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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Partner hat Beziehungsangst - wie kann ich ihn unterstützen???



annielennox
30.08.2006, 10:28
Guten Morgen zusammen,

ganz "frisch" hier im Forum möchte ich mein Problem schildern und hoffe auf "gute Ratschläge" :smile:

Ich (w., 40 Jahre jung) bin seit 2,5 Jahren mit meinem Partner (41) zusammen. Nach kurzer Zeit schon stellte sich heraus, dass mein Partner sehr starker Beziehungsangst hat, was sich im täglichen Leben unserer "Beziehung" immer wieder gezeigt hat. Mittlerweile hat mein Partner sich dafür entschieden, eine Therapie zu machen, weil die Ursache für seine Ängste bekannt sind. Ich bin sehr froh darüber, dass er diesen Schritt gegangen ist :smile:

Wir lieben uns sehr, doch dieses ständige Hin- und Her in der Beziehung ist für mich sehr sehr anstrengend und ganz oft auch sehr verwirrend.

Nun zu meinerr Frage:
Wir möchten gerne weiterhin zusammenbleiben, doch ich weiss nicht, wie ich ihn unterstützen kann. Gibt es hier in diesem Forum jemanden, der ähnliches schon erlebt hat oder - wie ich - mittendrin steckt?

Liebe Grüsse
annielennox

Kekole
01.09.2006, 12:40
So nochmal von vorn, ich hatte ausversehen die Antworttaste erwischt, sorry.

Hallo Annie, erst einmal willkommen im Forum :)

Dein Partner hat erkannt, dass er - wie Du es nennst - Beziehungsängste hat und sucht sich professionelle Unterstützung und dies ist das wichtigste.
(Meinst Du Bindungsängste? Er sucht Deine Nähe und braucht dann wieder Abstand?)

Es ist nicht leicht Dir da etwas zu raten, da Du dieses Thema nur kurz angerissen hast.

Du könntest Dir Literatur zu diesem Thema suchen (da mir jetzt spontan kein Buch einfällt, könntest Du im Forum Psychotherapie mal nachfragen, da tummeln sich ein paar Profis rum, die Dir sicher nen guten Buchtip geben). So kannst Du ich kundig machen, wie so ein Mensch "tickt", damit Du es wenigstens nachvollziehen kannst.

Ich hatte einen Partner, der ist direkt aus einem Gespräch gegangen, weil es ihm zu eng wurde.
Leider habe wir das Problem nicht lösen können, da er nicht bereit war, auch nur in die Richtung zu schauen - geschweige denn an Therapie auch nur zu denken. Seine Kindheit war gespickt mit seelischen und körperlichen Übergriffen).
Ich habe mich nach zwei Jahren getrennt, da meine Nerven am Ende waren.

Dies soll Dich jetzt nicht zu entmutigen, denn ihr liebt euch, ihr wollt beide die Beziehung und Dein Partner sieht sein Problem.
Ich hoffe, dass Du so stark bist und die Zeit, die eine Therapie braucht, einräumen kannst.

Beschreibe eure Situation doch mal ein bißchen näher.

Kekole

Noch nen Tip, Du bist irgendwie im falschen Forum gelandet.
Poste Dein Thema doch nochmal unter Psychotherapie. Ich vermute dies ist auch der Grund warum Du bis jetzt keine Antwort er halten hast ;)

regenschauer
06.05.2007, 13:02
Schade eigentlich, dass dieser Strang "eingeschlafen" ist, denn ich denke Beziehungs- oder Bindungsängste betreffen doch sehr viele Menschen (Trennungen, Scheidungen, Single gibt es wie Sand am Meer!), wenn auch vielleicht nur manchmal in bestimmten vertrackten Situationen, aus denen man einfach nur raus will...
Aber so ein Erfahrungsaustauch wäre doch eine erste Hilfe für jedermann.

Ich fang einfach mal wieder an und vielleicht gibt es ja doch die ein oder andere Resonanz...

@annielennox

Wir lieben uns sehr, doch dieses ständige Hin- und Her in der Beziehung ist für mich sehr sehr anstrengend und ganz oft auch sehr verwirrend.

Ich kann das nur allzugut nachvollziehen, denn ich steck selber mittendrin und fühle mich hin- und hergerissen.
Wo hört man auf, ab wann macht das alles keinen Sinn mehr.
Mein persönlicher Leidensdruck ist da starken Schwankungen unterlegen - die Kraft die ich heute bräuchte, kann morgen schon wieder da sein oder umgekehrt.

