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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweifel, ob ich als Mutter geeignet bin



Lurleen
14.08.2006, 11:56
Hallo an alle Versuchenden und alle Schon-Mamis,

vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Ich bin Anfang 30 und „eigentlich“ habe ich mir immer ein Kind gewünscht. Und dazu habe ich auch einen tollen Partner, der inzwischen seit einigen Wochen auch sagt, dass er gern bald ein Kind mit mir hätte. Und der die gleichen Wertvorstellungen und Vorstellungen von Erziehung usw hat wie ich.

Und ich? Anstatt vor Freude nicht mehr schlafen zu können, wälze ich nächtens Probleme, wo vielleicht kaum welche sind.
Denn mit einem Mal habe ich vor 100 Dingen Angst.

Zunächst vor der materiellen Seite, wobei die durch das Elterngeld schon entspannter ist.
Aber wir müssten umziehen – schon wieder. Wir wohnen erst seit wenigen Monaten in einer kleinen Wohnung, da hätte das Babybett tatsächlich höchstens im Wohnzimmer Platz und auch da wäre es eng. Und ein erneuter Umzug wäre wieder teuer, dazu kommen die ganzen Gegenstände, die man so braucht…
Ich weiß, kein Grund, gegen ein Kind, wären da nicht noch die vielen anderen Gründe..

Mein Freund ist über 40 (daher auch das „bald“, er will nicht mehr lange warten, weil er sich dann zu alt fühlt) und hat jetzt gelesen, dass der „Anteil“ des älteren Vaters bei der Möglichkeit einer Behinderung des Kindes höher ist, als bisher gedacht. Und ein behindertes Kind würde er nicht wollen. Aber ich weiß nicht, ob ich eine Abtreibung übers Herz bringen könnte. Natürlich ist das hart für Eltern, aber aus meiner jetzigen Sicht wäre das schon der erste Punkt, bei dem wir uns in die Haare kriegen.

Seine Familie lehnt mich sehr ab, sie haben sich mit der Ex verbündet (sie hat sich übrigens getrennt, nicht er, aber das ist hier nicht wichtig) und auf Feiern etc. geht er allein. Ein Kind könnte eine Kluft zwischen ihn und die Familie treiben –bzw. ich würde es dann wohl tun, weil ich keine Lust habe, hier mit Kind allein Weihnachten zu verbringen, während er mit Ex, ihrem Neuen (wie gesagt, alles etwas eigenartig) und seinen Leuten eine nette Feier hat… Nein, so egoistisch es klingt: noch ist es ok, wenn er so Geburtstage etc verbringt, aber wenn wir eine Familie sind, dann möchte ich diese Tage mit ihm verbringen. Aber will ich da der Grund sein, dass er sich entscheiden muss? Ganz schöne Last.

Und da sind wir beim nächsten Punkt: ich bin bestimmt viel zu egoistisch für ein Kind. Will ich wirklich mein gesamtes Leben so einschränken?
Ich müsste nach einem Jahr wieder arbeiten – aber will ich wirklich ein Leben, dass „nur“ noch aus „Arbeit und nach Hause hetzen, Kind betreuen, ins Bett fallen“ besteht?
Nicht wirklich. Meine Familie lebt weit weg, seine scheidet eh aus. Meine Freundinnen sind alle berufstätig. Mein Freund hat einen sehr abwechselungsreichen Job und ist oft länger unterwegs. Das bliebe also alles bei mir haften. Aber ich weiß nicht, ob ich überhaupt dazu bereit bin, auf Sport etc. zu verzichten, ein Leben ausschließlich für Arbeit, Kind, Haushalt, bei aller Liebe?

Oh ja, da sind wir beim wichtigsten Punkt: was ist denn, wenn ich das Kind nicht so lieben kann, wie es das verdient hat? Natürlich liebe ich Nichten und Neffen, aber es ist doch ein Unterschied, ob man sie nach einem WE wieder wegbringt, oder eben die volle Verantwortung hat.

Was ist, wenn ich alles falsch mache, das Kind nicht richtig lieben und erziehen kann, ihm das Leben schwer mache, nur weil ich zu egoistisch oder überlastet bin?

