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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwangsversteigerung - kennt sich jemand aus ?



.kermit.
01.10.2012, 20:16
Liebe Community,

ich bräuchte einen Rat im Hinblick auf eine Hausversteigerung, denn hiermit kenne ich mich kein bisschen aus.

Gegenüber meiner derzeitigen Wohnung steht seit langem eine Haushälfte aus den 50er Jahren leer und ich liebäugele schon geraume Zeit damit. Die Besitzer statteten ihrem Häuschen bislang ein bis zwei Mal im Jahr einen kurzen Besuch ab, ansonsten war nie jemand zu sehen, der Garten wucherte zunehmend zu und man hatte das Gefühl, dass es ein wenig verkommt. Im letzten Herbst gelang es mir zufällig mit der 'Besitzerin' ins Gespräch zu kommen, die mir dann von einem Erbstreit zwischen den Erbberechtigten erzählte und dass diese nur noch per Anwalt kommunizierten, weshalb sie sich nicht einigen könnten, was mit dem Häuschen passieren sollte. Ich signalisierte ihr also mein deutliches Interesse sowohl an einem Kauf als auch an einer Miete - und hörte nichts mehr von ihr. Im Frühjahr sah ich sie nur noch von weitem mit dem Auto davon fahren und schrieb sie daraufhin per mail mit der Frage an, ob sich eine Änderung ergeben hätte ? Sie antwortete, dass es noch zu keiner Einigung gekommen sei, dass sich die Dinge aber vielleicht im Herbst klären. Am diesem Wochenende nun erschienen auf einmal fremde Leute, schauten sich (auch nur sehr kurz !) das Gelände an und fuhren wieder weg. Das machte mich nervös und ich durchsuchte sämtliche Immobilienportale, konnte aber nichts finden, bis ich bei den Zwangsversteigerungen schaute - und siehe da, am 06.11. 2012 ist der Termin ! Ich bin sehr verunsichert, denn über das Knie brechen will ich die Sache natürlich nicht, dazu kenne ich mich auch viel zu wenig aus. Deshalb an dieser Stelle einige Fragen an das geneigte Publikum in der Hoffnung, Antworten und Rat zu finden:

Gibt es bei Zwangsversteigerungen die Möglichkeit die Immobilie vorher zu besichtigen oder muss man sich auf das verlassen, was der Sachverständige schreibt ?

Der Verkehrswert ist festgesetzt auf 120.000 Euro - ist das der Startpreis ? Das wäre meines Erachtens doch recht viel dafür, dass noch einiges gemacht werden müsste ...

Und zuletzt: Wie ist denn genau das Verfahren bei so einer Versteigerung - ich kann mir nicht vorstellen, dass man da einfach hingehen und die Hand heben kann ? In der Ausschreibung steht nur, dass man 10% des Verkaufswertes als Sicherheit vorweisen muss (das kann ich) - sonst nichts ? :wie?:

Ich wäre auch ganz froh von jemandem zu hören, der so etwas schon mitgemacht hat - ist das sehr riskant ? Ich kriege ja schon bei einer Mini-ebay-Versteigerung Pippi in die Augen vor lauter Aufregung ...:smirksmile: Und ich fühle mich durch diese kurze Zeit, die noch bleibt, ehrlich gesagt sehr unter Entscheidungs-Druck gesetzt ...

Tausend Dank für eure Unterstützung !

Midnightblue
01.10.2012, 20:39
Hallo .kermit.,

hier *klick (http://www.zvg-portal.de/index.php?button=Hinweise%20fuer%20Bieter)* findest Du vermutlich schon mal Antworten auf einen Teil Deiner Fragen.
Um zu sehen, wie ein solcher Termin abläuft, würde ich Dir empfehlen, Dir eine andere Versteigerung anzusehen.

Ob das Ersteigern in Deinem konkreten Fall riskant ist, hängt sicher vom Zustand des Grundstückes/Gebäudes und den evtl. vorhandenen Belastungen ab. Die Entscheidung wird Dir hier wohl niemand abnehmen können.

Viel Erfolg!

.kermit.
01.10.2012, 21:05
Vielen Dank für den link, liebe(r) Midnightblue :blumengabe:, das hat mir schon sehr geholfen. Zumindest konnte ich daraus ersehen, dass der Verkehrswert kein Startpreis ist, sondern so eine Art Schätzpreis, von dem mindestens 5/10 erreicht werden müssen. Liegt der Preis zwischen nur 5/10 und 7/10 kann der 'Besitzer' den Zuschlag verwehren. Und die Versteigerung dauert mindestens 30 min., so dass man wenigstens ein bisschen Bedenkzeit hat. Allerdings kommen im Nachhinein doch noch einige Kosten (Gerichtsverfahren etc.) auf den Käufer zu, die ich nicht so ganz verstehe. Deshalb wäre ich sehr dankbar über Erfahrungsberichte - vielleicht hat jemand so etwas schon einmal mitgemacht ?

Midnightblue
01.10.2012, 21:57
Zumindest konnte ich daraus ersehen, dass der Verkehrswert kein Startpreis ist, sondern so eine Art Schätzpreis, von dem mindestens 5/10 erreicht werden müssen.
Genau, das Gericht hat den Wert des Grundbesitzes festgesetzt und dafür das in Auftrag gegebene Gutachten zugrunde gelegt. Das Gutachten kannst Du bei Gericht einsehen (evtl. aber auch online - kommt auf das jeweilige Gericht an).


Liegt der Preis zwischen nur 5/10 und 7/10 kann der 'Besitzer' den Zuschlag verwehren.
Fast. Beträgt das höchste abgegebene Gebot weniger als 7/10 des festgesetzten Wertes, kann ein Gläubiger beantragen, dass der Zuschlag nicht erteilt wird.


Allerdings kommen im Nachhinein doch noch einige Kosten (Gerichtsverfahren etc.) auf den Käufer zu, die ich nicht so ganz verstehe.
Der Ersteher, also derjenige, dem der Zuschlag erteilt wird, muss Gerichtskosten zahlen.
Außerdem hat er die Kosten zu übernehmen, die für die Eintragung in das Grundbuch entstehen.
Grunderwerbsteuern fallen ebenso an.

.kermit.
01.10.2012, 22:01
Ohweia, das sind für mich Sicherheitsmensch ganz schön viele Unbekannte ...

Was mir noch nicht ganz klar ist: Werden die Gebote bei der Versteigerung 'öffentlich', also für jeden ersichtlich und hörbar abgegeben oder bietet man im Stillen mit einem Maximalgebot und muss sich dann überraschen lassen, wer gewinnt ?

Midnightblue
01.10.2012, 22:08
Die Gebote werden öffentlich abgegeben und protokolliert. Falls Dich jemand überbietet, kannst Du so ein neues (höheres) Gebot abgeben.

Such' Dir mal einen interessanten Versteigerungstermin bei einem Amtsgericht in Deiner Nähe aus und geh' hin. Dann siehst Du schon einmal, wie das so abläuft und hörst die Erklärungen des Rechtspflegers - das bringt sicher schon ein wenig Licht ins dunkle Unbekannte.

.kermit.
01.10.2012, 22:19
Vielen Dank für die schnellen und kompetenten Auskünfte - das hilft mir wirklich sehr ! :blumengabe:

.kermit.
02.10.2012, 21:44
Mittlerweile habe ich noch ein wenig nachgelesen und herausgefunden, dass es sich bei der Zwangsversteigerung einer Immobilie im Besitz einer Erbengemeinschaft um eine sogenannte 'Teilungsversteigerung' handelt, bei der oft einer der Miteigentümer mitbietet, weil er/sie die Immobilie gerne selbst behalten möchte. Das befürchte ich in meinem Fall auch, die 'Besitzerin', mit der ich damals sprach, haderte sehr mit dem Erbenstreit und hätte gerne das Häuschen von ihren Geschwistern übernommen. Ich fürchte das wird den Preis in eine derartige Höhe treiben, dass es zusammen mit den notwendigen nachfolgenden Renovierungsarbeiten für mich nicht mehr erschwinglich ist :knatsch: ...

ascalin
03.10.2012, 10:55
.kermit., vielleicht trägt sich die Teilhaberin an der Erbengemeinschaft mit den gleichen Gedanken. Setze dir doch dein eigenes Limit, was du abzüglich der Renovierungsarbeiten bereit wärst zu zahlen, und nimm trotzdem an der Versteigerung teil. Du darfst dich dann nur nicht verführen lassen, über dein dir gesetztes Limit hinaus weiter mitzubieten.

Zu verlieren hast du dann nichts, sondern kannst nur an Erfahrung gewinnen.

Und schau dir auch die Mitbieter an und versuche sie einzuschätzen. Teilweise sind auch Immobilienmakler oder Bänker bei solchen Versteigerungen als Mitbieter dabei, wenn sie ein Schnäppchen wittern.

Lachattenoire
03.10.2012, 11:45
sich vor dem eigentlichen termin eine andere zwangsversteigerung anzusehen, halte ich für sehr sinnvoll.
die termine gibt es für die meisten amtsgerichte bereits im internet nachzusehen.
und natürlich ist es wichtig sich vorher über den preis klar zu sein, bis zu dem man mitbieten möchte.
nicht jede zwangsversteigerung ist ein schnäppchen: die folgekosten, wenn man das objekt vorher nicht ansehen kann, können erheblich sein.
das bieten ist offen.
der rechtspfleger nennt, nach etlichen anderen rechtlichen informationen, den einsteigerpreis und wartet. dieses warten kann bis knapp vor ende der bieterstunde (die nur noch einen halbe stunde ist) dauern. ist wie bei ebay, jeder lauert bis zum schluss, wenn genügend interessenten da sind.

wer jetzt bietet, muss nach vorne, sich legitimieren und die sicherheit hinterlegen/beweisen. bietet derjenige weiter mit, hebt er lediglich noch vom platz aus die hand und bestätigt so (der rechtspfleger nennt namen und gebot nochmal) dass er weiter dabei ist.

zu einer teilungsversteigerung kommt es unter anderen anderen voraussetzungen als bei einer "normalen" sog. vollstreckungsversteigerung.
die normale zwangsversteigerung wird von einem gläubiger betrieben, der bereits im grundbuch eingetragen ist und nun seine gelder auf diese art und weise eintreibt.
im regelfall deckt der versteigerungserlös die grundschulden und der erwerber erhält ein schuldenfreies grundstück/haus/wohnung.

anders bei der teilungsversteigerung:
hier kann eine erbengemeinschaft sich nicht einigen, wie das haus oder der erlös des hauses verteilt werden soll. einer der erben betreibt die zwangstversteigerung, muss dann aber aus dem erlös die anderen auszahlen (heißt, der der mitbietet wird den preis sicher nicht hochtreiben)
eingetragen ins grundbuch ist ebenfalls die erbengemeinschaft. dieser eintrag wird bei einer teilungsversteigerung aber nicht automatisch gelöscht. rechte (könnte ein wohnrecht oder pacht sein) und weitere belastungen (bankforderungen) bleiben bestehen und müssen vom erwerber übernommen werden.

