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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Agressive Katze



Inaktiver User
26.08.2006, 14:29
Hallo Zusammen,

unsere Katze ist etwa 4-5 Monate alt. Wir haben sie mit etwa 8 Wochen geholt. Sie ist von Angang an eine sehr aufgeweckte, aktive Katze, die in ihrem Spiel- und Jagdtrieb auch sehr agressiv ist aber ebensogut umschalten kann d.h. rumhängt, schmusen und kraulen genießt. Leider können wir ihr keinen Freilauf bieten da wir mitten in der Stadt wohnen. Ab und an nehmen wir ich sie an der Leine (stört sie nicht weiter) mit raus auf ne kleine Wiese, damit sie das schon mal kennt. Wunsch wäre bei Umzug Freilauf bieten zu können.

Die Kleine hat von Anfang an zugebissen. Das die Hand kein Beutetier ist hat sie inzwischen weitesgehend begriffen. Was sie aber nach wievor macht ist z.B. erstmal Streicheleinheiten zu genießen und dann urplötzlich zuzubeißen. Oder sie darf etwas nicht bekommt etwas nicht dann reagiert sie auch agressiv und "rächt" sich so mein Eindruck, in dem sie ne Minute später angerannt kommt und schnell mal in den Fuß beißt. Weise ich sie wieder zurecht, geht's weiter d.h. nächste Attacke. Sie will das letzte "Wort" haben und läßt sich überhaupt nichts gefallen.

Ich verstehe dieses Verhalten, ihre Ausdrucksweise nicht. Was mache ich falsch?

Katzenerfahrung habe ich, habe auch schon mal zwei kleine Katzen großgezogen, nur dieses Verhalten kenne ich rein gar nicht.

Eine Vermutung ist, daß sie eher keine Wohnungskatze ist und sich einfach nicht ausreichend d.h. ihrem Temperament entsprechend ausagieren kann.

Über Erfahrung und Rat würde ich mich freuen.

LG Ghost

Noodie
26.08.2006, 15:02
Eine Vermutung ist, daß sie eher keine Wohnungskatze ist und sich einfach nicht ausreichend d.h. ihrem Temperament entsprechend ausagieren kann.

Das wuerde ich auch vermuten. Mein Tommy wird auch richtig schlechter Laune wenn er nicht genug auf die Terasse kommt (darf er nur unter Aufsicht, und es kommt vor dass ich mal nicht genug Zeit habe). Er beisst dann auch mal beim Spiel zu und es ist ganz klar, dass es aus Frust ist.

Hat sie denn einen Spielkameraden? In dem Alter muessen sie ja sehr viel rennen und raufen, sonst sind sie einfach nicht ausgelastet. Wie oft am Tag spielt ihr wild mit ihr? Eventuell wuerden neue Spielzeuge, die sie so richtig begeistern und die sie angreifen und "toeten" kann, helfen. (Meine haben immer nach ein paar Monaten genug von ihren Spielzeugen und ich muss neue besorgen. Neues reizt!)

Ein anderer Gedanke waere der Zahnwechsel, in dem sie wohl jetzt sein duerfte. Da haben sie wohl auch ein vermehrtes Beduerfnis zu beissen.

Willst du sie kastrieren lassen? Das koennte sie auch etwas ausgeglichener machen. Vielleicht sind es sogar die jetzt zum erstenmal hochschiessenden Hormone die sie aggressiver machen. Red doch mal mit deinem TA ueber eine fruehe Kastration.

Hoffe ich konnte dir etwas Anregung geben.

LG Noodie

Mni
26.08.2006, 16:34
also,das find ich interessant- hab mir schon überlegt, ob ich so einen strang eröffne- nun ist er da.