Was, wenn ich einfach keine gute Mutter sein kann, versage, das Kind darunter leiden muss?

Ist es da überhaupt verantwortungsvoll, ein Kind zu kriegen, wenn ich so zweifele?

Eigenartig, ich war mir so sicher, dass ich ein Kind will, bis sich die Frage nun wirklich stellt. Und trotz aller Zweifel ist da die ganze Zeit diese Sehnsucht nach einem Kind, mit allen Konsequenzen. Ohne Grund, einfach so ein Gefühl, dass es richtig wäre, mit genau diesem Mann. Die Impfungen habe ich gerade alle aufgefrischt, sonst ist auch alle iO.

Nein, ich will nicht wissen, was ich tun soll, aber ich wüsste gern, wie ihr mit solchen Dingen umgeht, ob euch solche Sachen auch plagen, ob ihr vorher auch Ängste hattet – die sich vielleicht bestätigten oder eben in Luft auflösten…

LG
Lurleen

Strahlerin76
14.08.2006, 13:27
Liebe Lurleen,

ich bin auch vor kurzem 30 geworden und mein Mann und ich "üben" seit April.
Mir ging es immer so, dass ich schon Kinder wollte, aber eben nicht JETZT. Es waren nicht unbedingt die gleichen Gründe wie bei dir (bis auf das Aufgeben eines Teils der eigenen Freiheiten), aber es sprach immer was dagegen.
Da bei mir beruflich nun aber ein Schnitt absehbar war, stellte sich die Frage, wann "es" denn sein sollte. Ich konnte mir das zu diesem Zeitpunkt wie mein Mann vorstellen, wobei ich meiner Wahrnehmung da zu Anfang auch nicht so recht getraut habe. Ich habe dann mal mit meiner Schwester gesprochen (sie ist die Einzige, die Bescheid weiß; wir haben ein sehr gutes Verhältnis), und sie hat mein Bauchgefühl bestätigt.
Wir haben dann nicht gleich aufgehört zu verhüten. Ich wollte noch mal einen Zyklus Bedenkzeit. Aber ich hab dann quasi sofort gemerkt, dass es sich richtig anfühlt.
Das war für mich sehr wichtig, dass sich die Entscheidung richtig anfühlt. Denn wenn man dahinter steht, kann man auch mit den anderen Problemen fertig werden.
Es ist nicht so, dass ich jetzt alles rosa sehe. Wenn es demnächst bei uns klappen sollte, wird das in beruflicher Hinsicht sogar sehr nachteilig sein. Aber das ist eben eine Konsequenz aus meiner eigenen Entscheidung. Und deshalb kann ich jetzt damit leben.
Ob ich das später anders sehe, weiß ich natürlich nicht. Aber es kann mir auch keiner die Entscheidung abnehmen und ich bin froh,sie getroffen zu haben.

Ich wünsche dir viel Glück mit deiner Entscheidung, wie immer sie auch ausfallen sollte.

Gruß
Strahlerin

Vera80
14.08.2006, 13:45
Hallo Lurleen,

bei mir kamen die Ängste und Zweifel erst in der Schwangerschaft und auch da waren es nur kurze Phasen. Insgesamt war ich eher optimistisch und habe mich auf das Kind gefreut. Trotzdem fand ich es schwierig von meinem Job Abschied zu nehmen (ich habe zwei Jahre Elternzeit beantragt, möchte aber noch während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten. Aber "meine" Stelle wurde neu besetzt). Und auch jetzt frage ich mich manchmal, ob ich es hier zuhause aushalte (mein Sohn ist jetzt vier Wochen alt). Ich wollte dieses Kind und würde es nicht wieder hergeben, aber ich bin schon froh, dass mein Mann sich abends und wochenends auch mal kümmert. Und wenn mein Sohn etwas älter ist, kann ich mir auch vorstellen, ihn einige Stunden bei einer Tagesmutter zu lassen, um selber mal wieder was anderes tun zu können.