.kermit. setz dich mit dem rechtspfleger in verbindung, der kann dir auch sagen, ob das objekt vorher zu besichtigen ist und welche belastungen/weitere eintragungen/rechte anderer/ belastungen noch im grundbuch stehen.
selbst, wenn lediglich die erbengemeinschaft im grundbuch steht, sind probleme vorherzusehen. der erweber muss den austrag beantragen, was bei eine gemeinschaft, die sich nicht einig ist, probleme mit sich bringen kann.

sicher kann man bei einer teilungsversteigerung ein absolutes schnäppchen machen, weil viele zögern zu bieten, wegen der möglichen schwierigkeiten. je mehr informationen du also hast, desto sicherer kannst du dir sein.

lachattenoire

.kermit.
03.10.2012, 21:04
Vielen Dank, ihr Lieben, eure detaillierten Ratschläge helfen mir sehr meine Gedanken zu sortieren ! Ich werde morgen Vormittag versuchen im Amtsgericht nähere Informationen zu erhalten - der Name des zuständigen Rechtspflegers ist leider in dem Exposé nicht genannt. An einer Versteigerung würde ich auch gerne teilnehmen, leider finden sie aber immer Vormittags statt und ich kann mir da nicht frei nehmen. Aber dank eurer Schilderungen kann ich mir jetzt schon viel besser vorstellen, wie so etwas abläuft !

Deshalb an dieser Stelle: :kuss::blumengabe:

Ich habe jetzt einfach ein bisschen Bammel, dass ich in der Kürze der Zeit (in knapp vier Wochen ist die Versteigerung schon !) eine Entscheidung fälle, die ich später vielleicht bereuen könnte. Aber heute Morgen habe ich mich einmal auf das Grundstück geschlichen, den total verwachsenen Garten betrachtet und in zwei Fenster geäugt, und ich muss sagen: Ich habe mich sehr wohl gefühlt ! Irgendwie hoffe ich doch sehr, dass es klappen könnte, es wäre ein entscheidender Wendepunkt in meinem Leben ! Drückt mir bitte die Daumen !

Schnurpsel
04.10.2012, 14:03
Ich habe im Rahmen einer Zwangsversteigerung eine ETW gekauft.

Du kannst dir VORHER das Gutachten durchlesen, dort müssen ja auch evtl. baufällige, sanierungsbedürftige Sachen aufgeführt sein, die du als "Haus-von-außen-Betrachter" nicht siehst.

Auf die Nebenkosten wurde schon hingewiesen, wobei du diese ja auch hast, wenn du ein Haus freihändig kaufst (sind dann m.E. sogar höher, evtl. fallen Maklergeb., auf jeden Fall aber Notargebühren an).

Auf jeden Fall ein eigenes Kauflimit setzen!! Bestenfalls auch schon vorher mit deiner Bank sprechen und die Finanzierung (incl.Renovierung) abchecken lassen.

Die erwähnte "Sicherheitsleistung" muss übrigens entweder in bar vorleget werden oder mit einem s.g. bestätigten LZB-Scheck (wenn das nicht schon inszwischen überholt ist). Den musst du auch vorab bei deiner Bank "kaufen" (kostet gebühren und muss vorbestellt werden). Wenn du den Scheck später nicht verwendest, weil du nicht zum Zug gekommen bist, reichst du ihn einfach wieder zur Gutschrift auf dein Konto ein.

Gruß
Schnurpsel

PS: Mein Herzklopfen bei dieser Zwangsversteigerung war auch ganz schrecklich.

Pia1976
04.10.2012, 17:20
Ich habe im Rahmen einer Zwangsversteigerung eine ETW gekauft.

Du kannst dir VORHER das Gutachten durchlesen, dort müssen ja auch evtl. baufällige, sanierungsbedürftige Sachen aufgeführt sein, die du als "Haus-von-außen-Betrachter" nicht siehst.

Auf die Nebenkosten wurde schon hingewiesen, wobei du diese ja auch hast, wenn du ein Haus freihändig kaufst (sind dann m.E. sogar höher, evtl. fallen Maklergeb., auf jeden Fall aber Notargebühren an).

Auf jeden Fall ein eigenes Kauflimit setzen!! Bestenfalls auch schon vorher mit deiner Bank sprechen und die Finanzierung (incl.Renovierung) abchecken lassen.

Die erwähnte "Sicherheitsleistung" muss übrigens entweder in bar vorleget werden oder mit einem s.g. bestätigten LZB-Scheck (wenn das nicht schon inszwischen überholt ist). Den musst du auch vorab bei deiner Bank "kaufen" (kostet gebühren und muss vorbestellt werden). Wenn du den Scheck später nicht verwendest, weil du nicht zum Zug gekommen bist, reichst du ihn einfach wieder zur Gutschrift auf dein Konto ein.

Gruß
Schnurpsel

PS: Mein Herzklopfen bei dieser Zwangsversteigerung war auch ganz schrecklich.

Bar geht, soweit ich weiß, nicht mehr. Plane für die Beschaffung des LZB-Checks auch etwas Zeit ein, bei manchen Banken dauert das! Und unbedingt das Gutachten einsehen! Hast Du das schon gemacht?

.kermit.
04.10.2012, 20:16
Ich bin wirklich überwältigt von euren vielen Rückmeldungen und Tipps - vielen Dank dafür !

Heute Morgen habe ich im Amtsgericht angerufen und tatsächlich die zuständige Rechtspflegerin an die Strippe bekommen. Ich wollte vor allem von ihr wissen, ob es ein Problem geben könnte die Erbengemeinschaft aus dem Grundbuch auszutragen (wurde mir ja hier angedeutet) und ob es irgendwelche noch bestehenden Verpflichtungen gegenüber Banken oder Miet-/Pachtverhältnisse gibt. Das hat sie zum Glück alles verneint, sie sicherte mir sogar zu, dass nach der Versteigerung direkt die Erbengemeinschaft aus dem Grundbuch ausgetragen und der neue Besitzer eingetragen würde. Von dieser Seite sind also keine Schwierigkeiten zu befürchten. Allerdings meinte auch sie, dass einer der Erben mitbieten könnte, was sicher den Preis nach oben treibt. Ich muss mir also gut überlegen, wie hoch mein Limit ist (und hoffe sehr, dass der Zuschlag nicht wenig darüber liegt, denn DAS würde mich richtig ärgern :unterwerf: ) ...

Ich wusste übrigens nicht, dass ich das Gutachten schon jetzt einsehen kann, ich dachte, das geht erst in der Bietstunde selbst ? Im Internet ist ein Exposé zu lesen mit den wichtigsten Informationen, die ein neutraler Gutachter bei einer Hausbesichtigung zusammengestellt hat, er hat auch den Verkehrswert bestimmt (es gibt tatsächlich Hausversteigerungen, bei denen der Gutachter das Haus nur von außen ansehen konnte - unfassbar ! :ooooh:). Und ich werde in jedem Fall versuchen vorher schon einmal an einer Versteigerung teilzunehmen, um mit dem Prozedere vertraut zu werden, denn bestimmt bin ich schrecklich nervös und aufgeregt (bin ich schon jetzt ! :peinlich:). Eigentlich freue ich mich schon viel zu sehr, ich muss eher damit rechnen, dass es nicht klappt, sonst ist die Enttäuschung zu groß. Dieses Haus würde einige drängende Probleme lösen, und aus bestimmten Gründen kommt nur dieses spezielle in Frage, aber das darf mich jetzt nicht zu unüberlegten Handlungen drängen ...

Lachattenoire
05.10.2012, 01:13
hallo .kermit.,
das hört sich doch alles recht gut an.
kalkulier bei deiner eigenen preisvorstellung, bis zu der du mitbieten möchtest, noch die zusätzlichen kosten ein.
, wie gerichtsgebühren (muss der erwerber zahlen)sowie Grunderwerbssteuer und natürlich mögliche renovierungskosten.

vielleicht kannst du vorher noch in erfahrung bringen (ist doch eine haushälfte, frag die bewohner der anderen hälfte) wie der zustand innen ist. wie veraltet heizung, wasserversorgung, sanitärbereich(e) sind. wie hoch die städtischen abgaben sind (müllabfuhr, reinigung der gehwege etc. damit du eine vorstellung der laufenden kosten bekommst.
du bist ab dem tag des erwerbs für alle laufende kosten zuständig und haftbar.

viel erfolg
lachattenoire

.kermit.
06.10.2012, 14:48
Mit der (sehr netten !) Nachbarin in der anderen Haushälfte möchte ich auf jeden Fall sprechen, so richtig öffentlich wollte ich mein Interesse an dem Haus aber erst machen, wenn ich mir ganz sicher bin. Ich hatte sogar daran gedacht mich mit der einen Erbin, mit der ich ja bereits zwei Mal Kontakt gehabt hatte, auszutauschen, aber ich weiß nicht, ob das so klug ist, schließlich wird sie ja mit großer Sicherheit mitbieten..

Mit meiner Bank werde ich natürlich auch noch einen Termin im Vorfeld vereinbaren, denn ich muss ja wissen, wie weit ich gehen kann. Davor würde ich gerne selbst schon einmal ein wenig recherchieren und hätte deshalb die Frage, ob jemand einen seriösen Immobilienrechner im Internet kennt ? Zwei habe ich ausprobiert und kam zu ganz verschiedenen Ergebnissen :ooooh: ...

Inaktiver User
08.10.2012, 14:41
Hallo Kermit ... (netter Nick)

so begeistert, wie Du klingst, musst Du unbedingt ein Limit festlegen. Das ist sonst wie zocken.

Und bei der Versteigerung ist es auch notwendig, cool zu bleiben. Nicht reingehen und bieten. Abwarten.
Ich wünschte Dir, es gäbe keine Mitbieter. Ich habe noch nie selbst teilgenommen, mich aber damit befasst. Ein Bekannter erzählte mir mal eine Besonderheit. Eine Immobilie, die zwangsversteigert wurde. Jemand hatte geboten, niemand dagegen, da bot die Hausbank selbst und kaufte sozusagen zurück, weil ihnen das Gebot nicht genug war. Irgendwie so ...
Nach der Versteigerung ging mein Bekannter zu der Hausbank, machte ihnen sein Angebot und tatsächlich, sie verkauften. Denn für die Bank war es ja nur ihr eigenes Geld, eine fiktive Zahl. Aber sein Gebot war eine Einnahme. Er hatte nicht wirklich daran geglaubt und war entsprechend happy!!!
Es gibt auch Unterschiede, je nachdem, der wievielte Termin es ist. Das Einstiegsgebot wird dann nämlich runtergesetzt. Deshalb ist es auch für Bieter interessant, wenn es zu einem nächsten Termin kommt. Ist ziemlich kompliziert das ganze und hat seine eigenen taktischen Gesetze. Ist halt blöd, man ersteigert als "Endnutzer" ja wahrscheinlich das erste Mal. Ich drück dir die Daumen. Vielleicht findest Du jemanden, der dich da mit Erfahrung begleitet und mit Rat und Tat beistehen kann?

Frag doch mal bei der Bank. Vielleicht können die dir beistehen?

.kermit.
12.10.2012, 15:26
Bitte entschuldigt, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich bin diese Woche und noch das Wochenende unglaublich im Stress, deshalb war ich hier gar nicht mehr aktiv. Ich konnte leider auch gar nichts konkret unternehmen im Hinblick auf die Versteigerung, aber zumindest einiges anleiern:

+ Am Montag werde ich mit Menschen telefonieren, die vor einem Jahr bei unserem zuständigen Amtsgericht
ein Haus ersteigert haben, und ihnen Löcher in den Bauch fragen,
+ am Dienstag werde ich an einer Versteigerung als Zuschauer teilnehmen,
+ außerdem habe ich nächste Woche ein Gespräch mit der Nachbarin in der anderen Haushälfte
+ und ich konnte über Freunde einen Bauunternehmer gewinnen, das Exposé zu studieren und daraus einen
ungefähren Kostenvoranschlag zu entwerfen, was denn an notwendigen Renovierungsmaßnahmen
anstehen und was das kosten würde, so dass ich
+ dann gut vorbereitet ein Gespräch mit meiner Bank führen kann.

Es gibt also noch eine Menge zu tun ! Aber ich muss mich hüten mich zu sehr zu freuen, damit die Enttäuschung nicht zu groß wird, falls es nicht klappt.

