu bzw. wir nehmen ihn dann lieber mit im Auto, sofern die Witterung es zulässt.

Das allerdings ist auch wirklich die einzige Einschränkung, die mir bei ihm einfällt. Ansonsten gibt es einfach nichts. Und wir haben ihn nicht gezüchtet und nicht 1000 Euro für ihn bezahlt und somit eine optimale Erstprägung vom Züchter bekommen.

Inaktiver User
12.09.2006, 18:23
ich habe noch nie gehört, dass die prägung mit 8 wochen abgeschlossen ist. 12 allerdings schon - und dann habe ich 4 wochen gehabt, die ich jule selber prägen kann.

ich sehe das mit den züchtern aber anders. schwarze schafe gibt es überall. im tierschutz und auch bei züchtern. aber, ich hatte auch das glück bei meiner suche eine züchterin kennen zu lernen, die dies eindeutig aus liebe zu den tieren tut. die mit sicherheit nicht viel daran verdient. die kosten die ein züchter hat, der sich nach einer vdh-zuchtordnung richtet sind nämlich nicht ohne. die zeit, die er damit verbringen muss, sich um die welpen zu kümmern ist da nicht mal eingerechnet. und selbst wenn es da nur um grundversorgung geht, wie ta, futter, sauber halten etc. jule hatte 11 geschwister - die menschen, die die die ersten wochen hatten, hatten wirklich zu tun.

ich sehe es aber auch so, dass es da einfach kein falsch oder richtig gibt. ich finde es toll, wenn jemand sich einen hund aus dem th holt, der auch noch älter ist. ich hätte das getan, wenn es gepasst hätte. hat es aber nicht. und so zog ein welpe ein. hätte ich mich in eine bestimmte rasse verliebt, dann hätte ich entweder einen züchter gesucht oder aber bei den rassespezifischen notorgas geschaut. je nachdem, ob es dort einen hund gegeben hätte mit dem ich glücklich werde und der auch mit meinen bedingungen glücklich wird. ich habe aber auch für jeden verständnis, der sagt: ich möchte einen welpen der und der rasse.

Inaktiver User
14.09.2006, 10:53
Ich muss sagen, ich habe noch nie einen Hund vom Züchter gekauft und werde das auch nie tun. Überzeugter Mischlingsfan:smirksmile:

Meine Hund waren eher immer "unfälle" eines Privathaushalts oder es waren erwachsene TH Hunde. Aber Ich kann es auch akzeptieren wenn sich jemand einen Hund vom Züchter kauft. Ich denke nicht, dass man da so vehement dagegen reden muss. Bei jedem hund kann man Pech haben, ein TH Hund ist nicht zwangsläufig ein Allheilmittel.
Nice

Inaktiver User
14.09.2006, 12:29
Die Prägephase beim Hund dauert bis zur 16. Woche, obwohl der Übergang in die Sozialisierungsphase fließend ist.
Ich würde daher einen Welpen am liebsten gar nicht vor der 12. Woche übernehmen und auch als Züchter würde ich einen Welpen nicht vor der 12. Woche abgeben. Denn die wenigsten Halter bieten dem Welpen, was er in diesem sensiblen Zeitraum am Nötigsten braucht, nämlich den Umgang mit Artgenossen, der durch Kontakt mit Geschwistern wenigstens in einem gewissen Umfang gegeben ist. "Kontrolliert" und "beobachtet" von der Hündin.

So gesehen kann man sowohl einen Welpen auf vielfältige Weise "versauen", wie man einen auf vielfältige Weise "versauten" Hund aus dem Tierheim bekommen kann. Die meisten Hunde im Berliner TH beispielsweise sind Abgabehunde (weil der Besitzer nicht zurecht kam, sprich, der Hund hat eine mangelhafte bis gar keine Erziehung), stammen aus Beschlagnahmungen wegen schlechter Haltung (sprich, der Hund hat eine mangelhafte bis gar keine Erziehung), sind Fundtiere (Erziehung ohnehin fraglich). Die wenigsten sind dort, weil Herrchen verstarb oder sie Opfer von Scheidungen etc. wurden. Dann darf man auch nicht vergessen, dass die Einzelhaft in den meisten Tierheimen Hunde nachhaltig verstören kann. Auch das ist nicht einfach für einen ungeübten Halter. Viele Hunde, die ich nachkontrollieren sollte, wurden wieder abgeben, weil die Halter nicht mit ihnen zurecht kamen, oft auch, weil der Halter sich das alles ganz anders vorgestellt hatte. Was ich erstens auf mangelnden Sachverstand und zu wenig Geduld des Halters und zweitens auf ungenügende Erziehung des Hundes zurückführe.

Allerdings ist es erheblich leichter, mit einem Hund zu leben, dessen Macken man selber anerzogen hat (sie fallen dann nämlich gar nicht auf :freches grinsen:), als mit einem Hund zu leben, dessen Macken schon anerzogen wurden. Bei den wenigsten Haltern, die sich einen Hund aus dem Tierheim holen, setze ich genügend Sachverstand voraus, wie beispielsweise bei dir Natalie. Deshalb ist es von deiner Warte aus wahrscheinlich auch einfach zu sagen, in einem Tierheim gäbe es zum großen Teil nur Hunde, die gut erzogen, gut sozialisiert und unproblematisch sind. Warum sitzen sie dann in Tierheimen?

