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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vertrauen versus Leidenschaft



Inaktiver User
09.08.2006, 17:30
Hier im Forum liest man ständig (meist von Frauen), dass guter Sex nur mit Nähe und Vertrauen zum Partner möglich ist. Es wird sogar behauptet, je länger man sich kenne und je öfter man miteinander schlafe, desto besser wird es, weil ja Nähe und Vertrauen wachsen.

Aber hieße das nicht, dass alle langjährigen Beziehungen automatisch aufregenden leidenschaftlichen, also guten Sex bieten müssten? Und mal ehrlich, tun sie das? Das ist doch gerade das Dilemma, dass die Leidenschaft mit den Jahren einschläft, dass der eingespielte vertraute Sex langweilig wird.

Auch Wissenschaftler (z.B. ein gewisser D. Schnarch, hoffe, der Name ist nicht Progamm) machen für die Langeweile im (Ehe-)Bett zuviel Nähe und Vertrauen verantwortlich. Sie empfehlen langjährigen Partnern einander wieder "fremd" zu werden, zumindest im Bett. Toller Ratschlag. Wie will man das machen? Mich haben seine Tipps nicht so recht überzeugt. Ehrlich gesagt, habe ich sie nach dem Lesen gleich wieder vergessen. Also der Punkt ist, will man den Sex aufregend und leidenschaftlich erhalten, darf man nicht zuviel Nähe und Vertrauen zulassen. Das widerspricht nun total dem, was die meisten Frauen hier im Forum sagen (ich nicht, ich bin auch der Meinung, dass Sex naturgemäß am aufregendsten und leidenschaftlichsten ist, wenn man sich noch nicht so gut kennt, da ist es eine Entdeckungsreise und jede Entdeckungsreise ist spannend. Hat man alles entdeckt, na ja... was bleibt dann noch? Auf Abstand gehen und neuentdecken?). Der Logik nach müsste also das erste Mal mit einem neuen Partner am spannendsten sein. Und ich habe den Anspruch, dass guter Sex gewiss spannend, aufregend und leidenschaftlich sein sollte. Wogegen vertrauter inniger Sex irgendwie nach Gewohnheit und Langeweile klingt.

Und warum gehen so viele Menschen fremd? Doch wohl weil der Reiz des Neuen immer wieder eine Versuchung und Verlockung ist, der Mann/Frau gleichermaßen erliegen. Um dem zu entgehen, sollen sich langjährige Partner also immer wieder mal neu entdecken. Klingt einfach, aber hat das schon mal jemand erfolgreich in die Tat umgesetzt?

Noch andere Meinungen zu dem Thema?

Inaktiver User
09.08.2006, 18:45
Kann ich noch nicht mitreden, ich bin erst seit 7 Jahren verheiratet. Bis jetzt gibts aber nix zu beanstanden, aber das Thema ist interessant. Ich werd am Ball bleiben und mal mit anschauen, was andere so zu berichten haben.:smile:

Melony
09.08.2006, 19:06
Und warum gehen so viele Menschen fremd? Doch wohl weil der Reiz des Neuen immer wieder eine Versuchung und Verlockung ist, der Mann/Frau gleichermaßen erliegen. Um dem zu entgehen, sollen sich langjährige Partner also immer wieder mal neu entdecken. Klingt einfach, aber hat das schon mal jemand erfolgreich in die Tat umgesetzt?

Noch andere Meinungen zu dem Thema?

Um sich nach langen Jahren nicht täglich, aber immer wieder einmal neu entdecken zu können, sollten sich beide relativ unabhängig voneinander weiterentwickeln. Neben dem Partner sollte es noch andere private individuelle Bereiche geben in denen jeder lebt. Ich glaube, wenn man sich, obwohl man in einer festen Beziehung lebt, einen gewissen privaten Bereich zugesteht (Hobbies, Freunde, auch mal alleine mit anderen zu verreisen... ), dann wäre es möglich, sich selbst neu kennenzulernen, sich ein wenig zu verändern. Paare, die zu sehr aufeinander fixiert sind, alles miteinander teilen, alles voneinander wissen, nichts ohne den anderen machen können..., haben es glaube ich schwerer, sich neu zu entdecken, oder? Wie sollte sonst überhaupt eine neue, aufregende Facette beim Partner entstehen?

Eine Freundin von mir erzählte mir, dass sie von Anbeginn ihrer Ehe, einen gewissen Freiraum und eine gewisse Unabhängigkeit von ihrem Partner einforderte und diesen auch zugestanden bekam. Ihre Ehe hält nun schon seit vielen Jahren und ich habe selten einen so liebevollen Umgang zwischen einem Ehepaar erlebt wie bei diesen beiden.

Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, um dem Fremdgehen zu entgehen...