Ich melde mich wieder, sobald es Neues gibt ! :ahoi:

ascalin
12.10.2012, 15:34
Wow, da hast du eine Menge Nützliches angeleiert, bravo!

ZaeVee
16.10.2012, 12:10
Beim Amtsgericht kannst Du unter der Versteigerungsnummer die kompletten Unterlagen einsehen. Im Internet werden die nicht komplett veröffentlich. Ist zumindest bei uns kostenfrei und zu den normalen Öffnungszeiten möglich. Man kann sich auch Kopien von Plänen ect. machen (wobei die Kopien Geld kosten ;)).

Versuche auch in Erfahrung zu bringen, ob in den nächsten 1-10 Jahren Veränderungen in/an der Straße von Seiten der Stadt aus geplant sind. Da werden in der Regel die Eigentümer/Anlieger mit zur Kasse gebeten und dies sollte im Finanzierungsplan unbedingt mit berücksichtigt werden. Beispiel: Bei unserem OdB war eine komplette Straßensanierung bzw. Ausbau des Weges zur Straße inkl. Beleuchtung für das nächste Jahr geplant. Kostenpunkt für Anlieger: ca. 15.000 Euro (richtet sich nach der Grundstücksgröße). Darauf hin haben wir unsere Bietgrenze gleich noch mal nach unten korrigiert. Diese Maßnahme der Stadt wurde zwar auch bei der eigentlichen Zwangsversteigerung erwähnt, aber wer kann da noch angemessen nachdenken?

Sicherheitsleistung in Bar geht nicht mehr. Wir brauchten eine Scheck der Landeszentralbank. Unbedingt darauf achten das Du bei der Bank jemanden erwischst der sich damit auskennt. Wir hatten uns viel zu spät darum gekümmert und sind bei der Bank auch erstmal an eine Maus geraten, die keine Ahnung hatte. Mehrfach nachgefragt und immer uns die Maus das sei alles korrekt, erst nach der vierten oder fünften Nachfrage holte die Maus den Chef und es stellte sich heraus, das es doch nicht der richtige Scheck war. 3 Tage vor der Versteigerung ist definitiv zu spät für meine Nerven ;) Und manche Banken brauchen auch etwas, wir hatten da echt glück das das am Ende noch geklappt hat.

Wenn Du es einrichten kannst, geh zu mehr als einer Versteigerung zum anschauen. Wir waren bei vieren vorher. Es sind immer mindestens 30 min Bietzeit angesetzt. 20 Minuten verstreichen in der Regel ohne das irgendwer was sagt. Das muss man aussitzen können. Ich fand das Gefühl sehr komisch. Irgendwann bietet jemand das Mindestgebot, und es passiert wieder minutenlang nichts. Cool bleiben ist da wirklich angesagt.

Hausweise
16.10.2012, 15:50
Ja, das mit dem Landeszentralbank-Scheck ist wohl ziemlich aufwändig


Sicherheitsleistung in Bar geht nicht mehr. Wir brauchten eine Scheck der Landeszentralbank. Unbedingt darauf achten das Du bei der Bank jemanden erwischst der sich damit auskennt. Wir hatten uns viel zu spät darum gekümmert [...] Und manche Banken brauchen auch etwas.

- und kostet soviel ich weiß auch eine satte Gebühr. Erkundige Dich doch (auf der Internetseite des Amtsgerichts) ob Du das Geld vorher direkt an die Gerichtskasse überweisen kannst - es muss aber schon einige Tage vor dem Versteigerungstermin dort eingetroffen sein. Falls Du das Haus dann nicht bekommst, erstattet das Gericht die Sicherheitsleistung natürlich zurück.
Und sei nicht enttäuscht, falls der Termin abgesagt wird. Das kommt auch ziemlich häufig vor. (Bei einer Teilungsversteigerung vielleicht nicht so wahrscheinlich).
Viel Glück!

.kermit.
17.10.2012, 19:09
Vielen Dank für eure guten Ratschläge und Anstöße ! :wangenkuss: :blumengabe: Hier nun ein kleines Update des aktuellen Standes:

Von meiner To-do-Liste konnte ich leider noch nicht alles erledigen, weil ich zum einen beruflich gerade sehr eingespannt bin, zum anderen aber auch einige Leute einfach nicht erreiche :knatsch:. Einiges ist mir aber doch gelungen:

Gestern habe ich an einer Teilungs-Zwangsversteigerung teilgenommen und das war regelrecht ein Happening, denn es waren außer den Bietern (letztlich 4 Parteien) noch etliche Bekannte von ihnen sowie Gäste wie ich dabei, und während der Bietzeit, die ja ca. 30 Minuten dauert, kam es zum lustigen Erfahrungsaustausch und gegenseitigen Beraten. Einige der verschiedenen Gruppierungen schienen sich zu kennen (unter anderen zwei türkische Familien), dadurch war die Stimmung sehr locker und fröhlich. Ich fürchte in meinem Fall in drei Wochen wird es vielleicht ein wenig krampfiger, aber vielleicht täusche ich mich auch. In jedem Fall war das heute eine sehr hilfreiche und wertvolle Erfahrung, denn ich habe gemerkt, dass ich schon gestern derart aufgeregt war (obwohl ja völlig unbeteiligt), dass mein Bauch den ganzen Tag grummelte...

Ich konnte auch die Hausnachbarin sprechen, was mich allerdings ziemlich deprimiert hat, denn sie bestätigte zum einen, dass die Erbin mitbieten wird, zum anderen, dass bereits viele Interessenten vorbei gekommen seien. Ich fürchte mit der Menge an Interessenten werde ich finanziell nicht mithalten können ...:niedergeschmettert:. Je länger ich mich mit der Sache befasse, je mehr Informationen ich einhole und mir vorstelle, wie alles werden könnte, desto mehr steigt natürlich auch meine Vorfreude ! Die muss ich jetzt aber erst einmal einmotten, denn sie ist kein guter Ratgeber.

Heute bin ich mit einem Bausachverständigen zu dem Haus gegangen und wir haben das Grundstück und den Außenszustand begutachtet und durch alle Fenster gelinst. Er hat mich schon ein wenig geerdet und mir aufgezeigt, was noch alles zu tun ist (nach oben hin gibt es natürlich keine Grenze). Aber er bemerkte auch meine 'emotionale Verwicklung' und wollte es mir auch nicht ausreden. Letztlich ist die Frage, welchen Standard ich mir wünsche und was ich bereit bin dafür (auch über Jahre !) zu zahlen. Das muss ich jetzt nächste Woche mit der Bank besprechen.

@ZaeVee: Tatsächlich bin ich gestern beim Amtsgericht vorbeigefahren und konnte gegen Gebühr erreichen, dass mir ein 40seitiges Gutachten mit ein paar Bildern zugemailt wurde - das finde ich ganz prima !

@Hausweise:Mit der Bank hatte ich über die verschiedenen Formen der Bezahlung gesprochen - die ganzen Schecks dürfen ja nicht älter als drei Tage sein, müssen aber vorher beantragt werden, da sie auswärts erstellt werden. Da in meinem Fall noch ein Feiertag und ein Wochenende vor dem Termin liegen ist mir das alles ein wenig heikel. Noch dazu, da die Gebühren 55 Euro plus 15 Euro Bearbeitung kosten ! :ooooh: Jetzt werde ich das Geld wahrscheinlich auf das beim Gericht angegebene Konto überweisen, muss allerdings noch erfragen, in welcher Form der Überweisungsnachweis erfolgen soll.


Ich melde mich wieder, einstweilen liebe Grüße an alle !:ahoi:

Malina70
17.10.2012, 22:16
Hallo kermit,

ich drück Dir alle Daumen und finde es ganz spannend, wie Du uns hier teilhaben lässt. Hoffentlich gibt es nicht so viele Bieter, die den Preis hochtreiben. Ist ja letztlich doch ein ganz schöner Angang. Und ich wünsche ja immer demjenigen Glück, der so richtig mit dem Herzen dabei ist, einfach weil ich das so gut verstehen kann, wenn es auch nicht immer klug ist.

Alles Gute,

Malina

.kermit.
17.10.2012, 22:31
Liebe Malina,

vielen Dank für deine guten Wünsche und die lieben Worte, das freut mich so ! Wie immer gibt es - je mehr Leute man fragt - auch viele kritische Einwände und skeptische Ansichten, so dass man in der eigenen Einschätzung tatsächlich auch ins Wanken gerät. Ich frage mich natürlich schon, ob ich mich womöglich verrenne, ob ich dabei bin einen Liebhaberpreis für ein Haus zu bezahlen, das diesen Preis gar nicht Wert ist ? Für mich hätte es tatsächlich einen hohen Wert, aus ganz persönlichen familiären Gründen (meine Eltern wohnen ganz nah und ich könnte ihnen problemlos im Alltag beistehen, denn mein Vater ist sehr krank), aber natürlich will ich mich nicht für den Rest meines Lebens verschulden. Ich bin mir auch bewusst, dass ich von Baumaßnahmen nicht viel Ahnung habe, ich kenne aber meine Bedürfnisse und Ansprüche und kann insofern schon ein wenig einschätzen, welche Sanierungsmaßnahmen mir wichtig sind und welche eher nicht (z.B. brauche ich kein Bad für 25.000 €, wie es mir der Sachverständige heute vorgerechnet hat, dafür möchte ich unbedingt die Parkettböden erhalten und abschleifen). Deshalb hoffe ich einfach, dass mich mein Bauchgefühl nicht trügt und mein Traum wahr wird ! Und eure gedrückten Daumen helfen mir jetzt schon in moralischer Hinsicht ! :wangenkuss:

laudrey
18.10.2012, 10:20
liebe Kermit,
ein Bad mit 25.000 Euro anzusetzen, ist jetzt garnicht SO unrealistisch. Du musst immer sehen, dass man nicht nur das bezahlt, was man sieht (Badkeramik...) sondern das teure ist meist das, was man NICHT sieht. Wasserleitungen, die zu alt sind, müssen ersetzt werden, ggf. vom Keller bis rauf in den letzten Winkel des Hauses, je nachdem, wo das Bad sich befindet . Eine vernünftige Waschbeckenarmatur,d ie nicht aus dem billig-Baumark kommt, kann ganz schön teuer sein, ebenso ein Heizkörper, der das Bad realistisch aufheizt und vielleicht noch Deine Handtücher trocknet... Daher rate ich Dir, die Einschätzung des Gutachters ernst zu nehmen - wenn Du nachher nicht so viel brauchst, umso besser :-)

Ich finde Dein Vorhaben jedenfalls sehr spannend und fiebere mit :-)

Inaktiver User
18.10.2012, 10:46
Jetzt verunsichere sie doch nicht wieder. Natürlich kann man wesentlich günstiger ein schönes Bad sanieren. Und gerade Armaturen bekommt man in beeindruckender Qualität hinterher geschmissen... Wenn man keinen Wert drauf legt, dass alles einen "Namen" hat ...

Insbesondere, wenn man nicht im bewohnten Haus saniert, sind neue Leitung günstiger zu realisieren als in bewohntem Bestand. Man muss sich halt überlegen, was man alles entkernt. Und dann geht so einiges ohne teure Lateralschäden.

.kermit.
18.10.2012, 21:39
Naja, sagen wir mal so, bei 4,65 Quadratmeter Badfläche stelle ich mir es fast schwierig vor 25.000 Euro unterzubringen :smirksmile:. Die Hausnachbarin hat aus diesem Grund auch das Bad in ein anderes Zimmer verlegt, und das ist dann natürlich eine ganz andere Hausnummer. Und ich sehe es natürlich ganz genau so: Lieber habe ich am Ende etwas übrig als mich zu verspekulieren ... Ich brauche kein riesiges Luxus-Wellness-Bad, möchte aber natürlich vernünftige und sichere Leitungen, die sicher erneuert werden müssten. Und Uli hat ganz recht (vielen Dank auch dir für deinen ermutigenden Zuspruch ! :blumengabe:), ich würde erst einziehen, wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind.