Was die Angst betrifft, das Kind nicht genug lieben zu können: die Angst hatte ich so nicht, aber ich bin trotzdem immer wieder überrascht, wie sehr ich meinen Kleinen liebe. Er bringt mich zwar manchmal zur Verzweiflung, aber wenn er dann friedlich ist, ist er so hübsch und niedlich, dass man alles wieder vergisst. - das klingt jetzt ziemlich pathetisch und auch etwas abgedroschen, aber so empfinde ich es ...

Alles Gute!
Vera

Olea17
14.08.2006, 14:03
Hallo Lurleen,
ich bin 32 und in der 14. Woche schwanger. Einen Teil deiner Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Und ich finde es auch richtig und gut, sich solche Gedanken zu machen. Mit meiner angeheirateten Familie habe ich Gott sei Dank wirklich einen Glücksgriff gemacht, sodass mich das zumindest nie im Bezug auf meine/unsere Kinderplanung beeinträchtigt hat. Allerdings kenne ich die Gedanken um die eingeschränkte Freiheit. Wobei mich die vor ein paar Jahren deutlich mehr geängstigt haben als es jetzt der Fall ist. Mittlerweile habe ich einfach das Gefühl, dass ich bereit bin. Finanziell wird es mit dem Gehalt von meinem Mann OK sein, wobei ich selbst gerne nach einiger Zeit wieder arbeiten möchte. Sag ich zumindest jetzt. Sowas kann sich ja schnell ändern ;) Den Gedanken, dass ich das Kind nicht gebührend lieben könnte, hatte ich nie. Und ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass man sich dieser Mutter-Kind-Bindung entziehen kann. (Außer man ist psychisch krank oder auf irgendeine Art und Weise emotional gestört)
Wenn ich mir immer mal wieder solche zweifelnden Gedanken gemacht habe, habe ich auch immer aufgepasst, dass sie nicht zu Katastrophen-Szenarien wurden. Allzuleicht rutscht man sonst in eine Gedankenecke, wo das Schöne, das ja auch mit einem Kind einhergeht, völlig von überdimensionierten Ängsten überdeckt wird. Wie gesagt, ich finde es gut und richtig, sich solchen Gedanken und Gefühlen auch zu stellen, um seinen eigenen Standpunkt auszuloten (am besten mit Partner). Aber es ist auch wichtig, sich da selbst Grenzen zu setzen.
Lurleen, ich wünsche dir, dass du Klarheit für dich finden kannst!
Grüße,
Olea

Annchristine
14.08.2006, 16:02
>weil ich keine Lust habe, hier mit Kind allein Weihnachten zu >verbringen, während er mit Ex, ihrem Neuen (wie gesagt, alles >etwas eigenartig) und seinen Leuten eine nette Feier hat… Nein, so >egoistisch es klingt: noch ist es ok, wenn er so Geburtstage etc >verbringt

das klingt gar nicht egoistisch.
ohne jetzt details zu kennen: die konstellation ist schon etwas arg merkwuerdig.

du solltest meiner meinung nach diese baustelle mit deinem partner unbedingt fuer euch beide (!) zur vollsten zufriedenheit gemeinsam loesen, bevor ihr euch ueber kinder unterhaltet!

Lurleen
15.08.2006, 09:24
Danke für eure Antworten :o)

Wie das so ist, heute habe ich wieder das Gefühl, ich kann das alles schaffen.

@ Strahlerin: genau, dieses „Kind, aber nicht jetzt“ zog sich längere Zeit hin. Und dann wurde es immer mehr zu einem „jetzt“ – und kaum möchte mein Freund auch, schon kriege ich kalte Füße. Beruflich würde ich nach einem Jahr Elternzeit wieder anfangen müssen, allerdings wohl auf einer anderen Stelle hier im Betrieb. Aber das würde ich, obwohl es mir hier sehr gut gefällt, in Kauf nehmen.

Ich drücke dir/euch die Daumen, dass es bald klappt!!

@ Vera80: Ist das dein Sohn auf dem Foto? Sehr niedlich! Und deine Worte klingen sehr schön – so zu empfinden muss wunderbar sein.


