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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Komme mit meiner Mutter nicht mehr klar...



Zitronelline
08.08.2006, 15:22
Hallo zusammen.
Meine liebe Mutter (48 Jahre jung aber furchtbar letargisch).... Wir wohnen in der selben Stadt und sogar nur zwei Strassen entfernt. Dennoch schafft sie es nicht mich mal zu besuchen, ja nicht einmal zum Telefonhörer zu greifen. Das Problem besteht schon seit ich ausgezogen bin, das liegt mittlerweile zwölf Jahre zurück. Es ist also nichts neues für mich. Irgendwann war ich soweit mich damit abzufinden, das sie einfach kein großes Interesse an meinem Leben hat. Irgendwann kamen dann aber doch Vorwürfe von Ihrer Seite (eigentlich durch die Blume von meiner Schwester und meiner Tante), dass meine Mutter das Gefühl hat ich lasse sie nicht an meinem Leben teilhaben und ich müsste Gefühle und Familie mehr zulassen !? Hallo ??? Da fühlte ich mich natürlich total vor den Kopf gestoßen. Jetzt bin ich auf einmal die Böse und ich hätte die Schuld. Ist es denn zuviel erwartet, auf einen Anruf seiner Mutter zu warten ? Vielleicht auch mal auf einen spontanen Besuch (auf Einladungen kommen auch meist nur Absagen). Ich bin so sauer. Ich tue mich richtig schwer, das alles hier verständlich zu schreiben. Mit meiner Schwester hat meine Mutter täglichen Kontakt, ist ja auch nicht schwer, die beiden Wohnen im selben Haus. Meine Schwester hat dagegen auch noch zwei Kinder und lebt in Scheidung...da muß man sich ja besonders drum kümmern. Und ich ?...ich habe keine Kinder, habe eine funktionierende Beziehung, einen guten Job und bin glücklich. Aber das hat ja anscheinend für meine Mutter nichts mit einer richtigen Familie zu tun. Oder warum sonst die Bemerkung, ich müsste Familie mehr zulassen ? Ich gebe ja zu, dass ich mich in der letzten Zeit sehr von meiner Mutter distanziert habe, genau aus dem Grund, weil die familiären Probleme der Nachbarin oder die meiner Schwester und deren Kinder erzählenswerter sind, als einfach mal danach zu fragen wie es mir und meinem Freund geht !? Ich habe einfach keine Lust, mir ständig nur ihre Probleme anzuhören. Aber sie versteht mich einfach nicht. Ich habe ihr das auch schon mal gesagt, und da hat sie mir Besserung versprochen. Aber das hat dann einen Monat gehalten, und jetzt ist alles wieder wie vorher. Meistens belastet mich das ganze nicht so sehr, kann es gut verdrängen, aber momentan gehts eben wieder nicht so gut. Besonders da ich momentan in Umzugsstreß stecke und auf ein bisschen Unterstützung oder einfach nur Freude für uns oder sowas gehofft hätte.
Naja...ein bisschen konnte ich mir jetzt Luft machen.
Vielleicht kennt von Euch jemand auch dieses Problem...über Meinungen freue ich mich. Danke fürs Lesen

SarahMaria
10.08.2006, 22:16
Moin Zitrone,

das Gefühl kenne ich nur zu gut, nur dass es bei mir im Moment noch ein wenig krasser zugeht und mein Vater auch noch mit drinhängt. Ich hab deswegen schon eine Therapie angefangen.

Ich kann dir vielleicht ein paar Sachen von mir erzählen:
Bei mir hat die ganze Schose unterbewußt Einfluß auf meine Beziehung genommen. Ich hätte nie gedacht, dass unsere Streitereien ihre Wurzel in meiner verkappten Elternbeziehung haben.
Meine Eltern haben sich nie großartig für mich interessiert, bei guten Noten gabs mal ein annerkennendes Wort, aber da, wo es keine Noten für gab kam einfach nichts.
Nun sind alle Kinder aus dem Haus und ihnen fällt auf, dass die Distanz gewachsen ist und die fürs Bild nach Außen ja wieder verkürzt werden muss. Ist aber nicht so einfach, wenn man sich so weit entfernt hat und sich noch nie so nah stand...

Ich bin auch gerade umgezogen und stecke in der Diplomphase und da ich mit meinen Eltern nicht mehr rede, haben sie mir einfach mal den Unterhalt gestrichen, einfach so...

Das dumme ist, dass man bei solchen Aktionen nicht mehr mit gesundem Menschenverstand weiter kommt; du kannst sie nicht verändern, das könnten nur sie selber, also versuch es nicht.

Sei lieber das schwarze Schaf, als das du und deine Beziehung dafür drauf geht.

Wenn du es allerdings versuchen willst: Mit Ich-Botschaften (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Ich-Botschaft ) kannst du nichts falsch machen. Falls deine Ma dann noch mauert, brich es ab... Auch wenn es hart ist, es heißt aber nicht, dass du mit deiner Schwester keinen Kontakt mehr hast.

Die Sarah
(die vielleicht nicht hätte antworten sollen, weil sie heute selber arg durch den Wind ist...)

Inaktiver User
14.08.2006, 18:46
Hallo ihr anderen Töchter!