Heute habe ich meinen neuen Ausweis abgeholt, den ich für die Versteigerung brauche, sowie die 10%ige Sicherheit auf das Gerichtskonto überwiesen - jetzt bin ich offiziell bieteberechtigt :yeah: ! Wenn ich jetzt noch ein bisschen im Lotto gewinnen würde ... :freches grinsen:

Antje3
19.10.2012, 08:26
Hi

Oh (ich will Dich nicht verunsichern!) - eine Badsanierung ohne Luxus ist schon so ziemlich mit das teuerste, was es an einem Haus zu sanieren gibt. Ich hab das hinter mir, mein Bad hat die Größe von Deinem und ich habe auf keinen Fall Luxus genommen - eher war ich bei "der Badkeramik am unteren Preisende (eher Baumarkt Preise) als am oberen.... Auch bei den Fliesen habe ich sehr darauf geachtet, im Limit zu bleiben.

Bei mir hat der Spaß (ohne das Leitungen zu tauschen gewesen wären) bei 15.000 € - und dabei haben wir noch nichtmal die alten Fliesen runtergekloppt, weil die "eben" waren und auch stabil verlegt waren (also keine lockeren oder zerbrochenen). Man konnte also "auffliesen".

Man hätte aber auch völlig problemlos das dreifache ausgeben können! (ich kann Preise im übrigen einschätzen - ich hab jeden Tag mit vergleichbaren Handwerkern zu tun - das war also kein Mondpreis-Handwerker)

Ich sag das nur, damit Du nicht die Investition unterschätzt - zudem würde ich das Bad im Falle des Falles gleich machen lassen - genauso wie eventuell notwendige Böden (Parkett abschleifen usw.).

Das sind nämlich die Arbeiten, die man - wenn man mal drin wohnt - eher nicht mehr machen läßt - machen selbst beim saubersten Handwerker nämlich reichlich Dreck.


Falls Du ein Beispiel für "Vorher-Nachher" willst:

Vorher
http://666kb.com/i/c2nu1eb96unxiy45h.jpg

Nachher
http://666kb.com/i/c2ntz8nhihkbmvbt1.jpg
http://666kb.com/i/c2ntyfx0f9vae1t39.jpg


Antje

Inaktiver User
19.10.2012, 11:18
Na, in einem Tag um 10.000€ runter! Wenn wir jetzt noch Eigenleistung in die Waagschale werfen, halbieren sich die Kosten für das Bad vermutlich noch :zwinker:

mal zur Erinnerung @ Antje: es geht nicht um dein Bad, sondern um eine Zwangsversteigerung.

Ich glaube, bei dem, was ich so lese, weiß die TE sich ziemlich gut selbst einzuschätzen. Und sie weiß sich schlau zu machen, wie man hier gut mitverfolgen kann.

Malina70
19.10.2012, 11:28
Hallo Antje,

mal zur Erinnerung: es geht nicht um dein Bad, sondern um eine Zwangsversteigerung.
Du musst die TE nicht bearbeiten, dass (d)eine Badsanierung nicht unter xy zu haben ist. Ich glaube, bei dem, was ich so lese, sie weiß sich ziemlich gut selbst einzuschätzen und sie weiß sich schlau zu machen, wie man hier gut mitverfolgen kann.

Naja, ich finde es aber schon okay, mal eine Hausnummer zu hören und zu sehen, was man dafür bekommt. Und 15.000 sind natürlich noch keine 25.000, aber wenn die Leitungen noch erneuert werden müssen, dann kommt man womöglich doch auf einen ähnlich hohen Betrag. Und das sind ja schon Kosten, die man schnell unterschätzt und die einem dann um die Ohren fliegen können.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
19.10.2012, 12:03
Schätzungen sind aber nur dann gewinnbringend, wenn sie den Bezug zur Realität bewahren. Ansonsten führt das nur zur Irreführung. Ich kann mir ein neues Auto für 10.000,- kaufen, das fährt und mich von Ort zu Ort bringt, ich kann aber auch erklären, es müsse mindestens das für 50.000,- sein, wo es doch auch welche für 150.000,- gibt, weil ich das schmeichelnde Gefühl in der Hand beim Schalten brauche und meine Ohren beim Türzuschmeissen nur ein sattes Plopp akzeptieren.

Keine von uns kennt die vielen Umstände, die in eine halbwegs reale Schätzung reinspielen und somit können wir nicht wirklich raten.

Antje3
19.10.2012, 13:53
Es ist aber gut, wenn man bei seiner Budgetplanung für eine Zwangsversteigerung schon eine leise Ahnung hat, in welcher Größenordnung sich Renovierungsarbeiten bewegen.

In meinen Augen ist das wichtig, um zu bestimmen, wieviel man bieten kann.

Und den wenigsten Leuten ist bewußt, welche Beträge welche Renovierungen kosten (und welche davon man halt normalerweise auch Fachleuten überlassen muß, weils Sachkenntnis verlangt)

.kermit.
19.10.2012, 14:15
:blumengabe: Oh bitte nicht streiten wegen mir, ich bin sehr froh um eure Einschätzungen und Ratschläge, auch die kritischen (ich bin bestimmt nicht beratungsresistent :smirksmile:) - deshalb habe ich ja auch hier um Hilfe gebeten, denn ich habe tatsächlich nicht viel Ahnung ! Mir schien der Preis von 25.000 im ersten Moment tatsächlich sehr hoch, andererseits bin ich in jedem Fall ein Sicherheitsmensch und plane lieber diese Summe ein, als mich am Ende zu überschätzen. Die größte Schwierigkeit bei einer Versteigerung scheint mir, dass alles offen ist und ich denke, ich muss mir persönlich einen Kaufpreis ausrechnen, der dann auch wirklich nicht mehr diskutabel ist, denn ich habe bei der Probe-Versteigerung selbst erlebt, wie die Leute auf einmal anfingen zu beraten "Sollen wir nicht doch noch ... ?". Ich muss also so tun, als ob ich das Haus zu einem festen Preis kaufen würde, und diesen darf ich dann nicht mehr überschreiten, auch wenn mir wahrscheinlich das Herz blutet ...

Das Problem ist nun also, wie viel ich in die Sanierung stecken kann und will - der Fachmann meinte, letztlich ist alles eine Frage meines Anspruchs. Damit ihr eine ungefähre Vorstellung davon bekommt, von welcher Hausnummer ich hier spreche, hier also meine grob überschlagene Aufstellung:

Dringend notwendig bei einer Wohnfläche von 84 Quadratmeter auf zwei Stockwerken:

+ Elektrik komplett neu: ca. 10.000 Euro
+ Bad und Installation komplett neu: 25.000 Euro
+ Böden (Parkett) abschleifen (womöglich sogar in Eigenleistung, Maschinen kann man bei uns ausleihen),
Küchenboden (Bitumenplatten) entfernen und Dielen abschleifen: ca. 2.000 Euro
+ Einrichtung Küche und Schlafzimmer (hab schon einiges): 10.000 Euro

Zusätzlich erwogen, dann aber natürlich noch teurer: Heizung ! Derzeit ist ein benutzbarer Warnluftkachelofen mit einem Ölbrenner von 2003 vorhanden, der beide Stockwerke beheizt.

Fixkosten wären dann also ca. 50.000 plus weitere Ausgaben, die ich mir nun überlegen kann. Davon muss ich dann wiederum den Versteigerungspreis abhängig machen - gespart habe ich in den letzten Jahren einiges, habe zum Glück einen sicherern Job, so dass ich der Bank bestimmt kreditwürdig erscheine. Haltet ihr meine Auflistung für realistisch ?


Liebe Grüße an euch alle, die ihr so nett mitfiebert ! :wangenkuss:

P.S.: Vielen Dank auch dir, Antje, für deine Bilder - dein Bad würde mir auch gefallen !

P.S.2: Heute habe ich mein Auto in der Werkstatt vorbei gefahren, weil mir ein verändertes Fahrverhalten aufgefallen war - und tatsächlich: Stoßdämpfer kaputt :grmpf: ! Das kam mir im ersten Moment vor wie eine Mahnung nach dem Motto 'Vergiss nicht, dass immer noch andere Kosten auf dich zukommen können !' Man sieht, meine Gedanken kreisen nur noch um das eine ... :freches grinsen:

Antje3
19.10.2012, 14:57
Wenn Du mit Elektrik neu wirklich meinst, dann ist gemeint ab Hausanschluß alles neu (damals wurde aufputz gelegt - Du mußt Schlitze fräsen lassen und alles Unterputz legen - man KANN sowas selbst machen - aber rechne dann 2 Leute Arbeit, Maschinenausleihe im Baumarkt kostet auch und 1 Monat neben der Arbeit richtig hinschutteln).

Schlitze fräsen ist prinzipiell nicht schwer - aber ne schwere Dreckarbeit. Machst Du also Eigenleistung - falls nicht, zahlst Du jeden Meter Schitzfräsen!

Parkett kann man sicher selbst abschleifen (ob man das nach dem ersten Raum noch will....)

Ich rate allerdings auch dringend, die möglichen Eigenleistungen nicht zu optimistisch zu sehen - denn während Du in Eigenleistung rumpritschelst, kannst Du nicht einziehen und hast doppelte Kosten.

Und man kann sehr schnell in eine tiefe Eigenleistung-ich-werde-niemals-fertig-Depression verfallen!

Nimm Dir für Eigenleistung nur vor, was Du schonmal gemacht hast - oder worauf Du notfalls auch noch verzichten kannst, wenn Du schon drin wohnen wirst (also z.B. Terrasse fliesen).

Die Sache mit der Heizung würde ich gut klären - so eine neue Heizanlage mit Installationen und Heizkörpern (die es ja noch nciht gibt - es wäre also nicht nur eine Heizartumstellung, sondern auch komplett was im ganze Haus neu zu installierendes) geht schnell richtig ins Geld. Moderne Heizkessel mit Warmwasserbereitung kosten echt viel Geld...

Wie gesagt - ich will Dir das nicht ausreden - aber immer die Folgekosten im Auge behalten.

Eigenleistung geht mit Pech zu Lasten Deiner normalen Leistungsfähigkeit - aber die brauchst Du, um das Geld zu verdienen!

Liebe Grüße

Antje

.kermit.
19.10.2012, 15:36
Moment, Moment, von Selbermachen kann bei der Elektrik nicht die Rede sein, da muss ein Fachmann ran (dazu hätte ich weder Zeit noch Kenntnis, außerdem will ich nicht, dass mir bei nächster Gelegenheit die Bude über dem Kopf abfackelt !). Deshalb auch die veranschlagten 10.000 Euro, die der Sachverständige als Richtlinie angegeben hat. Mit Hilfe könnte ich bestenfalls die aufgeklopften Wände tapezieren und eben das Parkett schleifen (das habe ich schon einmal gemacht), alles andere muss ich bezahlen !

Und in Bezug auf die Heizung ist mir natürlich auch klar, dass damit ein weiterer riesiger Topf aufgemacht wird. Die aktuelle wäre aber durchaus nutzbar, deshalb die Überlegung, ob neu machen ? Fragen übder Fragen ...

