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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : bislang tolles Leben, stelle mit 40 alles in Frage



Inaktiver User
22.08.2006, 00:45
Meine langjährige Beziehung ist gescheitert, das allein ist schon schlimm, aber nicht das Grundproblem. Ich wuchs in einem Dorf auf, hasste immer die Enge und wollte nach dem Abitur nur weg in die Großstadt. Das Studentenleben genoss ich in vollen Zügen, nahm alles mit, was mir verlockend erschien und bekam zu guter Letzt sogar noch einen erfüllenden und gut bezahlten Job. Mein Privatleben ist geprägt von guten Freunden und ich fühle mich trotz einer schmerzhaften Trennung nicht einsam. Klingt doch unterm Strich nicht schlecht, oder?
Zum ersten Mal in meinem Leben zweifle ich jedoch an meinem Lebenskonzept und fühle eine Leere in mir. Kinder habe ich mir bewusst nie gewünscht, aber ich hatte auch nie einen Partner, der dies mal forciert hätte. Heute denke ich mir, Mensch, warum wollte eigentlich nie ein Mann ein Kind von mir? Warum habe ich in meinem ganzen Leben niemals den Satz "Ich wünsche mir ein Baby von dir!" gehört? Sollte ich jetzt einen anderen Mann kennen lernen, so hat sich das Thema Kinder allein schon biologisch erledigt, nein, in diesem Leben werde ich keine Mutter mehr werden. Mein Verhältnis zu meinen Eltern ist ganz wundervoll und bei meinem letzten Besuch tat es mir zum ersten Mal leid, daß sie nie Großeltern werden, denn meine Schwester kann leider aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder gebären und bei mir ist es zu spät. Meine Eltern haben uns mit Erfolg zu toleranten und denkenden Menschen erzogen, aber diese Werte werden wohl nicht weitergegeben werden. Wenn ich heute in mein Heimatdorf fahre und sehe wie meine früheren Schulkameraden leben, dann beneide ich sie zum ersten Mal um ihre Familie, um ihre Häuser, Gärten und Sportvereine, alles das, was ich früher immer hasste und spießig fand. Aber ihr Leben erscheint mir so prall und lebendig, während mein Leben öde ist. Ich habe einen erfüllenden Job, keine finanziellen Probleme, bin unabhängig und kann tun und lassen, was ich will, aber ich empfinde mein Leben als unglaublich leer und sinnlos.
Ich weiß einfach nicht, wie ich den Rest meines Lebens sinnvoll verbringen soll.

Lila37
22.08.2006, 08:57
Liebe Cruelsummer06,
Wieso bist Du denn so überzeugt davon, dass es jetzt zu spät ist zum Kinderkriegen? Heutzutage gibt es doch immer mehr Frauen, die jenseits der 40 noch schwanger werden. Ich denke dabei nicht nur an Madonna & CO. - meine Schwester z.B. hat mit 43 ihr letztes Kind gekriegt, auch noch völlig ungeplant, also ohne Hormonbehandlung oder so. Sicher ist es nicht so einfach wie mit 20, schwanger zu werden, aber die Möglichkeit besteht noch.
Und wenn nicht - hast Du schon mal an Adoption gedacht?
Was mich zu meiner nächsten Frage führt: Aus Deinem Beitrag geht (für mich zumindest) nicht ganz klar hervor, ob Du nun wirklich auf einmal Lust hast auf ein Kind oder ob Du einfach nur eine Phase der Neuorientierung und Werteverlagerung durchmachst, zu der das Bedauern über "Nicht-Gemachtes" in der Vergangenheit einfach dazugehört (ohne das würde ja keine Neuorientierung stattfinden können), ohne dass tatsächlich ein echter Kinderwunsch vorhanden ist. Ich hoffe, ich habe mich da jetzt verständlich genug ausgedrückt...
LG

Anastasia1960
22.08.2006, 09:40
Ich kann dich gut verstehen. Ich habe auch keine Kinder (aus biologischen Gründen). Mache dich jetzt nicht fertig und schiebe die "Schuld" deiner Kinderlosigkeit auf die die Männer, von welchen du nur angeblich den Satz hören wolltest, dass sie Kinder mit dir wollen. Wenn DU wirklich den großen Wusch verspürt hättest Kinder zu wollen, dann hättest du nicht um die "Erlaubnis" eines Mannes gewartet. Du bist eine emanzipierte Frau und kannst deine Wünsche schon selbst artikulieren oder????

Ich sehe den Sinn meines Lebens in der Verwirklichung meiner Wünsche. Sei es eine Radtour, oder einen Partner zu haben mit dem ich mich wohl fühle. Reisen, Kochkurse.... für Freunde kochen usw.....
Hinter den Fasaden der Einfamilienhäuser ist auch nicht immer eitel Sonnenschein.. und in einen Sportclub kannst du doch auch eintreten oder?

Galinda
22.08.2006, 09:45
Hallo Cruelsummer06,

meine Schwägerin hat vor kurzem mit 42 ihr erstes Kind bekommen. sie ist auf Anhieb schwanger geworden. Sie musste zwar während der Schwangerschaft eine gewisse Diät einhalten, aber sonst ist alles sehr gut gelaufen.

Hast Du schon mal daran gedacht, einen ehrenamtlichen Job zu machen, dich sozial zu engagieren? Ich weiss allerdings nicht, ob Du genügend Zeit dafür hast. Vielleicht hast Du auch Lust, noch einmal eine Aus- oder Forbildung zu machen, irgend etwas, was Dich total interessiert.

Ich kann Dein Gefühl nachvollziehen, bin 42 und habe auch keine Kinder und irgendwie das Gefühl, im Leben etwas ganz Wesentliches versäumt zu haben. Den Sprung in die Mutterschaft möchte ich aber nicht mehr wagen.