Hatte gerade schon mein Mutterthema beschrieben... und dann wars weg!
Das Verhältnis zu meiner Mutter gestaltet sich besonders seit der Trennung meiner Eltern vor 8 Jahren sehr schwierig:
Meine Mutter ruft mich nie von sich aus an!!!
Und wenn ich sie anrufe, erzählt sie mir dann immer, wie viel Arbeit sie hat, dass meine Brüder sich nicht melden, seit einiger Zeit auch über ihren schmerzenden Fuss...
Und dass, obwohl sie eine sehr intelligente und interessante Frau ist.
Verabredungen treffen wir sehr selten, obwohl wir in der gleichen Stadt wohnen, ihr letzter Vorschlag: Donnerstag zwischen fünf vor drei und halb vier? Ich finde es so unverschämt!
Und ihr ganzen Verhalten unerklärlich! Es macht mich wütend, traurig und es schmerzt; besonders weil ich mich immer frage, was ich anders oder besser machen könnte...
Ich fühle mich so abgelehnt!
Eine Zeitlange dachte ich, dass es daran läge, dass ich häufiger "gejammert" hätte, mein kleiner Bruder erwähnte damals etwas in dieser Richtung, ich hatte sehr schlimmen Liebeskummer.
aber mir geht es schon seit Längerem sehr gut und sie meldet sich trotzdem nicht! Das einzige weshalb ich mich mies fühle, ist ihr mangelndes Interesse. Aber auch, dass mein Zwillingsbruder nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte!
Ich war zwischendrin auch soweit den Kontakt abbrechen zu wollen, aber ich bring es nicht übers Herz! Obwohl ich dann auch wieder den Eindruck gewinne, sie legt es mit ihrem Verhalten darauf an. Heute ist wohl ein Wunden-Leck-Tag! Und für konstruktive Tips wäre ich sehr dankbar.
Robin*

Inaktiver User
14.08.2006, 19:18
Hallo ihr Mamalosen..
Genau euer Thema ist auch meines. Und das seit zig Jahren.
Wenn sie nicht meine Mutter wäre sondern irgendein Mensch den ich kenne, wir hätten keinen Kontakt.
Meine Mutter ist ein Mensch denen fremde Leute wichtiger sind als ihre eigenen Kinder.
Ich hab noch einen älteren Bruder und ja, ich fühle mich hintenan gestellt.
Erschwerend kommt hinzu, dass meine Mutter flatterhaft und unbeständig ist.
Sie hat keine Meinung. Hat sie doch mal eine, ist es morgen ganz anders.
Das belastet mich auch jetzt noch mit 39.
Vor 4 Jahren zogen wir 800 km weg. Für mich eine Befreiung, denn es sind soviele unschöne Dinge passiert, ich musste einfach weg. Und am besten weit.
Am Auszugstag standen nur meine Mutter mit ihrem Lebensgefährten vor der Tür. Wahrscheinlich nur, weil ich sie gebeten hatte, den restlichen Kram was nicht mehr ins Auto passte, mir postalisch nachzusenden.
Keine Träne, kein "ich hab dich lieb oder passt auf euch auf" etc.
Ich meine, ich ziehe ewig weit weg und dann keine Reaktion.
Tja, nach drei Jahren! war sie das erste Mal hier um uns zu besuchen.
Sie sagt, ihr Partner fahre ungern die lange strecke.. -da könnte sie nichts machen.
Ich glaube, so wie sie es mir berichtete, war sie nur im Zugzwang.
Andere Leute hatten sie nämlich schon des öfteren gefragt, ob sie unser neues Zuhause bereits gesehen hätte.
Die Verneinung muss ihr peinlich gewesen sein.

Im übrigen kam und kommt sie nur auf Einladung.
Hat ihre festen Anrufzeiten und egal worum ich sie bitte, dass sie doch mal zu anderer Zeit anrufen möge, eben weil es dann und dann ungünstig, wird mit einer stoischen Gelassenheit ignoriert.

Es gibt Phasen da vermisse ich meine Mutter als solches ungemein.
Und stellte erschrocken fest, dass wir NIEMALS ein Verhältnis miteinander hatten.
Alles was eine Mutter-Tochter Beziehung heißt hatte ich nicht.
Keine Unterstützung, kein Trost und am allerwenigsten Lob.
Hauptsache ich sollte schnell aus dem Haus.
Dass hatte sie einmal zu einer Nachbarin gesagt, dass IHRE Kinder wohl nie das Haus verlassen werden.
Das ist so unerträglich, wieviel "Last" in diesen Worten steckt.

Mittlerweile ist es so: "aus den Augen aus dem Sinn".
Welche Probleme und Schwierigkeiten es gab/gibt interessiert sie nicht die Bohne. Gerade mit einem 17Jährigen Sohn könnte man hin-und wieder mütterlichen Rat gebrauchen.
Sie wäre jedoch die Letzte, die ich fragen würde.
Ich bin noch am überlegen ob ich/wir dieses Jahr zu Besuch fahren sollen.
Ich tendiere zu Nein.
Denn wenn ich fahre, muss ich alle anderen ja auch besuchen, sonst ist Großstreit wieder angesagt.
Ich weiß nicht wie ichs anstellen soll, denn mein Bruder war noch nie hier.
Übrigens sind beide, Mutter und Bruder, verreist.
Leider nicht in unsere Gegend.

