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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wieder-Übende für 4tes Kind



Yana
04.08.2006, 18:27
Da ich im Forum zwar viele freißig Übende für das erste Baby gefunden habe, aber leider niemanden, der für das 4te Kindlein übt, eröffne ich diesen Strang und hoffe, dass es vielleicht auch noch andere Frauen gibt, die mit einem vierten Baby liebäugeln.

Kurz ein paar Infos zu mir: ich bin 38 und habe drei süße Kinder im Alter von 10 und 5 Jahren und ein 3 Monate altes Baby.
Wie ihr schon sehen könnt, dauert das bei mir mit dem Schwangerwerden immer eeeewig :smirksmile: , deshalb will ich auch gar nicht viel Zeit verlieren, damit ich hoffentlich schon bald wieder Mama werden darf.

Ich würde mich freuen, wenn sich noch ein paar andere Mamas finden würden, die sich mit mir auf Nummer 4 einstimmen wollen.

Da der Altersabstand zwischen meinen bisherigen Kindern relativ groß ist, würden mich auch Erfahrungen interessieren, die andere Mütter mit geringerem Altersunterschied gemacht haben.
Muß ich evtl. mit körperlichen Komplikationen rechnen, falls es doch in nächster Zeit mit einer neuen Schwangerschaft klappen sollte?

Über eure Antworten freue ich mich sehr:Sonne:

Schussel
07.08.2006, 15:29
Hallo Yana!
ich übe zwar nicht für das vierte Kind, wollte Dir aber dennoch schreiben. Also ich finde es wirklich klasse, daß Du auch noch ein viertes Kind möchtest, nachdem ich in einem anderen Beitrag gelesen habe, daß Du einen Vollzeitjob hast. Wie machst Du das eigentlich? Was machst Du, wenn eines der Kinder krank ist? Und wie überstehst Du den Tag, wenn Dein Baby alle 3 Stunden nachst kommt?
Ich habe vor 4 Wochen ein Baby bekommen (mein Sohn wird im November 9) und werde ab März auch wieder Teilzeit arbeiten. Ich hoffe, daß die Nächte bis dahin besser werden, denn so wie sie jetzt sind, wüßte ich nicht, wie ich meinen Job anständig machen sollte.
Wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück, daß Baby Nummer 4 sich bald ankündigt.
Gruß, Schussel

Yana
10.08.2006, 14:36
Hallo Schussel,

Mein Baby ist drei Monate alt und ich habe das Glück wieder einen Krippenplatz bekommen zu haben. Meine ersten beiden Kinder waren auch direkt nach dem Mutterschutz in der Kinderkrippe, damit ich Vollzeit arbeiten konnte.

Der Kindergarten ist ja auch ein Ganztagesplatz. Schwieriger wurde es erst mit dem Schulbeginn, da hatte ich dann zeitweise ein Au-Pair Mädchen, das den Ältesten zur Schule gebracht hat, ihn auch wieder abgeholt hat und betreut hat bis ich um 17.45 nach hause kam. Mittlerweile wohnen wir nicht mehr so weit von der Schule entfernt, somit kann er ja den Weg alleine gehen.
Außerdem hat er an drei Tagen ohnehin bis 15.50 Schule und kommt erst um 16.20 nach hause.
Wenn der Zweite nächstes Jahr in die Schule kommt wird er an zwei Nachmittagen Schule haben. Da es in dieser Schule mittlerweile einen Hort gibt, der bis 17.30 Uhr geöffnet hat, werde ich ihn dort anmelden. Wenn dann der Unterricht des Großen zu Ende ist, wird er ihn vom Hort abholen und den Heimweg mit ihm antreten.

Das Baby wird von mir in die Krippe, die gleich bei meiner Arbeit um die Ecke ist, gebracht und abgeholt. Die Öffnungszeit der Krippe ist von 7.45 bis 17.30 Uhr. Meine Arbeitszeit von 8.00 bis 16.45 Uhr (Freitags bis 15.30 Uhr). (Vorher hatte ich bei einer anderen Krippe gebucht gehabt, die nicht so günstig zur Arbeit gelegen wäre und auch eine andere Organsisation nötig gemacht hätte. Man muß ja nehmen, was man bekommen kann, da man ja froh sein muss, wenn man überhaupt einen Krippenplatz ergattern kann. Ich hatte Glück und hab später doch noch einen Platz in meiner Wunschkrippe bekommen)

