PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Panik davor Fehler im Büro zu machen..



Yemaya23
19.08.2006, 18:27
Hallo,

die Angst davor Fehler im Beruf zu machen habe nicht ich, sondern meine Mutter und ich würde so gern wissen, was die Ursachen sein könnten und wie sie damit umgehen bzw. diese behandeln kann.

Es ist so: Meine Mutter ist Mitte 40 uns seit ca. 5 Jahren wieder in Ihrem kaufmännischen Beruf tätig. Davor hat sie 20 Jahre nur im Familienbetrieb (Gaststätte) gearbeitet. Nach kurzer Arbeitslosigkeit hat sie dann einen Bürojob gefunden, der grundsätzlich auch genau "ihr Ding ist".

Sie hatte schon von Anfang an etwas bedenken ob sie das alles so kapiert und schafft. - Gerade wegen der ihr neuen Computerprogramme hatte sie Bedenken. Aber es hat sich für sie herausgestellt, dass das alles zu lernen ist und sie macht Ihre Arbeit gut. Das bekam sie auch schon in Beurteilungsgesprächen von Ihrem Chef bestätigt.

Vor ca. 3 Monaten dann hat sie -wohl auch auf Grund Ihrer bisherigen Leistungen, einen großen und sehr wichtigen Kunden "übertragen" bekommen. Diesen betreut sie seitdem und hatte von Anfang an Angst vor der Verantwortung. Hat sich dann aber immer versucht selbst zu beruhigen, in dem sie sich sagte, dass ihr dieser Kunde ja auch gerade deswegen zugeordnet wurde, da sie Ihren Job gut macht und dass sie stolz sein kann und das Kind schon schaukeln wird.

Leider trägt sie seitdem eine solche Unsicherheit mit sich, dass sie fast jede Woche einen Fall bearbeitet bei welchem sie glaubt diesen total vergeigt zu haben und es riesen Ärger geben wird. Sie macht sich dann furchtbare Gedanken, kann nachts nicht schlafen, weint, fährt abends in die Firma um nochmals Unterlagen zu prüfen und macht sich einfach total verrückt.

Wenn der Fall dann abgeschlossen ist, stellte sich bisher jedes Mal heraus, dass es gar nicht so schlimm war. Aber stattdessen sie das beruhigt hat sie bei dem nächsten Fall wieder Panik. Mittlerweile auch bei anderen Kunden. Sie glaubt immer jetzt kommt der Moment, in dem sie wirklich einen verheerenden Fehler macht. Sie wollte sogar schon kündigen und sicher lieber irgendeinen Job suchen, wo sie putzen geht oder so.

Ehrlich gesagt glaube ich aber, dass diese Angst sie vermutlich überall wieder einholen würde. Sie weiß selbst, wenn sie die Sache ganz rational angeht, dass es Quatsch ist sich immer so verrückt zu machen, aber sie kann einfach nicht aus ihrer Haut.
Nun habe ich den Eindruck, dass es immer schlimmer wird und sie aus dieser Angstspirale nicht mehr raus kommt. Sie hat scheinbar den totalen Tunnelblick. Selbst wenn man sie versucht zu beruhigen, dass der Fall nicht schlimm ist, dass davon kein Menschenleben abhängt und allerschlimmstenfalls die Kündigung kommen könnte, was auch kein Weltuntergang wäre, kann sie nicht abschalten. - nach Feierabend grübelt sie immer wieder über Ihre Arbeit..

Denke mittlerweile auch den Kunden aufgeben würde nichts bringen, da die Angst irgendwo tiefer sitzt und egal wäre was sie für einen Job machen würde.

Sie und auch wir, ihre Familie, glauben, dass sie einfach meint immer 100 % geben zu müssen, dass sie eine Aufgabe nicht doch immer noch hätte besser machen können, als sie es getan hat. Sie ist da nur mit sich selbst so streng. Andere dürfen Fehler machen.

Vielleicht rührt es auch aus ihrer Kindheit, da das Verhältnis zu ihrer Mutter nicht liebevoll ist.. Allerdings hatte sie früher diese Ängste nicht (sie hat mit 20 bereits im Büro gearbeitet), erst seit 3 Monaten so stark..

Habe auch schon öfter gehört, dass gerade Frauen ab 40 mehr zum Grübeln neigen als andere (habe auch Arbeitskolleginnen, denen das so geht). Es ist jetzt schon jedoch so schlimm, dass sie weint, nachts kaum schlafen kann und Herzschmerzen usw. bekommt.

Sie will nun auch nächste Woche zum Arzt gehen und sich ggf. zu einem Therapeuten überweisen lassen. Das finde ich sehr wichtig und hoffe ihr kann dann geholfen werde!
Hat hier jemand Erfahrungen mit dieser Angst?

Sorry, dass der Text so lang geworden ist...

Viele Grüße,
Yemaya

Lizzie64
22.08.2006, 10:26
liebe yemaya,

ich habe ein paar absätze in deinen beitrag eingebaut, damit er sich leichter liest ... es war vorher sehr viel text auf einmal. ich denke, jetzt ist es augenfreundlicher.

ich wünsche dir viele antworten!

gruß,
liz

Anastasia1960
22.08.2006, 11:37
So ein Schmarrn, dass Frauen ab 40 mehr zum Grübeln neigen... bin selbst 44 und grüble nicht unnötig.
Manche Menschen neigen eher zum Grübeln als andere. Gut finde ich, dass sie zum Arzt geht, vielleicht handelt es sich um mangelndes Selbstbewusstsein???

Yemaya23
23.08.2006, 19:43
Danke Lizzie für's "augenfreundlicher-machen". :smirksmile:

Danke Anastasia für Deine Antwort.
Mag sein, dass das Quatsch ist mit den "über 40jährigen Frauen".. Diese Überlegung haben meine Arbeitskolleginnen und meine Mutter selbst angestellt, da sie sagen, dass sie früher überhaupt nicht so waren und die Unsicherheit/das Grübeln oder wie auch immer "mit dem Alter" kam (mann das hört sich an, als wären sie steinalt!:knatsch:).
Dass so eine Aussage nicht pauschal gilt, ist klar. Natürlich gibt's Unterschiede. Es war zumindest eine Überlegung, ob sowas mit steigendem Alter zusammenhängen kann.

An mangelndem Selbstbewusstsein liegt es, denke ich, nicht. Das ist ja das Komische: In allen anderen Bereichen Ihres Lebens besteht diese Unsicherheit nicht! Sie ist ansonsten sehr selbstbewusst..

Nun ist der Vorgang, um welchen sie sich so Gedanken gemacht hat, abgeschlossen. Und siehe da: Da ist größtenteils wieder die starke, selbstbewusste Frau, die ich kenne. Sie sagt selbst "was ein Quatsch sich so einen Kopf zu machen" usw.. Trotzdem wird sie mit einem Arzt reden und sich mit ihrer Angst befassen.

Ich hoffe das wird ihr helfen und solche, ja schon fast Panikattacken, wiederholen sich nicht noch einmal..

Liebe Grüße,
Yemaya