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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alte Eltern



Angela999
06.11.2012, 19:54
Hallo an alle im Forum,

hat noch jemand Probleme mit der alten Mutter oder alten Eltern? Ich habe hier im Forum nichts darüber gefunden, aber für meine Freundinnen und mich (alle über 60) ist das Problem mit alten Müttern bzw. Eltern sehr groß.

Meine Mutter hatte Anfang des Jahres einen Schlaganfall, der zum Glück sehr gut behandelt wurde. Im Sommer musste sie leider in ein Seniorenwohnheim umziehen, da sie in ihrer Wohnung nicht mehr zurechtkam. Und ich kümmere mich so gut es geht um sie, höre mir ihre Sorgen an (am liebsten will meine Mutter sterben und von mir eine entsprechende Pille bekommen!). Außerdem kümmere ich mich um praktische Fragen wie ihre Wäsche, Einkäufe, Verhandeln mit der Leitunng des Wohnheims.

Ich empfinde diese Situation als sehr belastend und würde mich gerne mit anderen Betroffenen darüber austauschen.

Liebe Grüße,
Angela
Angela

Inaktiver User
06.11.2012, 20:23
Hallo Angela,

meine Mutter ist auch in einem Pflegeheim. Sie ist letztes Jahr im März zusammen mit meinem Vater dort eingezogen. Die beiden waren sich überhaupt nicht bewusst, auf was sich da eingelassen hatten und wollten am liebsten wieder nach Hause. Als ich die beiden zum ersten Mal dort besucht habe war ich geschockt. Zum Zeitpunkt ihres Einzug waren beide noch recht rüstig, aber sie wurden in eine Pflegestation "gesteckt" mit Schwerst-Pflegefällen. Ständig schrie und jammerte jemand laustark. Unterhaltungs- und Beschäftigungsprogramm war Fehlanzeige. Sie hatten ein Zimmer mit etwa 14-15 qm, kein Platz für eigene Möbel, keine Sitzecke, gar nichts. Keine Möglichkeit, eigenes Essen irgendwo aufzubewahren und außer ein paar Fotos hatten sie gar nichts persönliches da. Es war richtig trostlos.

Ich empfinde die Situation auch als sehr belastend und es tat und tut mir unglaublich leid, dass sie ihren Lebensabend so verbringen müssen bzw. mussten. Mein Vater ist leider dort gestorben, ohne dass ich ihn dort wieder hätte herausholen können.

Nach dem Tod meines Vaters Tod ging es meiner Mutter zunächst sehr schlecht und sie sagte auch immer wieder, dass sie am liebsten auch sterben würde. Das ist nun 10 Monate her und mittlerweile hat sie sich eingewöhnt und scheint sich ganz wohl dort zu fühlen. Das versöhnt mich ein wenig mit der Situation. Aber es ist schon immer wieder starker Tobak für mich sie dort zu erleben, und zu sehen wie wenig Fürsorge ihr zuteil wird.

twix25
06.11.2012, 20:50
warum hast du sie denn da drin gelassen?

ich habe meine mutter auch abgeben müssen und habe sie nach 4 wochen wieder rausgeholt, weil sie da trotz demenz fast eingegangen ist.
nun lebt sie woanders und obwohl es auch da kompromisse gibt, fühlt sie sich viel wohler

übrigens im forum "familiensache" werden solche themen auch besprochen :blume:

Inaktiver User
06.11.2012, 21:01
Hallo Angela 999,

ich habe meine Eltern 2011 zu uns in den Ort ins Pflegeheim holen müssen. Sie waren 80 und 82. Mein Vater starb nach zwei Monaten und meine Mutter hat sich danach 11 Monate später mit 120 Schlaftabletten das Leben genommen. Der Arzt war zum Glück nicht zimperlich mit dem Verschreiben. Wohl weil er wußte das sie keine Lust mehr hatte zu Leben.

Im Pflegeheim war es genauso wie Letstalk es beschreibt. Einfach schrecklich. Und wir haben uns viele Heime angesehen. Es gab noch schlimmere. Und sehr viele mit christlichem Hintergrund. Die kamen für uns und meine Eltern nicht in Frage, weil wir alle nicht dem christlichen Glauben angehören. Also es war eine sehr schwierige Zeit für mich und meinem Mann.
Es ist gut das meine Eltern jetzt ihren Frieden haben. So schwer es auch ist.

