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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Uebersetzungshilfe-Stundensatz?



Inaktiver User
28.08.2006, 17:45
Hallo an die Spezialisten hier! Ich habe einen Nebenjob an Land gezogen, es geht dabei um stundenweises Uebersetzen von Spanisch-Deutsch-Texten und nun hat man Interesse an einer Zusammenarbeit und fragt an, was denn mein Stundensatz sei ??

Ich bin keine gelernte Uebersetzerin, es handelt sich dabei um mittelschwere Texte aus dem Geschaeftsleben. Ich dachte so an die 12 Euro pro Stunde. Kann mir Jemand sagen, ob das zu hoch angesetzt ist? Verlieren moechte ich den Job nicht, denn ich betrachte das auch als Chance ... aber zu billig moechte ich mich auch nicht verkaufen. Hab hier schon im Forum nach aehnlichen Postings Ausschau gehalten, hab aber nix gefunden.

Um eine schnelle Antwort waere ich sehr dankbar.

Gruss aus Spanien,
Lunita.

Muss dazu sagen, dass ich die Texte im Internetcafé bearbeite, ich hab keine groesseren Ausgaben dabei, nur die Stunden, die ich dort absitze, muss ich dann auch bezahlen. Aber Fahrtkosten etc. fallen nicht an. Auch keine grossartigen Ausgaben fuer Bueromaterial fallen flach ...

Lizzie64
28.08.2006, 18:00
hi lulu,

das ist VIEL zu wenig. ich weiß zwar, dass in spanien nicht die honorare gezahlt werden, die hierzulande üblich sind, aber immerhin bist du seit jahren in deiner zweitsprache "zuhause", das zählt eine menge.

ich hab' gerade mal einen freund gefragt, der dipl.-übersetzer für englisch und spanisch ist, und der sagte das gleiche wie ich.

50 € die stunde plus mehrwertsteuer sind realistisch.

bitte, bitte lass dich nicht "positiv abschrecken" von dieser zahl. spanien - und mallorca zumal - ist zwar vielleicht nicht ganz auf dem niveau wie deutschland, aber nicht weit davon entfernt.

bedenke auch, dass du nicht die preise kaputtmachen darfst; dein stundenpreis sollte ungefähr auf dem marktüblichen niveau liegen. es ist ja keine triviale aufgabe, sondern richtig anspruchsvolle arbeit. die muss ihren preis haben.

also mein vorschlag (ich bin ja selbst übersetzer-quereinsteigerin): biete 50 € / stunde an und lass dich evtl. 5 € runterhandeln. alles darunter wäre nicht seriös.

viel erfolg!

liz

bonjour
28.08.2006, 18:26
Hola Lunita und Lizzie!

Ich mache selbst auch Übersetzungen (in Kolumbien), aber ich werde nicht pro Stunde bezahlt, sondern pro Blatt (es sind Übersetzungen für Gerichte), ich dachte, es wäre in Deutschland sogar pro Wort bezahlt??? Ich finde es sogar gerechter, denn nicht jede(r) arbeitet gleich so schnell oder gleich so langsam.

Un saludo muy especial,
bonjour :cool: :smile:

Lizzie64
28.08.2006, 18:32
Hola Lunita und Lizzie!

Ich mache selbst auch Übersetzungen (in Kolumbien), aber ich werde nicht pro Stunde bezahlt, sondern pro Blatt (es sind Übersetzungen für Gerichte), ich dachte, es wäre in Deutschland sogar pro Wort bezahlt??? Ich finde es sogar gerechter, denn nicht jede(r) arbeitet gleich so schnell oder gleich so langsam.

Un saludo muy especial,
bonjour :cool: :smile:

bon soir bonjour!

es wird beides gemacht; kommt auf die texte an. bei geschäftstexten würde ich persönlich auch eher ein wort-honorar nehmen, aber wenn lunas auftraggeber pro stundenhonorare zahlen wollen, ist das auch ok.

ansonsten: versuche mal, auszurechnen, was du bei einem wortpreis von 16 cent bekommenwürdest (das versteht sich immer plus mwst.).

Inaktiver User
28.08.2006, 18:37
Ok, Lizzie ... da werde ich das mal so machen. Ich danke dir fuer die schnelle Wortmeldung, werde die Mail mal fertigmachen und sie weiterleiten an die Interessenten, mal sehen, was dabei rauskommt. Natuerlich will ich die Preise nicht boykottieren, deshalb mein Posting. Danke schoen!

Bonjour, es handelt sich um einen dt. Auftraggeber auf Mallorca. Also, nicht mit Deutschland in Verhandlung, sondern schon hier auf der Insel, und Lizzie, die Preise sind dem dt. Niveau in vielen Bereichen durchaus angepasst.

Danke und bis dann,

Lunita.

Lizzie64
28.08.2006, 18:40
hey klasse, das klingt gut!

gerade wenn es ein deutscher AG auf mallorca ist, sind die 50 € wirklich ok.

ich drücke ganz doll die daumen, das gefühl, wenn man einen auftrag bekommt, ist einfach toll!! :krone auf:

:allesok: :allesok:

Alemanita
28.08.2006, 21:37
Ich arbeite nebenberuflich als Uebersetzer und Vermittler in Spanien, aber auf dem Festland. Dafuer waeren die Preise total ueberzogen. Ich arbeite fuer ca. 10 Cent pro Wort (aus dem Ausland) bzw. vermittele fuer ca. 6-7 Cent weiter, je nachdem. Alle freuen sich ueber das Angebot, normal ist eher 5 Cent, und meine Kollegin, die das professionell teilzeit macht, bekommt 3 Cent pro Wort! Das finde ich zwar auch die totale Abzocke, aber Uebersetzer gibt's zumindest hier wie Sand am Meer...
...aber wenn er Stundensatz haben will, wuesse ich nicht, was ich nehmen sollte, spontan wuerde ich 18 Euro sagen.

Inaktiver User
29.08.2006, 00:41
Bei durchschnittlichen Texten, berechne ich Übersetzungen pro Zeile, wobei eine Normzeile 55 Zeichen entspricht. Pro Zeile berechne ich, je nach Schwierigkeitsgrad, 50- 60 Cent pro Zeile.