Bim

http://www.tierschutz-berlin.de/main/leitseite.htm

auf "Tiervermittlung" gehen und "weitere Hunde" anklicken. Fast jeder davon ist auf seine Art "problematisch".

Inaktiver User
14.09.2006, 13:38
Allerdings ist es erheblich leichter, mit einem Hund zu leben, dessen Macken man selber anerzogen hat (sie fallen dann nämlich gar nicht auf ), als mit einem Hund zu leben, dessen Macken schon anerzogen wurden. Bei den wenigsten Haltern, die sich einen Hund aus dem Tierheim holen, setze ich genügend Sachverstand voraus, wie beispielsweise bei dir Natalie. Deshalb ist es von deiner Warte aus wahrscheinlich auch einfach zu sagen, in einem Tierheim gäbe es zum großen Teil nur Hunde, die gut erzogen, gut sozialisiert und unproblematisch sind. Warum sitzen sie dann in Tierheimen?

Bim,

das ist das, was ich meine, was aber bei murmeltier nur ein:gegen die wand: auslöst.

Es gibt kein richtig oder falsch im Sinne von : Welpe/Züchter falsch, Tierheimhund richtig, sondern nur richtig oder falsch für den Einzelfall.

Einen Nothund zu nehmen will IMMER gut überlegt sein, und, ich schreibe es nochmals, es nützt keinem Tier und auch keinem prospektiven Hundemensch, wenn die TH - Tiere verbal "veredelt" dargestellt werden. Bei einem Hund, der z.B. aus Spanien importiert wird, weil das Hundeelend dort eklatant ist, WEISS niemand, was der erlebt hat auf der Strasse, entsprechend kann es grosse Überraschungen geben. Das muss man Menschen, die so ein Tier "aus Mitleid" aufnehmen, deutlich KLAR machen, und zwar auf die Gefahr hin, dass sie dann Abstand nehmen.

Tierschützer sind nicht unbedingt die "edlen" Menschen, für die sie sich halten. Ihre einseitige Betrachtung in Sachen Verantwortung kann auch zu einer Vermehrung von Elend führen. Ihnen ist oft nicht klar zu machen, dass sie durch Importe beispielsweise zwar dem Tier, das sie retten, aus der Patsche helfen, gleichzeitig aber das Elend im Kernland forcieren. Denn wenn wir Deutschen, wenn Ösis und Schweizer ja so grosszügig bereit sind, das, was in Spanien oder Polen simpel als Müll betrachtet wird zu entsorgen, entsteht dort natürlich auch kein Druck, Gesetze zu verändern und Tierschutz auch von staatlicher Seite und über Strafen aktiv zu betreiben. Der "Müll" verschwindet ja aus dem staatlichen Blickfeld, andere übernehmen die Verantwortung.

Verantwortung zu delegieren und projizieren, indem ich beispielsweise auf die "doofen" Züchter schimpfe, die dafür sorgen, dass Hunde in Tierheimen sitzen bleiben, ist für mich einfach viel zu "kurz" gedacht, Motto: Tellerrand - was ist das?!

Als Käufer habe ich in einem Markt duchaus Macht, und wenn ich verantwortungsbewusst handle, kaufe ich nicht bei Vermehrern, oder, anders ausgedrückt: Da, wo Vermehrer keinen Markt finden, hört diese Produktion auf. Statt also nur auf Zücher zu schimpfen, wären weitere Massnahmen, Welpeninteressenten aufzuklären, statt sie zu verdammen. Ich erlebe immer wieder in Foren, dass Menschen einen Welpen zuhause haben, aber NULL Ahnung von Hundeentwicklung, Hundeerziehung - natürlich haben die sich nicht die Mühe gemacht, nach guten Züchtern zu suchen, und natürlich haben die Vermehrer, bei denen sie gekauft haben, diese Menschen eben nicht sorgfältig ausgesucht. Die Ursache dafür ist meines Erachtens aber in erster Linie UNWISSENHEIT, die auf der einen Seite nicht böse motiviert ist, von der anderen Seite aber schamlos ausgenutzt wird.

JEDER trägt für seinen part Verantwortung, und ich fände es sinnvoll, dafür eine Bewusstsein zu wecken. Indem ich verdamme erreiche ich gar nichts - weder Züchter, noch Rassen, noch Vermehrer, noch Tierelend werden dadurch verschwinden.

Grüssle
Seawasp

murmeltier
14.09.2006, 15:42
Hunde in der Beschreibung zu "veredeln" - davon halte ich auch gar nix, seawasp! Das ist aber etwas, was meiner Erfahrung nach auch kaum gemacht wird!!! Lass doch mal diese Unterstellungen... Da wird mir echt übel...