Salut,
Galinda

Latona
22.08.2006, 15:12
@ Cruelsummer


Kinder habe ich mir bewusst nie gewünscht, aber ich hatte auch nie einen Partner, der dies mal forciert hätte. Heute denke ich mir, Mensch, warum wollte eigentlich nie ein Mann ein Kind von mir? Warum habe ich in meinem ganzen Leben niemals den Satz "Ich wünsche mir ein Baby von dir!" gehört?

Ich finde, die Tatsache, dass ein Mann ein Kind von mir will, ist noch lange kein Grund, auch tatsächlich eins zu bekommen. Es mag ja schmeichelhaft sein, als Mutter seiner Kinder ausgewählt zu werden, aber in der Regel zahlen Frauen für eigene Kinder immer noch einen weitaus höheren Preis als Männer. Bist Du dazu wirklich bereit?

Was ist denn aus Deinen Gründen geworden, bewusst keine Kinder zu wollen? Haben die sich jetzt einfach in Luft aufgelöst, nur weil Du keinen Partner mehr hast?


Wenn ich heute in mein Heimatdorf fahre und sehe wie meine früheren Schulkameraden leben, dann beneide ich sie zum ersten Mal um ihre Familie, um ihre Häuser, Gärten und Sportvereine, alles das, was ich früher immer hasste und spießig fand. Aber ihr Leben erscheint mir so prall und lebendig, während mein Leben öde ist. Ich habe einen erfüllenden Job, keine finanziellen Probleme, bin unabhängig und kann tun und lassen, was ich will, aber ich empfinde mein Leben als unglaublich leer und sinnlos.

Deine Schulkameraden haben das gemacht, was die meisten machen: Heiraten, Kinder kriegen und wenn möglich Häusle bauen. Und damit haben sie sich auch jede Menge Verpflichtungen aufgehalst, die wenig Freiräume für Dinge lassen, die eben nicht so ganz normal sind. Du hingegen bist unabhängig und kannst Dein Leben nach Deinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen einrichten. Hast Du wirklich keine anderen Träume mehr als das 0815-Familienleben am Stadtrand? Du musst doch früher mal andere Vorstellungen davon gehabt haben, was Du mit Deinem Leben anfangen willst. Was war das, wo ist das geblieben? Was ist mit Deinen Hobbies, mit Deinen Interessen, die Du vorher gepflegt hast? Alles uninteressant geworden?

Oder hast Du Dich rein auf das Modell Pärchenfreizeit mit Deinem Partner konzentriert?
Nun, eine solche Pärchenfreizeit kannst Du mit einem anderen Mann auch wieder erleben – nur wenn Du Kinder kriegst, ist damit erst mal ein paar Jahre lang Schluss. Dann fordern Dich die Kinder derart, dass für intensive Beziehungspflege nur noch wenig Zeit bleibt. Ich persönlich möchte aus verschiedenen Gründen keine Kinder – und einer der wichtigsten Gründe ist für mich, dass die Zweisamkeit mit meinem Partner darunter leiden würde.

Ich will es mal ganz ketzerisch sagen: Die einfachste und unreflektierteste Art, seinem Leben einen Sinn zu geben, ist Kinder in die Welt zu setzen. Eine Frau braucht sich dann nämlich keine Gedanken mehr darüber zu machen, was sie aus ihrem Leben sonst noch hätte machen können.

Inaktiver User
22.08.2006, 15:26
Ich will es mal ganz ketzerisch sagen: Die einfachste und unreflektierteste Art, seinem Leben einen Sinn zu geben, ist Kinder in die Welt zu setzen. Eine Frau braucht sich dann nämlich keine Gedanken mehr darüber zu machen, was sie aus ihrem Leben sonst noch hätte machen können.
:schild genau: Du kannst mich mit in den Ketzerclub aufnehmen :freches grinsen:

Rotfuchs
22.08.2006, 15:38
Liebe Cruelsummer,

die Fragen, die Du Dir jetzt stellst, stellt sich jeder irgendwann in der Lebensmitte. Oft sind irgendwelche Krisensituationen der Auslöser, manchmal überkommt es einen auch einfach so, gerne zu einem runden Geburtstag. :smirksmile:
Man fragt sich: War es das jetzt? Habe ich das erreicht, was ich erreichen wollte? Kann - und will - ich noch das Ruder herumreißen und was ganz anderes machen? Hätte... wenn...

Der Auslöser für Deine Fragen war sicher die Trennung von Deinem Partner. Jahrelang lief das Leben in "wohlgeordneten" Bahnen. Nun bist Du plötzlich allein, musst Dich völlig neu orientieren, fühlst Dich allein und hilflos.
Vielleicht beneidest Du deshalb Deine Schulkameraden in ihrer (vermeintlichen) heilen Welt mit Kindern, Sportverein und Eigenheim. Aber die stellen sich hinter ihrer Gartenhecke irgendwann dieselben Fragen und beneiden vielleicht gerade Dich mit Deinem erfüllenden Job und Deinem freien selbstbestimmten Leben

Denk mal an die Träume und Ziele Deiner Jugend. Was hat sich davon erfüllt, was nicht? Welche Träume/Ziele erscheinen Dir auch heute noch erstrebenswert? Wenn Du nur einen einzigen findest: Mach Dich auf den Weg dorthin. :smile:
Mach das, was Du immer schon mal tun wolltest - sofern es möglich ist. Visionen sind gut, Realitätssinn aber auch.

Beklage nicht das, was Du nicht hast und nicht (mehr) bekommen kannst. Streiche die "Hätte-Wenn- und Aber-Argumente" aus Deinem Kopf, die lähmen nur und bringen Dich nicht weiter.

