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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Umsatzsteuervoranmeldung"-Steuerberater stellt Rechnung und hat nichts getan



Inaktiver User
13.10.2012, 09:57
Guten Tag,

ich glaub ich bin im falschen Film und wollte Eure Meinung zum Thema hören:
(ich war bisher nicht umsatzsteuerpflichtig und hatte keinen Steuerberater)

ich erhalte eine Rechnung "Umsatzsteuervoranmeldung Quartal x und y" und zahle sie leider auch.

Nach 8 Wochen wunder ich mich doch, dass ich nichts höre, keine RÜckmeldung erhalte und frage nach:

Fazit: es wurde nichts gemacht außer nur ein Teil der Einnahmen/Ausgaben gebucht- diese Ausdrucke habe ich dann auf Nachfrage !! erhalten.

Nun will ich mein Geld zurück.

Ich bin der Meinung, in diesen acht!!! WOchen hätte ich zumindest eine Mitteilung erhalten müssen vom "Stand der Dinge"- nämlich, dass der Auftrag gar nicht erfüllt wurde und dem Finanzamt gar nichts gemeldet wurde- wovon ich ja ausgegangen war.


FRAGE an Euch:

Was hat Euer Steuerberater konkret getan, wenn Ihr eine solche Rechnung erhaltet??

Was zahlt Ihr für Eure Umsatzsteuervoranmeldung?

Danke schon mal! :blume:

Ullalla
13.10.2012, 13:42
Du hast jetzt einen Steuerberater?
Wenn ja: was hast Du denn mit selbigem vereinbart? Es gibt doch bestimmt einen schriftlichen Vertrag über vom Stb zu leistende Arbeit und über die dafür zu zahlenden Honorare. Bei der Vereinbarung mit dem Steuerbüro kann man auch gleich festlegen, wann was gemacht wird und welche Auswertungen der Mandant -also Du- dann erhälst. Anhand des Vertrages kannst Du dann die Rechnung überprüfen.

Es gibt eine Verordnung für die Stb-Gebühren (http://www.stbk-berlin.de/klcms2/mediathek/files/PDFs/berufsrecht_StBGebV.pdf).

Man kann Wertgebühren, Zeitgebühren oder auch Pauschalgebühren vereinbaren.

Offenbar bist Du ein Kleinunternehmer mit Einnahmen-Überschuß-Rechnung. Da sollte es eine Vereinbarung geben, wann Du für welchen Zeitraum die Unterlagen zum Stb gibst, was der damit macht, welche Dienstleistungen er erbringt, wie berechnet wird.

Konkretes Beispiel: Friseurin gibt im Folgemonat immer die Liste mit den Kasseneinnahmen und -ausgaben samt Belegen sowie die Bankauszüge mit den Belegen eines Monats zum Stb., dieser verbucht die Belege, und gibt die Unterlagen nach Bearbeitung samt Ausdruck der BWA und SSL (Betriebswirtschaftlichen Auswertung sowie Summen- und Salden-Liste -> damit hat man immer einen Überblick über die wirtschaftliche Situation!) an die Mandantin zurück. Sofern die Mandantin umsatzsteuerpflichtig ist, erfolgt die Meldung an das FinAmt durch den Stb, Mandantin erhält Kopie der Umsatzsteuervoranmeldung. Dann gehört es eigentlich zum Service des Stb, dass er immer rechtzeitig ein Zahlungsmitteilung an die Mandantin gibt, also ein schriftl. Hinweis mit: wann muss wieviel wofür an das FinAmt gezahlt werden. Und für all das bekommt die Mandantin mtl. eine Rechnung auf Grundlage des Vertrages.


Rechnungen bitte immer erst bezahlen, wenn sie geprüft sind. Bei Unklarheiten vor Bezahlung nachfragen.

Also: schriftlich nachfragen, welche Leistung erbracht wurde, auf welcher Grundlage die Berechnung erfolgte, um Prüfung ersuchen und ggf. zur Berichtigung und Erstattung auffordern.