@ Olea17: erstmal alles Gute und Glückwunsch!! Eine Mutter-Kind-Bindung soll ja automatisch kommen – und außer etwas verwirrt derzeit bin ich auch nicht gestört *g*
Du hast Recht, vielleicht ist zu viel denken auch nicht gut. Meine Freundin hat vor 16 Wochen ihr Baby bekommen und strahlt trotz Stress jetzt eine unglaubliche Gelassenheit und Freude aus.

@ annchristin Das mit den Eltern wird sich nicht klären lassen. Er hat es allein versucht, wir waren auch schon zusammen da zu einem Gespräch, aber seine Eltern lehnen ein weiteres Gespräch mit mir ab. Sie sagen, sie stehen zu ihrer Schwiegertochter, die hätten sie liebgewonnen und ich wäre in ihrem Leben nicht erwünscht und nur ein Störfaktor. Er leidet sehr darunter, aber sich deshalb von den eigenen Eltern abwenden?? Bisher will ich ihm da nicht so sehr in sein Leben reinreden, ich dachte auch, dass das keine Entscheidung sein sollte, entweder Eltern oder ich.

Erstmal nehme ich meine Pille noch weiter, aber zusätzlich schon mal Folsäure, auf Empfehlung der Frauenärztin. Sie meinte, damit sollte man mindestens drei Monate vor Beginn des Übens schon mal anfangen.
Denn eigentlich würde ich mich schon gern hier in den Kreis der Hibbelnden und sich Freuenden einreihen, die Ängste nicht vergessen aber überwinden.

Liebe Grüße
Lurleen

Yana
15.08.2006, 11:13
Hallo Lurleen,

ich würde es nicht als eine Entscheidung zwischen dir und seinen Eltern sehen, die er zu treffen hat, sondern als eine Entscheidung zwischen seiner Familie (= du + Kind) und seinen Eltern.

Deshalb sollte sich dein Freund im Klaren sein, dass er Weihnachten und andere Feste, dann bei seinem Kind und dir zu verbringen hat. Diese konkrete Frage, ob er dazu bereit ist, würde ich ihm stellen.

Die anderen Fragen, ob gute Mutter oder nicht, würde ich nicht zu sehr überbewerten. Alleine, dass du dir schon die Frage stellst, zeigt doch, dass du bestimmt eine gute Mutter sein würdest, die daran interessiert ist, dass es dem Kind gut geht.

emilyelch
23.08.2006, 17:59
Hallo Lurleen,

ich kann deine Gedanken sehr gut verstehen. Mir ging es ähnlich. Als mein Mann endlich wollte, war ich mir gar nicht mehr so sicher. Aber jetzt ist unsere Tochter 4 und das Beste, was uns je passiert ist (sagt auch mein Mann, der erst keine Kinder wollte).

Bei mir stellt sich jetzt vielmehr die Frage, ob ich einem zweiten Kind gerecht werden könnte. Denn dann müsste ich ja auch wieder Freiheiten aufgeben, die ich mittlerweile wieder habe.

Also ich konnte mir auch nicht vorstellen, ganz auf meinen Job zu verzichten und konnte es ein halbes Jahr nach der Geburt und nach Stillzeit auch wieder einrichten, zu arbeiten. Allerdings nur für kurze Zeit, da mein Mann kurz nach der Geburt unserer Tochter beruflich nach Köln gegangen ist und ich natürlich bei ihm sein wollte. Dann wurde er arbeitslos und ich musste arbeiten gehen. Das war dann aber auch nicht so toll, die komplette Versorgerrolle zu tragen. Jetzt arbeite ich noch Teilzeit von zu Hause und mein Mann ist wieder voll im Job. Das klappt auch ganz gut, obwohl das meiste an mir hängen bleibt, da mein Mann lange arbeitet. Allerdings versucht er schon, mir auch viel abzunehmen, so dass ich auch Zeit für mich finde.

Dass du Angst hast, als Mutter zu versagen, kann ich auch verstehen. Aber diese Frage stellt sich immer wieder auch bei mir. Denn man kann nicht immer allem gerecht werden (muss man auch gar nicht). Du solltest einfach alles lockerer sehen und es auf dich zukommen lassen. Denn Patentrezepte, wie man als Mutter zu sein hat, gibt es nicht. Für ein Kind ist es meiner Meinung nach das Beste, eine glückliche Mama zu sein, auch wenn dann mal irgendwas anderes liegen bleibt.