Inaktiver User
09.08.2006, 19:45
Ich habe mal in einem Artikel gelesen, dass die meisten Paare sich sehr unter Druck setzen, weil in unserer Gesellschaft Sex als Indikator für eine gute, funktionierende Beziehung gilt. Da gabs auch folgenden Vergleich: Mal gibts ein 5-Gänge-Menü, mal Hausmannskost und manchmal bleibt die Küche kalt. Soll heißen, dass zu sehr guten Sex auch mal schlechter Sex dazugehört...
mich hat es übrigens auch sehr beruhigt und neugierig gemacht, dass hier im Forum einige Frauen über 50 von einem erfüllten Liebesleben berichteten...
...ansonsten teile ich schon die Ansicht, dass ein ONS mehr Aufregung beinhaltet, die vielleicht dann auch in mehr Erregung umschlägt... oder dass man einem Mann den man vielleicht nie wieder begegnen wird, auch mal ganz andere Seiten präsentiert...
Gerade glücklich verbandelt, finde ich, dass das Prickeln eines anonymen ONS allerdings überschätzt wird, vielleicht weil danach wenig mehr bleibt als ein schaler Beigeschmack... und Singles, laut irgendwelchen Statistiken...meist noch weniger Sex haben, als verheiratete Paare!

Macho
10.08.2006, 08:17
Das ist doch gerade das Dilemma, dass die Leidenschaft mit den Jahren einschläft, dass der eingespielte vertraute Sex langweilig wird.
Wenn der Mann merkt, daß außer Taft, Chanel, Shiseido und Miss Britt nichts weiter neben ihm liegt ... dann wird´s langweilig.


Auch Wissenschaftler ...
... können Mist reden. Die Literatur ist voll davon.


Hat man alles entdeckt, na ja... was bleibt dann noch?
eben ... siehe oben !


Der Logik nach müsste also das erste Mal mit einem neuen Partner am spannendsten sein.
Nach welcher Logik ?


Wogegen vertrauter inniger Sex irgendwie nach Gewohnheit und Langeweile klingt.
Inniger Sex klingt nach Langeweile ? Hast Du Sprachdeutungsprobleme ?


Und warum gehen so viele Menschen fremd?
Um ihr Selbstbewußtsein aufzumöbeln. "Bin ich wirklich so schön, attraktiv, sexy und intelligent wie ich immer von mir behaupte ?"

Macho

Nachtrag:

dass man einem Mann den man vielleicht nie wieder begegnen wird, auch mal ganz andere Seiten präsentiert...
Das Rezept für eine unerfüllt Ehe ! Die wahren Seiten verheimlichen !!!
Diese Männer suchen sich genau diese "andere Seite" dann im Puff.

Inaktiver User
10.08.2006, 08:51
Macho, um dieses Spannungsfeld deutle ich schon lange rum, und ich kann mich (leider?) Deiner Ansicht nur anschließen. Wobei ich teilweise annehme, daß das mit einer Art Unreife zusammenhängt ... bei mir :o) ... nicht bei allen, Gott bewahre!

Du siehst also, das ist kein rein männliches Problem.

*seufz*
One

Inaktiver User
10.08.2006, 10:31
Hallo Macho (ich dachte eigentlich immer, dass ich das bin...;-),

danke für deine "Nüsse", aber wer redet denn hier von "wahren" und "falschen" Seiten und vom Verheimlichen? Oder sprichst du aus eigener Erfahrung?
Ich wollte eigentlich nur ausdrücken, dass abhängig von dem Menschen der mir gegenüber steht...oder vielleicht auch neben mir liegt...und auch von Situationen... verschiedene Seiten in mir zum Klingen gebracht werden...

Ich muss das doch nicht gleich zum Prinzip erklären, oder kategorisieren: das ist "wahr" oder "falsch".
Angenommen ich war gestern eine Frauenküsserin, bin ich dann in Wahrheit lesbisch? Oder ich hatte gestern Sex im Freien...bin ich dann in Wahrheit Naturistin? Oder ich hab mich gestern einfach zurückgelehnt und machen lassen, bin ich in Wahrheit Masochistin? Oder ich hatte gestern meine Tage und einfach keinen Bock auf Sex, bin ich in Wahrheit ein Sexmuffel?

Und falls ich jemals in den Puff gehen sollte, dann doch weil ich dort das erlebe, was ich im Puff erleben kann... und nicht weil ich in Wahrheit ein Freier bin...oder vielleicht doch?!

Macho
10.08.2006, 10:41
verschiedene Seiten in mir zum Klingen gebracht ...
Saiten !

Der Rest ist platt ...

Macho

Inaktiver User
10.08.2006, 12:24
Oh! Bekomme ich jetzt ne schlechte Note???

Mal im Ernst: auf korrigieren und abwerten hab ich echt keine Lust... ist für mich kein Gespräch.