Ich kann sehr gut nachfühlen wie Dir zumute ist. Ich hoffe Du findest einen erträglichen Weg um mit der Situation fertig zu werden.

Alles Gute für Dich und Deine Mutter :in den arm nehmen:

twix25
06.11.2012, 21:08
Angela, wenn deine Mutter im Heim ist und erstmal alles eingespielt ist, wirst du dich besser fühlen.
Eine Frau vom früheren Pflegeteam sagte mal zu mir, dass ich dann auch endlich wieder "nur zu Besuch" zu meiner Mutter kommen kann, wenn der ganze andere Sch..geregelt wurde, bzw wird

Ich hab mich zu lange gekümmert und bin krank darüber geworden...gib also ab, was möglich ist:blume:

Inaktiver User
06.11.2012, 22:18
warum hast du sie denn da drin gelassen?


Hallo Twix,
das ist eine lange Geschichte. Aber ganz kurz zusammen gefasst: meine Eltern lebten in einem Dorf und ich bin mit 19 zu Hause ausgezogen in eine zwei Autostunden entfernte Stadt. Mein Bruder blieb bei ihnen im Haus wohnen und kümmerte sich halbwegs um sie, als sie zunehmend der Unterstützung bedurften. Er hatte zwei gescheiterte Ehen hinter sich, als er 2009 wieder heiratete. Seine neue Frau zog alles an sich, was meine Eltern betraf. Sie überredete meine Eltern, eine Vorsorgevollmacht zu unterschreiben und sie überredete sie ebenfalls, in dieses Heim umzuziehen. Sie legte ein solches Tempo vor, dass ich keine Möglichkeit der Intervention hatte. Die Entscheidung und der Umzug in dieses Heim geschahen innerhalb von drei Tagen.

Als meine Eltern vier Wochen nach dem Umzug wieder zurück nach Hause wollten, räumten meine Schwägerin und mein Bruder die Wohnung meiner Eltern aus und schufen dadurch unumkehrbare Fakten.

Um ihre Situation doch noch etwas zu verbessern, suchte ich nach einem schöneren Heim hier in meiner Stadt, fand auch eines, aber meine Mutter wollte dann doch nicht in die Stadt umziehen, sie wollte in ihrer Heimatgegend bleiben, auch weil man nur dort ihren Dialekt versteht. Und so beugte sich mein Vater (wie immer) dem Willen meiner Mutter und die beiden blieben in diesem Heim. Wenige Monate später hatte mein Vater eine schwere Infektion, kam ins Krankenhaus, infizierte sich dort mit noch mehr Krankenhauskeimen und starb schließlich. Er hatte jeglichen Lebenswillen verloren.

Anemone
06.11.2012, 22:33
Meine Mutter ist 2003 in einem AWO-Heim gestorben, nachdem sie 3 Jahre dort gelebt hatte. Ich kann zumindest für diese Einrichtung die negativen Erfahrungen nicht bestätigen. Sie hatte ein Einzelzimmer (quasi ertrotzt, weil sie mit keiner anderen Zimmergenossin verträglich war), worin sie ihren geliebten Sekretär (einen aus Holz:smirksmile:) aufstellen konnte, ihren Schreibtischsessel und alle ihre Bilder an die Wand hängen konnte. Einige Zeit konnte sie mit Begeisterung ihre im Blechschächtelchen angesammelten Briefmarken sortieren, ihre alten Briefe umräumen, alles an in Jahren angesammelten Sachen "behüten", bis sie zu dement wurde und nichts mehr ging. Sie hatte also einen guten Teil an persönlichen Dingen und fand das sehr gut.

Sie bekam viele Beschäftigungen angeboten und manchmal schnappte sich einfach eine Schwester sie im Rollstuhl und fuhr sie, die immer nur abwinkte, quasi gegen ihren Willen zum Singen oder zu Treffs im Gemeinschaftsraum. DAnach erzählte mir meine Mutter immer sehr erfreut, wie schön es war.

Klar waren auf ihrer Station auch schreiende völlig verwirrte andere Patienten.

Ich kann nicht leugnen, dass ich mehr aus Pflichtgefühl meine wöchentlichen Besuche machte, weil unser Verhältnis sehr schwierig und kompliziert war. Und da hatte auch ich so meine Schuldgefühle. Nicht jeder hat zu den Eltern ein liebevolles Verhältnis, was z.B. eine heimische Pflege möglich macht. Aber ich habe auch andere Heime gesehen, weil ich in der Phase, in der sie ständig Krach mit ihrer Zimmermitbewohnerin in den Anfangsmonaten hatte, eine Umzugsmöglichkeit in eine andere Einrichtung in ERwägung zog.