Inaktiver User
14.08.2006, 20:28
Ein schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis scheint ja öfter vorzukommen als ich dachte. :ooooh: Ich habe auch eines, aber ich glaube, meine Mutter hat das noch gar nicht gemerkt.

Meine Mutter ist 54 und immer wollen ihr alle etwas Böses. Wenn man sich mit ihr eine Stunde lang unterhält, fällt garantiert nicht ein einziger positiver Satz, und sei es nur über das Wetter. Und egal, was man (also ich) von seinem eigenen Leben erzählt, ihr fällt sofort ein Beispiel aus ihrem eigenen Leben ein, das belegt, dass es ihr noch viiiieeel schlechter geht und dass sie mehr Stress hat. Nun gut.

Ich bin ihr in der Beziehung sehr ähnlich, habe aber erkannt, dass ich zum Jammern neige (beruflich zumindest habe ich da seit einiger Zeit auch guten Grund :smirksmile:) und arbeite hart an mir, um dieses Verhalten abzustellen. Nicht immer mit Erfolg, aber ich bin heute schon viel positiver eingestellt als noch vor ein paar Jahren. Tja, und dann treffe ich auf sie und höre ununterbrochen nur Gejammer. Scheußlich. Alle Ratschläge, die man ihr gibt, um ihre Situation zu verbessern, weist sie ab. Ich glaube inzwischen, dass sie sich wohl fühlt, so wie es ist, und es mag, bemitleidet zu werden. Von mir zumindest bekommt sie inzwischen aber keines mehr. Und das macht die Sache zusätzlich schwierig.

Außerdem wohne ich über 600 km weit weg. Wenn wir uns treffen, dann immer gleich für mehrere Tage am Stück. Dann kommt gleich eine geballte Ladung "Mutter", die ich kaum ertragen kann. Mich gruselt es jetzt schon vor Weihnachten, wenn ich mich wieder bei ihr einquartieren muss, v.a. weil es bei den letzten beiden Besuchen zwei sehr unschöne Szenen gab, die ich ungern wiederholen möchte. Letztes Weihnachten hat sie mich (29) nach einem Streitgespräch wie ein kleines Kind ins Bett geschickt. Habe ich natürlich nicht befolgt, aber allein die Tatsache, dass sie immer noch meint, Diskussionen so aus dem Weg gehen zu können, stößt mich jetzt noch ab. Beim nächsten Besuch im Mai schließlich trat sie selbst als trotziges, Gegenstände werfendes Kleinkind auf. Es fehlte nicht viel und sie hätte etwas nach mir geworfen, als ich sie fragte, wo denn das Problem sei (irgendwas mit den Nachbarn, die nur nichts von der Misere ahnten, weil meine Mutter zwar meckert, aber nie in Gegenwart der Betroffenen). Unter diesem Eindruck habe ich die Pläne, meinen 30. Geburtstag im Oktober gemütlich mit Mann und family zu feiern, in den Wind geschossen. DAS muss ich mir nicht an meinem Geburtstag geben. Zu Weihnachten nun muss ich wieder hin - schon meinem Vater und meiner Schwester zu liebe. Kommt es allerdings wieder zu einer ähnlichen Szene, hat sie mich für eine sehr lange Zeit zum letzten Mal gesehen.

Ich habe versucht, das Problem anzusprechen, aber entweder "bin ich zu jung und habe keine Ahnung" oder sie heult oder ähnliches. Teilweise bin ich schon frustriert, wenn es auf Sonntag zu geht, denn dann rufen meine Eltern immer an und ich erfahre garantiert alles Schlimme, was sich auf Erden und vor allem gegen meine Mutter abgespielt hat.

Es ist schade, denn so macht sie mir auch das Verhältnis zu meinem Vater kaputt. Erstens kommt er kaum zu Wort, zweitens bin ich dort immer so genervt, dass ich mich mit ihm nicht richtig beschäftigen kann. Und je älter ich werde, desto schlimmer wird es. Jetzt ist meine Cousine angeblich schwanger, da kann ich mir schon vorstellen, was als nächstes kommt, von wegen alle fragen, wann sie auch endlich mal Enkelkinder bekommt und ich bin so böse und plane Kinder nicht ein...

Gibt es eigentlich BriComlerinnen, die solch ein schlechtes / sich verschlechterndes Verhältnis zu ihrer Mutter in den Griff bekommen haben? Gibt es da ein Rezept??? :niedergeschmettert:

lg
Vishnja

SarahMaria
14.08.2006, 23:11
Gibt es eigentlich BriComlerinnen, die solch ein schlechtes / sich verschlechterndes Verhältnis zu ihrer Mutter in den Griff bekommen haben? Gibt es da ein Rezept???

Ein Rezept gibt es für Essen, aber nicht für zwischenmenschliche Beziehungen.

Befreie dich von der Illusion, du könntest einen erwachsenen Menschen (um)erziehen. Das kann dieser höchstens selber.
Was du machen kannst, ist dir selber zu helfen und an dir selber zu arbeiten, dass du adäquater reagierst und besser mit der Situation klar kommst.

Das kannst du im Eigenstudium mit entspr. Fachliteratur machen oder du genemigst dir eine Gesprächstherapie, so wie ich es im Moment mache. Ich kann es nur empfehlen.