Es kommt aber auch darauf an, ob Du selbständig bist oder nur nebenbei, welche Qualifikation Du hast und ob es eine einmalige Sache ist oder langfristiger.

Würde Dir auch zu einem Stundensatz von 20- 25 Euro raten.

Alles Liebe
Smaragdalge

Lizzie64
29.08.2006, 09:59
(...)

Würde Dir auch zu einem Stundensatz von 20- 25 Euro raten.

Alles Liebe
Smaragdalge

und das ist definitv zu wenig.

Inaktiver User
30.08.2006, 09:38
Hallo an die Spezialisten hier! Ich habe einen Nebenjob an Land gezogen, es geht dabei um stundenweises Uebersetzen von Spanisch-Deutsch-Texten und nun hat man Interesse an einer Zusammenarbeit und fragt an, was denn mein Stundensatz sei ??

Ich bin keine gelernte Uebersetzerin, es handelt sich dabei um mittelschwere Texte aus dem Geschaeftsleben. Ich dachte so an die 12 Euro pro Stunde. Kann mir Jemand sagen, ob das zu hoch angesetzt ist? Verlieren moechte ich den Job nicht, denn ich betrachte das auch als Chance ... aber zu billig moechte ich mich auch nicht verkaufen. Hab hier schon im Forum nach aehnlichen Postings Ausschau gehalten, hab aber nix gefunden.

Um eine schnelle Antwort waere ich sehr dankbar.

Gruss aus Spanien,
Lunita.

Muss dazu sagen, dass ich die Texte im Internetcafé bearbeite, ich hab keine groesseren Ausgaben dabei, nur die Stunden, die ich dort absitze, muss ich dann auch bezahlen. Aber Fahrtkosten etc. fallen nicht an. Auch keine grossartigen Ausgaben fuer Bueromaterial fallen flach ...
Aber andere Kosten fallen an, deshalb halte ich 12 Euro für zu gerin. Du musst die Einnahmen versteuern, deine KV bekommt unter Umständen auch etwas davon ab (hängt von deinem Status beid er KV ab und vom Einkommen). M. E, sollte eine drei vorne stehen, also mind. 30 Euro die Stunde.

Inaktiver User
30.08.2006, 09:44
Such dir ein Übersetzungsbüro o.ä. und frag' einfach mal ganz naiv als interessierte Kundin an, was denn die Übersetzung eines Textes in dem und dem Schwierigkeitsgrad kosten würde (hab ich damals in Perú so gemacht), daran kannst du dich dann orientieren.

LG
Estrella

Alemanita
30.08.2006, 12:06
Eben. Die KV ist in der Sozialversicherung enthalten und ziemlich gering. Lunalunita hat höchstens 22% Abzüge (hab´ im anderen Thread gesehen, was sie verdient), insgesamt, also inkl. KV/Sozialversicherung und Steuern. Die sind bei uns nun mal geringer, und der Beruf des Übersetzers ist hier auf jeden Fall niedriger bezahlt, mit 50 Euro würde sie sich sicher ins Aus schießen. Sie ist weder professionell, noch hat sie sich einen Name gemacht noch ist sie eine Agentur. Und würde Luna 50 Euro verlangen, dann würde ich mich als Firma gleich an eine professionelle Agentur wenden.
Ein Freund bekam ein Angebot, für einen Tag Übersetzer zu sein (er ist ein in Deutschland aufgewachsener Spanier). Er wollte 20 Euro die Stunde, sie wollten aber nur 100 Euro für 8 Stunden zahlen + Verpflegung zahlen.
Ich selbst gebe auch Übersetzung an eine Übersetzungsfirma in meinem Hauptberuf weiter und zahle denen 14 Cent, man kann sich vorstellen, dass die Agentur min. die Hälfte einbehält. Um meinen Chef überzeugen zu können, dass wir nicht die Agentur nehmen, sondern eine private Person ohne Erfahrung, muss ich schon mit 10 Cent ankommen (was ich auch gerade versuche).

Sollte sie zu den 50 Euro kommen, werde ich natürlich meine Preise überdenken. :),
Ich korrigiere mich aber auf 20 Euro ;).

Bibigrrl
12.09.2006, 19:32
Bei durchschnittlichen Texten, berechne ich Übersetzungen pro Zeile, wobei eine Normzeile 55 Zeichen entspricht. Pro Zeile berechne ich, je nach Schwierigkeitsgrad, 50- 60 Cent pro Zeile.



eine kurze Nachfrage an die kundigen Übersetzerinnen:

bislang hatte ich es immer mit normal formatierten Texten zu tun, also viele Normzeilen und dann mal einen Absatz, und habe eigentlich für alle Zeilen (*großzügig*) den gleichen Zeilensatz verwendet.

Was macht Ihr, wenn ein Text viele "kürzere" Zeilen hat?, aber nicht unbedingt nur halbe Zeilen, halt ein Text, in dem es viele, viele Absätze gibt? :wie?:

(seh gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht ...)

MistressWeatherwax
12.09.2006, 23:30
Ich berechne immer nach Normseite (60 Anschläge a 30 Zeilen), und wenn da eine Zeile kürzer ist, dann - nehme ich trotzdem dass gleiche Geld dafür.
Wenn der Autor ein Kapitel nach einer halben Seiten (oder nur wenigen Zeilen) beendet, dann mache ich das auch und stelle das als komplette Seite in Rechnung. Folgt den Regeln des "Wir übersetzen Bücher und keine Zeilen" :smile:
Im allgemeinen sehe ich es so, dass man für diesen Job ohnehin schon knickerig genug entlohnt wird, da muss man sich selbst nicht auch noch an den Zeilen herumknickern und am Ende ein schlechtes Gewissen haben, du meine Güte :)
Wenn es den Auftraggeber stört, dann wird er da schon was sagen. Und ansonsten würdest du ja auch nach Wort bezahlt werde und nicht nach Zeile/Seite.

Bibigrrl
13.09.2006, 00:12
danke, das beruhigt mich jetzt ... :blumengabe: :knicks:

Zehpferdchen
18.09.2006, 21:58
Hallo,

solange man eine (Word-)Datei bearbeitet und es sich nicht um eine "Exotensprache" mit Sonderzeichen handelt, spielt doch die eigentliche Zeilenlänge und/oder die Anzahl der Absätze auf der jeweiligen Seite (Schriftgröße, Formatierung etc.) überhaupt keine Rolle: unter "Extras" "Wörterzählen" anklicken, "mit Absatz (oder so ähnlich...)" auswählen und das Ergebnis (üblicherweise) :55 (Anschläge/Zeile) und anschließend :25 (Zeilen/Seite) teilen.