Was nun deine Frage, Bim, angeht, warum die dann im TH sitzen, wenn es doch alles so großartige Hunde sind. Das hatte ich bereits in2 Beiträgen erklärt. Ich kenne das TH Berlin nicht, aber die TH und Orgas, die ICH kenne, haben NICHT hauptsächlich Problemtiere!
Sie haben - wie ich bereits schrieb - eben DOCH überwiegend Hunde, die wegen Geldmangel, Scheidung, Umzug, Nachwuchs oder ganz oft - ALLERGIE (oft auch des neues Kindes) abgegeben wurden! Das alles lässt in keiner Weise Rückschluss auf den Hund zu, oder?
Ja, gerade bei den Rassen, die ich so liebe, sind aber auch sehr oft beschlagnahmungen daruner - meine beiden auch! Auch das sagt aber erstmal noch GAR NICHTS über die Hunde aus, denn die MEISTEN dieser Beschlagnamhungen finden (bei diesen Rassen) widerum NICHT wegen schlechter Haltung, sondern wegen Verstößes gegen die Hundeverordnungen statt, d.h. weil z.B. eine Hündin gedeckt wurde und man nicht der Pflicht nachkam, sie sofort ausräumen/abspritzen zu lassen oder weil man seinen Hund wiederholt ohne Maulkorb- und Leine führt oder einfach, weil man ihn nicht als die Rasse deklarierte, die er ist (Boxer-Mix o.ä., z.B. weil man die "Kampfhundsteuer" nicht aufbringen kann, wird man erwischt ist der Hund weg). Auch das alles, lässt KEINERLEI Rückschluss auf den Hund und sein Verhalten zu, oder?

So war es z.B. bei Shiwa und bei ETLICHEN anderen Hunden, die ich so kenne.

Was nun die unerzogenen TH-Hunde angeht, ja sicher das gibt es öfter. Ich sehe da jedoch kein Problem. Warum ist es denn einfacher einen Welpen zu erziehen als einen erwachsenen Hund? Ich empfinde das GENAU umgekehrt...
Als Shiwa zu uns kam, konnte sie NICHTS. Kein Sitz, kein Platz, kein Aus, Von bei Fuß gar nicht zu reden und bleib war absolut unmöglich. Man sagte Sitz und der Hund guckten einen an, als hätte man "Gurke" gesagt... Da war gar nichts... UND? Ist doch bei einem Welpen auch nicht und imerhin war Shiwa zumindest schonmal stubenrein. Das Aus lernte sie am ersten Tag inneralb einer Stunde, auch Sitz und Platz lernte sie bereits am ersten Tag. An Fuß und Bleib arbeiteten wir etwas länger, aber ich vermute nicht so lange, wie es bei einem Welpen gedauert hätte. Und wenn ich mir ansehe, wie viele Hunde, die von Welpe an bei den Besitzernw aren, all das bis heute nicht können, kann es ja nicht so einfach sein, denen das beizubringen. Und Bim, die meisten Hund, die im TH-Berlin sitzen, weil die Halter nicht mit ihnen zurecht kommen (sie also unerzogen sind), werden vorher von Welpe an bei den Halter gewesen sein, oder? Was sagt uns das? ;-)

Jenseits der Erziehung gibt es aber weit wichtiges bei Hunden, denn Erziehung kann man ausbügeln, in JEDEM Alter. Und obwohl Shiwa ganz offensichtlich niemals ein Kommando gelernt hat, war sie exzellent sozialisiert. Sie wuchs mit Katzen und Kleinkindern zusammen auf, ist verträglich mit Artgenossen usw. DAS ist doch viel wichtiger und von solchen Hunden kenne ich im Tierheim eben wirklich nicht wenige...

Meine Meinung bleibt bestehen - wer nicht genug sachverstand hat, sich an einen erwachsenen Tierheimhund zu wagen (wenn er sich nicht grad einen wirklich traumatisieten Fall aussucht, aber da wird man ja auch beraten und ich habe nie gesagt, dass JEDER TH Hund für Anfänger geeignet ist!), soll ERST RECHT die Finger von einem Welpen lassen!

murmeltier
14.09.2006, 16:26
Um mal konkret zu werden: Von Angel und Lady, den beiden Staff-Hündinnen, die aus Familien mit 4 und 6 Kindern kamen und wegen Geldmangel (Jobverlust) abgegeben wurden, erzählte ich schon.

Aktuell suchen, z.B.:

Churchill:
Churchill - ein VDH-Rüde, mit mehrfach platziertem V und gutem Gehorsam. Ein sehr liebenswerter, angenehmer Zeitgenosse. Dieser nette Kerl ist zu Jedermann freundlich und aufgeschlossen, zeigt sich sozial sicher. Churchill ist für sein Alter sehr beweglich, spielt gern und bleibt täglich bis zu 7 Stunden allein zu Haus. Mit anderen Hunden verträgt er sich gut. Churchill kommt mit Kindern prima klar.
Abgabe wegen Umzug. Die Halterin wollte den netten kleinen Kerl bereits einschläfern. Er befindet sich in Niedersachsen.

Max:
Dieser nette kleine Kerl ist sehr sozial verträglich und hat ein total unkompliziertes Wesen. Mit Kindern kommt er prima klar und bleibt täglich einige Stunden allein zu Haus. Max hat eine sehr gute Sozialisierung genossen.
Den hessischen Wesenstest hat er bestanden.