Was das Problem mit seinen Eltern anbelangt, denke ich, kannst du schon fordern, dass er an "wichtigen" Feiertagen bei dir und Kind ist. Allerdings solltest du dem Kind auch nicht die Großeltern entziehen und den Großeltern nicht das Kind. Denn die sind auch wichtig. Er kann seinen Eltern ja sagen, dass sie z. B. Weihnachten einen Tag zu euch kommen können, Heiligabend aber dir und dem Kind gehört (oder auch nur dir), oder er fährt alleine zu ihnen.

Auf jeden Fall denke ich auch, dass du eine gute Mutter sein wirst und auch, wenn es klappt immer wieder zweifeln wirst. Aber das gehört einfach dazu und den richtigen Zeitpunkt gibt es sowieso nicht.

Ich wünsche dir viel Glück bei deinen weiteren positiven Gedanken

emilyelch

Lurleen
24.08.2006, 09:27
Hallo emilyelch,

hört sich sehr schön an, dass eure Tochter das Beste ist, was euch je passiert ist. Ein zweites Kind? Warum nicht, wenn das mit dem ersten so gut klappt und es finanziell auch möglich ist. Die Freiheit schränkt es natürlich schon ein. Was sagt denn dein Mann dazu? Und deine Tochter?

Was hast du in der ersten Zeit wirklich vermisst? Derzeit denke ich, dass ich meinen Sport doch vermissen würde – aber so ein bisschen habe ich die Hoffnung, dass ich zumindest ein oder zweimal die Woche, wenn mein Freund da ist, auch kurz laufen gehen könnte oder uU zum „Bauchweg“-Kurs, was dann bestimmt nötiger ist als jetzt.

Nein, natürlich würde ich den Großeltern das Kind nicht entziehen, aber wahrscheinlich hätten sie eh kein Interesse an ihm oder ihr. Das käme bestimmt Verrat an der Ex gleich, wenn sie das Kind mögen würden. Aber warum jetzt den Kopf über ungelegte Eier zerbrechen, stimmts?!

Mein Freund hat inzwischen gesagt, dass er die Feiertage dann auf jeden Fall bei uns wäre, dass das dieses Jahr ohnehin anders wird. Noch bin ich auch offen für Treffen mit seinen Eltern, und wenn wir wirklich Nachwuchs haben, dann würde ich das schon allein deswegen versuchen zu fördern.

Ich arbeite in einem Bereich, der viel mit vernachlässigten und schwierigen Kindern zu tun hat. Und irgendwie ist mir dadurch ständig präsent, dass es auch ganz leicht schief gehen kann. Natürlich sind viele aus Familien, die schon jahrelang betreut werden, aber einige sind auch aus sogenannten „normalen“ Familien – und da wird mir Angst und Bange.
Bei den anderen im Bekanntenkreis sieht es immer alles so locker aus – sie kommen alle so gut zurecht mit ihren Kindern.

Das mit dem Geld haben wir durchgerechnet – mit Elterngeld würde es gut gehen, danach mit halbtags oder einer 3/4 –Stelle (ist bei uns gut möglich) würde es auch funktionieren. Mein Freund hätte es zwar am liebsten, wenn ich zu Hause wäre in den ersten Jahren, aber das geht finanziell nicht und ich kann es mir derzeit auch nicht vorstellen. Haushalt etc. ist ohnehin mehr meine Aufgabe, dafür macht er andere Dinge (kümmert sich mehr um die Autos, das Altpapier, den Einkauf etc.), das ist aber auch ok für mich.


