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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Partner leidet am Burn-Out-Syndrom



valerie148
28.08.2006, 12:24
Hallo,

ich wende mich an dieses Forum, weil ich Frauen suche, deren Partner am Burn-Out-Syndrom leiden.
Mich beschaeftigen Fragen, die ich mir alleine nicht mehr beantworten kann. Ich wuerde mich freuen, mit Gleichgesinnten Erfahrungen auszutauschen.

Vielleicht hoere ich ja von euch.

Liebe Gruesse
Valerie

hexchenrot
12.09.2006, 23:58
Hallo,

mein Partner und ich haben erst vor kurzem erkannt, dass er am Burnout Syndrom leidet.

Ich möchte ihm so gerne helfen.

Gruss hexchenrot

Nika
13.09.2006, 17:09
Stecke schon seit einiger Zeit in einer ähnlichen Situation. Mein Mann hat zwar bisher noch keine "offizielle" Diagnose erhalten, aber viele Anzeichen sprechen sehr dafür (habe mir da einiges durchs Internet zusammen gereimt bzw. durch eine Freundin erfahren, die Psychologin ist). Vor kurzem hat er eine Therapie begonnen, aber er mag derzeit noch nicht so richtig darüber reden - was auch ganz und gar ok ist.

Bastelines
13.09.2006, 23:06
Wie äußert sich das Burn-Out Syndrom denn?

valerie148
14.09.2006, 09:56
Hallo,

herzlichen Dank fuer eure Reaktionen. Ich habe dieses Thema ins Forum gesetzt, weil ich einfach nicht mehr mit der Situation zurecht komme und gerne wissen moechte, wie ihr damit umgeht.
Mein Freund ist seit ca. 5 Jahren an BO erkrankt und seit 2.5 Jahren zu Hause in Fruehrente.
Ich kenne ihn seit 1.5 Jahren und habe mich seitdem mehr und mehr mit dem Thema auseinandergesetzt. Anfaenglich habe ich die Symtome nicht so erkannt – vielleicht auch unterschaetzt. Ihm ging es damals auch noch etwas besser. Aber im Moment ist es schrecklich. Man steht daneben und kann nichts tun. Zu den Symtomen zaehlen Schlafstoerungen (meistens nur 5 Stunden pro Nacht), Muedigkeit, depressive Verstimmungen, Konzentrationsschwaeche, soziale Isolierung, Stress und Antriebsschwaeche. Das alles wirkt sich natuerlich auf die Beziehung aus.
Vor zwei Monaten ist er dann endlich in Therapie gegangen und beginnt nun mit verschiedenen Kursen (Hobbys).
Ich habe gelernt oder lerne taeglich dazu, dass, wenn er z.b.voellig gestresst ist und ihn die Fliege an der Wand stoert, ich mich davon nicht beeinflussen lasse. Anfaenglich ist dieser Stress auf mich ueber gegangen, was alles noch viel schlimmer gemacht hat. Ich habe also gelernt sehr viel Geduld zu entwickeln und versuche mich besser abzugrenzen. Leider bin ich von Natur aus nicht der geduldigste Mensch, so dass dies eine sehr schwere Aufgabe fuer mich ist.
Meine Frage ist nur, gibt es hoffnung, dass auch noch nach soviel Jahren Erfolg durch eine Therapie erzielt werden kann, so dass z.b. ein Arbeitsleben wieder moeglich ist? Das waere mein groesster Wunsch.

Viele gruesse

Valerie

Nika
14.09.2006, 18:19
Ich wünschte ich könnte Dir da etwas eindeutiges drauf antworten. Bei uns geht das noch nicht so lange: Mein Mann ist mit einen jobbedingten und lange nicht erkannten Burnout (kann so etwas auch anders entstehen? Ich weiß es nicht) seinen Job verloren und dann in das andere Extrem gefallen. Seitdem ist er arbeitslos (ein Jahr jetzt) aber um ehrlich zu sein, wenn ich nicht daran glauben würde, dass er eines Tages wieder ins aktive Leben zurück kehren würde (das betrifft ja nicht nur die Arbeit sondern vor allem auch die Rückkehr der Lebensfreude), dann würde mir eine entscheidende Motivation fehlen, an dieser Beziehung festzuhalten. Das sagt sich so leicht, ich weiß und mir fällt der Glaube an diese Hoffnung selber mal mehr, mal weniger leicht.
Ich denke mir nur immer: Dieser Burn-Out hat sich nicht von heute auf morgen entwickelt und so braucht es wohl einiges an Zeit, um es zu überwinden.
Zum Thema Geduld: dachte selber mal, ich wäre geduldig, aber mir fällt es in den letzten Monaten auch immer schwerer, ruhig zu bleiben. Tatsächlich ist man doch selber auch betroffen und es hat Auswirkungen auf die eigenen Stimmungen. Das ist sicher keine Patentlösung und nicht zur allgemeinen Nachahmung empfohlen, aber vor ein paar Wochen ist mir mal ziemlich der Kragen geplatzt und es kam zu einer riesigen Wutexplosion meinerseits (anstatt ihn permanent in Watte zu packen). Das komische war, dass es danach einen beinah "gereinigten" Tag gab, an dem mein Mann erstmals zu realisieren schien, wie sehr seine Probleme mich zu erdrücken begannen und das der Glaube, er mache doch eigentlich alles mit sich alleine aus, eine Illusion ist...

valerie148
15.09.2006, 16:21
Hallo Nika,

mein Freund hat als Arzt in der Traumatologie Jahre lang mehr Tote als lebende Menschen gesehen und das Ganze bei einer 80 Stundenwoche. Ausserdem hat sich seine Frau von ihm getrennt
(4 Kinder). Dann kam das BO! Bei ihm fehlte vor allen Dingen in den letzten Jahren der familiaere Rueckhalt. Von Natur aus ist er sehr interessiert und hat sich Jahre lang einfach zu viel aufgeladen. Also, ich denke neben Beruf (meisten Pflegeberufe, Lehrer, Manager usw.) sind auch einschneidende familiaere Ereignisse oft ein Grund fuer BO. Das habe ich zumindest gelesen und bei uns trifft es auch zu.
Mir ist auch schon der Kragen geplatzt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ihn sehr agressiv macht. Seit einiger Zeit hat er mich in solchen Situationen schon haeufiger geschlagen. Frueher ist das nie vorgekommen. Ach ja. Darum packe ich ihn lieber in Watte. Die Gewalt war auch der Ausloeser fuer die Therapie. Er war selber geschockt. Ich habe schon darueber nachgedacht zu gehen. Aber ich will das eigentlich nicht.
Wie ist denn die Perspektive auf einen Arbeitsplatz fuer Deinen Mann? Kannst Du mit Freundinnen oder Familie ueber Deine Probleme besprechen?

Liebe Gruesse
Susanne

P.s. Die Hoffnung naehrt mich auch. Aber das ist auch das Einzige.