@ghost, leider kann ich dir keinen rat geben, da ich das gleiche problem habe- allerdings mit einem zugelaufenen kater, ca. 2 Jahre alt- der NUR draussen ist-ok- er würde liebend gerne reingelassen werden-vielleicht ist er deswegen gefrustet---er ist toootal schmusig,hört sogar mitten im fressen auf und reibt seinen kopf an meinem bein und will gestreichelt werden, legt sich auf den rücken und ahlt sich----aber dann meist unvermittelt ein biss, egal wo ich ihn gekrault habe- ich kanns mir nicht erklären, warum. vielleicht hat noch jemand eine idee??? denn langsam mag ich ihn nimmer streicheln.....schade

gruß von mni

Inaktiver User
26.08.2006, 23:19
Ja Danke Noodie,

Spielkameraden hat sie keinen. Ich hoffe die Tatsache das sie sehr wenig alleine ist schafft einen kleinen Ausgleich. Spielsituationen gibt es mehrere am Tag oder sie spielt auch oft alleine, ist dabei sehr kreativ wie ich finde d.h. schafft sich selber Schwierigkeitsgrade. Aber Du hast Recht wir müssen sie mehr fordern, auspowern.

Zahnwechsel und Hormone - an letzteres dachte ich auch schon. Ich warte nochmal ein paar Wochen ab. Soweit ich weiß kann man sie ab 6 Monaten kastrieren.
Funzt das alles nicht und die Katze bleibt gefrustet dann
müssen wir vielleicht doch noch nen besseren Platz für sie finden. Aber daran mag ich noch nicht denken.

LG Ghost

Inaktiver User
27.08.2006, 00:07
Hallo, Ihr Lieben, l
meine Katze beißt gerne beim Spielen, gerade, wenn sie auf dem Rücken liegt und ich ihren Bauch kraule und ich dann auch ein bisschen verrückt bin. Sie krallt dann auch mal zu. Meine Hände sind immer ganz leicht angekratzt.

Ich bin sicher, dass es bei ihr nur Spieltrieb ist und sie sich dabei noch auf eine gewisse Weise zusammenreißt. Sie könnte ganz anders zubeißen - siehe Mäuse - und sie könnte mit ihren Kratzen tief Furchen durch meine Haut ziehen.

Ich halte dann vorsichtig ein beim Balgen und löse behutsam mich los und schimpfe nie!!! So hat sie Vertrauen.

Meine Katze geht seit einiger Zeit auch an der Leine (nachts, weil sie so dick ist und Bewegung haben soll):

Inaktiver User
27.08.2006, 00:08
Eine Katze ist eben ein Raubtier und Spielen bedeutet für sie: Für's Rauben üben!

Ich habe mal in einer Tierzeitschrift gelesen:

Die Katze kommt beim Jagen und besonders beim Lauern (vielleicht übertragbar Spielen) in hochgradige Erregung und muss diese Erregung nach Abschluss der Jagdvorganges durch "Spielen" abbauen. Das ist ein hochkomplizierter Vorgang, in dem Hormone runtergefahren werden müssen, die sonst die Katze schädigen würden. Die angestaute Energie, die eine Katze mit einem Satz auf die Maus (bzw. die Spatzen auf unseren Balkon) nicht langsam abbauen kann, jedoch braucht um punktgenau die Maus zu fangen, muss langsam abgebaut werden. Dies ist das berühmt-berüchtigte Spielen mit der gefangenen Maus. Die Katze fährt sich dabei langsam runter auf ein normales Energieniveau.

Ich muss meiner Katze seit einiger Zeit die "Zähne putzen". Sie hat eine Neigung zu Karies, Paradontose und Zahnstein, versiegelte Zähne und ein Plombe und muss jedes Vierteljahr zum Zahnsteinentfernen.
Das "Putzen" sieht so aus, dass ich jeden (aller 7. x bin ich zu faul) Abend ihr Zahnfleisch von außen mit dem linken Zeigefinger einem Pflegemittel einreibe. Am Anfang hat sie dann im Reflex ihre Zähne oft in meinen Finger gerammt, der oft furchtbar aussah. Inzwischen ist es nur noch ein sanftes Kneifen und sie springt aufs Bett, sobald ich mit der Tube und dem Reagenzschälchen komme, worauf ich das Mittel drücke und leckt ihr Mäulchen.