@Kekole

Ich hatte einen Partner, der ist direkt aus einem Gespräch gegangen, weil es ihm zu eng wurde.

Genauso reagiert mein Partner auch (hatte übrigens ebenso eine seelisch grausame Kindheit), er geht und zieht sich zurück... es ist `ne wahnsinns Anstrengung ihn da wieder zu erreichen - er leidet drunter, ihm gehts dann echt schlecht und er blockt total (zieht dann immer einen radikalen Schlussstrich, den er am liebsten aber ganz schnell wieder aufweichen würde...weil er sich damit auch nicht wohl fühlt).
Andererseits ist er froh, wenn ich dann liebevoll auf ihn eingeh, Verständnis zeige und ihm sage, dass ich ihn trotzdem mag. Das verwirrt ihn dann ...:smile: ... Nee ehrlich! Ich find das eigentlich ganz traurig!

Ein Patentrezept, wie ich ihm helfen kann, hab ich noch nicht gefunden, und für mich, das auszuhalten auch nicht so recht...

Aber ich denke man ist schon auf einem guten Weg, wenn man eben in erster Linie Verständnis zeigt, dem "Ängstlichen" einfach seine Reaktion ausleben lässt und auch zu verstehen gibt, dass man einfach nur für ihn da ist und er jederzeit gern gesehen ist.

Kekole
07.05.2007, 11:33
Regenschauer

Genauso reagiert mein Partner auch (hatte übrigens ebenso eine seelisch grausame Kindheit), er geht und zieht sich zurück... es ist `ne wahnsinns Anstrengung ihn da wieder zu erreichen - er leidet drunter, ihm gehts dann echt schlecht und er blockt total (zieht dann immer einen radikalen Schlussstrich, den er am liebsten aber ganz schnell wieder aufweichen würde...weil er sich damit auch nicht wohl fühlt).
Andererseits ist er froh, wenn ich dann liebevoll auf ihn eingeh, Verständnis zeige und ihm sage, dass ich ihn trotzdem mag. Das verwirrt ihn dann ... ... Nee ehrlich! Ich find das eigentlich ganz traurig!

Ein Patentrezept, wie ich ihm helfen kann, hab ich noch nicht gefunden, und für mich, das auszuhalten auch nicht so recht...

Hallo Regenschauer,

ich bin mir nicht sicher, ob da – helfen wollen – das richtige ist.
(Im Nachhinein betrachtet, hatte ich mich damit übernommen und er konnte in seinen alten Muster verbleiben.)

Die eigenen Grenzen zu sehen ist wichtig und sie zu ziehen,
so dass der Partner auch aktiv an seinem "Manko" arbeiten kann, damit die Beziehung nicht aus der Balance kommt.
Ihm Platz zu geben auf dich zukommen zu können, da kannst du ihn unterstützen.

Du schreibst, dass du dich manchmal hilflos fühlst, habt ihr schon einmal überlegt eine Paarberatung zu machen?

Lieben Gruß
Kekole

regenschauer
07.05.2007, 11:41
Die eigenen Grenzen zu sehen ist wichtig und sie zu ziehen,so dass der Partner auch aktiv an seinem "Manko" arbeiten kann, damit die Beziehung nicht aus der Balance kommt.
Ihm Platz zu geben auf dich zukommen zu können, da kannst du ihn unterstützen
Wenn ich meine Grenzen aufzeige, zieht er sich komplett zurück und meint es hätte eh keinen Sinn mit uns. Dann geht garnix mehr.

Du schreibst, dass du dich manchmal hilflos fühlst, habt ihr schon einmal überlegt eine Paarberatung zu machen
Ich schon, weiß aber nicht ob er diese, selbst wenn er bereit wäre (was ich schon denke), auch wirklich realisieren würde/könnte. Er will wieder ganztags im Ausland (Schweiz) arbeiten gehen. Angeblich, so sagt er, könne er da nicht ständig weg...

trambahn100
07.05.2007, 11:51
Die eigenen Grenzen zu sehen ist wichtig und sie zu ziehen,so dass der Partner auch aktiv an seinem "Manko" arbeiten kann, damit die Beziehung nicht aus der Balance kommt.
Ihm Platz zu geben auf dich zukommen zu können, da kannst du ihn unterstützen
Wenn ich meine Grenzen aufzeige, zieht er sich komplett zurück und meint es hätte eh keinen Sinn mit uns. Dann geht garnix mehr.