Die Erfahrungen mit den anderen Heimen waren durchaus unterschiedlich. Im Resultat bin ich sicher, das Richtige getan zu haben. Hätte sie kein Einzelzimmer bekommen, ich hätte weiter gesucht und mich gründlich informiert.

Inaktiver User
07.11.2012, 17:29
Hallo Angela,

Du hast Dich jetzt gar nicht mehr zu Wort gemeldet. Magst Du uns ein wenig mehr darüber berichten, was an der Situation Du als belastend empfindest?

twix25
07.11.2012, 18:56
Ähm, ich glaube, sie weiß garnicht, dass wir hier mit ihr kommunizieren - der Strang ist schon älter:smirksmile:

let`s talk, was denkst du denn, sind die Gründe, warum sie sich doch einigermaßen wohlfühlt?
Und sagt sie selber auch, dass man dort lieblos sei?

LG twix

Inaktiver User
07.11.2012, 21:45
Anfangs sagte meine Mutter ganz oft, dass sich niemand kümmern würde und ich erlebte es ja auch, wenn ich dort zu Besuch war. Einmal kam ich sie besuchen kurz nachdem mein Vater gestorben war. Da saß sie im Rollstuhl vor dem Fernseher. Es lief ein Fußballspiel und der Ton war unglaublich laut gestellt. Es lief bereits die zweite Halbzeit. Ich fragte sie, seit wann sie sich denn für Fußball interessieren würde und sie antwortete, dass eine Pflegerin ihr den Sender nach dem Essen eingestellt hätte, da lief eine Tiersendung. Sie konnte aus eigener Kraft die Fernbedienung nicht betätigen und so sitzt sie halt stundenlang und lässt das Programm über sich ergehen bis ihr jemand aus der Bredouille hilft.

Im Frühling als das Wetter schön war sagte sie, sie sei die ganze Woche nicht an die frische Luft gekommen. Es ist halt keine Zeit, die alten Menschen mal nach draußen zu bewegen.

Als mein Vater noch lebte und ins Krankenhaus musste, hatte er einen einzigen Schlafanzug dabei, keine Wäsche zum Wechseln, keine Schuhe, keine Jacke und der Kulturbeutel enthielt noch nicht mal das Nötigste. Ich hätte erwartet, dass man ihm da schon genügend Sachen einpackt, damit er ein paar Tage im Krankenhaus zubringen kann. Aber seine Tasche schien ziel- und plan- und lieblos gepackt zu sein.

In einem anderen Strang schrieb ich schon, dass meine Mutter mir ungepflegt vorkommt, ich sehe sie fast nur noch mit fettigen Haaren und Kleidung voller Flecken. Es befindet sich regelmäßig die halbe Wochenschau des Mittagessens auf ihrer Hose.

Und wenn ich am Wochenende etwas klären möchte, so ist das nicht möglich, weil dann fast nur Aushilfskräfte dort arbeiten, die regelmäßig sagen, sie wüssten kein Bescheid. Also kommuniziert das Pflegepersonal doch untereinander gar nicht, was ich auch nicht gut finde. Sie dokumentieren zwar jeden Mililiter, den die Menschen dort trinken, aber ob genügend Kleidung vorhanden ist oder ob etwas fehlt, dazu kann mir nie jemand etwas sagen.

Es bleibt bei mir ein ungutes Gefühl zurück, sie dort zu wissen, wo sie eigentlich doch sich selbst überlassen bleibt.

Der Grund, warum sie sich in letzter Zeit wohler fühlt, ist ein alter Herr, der sich ihrer annimmt, sie in ihrem Zimmer abholt und sie mal eine Runde in den Außenanlagen rumfährt. Mit dem unterhält sie sich neuerdings immer und das tut ihr gut.

twix25
07.11.2012, 23:16
Oh je, das klingt echt ziemlich trostlos!

Wie sieht es bei dir denn finanziell aus?
Hast du die Möglichkeit zusätzlich zu dem Herrn ev jemanden zu bezahlen, der noch ev 1x die Woche zu ihr geht, raus, vorliest, Fotoalben schaut...

Ich denke, es gibt echt viele ältere Rentnerinnen, die sich dazuverdienen möchten und das auch dann GERN in diesem Bereich.
Für 1x/Woche wären es dann 40€ im Monat, bzw 80 für 2Besuche die Woche.