Betrachte Deine augenblicklichen Gefühle als das, was sie sind: Eine schlechte Phase aufgrund eines Schicksalschlags. Das geht vorbei. Je aktiver Du bist, um so schneller. Resigniere nicht, dafür bist Du mit 40 viel zu jung.

Den Sinn Deines Lebens mußt Du, und nur Du allein, für Dich selbst finden. Kein Kind kann Dir diese Aufgabe abnehmen.

Laborschnecke
22.08.2006, 15:39
Ich will es mal ganz ketzerisch sagen: Die einfachste und unreflektierteste Art, seinem Leben einen Sinn zu geben, ist Kinder in die Welt zu setzen. Eine Frau braucht sich dann nämlich keine Gedanken mehr darüber zu machen, was sie aus ihrem Leben sonst noch hätte machen können.
:schild genau: Du kannst mich mit in den Ketzerclub aufnehmen :freches grinsen:

Tja, und auch diese Frauen werden wahrscheinlich irgendwann an den Punkt kommen, an dem sie denken, mensch, da war doch noch was...
Hat nicht jeder im Leben mal eine Phase, in der man denkt: schade, dass ich das nicht geschafft habe! ?

@Cruelsummer
warum tun Dir Deine Eltern leid, dass sie nie Großeltern werden? Du bist nicht dafür da, Deinen Eltern einen Lebenswunsch zu erfüllen.

Inaktiver User
24.08.2006, 12:28
Hallo,
Laborschnecke und Rotfuchs haben völlig recht. Auch die Frauen mit wohlgeratenen Kindern, einer gücklichen Beziehung und der Idylle mit Haus und Garten stellen ihr Leben bisweilen mal in Frage. Erstens sieht ein Aussenstehender sowieso meistens nur das Positive und zweitens kann man nun mal nicht alles haben und trauert den Dingen nach, die auf der Strecke geblieben sind. Das halte ich für völlig normal und menschlich.
Mich überfallen diese Zweifel gerne mal nach Telefonaten mit kinderlosen erfolgreichen Freundinnen, die gerade womöglich noch von ihrem tollen Urlaub in der Karibik erzählen. Wenn ich mich danach wieder an meine 2 Körbe Bügelwäsche begebe, im Hintergrund das Gestreite meiner wohlgeratenen Kinder, auf dem Sofa vor mir bester Ehemann von allen, gebannt auf das Fußballspiel in der Glotze schauend, stelle ich mir schon mal die Frage, ob das so alles sein soll..
Und das, obwohl ich wirklich mit meinem Leben zufrieden und glücklich bin.
Es gibt halt so Tage:smirksmile:
Liebe Grüße

Neuanfang
24.08.2006, 17:28
Liebe Cruelsummer,

ich hoffe, allzu cruel war Dein Sommer nicht :smile:! Dass Du im Augenblick vieles in Frage stellst, finde ich verständlich. Eine Partnerschaft ging in die Brüche, dies bringt leider erstmal Leere.

Wenn mich jemand nach Kindern fragte, war meine Antwort jedesmal, "im nächsten Leben". Bis ich mich mit Anfang 4o in einen alleinerziehenden Vater verliebte. Der Kleine war damals fünf und knackte mich noch vor seinem Vater, sozusagen. Ich je wieder einen Mann, hatte ich damals auch abgehakt.

Wir waren fünf Jahre zusammen, es ging die Tage endgültig zu Ende. Nicht mehr Ersatzmama zu sein, hat mich sehr mitgenommen! Es war eine unerwartet schöne Zeit. Ja, manchmal wurde es für die Partnerschaft eng, aber eine family zu sein, hatte auch sehr bereichert!

Als wir uns kennenlernten, waren wir beide sehr der Meinung, kein Kind mehr zu bekommen. Wegen unseres Alters (ich damals 42, er 46). Wie lächerlich ich dies im Nachhinein finde! Mit 42/43 wäre es noch völlig okay gewesen. Aber sollte wohl eh nicht sein, denn wir hatten nie verhütet.

Inzwischen bin ich im Nachhinein unglaublich dankbar für diese Mami-Jahre! Und wer weiß, vielleicht treffe ich ja nochmals auf einen alleinerziehenden Vater :smile:.

Du weißt auch nicht, was kommt. Wer von uns weiß das schon? Vielleicht gehts Dir wie mir: geliebte Ersatzmami. Oder Du bekommst mit Anfang 4o eben doch noch mit einer neuen Liebe ein Kind. Zu alt bist Du noch nicht, meine Meinung. Ich mit 48 inzwischen schon.

Good luck, und: das Gras wirkt auf der anderen Seite des Rasens häufig grüner, ist es aber nicht.

Liebe Grüße,


Neuanfang

Uschi35
25.08.2006, 22:12
Hallo,

dieses Gefühl der "Leere und Sinnlosigkeit" habe ich, 37 inzwischen, auch immer öfter.
Mein Partner und ich haben keine Kinder, aber ein Haus (das kannst Du Dir übrigens auch ohne Kinder gönnen! :smirksmile: ) und ein paar Tiere.
Mein Job ist seit 17 Jahren derselbe, aber wegen dem Kredit für das Haus trau ich mich jetzt nicht mehr, zu wechseln. Würde ich nach der Probezeit "fliegen", wäre wohl auch das Haus futsch.
Tja, man kann wohl nicht alles haben....