Bei uns werden alle Rechnungen nachgerechnet (geht ja fix, weil die Übersetzungen als Datei vorliegen) und bei einer Differenz jenseits einer gewissen Spanne auch reklamiert.
Pi x Daumen kommt da (bei uns zumindest) nicht so gut...

Lässt sich ein Text nicht über Zeilenpreise abrechnen (weil z.B. ein bereits vorhandener Text überarbeitet werden muss und diese Arbeit zwar zeitintensiv ist, womöglich aber nur einige wenige Worte oder Passagen geändert werden und das Ganze nicht im Korrekturmodus vorliegt), wird Zeit in Rechnung gestellt.
Die Freiberufler, mit denen wir zusammen arbeiten, haben alle ein Diplom, sind fast alle Muttersprachler und haben zumeist etliche Jahre Berufserfahrung.
Bei europäischen Sprachen liegen da die Stundenpreise zwischen € 40 und € 50.
Als "ungelernte Quereinsteigerin" wäre es wohl realistisch, von einer (deutlich) geringeren Summe auszugehen, um ins Geschäft zu kommen.

Viele Grüße, :blumengabe:
zehpferdchen

Zauberfrau
25.09.2006, 19:38
Hallo, Mädels!

Habe zufällig diesen Strang hier gefunden und möchte meine Meinung dazu abgeben.

Eine diplomierte, vereidigte Übersetzerin hat meine Geburtsurkunde und die meiner Eltern für über 60€ nach ZEILENABRECHNUNG (55Zeichen=1NZ inkl. Leerzeichen) übersetzt. Der offizielle Stempel kostete 6€ dazu. Jeder weiß, wie eine Geburtsurkunde aussieht, da GIBT es nicht viel zu übersetzen! Die Preise waren bei allen Übersetzern ziemlich gleich, nämlich NZ wie oben genannt, um die 1,95€/NZ netto.

Ich selbst übersetze ebenso, habe immerhin bald 20 Jahre Auslandaufenthalt hinter mir, die erforderliche Berufserfahrung (auch als DaF-Lehrkraft mit Fortbildung durch das Goethe-Institut) und lasse mich grundsätzlich per NZ bezahlen.

Sprachschulen verlangen im Schwarzwald den gleichen Tarif, wobei man jedoch wissen muss, dass diese dazu ihre Lehrkräfte einspannen-und das sind oft ebenso Muttersprachler, die dann höchstens 1€/NZ dafür bekommen. Auch da wird immer per NZ abgerechnet.

Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung und wie weiter oben schon jemand bemerkt hat, brauchen nicht alle gleich viel Zeit.

Eine technische Übersetzung kann lange dauern, da man tatsächlich bei sehr spezifischen Themen viel Herausfinden und nachfragen muss, auch die anschl. Lektüre, bevor der Text in Druck geht, muss bedacht sein und da halte ich 50€/h tatsächlich für angebracht.

Ich kann daher wirklich nur zur Zeilenabrechnung raten und dazu, den Preis der jeweiligen Gegend anzupassen und als Anfänger einen etwas geringeren Zeilenpreis anzusetzen.

Bei manchen Übersetzerbüros wird zB Suaheli mit 90Cent/NZ angeboten. Diese machen dann eine Mischkalkulation mit anderen Sprachen und wenn man nachfragt, bekommt man immer die gleiche Antwort: Wir müssen zuerst einen KV machen, und dann wird es doch viel teurer ;-)

Also, verkauft eure Auslandserfahrung, euer Wissen, euer Talent beim Formulieren nicht zu preiswert, das hat alles seinen Wert!

Liebe Grüße,

Zauberfrau

Enila
13.02.2007, 17:41
Hallo!

Ich habe in Belgien Übersetzung studiert und mich jetzt nebenberuflich selbständig gemacht.
Ich wurde nun auch nach meinen Preisen gefragt, unter anderem auch nach meinem Stundenpreis. Das Problem ist nur: im Studium war immer nur vom Preis pro Zeile die Rede, nie von Stundenpreis.
Wieso muss man denn beides angeben und wann wird in Stundenpreis gerechnet und wann in Preis pro Zeile???

Ich wurde außerdem nach dem Mindestwert gefragt. Was ist das genau?

Auch davon war in unserem Studium nie die Rede:wie?:

Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand hier weiterhelfen würde!!!

Danke im Voraus!!!

Bettina14
14.02.2007, 01:33
Hallo!

Ich habe in Belgien Übersetzung studiert und mich jetzt nebenberuflich selbständig gemacht.
Ich wurde nun auch nach meinen Preisen gefragt, unter anderem auch nach meinem Stundenpreis. Das Problem ist nur: im Studium war immer nur vom Preis pro Zeile die Rede, nie von Stundenpreis.
Wieso muss man denn beides angeben und wann wird in Stundenpreis gerechnet und wann in Preis pro Zeile???

Ich wurde außerdem nach dem Mindestwert gefragt. Was ist das genau?

Auch davon war in unserem Studium nie die Rede:wie?:

Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand hier weiterhelfen würde!!!

Danke im Voraus!!!


Hallo!

Meine Erfahrungen sind die folgenden:
Deutsche Kunden (Übersetzerbüros) rechnen zumeist nach Normzeilen ab. Bei Texten, die einen außergewöhnlich hohen Zeitaufwand erfordern, wird nach Zeit berechnet (also ein Stundenhonorar). Das gilt zum Beispiel für Listen von Fachbegriffen oder Texten, bei denen man neue Slogans/Wortspiele usw. erfinden muss. Ich würde von einer Agentur mindestens 25,- EUR nehmen, bei Endkunden mehr. versuch es aber ruhig mal mit EUR 30,-. Vor allem musst Du Dir selbst überlegen, wieviel Du pro Stunde verdienen musst, um gut leben zu können (auch Krankheit, Akquise und Verwaltungskram mit einrechnen!).