Oskar:
Oskar ist ein gutmütiger Familienhund, der das Zusammenleben mit Kindern gut kennt. Er bleibt täglich einige Stunden allein zu Hause und ist sehr freundlich zu Jedermann. Für sein Alter ist der nette Oskar noch recht vital. Er sollte als Einzelhund gehalten werden.
Privatabgabe wegen Allergie des Kindes.

Nixe:
Nixe - eine kastrierte Miniatur Bullterrier Hündin - reinrassig (VDH - brindle diamonds fedora) black brindle mit weißer Brust. Sie ist eine sehr schöne, kompakte Hündin mit kräftigem Kopf. Ein lustiges Wesen mit mittlerem Temperament zeichnet diesen Hund aus. Nixe könnte prima als Zweithund zu einem Rüden vermittelt werden. Auch mit dem Alleinbleiben (täglich bis zu 5 Stunden) hat sie keinerlei Probleme. Nixe hat eine Augenerkrankung (Glaukom), sowie verstopfte Tränenkanäle und muß dauerhaft in Therapie bei einem guten Augenheilkundler bleiben.
Nixe ist eine Scheidungswaise.

Rudi:
Er ist ein aufgeschlossenes und fröhliches Kerlchen, stets vital. Er spielt gerne mit dem Ball, ist ein begeisterter Schwimmer und der ideale Hund für ebenso unternehmungslustige Menschen. Im Haus verhält er sich ruhig, genießt sein Plätzchen auf dem Sofa und bleibt täglich bis zu 7 Stunden allein. Rudi könnte in ein Zuhause mit Kindern ab ca. 7 Jahren platziert werden. Vermittlung als Einzelhund.
Abgabetier aus beruflichen Gründen. Rudi befindet sich in Baden-Württemberg.

Simon:
Der junge Simon ist ein Hund mit einem besonders herausragendem Wesen. Er ist sehr aufgeschlossen und angenehm, sowie mit allen Hunden verträglich. In der belebten Umwelt zeigt er sich stets sozial sicher, ruhig und angenehm. Simon ist überhaupt nicht aufgeregt, dennoch spielt er freudig und hat einen guten Grundgehorsam. Er bleibt täglich einige Stunden allein zu Hause und ist ausgesprochen anhänglich.
Simon ist kastriert. Er befindet sich in Niedersachsen. Der nette Rüde wurde ausgesetzt.

Teddy:
Teddy ist ein kastrierter Staffordshire Rüde mit einem guten Grundgehorsam. Er schließt sich seinen Menschen sehr gut an und bleibt nach Eingewöhnung einige Stunden allein. Teddy sollte als Einzelhund gehalten werden.
Teddy befindet sich im Ruhrgebiet. Abgabehund aus gesundheitlichen Gründen des Halters.

Toni:
Toni ist ein, dem Alter entsprechend, temperamentvoller Bullterrier-Rüde, der sehr gerne spielt und sich bewegt. Er ist ein aufgeschlossenes Kerlchen, sehr leichtführig und sensibel. Nach einer gewissen Eingewöhnung bleibt Toni bis zu 4 Stunden allein. Mit Katzen verträgt er sich prima und ist freundlich zu Kindern.
Abgabetier aufgrund finanzieller Probleme des Halters.

Lady
Fressen ist Ladys absolute Leidenschaft - leider sieht man das auch, denn sie wiegt 39 kg. Also ist erst einmal Abnehmen angesagt!!! Sie ist geimpft, entwurmt und im Besitz des Berliner Wesenstests. Lady mag Wasser und liebt Kinder über alles, da sie mit ihnen aufgewachsen ist. Auto-, Bus und Bahnfahren kennt sie, auch bleibt Lady einige Stunden täglich allein zu Haus. Gerne begleitet sie ihre Besitzer auf ausgedehnten Spaziergängen und spielt dabei gerne mit Bällchen oder Stöckchen.
Lady sucht dringend ein neues Einzelplätzchen, da ihre Halter auswandern. Sie befindet sich in Berlin.

Mandy
Die 8jährige Mandy ist eine selbstbewusste, freundliche Hündin. Sie ist jederzeit zu einem Spielchen mit Hunden bereit. Mandy ist sehr anhänglich und ist freundlich zu Kindern. Des Weiteren ist sie es gewohnt, täglich bis zu 7 Stunden allein zu bleiben.
Sie befindet sich in NRW. Abgabegrund: finanzielle Probleme des Halters.

Und ohne jetzt noch 20 Beschreibungen von tollen Hunden einzustellen, nur noch kurz folgende Auszüge:

... "Jerry wurde unüberlegt als Welpe angeschafft und bereits weniger Zeit später, hatte man keine Zeit mehr für den kleinen Wirbelwind."

... "Sandy, Abgabegrund: Trennung der Familie."

... "Brindle: Abgabetier aus Zeitmangel"

... "Arco: Leider hat der Vermieter seines ehemaligen Besitzers die Haltung eines so genannten Kampfhundes verboten."

... "Moritz: Abgabetier aus Zeitmangel des Halters."

... "Kira und Attila: Abgabetier, wegen Umzug der Halter"

... "Coco: Abgabegrund ist Ärger mit der Hausverwaltung."