Und überlegen, ob Du Dir das richtige Steuerbüro ausgesucht hast.

Promethea71
13.10.2012, 15:25
Ein merkwürdiges Vertragsverhältnis habt ihr.

Normalerweise läuft es so:

Man schließt mit dem Steuerberatern einen Vertrag über das was er tun soll und was du selbst zu tun hast. Ein Vorschuss ist bei Erstmandanten nicht unüblich.
Dann lieferst du zu einem Stichtag deine vollständigen Unterlagen ab, so geordnet oder auch nicht, wie vorher besprochen. Der Steuerberater bucht die Geschäftsvorfälle (hat ggfl. noch Rückfragen), erstellt die Umsatzsteuervoranmeldung und schickt die ans Finanzamt. Du solltest davon eine Kopie bekommen, allein schon damit du weißt, was du ans Finanzamt zahlen musst und je nach Vereinbarung bekommst du noch ein BWA oder ähnliches.

Daher meine Frage - was habt ihr vereinbart ? Was sagt er weshalb er die Voranmeldungen nicht übermittelt hat ? Waren deine Unterlagen vollständig ? Hat er sonst alle notwendigen Unterlagen von dir ?


Die Preise für eine monatliche Buchhaltung hängen vom Umsatz und vom Aufwand ab, normalerweise ab 50,- Euro nach oben offen, eben je nach Aufwand.

Inaktiver User
14.10.2012, 19:46
Danke @ Ullalla und @ Prometha für Eure feedbacks.

da läuft gewaltig was schief und ich hab alles bezahlt ohne entsprechende Leistung. einfach klasse.

nein, es gibt keinen schriftlichen vertrag und mein anfängliches vages gefühl der inkompetenz dieses büros hat sich voll und ganz bestätigt :-(

die angestelllte holt z.B. während des gespräches mit mir unter dem tisch ihre sprudelflasche hervor und trinkt daraus ...

Ich werde auf Rückerstattung des geldes bestehen- meiner Meinung nach kann man keine "umsatzsteuervoranmeldung" für 2 Quartale in Rechnung stellen, wenn diese nicht getätigt wurde- UND acht Wochen lang der Mandant nicht informiert wurde.

Danke Euch!

Promethea71
14.10.2012, 20:09
Du solltest erstmal herausfinden, woran es gelegen hat und auf Erstellung der Buchhaltung und der USt-VA bestehen.

Es scheint ja irgendwie von beiden Seiten an Kommunikation zu fehlen.

Inaktiver User
14.10.2012, 20:53
es hat daran gelegen, dass ich nicht informiert wurde, dass sie dem finanzanmt nichts gemeldet und auch nicht alle einnahmen aufgelistet haben UND mich acht woichen lang im glauben ließen, es sei erledigt, weil die Rechnung gestellt wurde für nicht erbrachte leistung.

Das ist wie wenn ich im shop einen mantel kaufe/bezahle und zuhause die Tüte öffne und es ist - nichts- drin :-D

Mr_McTailor
14.10.2012, 21:02
Kann es sein, dass die bislang nur vorbereitende Arbeiten gemacht haben, weil eine VA noch gar nicht erforderlich war?

Falls nicht, würde ich mich als allererstes mit dem Finanzamt in Verbindung setzen. Sofern nämlich für die beiden in Rechnung gestelltem Quartale VAs abzugeben gewesen wären, das aber nicht geschehen ist, droht mächtig Ärger. Von dann evtl. zu auf einen Schlag zu entrichtenden Zahlungen mal ganz abgesehen.

Inaktiver User
15.10.2012, 10:06
ja, danke, das habe ich diese Woche ohnehin vor!

Inaktiver User
15.10.2012, 10:10
Du bist selbständig und zahlst einfach eine Rechnung vom Steuerberater?

Hattest du einen Termin bei ihm und hast du mit ihm einen Preis für seine Tätigkeit vereinbart und hat er Unterlagen von dir und deiner Selbständigkeit und hast du eine Vollmacht unterschrieben?