Katzen sind also lernfähig. Ich strafe übrigens meine Katze nie, meckere nur selten mit ihr. Strafen hat sich schon bei meinen Kindern nicht bewährt. Ich motiviere Kinder und Katze positiv.
Ich hoffe, ich konnte helfen.

Inaktiver User
27.08.2006, 00:48
wenn katzen, so wie ihr es beschreibt, beißen, dann sind es sicher liebesbisse, gerade bei jüngeren katzen ist das so. und in den fuß beißen,bzw. in den hacken ist sehr beliebt, wie beute jagen. nicht schimpfen!

Noodie
27.08.2006, 09:33
Man kann aber ganz klar an der Koerpersprache erkennen, finde ich, ob es sich um angestaute Energie und Frust oder um ein mehr spielerisches Beissen handelt. Wenn Tommy mich im Spiel beisst, beisst er nie wirklich zu, er droht es nur an und haelt mich mit den Zaehnen ohne dass es weh tut. Aber wenn er frustriert ist, tut's weh! Er sieht dann auch ganz anders aus - angelegte Ohren zB.

junia
27.08.2006, 17:00
Hallo,

es gibt wie bei uns Menschen Katzen die sehr aktiv sind, deren Spiel uns geradezu *brutal* anmutet, die vor nichts so richtig Angst haben wie es auch Kätzchen gibt die von Anfang an einen recht *wohlerzogenden Eindruck* machen.

Einem kleinen Kätzchen ist IMMER mit einem Spielgefährten geholfen, nichts wirkt so ausgleichend wie ein Spiel unter Gleichgesinnten. Gerade bei Wohnungshaltung finde ich es fast Tierquälerei kleine Katzen allein zu halten auch wenn *immer jemand da ist*. Kleine Katzen müssen lernen ihre Krallen und Zähne so einzusetzen das es nicht weh tut, aber einsetzen müssen sie sie. Ebenso muss die Erregung nach einem *Kampf* oder der *Jagd* richtig abgebaut werden - auch das lernt man am besten unter Katzen.

Auf die Schnelle würde ich sagen, das der Einsatz der Krallen beim Spiel bei deiner Katze noch normal ist, aber sie muss lernen das das eben nicht geht. Dazu solltest du das Spiel sofort abbrechen und wenn die Katze nicht ablässt sie sogar in einen anderen Raum bringen - ebenso wenn sie dich *anfällt*. Auf keinen Fall solltest du unerwünschtes Benehmen durch Zuwendung (auch Schimpfen ist Zuwendung) *belohnen*. Kratzt sie dich, mache ein hohes zischendes Geräusch (Fauchen) und trag sie weg (so ähnlich würde es die Katzenmutter tun).

Das eine Katze nach längerem Streicheln und vorallem im Bauchbereich plötzlich aus heiterem Himmel beisst, ist nicht ungewöhnlich. Die Hauskatze ist noch nicht soooo lange Streicheltierchen und der Bauch eines Tieres ist der Empfindlichste Bereich. Außerdem ist die Kampfhaltung der Katze "Rückenlage mit allen vier scharfen Waffen nach oben". Kein Grund zur Sorge, man sollte auch dafür die Katze nicht bestrafen, denn sie tut es nicht aus Hinterlist oder Böswilligkeit (was Tieren sowieso fremd ist).

Gruß Junia

Inaktiver User
27.08.2006, 19:30
Hallo,
Einem kleinen Kätzchen ist IMMER mit einem Spielgefährten geholfen, nichts wirkt so ausgleichend wie ein Spiel unter Gleichgesinnten. Gerade bei Wohnungshaltung finde ich es fast Tierquälerei kleine Katzen allein zu halten auch wenn *immer jemand da ist*. Kleine Katzen müssen lernen ihre Krallen und Zähne so einzusetzen das es nicht weh tut, aber einsetzen müssen sie sie. Ebenso muss die Erregung nach einem *Kampf* oder der *Jagd* richtig abgebaut werden - auch das lernt man am besten unter Katzen.


