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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : weiterleben nach nebenbeziehung geht das?



Inaktiver User
06.08.2006, 20:02
Hallo,
habe selbst vor einem 3/4 Jahr eine Nebenbeziehung gehabt. (2 Jahre lang) . Bin verheiratet,Mutter von 2 Kindern und fühlte mich zu der Zeit und oft auch noch heute sehr frustriert und einsam.
Mein Mann braucht anscheinend niemand zum wirklichen Reden über sein Befinden, macht viele Dinge mit sich selbst aus. Trinkt regelmäßig Alkohol, braucht das anscheinend. Mich stört das sehr vom Geruch vom Verhalten und ich habe es schon oft gesagt, bin bei Beratungen gewesen etc.
Nachdem die Affäre herauskam waren wir auch in Eheberatung, die uns anfangs auch näher gebracht hat. Mein Mann hat noch nie soviel von sich erzählt, seit es diesem Knall der Offenlegung gab. Wir haben viel geredet und mein Mann kämpfte um mich.
Inzwischen ist es oft so, daß mein Mann in Bemerkungen mich immer wieder auf meinen Fehltritt aufmerksam macht. Sich quasi darauf stürzt. Sein Alkproblem wird momentan totgeschwiegen.

Ich fühle mich momentan kraftlos und enttäuscht.
Welche Erfahrungen haben andere damit gemacht. Gibt es Neuanfänge,
Grüße

Prijon
06.08.2006, 23:02
Hallo Blumenmond,

weiterleben geht sowieso. Aber ich weiß schon, was Du meinst...

Kann das noch bzw. wieder was werden? Ja, kann es. ABER - es müssen erstens beide das wollen (du klingst mir nicht so sehr danach) zweitens ist es "ein bisschen Arbeit" (war Eure Beratung eine Beratung oder eine Therapie? Wie lange ward ihr da? Seid ihr als "geheilt entlassen?) und drittens ist in solchen Krisensituationen unbedingt hilfreich, wenn man deutlich mehr auf sich als auf den anderen schaut. Du schaust SEHR auf Deinen Mann, finde ich. Dabei gibt es doch an Eurer Krise auch ganz erhebliche Anteile Deinerseits.

Gruß,
Prijon

Ypnowoman2
07.08.2006, 00:48
Ja, Blumenmond
man kann es. Sehr gut sogar. Aber vorher müssen die Gründe abgeschafft werden die zu dem "Fehltritt" gebracht haben, und man muss ehrlich zueinander sein, sehr ehrlich. Irgendwo zwischen euch beiden liegt noch ein großer unbearbeiteter Klotz, der "runtergespült" werden muss und trotzdem ab und zu rauskommt, mit dem dein Mann sehr zu kämpfen hat. Weil es vielleicht einfacher ist, die Schlud an den anderen zu schieben, anstatt die eigene Verantwortung dafür zu tragen?!?
Warum hat die Beratunge euch nur an Anfang wieder näher gebracht? Was tust du gegen deinen Frust und deine Einsamkheit? Und warum kannst du mit deinem Mann nicht reden? Blockt er es ab oder versuchst du es gar nicht? Weiß er wie es dir geht?

Prakero
07.08.2006, 10:32
hallo,
mir steht bei dir die schuldfrage zu sehr im vordergrund. es geht ja nicht um schuld oder unschuld, sondern darum ein gemeinsames leben zu führen und gemeinsam zwei kinder zu erziehen.
wenn ich dich richtig verstanden habe , willst du mit deinem mann wieder zusammen kommen. da muß du erst dich und deine beweggründe bedenken....das alkproblem deines mannes steht dann an zweiter stelle, denn in einer verfahrenen ehekiste ist jeder erst einmal selber für sich verantwortlich. jeder muß überlegen was er will und wohin er mit dem partner gehen will...
ich weiß, es ist nicht so einfach wie es sich liest und schreibt....

Inaktiver User
07.08.2006, 11:21
Vielen Dank für die Antworten,
mich hat vieles darin sehr nachdenklich gemacht.
Natürlich geht es nicht um Schuld/Unschuld sondern um Anteile.
Ich habe bei mir selbst den Verdacht, den leichteren Weg des Ausbrechens gewählt zu haben. Das hat sich ja auch als Irrweg entpuppt. Ich habe damit nicht nur mir sondern auch meinem Mann sehr weh getan.
Trotzdem ist es schwer für mich, mit meinem Mann zu sprechen. Wir sind so in dem Fahrwasser "Buissiness as usual" , funktioniert soweit ganz gut. Nur die wirkliche emontionale Nähe fehlt mir sehr.Weiß aus dem Beziehungsanfang, daß das bei uns noch nie so war. Sicher habe ich da selbst Angst vor Nähe gehabt.
Gegen meine Einsamkeit habe ich für mich begonnen ein Instrument zu spielen, konzentriere mich auf meine Kinder, suche Kontakt zu Menschen, /wenn ich nicht deprimiert bin/.
Die Thera Gespräche gingen über 1/2 Jahr und wir kamen einfach nicht weiter.Man empfahl uns halt einfach viel miteinander zu unternehmen und zu reden. Ich merke bei mir, daß es mir manchmal einfach zuviel ist so gewollt unbedingt zusammen etwas zu machen.Ich fühle mich eingesperrt, meine jetzt besonders gut "funktionieren" zu müssen. Meinem Mann etwas gutmachen zu müssen.
Hoffe, das war jetzt nicht zuviel.
Liebe Grüße

Prakero
07.08.2006, 11:55
hallo blumenmond,
ich war nach meiner außerehelichen lovestory ganz unten im keller...auch hatte ich mir während der affäre gute argumente zurecht gelegt, warum ich in so eine situation rein gerannt bin...da kam mein gatte nicht gut weg, denn sonst wäre die grundlage des fremd gehens ja nicht vorhanden gewesen (in meinem kopf)
einfache antworten auf emotionale fragen gibt es da sowieso nicht. und heute stehe ich auf dem standpunkt, dass wir nur hier und jetzt entscheiden können was für uns richtig oder falsch ist. heute möchte ich mit meinen mann eine glückliche zeit haben und wir haben sie auch wieder bekommen, freuen uns uns zu sehen. unserer ehe ist zwar anders als vor der affäre, aber sie ist offener, freier geworden.
mein mann sagte zu beginn unseres neuanfangs tröstend zu mir: niemand kann etwas für seine gefühle. das stimmt, und es geht doch eigentlich darum, wie verantwortungsvoll man mit den gefühlen umgeht.

Ypnowoman2
07.08.2006, 12:07
Ich habe bei mir selbst den Verdacht, den leichteren Weg des Ausbrechens gewählt zu haben. Das hat sich ja auch als Irrweg entpuppt. Ich habe damit nicht nur mir sondern auch meinem Mann sehr weh getan.


Ich merke bei mir, daß es mir manchmal einfach zuviel ist so gewollt unbedingt zusammen etwas zu machen.Ich fühle mich eingesperrt, meine jetzt besonders gut "funktionieren" zu müssen. Meinem Mann etwas gutmachen zu müssen.

Das sind deine Schuldgefühle. Die solltest du unbedingt deinem Mann mitteileine, jetzt auch noch, auch wenn die Beratung zu Ende ist.
Emotionale Nähe ist sehr wichtig, das weißt du jetzt auch. Die musst ihr versuchen herzustellen. Aber nicht mit Unternehmungen, wenn sie dir nicht gut tun. Dein Mann merkt es und es kann sein dass er dann die Gründe eher auf den Seitensprung schiebt als auf die fehlende Nähe - er kennt dich so, wie du jetzt bist, nicht.
Die Unternehmungen waren vielleicht nur ein Vorschlag der Beratung, sodass ihr "aus dem Alltag" raus seid und Ruhe zum reden habt, weil sonst Kinder und Alltagsarbeiten im Weg stehen. Es muss aber nicht auf euch passen. Vielleicht seid ihr entspannter wenn ihr auf dem Sofa sitzt. Oder zusammen kocht. Das musst ihr zusammen herausfinden. Klingt doof? Probiere es :smile:
Wenn man nicht gewöhnt ist, ist reden nicht einfach. Und doch kann man das lernen. Ich glaube, das ist der einziger Weg der euch "retten" kann - dich aus deiner Einsamkeit, ihn aus dem Alkohol. Und keiner hindert euch, die Beratung wieder in Anspruch zu nehmen wenn ihr nicht weiter kommt.

Inaktiver User
07.08.2006, 12:15
[Liebe Prakero
danke, das kann ich so gut nachvollziehen. Wir sind ja nicht wie die Lemminge und rennen kopflos rum...Es sei denn verblendet, frustriert .In meinem Fall war das sicher so..Es ist ja auch toll wieder bewundert umschwärmt etc zu werden. Das hat mir natürlich geschmeichelt, weil ich so bedürftig war.
Denke daß hier genau der Knackpunkt ist. Die Bedürftigkeit als Motiv.

Inaktiver User
07.08.2006, 12:19
[Liebe Prakero
danke, das kann ich so gut nachvollziehen. Wir sind ja nicht wie die Lemminge und rennen kopflos rum...Es sei denn verblendet, frustriert .In meinem Fall war das sicher so..Es ist ja auch toll wieder bewundert umschwärmt etc zu werden. Das hat mir natürlich geschmeichelt, weil ich so bedürftig war.
Denke daß hier genau der Knackpunkt ist. Die Bedürftigkeit als Motiv.
Übrigens finde ich es sehr anrührend, wie sich Dein Mann verhalten hat. Er konnte Dir wohl verzeihen bzw. ihr habt einen gemeinsamen Weg gefunden. Das freut mich sehr und bestärkt mich in dem Glauben es geht, wenn beide es wollen.

Inaktiver User
07.08.2006, 12:27
Liebe Ypnowoman
das mit den Schuldgefühlen ist so eine Sache.Ich habe einfach Bedenken, daß er agressiv reagiert. So nach dem Motto "selber schuld". Das kam schon öfter. Mit dem Grundton: Du hast das gemacht nicht ich.
Wenn irgendetwas bei uns nicht so läuft, manchmal ganz banale Sachen dann gibt es so Sticheleien und Bemerkungen zu meinem Fehltritt. (kann natürlich schon verstehen, daß er einfach sehr verletzt ist)
Das zementiert dann die Situation so fest und ich möchte gar nichts mehr sagen.

Ypnowoman2
07.08.2006, 12:38
Blumenmond
das zeigt aber nur dass ihr das noch gar nicht richtig abgearbeitet habt. Und eigentlich zeigt es noch mehr, dass ihr noch ganz andere Schwierigkeiten in eurer Beziehung habt, die mit dem Seitensprung gar nichts zu tun haben. Sie waren wahrscheinlich auch vorher da, aber jetzt nimmt dein Mann deinen Fehltritt als Waffe. Und dass du das als "ich verstehe, dass er sehr verletzt ist" nimmst, zeigt mir, dass du von euren tieferen Problemen gar keine Ahnung hast.
Ich bleibe dabei - nein, noch mehr - ich empfehle euch, dringend eine Paarberatung aufzusuchen.

Max
07.08.2006, 12:42
Liebe Blumenmond,


ist denn bei den Beratungsgesprächen jemals auch über die Gründe für deinen Ausbruch gesprochen worden?


Mein Mann braucht anscheinend niemand zum wirklichen Reden über sein Befinden, macht viele Dinge mit sich selbst aus. Trinkt regelmäßig Alkohol, braucht das anscheinend. Mich stört das sehr vom Geruch vom Verhalten und ich habe es schon oft gesagt, bin bei Beratungen gewesen etc.



Es ist ja auch toll wieder bewundert umschwärmt etc zu werden. Das hat mir natürlich geschmeichelt, weil ich so bedürftig war.

Was tut denn dein Mann um eure Beziehung zu retten??

nur das....?


Inzwischen ist es oft so, daß mein Mann in Bemerkungen mich immer wieder auf meinen Fehltritt aufmerksam macht. Sich quasi darauf stürzt. Sein Alkproblem wird momentan totgeschwiegen.


Das kam schon öfter. Mit dem Grundton: Du hast das gemacht nicht ich.
Wenn irgendetwas bei uns nicht so läuft, manchmal ganz banale Sachen dann gibt es so Sticheleien und
Bemerkungen zu meinem Fehltritt.


Sorry....aber ich glaube nicht das es so funktionieren kann!!

du schreibst doch selber...


es geht, wenn beide es wollen

Nichts für Ungut,

Max

Inaktiver User
07.08.2006, 13:25
Hallo miteinander,
in den Beratungsgesprächen habe ich alles benannt, wie ich es hier schreibe.
Bei den Gesprächen kam heraus, daß wir beide sehr große Schwierigkeiten mit dem Selbstwert haben und vieles in unserer Beziehung dadurch schwierig ist. Mein Mann fühlte sich oft durch meine Bedürfnisse sehr bedrängt reagierte bockig oder beleidigt. Und das ist dann einfach sehr schwer. Ich hab dann eben immer wieder zurückgesteckt und mich auf die Kinder konzentriert.
Das Thema Alkohol kam bei der Beratung nur so nebenbei. So naja jeden Tag Wein ( 1 Flasche) das geht ja noch.
Das gemeine ist...es geht ja...er ist nie im Delirium oder geht bis dahin. Doch ein gewisses Quantum muß es halt sein dann ist er locker, man kann gut mit ihm reden er ist ausgeschlossen.

:wie?: das macht mich oft ratlos und ich weiß nicht ob ich meinen Gefühlen trauen soll..Ganz schön verzwickt:zahnschmerzen:

Prakero
07.08.2006, 14:32
@blumenmond, wenn du nicht deinen gefühlen vertrauen kannst, welchen gefühlen denn dann überhaupt?

Inaktiver User
07.08.2006, 16:09
[Du schaust SEHR auf Deinen Mann, finde ich. Dabei gibt es doch an Eurer Krise auch ganz erhebliche Anteile Deinerseits.

Hallo Prijon,
mich würde Deine Sicht interessieren,
.
Ich weiß, ich bin auch beteiligt. Was meinst du mit ganz erhebliche Anteile?
:wie?:
Grüße

Prijon
07.08.2006, 18:49
Hallo Blumenmond,

Du hast jetzt auch in den letzten Postings immer mal wieder den Alkoholkonsum Deines Mannes ins Spiel gebracht.

Das ist SEIN Problem, wie viel er trinkt oder nicht trinkt. DEIN Problem ist, wie Du damit umgehst. Du schiebst diesen Tatbestand immer mal wieder auf die Bühne, auf dass er betrachtet werden kann. Schön. Aber dadurch ändert sich mal nichts.

Das ist zum Beispiel ganz allein Dein Problem. Kein Mensch ist vollkommen. Und jeder muss sich fragen, wie er mit den nicht so ganz vollkommenen Charaktereigenschaften seines Partners umgeht. Entweder kann ich die "hinnehmen" oder aber ich nehme sie auf Dauer nicht hin - dann heißt das logischerweise Trennung.

Umgekehrt gilt das gleiche. Du hattest eine Affäre. Das ist DEIN Problem. SEINS ist, wie er damit umgeht. Irgendeine Form des Umganges damit wird er wohl entwickeln müssen, oder?! ER. Nicht DU.

Y-woman (mal wieder Blumengabe...) hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Ihr noch nicht einmal richtig angefangen habt mit der Aufarbeitung des Problems. Weißt DU für DICH, warum Du in diese Affäre gerutscht bist? Kann ER für SICH mit dem Thema Alkohol irgendwie umgehen?

Ich hatte meine Gründe, als ich nach der "Qualität" Eurer Beratung gefragt habe - so ein bisschen Reden reicht m.E. bei Euch nicht aus. Da scheint was zu sein, was nach THERAPIE verlangt. Ich würde meinen: Zunächst zusammen, dann - wenn nötig - jede(r) für sich alleine.

Haben wir auch so gemacht, war gut.

Prijon

Ypnowoman2
07.08.2006, 23:19
Blumenmond
nein, es ist nicht verzwickt. Aber reden muss man lernen, und du wirst nicht weiter kommen wenn du weiterhin zurücksteckst und schweigst, wenn er wieder mit Sticheleien anfängt.
Du hast m.E. zwei Möglichkeiten:
- entweder du schlägst auf den Tisch und sagst "Schluß damit! und jetzt wird tacheless geredet"
- oder du bleibst ruhig und fragst ihn was eigentlich sein Problem ist - und du lässt nicht locker bis er es ausspuckt.
Jenachdem was du für eine Sorte Mensch bist. Alles wird besser sein, als was du jetzt hast - Hauptsache, du reagierst! Das ist der Anfang. Danach - siehe Prijon :smirksmile:

Inaktiver User
08.08.2006, 08:11
guten Morgen Ypnowoman und Prijon und alle,
vielen Dank für eure Einschätzungen, es hilft mir sehr andere Sichtweisen zu lesen. Es trifft auf etwas in mir, daß noch nicht ganz herauskommen kann.
Ich merke schon, daß ich mich hinter dem Problem Alk verstecke. In unserer Situation ist es so, daß wir beide große Angst haben wenn es zur Trennung kommen sollte, wir sind finanziell sehr eng verbunden (Haus). Diese Angst lähmt mich oft.
Auf der anderen Seite weiß ich, wir müssen reden egal was herauskommt.So kann es nicht weiter gehen.
Prijon, Du fragst, was mich dazu verleitet hat...Mein Gefühl, nicht geliebt zu sein ( wir sind jetzt 15 Jahre zusammen, mein Mann sagte mir vielleicht in der Zeit 3 x daß er mich liebt ). Ich selbst gebe in Beziehungen oft sehr ( zu ) viel und bin hinterher enttäuscht ( mein Problem ja! ) .Auch kam dazu, daß ich wirklich versucht habe mit ihm zu reden, lange vor meinem Fehltritt hatte ich mich auf einem Seminar mal verguckt. Ich habe das meinem Mann erzählt ihm gesagt, daß mir etwas fehlt auch sexuell. Er fühlte sich bedrängt, hatte dann wieder starke Probleme körperlich mit mir zusammen zu sein. Die waren die ganze Zeit unseres Zusammenseins da. Das ist für mich ein ganz schwieriges Thema ich wollte ihn da nicht verletzen.:wie?:
Möchte mich mit diesen Erklärungen gar nicht reinwaschen, ich bin nicht stolz darauf, diesen Weg der Auseinandersetzung gegangen zu sein. Muß dazu erwähnen, daß mein Vater meine Mutter sehr oft "betrogen" hat. So wie er wollte ich nie sein....undßßß!!!::zahnschmerzen:
Tja wir werden reden auf jeden Fall..
Grüße

Ypnowoman2
08.08.2006, 11:28
Och, Blumenmond
ich könnte dich drücken. Es ist nicht mit reden, dass ihr in Richtung Trennung steuert, sondern mit eurem Schweigen.
Wenn es dir so wichtig ist das dein Mann dir "ich liebe dich" sagt, dann musst du es ihm sagen und fragen warum er das nicht tut. Wenn du das Gefühl hast, er "gibt" weniger, musst du dich fragen was genau dir fehlt und .... es ihm sagen. Wenn du Angst hast ihn zu verletzen bedeutet dass du ihm nicht zutraust, damit fertig zu werden, also ihn nicht als gestandener Mann siehst, sondern als Kind. Wenn er durch deine Wörter verletzt wird, muss er schauen was er damit anfängt, du kannst ihm zwar helfen, aber damit fertig werden muss er selber. Mit Schweigen aus Rücksicht gräbst du das Problem noch tiefer in dir - die Folgen sieht man ja, und ich rede nicht von der Affäre, sondern von deinem Frust.
Du scheinst Angst von deiner eigenen Courage zu haben, er scheint nicht ganz erwachsen zu sein, wenn er sich hinter Schuldzuweisungen versteckt. Mache dich selber schlau, es gibt Bücher die dich in die Richtung helfen können, und er kann sie auch lesen. MUSS er sogar, sonst bleibt die ganze Arbeit an dir hängen, und das ist auch nicht richtig. Er ist für euren Wohl genauso verantwortlich wie du. Mache ihm das klar. Und lass dich in einer guten Buchhandlung beraten. Kommt ihr nicht weiter, holt ihr euch wirklich professionelle Hilfe.
Du brauchst gar keine Angst vom reden zu haben, und auch von keinem Gewitter in euer Ehe. Ihr schafft alles, wenn ihr zusammenbleiben WOLLT. Aber nicht wegem dem Haus, sondern wegen EUCH.

Inaktiver User
08.08.2006, 13:26
Hallo Yponwoman,
ich Dich auch, es "menschelt "so aus Deinen Beiträgen!!!Danke!
Es tut einfach gut, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu merken es geht auch anderen Leuten ähnlich.

Du hast absolut Recht es geht um die Angst vor der eigenen Courage. Und auch darum anzuschauen, warum ich nicht einfach gehen kann.
Welche Bücher meinst Du denn? In Richtung inneres Kind?

Was das kindliche Verhalten betrifft ist da sicher was dran, ich bin noch nicht dahinter gekommen, was meinen Mann da bewegt.
Jedenfalls habe ich oft den Eindruck er will gar nicht dahinter sehen, der Status quo reicht ihm. Oder er meint dazu er will den Psychoquatsch nicht hören.
Naja werde es trotzdem versuchen zu reden, ich habe mir fest vorgenommen daran zu wachsen und nicht hinzuschmeissen.
Herzliche Grüße

Ypnowoman2
09.08.2006, 13:15
Uppss, jetzt geht das Gespräch in - für mich - die falsche Richtung.
Eigene Courage nicht in dem Sinne von gehen, sondern von Problemen offen ansprechen und gemeinsam Lösungen finden. Den Mut haben, Verantwortung für die eigene Taten zu tragen und das gleiche auch von dem anderen auffordern. Dass er den Psychoquatsch nicht hören will kann ich mir vorstellen - es ist doch für ihn einfacher so "Schande über dich, fertig". Nix da!
Aber er wird reagieren wenn du stark genug bist, dich ihm zu widersetzen. Dann wird er wachsen müssen, wenn er nicht riskieren will, dich zu verlieren.

Mit dem innerem Kind habe ich nichts am Hut, tut mir leid. Ich meine Bücher über Kommunikationsprobleme in einer Partnerschaft.

Inaktiver User
09.08.2006, 14:15
Hallo ypno,
nein, nein ich meine nicht weggehen...
Ich meine schon auseinandersetzen. Die Dinge auf den Tisch legen und ansprechen.
Ist momentan sehr schwer, es kommt immer wieder die alte Geschichte von mir auf den Tisch. Und zugleich die Antwort, daß er sein Problem halt noch hat und fertig.

..nerv...:zahnschmerzen:
Grüße

Ypnowoman2
10.08.2006, 00:21
Lese dir erstmal ein paar gute Bücher, dann hast du auch die richtige Antworten, wenn er wieder mit den gleichen Sprüchen kommt. Dann wird es los gehen.
Bis dahin ... Ruhe bewahren und runterschlucken. Nicht weil er im Recht ist, sondern weil du ihm noch unterlegen bist. Danach hast du den Faden raus, und ab kann es konstruktiv werden.

Inaktiver User
05.09.2006, 20:28
Guten Abend ,
ich habe in der letzten Zeit viele Geschichten hier verfolgt und mich würde sehr interessieren, wie es nach einer Nebenbeziehung weitergehen kann.
Bei mir ist es so, daß ich momentan ziemlich am Boden bin. Ich hatte mich in meinen Nebenmann sehr verliebt.( er lebte in Scheidung und ist inzwischen geschieden) Alle Sehnsüchte auf ihn projeziert für mich war er der Traummann. (wahrscheinlich sehr naiv aber es war halt so ) Ich war so glücklich und fröhlich in der Zeit, mir hatte soviel in den vergangenen Jahren körperlich gefehlt und auch die Nähe zum Partner.
Zuerst dachte ich, daß ich es unter Kontrolle hätte, so ein wenig genießen. Ich wollte ja meine Ehe nicht aufs Spiel setzen.
Die Gefühle haben sich verselbständigt, wir haben uns leidenschaftlich verstrickt. Er bat mich um eine Entscheidung, doch ich konnte meinen Mann bzw. meine Familie/Haus..etc. nicht verlassen. So zog sich die Beziehung dahin bis dann eine andere Frau bei ihm auftauchte.
Das hat mich verletzt obwohl ich es heute auch verstehen kann.

Es ist jetzt schon eine Weile her doch immer noch muß ich jeden Tag an ihn denken. Mit meinem Mann haben sich viele Gespräche ergeben, doch ich hatte auch schon früher wie jetzt nicht das Gefühl von Nähe. Körperlich geht es mir so, daß ich mit meinem Mann einfach nicht locker spielerisch sexuell zusammen sein kann. Es ist für mich schon von Anfang an schwierig gewesen.

Momentan bin ich ziemlich verwirrt fühle mich unfähig und traurig.Ich spüre für meinen Mann Freundschaft aber...

Wie ist es anderen ergangen, wie seid ihr damit fertig geworden, mit den Gefühlen für den Nebenmann und den Schuldgefühlen der Familie gegenüber. ?????
Seid ihr geblieben oder habt den Schritt aus der Ehe gewagt??

Grüße

Prijon
05.09.2006, 21:58
Körperlich geht es mir so, daß ich mit meinem Mann einfach nicht locker spielerisch sexuell zusammen sein kann. Es ist für mich schon von Anfang an schwierig gewesen.


Von Anbeginn Eurer Beziehung an?

Fragt erstmal

Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 22:27
Hallo Prijon,
auf Deine Frage.
Ja wir hatten bis auf eine ganz kurze erste Zeit. Ich glaube wir passen da nicht wirklich gut zusammen.
Mir war es auch nicht so wahnsinnswichtig damals.
Durch meine Nebenbeziehung hab ich gemerkt, daß es, darf ich es mal so ausdrücken, noch etwas anderes gibt. Die "Chemie" stimmte für mich einfach, ich konnte "Ihn" gut riechen.

Grüße

Prijon
05.09.2006, 22:35
Und warum hastDu ihn dann geheiratet?

Fragt nochmal

Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 22:42
hallo prijon,
weil ich mit unserer Tochter schwanger war. Davor lebten wir 7 Jahre teils in einer berufsbedingten Fernbeziehung d.h. wir sahen uns nur am Wochenende.
Grüße

Prijon
05.09.2006, 22:50
Ich habe meinen Frageabend...

*sorry*

Was würdest Du auf die Frage antworten, ob Du den Vater Deiner Tochter mal geliebt hast?

Ich weiß von "der Meinen", dass es nach einem solchen Ausburch dauert, bis man sich von dem anderen entliebt. Bei uns waren das zwei Jahre. Erst jetzt schaffen wir es, unseren Sex zum Thema zu machen - kann man ja schließlich drüber reden, oder? Und selbst wenn man drüber reden kann, geht noch lange nicht alles wie von selbst. Es ist ein Prozess - aber der kann doch auch spannend sein...


Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 23:03
macht ja nichts, durch Fragen kommt man auch weiter, da hast Du recht....:smirksmile:

Du triffst auf den Punkt mit dem " Entlieben". Ich glaube da ist viel Traurigkeit bei mir, viel Hilflosigkeit, aber auch Wut auf mich selber, es nicht anders gemacht zu haben. :zahnschmerzen:
Es ist schwer, wieder das positive, das ja durchaus auch da ist mit meinem Mann zu sehen.

Grüße

P-S.
Es liest sich immer so positiv, wie Du/Ihr euren Weg gemacht habt. Bestimmt war harte Erkenntnisarbeit auch mit dabei.

Inaktiver User
05.09.2006, 23:10
Was würdest Du auf die Frage antworten, ob Du den Vater Deiner Tochter mal geliebt hast?

Ja das schon, nur habe ich mich im Laufe der langen Zeit, dem Alltag, den Problemen mit Nähe/ Alkohol / Sex/ zurückgenommen bzw. entliebt.
Das war ein schleichender Prozess..:ooooh:
Vieles in der Beziehung habe ich so denke ich heute laufen lassen. Ich war mit dem Kind emotional beschäftigt und da war mir einfach mein Mann nicht so nah. Da empfand ich es noch nicht so belastend.

Grüße

Prijon
05.09.2006, 23:11
Heute ist mein Pechtag - ich rede an den Leuten vorbei. Oder sie verstehen mich nicht.

Was ist hiermit:

Was würdest Du auf die Frage antworten, ob Du den Vater Deiner Tochter mal geliebt hast?



Impertinente Grüße,
Prijon

Prijon
05.09.2006, 23:12
uuups

Prijon
05.09.2006, 23:20
Öm,

Kann es sein, dass der schleichende Prozess bei Euch beiden damit angefangen hat:

. Ich war mit dem Kind emotional beschäftigt und da war mir einfach mein Mann nicht so nah. Da empfand ich es noch nicht so belastend.


Ist ja für sonen Mann auch nicht einfach, oder?

(Blödsinnige Frage, kannst Du ja nicht wissen - also: Es ist nicht einfach)

Und der Sex mit dem anderen...

Anders?
Besser?
Besser, weil anders?
Ist anderes besser?
Kann auch in der Beziehung "anderes" integriert werden? Und die Beziehung auf diesen Gebiet besser werden?

Fragenfragenfragen....

Prijon

Inaktiver User
05.09.2006, 23:23
:erleuchtung:

hat sich wohl gekreuzt. Frage beantwortet...?:smile:


:buch lesen: muß jetzt schlafen..morgen um 5 Uhr aufstehen.

Gute Nacht und vielen Dank

Inaktiver User
05.09.2006, 23:29
Und der Sex mit dem anderen...

Anders?
Besser?
Besser, weil anders?
Ist anderes besser?
Kann auch in der Beziehung "anderes" integriert werden? Und die Beziehung auf diesen Gebiet besser werden?

Fragenfragenfragen....

Anders....es stimmte einfach die Chemie mehr, ich hab mich bei ihm auf gleicher Höhe gefühlt...
besser eben auch.......

Sorry es ist schwer darüber zu schreiben. Mit meinem Mann gab es viele Probleme. Er fühlte sich überfordert wenn ich mit ihm darüber reden wollte und ich hatte einfach das Gefühl es ist ihm nicht so wichtig.

Danke für die fragenfragenfagen

Inaktiver User
05.09.2006, 23:38
ich möchte nochwas dazuschreiben.
Mit jedem Menschen/Mann ist es anders. Ich denke es gibt eben Konstellationen, da schwingt eine Seite der Seele mit die vorher nicht da war.
Und ich könnte mit meinem Mann die selben Dinge tun und es wäre nicht so..
Ich weiß, Du meinst mit integrieren etwas anderes.
Ich möchte damit einfach sagen, daß ich nicht daran glaube, daß mit meinem Mann und mir noch ein Wunder geschieht.

Momentan hab ich einfach so einen Durchhänger, wie es weitergehen soll. :zahnschmerzen:

nochmal Grüße

Prijon
05.09.2006, 23:41
Ich gehe auch gleich schlafen - ABER:

und ich hatte einfach das Gefühl es ist ihm nicht so wichtig.

Sei ehrlich: Bis zu Deinem Sprung war es Dir auch nicht so wichtig, oder?

Und nu hat jemand entdeckt, dass das Thema doch wichtig ist.

Ist bei uns übrigens genau umgekehrt: MIR wurde das auf einmal wichtig. ICH hatte da plötzlich Ansprüche. Und SIE? Sie hat mich gefragt, ob ich mir ein Leben ohne Sex mit ihr vorstellen könne.

Merke: Einfacher wird das alles nicht durch eine Außenbeziehung.

Prijon

Inaktiver User
06.09.2006, 00:27
Sei ehrlich: Bis zu Deinem Sprung war es Dir auch nicht so wichtig, oder?

Wars auch nicht, ich war ja ziemlich eingespannt Kinder Haus Beruf. Mir ist aber durch diese Krise erst bewußt geworden, was Sex sein kann.
Vielleicht ist es auch so, daß man mit dem Partner, mit dem man gut den Alltag meistert nicht immer auch intensiven außergewöhnlichen Sex haben können.
Da gibts auch bei mir viele Fragen dazu. Lieber gute Alltagsbeziehung, ..oder leidenschaftliche erotische Beziehung..

Dazu weiß ich mir leider keinen Rat momentan.
Grüße

Prijon
06.09.2006, 08:07
Da gibts auch bei mir viele Fragen dazu. Lieber gute Alltagsbeziehung, ..oder leidenschaftliche erotische Beziehung..


Na, beides!

Prijon

Inaktiver User
07.09.2006, 10:26
Hallo Prijon,
das wäre der Idealfall, beides zu integrieren. :erleuchtung:

Ich lese gerade verschiedene Bücher:buch lesen: von Hans Jellouschek dazu.

Mal sehen wie es sich bei mir/uns weiterentwickelt. Ich bin auf jeden Fall bereit mal genauer hinzusehen, was ich selbst bei mir noch entwickeln muß . Das macht mich unsicher doch ich spüre, daß ich es tun muß um persönlich weiter zu kommen.

Es tut mir sehr gut, hier in der Bricom zu lesen und zu merken, daß es soviele unterschiedliche Sichtweisen gibt.



Cafe- Grüße :smirksmile:

joy38
08.09.2006, 14:55
@blumenmond: entweder Du wirst Dich wieder an die gute Alltagsbeziehung gewöhnen mit all ihren Entbehrungen, oder Du wirst irgendwann zu der Erkenntnis kommen, dass es das nicht gewesen sein kann und ausbrechen. Natürlich müsste Dein Mann mit Dir reden um gewisse Probleme in Eurem Leben zu lösen. Aber wenn er es doch nunmal nicht kann/will ?
Du wirst Dich da entsch.müssen. Entweder die trügerische Sicherheit von Heim und Familie, mit demselben Frust den Du bereits kennst, oder ein Neuanfang. Nur den eben nicht mit Deinem Mann. Wäre das wirklich so furchtbar schlimm? Dinge wie Haus und Finanzen regeln sich meistens so oder so. Irgendwann denkt man, ohhh Mann, wie konnte das damals ein Grund gewesen sein unglücklich zu bleiben.
Also lass Dein Herz und Deine Gefühle sprechen und nicht Euer Bankkonto.

Es sei denn DU kannst aus vollem Herzen sagen: "Ich liebe meinen Mann, so wie er ist".
Kannst Du das?
Wenn nicht, so schrecklich es am Anfang sein mag, ziehe die richtigen Konsequenzen. Du machst schon das richtige, ich bin mir sicher.

Inaktiver User
08.09.2006, 15:46
Danke joy 38 für Deine Antwort.

Das mit der guten Alltagsbeziehung wär schon gut. Ich merke momentan einfach, was mir alles gefehlt hat und ich möchte nicht wieder in so einen Sog kommen.
War in letzter Zeit viel allein und hatte Zeit nachzudenken.
Weil ich 2 Kinder habe/gemeinsames Haus, geht es für mich jetzt auch darum es wirklich gut abzuklären mit meinem Mann, soweit das für ihn möglich ist. Und für mich, ich merke, wie sehr mein Herz bei dem anderen Mann war und teilweise noch ist. Ich schätze meinen Mann und er hat sich in der letzten Zeit verändert ist mir entgegenkommender in kleinen Dingen..

Glaube weder ausharren und weitermachen noch sich wieder in irgendeine Affäre zustürzen, wenn ich unzufrieden bin bringt mir was.
Im Grunde möchte ich nur einen Mann und eine Beziehung die funktioniert.

Was schlimm wäre/wird ist einfach eine Trennung wenn Kinder betroffen sind und davor habe ich richtig Angst.

Nachdenkliche Grüße