Meine Mutter Und deine wohl auch bekommen doch die 96 € Taschengeld....da gfeht zwar etwas für Verschiedenes drauf, aber nicht alles-ev nimmst du davon etwas!?

Dann dazu noch deine Besuche und die Welt sieht für sie und Dich besser aus.:blume:

Inaktiver User
08.11.2012, 08:09
Hallo twix,

beim Thema Geld ging mir zunächst wieder die Hutschnur hoch, denn ich soll über 600 € für diese Heimunterbringung bezahlen (so lautete die erste Mitteilung des Sozialamtes, ist aber noch in Klärung) und das tut mir finanziell richtig weh. Aber es ist eine gute Idee, das von dem Taschengeld zu begleichen, das sie sowieso gar nicht ausgeben kann, weil sie ja nirgends hin kann und eh kein Interesse für Zeitschriften und sonstiges mehr hat. Gute Idee, das versuch ich mal.

Lolletta
08.11.2012, 10:12
A

Im Frühling als das Wetter schön war sagte sie, sie sei die ganze Woche nicht an die frische Luft gekommen. Es ist halt keine Zeit, die alten Menschen mal nach draußen zu bewegen.
In einem anderen Strang schrieb ich schon, dass meine Mutter mir ungepflegt vorkommt, ich sehe sie fast nur noch mit fettigen Haaren und Kleidung voller Flecken. Es befindet sich regelmäßig die halbe Wochenschau des Mittagessens auf ihrer Hose.
Und wenn ich am Wochenende etwas klären möchte, so ist das nicht möglich, weil dann fast nur Aushilfskräfte dort arbeiten, die regelmäßig sagen, sie wüssten kein Bescheid. Also kommuniziert das Pflegepersonal doch untereinander gar nicht, was ich auch nicht gut finde. Sie dokumentieren zwar jeden Mililiter, den die Menschen dort trinken, aber ob genügend Kleidung vorhanden ist oder ob etwas fehlt, dazu kann mir nie jemand etwas sagen.
Es bleibt bei mir ein ungutes Gefühl zurück, sie dort zu wissen, wo sie eigentlich doch sich selbst überlassen bleibt.
Der Grund, warum sie sich in letzter Zeit wohler fühlt, ist ein alter Herr, der sich ihrer annimmt, sie in ihrem Zimmer abholt und sie mal eine Runde in den Außenanlagen rumfährt. Mit dem unterhält sie sich neuerdings immer und das tut ihr gut.

Mach es schriftlich und/ oder bitte um einen Termin !

Bei meiner Schw.-M., dement, klebt die Post für uns per Tesa oben am Schrank. So kommt nichts weg, bis wir auch meistens am We kommen. Ansonsten telefoniere ich auch mit der Stationsleitung-/Schwester.Meine Schw.-M.hat wöchtl. einen Friseurtermin im Haus.

Hat deine Mutter eine Pflegestufe ?

Angela999
08.11.2012, 10:29
Hallo an Alle,

vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten.
Das Heim, in dem meine Mutter lebt, ist eigentlich sehr schön. Sie konnte viele ihrer eigenen Möbel mitnehmen und es ist sehr gemütlich.

Was mich belastet ist, dass meine Mutter ihre Lebensfreude verloren hat. Sie war früher sportlich und aktiv, hatte sehr viele Freundinnen. Jetzt will sie fast niemanden mehr sehen außer meinem Bruder (der aber sehr beschäftigt ist) und mir - am liebsten jeden Tag. Wir unterhalten uns viel, aber immer wieder spricht sie darüber, wie gerne sie sterben möchte. Es macht mich einfach unendlich traurig. Ich merke auch immer mehr, wie meine Angst vor dem eigenen Alter wächst.

Ich habe jetzt endlich mehr Zeit, kann sie aber gar nicht richtig genießen, weil ich immer ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mich mal einen Tag nicht melde oder gar in Urlaub fahre.

Liebe Grüße,
Angela

twix25
08.11.2012, 12:14
Das mit dem Gewissen kenne ich auch!
Allerdings habe ich echt das Gefühl entwickelt, dass ich echt alles getan habe, was ich konnte um sie den Umständen entsprechend unterzubringen.

Ich hab davor versucht, es zu verhindern, aber da hatte sie sich so verändert, dass eben nicht mehr ging!