... "Erna verlor ihr Heim wegen Zeitmangel."

...

Nur mal so am Rande...


Und diese Orga kenn ich persönlich, wenn dort ein Hund auch nur das geringste Problem hat (und sei es nur, dass er an erfahre Leute vermittelt werden sollte, weil er eine souveräne Führung braucht oder dass er vor bestimmten Situationen Angst hat oder dass er noch Erziehung benötigt), wird es da ausdrücklich erwähnt! Denn natürlich gibt es auch solche Fälle dort und da ist man bei der Vermittlung sehr verantwortungsvoll und sorgsam. Uns wurden dort von mehreren Hunden abgeraten, als wir einen Zweithund suchten, eben wegen der Katzen - nun hat ja nicht jeder, der einen Hund sucht Katzen... Also nix mit hauptsache vermittelt...

LG

Natalie

Sollte sich jemand für einen der oben beschriebenden Hunde interessieren oder weitere Fragen haben, PN an mich oder hie nachfragen. Ich stelle dann Kontakt her. Es sind größtenteils, aber nicht immer Listenhunde.

Inaktiver User
14.09.2006, 18:31
Glaubst du, Natalie, die Leute geben ihre Hunde ab und sagen "ich komm mit dem nicht klar, er geht mir auf die Nerven"?. Und was glaubst du, wie gut Hunde erzogen sind, die aus Zeitmangel abgegeben werden?

Ich glaube allerdings, dass viele "Listenhunde" abgegeben werden, weil die Halter Schwierigkeiten mit Vermieter/Nachbarn/Hausverwaltung bekommen haben.

Ich denke die meisten, die einen Hund abgeben, werden eine passende Ausrede parat haben. Nachprüfen kann es doch keiner. "Allergie" ist die beliebteste davon. Und solche ehemaligen Halter KÖNNEN sich mE gar nicht um eine adäquate Erziehung gekümmtert haben. Der Hund war einfach lästig oder nicht mehr interessant. Ergo ist der Hund mangelhaft oder gar nicht erzogen (was nichts über das Wesen an und für sich aussagt), wird er ins Tierheim abgeschoben. Und mal ehrlich, welches Tierheim sagt frank und frei: "Mopsi ist total unerzogen, er bleibt nicht alleine, mag keine Katzen, auf Rüden geht er los und er mag keine Kinder". Statt dessen wird geschrieben "Mopsi braucht noch Erziehung, muss viel kuscheln, mit Katzen kommt er nicht klar, er mag keine Rüden und sollte in einen Haushalt ohne Kinder." Auch Tierheime "preisen" ihre "Waren" an.

Ich finde es ziemlich hartnäckig und auch ein wenig fahrlässig von dir zu behaupten, in Tierheimen befänden großteils nur wohl erzogene und "unproblematische" Hunde. Ja, mit Sicherheit findet man diese dort AUCH. Das "unproblematisch" deshalb in Anführungszeichen, weil für mich in erster Linie der vorherige Halter verantwortlich für das Verhlaten des Tieres ist und nicht das Tier. Sehr viel glaubwürdiger wärest du, wenn du betonen würdest, dass es eine große Verantwortung ist, ein Tier aus einem Tierheim zu nehmen, von dem man manchmal noch nicht mal etwas über die Vergangenheit aussagen kann. "Abgabe wegen Zeitmangel", "Abgabe wegen Umzug", "Abgabe wegen Allergie". Bitte, was sagt das über den Hund aus, bzw. über die Erfahrungen, die er gemacht hat?

Die Aussage meines Posts hast du außerem leider anscheinend nicht ganz erfasst.

weiter:

Jenseits der Erziehung gibt es aber weit wichtiges bei Hunden, denn Erziehung kann man ausbügeln, in JEDEM Alter
Damit liegst du leider komplett daneben, Natalie. Hier glauben machen zu wollen, dass man jedes gestörte (Erziehungs)Verhalten (jenseits der "Norm") eines Hundes regulieren kann, entspricht leider nicht der Wahrheit.

Man kann sich in vielen Fällen damit arrangieren, d.h. aber noch nicht, dass die "Fehler" ausgebügelt" sind.


Meine Meinung bleibt bestehen - wer nicht genug sachverstand hat, sich an einen erwachsenen Tierheimhund zu wagen (wenn er sich nicht grad einen wirklich traumatisieten Fall aussucht, aber da wird man ja auch beraten und ich habe nie gesagt, dass JEDER TH Hund für Anfänger geeignet ist!), soll ERST RECHT die Finger von einem Welpen lassen!
Du legst die Messlatte ziemlich hoch und widersprichst dir im Grunde selber.
Denn wenn du sagst, dass man Erziehungsfehler bei Hunden aus dem Tierheim ausbügeln kann, warum kann man dann nicht Erziehungsfehler bei Welpen ausbügeln?

Voraussetzung für beides ist sowieso, dass man sich keinen Hund unüberlegt und ohne sich wenigstens Grundkenntnisse über das Wesen und Verhalten eines Hundes angeeignet zu haben, einen Hund halten sollte. Darüber sind wir uns aber einig, oder? :smirksmile:

PS: ich persönlich würde auch lieber einen kaukasischen Stachelbeerschnauzer aus einem TH oder einer Organisation "....in-Not" nehmen, oder einen Welpen aus einer wilden Hundeehe, als einen beim Züchter zu kaufen.