.kermit.
19.10.2012, 16:19
Ich habe ganz versäumt auch dir für deinen Zuspruch zu danken, Uli - deine positiven Beiträge machen mir wirklich Mut ! Den kann ich gerade ganz gewaltig gebrauchen, denn trotz meiner Euphorie ist mir ganz schön mulmig bei dem Gedanken an mein Wunsch-Projekt, immerhin müsste ich alle Kosten und Risiken (leider :niedergeschmettert:) ganz alleine tragen. Aber ich muss mich jetzt endlich mal selbst am Schopf packen, denn schon viel zu lange verharre ich in einer Situation, die mich drückt. Deshalb muss ich mir immer wieder diesen Spruch vorhalten:

Wer zu lange zögert, bevor er einen Schritt macht,
verbringt vielleicht sein ganzes Leben auf einem Bein.

Anthony de Mello

Und ich will diesen Schritt jetzt endlich wagen ! :smile:

Inaktiver User
19.10.2012, 16:21
denn trotz meiner Euphorie ist mir ganz schön mulmig bei dem Gedanken an mein Wunsch-Projekt, immerhin müsste ich alle Kosten und Risiken (leider :niedergeschmettert:) ganz alleine tragen.

Aber du könntest auch alles so entscheiden wie du willst und brauchst keine Kompromisse eingehen. Das ist doch auch toll!!

legrain
19.10.2012, 16:22
muss es diese lage sein?

sonst kämst du mit neubau, wenn du eines der minihaus modelle umsetzt, besser raus.

Inaktiver User
19.10.2012, 16:27
Nicht doch, Kermit, Du hast mir doch schon gedankt. Ich drück' Dir ganz doll die Daumen. Ist eine aufregende Sache. Und ein Wunsch erfüllt macht dann zehn neue. Hat meine Oma immer gesagt. Die musst Du im Überblick behalten. Deine Wünsche, nicht meine Oma :lachen: Ich finde, Du machst das sehr gut.
Auch die Geschichte mit dem Auto. Diese Kosten musst Du natürlich auch tragen können. Hast Du denn in deinem realen Umfeld auch jemanden, der/die mitfiebert und Dir zur Seite stehen kann? Wenn es dann in die heisse Phase geht ...? So emotional! Toitoitoi.

P.S. Und vergiss auch nicht: Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden. Eins nach dem anderen... Ich glaube, Du kannst das gut schaffen. Wenn deine Berechnungen fundiert sind.

.kermit.
19.10.2012, 17:37
Aber du könntest auch alles so entscheiden wie du willst und brauchst keine Kompromisse eingehen. Das ist doch auch toll!!

Das stimmt allerdings - in Wohnangelegenheiten bin ich auch nicht sehr kompromissbereit ! :freches grinsen: Das ist es auch, was mir derzeit am meisten Spaß macht: Mir vorzustellen, wie es alles mal aussehen könnte. In schlaflosen Nächten bin ich gedanklich nur noch am Einrichten - feine Sache ...


muss es diese lage sein?

sonst kämst du mit neubau, wenn du eines der minihaus modelle umsetzt, besser raus.

Die Lage ist überhaupt das Wichtigste (hatte ich irgendwo schon geschrieben), sonst wäre eigentlich ein Fachwerkhaus mein Traum (das ist aber wieder eine ganz andere Geschichte).


Hast Du denn in deinem realen Umfeld auch jemanden, der/die mitfiebert und Dir zur Seite stehen kann? Wenn es dann in die heisse Phase geht ...? So emotional! Toitoitoi.

P.S. Und vergiss auch nicht: Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden. Eins nach dem anderen... Ich glaube, Du kannst das gut schaffen. Wenn deine Berechnungen fundiert sind.

Zum Glück habe ich meine Familie und Freunde, das bedeutet mir auch sehr viel ! Hier wollte ich eigentlich in erster Linie um fachlichen Rat fragen - um so schöner, dass es so menschelt und sich so viele mitfreuen ! Ich halte euch in jedem Fall auf dem Laufenden ! :ahoi:

Antje3
19.10.2012, 17:37
Hi

ich will Dir auch gar nicht abraten - im Gegenteil. Die Lage kennst Du, offensichtlich weißt Du, daß Du genau da gerne dauerhaft leben würdest.

Es heißt einfach, nicht in diesen "3-2-1 Meins" Taumel zu verfallen, der auch bei einer Zwangsversteigerung viele überkommt.

Es gilt, sich einigermaßen realistisch darüber klar zu werden: Was braucht das Haus alles, damit ich komfortabel, sicher (Elektro) und hübsch darin leben kann. Was wird es kosten, damit ein "sofort gut nutzbarer" Zustand hergestellt werden kann. Schlag diesem Betrag einen "Zuschlag für Unvorhergesehenes" von 10 - 15 % der Gesamtsumme zu (schließlich konntest Du keine Innenbesichtigung mit Gutachter machen) (macht auch jeder Architekt bei einem Umbau - und die Kohle wird IMMER gebraucht)

Und rechne Dir dann aus, wie hoch Du maximal bieten wirst. Und halte Dich dran.

Dann ist mal die erste Hürde genommen, damit nichts schief geht....

Wir drücken Dir hier auf jeden Fall alle Daumen!

Antje

rosetau
21.10.2012, 10:44
Ich habe als Mitglied einer Erbengemeinschaft diese Prozedur schon einmal mitgemacht. Nach der Veröffentlichung der Teilungsversteigerung kamen vorher schon Angebote unter der Hand. Das wäre auch eine Alternative. So vermeidet man die ganze Zwangsversteigerung und die Kosten kann man sparen. Aber dazu müssen natürlich alle Erben einverstanden sein.
Die Immobilien sind nicht mehr so günstig zu ersteigern wie vor ein paar Jahren. Durch die Finanzkrise versuchen viele vermögende Leute in Sachwerte anzulegen. Dadurch ist die Konkurrenz größer geworden. D.h. nicht nur zur Eigennutzung sondern auch zur Geldanlage werden Immobilien ersteigert. In meinem speziellen Fall wurde die Immobilie sogar über dem Verkehrswert verkauft bei der Zwangsversteigerung. Zu den Gerichtskosten: die werden eigentlich vom Ersteigerungserlös abgezogen, d.h. die Anbieter der Immobilie müssen diese Kosten tragen.

mkr
21.10.2012, 12:54
Fixkosten wären dann also ca. 50.000 plus weitere Ausgaben, die ich mir nun überlegen kann. Davon muss ich dann wiederum den Versteigerungspreis abhängig machen - gespart habe ich in den letzten Jahren einiges, habe zum Glück einen sicherern Job, so dass ich der Bank bestimmt kreditwürdig erscheine. Haltet ihr meine Auflistung für realistisch ?


Hast du auch an die Kosten gedacht, die durch den Erwerb des Hauses anfallen?
Grunderwerbssteuer, Notarkosten, Grundbucheintragungen?
Das ist auch nicht zu unterschätzen.

.kermit.
21.10.2012, 17:35
Nach der Veröffentlichung der Teilungsversteigerung kamen vorher schon Angebote unter der Hand. Das wäre auch eine Alternative. So vermeidet man die ganze Zwangsversteigerung und die Kosten kann man sparen. Aber dazu müssen natürlich alle Erben einverstanden sein.
[...] Zu den Gerichtskosten: die werden eigentlich vom Ersteigerungserlös abgezogen, d.h. die Anbieter der Immobilie müssen diese Kosten tragen.

Das wäre tatsächlich eine prima Alternative, hätte nicht eine der Erbinnen selbst Interesse das Haus zu behalten. Und da bereits etliche Interessenten zu sehen waren, die das Haus besichtigt haben (gerade gestern wieder :knatsch:) wären die Erben ja auch schön blöd, wenn sie es schon vorher zu einem Festpreis verkaufen, der vielleicht unter dem liegt, was durch eine Versteigerung erzielt werden kann ...


Hast du auch an die Kosten gedacht, die durch den Erwerb des Hauses anfallen?
Grunderwerbssteuer, Notarkosten, Grundbucheintragungen?
Das ist auch nicht zu unterschätzen.

Da hast du natürlich völlig recht - bei uns liegt die Grunderwerbssteuer bei 5%, was bei einem Kaufpreis von 150.000 Euro also 7.500 Euro bedeuten würde. Das ist derzeit auch für mich der Rahmen, den ich mir vorstellen könnte, zuzüglich dann noch der Renovierungskosten. Zum Notar muss man nicht mehr, hat die Rechtspflegerin mir versichert, und der Grundbucheintrag wird anscheinend im Rahmen der Versteigerung umgetragen. Auch die Gerichtskosten werden innerhalb der Versteigerung umgelegt (s.o., das wurde auch bei meiner 'Übungsversteigerung' so vorgelesen). Aber hier habe ich ein wenig finanziellen Spielraum eingeplant, um mich vor bösen Überraschungen zu wappnen ... Ich bin gespannt, was die Bank am Mittwoch dazu zu erzählen hat :smirksmile:.

Inaktiver User
26.10.2012, 23:39
Bei der ZVS hast Du fast keine Nebenkosten im Vergleich zum normalen Kauf, aber eine Sache ist mir aufgefallen und für mich wäre das Haus damit raus: Bitumenplatten. Meinst Du Vinylplatten mit Bitumenkleber?

Asbest!

legrain
26.10.2012, 23:51
Bei der ZVS hast Du fast keine Nebenkosten im Vergleich zum normalen Kauf, aber eine Sache ist mir aufgefallen und für mich wäre das Haus damit raus: Bitumenplatten. Meinst Du Vinylplatten mit Bitumenkleber?

Asbest!

nur mehr mit atemschutz, als sondermüll zu entsorgen.

Quirin
27.10.2012, 04:17
nur mehr mit atemschutz, als sondermüll zu entsorgen.

Holla, nahezu alle Sanierungsarbeiten dürfen nur mit geeignetem Atemschutz durchgeführt werden. Das beschränkt sich nicht auf Asbest. Sobald Stäube produziert werden, muss ein Atemschutz getragen werden, steht auch so in jeder Bedienungsanleitung eines jeden Gerätes.

Inaktiver User
27.10.2012, 12:02
Und stellt somit keine unlösbare Schwierigkeit dar ... Falls überhaupt vorhanden.

.kermit.
27.10.2012, 12:43
Uiuiuiui, jetzt bin ich aber gerade erschrocken, als ich eure Bedenken wegen des Bitumen-Bodenbelages gelesen habe ! Ich habe gerade noch einmal im Gutachten nachegelesen, dort steht zu den Bodenbelägen:

"schwimmender Estrich, Holzdielen mit unterschiedlichen Belägen, wie Parkett, Linoleum, Kunststein, Bitumenplatten (Küche) und Fliesen"

Die Küche hat 8,66 Quadratmeter, und natürlich wollte ich in jedem Fall diese Bitumenplatten herausnehmen. Da ich das Haus ja nicht von innen besichtigen kann weiß ich nicht, wie genau das Material beschaffen ist, ich hatte davor auch noch nie davon gehört (Bitumen verband ich bislang eher mit Straßenbelägen). Ich hoffe einfach, dass die 'Platten' sich einzeln herausnehmen lassen und dabei nicht allzu viel Staub aufwirbeln.

Ansonsten gibt es nicht viele Neuigkeiten, ich habe weitere Informationen wegen der nötigen Renovierungskosten eingeholt (der freundliche Baununternehmer, der mit mir das Haus angeschaut hat, machte mir einen genau aufgeschlüsselten Kostenvoranschlag aller Gewerke, sortiert von 'zwingend nötig' bis hin zu 'optionalen Maßnahmen'), so dass ich mit diesen Informationen zur Bank gehen konnte, die mir aber nicht wirklich toll weiter helfen konnte, denn in deren Immobilien-Berechnungs-Modell müssen einerseits ein Festpreis, andererseits noch diverse Schätzpreise (momentaner Wert, Wert nach der Renovierung) eingegeben werden, so dass wir nur sehr vage Szenarien entwerfen konnten. Ich wollte ja einfach nur wissen, wie viel ich wie lange abbezahlen muss, wenn ich Kredit xy aufnehme. Diese eigentlich einfache Frage war offensichtlich nicht so leicht zu beantworten :freches grinsen:.

