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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wenn Menschen sich im Leben nur mit dem Tod beschäftigen



Inaktiver User
13.08.2006, 18:31
Hi


Ich möchte mal etwas zur Diskussion stellen. Es geht im Grunde um eine Freundin von mir, die ich seit der 5. Klasse kenne.

So, ich beschreibe sie mal ein wenig:

Sie ist heut 37, neigt zu Depressionen (war deswegen auch schon häufiger in Behandlung). Sie wurde von ihren Eltern misshandelt und kommt deshalb nicht mit allem zurecht und kämpft viel im Leben.

Damals in der Schule war sie eher Aussenseiterin, sie war schon immer sehr still mit einem Hang zu sozialer Phobie (an manchen Tagen traut sie sich nicht in die Bäckerei Brötchen kaufen, weil sie Angst hat etwas falsch zu machen und die Verkäuferin könnte über sie lachen). Das hat sie bis heute nicht abgelegt.

Als sie 19 war schnitt sie sich die Pulsadern auf, konnte aber gerettet werden, weil sie Gott sei Dank quer geschnitten hatte und man sie früh fand.

Daraufhin verbrachte sie 4 Monate in einer psychiatrischen Klinik, wo sie wirklich aufblühte. Sie nahm eine Ausbildung in ANgriff dannach, zog diese auch durch und arbeitet heute in ihrem Beruf als Buchhändlerin.

So soviel im Grunde zu ihrer Person, sie neigt immer noch mal wieder zu Depris und /oder Panikattacken, aber sie hat es weitgehendst im Griff.


Jetzt das eigentliche: Sie kennt kaum ein anderes Thema als den eigenen Tod. Sie sagt selber, dass sie Tag und Nacht darüber nachdenkt, wie es sich wohl anfühlt zu sterben und sie bekommt selber Angst davon. Sie träumt Träume in denen sie in einer Schlange von Menschen steht, denen man nach und nach die Haut abzieht und sie dann zum Sterben in eine Halle schickt. (mich gruselts immer noch von der ERzählung).

Sie sagt wörtlich: Ich habe solch eine Angst vor dem Tod, dass es mich am Leben hindert.

Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich ihr helfen soll. Ich habe bisher gesagt, dass ich es in gewissen Maßen für richtig halte, wenn Menschen sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen, aber dass sie sich eindeutig zuviel damit beschäftige. Ich habe ihr geraten, dass wenn es sie so sehr belastet, dass sie ihre Therapeutin anrufen soll und das lieber mit ihr gemeinsam in Angriff nimmt. Sie war zwar seit einem Jahr gar nicht mehr da, aber das macht ja nichts, dann fängt sie halt eine neue Therapie an.
Andererseits sagt sie auf dieses Thema, sie sei "therapiemüde" und hätte langsam keine Lust mehr auf Therapien, was ich auch wieder verstehen kann.

Habt Ihr noch andere Ideen? Ich konnte sie leider nicht selber davon überzeugen hier reinzuschreiben, selbst davor hat sie Angst. Wenn sie die Überschrift dieses UNterforums liest würde sie nur noch an ihr ABleben denken, so sagte sie. Also nehm ich es in Angriff.

Kennt Ihr so was? Was sagt Ihr dazu?

Yasira
14.08.2006, 11:06
Sie braucht dringend eine gute Therapeutin!!! Du kannst da nicht helfen, mach Dir deswegen keine Gedanken. Sie muss sich helfen lassen, von profesioneller Seite. Und notfalls muss sie auch Medikamente nehmen, zumindest eine Zeitlang - zu der Psychotherapie.
Es gibt auch Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene aussprechen können. Dies sollte aber angeleitet werden.

Ohjefisch
01.09.2006, 16:25
Sie sagt wörtlich: Ich habe solch eine Angst vor dem Tod, dass es mich am Leben hindert.

Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich ihr helfen soll. Ich habe bisher gesagt, dass ich es in gewissen Maßen für richtig halte, wenn Menschen sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen, aber dass sie sich eindeutig zuviel damit beschäftige. Ich habe ihr geraten, dass wenn es sie so sehr belastet, dass sie ihre Therapeutin anrufen soll und das lieber mit ihr gemeinsam in Angriff nimmt. Sie war zwar seit einem Jahr gar nicht mehr da, aber das macht ja nichts, dann fängt sie halt eine neue Therapie an.
Andererseits sagt sie auf dieses Thema, sie sei "therapiemüde" und hätte langsam keine Lust mehr auf Therapien, was ich auch wieder verstehen kann.

Habt Ihr noch andere Ideen? Ich konnte sie leider nicht selber davon überzeugen hier reinzuschreiben, selbst davor hat sie Angst. Wenn sie die Überschrift dieses UNterforums liest würde sie nur noch an ihr ABleben denken, so sagte sie. Also nehm ich es in Angriff.

Kennt Ihr so was? Was sagt Ihr dazu?

Ja, ich kenne das, leider. Und ich habe jetzt auch erstmals dieses Unterforum aufgerufen, aus demselben Grund wie Deine Freundin, weil allein das schon wieder Angst macht.

In Therapie war ich, bin ich, aber die 'allgemeine Lebensfrage', wie ich das dann nenne, ist wohl nicht therapierbar. Meine Therapeutin meinte, da müsste jeder für sich einen Weg finden, wenn nicht über Religion, dann vielleicht was anderes in spiritueller Richtung. Generell sollte ich versuchen, mein Leben mehr in die Hand zu nehmen, weil ich eher zu viel drauf gebe, was andere denken.

Ich versuche, mich möglichst abzulenken, wenn mich die Gedanken mal wieder überfallen. Gestern habe ich mir ein Buch von Schmidtbauer gekauft: 'Altern ohne Angst', aber da muss ich eher einen guten Tag haben, um es mal genau zu lesen.

Es ist schon so, man macht sich das Leben kaputt, statt es zu genießen. Wie lebt denn Deine Freundin? Allein, mit Kindern, Mann?

Was kannst Du tun? Sie natürlich weiter zu einer Therapie ermuntern (auch wenn sie sich nicht zu viel davon versprechen sollte), sie vielleicht ablenken, Unternehmungen vorschlagen. Sie um Hilfe in praktischen Dingen bitten (lenkt mich immer gut ab, wenn ich was für andere tun kann, was in meinem Rahmen ist).

Wie gehst Du denn selber mit dem Thema um? Hast Du gar keine Angst?

Gruß,

Monika