Lukulla
14.09.2006, 19:19
Etwas ot, Seawasp, aber ich wollte Dir unbedingt noch darauf antworten:


Und fürwahr - ich liebe ihn sehr

Das setze ich vorraus! Und das war aber nicht meine Frage, sondern ob Du in ihn verliebt bist. Aber das ist wohl eher rhetorisch zu sehen, denn ich kann mir keinen deutschen Satz vorstellen, wo man mehr Superlative findet, was die körperliche Präsenz eines Hundes angeht als hier:


wenn daraus so ein Trumm wird wie mein Dicker, der mit 75cm Schulterhöhe und über 50kg geballter Muskelkraft nun wahrlich ein imposantes Exemplar seiner Gattung ist.

Ich dachte nur, hoffentlich sind bei den 50 Kilo auch ein bisschen Platz für Ohren, Krallen, Fell und Organe. :freches grinsen:


*wechlach*

Über Dich? Über mich? Ich dachte, Du hättest die Souveränität zu sagen: ja, ich bin tatsächlich stolz auf dieses Kraftpaket und liebe es zu sehen, wenn seine Muskeln spielen...ist ja schön, oder? Wenn das nicht alles ist.


Ich gehe jeden Tag hocherhobenen Hauptes in den Wald und hoffe, dass mich jemand sieht und bewundert.

Schade, dass Du mit einem Hund, der seiner Bestimmung nach im Rudel Löwen und ähnliches hetzen sollte, also im Rudel lebt, alleine durch den Wald führst. :knatsch: Hoffentlich darf er ab und zu mit Artgenossen spielen? :smirksmile:

Nichts für ungut, Seawasp, so ein unverhohlener Besitzerstolz auch im Zusammenhang mit dem Statement, dass Dein Liebster keinen Nothund, sondern einen Neuen (Jungfräulichen) Hund wünscht, reizt mich. Aber ich wünsche Dir mit Deinen RR's alles Gute. Und da meine ich auch so. Ist bestimmt ein toller Kerl und wenn er/sie es guthaben bei Euch ist es gut.

Lukulla
14.09.2006, 19:42
Nein, Lukulla, das stimmt so einfach nicht.

Danke für den Widerspruch. Sehe aber ehrlich gesagt keinen, denn ich sage, die Prägung auf den Menschen findet in der 3-5 Woche (oder so) statt und ist mit 12 Wochen abgeschlossen.

Danach kannst Du dem Hund trotzdem noch versauen, oder ihn weiter gute Erfahrungen machen lassen, wie das bei Euch der Fall ist.

@Bim


Die Prägephase beim Hund dauert bis zur 16. Woche, obwohl der Übergang in die Sozialisierungphase fließend ist.
Ich würde daher einen Welpen am liebsten gar nicht vor der 12. Woche übernehmen und auch als Züchter würde ich einen Welpen nicht vor der 12. Woche abgeben.

Erst in der 12. Woche abgeben ist vernünftig. Gibt es einen Link für die 16. Woche?

Natürlich sind Hunde im TH auch gestört, schwerst gestört, vor allem deren Prägung nicht optimal lief und die weitere Lebenserfahrung evtl. auch nicht.

Meine Kritik richtet sich gegen die Geschäftemacherei der Züchter - und daran ändert leider auch nichts, wenn Basine oder ein Mensch hier im Forum gute Erfahrungen gemacht hat, auch dieser Züchter wollte Geld und keine lieben Worte für den Hund - die überwiegende Mehrzahl züchtet um Geld zu verdienen.

Inaktiver User
14.09.2006, 19:51
Lukulla,
weiß nicht, ob es links dazu gibt (Prägephase). Google doch mal :smirksmile:

auf die Schnelle habe ich diese gefunden; beim zweiten geht Konrad Lorenz von einer Prägephase bis zur 12. Woche aus, während Trumler ihm "widerspricht", indem er bereits ab der 8. Woche von der Sozialisierungsphase spricht. :freches grinsen:

http://www.kittenkauf.info/praegung/pragungsphasen_-_welpen.html

http://www.hundezeitung.de/hundekunde/abschnitt.html
Der Übergang ist wie gesagt fließend und ich denke auch immer abhängig vom Individuum. Ich finde pauschale Aussagen "bis zur 8. bzw 12. Woche, dann..." nicht so gut.

LG
Bim

swenja
14.09.2006, 21:49
Voraussetzung für beides ist sowieso, dass man sich keinen Hund unüberlegt und ohne sich wenigstens Grundkenntnisse über das Wesen und Verhalten eines Hundes angeeignet zu haben, einen Hund halten sollte. Darüber sind wir uns aber einig, oder? :smirksmile


Das auf alle Fälle.

Ich rate erstmal jedem Ersthundbesitzer von einem Hund aus dem Tierheim ab. Mein erster Hund war ein Mischlingswelpe. Unkompliziert, viel Arbeit am Anfang, aber dann sass die Erziehung.