Deine andere Frage bezieht sich bestimmt auf die Mindestpauschale, das ist der Mindestwert, den Du pro Auftrag berechnest, z.B. EUR 20,- - dann würdest Du mindestens 20 EUR berechnen, auch wenn der Text nur 2 Zeilen hat. Das ist durchaus üblich.

Von den hier genannten Zeilenpreisen von 0,50/0,60 EUR kann ich nur abraten. Ich zumindest könnte davon nicht gut leben. Für eine volle DinA4-Seite käme man dafür auf 25/30 EUR, und wenn man sich dann überlegt, dass man mit Recherchieren gut mal 1,5 Stunden pro Seite benötigt...

Leider gibt es immer mehr Übersetzerbüros, die versuchen, die Honarare ihrer Übersetzer zu drücken. Aber bei dieser Ausbeutung muss man nicht mitmachen; zum Glück gibt es genug Kunden, die mehr bezahlen.

Viele Grüße und viel Erfolg

Bettina

Enila
14.02.2007, 11:26
Danke Bettina!

Ich bin froh, dass mir jemand so schnell geantwortet hat! Ich muss den Leuten ja schließlich schnell eine Antwort geben...

Ich hätte da noch eine letzte Frage, vielleicht kannst du mir da ja auch weiterhelfen...

Und zwar fragen sie mich auch nach dem Preis für Wiederholungen. Wie steht es damit und wie wird der berechnet?

Vielen herzlichen Dank!

Enila

Bettina14
14.02.2007, 14:58
Danke Bettina!

Ich bin froh, dass mir jemand so schnell geantwortet hat! Ich muss den Leuten ja schließlich schnell eine Antwort geben...

Ich hätte da noch eine letzte Frage, vielleicht kannst du mir da ja auch weiterhelfen...

Und zwar fragen sie mich auch nach dem Preis für Wiederholungen. Wie steht es damit und wie wird der berechnet?

Vielen herzlichen Dank!

Enila


Das kommt darauf an. Wenn Du z.B. mit einem Übersetzungsprogramm wie Trados arbeitest, bedeuten Wiederholungen tatsächlich eine Erleichterung. Für Doppelungen (matches) geben viele Übersetzer Preisnachlässe. Genaueres kann ich Dir dazu leider nicht sagen, weil ich bisher noch nicht mit solchen Programmen arbeite.

Ansonsten musst Du einfach sehen, ob die Wiederholung wirklich weniger Arbeit für Dich bedeuten. Kann der Kunde sie vielleicht markieren, oder musst Du Sie selbst mühsam raussuchen? Wenn im Text ganze lange Absätze doppelt vorkommen, dann ziehe ich die Zeilen schon mal von der Gesamtzeilenzahl ab. Aber das geht nur, wenn ich schnell feststellen kann, dass die Teile tatsächlich identisch sind (mit copy/paste/suchen). Muss man erst Wort für Wort vergleichen, hat man schnell einen Haufen Mehrarbeit.

Viel Erfolg weiterhin!

Bettina

Enila
14.02.2007, 15:42
Ja, ich hatte auch sofort an Trados gedacht, aber ich hatte eben noch nie davon gehört, dass man auch Wiederholungen mit einberechnet, wenn man ohne ein Programm wie Trados arbeitet.
Da ich auch nicht mit Trados arbeite, fällt das ja dann für mich flach...
Ich danke dir vielmals für deine Hilfe!

Liebe Grüße aus Belgien!

Enila

Inaktiver User
16.02.2007, 15:34
Und ich, die den Strang ins Leben gerufen hat, hat den Auftrag damals nicht bekommen, weil sie bis dato keinen eigenen PC aufweisen konnte. Ich dachte, das sei nebensaechlich bei DER Flut an Internetcafés in dieser grossen Stadt .. ich arbeite mittlerweile VZ bei einem Anwalt, aber ich seh mich immer noch um nach einem Nebenverdienst .. moechte mir einfach ein zweites Standbein aufbauen .. was mich auffaengt in Notzeiten. Allen Schreiberinnen ein herzliches Dankeschoen :blumengabe: aus Spanien ..

Lunita:knicks:

Zauberfrau
16.02.2007, 19:28
:blumengabe: Ich drück dir die Daumen!:blumengabe:

Enila
17.02.2007, 14:12
@Lunita: Ja, das Problem mit dem PC stellte sich bei mir zum Glück nicht. In unserem Studium mussten wir quasi den ganzen Tag am Computer arbeiten und uns deshalb auch einen eigenen anschaffen.
Allerdings ist das ja auch das Praktische am Übersetzen, dass man fast "nur" einen Computer braucht, dann kann man schon loslegen.

Ich bin jedenfalls dankbar für die Infos aus diesem Forum!

Liebe Grüße und alles Gute!

Enila

Inaktiver User
17.02.2007, 20:24
Dir auch, Enila .. alles Gute von der Insel !!!

Lunita:smile:

Enila
23.02.2007, 15:40
Hallo!


Ich hätte da noch eine Frage: Im Studium hat man uns immer gesagt, wir sollen so um 1 Euro pro Normzeile berechnen, aber ein Übersetzerbüro hat mir jetzt gesagt, ich sei viel zu teuer!
Muss ich, wenn ich als Freiberufler für ein Übersetzerbüro arbeite, weniger fragen (da sie ja auch einen Anteil behalten)?
Sie sprachen von 60 cent pro Normzeile, das kommt mir so wenig vor...

Kann mir da bitte jemand weiterhelfen?

danke!!!

Liebe Grüße

Enila

Zauberfrau
23.02.2007, 20:52
Alles, nur das nicht!
Glaubst du wirklich, dass das Ü-Büro wirklich nur 1€/NZ berechnet?!
Wenn ja ist es wieder die Mischkalkulation versch. Sprachen und du wärst dort als Angestellte tatsächlich teuer. Aber als Selbständige hast du andere Kosten zu veranschlagen und selbstverständlich auch eine garantierte Einarbeitung in die Fachgebiete.
Die Ü-Büros wollen ebenso wie alle anderen Chefs (leider) heutzutage die Fachkompetenz preiswert kaufen und teurer weiter verkaufen, kann man ja auch verstehen....errechne doch vielleicht 'mal dein Stundenhonorar bei 1€/NZ und dann bei 60C/NZ, dazwischen liegen WELTEN!

