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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fertig mit Studium - 2-Zimmer-Wohnung kaufen oder lieber mieten



Maiva
02.11.2012, 18:26
Hallo ihr Lieben,

nachdem ich mich hier mal durch sämtliche Threads gelesen habe, möchte ich euch mal meine Situation schildern und vielleicht hat ja der ein oder andere einen Tipp für mich.

Im April 2013 werde ich mein Studium beenden und habe bereits einen Job ab April.
Einkommen wird zu Anfang 1200,-€ netto betragen (3 Tage-Woche wegen Dr.-Arbeit), Lohnerhöhung nach 6, spätestens 12 Mon. Erspartes ca. 5000-7000,-€.
Die Arbeitsstelle befindet sich in meinem Heimatort, direkte schweizer Grenze.
Es besteht die Möglichkeit vorübergehend bei meinen Eltern zu wohnen, allerdings für mich persönlich nur als vorübergehende Notlösung.

Nun beobachte ich seit einigen Monaten die Mietpreise, dabei fällt auf, dass es insgesamt nur wenige Angebote gibt und recht viele, die als Pendler Wohnungen in dieser Größe suchen.
Ich kann hier nur Beispiele für Mietpreise nennen: 28qm, 310€ KM, renovierte Wohnung oder beispielsweise 51qm, guter Zustand, 460€ KM.
Aus reiner Neugier habe ich die momentanen Verkaufspreise von Immobilien (2-3 Zimmer-Wohnung, zwischen 55 und 80qm) angeschaut.
Aktuell ist 3-Zimmer-Maisonette-Wohnung im Angebot, 80qm, gepflegter, neu renovierter Zustand, ideale Lage zu meiner Arbeitsstätte (2km entfernt), 2 Balkone, EBK, etc. für VHB 85000,-€.

Ich kenne mich mit solchen Dingen leider überhaupt nicht aus, aber lohnt sich das überhaupt? Also, den Gedanken weiter zu vertiefen oder sieht man das auf den ersten Blick, dass das Schwachsinn ist?

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Mühen
Maiva

Malina70
02.11.2012, 18:53
Hallo Maiva,

angesichts Deines Einkommens und Deiner Ersparnisse würde ich wohl die Finger vom Eigentum lassen. Letztlich wäre das ja vermutlich auch nur eine Wohnung, die Du über kurz oder lang auch wieder verkaufen wolltest. Und ich schätze mal, dass Deine mittelfristige Einkommenssituation ja zumindest noch unklar ist, wenn Du jetzt promovierst. Eine Mietwohnung hast Du schnell gekündigt. Eigentum kann auch zum Klotz am Bein werden. Ich persönlich würde sowas nur machen, wenn Einkommen und Job für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte zumindest theoretisch klar sind. Dass es dann immer noch anders kommen kann, sei dahingestellt. Aber in Deiner Situation würde ich lieber möglichst flexibel bleiben.

Zudem kommt mir der Kaufpreis für eine Wohnung in der Größe und neu renoviert schon recht niedrig vor, ohne dass ich jetzt weiß, wie teuer Vergleichswohnungen in der Gegend sind. Da wäre ich auch immer erst mal vorsichtig.

Gruß,

Malina

Maiva
02.11.2012, 19:33
Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.

Im Prinzip habe ich mir das ja auch schon gedacht, war nur etwas "aus der Bahn" geworfen, da mehrere Wohnungen in dieser Größenordnung zu haben sind.
Das Miet-/Kaufverhältnis scheint mir da nur so komisch, hohe Miete, geringer Kaufpreis.

Das hat mich überhaupt erst zum Überlegen gebracht.

Aber es stimmt schon, erstmal abwarten, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

DANKE!

CrabappleCove
02.11.2012, 19:33
meiner Meinung nach hast du bei weitem nicht genuegend Eigenkapital.
so ueber den Daumen gepeilt sollte man auch schon beabsichtigen, ein paar Jahre in der Wohnung selber zu leben, damit sich die anfallenden Unkosten wie Makler, Hypothekenkosten, Gebuehren, etc. (da gibt es viele von, man staunt...) auch rechnen.