Als genrellen Buchtipp für positiveres Denken kann ich "Die Glückformel" von Stefan Klein empfehlen, es kann helfen den eigenen Flow (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29) zu verbessern.

Es geht mir im übrigen schon ein wenig besser, mein Unterhalt wird anscheinend wieder bezahlt werden, aber Hoffnung, dass mein Verhältnis zu meinen Eltern jeh wieder "gut" wird, habe ich nicht. Mir geht es aber auch nicht (mehr) schlecht damit.

Die Sarah

Inaktiver User
15.08.2006, 09:31
Hallo Sarah!

Ich habe mir auch schon eine Gesprächstherapie gegönnt... und seit dem sehe ich vieles auch klarer. Und kümmere mich auch besser um mich. Du hast auch vollkommen recht, dass man erwachsene Menschen und Menschen im Allgemeinen nicht ändern kann. Und in den letzten Jahren ist dafür ein sehr guter Kontakt zu meinem Vater und meinen Brüdern entstanden. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass ich besonders glücklich fühle mit dem Verhältnis zu meiner Mutter. Ich glaube, dass es wahrscheinlich immer wieder Tage geben wird, wo man damit nicht so super klar kommt. Auch wenn ich inzwischen auch viele Tage habe, wo es für mich o.k. ist oder gut.
An denen sage ich mir: Einer Nackten kann man nicht in die Tasche greifen... ;-)
was mich viel stärker beschäftigt, ist dass dieser Umstand auch auf meine Freundschaften Einfluss hat. Ich bin eigentlich ein sehr offener, kommunikativer und herzlicher Mensch und trotzdem verunsichert es mich sehr stark, wenn sich Freundinnen "nicht melden", also eben selten anrufen, oder mir erzählen, dass sie gar gar keine Zeit haben... ich ziehe mich dann meist zurück, aus Angst, dass ich da dann auch enttäuscht werde und das ist was, wofür ich echt gerne eine Lösung finden würde. Vielleicht hast du ja eine Idee? LG Robin

SarahMaria
15.08.2006, 17:56
was mich viel stärker beschäftigt, ist dass dieser Umstand auch auf meine Freundschaften Einfluss hat. Ich bin eigentlich ein sehr offener, kommunikativer und herzlicher Mensch und trotzdem verunsichert es mich sehr stark, wenn sich Freundinnen "nicht melden", also eben selten anrufen, oder mir erzählen, dass sie gar gar keine Zeit haben... ich ziehe mich dann meist zurück, aus Angst, dass ich da dann auch enttäuscht werde und das ist was, wofür ich echt gerne eine Lösung finden würde. Vielleicht hast du ja eine Idee? LG Robin

Das Problem hatte ich auch, bzw. teilweise habe ich das auch noch. Ich muss mich manchmal doch arg am Riemen reißen, um nicht in alte Muster zu verfallen.

Meine Therapeutin hat mir für solche Fälle ein Bild parat gelegt: Wenn man sich jeden einzelnen als Atom vorstellt, dann hat jeder einen Kern und Protonen, die um einen kreisen. Diese Protonen bilden einen Raum um jeden einzelnen, in dem nur dieser Mensch entscheiden darf und kein anderer. D.h. du darfst mit deinem Raum nicht in den deiner Mitmenschen eindringen.

Das war jetzt etwas zum überkritisch sein, was ich öfters bin, wenn sich jemand nicht meldet.

Die Angst alleine gelassen zu werden macht es manchmal schwer. Ich bin ein sehr häußlicher Mensch, der in der Beziehung am Anfang sehr geklammert hat, meine kleinen Brüder machen es noch heute...
Ich musste lernen, dass jeder Mensch seinen eigenen Raum hat, den er bestimmen kann, auch wenn er alleine sein will. Das war/ist schwierig, aber möglich.

Bei mir ist dieser Prozess lange noch nicht abgeschlossen, deswegen hüte ich mich davor hier Parolen auszugeben. ;)

Die Sarah

Laura
16.08.2006, 08:37
Ist es nicht auch ein Problem, dass wir alle Idealbilder von einem innigen Mutter-Tochter-Verhältnis im Kopf haben, welches uns durch die Außenwelt suggeriert wird? Werbung, Literatur und Fernsehen spiegeln doch auch hier eine heile Welt wider, die es im einzelnen sicher gibt, die aber halt nicht für alle giltbzw. gelten kann. Mein Verhältnis zu meiner Mutter (und zu meinen Eltern generell - kann man das trennen?) ist sicherlich nicht so krass wie bei einigen von Euch, aber es ist eine absolute Gleichgültigkeit, die es prägt. Wenn ich Probleme hätte oder Geld bräuchte - meine Eltern würden es sicherlich als letzte erfahren! Nach meinem Auszug zwecks Studium hat sich das nivelliert, aber es hat mich anfangs verletzt, dass meine Eltern meinen Beruf nicht billigen, dass es ihnen egal ist, was ich mache. Als ich ihnen vor einiger Zeit ein Exemplar meiner Diss schickte, kam nur die empörte Frage: "Was sollen wir denn damit?". Seither gehe ich diesbezüglich auf Distanz. Das eigentliche Problem ist, dass meine Mutter (etwas über 60) mit zunehmendem Alter den Kontakt sucht, d.h. auf einmal auf die Idee kommt, mich umarmen zu wollen - für mich unerträglich. Für meine Eltern kommt an erster Stelle immer mein jüngerer Bruder, der beruflich und privat alles "richtig" gemacht hat (anständiger Job, nette Freundin, die hat ein Kind, er ist nicht aus dem Heimatort weggezogen etc.).
Wir haben zwar regelmäßigen Kontakt, den ich auch auf gar keinen Fall einschlafen lassen will, aber ein Telefonat pro Woche muß reichen.