Meine nächsten Mischlingshunde waren direkt aus Familien, die in in einem Falle wegen Umzug und im anderen wegen Scheidung nicht mehr behalten konnten. Gut erzogen pflegeleicht und kinderlieb waren die Angaben.

Definitiv mehr Zeit und Erfahrung kosteten die anderen Hunde. Einen Hund umzuerziehen ist nicht hunderprozentig möglich. Mit Resteigenarten muss ich leben. Vor allem muss ich die erstmal rauskriegen. Sie hatten teilweise Macken, die die Vorbesitzer gar nicht als Macken sahen, mich aber erheblich störten.

Z.B. mein Hund darf nicht ins Bett und nicht aufs Sofa. Beim Welpen kein Problem, bei meinem Jetzigen dauerte es recht lange, bis er kapierte-ab jetzt nimmer, früher war früher. usw. es gäbe unzählige Beispiele dazu. In Griff zu bekommen, aber wesentlich anstrengender als gleich richtig zu erziehen.

Dass ein hund ein Angstbeisser war, hab ich auche rst erfahren, als er zuschnappte. Solche Infos bekam ich leider nicht.

Mein Fazit: Erziehung eines Welpen ist zwar kurztfristig sehr zeitaufwendig, aber wesentlich einfacher als bei einem älteren Hund mit *Erfahrungswerten*

lenita
14.09.2006, 22:02
@seawasp,

Denn wenn wir Deutschen, wenn Ösis und Schweizer ja so grosszügig bereit sind, das, was in Spanien oder Polen simpel als Müll betrachtet wird zu entsorgen, entsteht dort natürlich auch kein Druck, Gesetze zu verändern und Tierschutz auch von staatlicher Seite und über Strafen aktiv zu betreiben. Der "Müll" verschwindet ja aus dem staatlichen Blickfeld, andere übernehmen die Verantwortung.

In Spanien und Griechenland z.B. haben die Behörden und/oder Hundefänger kaum Probleme mit der tierischen "Müllentsorgung", die zwingend zum Umdenken Anlaß geben würde.
Freilaufende Hunde werden häufig genug vergiftet.
Fundhunde und Abgabehunde in öffentlichen "Auffangstationen" werden - häufig schon nach 14 Tagen Aufenthalt - vergast.

Hier ein Link von Son Reus (Stadt Palma de Mallorca) für das Jahr 2004:
http://csmpa.palmademallorca.es/resum.htm

Animals sacrificats: getötete Tiere
Cans: Hunde

Sortides d’animals 4.778
Animals sacrificats 2.406
cans 1.615
moixos 766
altres 12
avifauna 13

Adopcions 1.043
cans 806
moixos 235
altres 2

Retornats a propietaris 451
cans 428
moixos 14
altres 9
Altres circumstàncies 387
Morts 333
Escapats (i altres) 54
Entrega de cadàvers 491


Meines Wissens versuchen dagegen die meisten Tierschutzorgas, für die Kastration von Hunden und Katzen zu werben und fördern auch entsprechende Aktionen in Zusammenarbeit mit örtlichen Tierärzten.
lg lenita

Inaktiver User
15.09.2006, 07:48
@seawasp
genau aus den von dir genannten gründen habe ich mich gegen eine adoption aus dem ausland entschieden! abgesehen davon war mir das risiko von leishmaniose zu groß. ich habe recht viel über die krankheit gelesen...

das berliner th war das in dem ich war. und welches ich auch ausdrücklich loben muss. deshalb loben muss, weil ich ein längeres gespräch mit einer pflegerin hatte über meine "wünsche" und auch darüber was ich bieten kann als halter. ich habe dort die erfahrung gemacht, dass man versucht so gut es geht über die eigenheiten der tiere aufzuklären und wirklich für die tiere ein passendes zu hause sucht. ich hätte gerne einem hund von dort ein zuhause gegeben. aber, ich bin mit der pflegerin auch ziemlich schnell dahingekommen, dass ein welpe bei meinen bedingungen einfach die bessere entscheidung war.

ohne zu generalisieren: was uns einfach aufgefallen ist, ist das im th sehr gut aufgeklärt wurde, bei manchen organisationen aber nicht. ich möchte damit nicht sagen, dass alle organisationen so sind. es gibt gute und schlechte. genauso wie gute und schlechte züchter und gute und schlechte th's.

im übrigen habe ich gestern auf der seite vom th berlin geschaut, da sind zwei ware schätze. natürlich gibt es das auch. nur als ich gesucht habe dort leider nicht.

mal generel: eigentlich wollen wir doch alle dasselbe. das es den fellnasen gut geht. den wesentlichsten punkt sehe ich auch darin, dass sich viele menschen verdammt wenig gedanken machen um die anschaffung eines hundes. und über die eigenheiten eines hundes als rudeltier. mir fällt da auch einiges schwer, vor allen dingen, weil man konequenz lernen muss und kompromisse meist ausscheiden. sage ich an der straße "sitz", dann möchte ich ein "sitz" sehen und nicht das der hund mal langsam über die straße schlendert. was ich lerne ist, dass man erst mal sehr viel über sich selber lernt.