Du schreibst, dass du dich manchmal hilflos fühlst, habt ihr schon einmal überlegt eine Paarberatung zu machen
Ich schon, weiß aber nicht ob er diese, selbst wenn er bereit wäre (was ich schon denke), auch wirklich realisieren würde/könnte. Er will wieder ganztags im Ausland (Schweiz) arbeiten gehen. Angeblich, so sagt er, könne er da nicht ständig weg...


es scheint so, als ob diese Beziehung eine Dauer-Psychotherapie wird. ja, so kann man seine Zeit auch verbringen.

in einer Partnerschaft sind m.E. Ängste bloss dann akzeptabel, wenn beide den gleichen Angstlevel haben - dann bewegen sich beide Partner im Gleichtakt.

wenn einer mehr Ängste hat als der andere, wird es immer Spannungen und Gespräche und Machtkämpfe geben.

regenschauer
07.05.2007, 11:57
Es scheint so, als ob diese Beziehung eine Dauer-Psychotherapie wird. Ja, so kann man seine Zeit auch verbringen.
Nein darauf hab ich nun wirklich keinen Bock!

In einer Partnerschaft sind m.E. Ängste bloss dann akzeptabel, wenn beide den gleichen Angstlevel haben - dann bewegen sich beide Partner im Gleichtakt.Wenn einer mehr Ängste hat als der andere, wird es immer Spannungen und Gespräche und Machtkämpfe geben.
Dieser Angstlevel ist bei uns beiden sehr gravierend... jetzt versteh ich auch so ungefähr, wieso wir beide nicht zu Potte kommen (können).

Kekole
07.05.2007, 12:50
Regenschauer

Wenn ich meine Grenzen aufzeige, zieht er sich komplett zurück und meint es hätte eh keinen Sinn mit uns. Dann geht garnix mehr.


Ja, kenne ich,
aber dies ist wahrscheinlich das "Spiel", du bekommst vermutlich Angst ihn zu verlieren und regulierst dein Verhalten, kann das sein?
Wie lange hälst du die Sendepause aus?

Trambahn hat es angesprochen, dass es um Angst, wohl auch um Macht gehen könnte.

Schreib doch noch ein bisschen mehr dazu, wie es zu einem Rückzug kommen kann, was löst ihn aus? Wie verhält er sich dann und was machst du?
Und noch ne Frage, wie findet ihr einen Weg wieder zueinander?

LG Kekole

regenschauer
07.05.2007, 13:10
danke erstmal für eure Anteilnahme, wobei es hier letztlich um annie geht und ich mich nicht so reindrängen mag. Vielleicht belassen wir mein Problem besser in meinen Thread unter:
http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?p=2039386#post2039386

@Kekole
Ich versuche die "Sendepause" ein- bzw. auszuhalten, stark zu bleiben.

Sein Rückzug geschieht für mich aus heiterem Himmel. Meist wenn es um seine Tochter geht (Streitschlichtung zwischen ihr und meinem Sohn oder Kritik an ihrem Verhalten) und er das Gefühl hat, sie wird von mir nachteilig bzw. ungerecht behandelt. Das passiert ganz schnell.
Oder wenn ich "Nägel mit Köpfen" machen möchte, unsere Zukunft betreffend das realisieren, wovon er spricht. Geht ihm dann doch zu schnell :wie?: und er macht dicht.

Er reagiert (so empfinde ich) überempfindlich und verdreht die Dinge. Ist dann beleidigt und geht. Aber er kontaktiert mich irgendwann wieder und will wissen wie es mir geht und was wir machen sollen (sieht auch seine Fehler z.T. ein).

Bisher habe ich ihn "machen lassen". Und meine Tür stand immer offen für ihn. Wir haben uns über Gespräche wiedergefunden bis zum nächsten Ausreiser (Abstand aktuell 1 Woche).

Im Moment mag ich ihn nicht mehr bei mir haben - so weh mir das auch tut.

jn1746
03.10.2007, 18:41
Hallo!
Bei mir ist vor 2 Jahren eine Beziehung auseinandergebrochen. Mein damaliger Freund hatte Bindungsangst. Je mehr ich die Beziehung vertiefen wollte (wir waren 4 1/2 Jahre zusammen) je mehr ist er zurückgewichen. Das war sehr schwer, schließlich ist die Beziehung daran zerbrochen. Mir hat damals ein Buch sehr gut geholfen, ich habe unsere Beziehung immer wieder darin gefunden: "So nah und doch so fern".
Schöne Grüße

Berenike88
25.04.2008, 17:17
* hochschieb *

Das Thema : Beziehungsangst ist in vielen Beziehungen Thema .
Casus Knactus : man oder frau merken es nicht gleich .

Da gibts keine Ausreden. Ist so .

Berenike