Zitronelline
16.08.2006, 13:36
Jetzt bin ich doch ein wenig "froh" zu lesen dass es anderen genauso geht wie mir. Ich war auch vor ettlichen Jahren deswegen schon in Therapie. Gebracht hat es auf Dauer leider nichts. Wie ich anfangs schon geschrieben habe, gibt es gute und schlechte Phasen, in denen ich es gut oder gar nicht verarbeiten kann.
Von der Meinung, dass man vielleicht ein falsches Bild einer Mutter-Tochter Beziehung hat, halte ich nicht so viel. Was hat man denn schon für eine Vorstellung !? Dass man sich stundenlang über intime Probleme austauscht, sich gemeinsam die Fußnägel lackiert und dabei tanzend durchs Zimmer hüpft, erwartet doch sicherlich eh keiner :-) Ich wünsche mir doch nur, dass man sich gut miteinander unterhält, auch mal über das ein oder andere Problem redet und einander auch mal zuhört. Und dass man sich freut, den anderen zu sehen. Das ganze muss ja auch nicht täglich oder wöchentlich passieren. Ab und zu reicht ja auch....Aber wenn nicht mal das funktioniert ist doch traurig. Erwarte ich damit zu viel ? Ich finde nicht.
Dass ich meine Mutter nicht ändern kann ist mir auch klar. Aber warum soll ich mich wegen ihr ändern ? Warum soll ich mich für sie verstellen, ihr mein Interesse für ihre Probleme vorspielen. Warum ? Nur weil ich die Tochter bin ? Weil ich die jüngere bin ? Es sollte doch ein geben und nehmen sein. Genauso wie in jeder anderen Beziehung, in jeder Freundschaft.

SarahMaria
16.08.2006, 22:15
Dass ich meine Mutter nicht ändern kann ist mir auch klar. Aber warum soll ich mich wegen ihr ändern ? Warum soll ich mich für sie verstellen, ihr mein Interesse für ihre Probleme vorspielen. Warum ? Nur weil ich die Tochter bin ? Weil ich die jüngere bin ? Es sollte doch ein geben und nehmen sein. Genauso wie in jeder anderen Beziehung, in jeder Freundschaft.

Du sollst dich ändern, aber nicht um die Defizite deiner Mutter auszugleichen! Ganz wichtig! Nicht du änderst dich, damit ihr beide etwas davon habt, du änderst dich, damit es dir besser geht. Das heißt nicht zwingend, dass es deiner Mutter einfacher gemacht wird.

Du kannst lernen, dass du mit deiner Mutter genauso umgehst, wie du es mit Freunden machen würdest, die dich genauso behandeln. Entweder sie schnallt es dann, oder sie hat Pech gehabt.

Es ist traurig und ich komme mir auch doof vor, während ich diese Zeilen tippe, aber ich glaube, dass es die beste Alternative ist, jedenfalls für mich...

Manchmal denke ich stark darüber nach, ob ich wirklich Kinder in die Welt setzen soll, man so scheißeviel falsch machen, wobei: wenn ich lerne warum und wieso und mich ändere bin ich zuversichtlich.

Die Sarah

Inaktiver User
17.08.2006, 15:24
@Sarah
Was das Thema "eigene Kinder" angeht, kann ich deine Sorgen sehr nachvollziehen... allerdings macht man selten die selben Fehler, wie die Eltern... eher andere ;-)

Ich finde es aber schön, dass sich hier Töchter zu Wort melden. Ich glaube, dass das nicht so viel mit Idealvorstellungen aus dem Fernsehen zu tun hat. Jedenfalls habe ich wie schon erwähnt zu meinem Vater eine stabile Verbindung.
Viel mehr denke ich, dass meine Mutter sehr stark mit sich und ihren Problemen beschäftigt ist. Heute ist mir am Telefon der Kragen geplatzt. Sie hat vorgestern bei mir angerufen und meinem Freund erzählt, dass sie mit mir ins Kino gehen möchte. Ich habe mich darüber sehr gefreut und mich auch ein bißchen schlecht gefühlt, weil ich ihr das gar nicht zugetraut hätte und als ich sie heute zurückrief, kam wieder das Übliche: Kino ja gerne, aber sie hätte viel zu tun... lange Auflistung... frühestens in 10 Tagen Zeit... :-(
Habe meinem Ärger Luft gemacht, wie ich mich dabei fühle etc. aber sie hält hartnäckig daran fest, dass sie so viel Arbeit hat und selber sehr unter der Situation leidet. Dass sie für niemanden mehr Zeit. Sie ist selbständig, arbeitet aber für ihren Freund. Es geht sogar so weit, dass sie erzählt, dass heute ihre Pause so aussah, dass sie sich endlich mal die Haare waschen konnte...???
Komisch ist nur, dass mein Bruder, der auch bei ihrem Lebensgefährten arbeitet, erzählt, dass sie häufiger zusammen essen. Oder will sie einfach Mitleid? Ich habe immer ein schlechtes Gewissen. Besonders weil ich einfach kein Vertrauen darin habe, dass es sich um einen normalen oder vorübergehenden Zeitmangel handelt...ich fühle mich abgelehnt! Wenn jemand mal keine Zeit hat, ist das vollkommen o.k. Ich bin auch viel unterwegs. Aber dieser Kontakt fühlt sich einfach schwierig, krampfig, unehrlich an, nicht nur nach keine Zeit, eher auch nach kein Bedarf... :-(