Außerdem drückst du ja auch irgendwie den regionalen Marktpreis nach unten, wenn du so wenig akzeptierst. Dein Bauchgefühl sagt dir das schon richtig, jetzt sieh einfach nach, was du dir erlauben kannst/willst.

Liebe Grüße,

Zauberfrau

Enila
23.02.2007, 21:10
hallo Zauberfrau!

Danke für deine Antwort!
Ich bin froh, dass du das auch so siehst. Ich schreibe den Leuten einfach mal meine Preisvorstellungen und wenn sie sich beschweren, muss ich eben weiter sehen.
Aber es stimmt, eigentlih mache ich ja auch die ganze Arbeit...

Mal abwarten, was sie sagen...

Liebe Grüße

Enila

Zauberfrau
23.02.2007, 23:55
Weißt du, meine Ansicht ist nicht Gesetz, jedoch sind so meine Erfahrungen. Aber rechne bitte 'mal genau aus, wie lange du tatsächlich übersetzt und errechne dann Zeilen-und Stundenhonorar/Übersetzung. Dann kannst du dir eine Meinung bilden. Die Frage ist eigentlich: wieviel bist du dir und den anderen wert, denke ich.
Ich haben gestern abend bis 0h40 übersetzt, ab 22h, habe es noch nicht ausgerechnet. Es hängt soviel pers. Einsatz, Kompetenz und Recherche dran, mach dich nicht zu klein, wenn du es dir erlauben kannst.

Liebe Grüße und nur das Beste,

Zauberfrau

MistressWeatherwax
24.02.2007, 23:25
Und das Problem ist auch: Wenn du dich einmal auf so wenig eingelassen hast, kommst du da auch nie wieder raus. Verkauf dich nicht zu billig.

wodim
25.02.2007, 11:58
Wow, wenn ich mir eure Preise so angucke - was habe ich da schon gespart...

Kostet gar nichts :smirksmile: (http://www.quickdic.org/index_d.html)

MistressWeatherwax
25.02.2007, 12:59
Lasse ich mich davon jetzt provozieren? Vielleicht, aber nur kurz: Klar kannst du auch alles umsonst mit Babelfisch machen. Auch Verträge, Gebrauchsanweisungen, Bücher?
Geiz ist ja soooo geil, da ist es auch egal, ob die Vertragspartner ihre Klauseln nicht richtig verstehen, ob Menschen verletzt werden, weil die Gebrauchsanweisung schlampig ist, ob der große Autor im Deutschen klingt wie ein Vollidiot.
Gute Übersetzungen sind ihren Preis wert.
Und das lohnt sich für alle - Übersetzer und Kunden.
Also spar schön weiter.

wodim
25.02.2007, 13:28
Sorry, das gehört nun gar nicht in diesen Thread, aber wegen einem Beitrag mache ich keinen neuen Thread auf - mache mich doch nicht noch lächerlicher als "Chico":


Damit der Thread nicht noch weiter vom Ausgangsthema abweicht, schließe ich ihn.

Jojo - und Strafanzeigen gegen mich, z.B. wegen "Beleidigung" sind grundsätzlich zu richten an: Polizeiinspektion Germering, Frau POM Obermeier. Da habe ich mich neulich selber wegen "Beleidigung" angezeigt - die hat nämlich selber schon hinlänglich bewiesen, dass sie dümmer ist, als die Polizei erlaubt. Mit der Wahrheit kann man niemanden beleidigen. :blumengabe:


Leben ist immer lebensgefährlich
Jojo, "Chico" - und wenn Dummheit wehtäte, bräuchten wir kein Telefon, dann könnte ich deine Schmerzensschreie Tag und Nacht direkt hören.


Behüt' dich Gott, es wär' so schön gewesen

Bye, bye, "Bricom"!

Zauberfrau
25.02.2007, 13:38
Wow, wenn ich mir eure Preise so angucke - was habe ich da schon gespart...

Kostet gar nichts :smirksmile: (http://www.quickdic.org/index_d.html)

Nett!
Kann der auch andere Sprachen? Und wie hoch ist der Genauigkeitsgrad?

Ich warne vor solchen tools sobald es um professionnelle Übersetzungen geht, nicht für Privates. Da haben ungenaue Ü's keine Folgen, die den Firmen Millionen kosten können.

Grüßle.....

wodim
25.02.2007, 13:40
Lasse ich mich davon jetzt provozieren?
Offensichtlich ja. :smirksmile:


Geiz ist ja soooo geil,
Nö, ich bin nicht geizig - nur zahle ich nicht teuer für irgendwas, was ich selber kann, ggf. mit Hilfe eines guten Wörterbuchs - ääh ja, und ein paar Jährchen Sprachunterricht in der Schule auch. :smirksmile:


da ist es auch egal, ob die Vertragspartner ihre Klauseln nicht richtig verstehen, ob Menschen verletzt werden, weil die Gebrauchsanweisung schlampig ist, ob der große Autor im Deutschen klingt wie ein Vollidiot.
Nö, das wäre wirklich schade. :knatsch:


Gute Übersetzungen sind ihren Preis wert.

Klar - komme bei Bedarf drauf zurück - was hast du denn schon so übersetzt (ich denke da in der Größenordnung an Shakespeare und so :smirksmile:) - und was kostest du? :smirksmile:


Also spar schön weiter.
Sowieso - eins meiner Fachgebiete ist übrigens Elektronik, mein laufendes Projekt ein Gitarrenamp (sorry: -verstärker :smirksmile:), da habe ich recht viel mit dem Angelsächsischen zu tun.

Also mal nicht provozieren lassen, und nichts perönlich nehmen, ok? Der Kunde ist König, und ein König hat Geld, aber keine Ahnung: :smirksmile:

Hartmut

Zauberfrau
25.02.2007, 13:42
Sorry, das gehört nun gar nicht in diesen Thread, aber wegen einem Beitrag mache ich keinen neuen Thread auf - mache mich doch nicht noch lächerlicher als "Chico":



Jojo - und Strafanzeigen gegen mich, z.B. wegen "Beleidigung" sind grundsätzlich zu richten an: Polizeiinspektion Germering, Frau POM Obermeier. Da habe ich mich neulich selber wegen "Beleidigung" angezeigt - die hat nämlich selber schon hinlänglich bewiesen, dass sie dümmer ist, als die Polizei erlaubt. Mit der Wahrheit kann man niemanden beleidigen. :blumengabe:


Jojo, "Chico" - und wenn Dummheit wehtäte, bräuchten wir kein Telefon, dann könnte ich deine Schmerzensschreie Tag und Nacht direkt hören.