Außerdem hat sich meine Hausbank mit meiner Bausparkasse überworfen und übernimmt nicht mehr die Betreuung, so dass der (wohlgemerkt sehr nette !) Berater mir weder Auskunft über den Stand meines Bausparvertrages geben noch Angebote zur Finanzierung unterbreiten konnte - das muss ich nun mit einem extra Bauspar-Vertreter machen ...:knatsch: (als hätte man nichts anderes zu tun als Berater-Gespräche zu führen). Naja, es gibt also doch noch mehr zu regeln als gedacht, aber zumindest stehe ich finanziell nicht ganz mittellos da, habe in den letzten Jahren brav für eben diesen Fall gespart, so dass ich sogar etwas über dem Verkehrswert mitsteigern kann, ohne mich völlig zu überschulden. Wie weit ich mein Limit allerdings ausreize muss ich mitsamt allen Informationen nächste Woche in aller Ruhe durchrechnen, dazu habe ich mir extra einen ruhigen und terminfreien Tag reserviert :entspann:.

Und wer weiß, vielleicht gibt es übernächste Woche etwas zu feiern, dann mache ich hier eine Flasche Sekt für euch auf :prost::yeah: :freches grinsen:!

Jetzt aber schon einmal für's Mitfiebern: :wangenkuss:

legrain
27.10.2012, 12:56
leiste dir noch drei gutachterstunden von einem baubiologen.

Inaktiver User
27.10.2012, 13:04
leiste dir noch drei gutachterstunden von einem baubiologen.

Ich glaube nicht, dass der Gutachter Zutritt bekommt. Und eine Ferndiagnose würde keine Sicherheit schaffen.
Eins ist ja mal klar, eine absolute Sicherheit gibt es nirgends. Weder in der Bestandssanierung noch bei Neubauten. Dafür ist ja der Finanzpuffer vorgesehen. Und ein paar wenige Platten in der Küche werden das Projekt nicht gefährden.
Das Gutachtergeld kannst Du lieber liegen lassen und ggf. für Entsorgung vorsehen. Da ist wenigstens was bewegt.

Bei aller Recherche, ein bißchen locker muss man sich auch wieder machen :smirksmile:
Nicht jedes worst-case-Szenario wird eintreten...

.kermit.
27.10.2012, 14:20
Ich glaube nicht, dass der Gutachter Zutritt bekommt.

Das glaube ich auch nicht !


Nicht jedes worst-case-Szenario wird eintreten...

Und das hoffe ich nicht !:smirksmile: Es stimmt schon (und da bin ich wirklich froh um deine positiven und ermunternden Kommentare, Uli !), wenn man sich gegen alles absichern und jede Eventualität abwägen würde könnte man sich wahrscheinlich nie zu einer Handlung durchringen. Ich habe die Bedenken von Ullatrulla aber in erster Linie als gesundheitliche und weniger als bautechnisch-finanzielle Besorgnis verstanden, oder ? Aber auch da hoffe ich einfach, dass sich diese Umstände rückstandslos ändern lassen und bin auch gerne bereit dafür mehr zu zahlen. Meine ganzen Berechnungen sind sowieso recht großzügig angelegt (z.B. hat der Bausachverständige seine grobe Schätzung für Bad- und Sanitäranlagen von ca. 20.000 Euro auf 14.000 Euro korrigiert), so dass ich da schon noch Luft habe.

We will see :zwinker: !

Inaktiver User
28.10.2012, 09:09
Liebe TE, ich will rate Dir ganz dringend Dich mit Asbestsanierung auseinander zu setzen. Mundschutz auf und Sondermüll ist das nämlich nicht. Die Fasern müssen abgesaugt werden.

Bei einer Asbestsanierung muss der Raum von einer Fachfirma unter Unterdruck "gereinigt" werden - das nennt man Einhausen. Die Fasern dürfen sich auf keinen Fall irgendwo verteilen, sonst ist das komplette Haus verseucht und damit unbewohnbar. Asbest ist tödlich. Im Bekanntenkreis meines Freundes sterben die Exkollegen mit Mitte 50.

Ich hab mir gerade ein Haus aus den 70ern gekauft und geheult als ich das Cushionvinyl unter dem Teppich gefunden habe. Da mein Mann beruflich auch mit Asbestsanierung zu tun hat war klar: Gutachten erstellen lassen.

Fußboden nass (!) machen und vorsichtig ein Stück rausbrechen in einen Gefrierbeutel und ab zum Labor. Das kostet ca. 50-80EUR.

Wenn das Ergebnis positiv ist, bleibt Dir nur den Boden drin zu lassen und was darüber zu legen. Eine Asbestsanierung ruiniert Dich. Wir hatten Glück und unser Fußboden war negativ.

Asbest ist erst gefährlich, wenn es kaputt geht und sich Fasern freisetzen. Nimm das nicht auf die leichte Schulter. Leider wissen viele gar nicht, um die Asbestbelastung und bekommen einen Schock, wenn ich im Nebensatz erwähne, dass in ihren Fensterbänken auch Asbest enthalten ist. Die sind aber ungefährlich, wen man sie nicht bearbeitet. Was hast Du eigentlich für Fensterbänke?

Also nochmal: Asbest wird gefährlich, wenn man es manipuliert.

Asbest: Noch lange ein Krebsrisiko (http://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/asbest.php)

ellipell2
28.10.2012, 09:33
Ganz so dramatisch ist es bei den Platten nicht, da das Asbest stark gebunden ist - es braucht z.B. keinen Unterdruck:
BGI 664 - Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest..., Teil 2, 17 Vinyl-Asbestplatten nach DIN 16950 Ausgabe 4/77 (http://www.bgbau-medien.de/zh/z511/t2_17.htm)

Aber das wird man eh erst wissen, wenn man das Haus betreten kann und ein Probe nehmen kann.

Inaktiver User
28.10.2012, 09:41
Die Platten sind nicht das Problem. Der Bitumenkleber und die Isopappe! Die Platten kann man meist im Ganzen entfernen.

ellipell2
28.10.2012, 10:27
Ullatrulla - darum ging es in meinem Link auch... Ist nämlich die aktuelle Bestimmung.

.kermit.
29.10.2012, 09:29
Vielen Dank für eure links, ich habe die Seiten aufmerksam gelesen - das ist natürlich alles andere als beruhigend ...:knatsch:. Niemals wollte ich einen für mich arbeitenden Handwerker, Familie oder Freunde gefährden ! Die Option, den Boden einfach hermetisch abzudichten und mit etwas Anderem zu belegen scheint mir deshalb fast realistischer. Allerdings kann ich das natürlich erst entscheiden, wenn ich ihn mit einem Fachmann begutachten konnte. Dieses Risiko muss ich nun eingehen, denn nur wegen 8 Quadratmeter Bodenbelag will ich dieses Projekt nicht einfach aufgeben, dafür hängt mein Herz zu sehr daran. Ich wundere mich nur ein wenig über den vom Gericht bestellten unabhängigen Gutachter, der meines Erachtens darauf hätte hinweisen müssen ! Er muss ja auch auf andere Mängel wie Schimmel und Schwamm achten und hat beides ausgeschlossen ...

Inaktiver User
29.10.2012, 11:15
...Fußboden nass (!) machen und vorsichtig ein Stück rausbrechen in einen Gefrierbeutel und ab zum Labor. Das kostet ca. 50-80EUR.

[/url]

Sag mal, erfasst Du eigentlich die Lage? Hier geht es um eine Ersteigerung und die Interessenten können nicht irgendwelche Proben nehmen. Deine Ängste in Ehren, es ist auch nett, wenn Du drauf aufmerksam machst. Aber sie muss deine Ängste doch nicht eins zu eins übernehmen.

Inaktiver User
29.10.2012, 21:59
Sag mal, erfasst Du eigentlich die Lage? Hier geht es um eine Ersteigerung und die Interessenten können nicht irgendwelche Proben nehmen. Deine Ängste in Ehren, es ist auch nett, wenn Du drauf aufmerksam machst. Aber sie muss deine Ängste doch nicht eins zu eins übernehmen.

Jepp, ich hab die Lage erfasst - danke der Nachfrage.

Dass sich dies logischerweise auf den Zustand NACH der Versteigerung bezieht ist Dir klar, oder hast Du das nicht erfasst? Jemandem in einem Forum zu einer Ersteigerung eines nicht zu besichtigenden Objektes zu raten "scheißegal was danach ist" finde ich viel schlimmer. Vor allem vor dem Hintergrund, dass da evtl. Asbest verbaut ist.

Die TE scheint mir nicht jemand zu sein, der mal eben ne Asbestsanierung schultern kann. Aber klar: bissi locker machen, gelle? Ist ja nicht Deine Baustelle.

oder wie hast Du gesagt?
Bei aller Recherche, ein bißchen locker muss man sich auch wieder machen
Nicht jedes worst-case-Szenario wird eintreten...

Und wenn doch - scheißegal, dann sind eben alle Ersparnisse für eine unverkäufliche Ruine weg - bissi locker machen, gelle?

.kermit.
30.10.2012, 09:40
Zuallererst sollten wir uns hier in diesem Strang wieder ein bisschen locker machen - niemand muss sich angegriffen oder in seiner Kompetenz in Frage gestellt fühlen, jeder kann seine Meinung äußern und letztlich bin ich diejenige, die auf Grund aller eingeholter Meinungen und Informationen eine Entscheidung fällen muss ...

@Ullatrulla: Ich spüre sehr deutlich dein Engagement und auch deine Erregung in dieser Sache, was mir (wie du ja auch selbst beschrieben hast) deine (leidvolle) Erfahrung, aber auch deine Sachkenntnis zeigt. Und ich nehme das sehr ernst, deshalb werde ich in jedem Fall einen Sachverständigen zu Rate ziehen, wenn ich denn jemals den Zuschlag erhalte. Trotzdem wird mich das nicht davon abhalten, mich um das Häuschen zu bemühen, da die Gründe für diese Immobilie trotz aller Einschränkungen für mich viel schwerer wiegen als diejenigen, die dagegen sprechen. Aber natürlich sind mir finanzielle Grenzen gesetzt, und ich habe selbstverständlich auch Puffer eingeplant für unvorhergesehene Fälle. Diese Haushälfte gehört zu einer ganzen Siedlung, die zeitgleich entstanden ist, und in keinem dieser Häuschen wurde bekanntermaßen Asbest verbaut (es sind ganz schlichte Steinhäuschen aus den 50er Jahren, ohne Dämmung und sonstigen 'Schnickschnack'), so dass es in meinem Fall tatsächlich 'nur' um den Küchenboden gehen würde. Und das zu schultern traue ich mir - mit Hilfe von Fachkräften ! - durchaus zu.

Inaktiver User
30.10.2012, 10:44
....

Dass sich dies logischerweise auf den Zustand NACH der Versteigerung bezieht ist Dir klar, oder hast Du das nicht erfasst??

Nein, da hast Du dich nicht klar ausgedrückt.


....Jemandem in einem Forum zu einer Ersteigerung eines nicht zu besichtigenden Objektes zu raten "scheißegal was danach ist" finde ich viel schlimmer.

Hat das jemand getan? Fände ich auch nicht gut, lese ich aber hier nirgends.


....Vor allem vor dem Hintergrund, dass da evtl. Asbest verbaut ist.

Was bisher und nach wie vor reine Spekulation ist.