Glückliche Mutter, glückliches Kind, ja, das hoffe ich! Die Verantwortung ist groß und vielleicht ist es tatsächlich so, dass sich viele hinterfragen. Nur: wenn ich im Job einen Fehler mache, ist es halt „nur“ ein Fehler. Bei einem Kind ist das fataler…

Stimmt, den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht :o)
Seit ich mir mehr Gedanken mache, komme ich mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich mir sehr wünsche, dass wir ein Kind haben. Je mehr wir drüber reden, desto lieber würde ich sofort mit dem Üben anfangen. An manchen Tagen geht es mir gar nicht mehr aus dem Kopf, ich mache mir inzwischen schon Gedanken, ob es überhaupt klappen wird (ich Anfang 30, er Anfang 40).

Zumindest die Wohnungsfrage wollen wir vorher klären, Anfang nächsten Jahres suchen wir uns etwas größeres und dann wollen wir die Pille weglassen und uns mehr oder weniger überraschen lassen, ob es klappt.


LG Lurleen :blumengabe:

Inaktiver User
28.08.2006, 13:16
@lurleen: da Du schreibst, dass Du besonders Deinen Sport vermissen würdest, kurz was von mir dazu. Ich hab auch schon immer gerne und viel Sport gemacht. Bin auch bis zur 35. Woche noch ins Fitnesstudio gegangen. Dann hab ich unterbrochen und gehe wieder seit meine Tochter 10 Wochen alt ist. Ich gehe 4-5 mal pro Woche (unter der Woche fast jeden Vormittag). Da ist eine gute Kinderbetreuung und es tut sooooo gut ein bisschen Zeit für mich zu haben. Ich trainiere meistens, aber manchmal mache ich auch nur Wellness (Sauna, Dampfbad, ausgiebig duschen). Meine Tochter liebt es bei der Kinderbetreuung, "spielt" mit den anderen Kindern und wenn doch mal was sein sollte, rufen sie mich einfach schnell. Ganz unkompliziert!!

Zu Deinen anderen Zweifeln kann ich nicht viel sagen. Ich wünsch Dir aber alles Gute und hoffentlich eine Entscheidung für en Kind. Es gibt nix Schöneres!!!!!! (...finde ich!)

Floechen :smile:

lov100
30.08.2006, 09:11
Hei,

bin "nur" schwanger und noch nicht Mutter, aber auch ich schlage mich aktuell mit den Gedanken herum, schaffe ich das überhaupt mit der Verantwortung, ist es der richtige Zeitpunkt ect pp.

Ich denke diese Gedanken sind normal und völlig in Ordnung, denn sie zeugen doch davon, daß man alle nicht nur durch die Rosarote Brille sieht.

Einen perfekten Zeitpunkt gibt es nicht, den ein oder anderen Haken wird man immer finden.

Muellerin26
30.08.2006, 09:38
Guten Morgen,

die ganzen Erzählungen, die ich hier im Strang lese, kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir sind im Moment im dritten Monat übend. Aber auch bei mir ist es so, dass ich immer wieder an mir herunterschaue auf mein nicht vorhandenes Bäuchlein und mich frage, ob ich als Mutter wirklich so eine gute Wahl wäre.
Ich erinnere mich an einen Spruch eines Bekannten vor etlichen Jahren: "Du bist keine Mutter." Das sitzt bis heute tief. Natürlich sind seitdem Jahre ins Land gegangen, aber immer, wenn ich mal wieder launisch oder schlecht gelaunt bin, wenn mich alles ankotzt, kommt genau dieser Satz wieder. Dann denke ich: Hätte ich die Ruhe, die Ausgeglichenheit für ein Kind? Wäre ich eine gute Mutter oder müsste mein Kind unter seiner zickigen Alten leiden? Ändert sich mit einem Kind alles? Werde ich vielleicht ruhiger, gehe ich weniger oft an die Decke, nehme ich das Leben gelassener? Oder geht dann alles aus den Fugen?

Auch wir haben niemanden, der sich um das Würmchen kümmern könnte, wenn es mal nötig wäre. Alle Verwandten wohnen sehr weit weg. Die Bekannten und Freunde, die wir haben, haben andere Dinge im Kopf.

Auch ich möchte nicht auf Sport und meinen Job verzichten. Ist das egoistisch? Ich möchte kein Muttertier werden und alles für ein Baby aufgeben müssen. Ich will meine Hobbies, meinen Job, meine Freunde weiter behalten. Und ich will trotzdem viermal in der Nacht aufstehen und mein Baby in den Arm nehmen.