Bye, bye, "Bricom"!


Was'n JETZT los???? Ich glaub, hier piepts!
Was hat Chico hier verloren? Hast du dich im Beitrag geirrt, oder was?

*kopfschüttel*.....

Chico
25.02.2007, 19:20
Was'n JETZT los???? Ich glaub, hier piepts!
Was hat Chico hier verloren? Hast du dich im Beitrag geirrt, oder was?

*kopfschüttel*.....
Hallo Zauberfrau,

ich habe einen anderen Thread dieses "netten" Users geschlossen.
Das hat ihn wohl so geärgert, dass er diese Verbalattacken los lassen musste. Vielleicht geht es ihm ja jetzt besser.

Mich tangiert das nur periphär.

Sonntagsgrüße
Chico

Zauberfrau
25.02.2007, 20:25
isss güüüt!

Diskutieren wir jetzt weiter, Mädels?

LG's

Zauberfrau

MistressWeatherwax
25.02.2007, 22:19
Da hat sich irgendwer offensichtlich noch mehr provozieren lassen als ich. Geht also. Da bin ich doch froh, dass ich ein sehr demokratisches Büro führe und mir meine Kundenkönige selbst aussuchen kann und mir nicht von jedem beliebigen Despoten erzählen lassen muss, dass er alles besser kann und besser weiß und sowieso. Sowas sollten sie mal in der Uni unterrichten.

Wmfreundin06
26.02.2007, 09:01
Guten Morgen,

auch von mir (freiberufliche Übersetzerin) nochmal eine Bestätigung dieser Aussage


Und das Problem ist auch: Wenn du dich einmal auf so wenig eingelassen hast, kommst du da auch nie wieder raus. Verkauf dich nicht zu billig.


Ich arbeite u.a. auch viel für Übersetzungsbüros.
Gerade da hat man es doch selbst in der Hand, für wen man arbeitet - und bis zu einem gewissen Grad auch, zu welchem Preis.
Ich habe für mich vernünftige Preise festgelegt und die angeboten. Es gibt Büros, die darauf eingehen und andere, die mir eigene Preisvorstellungen nennen. Da ich aber nicht bereit bin, zu Dumpingpreisen zu arbeiten, komme ich eben nicht mit jedem ins Geschäft - so einfach ist das.

Es versteht sich natürlich von selbst, dass man seinen eigenen Preisanspruch auch durch entsprechende Qualität und Termintreue gerecht werden muss - aber wenn du das leisten kannst, sind genug Kunden auch immer noch bereit, für die Qualität zu zahlen.

Insbesondere dein Grundpreis sollte aber stimmen, da nachträgliche Preiserhöhungen kaum durchzusetzen sind. Du kannst guten Kunden ja immer noch Rabatte für besonders umfangreiche Arbeiten oder sich wiederholende Pauschaltexte anbieten - ich mach' das auch schon mal "freiwillig" - kommt durchaus gut an....:zwinker:

LG
wmfreundin

Bibigrrl
26.02.2007, 09:12
das kann ich bestätigen: habe einer Bekannten auch einen Rabatt verrechnet, nachdem mir der Preis ihr gegenüber zu happig vorkam, ich aber nicht von vornherein so wenig verrechnen wollte, um kein Exempel zu statuieren. Auch, weil ich in total kurzer Zeit einen total schweren Text (Ur- und Frühgeschichte) zu übersetzen hatte und ihr dann ein paar Spezialausdrücke selbst überließ (die sie sowieso selbst wusste und sie den Text schon früher brauchte).

Fazit: sie hat mir dann von der Reise (Übersetzung war für ein Conference Paper) einen schönen Füller und Schreibbuch als Geschenk mitgebracht und war mehr als happy. Ich auch :smirksmile:

hawaiianstarline
27.02.2007, 14:21
darf ich mich auch einbringen? mir schwebt schon seit einiger zeit eine frage vor:

als übersetzer darf man sich nur bezeichnen, wenn man auch das fach "übersetzen" studiert hat, oder?

ich frage, weil ich a) selbst eine philologie/sprache studiert habe, übersetzen allerdings nur als freifach (also mit den übersetzern in einem kurs, aber in etwas geringerem stundenausmaß) und mein fach ja auch nicht am übersetzer-institut abschließe.
ich würde aber eventuell auch gerne mal übersetzerin arbeiten.

b) fallen mir in meinem entfernten bekanntenkreis 2 übersetzerinnen ein, die eigentlich keine sind, aber als solche arbeiten: #1 ist englische muttersprachlerin übersetzt für einen verlag bücher ins englische (hat aber ganz was anderes studiert, und übersetzt wahrscheinlich zu dumpingpreisen) #2 hat ebenfalls eine philologie studiert und DAF gemacht, arbeitet als freie übersetzerin und sprachlehrerin.

was haltet ihr davon, besonders von fall 2? da ich mir auch überlege mich selbstständig zu machen, würde ich gerne wissen, wie das gehen kann - dass man gewerbe anmeldet ohne die übersetzerprüfung zu haben. (#2 selbst kann ich nicht fragen, habe keinen kontakt mehr zu ihr).

zu #1: ich finds ziemlich heftig, dass sich ein verlag keine "echte" übersetzerin leisten kann/will. oder geht das wirklich, das jeder einfach übersetzt, nur weil es die muttersprache ist?

danke! hawaii

Inaktiver User
27.02.2007, 15:29
Wenn der Auftraggeber mit der Leistung zufrieden ist, ist es doch ok.

hawaiianstarline
27.02.2007, 15:42
Wenn der Auftraggeber mit der Leistung zufrieden ist, ist es doch ok.


ja, das schon. ich dachte nur, dass bei offiziellen schriften/büchern eigentlich ein richtiger übersetzer ran müsste?

und: darf man sich selbstständig machen, auch wenn man gar keine prüfung diesbezüglich abgelegt hat?