Vor Jahren auf einem Abi-Treffen stand ich ganz schön abseits, als alle sich über ihre Kinder, Ehemänner und Häuser unterhielten. Manche waren sogar schon wieder geschieden.
Ich fühlte mich da schon etwas traurig (?), aber dann dachte ich daran, was die Mädels damals beim Abi alles vorhatten.... Sie wollten studieren (was sie wohl auch noch geschafft haben), aber dann haben sie geheiratet und Kinder bekommen, einen Halbtagsjob angenommen....

Freu Dich an Freiheit und Flexibilität, sei gespannt auf das, was als nächstes kommt.

Du hast gerade keinen Partner? Prima, dann freu Dich doch schon mal darauf, wenn die Schmetterlinge eines Tages wiederkommen!
Dann würden Dich sicherlich ein paar der lang-verheirateten beneiden! :smirksmile:

Und vergiss nicht: Die Frauen, die jetzt vielleicht erfüllt sind, weil sie Mutter sind, müssen ihre Kinder irgendwann ziehen lassen - und stehen DANN nicht selten vor einem riesigen Loch (sh. auch meine Mutter).
Meine Mutter hat einfach keine Zeit gehabt (oder es auch schlichtweg "vergessen"), sich nebenbei um Freunde und Hobbies zu kümmern.......
Nun fällt es ihr sehr schwer, sich wieder auf sich selbst zu besinnen.

ICH habe übrigens auch hie und da schon mal ein schlechtes Gewissen, weil meine Eltern nie Grosseltern sein dürfen. Meine Schwester (4 Jahre älter) hat das Thema abgehakt - nun kriege ich manchmal gewisse Sätze zu hören......
Mein Vater äusserte im letzten Jahr sogar seine Enttäuschung, daß statt des ersehnten Enkelkindes nur ein Kater ins Haus kam *ächz*.

Ich habe auch schon darüber nachgedacht, etwas ehrenamtliches zu machen. Früher habe ich regelmäßig im Tierheim gearbeitet - und zwar oft allein mit einer Jugendgruppe "unter mir".
Dies geht aus Entfernungstechnischen Gründen leider nicht mehr. Aber irgendetwas wird sich doch finden lassen?
Ich dachte auch schon an Besuche bei alten Menschen oder ähnliches, nur weiss ich noch nicht, ob meine "labile Seele" das auf Dauer aushält....


LG
Uschi

Inaktiver User
25.08.2006, 22:38
Lieben, lieben Dank für eure Antworten und fürs Kopfzurechtrücken. Ihr habt ja alle so recht, aber derzeit fühle ich mich einfach allein, leer und unglücklich. Für ein Kind war ich früher nicht bereit auf viele Dinge zu verzichten, ich bin es jetzt schon länger, blöderweise kam dann diese furchtbare Trennung von meinem Mann dazwischen. Ich wäre sehr glücklich gewesen, zu dem Zeitpunkt schwanger gewesen zu sein, denn heute traue ich es mir zu, es auch allein zu wuppen. Meine Eltern haben mir übrigens nie Stress bereitet, sie haben meine frühe Entscheidung gegen Kinder akzeptiert und führen eine glückliche Beziehung auch ohne Enkelkinder. ICH finde es jetzt bei Familientreffen nur traurig, daß die Familie Cruel in Zukunft nur noch kleiner wird, dabei sind wir eine wirklich tolle Gemeinschaft von der viele andere nur träumen können.
Ich muß mir neue Perspektiven erarbeiten und neue Ziele setzen. Im Moment weiß ich nur, daß gute Freunde, eine tolle Kernfamilie und ein passables Gehalt allein mich nicht glücklich machen. Ich sah mich auch nie als kauzige Alte, die mit 10 Katzen und 12 Hunden in einem historischen Bauernhaus mit Ökogarten lebt. Allerdings habe ich derzeit auch kein Bild davon, wie ich mir meine Zukunft wünsche.
Wie seht ihr euch in zwanzig oder dreißig Jahren?

Inaktiver User
25.08.2006, 23:00
Hoffentlich noch immer Hand in Hand mit bestem Ehemann, gesund und glücklich. Ob meine Kinder sich ihrerseits für Familie entscheiden finde ich jetzt nicht so wichtig, Hauptsache, sie sind glücklich mit ihrem Leben, ich muss nicht Oma werden, obwohl ich Babies sehr liebe. Grosser Sohn geht in 30 Jahren auch schon stramm auf die 50...
Wie ich mich kenne, habe ich auch im Alter noch ein erfülltes Leben, ich arbeite heute schon ehrenamtlich und möchte es auch weiter tun. Ökogarten wäre auch okay. Und wahrscheinlich habe ich es auch bis dahin völlig versäumt, erwachsen zu werden, vielleicht gehen Ehemann und ich immer noch auf Motorradtouren, hören gerne Hardrock, und ganz sicher werde ich keine dezente, beige Kleidung tragen:lachen: . Ich denke,ich werde so sein wie jetzt, nur etwas langsamer:smile:

Nocturna
26.08.2006, 18:46
Wie seht ihr euch in zwanzig oder dreißig Jahren?
Ich lasse das einfach auf mich zukommen. In 20, 30 Jahren kann sich sehr viel verändern. Es gibt keine Garantie im Leben. Wer kann schon wissen, ob ich noch verheiratet sein werde, weiterhin in meinem Häuschen lebe und ob mein Sohn statt Enkelkind nicht den schwulen Partner nach Hause bringen wird. Klar ich habe Präferenzen, aber ich glaube an mein Lebensmotto: es kommt immer anders als man denkt. Insofern versuche ich nicht, mich zu sehr festzulegen.

Ich lasse es auf mich zukommen und sorge erstmal dafür, dass es im Moment meiner Familie und mir gut geht und wir die derzeitigen Ziele packen. Gleichzeitig oder danach steht die finanzielle Absicherung des Alters an, damit wir für die meisten Schicksalswendungen gewappnet sind.

