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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Privat versichert, Studium/Ausbildung entscheidet sich kurzfristig.Was tun?



Inaktiver User
08.08.2006, 12:09
Hallo, vielleicht kann mir unter Euch jemand helfen. Die Situation ist folgende:

Ich bin privat versichert, da meine Eltern Beamte sind. Nun stellt sich erst extrem kurzfristig heraus, wie mein Leben in nächster Zeit verlaufen wird.

Möglichkeit 1 ist: Ich studiere. In diesem Fall würde ich in der privaten Versicherung bleiben.

Möglichkeit 2: Ich bekomme demnächst eine Zusage für eine kfm. Ausbildungsstelle. In dem Fall nehme ich sie an und würde mir folglich eine Krankenkasse suchen müssen, soweit ich das herausgefunden habe.

Möglichkeit 3: Ich schreibe mich zum Studium ein, für das ich privat versichert bliebe, bekomme aber die Zusage für die 2. mögliche Ausbildungsstelle, bei der ich Kandidatin für den Nachrückplatz bin. In dem Fall würde ich mich wieder exmatrikulieren und bräuchte noch spontaner eine gesetzliche Krankenkasse.

Was muss ich beachten, wie schnell geht so ein Wechsel vor sich und komme ich eigentlich so spontan aus einer Kasse raus und in die andere hinein? :wie?:

Hat nebenbei noch jemand eine Empfehlung, welche Krankenkasse ich als Hessin zur Ausbildung am besten wähle? Ich habe auch mal gehört, dass sich 98% der Leistungen bei den gesetzlichen Kassen decken und es daher fast ausschließlich auf den Unterschied bei den Beitragssätzen ankommt. Andererseits verstehe ich dann nicht, warum manche Leute so mit der Anerkennung von Leistungen herumkrebsen und andere wieder nicht, wenn doch die Leistungen so ähnlich sind. :knatsch:

Irgendwie überfordert mich das Thema gerad ein wenig. Es wäre lieb, wenn mir von Euch jemand helfen könnte, da ein wenig Klarheit zu bekommen :blumengabe:. Im Moment mache ich mir ziemliche Sorgen, dass da etwas schiefläuft...

Inaktiver User
08.08.2006, 13:07
Wenn du Azubi wirst, geht der Wechsel, vorausgesetzt du hast dir eine gesetzliche KV schon ausgesucht recht zügig von statten. Du, bwz. deine Eltern als Versicherungsnehmer melden dich bei der Privaten ab, du legst Ihnen ne Kopie deines Arbeitsvertrags bei und meldest dich bei der gesetzlichen Kasse an. Teilst das deinem neuen Arbeitgeber mit und fertig.

Die Leistungen der einzelnen GKV s gleichen sich in der Tat ziemlich, allerdings gibts je nach Kasse, kleine aber feine Unterschiede was die Erstattung von bestimmten Leistungen wie z.B.Naturheilverfahren, etc. angeht.

Auch die Leistungsabwicklung einzelner GKVs unterscheidet sich. Manche haben vor Ort wie z.B. die AOKs ihre Büros oder Verwaltung, da kannst du mit den Sachbearbeitern ggf. persönlich sprechen, andere wie einige BKKs ( Betriebskrankenkassen ) wickeln Leistungsanfragen oder Ansprüche überwiegend übers Telefon oder Internet ab.

Das muß eben jeder für sich selbst entscheiden wie er das handhaben will.

Ob die Erstattung im Leistungsfall bei den AOKs, Barmer, DAK, TKK oder den Betriebskrankenkassen besser oder schlechter ist, kann ich nicht sagen da ich privat versichert bin. Unterschiede soll es nach Hörensagen wohl geben, obs stimmt...keine Ahnung.

Gruß Austernschluerfer

akademikerin
09.08.2006, 00:22
Du bist jung und (mehr oder weniger) gesund, insofern sind die Detailleistunge womöglich weniger relevant. Guck dir mal die Bonusprogramme an. DAs sind Kassenprogramme, die denjenigen mit Prämien oder Beitragserstattung belohnen, der bestimmte SAchen für seine Gesundheit macht. Und z.B. auch durch Zuschüsse zu Sportveranstaltungen oder Kursen gefördert werden.

Inaktiver User
09.08.2006, 06:18
Auch wenn Du studierst, kannst Du in die studentische gesetzliche Krankenkasse. Ich habe diesen Fall in der Familie. Eltern Beamte und privat versichert, volljähriges Kind hat sich bei Studienbeginn in der BARMER gesetzlich versichert - das ist möglich. Einfach bei Interesse bei einer gesetzlichen KV Deiner Wahl nachfragen, Du brauchst erstmal nur eine Immatrikulationsbescheinigung.