Erklärend dazu :ich hatte nie ein sonderlich herzliches Verhältnis zu meiner Mutter (dauernd war sie "besser" und ich hatte im Gegensatz zu anderen tollen Töchtern nix vorzuweisen)

Ganz ehrlich und hart: wäre sie vor 5 Jahren gestorben, wärs mir recht gewesen!

Durch diese schwere Zeit mit ihr, ich habe sonst keine Familie (ausser m. Kindern) mußte ich mich um ALLES allein kümmern.
Ich war überfordert, genervt, sie tat mir leid undc oft hätt ich sie würgen können!
Grade in der Zeit mit der Depri/Agrophase!

Tja und als die vorbei war uns sie vergaß, dass sie durch mich "abgeschoben" wurde, ist sie sowas von lieb.
Ich hätte nie gedacht, dass ich meine Mutter mal echt mag und ganz "putzig" finde.

Sie freut sich mich zu sehen, bedankt sich artig für Besuche und Unterstützung....

Nun kümmere ich mich gerne um sie, aber dennoch nur so, wie ich es kann und mag!

Die offizielle Verantwortung hab ich getragen für Jeden und Alles, jetzt bin ich dran!

Es gab viele Freunde, die nicht verstanden, dass ich es überhaupt getan habe, so wie sie mich früher behandelt hat.
Ich aber bin nun froh über den äußeren und auch inneren Frieden, den ich mit ihr habe!

Passt gut auf Euch auf und gönnt Euch Gutes - die Zeit geht schnell vorbei und dann sind wir "dran"

twix25
08.11.2012, 12:15
@ let´s talk: hast du Ideen, wie du an Frauen kommst?

Inaktiver User
10.11.2012, 06:11
Erklärend dazu :ich hatte nie ein sonderlich herzliches Verhältnis zu meiner Mutter



Ich auch nicht. Unser Verhältnis war immer schwierig. Und mir geht es jetzt wie Dir Twix, ich hätte auch nie gedacht, dass ich meine Mutter mal ganz "putzig" finde. Meine freut sich nun auch, mich zu sehen und sie bedankt sich auch immer für jeden Besuch und jeden Gefallen, den ich ihr tue, während ich ihr früher nie etwas recht machen konnte. Das versöhnt schon ein Stück weit mit der Vergangenheit.

Inaktiver User
10.11.2012, 06:12
@ let´s talk: hast du Ideen, wie du an Frauen kommst?


Nö, hab ich noch nicht. Das ist etwas schwierig, denn ich wohne ja nicht gerade um die Ecke.

Frances123
09.03.2013, 11:53
Ach das freut mich, dass ich dieses Forum hier gefunden habe. Denn da hab ich auch ein Problem. Bin 65 Jahre alt und wohne von meiner verwitweten Mutter ca. 1 1/4 Std. Autobahnfahrt entfernt. Sie wohnt allein in meinem Elternhaus und ist 87. Langsam lassen ihre Kräfte merklich nach. Ein besonders gutes Verhältnis hatte ich eigentlich nie zu ihr. Zog mit 19 Jahren aus dem Elternhaus aus und werkelte mich durchs Leben. Geschwister hab ich leider nicht. D.h. fühle mich jetzt natürlich verantwortlich für meine Mutter und rufe sie jeden 2.Tag an. Wenn sie uns braucht, sind wir natürlich sofort, manchmal tagelang bei ihr. Ihre Putzfrau musste krankheitshalber kündigen. Für den Garten hat sie nach Bedarf eine bezahlte Hilfe.
Noch zu Lebzeiten meines Vaters hatte ich vorgeschlagen, das Elternhaus zu verkaufen und war bereits auf der Suche nach einem 3.Generationenhaus hier in meiner Nähe (meine Eltern in der Einliegerwohnung, die größte Wohnung für meine Tochter mit Familie und eine 3 Zimmerwohnung für meinen Mann und mich). Finanziell wäre das machbar gewesen. Doch kurz vorm Verkauf sagten meine Eltern ab und bald danach verstarb mein Vater. Jetzt liegen wir meiner Mutter natürlich wieder damit in den Ohren, aber sie hat Angst vor den Umzügen (obwohl wir das natürlich alles händeln würden, sie bräuchte eigentlich nur ins Auto steigen bzw unterschreiben), den Rest würden wir machen. Nein, sie hat Angst davor. Zu ihr ziehen möchte ich eigentlich nicht, wir haben eine schön eingerichtete Mietwohnung, meine Möbel kann ich nicht ins Elternhaus verfrachten oder meine Mutter zu uns holen, das geht auch nicht. Nun redet sie neuerdings oft vom Altersheim.
Nun meine Frage: Natürlich reicht ihre Rente dafür nicht ganz hin. Was geschieht in diesem Fall mit dem Elternhaus ?
Legt dann das Seniorenheim die Hand drauf ? Bin nun nicht gerade ein Raffgeier, wäre aber sehr gern mit meiner Tochter und Familie zusammen, s.o. da ich ja nun auch langsam älter werde.
Jetzt nur die Frage, kommt das Haus evtl. unter den Hammer, wenn die Rente meiner Mutter nicht ausreicht ?