Inaktiver User
15.09.2006, 08:11
Denn wenn wir Deutschen, wenn Ösis und Schweizer ja so grosszügig bereit sind, das, was in Spanien oder Polen simpel als Müll betrachtet wird zu entsorgen, entsteht dort natürlich auch kein Druck, Gesetze zu verändern und Tierschutz auch von staatlicher Seite und über Strafen aktiv zu betreiben. Der "Müll" verschwindet ja aus dem staatlichen Blickfeld, andere übernehmen die Verantwortung.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich drastisch etwas am Tierschutz in Spanien,Polen, Rumänien etc. ändern würde, würden keine Hunde mehr nach D, CH, oder A vermittelt.

Ich nehme an, die vermittelten Hunde stellen einen Tropfen auf den heißen Stein dar.

Ein Blick nach England und Irland.
Dort werden jedes Jahr 4.000 bis 9.000 Rennhunde nachgezüchtet, die dann 3jährig erschossen oder anderweitig entsorgt werden. Allein in London gibt es sieben Rennbahnen.

Ähnlich verhält es sich mit Jagdhunden in Spanien.

Ich finde es falsch gedacht, darauf zu verzichten, Tiere ins Ausland zu vermitteln, um Druck auf die Länder auszüben. Das wird nicht funktionieren. Der umgekehrte Weg ist mE der richtige. Es muss in diesen Ländern Gesetze geben, die Tierquälerei unter Strafe stellt und Hunderennen verbietet. Komischerweise sind die meisten Länder davon in der EU, doch ein einheitliches Tierschutzgesetz gibt es nicht, bzw. werden bei gerade solch eklatanten Themen wie Stierkämpfe, Hunderennen, Hahnenkämpfe kulturelle weil "traditionelle" Ausnahmeregelungen geschaffen.

*Einzelne Aspekte des Tierschutzes sollen, wie bisher, nur dann thematisiert werden, wenn sie in einem der anderen Politikbereiche, von der Landwirtschaft bis zur Raumfahrt „zufällig“ eine Rolle spielen. Ein umfassender Schutz von Tieren in der Landwirtschaft, beim Transport oder in der Forschung durchzusetzen, ist damit auch künftig sehr schwierig. Wichtige Bereiche, wie die Haltung von Heimtieren, der Umgang mit Ketten- oder Straßenhunden in Ost- und Südeuropa oder der Stierkampf in Spanien bleiben laut Verfassung sogar ganz ausgeklammert.*

http://www.tierschutzbund.de/00683.html

Inaktiver User
15.09.2006, 16:12
Lukulla,

ich weiss nicht, wie es um Deine Zeit bestellt ist, aber meine ist mir zu kostbar, um mich mit Kokolores wie diesem hier:


Das setze ich vorraus! Und das war aber nicht meine Frage, sondern ob Du in ihn verliebt bist. Aber das ist wohl eher rhetorisch zu sehen, denn ich kann mir keinen deutschen Satz vorstellen, wo man mehr Superlative findet, was die körperliche Präsenz eines Hundes angeht als hier:

Zitat:
wenn daraus so ein Trumm wird wie mein Dicker, der mit 75cm Schulterhöhe und über 50kg geballter Muskelkraft nun wahrlich ein imposantes Exemplar seiner Gattung ist.

Ich dachte nur, hoffentlich sind bei den 50 Kilo auch ein bisschen Platz für Ohren, Krallen, Fell und Organe.

Zitat:
*wechlach*

Über Dich? Über mich? Ich dachte, Du hättest die Souveränität zu sagen: ja, ich bin tatsächlich stolz auf dieses Kraftpaket und liebe es zu sehen, wenn seine Muskeln spielen...ist ja schön, oder? Wenn das nicht alles ist.

Zitat:
Ich gehe jeden Tag hocherhobenen Hauptes in den Wald und hoffe, dass mich jemand sieht und bewundert.

Schade, dass Du mit einem Hund, der seiner Bestimmung nach im Rudel Löwen und ähnliches hetzen sollte, also im Rudel lebt, alleine durch den Wald führst. Hoffentlich darf er ab und zu mit Artgenossen spielen?

Nichts für ungut, Seawasp, so ein unverhohlener Besitzerstolz auch im Zusammenhang mit dem Statement, dass Dein Liebster keinen Nothund, sondern einen Neuen (Jungfräulichen) Hund wünscht, reizt mich. Aber ich wünsche Dir mit Deinen RR's alles Gute. Und da meine ich auch so. Ist bestimmt ein toller Kerl und wenn er/sie es guthaben bei Euch ist es gut.

auseinander zu setzen.

Aber ich wünsche Dir weiterhin viel Spass bei Deinen Visualisierungsübungen, die - Psychologie für Anfänger - viel mit Dir und wenig mit mir zu tun haben.

:freches grinsen:

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
15.09.2006, 16:17
Bim,

mit tun die Galgos, Greyhounds und Podencos auch leid, und ich bin froh, DASS es Massnahmen gibt, um dieses Elend zu bekämpfen. Dennoch sehe ich diese Ansätze durchaus kritisch, ähnlich wie auch andere Einmischungen auf politischer Ebene kontrovers diskutiert werden können.

Grüssle
Seawasp