Da kann ich Junia nur voll zustimmen. Der beste Spielkamerad für eine Katze ist eine 2.te Katze. Ganz besonders auch für eine Wohnungskatze. Menschen können nie ganz einen kätzischen Spielgefährten ersetzen.
Wenn man die Spiele der Katzen beobachtet, so geht das oft sehr rauh und herzlich zu. Auch die Krallen werden ohne Hemmungen eingesetzt.
Nun muss die Katze beim Menschen erst lernen, dass Menschenhaut wesentlich empfindlicher ist, als Katzenhaut.

Es werden ja auch öfter wilde Katzenspiele empfohlen. Da halte ich persönlich nicht so viel von, weil die Gefahr besteht, dass Katze dabei auch immer ausgelassener wird und eben im Spiel vergisst, ihre Krallen einzuziehen. Besonders bei Jungtieren passiert das häufig. Solange sie jung sind, ist das alles zu ertragen. Der Kater meiner Cousine wog später 9 kg und wenn der an den nackten Beinen hing, das war nicht mehr lustig.
Übrigens wurde Mickey -so hiess der Kater- auch immer ziemlich wild bespielt und geneckt. Das Ergebnis war, dass er nie lernte, dass man mit nackter Menschenhaut vorsichtig umgehen muss.

Ich würde zu einer 2.ten jungen Katze raten. Die beiden hätten bestimmt viel Spass miteinander und aneinander, und von den ganz wilden Spielen bliebe der Mensch verschont.

Ghost, bei deiner würde ich das plötzliche Zubeissen auch noch als Übersprunghandlung sehen. Sie ist dann durch die Streicheleinheiten richtig aufgewühlt und muss ihre Erregung abbauen.
Wenn eine Katze böse zubeisst, das sieht ganz anders aus.

@Mni, genau so sehe ich das auch bei deiner Katze.
Schau sie genau an beim streicheln. Meist kannst du den Moment erkennen, wo Zähne und Krallen und Liebesbisse drohen.
Du darfst dann auf keinen Fall den Fehler machen, die Hand ruckartig fortzuziehen. Auch wenns schwerfällt, Hand ganz ruhig halten und mit fester Stimme NEIN sagen. Du wirst sehen, in kurzer Zeit wirkt das.

Mni
27.08.2006, 22:54
oh, danke delenn,
ich sage immer nein,wende mich immer abrupt ab und gehe ins haus und lasse sie bedeppert zurück. es ärgert mich, blutet und schmerzt, und wenn sie auf meinem schoß war, springe ich auf....

mein hund, den ich nun schon 5 monate nicht mehr gesehen habe und ganz dolll vermisse, ist mir lieber, weil er berechenbar ist...
gruß von mni, traurig.........

Elly
31.08.2006, 10:43
Wir hatten lange ein Geschwisterpäarchen , die beiden kamen mit 7 Wochen zu uns .(Die Mutter wohnte nebenan und säugte ihre Kinder und schaute nach ihnen) Ich kann Euch sagen ,als sie klein waren dachten wir manchmal ,sie überleben ihre Angriffe nicht. Sie haben unter fauchen und schreien gekämpft und gebissen ,aber nur untereinander . Zu uns waren sie die liebsten Katzen.Der Kater lebt leder nicht mehr ,aber seine Schwester ist anderen Katzen gegenüber immer noch ein wüster Rabauke ,bei uns lieb und sanftmütig - Wenn Katzen beim Streicheln beißen oder zuhauen ist das ein Zeichen , daß sie nicht mehr wollen . Achtet auf die Ohren und die Körperspannung , sie zeigen es an .Übrigans :eine Katze am Bauch zu kraulen ist immer gefährlich , das sollte man nur bei sehr vertrauten Tieren machen ! Elly

Honey
31.08.2006, 12:08
Wir haben zur Zeit auch einen Babyhaufen Zuhause. Da wird gerauft, Angriffe geübt, getobt bis zur Erschöpfung. Das könnten wir Zweibeiner gar nicht bieten.
Zwei Katzen sind in der Regel besser zu halten als eine. Ganz selten gibt es natürlich auch wirkliche Einzelgänger.

honey