Ob ich dann meine lustigen Rentnerjahre kleinmiefig zuhause auf der Terrasse verbringen werde oder ob ich eventuell Sohn nachfolgen würde, wenn der eines Tages nach Australien auswandern würde, werde ich dann entscheiden, wenn es ansteht.

Wenn meine Familie wegbrechen würde (Mann=Scheidung, Sohn= Umzug nach Irgendwo), stände ich ziemlich allein auf der Welt da, zumal ich nicht auf weitere Familie und engen Freundeskreis zurückgreifen kann. Ich wäre also letztendlich so alleine wie du, Cruelsommer. Dennoch denke ich, dass ich irgendwas finden würde, womit meinen Leben bereichern könnte und wenn es Aquarellmalen in der VHS wäre (was so ziemlich das letzte ist, das ich mir derzeit als Hobby vorstellen könnte). :smirksmile:

Inaktiver User
26.08.2006, 18:50
"Zitat von Latona
Ich will es mal ganz ketzerisch sagen: Die einfachste und unreflektierteste Art, seinem Leben einen Sinn zu geben, ist Kinder in die Welt zu setzen. Eine Frau braucht sich dann nämlich keine Gedanken mehr darüber zu machen, was sie aus ihrem Leben sonst noch hätte machen können."

Stimmt,
das war auch einer meiner vielen Gründe Kinder zu bekommen. Liebe Latona, das meine ich jetzt nicht abwertend gegen diese Deinige sehr klare Feststellung!

Herzliche Gründe herbstblatt

Hudsonhawk
28.08.2006, 18:33
Meine Eltern haben mir übrigens nie Stress bereitet, sie haben meine frühe Entscheidung gegen Kinder akzeptiert und führen eine glückliche Beziehung auch ohne Enkelkinder.
Hallo,

meine Eltern machen da dankenswerterweise auch keinen Stress. Im Gegenteil, sie bestärken mich sogar in meiner Entwscheidung zur Unabhängigkeit. Auch meine beiden Omas sind da erstaunlich locker drauf.


Ich muß mir neue Perspektiven erarbeiten und neue Ziele setzen. Im Moment weiß ich nur, daß gute Freunde, eine tolle Kernfamilie und ein passables Gehalt allein mich nicht glücklich machen.
Das mag sein, aber man muß immer das Positive sehen. Du bist niemandem Rechenschhaft schuldig, kannst nach Hause kommen, wann Du willst usw.


Wie seht ihr euch in zwanzig oder dreißig Jahren?
Hm? Das ist schwer zu sagen. Halbwegs ernsthafte Prognosen kann man wohl kaum abgeben. In 30 Jahren stehe ich kurz vor der Rente, ich sehe mich dann in einem tollen Büro sitzen, mit einem netten Team um mich herum und abends komme ich in meine kleine Penthouse Wohnung und höre meine Jazzplatten.
Und wenn ich dann Rentner bin (und ich kann es mir dann leisten und sonstige technische Voraussetzungen sind erfüllt), dann behalte ich von meinem ganzen Babel in der Wohnung nur das, was ich wirklich brauche und lade den Rest (inkl. meiner Jazzplatten) in ein riesiges amerikanisches Wohnmobil (Motorhome). Damit fahre ich dann in der Gegend rum und bleibe überall solange wie ich lustig bin.

Inaktiver User
29.08.2006, 14:38
*** Beitrag gelöscht ***

Neuanfang
29.08.2006, 15:01
Hallo Cora,

braucht Dich eigentlich Dein Mann?
Ich meine, bist Du für ihn auch richtig wichtig?

Und für Deine Freunde? Die alte Omi in der Nachbarschaft? Das Nachbarskind, dessen tolle Mama kein Ohr für ihr Kind hat?

Nur mal so als Gedankenanstoß :smirksmile:


Neuanfang

Inaktiver User
29.08.2006, 15:54
Ob man eine Leere im Leben hat, liegt nur an einem selber und nicht daran, ob man Kinder hat oder nicht. Ich glaube, ich hätte auch ein erfülltes Leben, wenn ich die Jungs nicht hätte. Wären sie mein ganzer und ausschliesslicher Lebensinhalt wäre ich nicht nur ziemlich langweilig, sondern hätte in einigen Jahren, wenn die beiden ausziehen, auch ein ganz großes Problem.

Uschi35
29.08.2006, 21:28
Danke für Dein Posting, liebe Mellisuga!

Wieso wird einem eigentlich immer GELD als Grund für die Entscheidung gegen Kinder unterstellt?
Ich kann es nicht mehr hören - und ich glaube, das ist hier auch gar nicht das Thema.

Ich mache jetzt meinen teuren High-Tech Laptop aus, lege mich in die seidenen Kissen und betrachte die Blattgold-verzierte Decke, während ich mir überlege, welches meiner 25 Designer-Kleider ich morgen zu meinem hochbezahlten Job tragen werde. Morgen ist übrigens der letzte Arbeitstag, bevor ich mich (zum fünften Mal in diesem Jahr) in meinen Privatjet Richtung Karibik setze.
Himmel!

LG
eine mal wieder leicht aggressive Uschi

Rotfuchs
29.08.2006, 22:19
denn es wird doch soviel Wert auf die Kinderlosigkeit gelegt, entnehme ich hier so vielen Postings.

NIEMAND hat hier geschrieben, dass er Wert auf Kinderlosigkeit legt, erst recht nicht zugunsten exotischer Hobbies. Aber es gibt genug (gewollt) Kinderlose, denen es damit dennoch gut geht, die gebraucht werden, die ihren einzigen Lebenszweck nicht in der Aufzucht sehen.