mutze
23.08.2006, 18:23
Hallo Töchter,

bin ich froh, dass ich "Leidensgenossinen" gefunden habe - da fühlt man sich nicht so allein mit diesem Problem.

Ich ärgere mich gerade fürchterlich über meine Mutter ... wieder mal ... mir ist richtig schlecht.

Meine Mutter hegt prinzipiell Feindseligkeiten gegenüber dem Mann an meiner Seite - und wohl gemerkt ist es egal, wer an meiner Seite ist.
Bisher konnte sie keinen Mann, mit dem ich zusammen war, leiden. Immer hatte sie etwas auszusetzen ... mal schaut er zu schief, dann wieder zu gerade ... dann macht er zu viele Witze, dann ist er wieder zu ernst ... dann redet er wieder zu unfreundlich mit ihr, wenn er (in ihren augen) freundlich ist, ist das aber wiederum gespielt ...
es macht mich einfach wahnsinnig! sie sucht ja praktisch nach fehlern, die keine sind und nach anlässen, IHN hassen zu dürfen.

Als wir voriges Mal bei mir zu Hause auf Besuch waren (hier ist das Problem auch, dass ich über 300 km vom Haus meiner Eltern entfernt wohne und ich "die ganze Portion Mutter", wie es oben schon so treffend formuliert wurde, gleich über ein paar Tage abkriege), hat sie eine wahre Krise inszeniert, als mein Freund sagte, ihm würden die gelben Tomaten besser schmecken als die roten ... und das wohlgemerkt auf ihr Anfragen hin.
Sie sagte dann immer wieder mit diesem blöden Unterton, den ich so sehr hasse, "Naja, die roten Tomaten findet er ja grauslich ... aber wenigstens schmecken ihm die gelben?!"

Als sie mir dann heute am Telefon noch so ein paar riesengroße "Fehler" von ihm aufzählte, habe ich ihr endlich gesagt, dass mich diese Art wirklich nervt und dass sie Probleme schafft, wo keine sind ... und dass ich gerne wissen möchte, wo das eigentliche Problem liegt.
Bin stolz auf mich, dass ich das endlich losgeworden bin, ich fühl mich erleichtert. Trotzdem weiß ich, dass sie nicht aufhören wird.
Ich will gar nicht mehr heimfahren - hab echt keine Lust darauf, sie zu sehen.

Zu der ganzen Sache muss ich sagen, dass mein Freund wirklich der Mann ist, den ich immer haben wollte und von dem ich es nie möglich gehalten habe, dass er existiert. Wir sind nun schon seit fast 4 Jahren zusammen und er ist total lieb, aufmerksam, wir verstehen uns einfach so gut, er trägt mich echt auf Händen.

Zum Verhalten meiner Mutter habe ich ja eine Theorie, mit der ich sicher nicht so falsch liege. Ich denke, dass sie es einfach nicht packt, dass sie meine Liebe mit ihm teilen muss und ihn (egal wer er ist) deswegen hasst.
Naja, schön und gut, dass ich eine Theorie habe ... aber wie lebe ich mit ihrem Verhalten? Ich will nicht, dass meine Eltern meinen Freund hassen (und das ohne Grund), denn sie hetzt meinen Vater auch gegen ihn auf.

Bin echt irgendwie verzweifelt und wütend gleichzeitig wegen dieser Sache. Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Rat für mich?

MistressWeatherwax
28.08.2006, 12:22
Meine Mutter versucht auch immer, meinen Mann vor mir lächerlich zu machen. Früher hat sie sogar laut die Liebesbriefe meines ersten Freundes gelesen und schallend darüber gelacht.
Mittlerweile sind wir alle wesentlich älter.
Warum sie so ist, verstehe ich bis heute nicht, aber dank einer Therapie ist es mir mittlerweile auch egal und ich kann Sätze sagen wie "Meine Mutter hat ihre Mutterrolle nie angenommen".
Vor ein (oder zwei?) Monaten hat sie aufgehört, hier anzurufen. Vermutlich habe ich beim letzten Telefonat irgendwas gesagt, was ihr nicht gefallen hat - was das wohl war?
Keine Ahnung. Ein wenig nagt es schon an mir, denn irgendwo glaube ich noch, dass ich irgendwas "falsch" gemacht hätte.
Aber ich habe nichts falsch gemacht und um ganz ehrlich zu sein bin ich froh, dass sie beschlossen hat, nicht mehr mit mir zu reden, denn die Beziehung, die wir nie hatten, ist ohnehin schon lange tot.
Insgeheim hoffe ich, dass sie sich nicht mehr meldet.
Ich werde es ganz sicher nicht, ich habe ihr schon so oft angeboten, dass wir über unsere Probleme reden können, als sie mich noch wirklich belastet haben (heute fühlen sie sich eher an wie eine alte Narbe), sie lenkte immer ab und ging immer wieder zur Tagesordnung über "Was den Nachbarn passiert ist und ich am Wochenende koche".
Ich mag einfach nicht mehr.
Ich habe mittlerweile einen Stiefsohn, zu dem ich mal einen (groß)mütterlichen Rat bräuchte, aber sicher nicht von ihr. Bei dem Gedanken, den Jungen oder meine (fiktiven) eigenen Kinder meiner Mutter für ein paar Stunden oder gar Tage zu überlassen, gefriert mir das Herz.
Es gibt also kein Patentrezept für "Mutter" - aber irgendwann verliert es an Bedeutung. Und man kann damit leben.
Auch wenn man dabei so bitter wird wie ich :smile:

SarahMaria
28.08.2006, 12:35
Es gibt also kein Patentrezept für "Mutter" - aber irgendwann verliert es an Bedeutung. Und man kann damit leben.
Auch wenn man dabei so bitter wird wie ich :smile:

Das ist keine Verbitterung! Ich würde es Lebenserfahrung im Umgang mit deiner Mutter nennen.

Mir geht es mittlerweile ähnlich und dein Bild mit der alten Narbe passt wie die Faust aufs Auge. Das einzige, was mich in der Hinsicht noch belastet, ist die Angst es bei den eigenen Kindern genauso zu machen. Ich weiß, wie verletzt man sich als Kind fühlt, wenn die Erwachsenen so überhaupt keine Autorität für einen darstellen und man sich verloren vorkommt.

Das will ich meinen Kindern nicht zumuten, deswegen arbeite ich auch hart an mir und meinem Verhalten. - Wir können alles schaffen, genau wie die tollen... ;)

Die Sarah

Inaktiver User
29.08.2006, 13:52
hallo,
hier ist noch eine "Mamalose"

meine Mutter war schon in meiner Kindheit sehr gleichgültig mir gegenüber, manches was da so abgelaufen ist, könnte man als "Verwahrlosung" bezeichnen.Ich habe noch zwei Brüder, denen es ein wenig, aber nicht viel besser ging.

eine meiner "Vorrednerinnen" schrieb, man solle sich vorstellen, eine Freundin würde einen so behandeln, und dann entsprechend reagieren - leider fällt mir im rechten Moment nichts ein, z. B. hat sie mal recht rüde, ohne Grund zu mir gesagt: "Komm ja nicht auf die Idee, mir ein kind von dir aufzudrücken", eigentlich hätte ich kontern müssen: ich habe die ganze zeit bis zu meinem Auszug mit 20 im Haushalt die groben Sachen gewuppt, und in meiner freien Zeit mich um meinen kleinen Bruder gekümmert.
Meine Mutter hat ihn bekommen, als ich 17 war, war dann ganz toll, weil sie ja sofort wieder gearbeitet hat und ja eine Oma und eine Tochter für das Baby hat.....

ich habe garnichts zu erwarten: mein Studium wollten sie verhindern und haben mir den Geldhahn komplett abgedreht, ich habe gejobbt bis zum abwinken und alles geschafft, was ich wollte. heute rennen sie in meiner Heimatstadt rum und erzählen allen, die es hören wollen oder auch nicht, wie toll ich bin.

Selbst kleine Hilfeleistungen sind nicht drin: als ich mal in finanziellen Schwierigkeiten war, ging mein Kühlschrank kaputt, ich wollte den alten meiner verstobenen Oma haben, nein den solle mein Bruder bekommen, zum Bierkühlen auf dem Balkon... Mein Bruder trinkt aber kein Bier....
Weh tut, dass sie für meine Schwägerin, die als "Dumme Kuh" gehandelt wird, "immer da sind"

das ist auch so ein Punkt, der nervt: das Verhältnis war nie da oder ist total hin, aber es wird wer weiß wie vor anderen Leuten getan.

das ärgert mich an mir, dass ich allen Leuten, aber nicht meiner Mutter meine Meinung sagen kann.

Unser verhältnis: sie und auch mein Vater interessieren sich nicht für mich: Eeinladung zur Diplomfeier: ach weißt du, das ist immer so langweilig....
Besucht worden bin ich in 25 jahren ein einziges Mal,(da kamen sie sich ganz toll vor) wir telefonieren so gut wie nie, sie hat mich angerufen, als die Omas gestorben waren und wenn ich Geburtstag habe, aber auch nicht immer, meinen 40. haben sie vergessen.
In der Zwischenzeit habe ich eine Gesprächstherapie gemacht, das wenige, was sie gebracht hat, zu akzeptieren, dass sich nichts ändert.
Ich besuche sie an ihren Geburtstagen und vielleicht Weihnachten.

sorry, aber das musste raus.