Ullalla
15.10.2012, 17:11
Du bist selbständig und zahlst einfach eine Rechnung vom Steuerberater?


Das ist offenbar das übliche Problem: viele Selbständige scheitern nicht aufgrund fachlicher Mängel, sondern weil es im betriebswirtschaftlichen Bereich hapert, weil es keine Idee von Verwaltung und Organisation gibt, rechtliche und steuerliche Grundkenntnisse fehlen.

Da könnte ein Grundkurs bei der zuständigen Kammer hilfreich sein.

Inaktiver User
19.10.2012, 20:15
@Dharma 09

"Du bist selbständig und zahlst einfach eine Rechnung vom Steuerberater?

Hattest du einen Termin bei ihm und hast du mit ihm einen Preis für seine Tätigkeit vereinbart und hat er Unterlagen von dir und deiner Selbständigkeit und hast du eine Vollmacht unterschrieben? "

Ja, so doof bin ich leider gewesen, nur mündlich geredet, und nein, Vollmacht hab ich nicht unterschrieben.


@Ullalla
"Das ist offenbar das übliche Problem: viele Selbständige scheitern nicht aufgrund fachlicher Mängel, sondern weil es im betriebswirtschaftlichen Bereich hapert, weil es keine Idee von Verwaltung und Organisation gibt, rechtliche und steuerliche Grundkenntnisse fehlen.

Da könnte ein Grundkurs bei der zuständigen Kammer hilfreich sein. "

Ja, DU hast vollkommen recht- ich hab das Gefühl, das könnte mir fast das Genick brechen.

Aber ich arbeite daran.
Danke!

Ullalla
21.10.2012, 19:07
@Monika
ich wollte Dich nicht kränken.
Aber es ist enorm wichtig, sich mit diesem Kram auseinander zu setzten, zusätzlich zur "eigentlichen" Tätigkeit. Alter Spruch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Und Du kannst nur kontrollieren, wenn Du Grundkenntnisse hast. Du mußt nicht alles selber machen, Du solltest durchaus Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Aber Du darfst Dich nicht ausliefern und Du darfst nicht voller Vertrauen alles akzeptieren.
Ist schwer und aufwändig, wird unterschätzt, aber ich habe einige Male erlebt, dass Leute auf die Nase gefallen sind. Eben weil sie dachten, sie könnten sich verlassen...

Inaktiver User
27.10.2012, 22:09
hallo Ullalla,

Du hast mich keineswegs gekränkt !! :blume:

Ist halt grade das Lehrgeld, das ich für meine Naivität/Zeitnot zahle.

Ich war übrigens beim Finanzamt und hab das bis dato erst mal geklärt- die Dame meinte das sei schlichtweg Betrug, was mir passiert ist, und ich könne das anzeigen....

Ullalla
28.10.2012, 13:38
Ach Mensch, das ist alles ein Käse, nicht wahr!
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du einen guten Steuerberater findest. Kennst Du Leute, die steuerlich betreut werden und evt. jemanden empfehlen können?
Den Stress mit der Anzeige wirst Du Dir vermutlich nicht machen wollen, aber ich würde zunächst mal das Geld (begründet) zurückfordern, schauen was passiert und dann entscheiden, wie es weitergeht...

nebelwolke
28.10.2012, 18:13
Hallo,
Du kannst Dich auch bei der zuständigen Steuerberaterkammer beschweren. Das sollte zumindest dazu führen, dass der Kollege eine Stellungnahme zu seiner Leistung / Nichtleistung abgeben muss. Kommt das öfters vor, könnte das zu Maßnahmen der Kammer führen.

Viele Grüße nw

Inaktiver User
30.10.2012, 09:37
danke @nebelwolke, bin grade dabei :-)

@ullalla, vielen dank dir und allen hier, die gepostet haben- ich melde mich, wenn es licht in dieser sache gibt...