Inaktiver User
09.08.2006, 15:34
Hallo Milchkaffee,
falls Du studierst und in der PKV bleiben möchtest, solltest Du aber folgendes beachten:
je nachdem wie alt Du im Augenblick bist - da in Zukunft das Kindergeld nur noch bis 25 gezahlt wird, wirst Du auch nur bis zum 25. Geburtstag beihilfeberechtigt sein. D.h. ab diesem Alter mußt Du Dich voll privatversichern. Das kann Dich auch als Student dann locker 200 Euro und mehr pro Monat kosten + Selbstbeteiligung.

Inaktiver User
12.08.2006, 09:27
:blumengabe: Danke, das hilft mir schonmal sehr!

Over_board
17.08.2006, 11:47
@Baiwenyi, wie ist das wenn man 25 wird? Man muss da vorher ja einen Schrieb unterzeichnen, dass man bereit ist auf die gesetzliche KV zu verzichten und keinen Anspruch hat, dort wieder aufgenommen zu werden. Wenn man länger studiert gibt es also gar keine Möglichkeit, sich dort wieder versichern zu lassen? Oder doch?

Grüße
Overboard

kate42
17.08.2006, 13:49
Wenn man länger studiert gibt es also gar keine Möglichkeit, sich dort wieder versichern zu lassen? Oder doch?

Nein, die gibt es nicht. Du entscheidest Dich vor Beginn des Studiums, ob Du in der gesetzlichen bleiben möchtest oder die Befreiung in Anspruch nimmst. Wenn Du letzteres tust, dann wirst Du für die gesamte Dauer des Studiums befreit, d.h. auch Fachrichtungswechsel o.ä. sind keine Argumente, um wieder in die gesetzliche zu kommen.

Dieser Schritt will also gut überlegt sein, denn wenn Du aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die PKV-Beiträge nicht zahlen kannst, dann fliegst Du aus der Kasse und stehst im absoluten worst case ohne Krankenversicherung da. Da hilft dann nur noch Studium aufstecken, Hartz IV beantragen um wieder versichert zu werden.

Als ich studiert habe - privat versichert! - war es so, dass die studentische PKV den Ärzten nur Rechnungen bis zum 1,8-fachen Satz erstattet hat. In der Regel wird aber der 2,3-fache Satz berechnet. Du musst das mit dem Arzt vorher absprechen, wenn er trotzdem zum höheren Satz abrechnet zahlst Du die Differenz. Das kann ganz schön ärgerlich sein, wenn man als Student wenig Geld hat. Man kann dagegen auch gar nichts machen, denn das Rechtsverhältnis besteht nur zwischen Arzt und Patient bei der PKV. Der Patient schuldet das gesamte Honorar. Bei der gesetzlichen KV besteht das Rechtsverhältnis zwischen Arzt und KV.

Als Vorteile der PKV sehe ich die bessere Behandlung beim Arzt, die Medikamente sind in der Regel zuzahlungsfrei und wenn man nach dem Studium gut genug verdient und gleich weiter privat versichert ist, profitiert man natürlich von den angesammelten Altersrückstellungen und von einem niedrigeren Beitrag ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Schwierig, schwierig, schwierig ...
:blumengabe: k.

Over_board
17.08.2006, 18:00
Danke, kate.
Ich hatte ja schon befürchtet, dass es so ist. Da hätte ich mich damals besser informieren müssen. Andrerseits hatte ich jetzt die ganzen Jahre die Vorteile einer privaten Krankenversicherung (Zahninlays, Brille, keine langen Wartezeiten...). Und in der Summe gerechnet wird mich das auch nicht teurer kommen. Ich kann nur hoffen, dass ich das dann alles bezahlen kann... :)

Overboard

Inaktiver User
18.08.2006, 15:23
Hallo over_board,
es gibt glaub für die Jahrgänge 81 und 82 (oder war das 82 und 83) eine Übergangsregelung.
Vorher war die Grenze ja 27 - über die ich jetzt (wegen Ausbildung und noch 2 Jahren Ausland) bin. Ist schon teuer, knapp 210 Öre pro Monat plus die Selbstbeteiligung .... aber ich bin zum Glück im Frühjahr fertig und komme dann in die Versicherung von meinem Mann.