angie2
09.03.2013, 12:15
Ja, da wird das Sozialamt die Hand drauf legen.

Wäre vermieten keine Option? Ggf. auch an Euch?

eventualia
09.03.2013, 17:05
ja wenn Eigentum vorhanden ist, kann man das Sozialamt nicht in Anspruch nehmen.
Da werden glaube ich, die Kinder als erstes gefordert.

milan99
09.03.2013, 19:37
ja wenn Eigentum vorhanden ist, kann man das Sozialamt nicht in Anspruch nehmen.
Da werden glaube ich, die Kinder als erstes gefordert.

Finde ich auch richtig, denn die Eltern haben doch bestimmt etwas für
die Altersversorgung geschaffen. Das sollte dann in ein gutes Heim investiert werden, denn das haben alle Eltern
verdient.

Inaktiver User
10.03.2013, 00:15
Finde ich auch richtig, denn die Eltern haben doch bestimmt etwas für
die Altersversorgung geschaffen. Das sollte dann in ein gutes Heim investiert werden, denn das haben alle Eltern
verdient.

Ich denke, es ist das Haus Deiner Eltern. Und wenn Deine Mutter es braucht, um die Alterswohnung, die sie gern hätte, damit zu finanzieren, dann ist das ok. Dass Du andere Interessen hast ist verständlich aber nicht relevant.

angie2
10.03.2013, 06:59
Meine Mutter ist in einem Pflegeheim und fühlt sich dort sehr wohl. Im Bedarfsfall würde ich jederzeit auch dort leben wollen.

Und nein, es kostet nicht mehr als andere Heime auch. Sie bewohnt ein Appartement mit 36 qm mit Balkon.

Dort geht es auch zu wie in einem Hotel. Natürlich ist nicht alles 100 %, aber die Grundbedingungen stimmen.

Dadurch, dass sie offene Beine hat, braucht sie viel Verbandmaterial, Cremes etx. die die Kasse nicht zahlt. Es fallen teilweise bis zu 300 Euronen Kosten an im Monat (mit Friseur usw.).

Dagegen ist SchwieMu derzeit in Reha, weil sie wegen Oberschenkelhalsbruch wieder laufen lernen muss. Das Haus ist neu und gut organisiert. Aber der Ton des Pflegepersonals, die auf den 2. Ton zwar auch nett sind, aber, aber....

Meine Schwiegermutter ist zwar hochbetagt, aber noch voll fitt, wenn auch schwerhörig. Da wird mit allen so umgegangen, als wenn sie gaga wären. Mit Feldwebelton. Die Vorstellung, in so einem Heim zu landen... mein lieber Herr Gesangsverein.

So hoffen wir, dass sie diesen ungastlichen Ort möglichst bald verlassen kann...

Für meine Mutter hatten wir aus der Bekanntschaft jemanden, der mit ihr - als sie noch konnte - spazieren ging.

Bei der eigenen Familie hatte sie sich zuu oft gedrückt...

angie2
10.03.2013, 07:01
ja wenn Eigentum vorhanden ist, kann man das Sozialamt nicht in Anspruch nehmen.
Da werden glaube ich, die Kinder als erstes gefordert.

Ja, als erstes erst einmal das eigene Vermögen der Pflegebedürftigen...

Promethea71
10.03.2013, 12:20
..... Natürlich reicht ihre Rente dafür nicht ganz hin. Was geschieht in diesem Fall mit dem Elternhaus ?
Legt dann das Seniorenheim die Hand drauf ? Bin nun nicht gerade ein Raffgeier, wäre aber sehr gern mit meiner Tochter und Familie zusammen, s.o. da ich ja nun auch langsam älter werde.
Jetzt nur die Frage, kommt das Haus evtl. unter den Hammer, wenn die Rente meiner Mutter nicht ausreicht ?