Bibigrrl
27.02.2007, 15:49
Freiberuflich (in Ö: Neue Selbständige) kannst Du ohne Prüfung sein, wenn Deine Klienten Dich als Übersetzerin akzeptieren (das hängt von deren Vorstellungen ab).

Ein Übersetzungsbüro gründen - dafür erkundige Dich bei der WKO. Würde ich aber nicht empfehlen, gibt es schon zuhauf in Wien. Dann eher Spezialdienste/-gebiete anbieten.

Wmfreundin06
27.02.2007, 15:51
Da "Übersetzer/in" keine geschützte Bezeichnung ist, darf sich erstmal jede/r so nennen, nur eben nicht "Diplom-Übersetzer/in".

Ein Philologiestudium ist ja schon mal keine schlechte Grundlage, wenn man bedenkt, wieviele Menschen sich in diesem Job tummeln, die nie auch nur eine Hochschule von innen gesehen haben - besonders in den exotischeren Sprachen.

Viele denken da "ach, ich KANN ja Deutsch und dann KANN ich noch die Sprache X, weil ich da mal drei Jahre gelebt habe / wir das immer zuhause gesprochen haben / ich einen Mann aus X geheiratet habe und immer fleißig in sein Heimatland gefahren bin / (Gründe beliebig ergänzbar), also werde ich mal als Übersetzerin arbeiten, hab' ja sonst gerade nichts zu tun."

Dass das nicht immer zu vernünftigen Ergebnissen führt, kann man sich vorstellen. Nichtsdestotrotz gibt es auch Menschen, die auf diesem Weg zu guten Übersetzern geworden sind.

Letztlich kommt es gar nicht so sehr auf den Abschluss an, sondern auf die Arbeit, die du leistest. Wenn die Übersetzungen grottenschlecht sind und dem Endkunden erst nach X-facher Nachbearbeitung vorgelegt werden können, bringen Dumpingpreise auch nichts. Umgekehrt heißt das: wenn du gut bist, hast du auch deinen Markt - unabhängig davon, mit welchem Titel du um Aufträge wirbst.

LG wmfreundin
(mit Diplom, aber nicht deswegen gut)

Wmfreundin06
27.02.2007, 15:58
ja, das schon. ich dachte nur, dass bei offiziellen schriften/büchern eigentlich ein richtiger übersetzer ran müsste?

und: darf man sich selbstständig machen, auch wenn man gar keine prüfung diesbezüglich abgelegt hat?


Das ist in Deutschland genauso wie in Ö, du darfst dich natürlich selbstständig machen. Ob du das als Freiberuflerin kannst oder einen Gewerbeschein brauchst, müsstest du beim Finanzamt erfragen (Diplom-Übersetzer sind Freiberufler, bei anderen Übersetzern weiß ich das ehrlich gesagt nicht).

Offizielle Schriften: ich weiß nicht, was genau du damit meinst.
Tatsache ist, dass viele Urkunden (angefangen von Geburts- und Heiratsurkunden bis hin zu Firmenverträgen) durch Übersetzer beglaubigt werden müssen. Dafür muss man beim Gericht zugelassen sein (je nach Bundesland heißt das in D z.B. "ermächtigter Übersetzer").
Diese Zulassung erhält man tatsächlich leichter, wenn man einen entsprechenden Hochschulabschluss hat, ich kenne aber auch Übersetzer, die langjährige Berufserfahrung nachgewiesen haben und in einer "Bedarfssprache" auch so ermächtigt worden sind.

Bei anderen "offiziellen" Schriften (z.B. Patente, Bücher) ist es völlig unerheblich, ob man ermächtigt ist oder nicht. Google doch mal nach "BDÜ", das ist der Übersetzerverband in Deutschland, da gibt's bestimmt noch mehr Informationen...

hawaiianstarline
27.02.2007, 16:21
vielen dank für eure raschen antworten!

ich bin ürigens aus ö, werde mich da mal schlau machen, weil mich das übersetzertum beruflich schon interessieren würde. bereue es, nicht gleich das übersetzer-studium gemacht zu haben, und überlege, ob ich das auf meine philologie noch "draufsetze" - vorallem weil ich die professoren schon kenne, schon einige stunden am übersetzerinstitut gemacht habe, etc.

danke!

cartooncat
08.03.2007, 15:29
Bei Wiederholungen, versuch mal ehrlich mit dem Kunden zu sein. Sehr oft muß man als Übersetzer immerhin sehr genau nachlesen, auch wenn es eine Wiederholung ist, für den Fall daß da was geändert würde.

Sei immer ehrlich mit dem Kunden - wenn's wirklich nur "Cut & Paste"" ist - dann errechne das zu einem Redekteursatz (€ 0,02 pro Wort) - aber wenn es mehr Arbeit beinhaltet, besteh darauf mehr zu bekommen.

Manche Kunden meinen, dass Wiederholungen umsonst sein sollten - du muß wenigstens für das Gespräch gut bewappnet sein!

Liebe Grüße

CC

veronika58
17.03.2007, 15:16
Ich arbeite auch freiberuflich als Übersetzerin (Italienisch, Deutsch, Englisch) hier in Südtirol, Italien.
Ich verrechne bei Werbetexten die Zeit, denn man muss kreativ arbeiten (zwischen 50 und 60 Euro pro Stunde plus Steuer), das ist etwas unter dem Tarifsatz, wenn ich Zeugnisse etc übersetze, verlange ich so durchschnittlich 50 Euro das Protokollblatt (es sind meistens 2 oder 3), stündlich kommt das gleiche heraus. Man muss ein bisschen abschätzen für wen man die Arbeit macht, ist es eine Werbeagentur, die bei uns sehr gut arbeiten und genauso viel verdienen, dann bin ich teuer, wenn sie mich und meine Arbeit kennen. Bei schwierigen Übersetzungen oder seltenen Sprachen kann man ruhig mehr verlangen. (Arabisch vermittelte ich für eine Marmeladenfabrik, brauchten die Arbeit dringend, die zahlten jeden Preis, es wurden dann ca. 300 Euro für die eine Seite!!!) Manchmal rufen mich Anwälte an und verlangen amtliche Übersetzungen für Autofirmen, ich bin da auch teuer. Nicht unter 90 Euro die Stunde,)
Ich arbeite seit 20 Jahren freiberuflich als Übersetzerin, einen fixen Stunden - oder Zeilensatz gibt es nicht. Mach keine Dumpingpreise, sei gut und bau dir einen Kundenstock auf. Qualität wird bezahlt.

veronika58
17.03.2007, 15:20
Übersetzerbüro würd ich nie machen, es gibt zu viele, die Arbeit ist zu hart. Man sitzt Tage an langweiligsten Arbeiten, die man machen muss um zu überleben.
Für mich ist Übersetzen das 2. Standbein, manchmal verdien ich viel, manchmal nichts, aber leben davon würd ich nie wollen. Es ist Knochenarbeit.