Ich würde mich genauso leer fühlen an deiner Stelle, wenn ich kein Kind hätte.

Bist Du so wenig Du selbst, dass Du Dich nur über Dein Kind definieren kannst? Was machst Du, wenn Dein Kind irgendwann seinen eigenen Weg ohne Dich geht. Wie leer bist Du dann?


Leb und pfleg deine Hobbies. Kauf dir Kleider, Urlaube, Status, alles was du dir nur in dem Maße leisten kannst, weil du kein Kind zu versorgen hast.

Ja ja, die typischen und abgedroschenen Supermama-Argumente. Wer kein Kind hat lebt im Luxus, trägt Designer-Klammotten, urlaubt in der Karibik bla bla bla ....
Es gibt sogar Mütter, die Kinder UND Luxus haben. Wie vermessen ist das denn?


Ich sags mal überspitzt, du bist für niemanden richtig wichtig im Leben. Du wirst nicht gebraucht. Und darunter leidest du jetzt.

Diese Ferndiagnose ist nicht nur völlig unqualifiziert, die ist einfach dummdreist und abgrundtief verletzend. Woher willst DU denn beurteilen, wie wichtig Cruelsummer für ihre Eltern, ihre Geschwister, ihre Freunde ist. Wie kannst Du es wagen, sie dermassen abzuqualifizieren, nur weil sie kein Kind hat. Du solltest Dich schämen.

Wem bist DU denn noch wichtig, wenn Dein Kind groß ist? Bist Du dann vielleicht Deinem Kind nur noch die lästige Klette, die sich überall einmischt? Wer weiß es ... ?

Ich bin entsetzt.

Laufrad
29.08.2006, 23:01
Und vergiss nicht: Die Frauen, die jetzt vielleicht erfüllt sind, weil sie Mutter sind, müssen ihre Kinder irgendwann ziehen lassen - und stehen DANN nicht selten vor einem riesigen Loch (sh. auch meine Mutter).

Genau das fiel mir auch ein. Deine Krise heute, das ist morgen (in 5 oder 10 Jahren) die Krise deiner Schulfreundinnen. Wenn das letzte Kind das Nest verlassen hat und es für einen beruflichen Neustart zu spät ist (so werden sie das dann vermutlich empfinden).

Ich hab's bei nicht-berufstätigen Freundinnen erlebt, dass sie bereits die große Wehmut packte, als das jüngste Kind eingeschult wurde ("jetzt braucht mich keiner mehr") bis hin zur Überlegung, nochmal schwanger zu werden.

Ich freue mich sehr an und über meine Kinder (meistens ;-) ) aber ganz ehrlich, Kinder sind nicht *der* Lebenszweck. Der Beruf übrigens auch nicht. Ich finde, am besten steht der Tisch des Lebens auf vielen Beinen.

LR

PS
Drauf schielen, wer in welchem Alter noch Mutter wurde, finde ich auch verkehrt. Und wer weiß, was alles im Spiel war, bis 4X-jährige Hollywoodstars schwanger wurden (Eizellenspende etc. pp.) Ich hab auch eine Freundin, die mit 40 von einmal ungeschütztem Sex schwanger wurde. Aber es ist ihr 3. Kind und sicher nicht die Regel.

Rotfuchs
29.08.2006, 23:25
Drauf schielen, wer in welchem Alter noch Mutter wurde, finde ich auch verkehrt. Und wer weiß, was alles im Spiel war, bis 4X-jährige Hollywoodstars schwanger wurden (Eizellenspende etc. pp.) Ich hab auch eine Freundin, die mit 40 von einmal ungeschütztem Sex schwanger wurde. Aber es ist ihr 3. Kind und sicher nicht die Regel.

Und ob diese Mütter mit 40+, erst recht, wenn es das erste Kind ist, dann auch wirklich glücklicher sind, als vorher, wissen wir auch nicht so genau. :smile:

Ob kinderlos oder nicht muss jede Frau für sich selbst entscheiden (falls ihr die Natur nicht die Entscheidung abnimmt), aber ein Kind als einzigen sinnvollen Lebenszweck anzusehen, ist für die Frau ein gefährlicher Trugschluss und für das Kind möglicherweise irgendwann eine enorme Belastung.

Um auf Cruelsummer zurückzukommen: Ich denke nicht, dass die Kinderlosigkeit der alleinige Grund für ihre derzeitige Leere ist. Bei ihr ist es der Verlust des Lebenspartners, der sie ihre jetzige Lebenssituation völlig in Frage stellen läßt. Da würde die Existenz eines Kindes vielleicht trösten, aber letztlich nicht helfen. Sonst hätten ja Mütter mittleren Alters keine Lebenskrise - und dem ist absolut nicht so.

Neuanfang
30.08.2006, 10:38
Hallo Cora,

Du wirkst sehr verbittert. Wieso?
Deine Kommentare sind außerdem gut unter der Gürtellinie. Wieso schlägst Du denn so um Dich?

Es gibt mehrere Wege nach Rom...


Neuanfang

Rotfuchs
30.08.2006, 11:23
Meine liebe Cora,

weder muss ich noch ein Haus abbezahlen, noch habe ich einen ungeliebten Job - im Gegenteil. Ich könnte mir auch MIT Kind mein jetziges Leben leisten - von Frust also keine Spur. Das mal vorweg. Du kannst die Waffen wieder einpacken. Sie treffen mich nicht. :freches grinsen:

Und dennoch behaupte ich, dass für jeden, Mann oder Frau, kinderreich oder kinderlos, arm oder reich, irgendwann eine Phase kommt, in der man sein bisheriges Leben hinterfragt. Das ist eine ganz normale Erscheinung, meist im mittleren Alter. Oft wird dies ausgelöst durch gravierende Veränderungen wie Trennung von Partner, Kind geht aus dem Haus, Krankheit, Pensionierung usw. Aber auch ohne solche Anlässe gibt es diese Gedanken irgendwann.