Ich glaube, sich intensiv Gedanken über alle Fürs und Widers zu machen, gehört zu diesem großen Schritt ganz natürlich dazu. Ein Kind ist eine Herausforderung, die ganz neue Ansprüche an uns und unsere Familien stellen wird. Die Frage, ob man nach jahrelangem Kinderwunsch nun wirklich dazu bereit ist, ist nur berechtigt.

Liebe Grüße,
die Müllerin.

SabbisFreund
30.08.2006, 22:04
Bekomm einfach Dein Kind und dann hat sich der Lack. In 10 Jahren kannst dus vergessen. Eigentlich bist du dann mit 30 eh schon ne Risikoschwangerschaft. Ausserdem werdet ihr womöglich feststellen, dass es Monate, wenn nicht Jahre dauern wird, bis du von deinem 40 jahrigen Freund schwanger bist. Leider ist das so! Bei mir und Sabbi hat es sofort geklappt. Ich bin 23 und froh, dass ich jetzt schon Vater bin. Unser kleiner Sohn und meine Stieftochter haben mein Leben umgekrämpelt Nicht denken, handeln! Viel Erfolg, SabbisFreund

Morgaine
01.09.2006, 08:50
ist es denn so viel schwieriger fuer einen mann der 40 jahre,oder aelter ist,kinder zu zeugen???

und wie kommst du darauf,dass man mit dreissig (und lurleen ist anfang 30) schon eine risikoschwangere ist.:unterwerf:

AusdemWald
01.09.2006, 14:36
Ah! Ich erwarte eine Antwort hier..

Habe die gleichen Gedanken bzgl. Mutterwerden, und bin 32, 'er' ist 44....wir sind gerade am Ueben :zwinker:

Noch ganz kurz eingeworfen: wie in vielen Straengen auch schon geschrieben wurde...manche Leute hatten den richtigen Partner halt vorher nicht, um Kinder zu kriegen...das hat nichts mit Egoismus oder aehnlichem zu tun. Soll jeder mal so machen, wie er will, nichtwahr?

:jubel:

Aliza
06.09.2006, 11:40
Ich bin 23

Das merkt man! :freches grinsen:

Mit 30 ist man ne Risiko-Schwangere, ja nee is klar!

antjee
12.09.2006, 13:27
..so diese Beiträge lassen mich dann doch mal hier zum eintreten verleiten.

Wenn es mit Dir und Deinem Partner stimmt, dann bleibt dabei es langsam zu probieren. Alle anderen Sorgen und Nöte sind für Nicht-Eltern zu virtuell.

Als 38 jährige Mutter von einem wunderbaren 3 1/2 järigen Sohn und einer fas 2 jährigen Tochter kann ich dies beurteilen...man kann es vorher nicht erahnen, was passiert.

a. Mit 30 ist man nicht alt als Frau, jeder der dies behauptet sucht nur Ausreden - man muss sich nur klar sein, dass man ein langsam steigendes Risiko hat - wer raucht und trinkt hat ein sehr viel höheres Risiko

b. Wer den Mut nciht hat, weil er sich zu egoistsich fühlt, dem kann ich nur zurufen "Ein Kind ist kein Kind" - denn ein Kind kann sich in jedem Fall eurem zeitplan unterordnen und irgendwie hat immer einer Zeit.

c. bei einem Kind brauchst Du auch die Schwiegerfamilie nicht, wenn die nicht wollen, so ist es doch deren Pech..oder?

d. Eure Wohnung reicht für die ersten Monate allemal..dann könnt ihr euch was kuschelig neues suchen - ich bin auch hochschwanger einmal umgezogen, weil in unserer ersten kleinen Bude nun wirklich kein Platz mehr für zwei Kinder war!

Macht euch keine Sorgen, macht euch daran ein weiteres Wunder zu verwiklichen - und ein wenig weniger Egoismus tut uns allen gut!