Und letztendlich sollte man ein kleines Geldpolster haben, weil bei Eigentum immer etwas zum Reparieren anfallen kann.

Der Preis in der Grenzgegend zur Schweiz kommt mir auch fragwuerdig niedrig vor. Da hilft es wirklich nur, Vergleiche anzustellen.

Mit einer Mietwohnung bist du erheblich flexibler in den naechsten Jahren.

Inaktiver User
02.11.2012, 19:59
Ich weiss nicht, wie es in Deutschland ist, in Österreich bedeutet eine Eigentumswohnung nicht, dass man dann "kostenfrei" lebt. Denn die Betriebskosten für eine Wohnung können manchmal horrend sein, so hoch, dass sich eine ähnlich große Wohnung auf Miete genauso rentieren würde.

Beispiel: 50 m2 Miete 550,- Euro, Eigentum 150.000,- Euro mit Betriebskosten monatlich von 450,- Euro (in einer Stadt in der meine Schwester wohnt).

LG JCL

wildwusel
02.11.2012, 22:53
Bei den Mieten scheint mir die Wohnung beunruhigend unterpreist. Da würde ich mich fragen, was stimmt da nicht. Oder sind so niedrige Preise üblich?

Mal ein paar Zahlen:

85K Kaufpreis, mit Kaufnebenkosten (Anwalt, Bank, Grundbuch, Makler, Steuer, Gutachter...) sind das etwa 95K.
Du hast etwa 5K Eigenkapital. Das heißt, du mußt 90K finanzieren. Das ist mehr als der Kaufpreis der Wohnung. Ich hätte da ganz große Zweifel, ob eine seriöse Bank dir so viel finanzieren wird.

Sagen wir, du kannst etwa 500 Euro im Monat zahlen (Wohnnebenkosten und Rücklagen fallen ja auch noch an). Sind 6000 im Jahr. Damit schaffst du bei 3% Hypothekenzinsen eine Tilgung von 3,5%. Nach zwei Jahren schuldest du nur noch den Kaufpreis der Wohnung und du kannst anfangen, aus dem Geld der Gehaltserhöhung (das du hoffentlich zu fast 100% gespart hast...) Sondertilgungen zu leisten.

Ich denke, finanziell ist das zu wuppen, aber es ist risikoreich. Es ist nicht wahrscheinlich, daß du eine Finanzierung bekommst. Und was hast du vor, wenn du mit der Diss fertig bist? Willst du dich so an einen Ort binden, oder hoffst du, nach drei Jahre ohne Verlust (gegenüber Mietzahlungen) verkaufen zu können? In den ersten drei Jahren wirst du (ausgehend von den Zahlen, die ich oben aus dem Ärmel gezogen habe) die 10K Eu Kaufnebenkosten versenkt haben, und 13K Euro Zinsen gezahlt. Wenn du dann für 85K verkaufst, hast du pro Monat etwa 640 Eu auf Nimmerwiedersehen in der Wohnung versenkt. Nach fünf Jahren wärst du beim gleichen Verkaufspreis bei 500 Eu im Monat.

Ist das für dich interessant genug, um weiter nachzuforschen?

Inaktiver User
02.11.2012, 22:56
Ich weiss nicht, wie es in Deutschland ist, in Österreich bedeutet eine Eigentumswohnung nicht, dass man dann "kostenfrei" lebt. Denn die Betriebskosten für eine Wohnung können manchmal horrend sein, so hoch, dass sich eine ähnlich große Wohnung auf Miete genauso rentieren würde.

Beispiel: 50 m2 Miete 550,- Euro, Eigentum 150.000,- Euro mit Betriebskosten monatlich von 450,- Euro (in einer Stadt in der meine Schwester wohnt).