Auch Du Cora wirst früher oder später Dein Leben hinterfragen und Dir überlegen, was wäre gewesen wenn... Das kommt, sicher, auch wenn Du Dich jetzt noch in vermeintlicher Unfehlbarkeit und Selbstherrlichkeit sonnst und Dir das gar nicht vorstellen kannst. :smile:


Ich bin unbedingt dafür, dass Kinderlose sich eine "Ersatzwelt" schaffen, wie Fernreisen, Hobbies etc.


Billiges Klischee, immer wieder gern von frustrierten Müttern in Umlauf gebracht: Kinderlose Luxusweibchen gg. aufopferungsvolle entbehrungsreiche Mamas ....

Warum überhaupt eine "Ersatzwelt"? Wofür Ersatz schaffen? Wenn ich etwas ersetze, müßte ja etwas fehlen. Warum können manche Mütter einfach nicht verstehen, dass ein nicht vorhandenes Kind nicht automatisch ein Mangel ist, der zwangsläufig ausgeglichen werden muss. Ist das irgendwie hormongesteuert?

Mein Leben ist bisher glücklich verlaufen. Mit Kind wäre es sicher ANDERS verlaufen - ob besser oder schlechter vermag ich nicht zu sagen, aber auch niemand anderes kann das beurteilen.

Geklärt ist immer noch nicht die Frage, wieso DU es wagst zu behaupten, dass Cruelsummer für niemanden wichtig ist, weil sie ja kein Kind hat.
So kann nur jemand fragen, der sich ausschließlich über seine Gebärmutter definiert und sonst nichts zu bieten hat. Arm.

Inaktiver User
30.08.2006, 11:35
Was mir persönlich völlig schleierhaft ist, ist dass diese Diskussionen immer in dieses kann man ohne Kinder glücklich sein ausarten. Dafür gibt es doch schon genug eigene Seiten. Das hier läuft unter Tipps für ein glückliches Leben. Cruelsummer hat eine kleine Sinnkrise, genau wie wir alle mal und ich finde es einfach nicht fair, das immer nur darauf zu schieben, dass eine Frau keine Kinder hat. Schon mal gar nicht, wenn man die Umstände nicht kennt. Es gibt viele richtige Arten sein Leben zu gestalten; Mutter Theresa hatte bestimmt auch keine eigenen Kinder, möchte ihr jetzt jemand ein leeres Leben vorwerfen, ausgefüllt durch Luxus?

Rotfuchs
30.08.2006, 11:50
Cruelsummer hat eine kleine Sinnkrise, genau wie wir alle mal

Das ist genau DIE wichtige Aussage, die es auf den Punkt bringt. Ich wünsche und hoffe, dass Cruelsummer das auch bald genau so sehen wird und nach dieser völlig normalen Krise wieder beherzt ihr Leben in die Hand nimmt und genießt. :smile:

So eine Krise (wenn man es überhaupt so nennen will) macht ja auch Sinn. Man überdenkt einiges, ändert das eine, findet sich mit etwas anderem ab. Man überprüft seine Ziele und Werte, korrigiert gegebenenfalls und geht möglicherweise einen anderen Weg. Oder auch nicht - je nach Ergebnis.

Wichtig finde ich, diese Phasen als normal zu akzeptieren und bewußt zu erleben. Dann können sie sehr hilfreich sein.

Inaktiver User
30.08.2006, 12:12
Rotfuchs,

Ich möchte doch nur wissen, was ist es so tolles, was ihr macht, wofür ihr euch den Rücken freihält ohne Kinder? Was habt ihr euch geschaffen mit den vielen vielen Jahren mehr Zeit? Wie lebt ihr dann? Seid ihr zufrieden? Wenn ja, freut mich von ganzem Herzen.

Cora

Genau das ist hier nicht das Thema! deinem Nick zu entnehmen bist du 34, da kannst du dich getrost zurücklehnen, denn die hier genannten Überlegungen werden dich vermutlich erst in 10 Jahren überkommen.
Und sie kommen spätestens dann, wenn dein Kind nicht mehr in der Familie lebt und dein Leben sich neu definiert, weg von der Fürsorge. Da sei dir ganz sicher.

Nocturna
30.08.2006, 12:21
Cora, du übertreibst ein bisschen, obwohl ich grundsätzlich deiner Aussage zustimme, dass Kinder sinngebend sind.

Aber nicht jede Mutter ist mit ihrem Leben zufrieden, nur weil sie Mutter ist.
Wenn das so ist, dürfte sich keine der Mütter beschweren, die ich morgens beim Sport treffe, die gibt es aber auch.

Nicht jede kinderlose Frau ist automatisch unzufrieden. Im Gegenteil darf man davon ausgehen, dass die meisten sehr zufrieden sind und die oben erwähnte Sinnkrise meist temporär oder die Ausnahme ist.

In beiden Fraktionen gibt es Menschen, die sich fürs Falsche entschieden haben. Es gibt Frauen, die dazu stehen, dass sie im Nachhinein festgestellt haben, dass sie vielleicht lieber kein Kind gehabt hätten. Und es gibt die anderen, die es hinterher bereuen, sich nicht doch auf den Sprung ins kalte Wasser eingelassen zu haben.

So ist das Leben. Hinterher ist man (fast) immer schlauer oder zumindest bildet man sich ein, man hätte irgendetwas verpasst.

Inaktiver User
30.08.2006, 12:26
Auch an deiner Antwort merke ich, dass die Diskussion nichts bringt. Deshalb klinke ich mich hier aus.