Ich weiß auch, daß so etwas emotionale Tiefflüge hervorrufen kann. Aber Du brauchst deine Wut, deinen Zorn oder was es sonst ist nicht auf mich abballern. Ich kann nichts für deine nervlichen Belastungen bei eurer Sanierung. Das möchte ich doch noch mal gesagt haben.

Wenn man ein solches Projekt vor sich hat, muss man mit seinen Nerven haushalten und sollte die Dinge möglichst sachlich handhaben. Dann kommt man da nachher gesund durch und heraus. Und das ist einer meiner Tipps an die TE.

.kermit.
05.11.2012, 15:55
So, morgen ist es also soweit, nachdem ich die letzte Woche noch einige Gespräche mit der Bank geführt und noch weitere Informationen zu dem Häuschen eingeholt habe bleibt mir nun nur noch übrig abzuwarten - ich bin furchtbar nervös und mir grummelts im Bauch, wenn ich nur daran denke :knatsch: ! Mein persönliches Limit steht fest und ich werde es auch nicht überschreiten, weil damit dann auch das Haus über Wert bezahlt wäre (auch wenn ich sehr traurig wäre, wenn es nicht klappt :niedergeschmettert:). In meinen schlaflosen Nächten der letzten Zeit habe ich es mehrfach renoviert, umgebaut und eingerichtet - ein großer Spaß :freches grinsen: !

Drückt mir bitte die Daumen, ich werde dann berichten, egal wie es ausgeht !

Malina70
05.11.2012, 16:14
Hallo kermit,

ich drück Dir fest die Daumen, dass es morgen klappt und Du innerhalb Deines Limits zum Erfolg kommt. Aber es ja auch gut, für sich klar zu haben, ab welchem Betrag es das Haus einfach nicht mehr wert ist.

Alles Gute,

Malina

Inaktiver User
05.11.2012, 16:32
Hallo kermit,

ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass dein Limit nicht erreicht wird und Du den Zuschlag bekommst!!!!!! Und ich wünsche Dir, daß Du gut schlafen kannst und morgen hellwach und fitt in der Versteigerung sitzt!!

TOI TOI TOI!!!!!!!!!!!! :ahoi:

Und sei nicht traurig, wenn Du es nicht ersteigern kannst. Sondern stolz auf Dich, dein Limit nicht überschritten zu haben! Das ist das Wichtige. Du hättest sonst keine Freude damit. Und Du willst dich doch verbessern und nicht verschlechtern ... Hach, ich würd' am liebsten mitgehen.

Entchen
05.11.2012, 18:20
Kermit, daumen sind gedrückt!

Und falls das haus über dein persönliches limit geht, wünsche ich, dass es weit drübergeht, sodass du nie denken brauchst "ach, die fünftausend ocken extra wärs mir doch noch wert gewesen".

.kermit.
05.11.2012, 19:04
Ach, ihr seid Goldschätze, vielen Dank für eure moralische Unterstützung :wangenkuss:. Vorhin habe ich mir doch tatsächlich vorgestellt, wie es wäre das Ganze per livestream in die Bricom zu übertragen :freches grinsen: ... Ich werde das schon schaffen und hoffe einfach, dass die Enttäuschung nicht allzu groß ist, wenn es nicht klappt. Und falls doch - mache ich hier einen Sekt auf :prost: :yeah: !

Entchen
05.11.2012, 19:21
Ein bisschen nervenkitzel ist schon dabei... Ich hab auch mal eine mitgemacht, das objekt aber nicht bekommen (das ging auch für ziemlich viel geld weg; mehr als 50% über (!!!) dem verkehrswert!

Nimnst du denn jemanden mit, oder gehst du ganz alleine hin?

.kermit.
05.11.2012, 19:29
Zum Glück bin ich nicht alleine, wir sind zu dritt, so dass ich einen Berater an jeder Seite habe :smirksmile:. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wie das morgen ausgeht, denkbar wäre tatsächlich auch, dass das Haus deutlich über dem Schätzwert verkauft wird, weil die Erbin es unbedingt haben will. Wie du schon gesagt hast, wenn ich überboten werde, dann hoffentlich ganz deutlich !

Midnightblue
05.11.2012, 20:02
Hallo .kermit.,

meine Daumen sind auch gedrückt!
Ich finde, Du bist perfekt vorbereitet - jetzt noch eine ordentliche Portion Glück und dann wird das schon.

:blumengabe:

.kermit.
05.11.2012, 20:23
Wie nett - vielen Dank für den Zuspruch ! :blumengabe:

A propos Vorbereitung - zwei Sachen habe ich noch gemacht:

Gestern Abend habe ich noch einmal ein wenig Standhaftigkeit geübt und habe zwei Sachen bei ebay ersteigert - eines habe ich bekommen, das andere nicht (und wurde tatsächlich nur um 50 Cent überboten). Aber schon allein da kriege ich vor Aufregung Pippi in die Augen, hoffentlich falle ich morgen nicht vom Stuhl :freches grinsen: !

Und heute habe ich mich erdreistet und bei dem Gutachter angerufen, weil mich Ullatrullas Bedenken wegen der Bitumenplatten nicht in Ruhe ließen. Eigentlich rechnete ich gar nicht damit ihn gleich an die Strippe zu kriegen und erst recht nicht, dass er mir Auskunft erteilen würde, aber tatsächlich war er gleich am Apparat ! Er war sehr nett und meinte, ich solle meine Frage stellen und er entscheide dann, ob er sie mir beantworten dürfe oder nicht. Ich schilderte in aller Kürze meine Bedenken und er konnte sie mir glaubhaft zerstreuen, er meinte, selbst heute noch würden solche Böden verlegt (bekanntestes Beispiel sei das Deutsche Museum in Bonn) und sie seien schadstofffrei. Ich verlasse mich jetzt einfach mal darauf, nehme mir aber trotzdem die Freiheit meinen Bauberater darauf anzusetzen, wenn wir den Boden dann tatsächlich in Augenschein nehmen können. Ansonsten wird er einfach überdeckt und gut ist.

Antje3
05.11.2012, 22:08
Ich werde morgen auch fest an Dich denken und Dir die Daumen drücken. Es wäre wirklich sehr schön, wenn es klappt - und sollte es nicht der Fall sein, denk Dir einfach "Du weißt nicht, wozu es gut ist"....

Ich bin jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen!

Antje

Inaktiver User
06.11.2012, 10:14
Ob die Versteigerung wohl schon läuft? Jetzt haben wir gar nicht gefragt ...

*daumendrück*

Malina70
06.11.2012, 10:28
Ob die Versteigerung wohl schon läuft? Jetzt haben wir gar nicht gefragt ...

*daumendrück*

Ich bin auch schon ganz hibbelig und werde, da den ganzen Tag unterwegs, sicher immer mal wieder übers Smartphone reingucken.

Kermit, ich hab Dich gestern in mein Abendgebet eingeschlossen und darauf vertraut, dass der liebe Gott kermit aus der bricom schon richtig zuordnen kann :lachen:.

Mitfiebernde Grüße,

Malina

legrain
06.11.2012, 10:31
Kermit, ich hab Dich gestern in mein Abendgebet eingeschlossen und darauf vertraut, dass der liebe Gott kermit aus der bricom schon richtig zuordnen kann :lachen:.



:liebe:

.kermit.
06.11.2012, 13:07
Kermit, ich hab Dich gestern in mein Abendgebet eingeschlossen und darauf vertraut, dass der liebe Gott kermit aus der bricom schon richtig zuordnen kann :lachen:.

Mitfiebernde Grüße,

Malina

Liebe Malina,

als ich das gerade gelesen habe musste ich ein bisschen weinen, denn offensichtlich hat der liebe Gott andere Pläne mit mir - es hat leider nicht geklappt ... :niedergeschmettert:

Außer mir und einem Makler hat nur noch die eine Erbin mitgeboten, und sie war wild entschlossen das Haus zu behalten. Wir haben uns in Tausenderschritten (!) von 60.000 bis zu meinem Limit von 135.000 hochgeboten, es war der reinste Nervenkrieg. Der Makler ist bei 95.000 ausgestiegen und hat gleich gesagt, dass sie bereit ist jeden Preis zu zahlen. Ich habe hier verprochen mein Limit nicht zu übersteigen und ich hätte sogar noch ein klein wenig darauf legen können, aber meine zwei Berater haben mich dann aus diesem Biet-Pingpong heraus geholt und mir bedeutet, dass es immer so weiter gehen würde. Und es hat gestimmt, ihre beiden Brüder und Miterben haben das später bestätigt.

Jetzt sitze ich hier und bin furchtbar traurig, die Vorfreude war einfach so groß ! Aber ich will mich auch nicht hängen lassen, wer weiß, wozu es gut war (und was der liebe Gott noch mit mir vor hat)... Diese Perspektive hat sich jetzt leider zerschlagen, ich hoffe es gibt noch andere.

Euch muss ich aber wirklich noch einmal von Herzen danken, ihr wart mir die ganze Zeit eine tolle Hilfe und die Anteilnahme bis zum Schluss ist wirklich überwältigend ! :liebe: Ihr habt mich mit so einer Freundlichkeit und Ermutigung unterstützt (ein extra Dank auch an Uli !) und ich wusste: Nicht verzagen - Bricom fragen ! Tausend Dank dafür !:wangenkuss:

Und für mich und alle Enttäuschten dieser Welt (es gibt ja heute weiß Gott noch wichtigere Entscheidungen als ausgerechnet meine Versteigerung):

"Schlimmer betrogen, wer aus Angst vor Enttäuschung immer wieder sein Glück versäumte, als wer jede Möglichkeit eines Glückes ergriff, selbst auf die Gefahr hin, es könnte wieder nicht das wahre gewesen sein."

Arthur Schnitzler

Entchen
06.11.2012, 13:46
Och kermit, das tut mir aber doch leid!

Aber wie du sagst: wer weiß, wozu es gut war. Bei zwangsversteigerungen weiß man ja fast nie, worauf man sich einlässt.

Inaktiver User
06.11.2012, 13:49
Liebe kermit,

erst einmal einen ganz festen Drücker :in den arm nehmen:

Dass es jetzt so ausgegangen ist, ist schade. Aber ich finde es ganz, ganz toll, dass Du dich an deine Regeln gehalten hast! Du hast es versucht!!!! Das zählt!!!
Geschick hast Du bewiesen, Du hast dich reingeschafft, alles Dir mögliche gegeben!!! Und Du hast wirklich eine gute Figur in der Dir so wichtigen Sache gemacht! Wenn es dann nichts wurde, dann hat es nicht sollen sein.
Vielen Dank auch für deine Wertschätzung mir gegenüber. Das freut mich sehr.
Und die Dich begleitet haben, sind Dir auch tolle Freunde gewesen. Alles in allem doch ein guter Tag.
Vielleicht machst Du den Sekt ja trotzdem auf...


Ganz lieben Grüße, Sylvia

ascalin
06.11.2012, 15:22
Liebe kermit,

ich möchte dich auch am liebsten jetzt mal in den Arm nehmen und drücken.

Schade, dass es so gelaufen ist. Aber ganz toll, dass du dich nicht in den Bietertaumel hast mitreissen lassen. Und du hast dir in dieser Zeit ganz viel Wissen angeeignet, wer weiß, wozu das noch mal gut ist!

Von mir ebenfalls ganz liebe Grüße und lass den Kopf nicht hängen

ascalin

Antje3
06.11.2012, 15:40
Liebe kermit

da kommst Du aber nicht gegen an - Du darfst annehmen, daß der Makler einen realistischen Wert im Hinterkopf hatte und ausgestiegen ist, als die Sache in eine Richtung ging, die nicht mehr vernünftig war.

Du hast noch ein wenig länger mitgemacht, weil es für Dich ein Liebhaberobjekt war.