LG JCL

Die Betriebskosten zahlt doch aber nicht der Vermieter? Das würde dann ja heißen dass die Miete nur 100 Euro sind, kann ich mir kaum vorstellen. Oder es ist die Kaltmiete und die Nebenkosten kommen noch dazu, dann ist das auch nichts anderes als bei Eigentum.

legrain
03.11.2012, 08:33
Die Betriebskosten zahlt doch aber nicht der Vermieter? Das würde dann ja heißen dass die Miete nur 100 Euro sind, kann ich mir kaum vorstellen. Oder es ist die Kaltmiete und die Nebenkosten kommen noch dazu, dann ist das auch nichts anderes als bei Eigentum.

in der miete ist in österreich der anteil der hausbetriebskosten drin, kanal, versteuerung, rücklage für investitionen des hausherren, hausmeister, allgemeine reparaturen am haus, alles anteilig an der nutzfläche.
zusätzlich zu der vorgenannten inklusivmiete kommen vom mieter selbst zu bezahlende verbrauchskosten wie gas, strom, telefon, fernwärme, internet, und wohnungsversicherung, dazu.

wildwusel
03.11.2012, 13:07
Ich weiss nicht, wie es in Deutschland ist, in Österreich bedeutet eine Eigentumswohnung nicht, dass man dann "kostenfrei" lebt.

Ich zahle jetzt 400 Eu Kaltmiete und 140 Nebenkosten für 76 qm, die ETW wird dann 200 Eu Hausgeld und 50 Eu meine persönlichen Rücklagen für 91 qm. Unter der Betrachtung, daß beide Wohnungen ihren Zweck erfüllen (werden)) bringt mir also eine Investition von mehr als einer Viertelmillion eine monatliche "Rendite" von 290 Euro: das sind 1,4% im Jahr. Andererseits würde die neue Wohnung um die 1000 Eu Kaltmiete kosten, würde ich sie mieten...

Es gibt m.E. zwei Grundlagen, die abgedeckt sein wollen. Man will ein Dach über dem Kopf. Und man muß es bezahlen können. Wenn das beides gegeben ist, ist der Rest -- wo, was, wie, und eben auch, Miete oder Kauf -- keine ökonomische Entscheidung mehr, sondern eine der persönlichen Präferenzen.

Boing
03.11.2012, 16:49
Hallo,

mal ganz abgesehen von den Kosten - wenn ich das richtig verstanden habe, stehst Du noch ganz am Anfang Deines Berufslebens - mit Teilzeitjob im Heimatort und Promotion. Wo siehst Du Dich in fünf Jahren? Oder in zehn? Abgesehen von dem Fall, dass Du auf Lebenszeit verbeamtet bist und weder Partner/in noch Familie anstrebst, dürfte doch nicht fernliegend sein, dass Du Dich in den nächsten Jahren beruflich und persönlich noch ganz erheblich weiterentwickeln wirst. Und das dürfte eine gewisse Mobilität erfordern. Findest Du einen Partner/ einer Partnerin und/oder gründest Du Familie, benötigst Du ggfs. mehr Platz. Mit einer Immobilie "am Hals" wärest Du aber (wie der Begriff Immobilie schon sagt) rein praktisch gebunden. Einen Mietvertrag kannst Du demgegenüber jederzeit kündigen.

Willst Du heute schon Deine finanziellen und "ganz realen" Spielräume so begrenzen?

Inaktiver User
03.11.2012, 16:55
Die Betriebskosten zahlt doch aber nicht der Vermieter? Das würde dann ja heißen dass die Miete nur 100 Euro sind, kann ich mir kaum vorstellen. Oder es ist die Kaltmiete und die Nebenkosten kommen noch dazu, dann ist das auch nichts anderes als bei Eigentum.

Wie legrain schon erwähnte, in Österreich wird das anders aufgeschlüsselt bei Mietwohnungen.

Da sind in der "Miete" bereits alle Betriebskosten drin, eine Kaltmiete heisst, man muss die Heizung extra zahlen. Strom, Gas, Telefon etc. sind dann persönliche Kosten.

Also wenn man 550,- Euro für eine 50 m2 Wohnung Miete bezahlt, dann sind die BK bereits enthalten, bei einer Eigentumswohnung muss man diese BK selbst tragen.

Diese zahlt sich also nur aus, wenn man Miete abzüglich BK mehr bezahlt als die Rückzahlung bei einer Bank für den Kredit.

LG JCL