Man kann also über Hartz IV wieder in die GKV kommen? Ich hatte das bis jetzt so verstanden: wenn man mit dem Studium fertig ist und einen sozialversicherungspflichtigen Job bekommst, kannst Du wieder in die GKV - ansonsten hat man Pech gehabt und muß weiterhin in der PKV bleiben.
Echt seltsam, was für verschiedene Antworten man bekommt! Die GKV von meinem Mann meinte damals zum Beispiel, ich könne trotz der Befreiung familienversichert werden ... obwohl das überhaupt nicht stimmt....

Over_board
18.08.2006, 15:51
Baiwenyi,

bei dem Jahrgang 82 gibt es die Übergangsfrist, dass sie bis 26 Kindergeld bekommen, spätere Jahrgänge nur noch bis 25... ich weiß jetzt nicht, ob das damit dann auch für die KV gilt, aber gerade die Familienversicherung ist ja oft ans Kindergeld gebunden. Ich muss mich da wirklich nochmal genauer mit auseinandersetzen...

Overboard

Inaktiver User
22.08.2006, 11:17
@ Over_board
stimmt ja, mein Bruder ist Jahrgang 81 und er hat noch "Schwein" gehabt.
Mußt Du Dich halt mal mit Deiner PKV in Verbindung setzen. Bei mir ist jedenfalls mit dem Kindergeld auch die Beihilfe weggefallen und folglich "durfte" ich mich vollversichern.
Viele Grüße

Over_board
22.08.2006, 11:32
Baiwenyi,

wenn das Kindergeld weg ist, ist die Krankenversicherung mit Sicherheit auch weg, da brauche ich gar nicht erst nachfragen.
Ich war mir grade nur nicht mehr sicher, ob sie nicht schon mit 25 weg ist (das gilt nämlich für andere Vergünstigungen, die ich "mitnutzen" darf), aber da habe ich jetzt nochmal nachgefragt.

Bei mir kam ein Studiengangwechsel und eben die Kindergeldkürzung dazwischen, sonst hätte es mir dicke bis zum Ende des Studiums gereicht. Naja, so läufts halt.

LG Overboard

Inaktiver User
22.08.2006, 12:10
Hallo, ich bin aus dem Urlaub zurück:cool: . Und da habe ich auch gleich nochmal eine Frage: Kindergeldkürzung im Fall von "normal Angestellten", die sich privat versichern oder bei Kindern von Beamten? Da gibt es ja auch noch mal Unterschiede, glaube ich? :knatsch:
Weil hier zu Hause keiner genau weiß, wie es im Normalfall exakt zugehen würde, habe ich manchmal wirklich Schwierigkeiten, die grundsätzlichen Versicherungsregeln in Erfahrung zu bringen...

Und noch etwas fällt mir ein: Wenn ich mit dem Bachelor mein Studium abschließe und mich danach, was ja mit ganz neuer Bewerbung läuft, für einen Master bewerbe. Wie sieht es denn dann aus? :wie?:

Inaktiver User
22.08.2006, 16:16
Ich war jetzt bei der AOK, um mich zu erkundigen, wie das mit Bachelor/Master funktionoiert. Heraus kam:

Die Befreiung gilt, einmal in Anspruch genommen, für jedes Studiensemester, das man auch nur irgendwie absolviert. Heißt, dass ich in meinem Fall nun privat versichert bleiben muss, da ich direkt nach dem Abitur &vor meiner schulischen Ausbildung bereits 2 Semester privat versichert studiert habe (damals hat noch niemand gedacht, dass ich mal so ei wirrer Fall werde...)

Demzufolge gilt dann auch für einen Masterabschluss - selbst wenn man zwischendurch gesetzlich versichert gearbeiet hat - dass man wieder in die private zurück muss. Egal wie alt, egal ob ein vorheriges Studium abgeschlossen wurde oder nicht.

Joj, ist das alles ein Hickhack...

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22.08.2006, 17:39
Milchkaffee,

ich weiß nicht ob du die Kindergeldsache auch gleich geklärt hast dabei, falls nicht: bisher gab es Kindergeld bis zum 27. Lebensjahr. Ab 2008 gibt es generell das Kindergeld maximal noch bis zum Alter von 25. Bist du Jahrgang 82 bekommst du es auch bis 2008, also nur bis 26. Lebensjahr. Alle die danach kommen haben Pech gehabt.

Die "Begründung" dafür: es gibt ja jetzt das 12-jährige Gymnasium, deswegen ist man ein Jahr weniger auf der Schule und die Ausbildung geht dann wohl auch schneller :wie?: = 2 Jahre Kindergeldkürzung :erleuchtung:.
Nur leider gab es zu meiner Zeit weit und breit noch kein Turbo-Gymnasium und ich muss trotzdem dran glauben :grmpf:

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