Alemanita
20.03.2007, 23:19
So geht es mir auch. Meine Texte sind relativ einfach, muss zwar auch mal Geschichtliches nachschlagen, aber ich kann getrost meine Soaps nebenher gucken und komme wenn ich umrechne auf 15-20 Euro die Stunde, je nach Text. Also bevor ich irgendwo nebenher Zeitungen für 5 Euro austrage, verdiene ich mir lieber so ohne großen Aufwand was dazu. Das ist aber jenseits vom Werbe texten. Ich lerne aber trotzdem viel beim Übersetzen. Sind Texte, die Wissen vermitteln :).

nerola
04.10.2007, 21:27
Hallo,
ich habe die Diskussion mit Interesse gelesen, da ich selbst gerade eine Anfrage von einem deutschen Büro bekommen habe. Ich soll meinen Stundenpreis nennen, es dreht sich hier jedoch um einen sehr umfangreichen und langfristigen Auftrag. Sollte ich dann troztdem meinen normalen Stundenpreis verlangen (etwa 35 €), oder müsste ich einen niedrigeren Preis nennen?

Wäre dankbar für eure Meinungen. :blumengabe:

Zauberfrau
04.10.2007, 22:23
Wie anspruchsvoll ist der Text? Und was meinst du genauer mit langfristig? Bekommst du einen Rahmenvertrag?

fragt sich Zauberfrau

nerola
04.10.2007, 23:14
Ich weiss noch nicht genau, wie anspruchsvoll der Text ist, aber ich denke, ziemlich. Sie möchten, dass ich etwa ein Jahr lang voll für sie arbeite (40 Stunden pro Woche), was aber für mich nicht in Frage kommt (30 Stunden wären vielleicht realistisch). Ob ich einen Rahmenvertrag bekomme, weiss ich auch noch nicht.

Inaktiver User
05.10.2007, 20:07
Hallo,
ich habe die Diskussion mit Interesse gelesen, da ich selbst gerade eine Anfrage von einem deutschen Büro bekommen habe. Ich soll meinen Stundenpreis nennen, es dreht sich hier jedoch um einen sehr umfangreichen und langfristigen Auftrag. Sollte ich dann troztdem meinen normalen Stundenpreis verlangen (etwa 35 €), oder müsste ich einen niedrigeren Preis nennen?

Wäre dankbar für eure Meinungen. :blumengabe:

Ist das Büro, das bei Dir anfragt ein Übersetzungsbüro? Dann wäre der Stundenpreis von 35 Euro in Ordnung.

Nach Zeit zu verrechnen ist aber eine sehr unübliche Verrechnungsmethode. Nach Zeit verrechnen Dolmetscher. Oder aber Übersetzer bei Texten mit vielen chemischen Formeln, Tabellen, viel grafischem Aufwand, oder bei Korrekturlesearbeit, aber nicht bei normalem Fließtext.

Es gibt leider keine allgemein gültigen oder standardisierten Zeilen- oder Wortpreise. Einen Richtwert findest Du aber im ZSEG (Zeugen- und Sachverständigenentschädigungsgesetz). Dort werden 1,25 Euro pro Normzeile (55 Anschläge) festgelegt. Das ist das Honorar, das Du bei Gericht bekommen würdest. Ich finde diesen Preis eine gute Richtlinie.

Ansonsten richtet sich der Preis auch nach Deiner Qualifikation (beeidete Übersetzerin oder nicht) und nach dem, was Du zu bieten hast (z.B. ISO-Zertifizierung).

Zauberfrau
05.10.2007, 21:08
Ich weiss noch nicht genau, wie anspruchsvoll der Text ist, aber ich denke, ziemlich. Sie möchten, dass ich etwa ein Jahr lang voll für sie arbeite (40 Stunden pro Woche), was aber für mich nicht in Frage kommt (30 Stunden wären vielleicht realistisch). Ob ich einen Rahmenvertrag bekomme, weiss ich auch noch nicht.

Bin mit meiner Vorrednerin einverstanden. Welches Themengebiet weißt du aber, oder?

nerola
06.10.2007, 22:48
Ich rechne sonst immer pro Wort oder Zeile ab (leider allzu selten 1,25 Euro pro Zeile). Hier wäre laut Auftraggeber (ein Übersetzungsbüro) eine Abrechnung pro Stunde sinnvoller...

Vielen Dank für die Antworten! Mal sehen, was dabei herauskommt... Ich mache gerade eine Probeübersetzung. Es geht um Software.


:smile:

Zauberfrau
07.10.2007, 00:44
Ü-Büros zahlen an ihre Mitarbeiter meistens 1€/NZ/55Z Leerzeichen inbegriffen. Software ist nicht ganz so ohne alos versuch schon etwas mehr zu erreichen. Wenn du die Probeübersetzung machst, schreibe deine Zeit auf und schau nach, auf welche Art du besser bezahlt werden kannst.

LG

joyful232
09.05.2010, 02:11
Hola Lunita,

am Einfachsten ist es immer, wenn man einen Vergleich von Fähigkeiten und Preisen hat.
Auf Freelance-Market.de kannst du diesen Vergleich z.B. machen.
Übersetzer für Deutsch-Spanisch bzw. Spanisch-Deutsch verlangen dort einen Stundensatz zwischen 15 und 40 Euro.
Das Ganze kannst du dir natürlich auch unter folgendem Link nochmal anschauen:
Spanisch-Übersetzer bei Freelance-Market.de (http://www.freelance-market.de/sprache-spanisch.htm)

Beste Grüße