Rotfuchs
30.08.2006, 12:39
für wen meinst du soll Cruelsommer so wichtig sein wie für ein eigenes Kind? Sie ist doch austauschbar.


Austauschbar? :ooooh: Du machst mich echt fassungslos.

Bist Du denn (außer für Dein Kind) einfach austauschbar? Liebt Dich nur Dein Kind, sonst niemand? Bist Du niemandem sonst wichtig oder siehst Du es vor lauter Mutter-Sein gar nicht. Dann tust Du mir sehr leid.

Ich bin mir sicher, dass Cruelsummer z.B. für ihre eigene Mutter und Familie und möglicherweise einige gute Freunde sehr sehr wichtig ist.


Ich möchte doch nur wissen, was ist es so tolles, was ihr macht, wofür ihr euch den Rücken freihält ohne Kinder? Was habt ihr euch geschaffen mit den vielen vielen Jahren mehr Zeit? Wie lebt ihr dann? Seid ihr zufrieden?

Ich denke nicht, dass "wir Kinderlosen" alle was besonders Tolles machen. Wir haben vielleicht eine andere Perspektive, einen anderen Lebenssinn. Das ist sicher sehr individuell.

Was wirst Du denn machen, wenn Dein Kind erwachsen ist und aus dem Haus geht, möglicherweise sogar weit weg. Wirst Du loslassen können? Welchen Sinn hat Dein Leben dann noch? Du bist dann ja ebenfalls austauschbar.
Kannst Du Dich dann mit Dir selbst beschäftigen? Oder fällt Dir dann wieder ein, dass Du vielleicht auch Deinem Mann wichtig bist - falls ER Dich nicht schon ausgetauscht hat? Welche Perspektive hast Du denn dann, außer dann baldmöglichst auf Enkel aufzupassen?

Ich verlasse kopfschüttelnd das Thema und gucke mal, ob ich im Büro oder zuhause schon ausgetauscht wurde...

Neuanfang
30.08.2006, 12:40
Hallo Cora,


Rotfuchs,
für wen meinst du soll Cruelsommer so wichtig sein wie für ein eigenes Kind? Sie ist doch austauschbar.
Die Mutter-Kind-Beziehung ist nun mal was einzigartiges. Nicht meine Erfindung. Cora

Oh, oh! Wie ich schon schrieb, ich war fünf Jahre lang Ersatzmami. Mit von Anfang an und noch heute sehr inniger Bindung mit dem Kleinen. Die leibliche Mutter war SEHR ersetzbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut, nicht zwingend mit dem Blut.

Du hast mich gefragt, warum ich denke, dass Du verbittert wirkst. Weil ich den Eindruck habe, dass Du nicht gerade das Gefühl hast, etwas Großartiges in Deinem Leben geleistet zu haben. Mit Ausnahme Deines Kindes. Du stichelst ein bißchen sehr, dass Cruelsummer, etc. hoffentlich "wenigstens" Großartiges in ihrem Leben geleistet, aus ihrem Leben gemacht hätten.

Du wirkst mir eher, als hättest Du Sorgen. Kein Geld da für eigene Freizeitgestaltung oder Träume aufgegeben z.B.

Außerdem fehlt mir in Deinen Postings sehr die liebevolle Bindung an einen Partner. Wo ist der Kindsvater? Wie wichtig bist Du ihm? Ein Kind kann einen Partner nicht ersetzen. Warum sollte es auch? Die Gesprächsthemen sind völlig andere. Und dann wäre da auch der Sex.

Dass Cruelsummer eine eigenartige Leere spürt, hängt sicher mit der Trennung zusammen. Dass sie die Leere wieder füllen möchte, sich aber fragt, ob es nur mit der Trennung zusammenhängt, finde ich so sinnvoll wie mutig von ihr. Sie schaut in den eigenen Spiegel.


Neuanfang

Uschi35
30.08.2006, 13:29
"Ich wäre auch entsetzt, wenn das mein Denken wäre.

Hängt vielleicht damit zusammen, dass du dumpfsinnig dein Haus abbezahlst und deinen Job nicht magst.

Cora"

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Die, die "dumpfsinnig" ihr Haus abbezahlt war ich. *meld*
Und ja, mein Job gefällt mir nicht.

UND ich verspüre z.Zt. eine gewisse Leere.
Nebenher bin ich auch noch kinderlos. Ja.

ABER ich weiss nicht, woher die Leere kommt.
Vielleicht ist das Haus falsch? Vielleicht ist der Partner falsch?
Vielleicht sollte ich mal wieder meine Freundinnen anrufen?
Der Job ist ganz sicher falsch (wenn auch sicher)!

Wenn ich, wie DU meine Leere jetzt mit Kindern stopfen würde.... oh oh....
Was, wenn die Kinderlosigkeit nicht der Grund ist?
"Mein Leben ist gerade irgendwie doof, da krieg ich jetzt mal ein Kind." Oder wie??

Jaja, alles andere ist ja nur Ersatz.
So einfach ist das nicht!



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"Aber es gibt genug (gewollt) Kinderlose, denen es damit dennoch gut geht
>>Und deshalb fühlst du dich so angegriffen. Schon mal drüber nach gedacht. "
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Liebe Cora, Du hast Dich gerade diesem Thread entzogen.
Scheinst Dich angegriffen zu fühlen. Schon mal drüber nachgedacht?

LG
Uschi
P.S. Hat übrigens noch jemand außer mir eine Bekannte, die beteuert, sie hätte ihre 3 Kinder lieber nicht gekriegt??
Ja, es SOLL auch Mütter geben, die ihren Entschluß bereuen.