Wem gehört das Haus ? Deiner Mutter alleine oder euch beiden als Erbengemeinschaft ?

Wenn sie ins Altersheim möchte fände ich es völlig normal, das Elternhaus auf dem normalen Immobilienmarkt zu verkaufen. Aus dem Erlös kann dann das Altersheim bezahlt werden. Sollte dir ein Anteil des Hauses gehören, gehört dir auch ein entsprechender Anteil am Verkaufserlös.

Gela2
10.03.2013, 18:51
Also, ich besitze auch ein Haus und etwas Vermögen. Wenn das fürs Heim aufgebraucht würde, könnte mir dann noch das Haus im Falle einer dauerhaften Heimunterbringung genommen werden?

Inaktiver User
10.03.2013, 20:08
Nein, das kann es nicht. Das Haus in dem man selbst wohnt und Eigentum ist, wird nicht für die Heimunterbrinung der Eltern herangezogen und außerdem kann auch etwas Vermögen nicht genommen werden, wenn das Vermögen der Altersvorsorge dient. Dann gibt es noch einen sogenannten Selbstbehalt, der auch nicht angegriffen werden kann. Anders sieht es mit dem Haus aus, indem die Mutter wohnt und wenn sie deren Eigentümerin ist. Dieses Haus kann herangezogen werden.
Diese Informationen habe ich vor einigen Wochen in einer Marksendung eines dritten Programmes erfahren und außerdem kann man sie auch im Internet nachlesen.

Inaktiver User
11.03.2013, 09:21
das liest sich ja alles nicht gerade positiv.

wir stehen nämlich auch irgendwann vor diesem problem.
jedoch nicht mit meinen eltern, da beide sehr früh verstorben, sondern mit meinen schwiegereltern.
beide 90 + und immer noch selbstversorger im eigenen haus.

mehrere putzfrauen und zuletzt eine 24-stunden-pflegekraft wurden bereits aus dem haus geekelt.

nun kommt eine frau aus dem ort von mo-fr. für täglich 2 stunden.
diese hilfe nehmen sie momentan an, aber wir wissen nicht für wie lange?

da wir selbst ü/420 km weit weg wohnen, ist eine versorgung unsererseits kaum möglich.

wir können an sie hinreden wie blöde, dass beide sich zumindest helfen lassen müssen, dann können sie, solange es geht im eigenen haus bleiben. ansonsten seniorenheim. nein, sie sind der irrigen annahme, es geht auch ohne.
ohne hilfe bedeutet, dass mein schwiegervater alles stemmt, da meine schwiegermutter kaum noch gehen kann, geschweige sich selbst helfen kann. nur von ihm lässt sie sich helfen.
was ihn mittlerweile aber total überfordert.

nun ist mein schwiegervater gestürzt, weil ihm schwindlig wurde.
also steht alles spitz auf knopf.

jetzt wollen wir noch eine hilfe für den garten organisieren - was ER auch grundsätzlich ablehnt.

wenn man so will, lehnen sie jegliche hilfe ab.

alles nicht so einfach!

eventualia
11.03.2013, 11:28
linedance::blumengabe:

Jetzt sind deine Schwiegereltern schon zu alt und starrsinnig, um sich etwas von euch anzunehmen, das hätte 10 Jahre früher passieren müssen, daß sie einsichtig geworden wären und sich für eine Wohnung in einer Altenresidenz mit im Bedarfsfalle Umzug auf die Pflegestation entschieden hätten. Wenn der Schwiegervater jetzt ausfällt wegen Krankheit wird deiner Schwiegermutter nichts anderes übrig bleiben als sich von Pflegepersonal helfen zu lassen. Nur für euch wird das nervenaufreibend oder ist es auch schon.
Leider ist es immer wieder dasselbe, daß die alten Leute denken, wir warten erst mal ab. Es geht schon irgendwie. Es ist ja auch sicherlich nicht einfach, aus einem Haus, indem man ein ganzes Leben verbracht hat, auszuziehen und sich von fremden Leuten helfen zu lassen. Aber der Verstand muß einem doch sagen, daß es so nicht immer weitergehen kann. Nur leider ist der Verstand in so hohem Alter außer Gefecht gesetzt.
:gegen die wand:
Ich wünsche euch viel Kraft. Ich habe das alles schon hinter mir. gruß eventualia

Inaktiver User
11.03.2013, 12:05
DANKE eventualia für dein hindenken. :blume:

ich gebe dir in allem recht was du sagst...aber wie gesagt, ICH bin nicht die tochter, sondern NUR die schwiegertochter. mein mann und sein bruder müssen hier handeln.
beiden fällt es sehr schwer zu handeln, wenn es um die eltern geht.

wir können nur abwarten.

ein gutes seniorenheim haben wir schon ausfindig gemacht. hat zumindest einen sehr guten ruf.
wenn alle stricke reissen, würde ich sogar drauf plädieren, dass sie hier in die nähe in ein heim kommen.
man könnte sich zumindest besser kümmern.