Aber es war mehr als klug, auszusteigen. Gut, daß Du nicht in den Taumel "ein bißchen geht doch noch" verfallen bist. Du wärst an Deine Grenzen gegangen und möglicherweise hätte Dir genau das Geld dann gefehlt, um aus dem Haus das zu machen, was Du Dir vorstellt.

Wenn Du hier nun Wissen bekommen hast und Dir auch noch selbst angeeignet hast, dann hilft Dir das an anderer Stelle ganz gewiß! Es wird sich wieder eine Gelegenheit ergeben für Dich!

Wie gesagt - "wer weiß, wozu es gut ist".....

Jetzt trink ein Glas Sekt auf die Aufregung und auf das nächste Mal!

Liebe Grüße

Antje

Malina70
06.11.2012, 16:05
Hallo kermit,

sorry, zum Weinen bringen wollte ich Dich nun nicht :in den arm nehmen:.

Aber wenn die Frau so wild entschlossen war, war es sicher vernünftig auszusteigen. Gut, dass Du das auch gemäß Deinem Vorsatz gemacht hast. Gegen solche Leute ist kein Ankommen, und sie sind es nicht wert, dass Du Dich dafür vollkommen übernimmst. Du hättest ja schließlich auch noch eine Menge reinstecken müssen.

Lass den Kopf nicht hängen!! Irgendwann wirst Du wissen, wofür es gut war, ganz bestimmt!

Mitfühlende Grüße,

Malina

.kermit.
06.11.2012, 18:32
Ihr seid lieb, vielen Dank ! Und natürlich habt ihr Recht, es ist wahrscheinlich gut so, wie alles gekommen ist, auch wenn man das im ersten Moment so nicht sehen kann (die Lage war einfach perfekt :niedergeschmettert:). Aber ich habe eine Menge gelernt (auch über mich - niemals hätte ich gedacht, dass ich mir so ein Unterfangen zutraue und heute Morgen scheine ich auch ganz ruhig gewirkt zu haben :ooooh:). Das hilft mir sicher zu einem späteren Zeitpunkt (der hoffentlich nicht in allzu fernen Zukunft liegt). Einstweilen will ich versuchen nicht zu deprimiert zu sein, heute Nachmittag habe ich gleich alle Unterlagen weggepackt und gleich den Banktermin abgesagt, den ich schon vereinbart hatte. Morgen kehrt dann wieder der Alltag ein, der unverhofft vor vier Wochen geendet ist ... Ab und an werde ich mir aber den ein oder anderen Häuschen-Traum gestatten, schon allein, um meinen neu entdeckten Tatendrang wach zu halten ... Sollte sich jemals noch etwas Neues ergeben halte ich euch natürlich auf dem Laufenden !

Träumt ihr auch schön:schlaf gut: und macht es gut - ihr seid toll !:wangenkuss:

Kraaf
06.11.2012, 18:40
Schade, dass sich deine Träume zerschlagen haben. Aber es ist nur vorerst und nur bzgl diesem Häuschen. :in den arm nehmen:

Und Respekt, dass du dich nicht selbst verstrickst hast, sondern dein Limit im Kopf behieltest. :allesok:

Erben und Miteigentümer sind leider nicht immer kalkulierbar. Zum einen sind sie oft emotional und rechnen eben auch "falsch", weil ihnen ja letztlich ein Teil bereits gehört.

Midnightblue
06.11.2012, 20:22
Hallo .kermit.,

ich kann mich den anderen nur anschließen - sehr schade, aber gut, dass du dir so treu geblieben bist.

Wer weiß, irgendwo wartet vielleicht schon dein Traumhaus auf dich.

:blumengabe:

Quirin
10.11.2012, 16:01
Wenn Du magst, kannst Du Dich ja nochmal an die neue Eigentümerin wenden, vielleicht hat die sich übernommen und würde das Haus doch weiterverkaufen. Aber wie bei der Zwangsversteigerung vorher ein Limit überlegen, sie wird vielleicht pokern.

Lachattenoire
13.11.2012, 10:06
och kermit, dass tut mir leid.:niedergeschmettert:

aber ich hatte den gleichen gedanken wie quirin, wenn jemand aus einer erbengemeinschaft mitsteigert und dann, wie in deinem fall, den preis unnötig hochschraubt, vergisst derjenige nur all zu oft, dass er zwar jetzt der alleinige eigentümer ist, doch die verpflichtung zur auszahlung der anderen erben bleibt doch bestehen. je höher der ersteigerungswert, desto größer die jeweiligen anteile, die er an die anderen auszahlen muss.

viele haben sich dabei tatsächlich schon übernommen.

andrerseits könnte es auch eine taktik gewesen sein, denn nun kann der neue eigentümer alleine enstcheiden, was er mit dem haus machen möchte, behalten, verkaufen, und ist nicht darauf angewiesen sich mit den anderen erben irgendwie zu einigen.

alles spekulation, aber vielleicht hilft fragen ja.

ich will dir auch keine falsche hoffnung machen.du schreibst ja selber, dass du viel gelernt hast in dieser zeit, nicht nur sachliches sondern auch eine menge über dich, deine kraft, deine ernergie.
und das ist etwas sehr schönes und wertvolles.

alles gute für dich
lachattenoire

ZaeVee
13.11.2012, 15:21
Liebe Kermit,

es tut mir leid das Du das Haus nicht bekommen hast, bei uns ist es damals genauso gewesen, eine Tochter des damaligen Besitzers hatte mitgeboten und wir sind ebenfalls bei unserem Limit ausgestiegen.

Makler steigen immer früher aus, sie wollen ja Kohle mit der Immobilie verdienen und müssen zum Kaufpreis meistens noch Geld in notwendige Renovierungen stecken und wollen verdienen.

Aber wir haben damals nach der Versteigerung einen Tipp von einem mitbietenden Makler (der auch bei unter 100.000 ausgestiegen war) bekommen, die Versteigerungsanzeigen weiter im Auge zu behalten, da es in Fällen wo Verwandte oder Angehörige mitsteigern öfters dazu kommt das diese sich übernehmen (um Familienerbe ect. zu retten) und man das Haus einige Zeit später doch wieder zur Versteigerung ausgeschrieben sieht. Mal sehen.

Witzige Episode am Rande: Bei unserer Versteigerung waren 2 Makler. Während einer uns noch nette Tipps gegeben hat nach der Versteigerung, versuchte der andere uns gleich ein Haus zu verkaufen, das er zwei Wochen zuvor auf einer anderen Versteigerung, auf welcher wir als Zuschauer waren, für nen Appel und ne Ei bekommen hatte weil totale Bruchbude. Dumm gelaufen, das wir auch als Zuschauer da gewesen waren und genau wußten was für eine Bruchbude er da hatte, der Preis hatte sich übrigens fast verdoppelt in 2 Wochen ;)

.kermit.
13.11.2012, 17:10
Vielen Dank ihr vier auch euch für eure Anteilnahme ! Ich antworte erst heute, weil ich ein paar Tage Abstand brauchte von dem Thema, nachdem ich mich fast vier Wochen ausschließlich damit befasst hatte ... Mittlerweile kann ich das Haus wieder anschauen ohne dass die Augen tropfen (ich sehe es jeden Tag, wenn ich nach meinen Eltern schaue), es geht alles wieder seinen gewohnten Gang und es kommt mir schon ewig vor, dabei war die Versteigerung ja gerade erst vor einer Woche !




Wer weiß, irgendwo wartet vielleicht schon dein Traumhaus auf dich.

:blumengabe:

Das hoffe ich sehr, wobei es ja weniger das Haus als vielmehr (wie schon erwähnt aus familiären Gründen ) die Lage das Besondere ausmachte ... Häuser, die mir gefallen würden, gibt es nämlich genug :freches grinsen: !


[...] andrerseits könnte es auch eine taktik gewesen sein, denn nun kann der neue eigentümer alleine enstcheiden, was er mit dem haus machen möchte, behalten, verkaufen, und ist nicht darauf angewiesen sich mit den anderen erben irgendwie zu einigen.



Wenn Du magst, kannst Du Dich ja nochmal an die neue Eigentümerin wenden, vielleicht hat die sich übernommen und würde das Haus doch weiterverkaufen.

Das denke ich nicht, sie wollte es unbedingt haben, aus nostalgischen oder emotionalen Gründen, und sie hat genug Geld um es auch zu finanzieren (zumal sie ja nur zwei Drittel vom Versteigerungspreis bezahlen muss, ihr gehört ja ein Drittel aus dem Erbe selbst. Nach der Versteigerung kam sie auch direkt zu mir und entschuldigte sich fast bei mir ("Es tut mir leid") - sie kennt die familiären Hintergründe, die für mich das Haus so wertvoll machen. Vielleicht kommt ja doch eine Vermietung für sie in Frage - das wäre ja auch eine Option. Allerdings müsste man natürlich die Bedingungen vorher klären, wenn sie nach 2 Jahren Eigenbedarf anmeldet wäre mir auch nicht wirklich geholfen.


du schreibst ja selber, dass du viel gelernt hast in dieser zeit, nicht nur sachliches sondern auch eine menge über dich, deine kraft, deine ernergie.
und das ist etwas sehr schönes und wertvolles.

Das stimmt, der Einsatz war in keinem Fall umsonst !


Dumm gelaufen, das wir auch als Zuschauer da gewesen waren und genau wußten was für eine Bruchbude er da hatte, der Preis hatte sich übrigens fast verdoppelt in 2 Wochen ;)

Man glaubt ja gar nicht, was es für Sachen gibt - für mich hat sich da eine ganz neue Welt eröffnet ! Die erste Versteigerung, die ich mir zu Übungszwecken als Unbeteiligte angeschaut hatte war regelrecht ein Happening, mehrere Gruppierungen, die sich untereinander zu kennen schienen und während der ganzen Bietstunde quer durch den Saal ratschten ...:ooooh::freches grinsen:


Übrigens hat mich am Tag nach der Versteigerung noch der Bruder der neuen Hausbesitzerin angerufen, um mir noch einmal sein Bedauern auszudrücken (und das, obwohl er ja durch mein Bietverhalten durchaus verdient hat) - er hätte es mir so gegönnt ! Das fand ich wirklich sehr nett und hat mich unglaublich gefreut, auch wenn es an der Situation nichts ändern kann. Es ist einfach schön, wenn man spürt, dass Menschen mitfühlen - so wie hier auch !:blumengabe: :smile:

Malina70
13.11.2012, 19:50
Hallo kermit,

glaubst Du denn, dass die Frau ernsthaft in dem Haus wohnen will? Ich vermute ja eher bei nostalgischen Gründen, dass sie es nicht erträgt, es in anderen Händen zu sehen. Wenn sie aber sieht, was sie noch alles reinstecken muss, um es vermieten zu können, dann überlegt sie es sich vielleicht doch noch mal.

Nostalgische Gründe können schwer wiegen, wie man sieht. Aber ob sie alles aufwiegen, ist auch wieder fraglich. Bei manchem kommt ja dann doch noch der Punkt, wo sie der Nostalgie nicht noch mehr Geld hinterherwerfen wollen.

Ich drück Dir die Daumen, dass sich doch noch eine Lösung findet. Vielleicht auch erst mal zur Miete. Und wenn sie sich daran gewöhnt hat, dass jemand Fremdes im Haus wohnt und sie es in guten Händen sieht, überlegt sie es sich vielleicht doch noch. Oder Du willst es am Ende gar nicht mehr kaufen...

Gruß,

Malina

Widder9
14.03.2013, 12:27
Ich kenne ne gute Seite Zwangsversteigerungen bei Hausbau-Hilfe.info - günstige Immobilien aus Auktionen (http://immobilien.hausbau-hilfe.info/). Hier kann man alles erfahren und eine gute Wohnung oder ein Häuschen finden