Gruß
Monika

Arvin
30.08.2006, 09:51
Hallo zusammen,

kann mich hier auch einklinken. Ich habe den kontakt zu meiner mutter genau wegen solcher sachen abgebrochen: sie benimmt sich pampig, beschwert sich über mein verhalten. es sind sehr viele sachen vorgefallen. Aber die spitze war, dass meine Tante, also ihre schwester, jetzt nicht mehr mit mir spricht, weil sie die vorgefallene geschichte dort zu ihrem Gunsten verdreht hat.

Vor zwei wochen hat mein bruder geheiratet. Wir ( mein Freund und ich, der dieses theater schon seit 8 Jahren mitbekommt) haben ihr, wie man es macht die Hand zur begrüßung gegeben und sie guckt dabei gen himmel (Muss wohl so sein, wenn man kein reines gewissen hat) wenn wir während der Feierrei in ihre Nähe kamen hat sie demonstrativ in die andere richtung geguckt (wahrscheinlich hatte sie am tag danach einen steifen hals)

Naja, ich musste für mich feststellen, dass es mir ohne sie besser geht, auch wenn es hart ist. Wir hatten schon des Öfteren Funkstille und immer hat sie meinen freund bzw. auch meine schwägerin angerufen, damit die beiden mich dazu bewegen mich bei ihr zu entschuldigen für dinge, die sie verbockt hatte. Ich habe wie eine meiner vorgängerinnen hier schrieb, auch eine therapie hinter mir. dabei kamen viele dinge aus der kindheit wieder ans tageslicht, dinge die ich verdrängt hatte. dank meiner mutter hatte ich keine schöne kindheit und jugend.

Einen Papa habe ich auch nocht. Er ist neu verheiratet. meiner mutter passt es nicht, dass ich mich mit seiner neuen frau verstehe( Sie ist ja auch das gegenteil meiner Mutter) das ganze ist sehr schwierig. Ich bin nur froh, dass ich meinen freund habe. und dass er zu mir steht...

Arvin

MistressWeatherwax
30.08.2006, 12:50
@Monikab: Bei mir war es damals so, dass ich mir mit 30 (also vor 5 Jahren) gesagt habe, dass ich jetzt definitiv zu alt bin, um auch weiterhin zu klagen, dass Mutter nie für mich da war.
Irgendwann muss damit mal Schluss sein - es wird sich nichts ändern, sie wird sich nie ändern. Mittlerweile finde ich mich auch zu alt, um eine Entschuldigung von ihr zu hören - und jahrelang wollte ich das, sie sollte endlich ach! nur ein Mal sagen, dass es ihr leid tut, dass sie sieht, was sie mir angetan hat.
Auch das wird nie geschehen.
Und mittlerweile bin ich bei diesem Thema so verbittert, dass es mich auch selbst nicht mehr interessiert oder mich nur milde wundern würde, wenn sie es noch täte - sie ist viel zu sehr auf sich selbst konzentriert um andere Menschen überhaupt wahrzunehmen.
An Geburtstagen rufe ich an. Weihnachten erspare ich mir seit Jahren, etwa ab November breche ich den Kontakt regelmäßig ab und spreche erst ab Januar wieder mit ihr.
Ich habe ihr oft flammende Briefe geschrieben, Reden gehalten, diskutiert, das war für mich ganz befreiend, weil ich es ihr mal gesagt habe (sonst hat es nichts gebracht, naja).
Aber allein diese Befreiung ist es wert.
Versuch's mal.
Und fahr Weihnachten nicht hin. Mach etwas Schönes an diesem Tag und erspar dir das heuchlerische Familienheitaitai.

Inaktiver User
30.08.2006, 13:24
@MistressWeatherwax: Du hast recht, im großen und ganzen gehe ich mit dem Thema so um wie Du. ich weiß auch, dass sich nichts mehr ändert, aber ab und zu kommts doch mal hoch....
Lieben Gruß
Monika

MistressWeatherwax
31.08.2006, 11:58
Verstehe :smile: Ist schon ein exklusiver Club, die Mutterlosen. *Tasse heiße Schokolade rüber reich *
Wie viele von uns haben eigentlich eigene Kinder? Ich hab keine.

Inaktiver User
31.08.2006, 12:14
danke
ich habe keine Kinder, hat sich einfach nicht ergeben. Als das thema noch aktuell war, hatte ich Angst, ich würde eventuell meine Erfahrungen unterbewußt weitergeben, es auch lieblos behandeln....denn in einigen zwischenmenschlichen Dingen habe ich schon so meine Defizite, in denen ich meine Eltern wiedererkenne.
Da arbeite ich aber stark dran.

ein "mamaloser" guter Freund von mir (seine Mutter könnte meine sein) ist alleinerziehender Vater und hat es ziemlich gut hinbekommen, seinen Sohn vernünftig und seeehr liebevoll zu erziehen.

lieben Gruß
Monika

SarahMaria
31.08.2006, 12:20
Zwei Zitate hab ich zum Thema gefunden:


"Anfangs lieben Kinder ihre Eltern; wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie; manchmal verzeihen sie ihnen."

Oscar Wilde

und


"Die größte Grausamkeit, die man den Kindern zufügt besteht wohl darin, dass sie ihren Zorn und Schmerz nicht artikulieren dürfen, ohne Gefahr zu laufen, die Liebe und Zuwendung der Eltern zu verlieren."

Alice Miller

Das beste Zitat finde ich im Moment leider nicht mehr... wird nachgereicht.

Die Sarah