Inaktiver User
11.03.2013, 12:13
Ich wünsche euch viel Kraft. Ich habe das alles schon hinter mir. gruß eventualia

Ich habe es auch seit einigen Jahren hinter mir. Meine Mutter war nicht dazu zu bewegen ihre Wohnung (sie lebte etwa 200 km von uns entfernt) zu verlassen und entweder in eine Seniorenresidenz oder in unsere "Besucherwohnung" (wir hatten damals ein relativ großes Haus mit einer separaten Zweizimmerwohnung, die wir eigentlich nur für Besucher genutzt haben) zu beziehen. Nix zu machen!
Nach einer mittleren Katastrophe (sie war gestürzt und lag danach bewusstlos stundenlang vor ohrem Bett) hat sie eine tägliche Haushaltshilfe und einen Pieper akzeptiert. Bis sie starb gab es immer wieder Risikosituationen, aber die musste man eben hinnehmen.
Ich habe es für mich so geklärt dass ich gedacht habe, es ist ihr Leben, sie hat das Recht, darüber zu entscheiden - aber sie muss dann auch bis zu einem gewissen Grad die Konsequenzen tragen. Ich war beruftstätig, hatte eine eigene große Familie und konnte mich daher aus der Ferne keineswegs intensiv um sie kümmern. Das war ihr klar, sie hat es akzeptiert und ich war auch nicht durch ein schlechtes Gewissen "dauergebeutelt".
Ein wichtiges Problem ist eben, dass man für sich selbst eine klare Haltung zu der Situation findet.

eventualia
11.03.2013, 14:47
ich sehe das genauso wie Jofi. Man muss den Willen der Schwiegereltern akzeptieren. Aber auch die
Risikosituationen in kauf nehmen. Sie müssen nur darüber aufgeklärt sein, dass sie hierfür selbst verantwortlich sind bzw. die Konsequenzen tragen. Helfen werden die Söhne natürlich, aber sie dürfen nicht für den rest ihres Lebens ein schlechtes Gewissen haben.gruß eventualia

Gela2
11.03.2013, 17:59
Also, ich besitze auch ein Haus und etwas Vermögen. Wenn das fürs Heim aufgebraucht würde, könnte mir dann noch das Haus im Falle einer dauerhaften Heimunterbringung genommen werden?

Danke,
ich habe mich nicht ganz klar ausgedrückt, es geht mir um eine Heimunterbringung meinerseits, falls erforderlich. Wie sieht es dann mit meinem Haus aus?

Inaktiver User
11.03.2013, 18:19
Wenn Du die Eigentümerin bist, wird Dein Haus auf jeden Fall berücksichtigt, wenn das andere Vermögen, die Rente, die Pflegeversicherung nicht ausreichen, die Kosten zu decken. Das heißt auch, wenn Du Kinder hast, die das Haus später von Dir einmal erben sollen, das unter Umständen das Haus verkauft werden muss, damit das Pflegeheim bezahlt werden kann und die Kinder dann kein Haus mehr erben. Reicht dann das Geld noch immer nicht fürs Pflegeheim, werden Deine Kinder herangezogen.

eventualia
11.03.2013, 19:28
Es ist ja von Bundesland zu Bundelsland unterschiedlich, aber hier in NRW hat meine Mutter 1.500 Euro bezahlt für einen Heimplatz auf der Pflegestation. Die Pflegeversicherung hat nochmal das gleiche bezahlt. Sie hatte Pflegestufe I, ohne diese wäre sie nicht angenommen worden auf der Pflegestation.
Dann gibts noch Wohnungen im Heim, in denen man selbstständig lebt, die kosten auch ungefähr 1.500 Euro mit Vollverpflegung. Aber bitte, das gilt nur hier für meinen Ort. In anderen Bezirken kann es natürlich preiswerter sein. gruß eventualia:blume:

Gela2
12.03.2013, 19:08
Danke! Hört sich ja nicht gut an....:grmpf: