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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ständig schlechtes gewissen wegen eltern



sun_moon_stars
06.08.2006, 14:35
hallo,

also meine eltern sind beide nicht mehr ganz gesund, d.h. mein vater ist frührentner (rücken, darm) meine mutter kann ihre hände fast nicht mehr einsetzen sind verkrüppelt (hat mit rückenmarkkanal zu tun). ich (33) wohne 20km weg. meine brüder wohnen im selben haus meiner eltern.
da ich die einzige tochter bin mache ich mir riesen vorwürfe, dass ich helfen müsste, sie hat probleme en haushalt zu managen und mein vater sieht den dreck nicht..
meine brüder auch nicht, sind halt männer (sorry)
man muss meiner mutter beim anziehn und ausziehen helfen z.b. da ihr auch die kraft fehlt. beim kochen hilft ihr auch mein vater.
sie streiten aber oft, meine mutter meint immer, mein vater passt es nicht wenn er ihr helfen muss....
denkt ihr, dass meine eltern das erwarten, dass ich jedes we hinfahre zum putzen oder so?
da wir zwei häuser nebeneinander haben, könnten sie auch erwarten, dass ich in eins einziehe, und dann mich ständig um sie kümmern kann (wenn ich nicht in arbeit bin)
habe einen stressigen job.
habe mit mir selbst riesen probleme seit mein partner adieu gesagt hat...

auf eine antwort würde ich mich sehr freuen!

Inaktiver User
06.08.2006, 15:04
Hallo sun...,

auch Brüder können, trotz das sie männlich sind :smirksmile:, putzen, waschen, bügeln lernen!

Als 'Kind' wäre es für mich selbstverständlich, meinen Eltern zu helfen, wenn sie es selber nicht mehr können bzw nicht mehr alles können ohne Unterstützung. Ihr seid aber sogar 3 "Kinder" und die sollten sich die Arbeit teilen, ob es Deinen Brüdern paßt oder nicht.

Sollte zB einer Deiner Eltern mal in ein Pflegeheim müssen, würden ja auch alle 3 Kinder finanziell an den HeimKosten beteiligt. Warum dann nicht auch bei der Hausarbeit?

Vielleicht steht Deiner Mutter aber auch eine Haushaltshilfe für den Haushalt zu von ihrer Krankenkasse?

Ich würde mich an Deiner Stelle da nicht mit reinziehen lassen, also nicht ins Haus ziehen nebenan. Wenn Du Pech hast, wirst Du nur ausgenutzt, weil Du dann ständig zu Verfügung stehen kannst.

Es ist nicht einfach, wenn die Eltern alt werden. Aber bei aller Liebe und Pflichtgefühl sollte man sich selber nicht dabei vergessen und sich einen gewissen Egoismus bewahren.

Liebe Grüße...Mauserl

Inaktiver User
06.08.2006, 16:01
Nein, ich finde nicht dass man von dir erwarten kann deine Wochenenden ihnen zu opfern. Ein gewisses Maß an Hilfe ist okay, den Alltag müssen sie sich aber selbst organisieren. Es gibt viele Möglichkeiten von außen Hilfe zu bekommen, das macht auch Sinn, nur sie ist mit Kosten verbunden. Wenn deine Mutter ganz offensichtlich auf fremde Hilfe angewiesen ist bekommst sie Pflegegeld das sie einsetzen kann wie sie will. Hilfe beim Putzen, Anziehen u.s.w. Erkundige dich, in jeder Stadt oder Gemeinde gibt es Organisationen die kostenlos Informationen für dich haben. Viel Glück!

Inaktiver User
06.08.2006, 16:12
Es ist zwar schon einige Zeit her, aber ich erinnere mich gut daran, als meine Freundin in einer deiner sehr ähnlichen Lage war.
Kurz geschieden, eine dreijährige Tochter, anstrengende Arbeit und die verwitwete Mutter plötzlich erkrankt.
Auch bei meiner Freundin gab es einen Bruder, der nahe zur Mutter wohnte, sich aber wegen früherer Unstimmigkeiten kaum bei der Mutter blicken liess.
Meine Freundin ging an den Anforderungen des Berufes, ihres Kindes und der Mutter beinahe zugrunde.
Sie erzählte mir damals, dass sie eines nachts aufgewacht war, sich eine Zigarette angezündet hatte und in diesem Augenblick wusste, so weitermachen bedeutete ihren Tod.
Am Tag darauf fuhr sie zu ihrem Bruder und dessen Frau und machte tabula rasa, das heisst, sie erklärte, würde die Arbeit für die Mutter nicht aufgeteilt werden, sähe sie das geschwisterliche Verhältnis für gekündigt an.
Ihr Bruder war überrascht; wie die meisten Männer hatte er vermutlich angenommen, eine Frau mach alles mit links. Und die Schwägerin sah sich nicht in die Pflicht genommen.
Aufgrund der klaren Worte funktionierte von da ab die Versorgung der Mutter ganz gut.
Nun ist deine Situation vielleicht nicht so gravierend; aber nach meiner Auffassung solltest du mit deinen Geschwistern reden und die Pflichten gerecht und nicht nach Geschlecht aufteilen.

Meiner Schwiegereltern haben sich ein Haus im Ausland gekauft und leben nun viel dort.
Mein Mann und seine Brüder teilen sich auch die Sorge um die Eltern, indem die Brüder alles, was in dem Land, in dem die zwei Alterchen jetzt leben, für sie getan werden muss, übernehmen,
und wir, mein Mann und ich erledigen alles, was hier anfällt, ob die Schwiegerelten nur herkommen und eine Weile hier wohnen, zu Ärzten, Behörden begleitet werden müssen, usw.
Auch das läuft einwandfrei.

Gruss Colonna

Cassy
09.08.2006, 10:59
Auch ich finde das deine Brueder durchaus helfen koennen. Irgendwie muesste das doch unter einen Hut zu bringen sein. Das du jedes Wochenende opferst das kann man nicht verlangen und ich glaube auch deine Mutter moechte nicht das du dein Leben ihr zu liebe aufgibst.
Eine Mutter liebt ihre Kinder und will das sie gut leben.
Bespreche erst das Problem mit deinen Bruedern, vielleicht gelingt es Euch einen Plan auf zu stellen denn allen gerecht wird.
Und wenn das Woertchen muss weg ist und es heisst du kannst dann wird es fuer alle gut sein.
Liebe Gruesse Cassy

Cassy
09.08.2006, 11:02
Fragt mich nur keiner jetzt warum mein Beitrag 2 mal da steht.

Chris2008
09.08.2006, 15:12
Offenbar haben bisher weder Deine Eltern noch Deine Brüder gesagt, dass sie mehr Hilfe von Dir erwarten.
Vielmehr fragst Du dich, ob sie das erwarten und machst Dir auch schon selbst Vorwürfe.
Es liegt also ganz allein bei Dir, zu entscheiden, ob und wie viel Hilfe Du anbieten willst, WENN Du sie anbieten willst.
Möglichkeiten wären:
- Hilfe bei der Suche nach einer zuverlässigen Putzfrau.
Die Miete aus der Wohnung nebenan - die Du ja dann nicht benutzt - dürfte doch wohl für eine stundenweise Putz- und Haushilfe ausreichen.
- Begleitung bei Arztbesuchen
- Hilfe beim Beauftragen eines Pflegedienstes zum An- und Ausziehen, Waschen etc.
- Hilfe beim Schriftkram mit der Pflegeversicherung

Ausserdem solltest Du darauf bestehen, dass sich Deine Brüder ebenfalls an den Aufgeben beteiligen, z.B. Haus- und Gartenarbeiten. Aber achte darauf, dass der zeitliche Aufwand wirklich fair verteilt wird.
Wenn Deine Brüder kostenfrei (?) dort wohnen, sollten sie schon deshalb mehr Aufgaben übernehmen.

Frauen haben oft die Neigung, sich für alleinzuständig zu halten und zu wenig Unterstützung einzufordern oder anzunehmen.
Mach diesen Fehler nicht.

sun_moon_stars
15.08.2006, 16:07
vielen dank, ihr habt mir sehr geholfen und ich sehe dass ich nicht alleine bin auf diesem gebiet!

nein, niemand hat gesagt, dass sie von mir hilfe erwarten. aber ich meine es zu fühlen...
mit einem meiner brüder habe ich seit über einem jahr kein gutes verhältnis mehr, ich versuche aber das bald wieder einzurenken.

das mit der putzfrau ist so ne sache. da habe ich schon mal mit meiner mutter geredet, das müsste dann wohl eher jemand aus der nähe sein (sonst rentiert sich das nicht? oder doch) und da meine eltern auf dem land wohnen wo jeder jeden kennt ist es ihr sehr peinlich dass jemand ihren dreck sieht. es ist auch wirklich nirgends sauber und oft unordentlich. sie hat angst, dass im dorf bekannt wird wie dreckig es bei ihr ist... aber da wird sich schon irgendwie jemand finden.

lg