Antje

Lullaby
13.09.2006, 19:43
Ach ja, jetzt verfolge ich schon seit Wochen dieses WForum und nu' isses soweit, dass ich mich eingeloggt hab und auch gleich mal was loswerden muss. Ich habe vor ein paar Wochen die Pille abgesetzt, weil wir uns nach vielen Gesprächen nun sicher sind, dass wir ein ein Kind haben wollen (Bin 27 Jahre). Nun lassen wir es also drauf ankommen. :smirksmile:
Ich bin irgendwie froh, dass es noch mehreren von Euch so geht, dass einem die ein oder anderen Zweifel kommen. An manchen Tagen bin ich mir ganz doll sicher und freue mich auf ein Kind, an anderen Tagen kommen mir ebenfalls Zweifel.
Was mich am meisten beschäftigt, ist die Tatsache, dass ich dann nicht mehr arbeiten gehen kann. Nicht, weil ich so gerne arbeite (etwas weniger Stress wäre schon spitze...), sondern weil ich meinem Arbeitgeber ein schlechtes Gewissen gegenüber habe. Im Herbst bin ich ein Jahr bei meiner derzeitigen Firma und bin quasi jetzt erst so richtig eingearbeitet. Sollte bei uns alles klappen, müsste ich also genau dann aufhören zu arbeiten, wenn ich richtig drin stecke. Alle zählen auf mich und planen mich zukünftig feste ein. Ich würde eine ganz schöne Lücke hinterlassen und daran muss ich ständig denken.

Ihr denkt jetzt sicher: Die hat sie ja nicht mehr alle und macht sich viel zu sehr Gedanken. Das ist mir bewusst. Sollte ich nicht eigentlich viel mehr an mich/uns denken und mich auf ein Leben mit Kind freuen, anstatt ständig darüber nachzudenken, was denn wohl im Büro dann los sein wird? Sollte ich egoistischer sein und mehr auf mich hören? Was meint Ihr? :wie?:

Das wollte ich jetzt schon immer mal loswerden. Freue mich auf Eure Antworten.

Liebe Grüße, Lullaby

lov100
14.09.2006, 08:35
Hei,

die Gedanken mit dem Job hatte ich auch und vor allem Schiß es meinem AG zu sagen, ich bin schon seit 5 Jahren hier im Team, der Job ist stressig aber macht Spaß und ich trage eine nicht geringe Verantwortung und komme zudem super mit meinem Chef und den Kollegen klar.

Ich habe eine Schwangerschaft lange vor mir her geschoben, mit dem Argument paßt jetzt gerade nicht, bis es zu ersthaften Diskussionen zwischen mir und meinem Partner kam. (Bin jetzt 35)

Aber eine Schwangerschaft und ein Kind ist doch kein endgültiges aus für den Job, mit etwas Flexibilität auf beiden Seiten läßt sich doch auch ein Kind mit dem Job vereinbaren. Man muß ja nicht 3 volle Jahr Elternzeit nehmen bzw. ganz aufhören zu arbeiten.

Ich habe es dann in der 12 Woche meinem Chef gesagt und der hat sich riesig für mich gefreut!!! Und nur gemeint, alles weitere wann und wie ich wiederkommen möchte, das regeln wir dann schon. Also jede Menge Gedanken und Ängest umsonst.

Machmal muß man es einfach tun und sich nicht zu viele Gedanken um die anderen machen, allen kann man es nicht recht machen. Oft ist es das beste einen guten Kompromis zu suchen mit dem alle leben können.

Lullaby
14.09.2006, 09:45
Hallo und Guten Morgen!

@lov100: Danke für Deine Antwort. Was Du geschrieben hast, hat mich wirklich ermuntert. Man kann es wirklich nicht jedem recht machen und ich denke auch, dass sich eine Lösung finden wird, wenn es soweit ist. Den perfekten Zeitpunkt wird es wahrscheinlich nie geben. Ich muss wohl eine Spur egoistischer werden. Und ein dickeres Fell wäre vielleicht auch von Vorteil :smirksmile:
Ich mache mir halt einfach etwas Sorgen,weil ja noch nicht so lange dabei bin. Ich kann die Reaktion meines AG auch überhaupt nicht einschätzen.

Bis später, muss Schluss machen.
Grüße von Lullaby