Das Krankheitsproblem der Kinder hat man normalerweise nur im ersten Krippenjahr. Da die Kinder da wirklich erst mal so alles einfangen, was in der Krippe so an Krankheiten rumschwirrt. Danach sind sie dann mit einer guten Immunität ausgestattet. Meine älteren beiden Kinder wurden danach fast nie krank (wenn doch, dann hab ich den angesparten Urlaub genommen) und ich hoffe, dass das auch bei dem Baby jetzt so sein wird.
Für eventuelle Baby-Krankheitsfälle heuer, habe ich soviel Urlaub wie möglich aus dem letzten Jahr gesammelt und ihn auf dieses Jahr übertragen lassen. So mache ich das jedes Jahr: alles was nicht unbedingt an Urlaub gebraucht wird, wird ins nächste Jahr übertragen. Man darf bei meinem Arbeitgeber bis zu 12 Tagen übertragen lassen.
Mein Ältester war in den letzten fünf Jahren nur letztes Jahr (da war er schon 9 Jahre alt) einmal kurz (2 Tage) krank. Da es nur eine leichte Erkrankung (ein wenig Übelkeit) war, habe ich ihn alleine mit dem Telefon neben dem Bett zu hause gelassen und regelmäßig angerufen, um zu erfahren wie es ihm geht. Natürlich hätte auch er jederzeit anrufen können, falls es ihm doch schlechter gegangen wäre und dann wäre ich sofort nach Hause gekommen. Tee und Zwieback hatte ich ihm neben das Bett gestellt. Es hat sehr gut funktioniert und er fand das auch richtig gut (wahrscheinlich, weil er da unkontrolliert fernsehen konnte :smirksmile: ).

Die Sache mit dem nächtlichen Schlafdefizit wegen des Babys ist natürlich keine leichte Sache. Ich trinke in der Arbeit sehr viel Kaffee und esse in der Kantine keine schweren Sachen, sondern nur Salate, damit ich nach dem Essen nicht müde werde.

Den Haushalt erledige ich abends ab 20 Uhr, da die Kinder um 19 Uhr ins Bett gehen. Am Samstag wird eingekauft und geputzt. Sonntag ist dann Familientag mit Ausflügen und Spielen.

Die Kinderkrippe kostet 500 EUR/mtl, der Kindergarten 200Eur/mtl.


Mit der Organisation klappt das ganz gut. Am Schwierigsten fand ich das damals beim ersten Kind, weil halt alles ganz neu war und ich auch alleinerziehend war (da sind ganz schön viel Tränen bei mir geflossen).
Es hatte alles seine positiven und negativen Seiten.
Negativ war und ist sicher, dass ich ganz gerne etwas mehr Zeit für mich hätte. Teilzeit arbeiten geht finanziell bei mir gar nicht.
Positiv ist, dass ich Karriere gemacht habe, die Kinder gut betreut und glücklich sind und es bei uns in der Arbeit ganz normal ist, so bald wie möglich nach dem Mutterschutz wieder zu arbeiten.
Früher, bei meinen anderen Arbeitgebern, war es eher normal, dass die Frauen Jahre zu hause geblieben sind, weshalb ich da immer der Rabenmutter-Exot war. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber ist es normal so schnell wie möglich wieder zu arbeiten.

Positiv ist auch, dass die Erfahrungen, die ich bisher mit Arbeiten und Kindern gemacht habe, mich motivieren noch ein Kind bekommen zu wollen, weil ich sehe, dass es machbar ist und dass sich meine Kinder wohlfühlen.

Negativ ist aber, dass sich in meinem Freundeskreis keine Mütter finden lassen, die mit Babys arbeiten. Meine Freundinnen waren in der Kleinkindphase Hausfrauen, die meine Probleme nicht nachvollziehen konnten und auch nicht verstanden haben.

Schussel
10.08.2006, 16:33
Hallo Yana!

Also ich finde es wirklich beeindruckend, wie Du das alles hinkriegst.
Ich war bei meinem ersten Kind auch alleinerziehend und hatte gerade mein 1. Staatsexamen gemacht. Das Referendariat und das 2. Staatsexamen habe ich dann um 15 Monate verschoben. Denn mir war klar, daß ich die Note für den öffentlichen Dienst schaffen muß. Denn wer stellt in der freien Wirtschaft schon eine Juristin mit Kleinkind ein?:wie?:

Ich hatte dann auch das Glück einen Krippenplatz zu bekommen. Und genau da liegt im Moment ein wenig mein Problem. Diese Krippe war klein und übersichtlich, nette Erzieherinnen etc. Leider hat diese Krippe zugemacht. Und die meisten Krippen, die ich mir für meine Tochter (1 Monat) angeschaut habe, sind groß und strukturlos (keine Gruppen, ein Haufen Kinder aller Altersklassen, die tun und lassen können, was sie wollen, wenn man sein Kind abholen will, weiß keiner Bescheid, wo es gerade ist). 2 Krippen sind sehr schön und beide auch in der Nähe meiner Arbeit. Da bin ich schon seit Monaten auf der Warteliste. Die eine nimmt aber erst Einjährige, die andere hat Wartezeiten von etwa 18 Monaten. Also vielleicht klappt es im September 2007.
Netterweise hat sich meine Mutter bereiterklärt unsere Tochter einige Monate vormittags zu betreuen. So kann ich ab März Teilzeit arbeiten gehen.

Es ist schön, daß es bei Dir in der Firma viele Mütter gibt. Ich mußte mir ja schon mit der Regelung, daß ich nach 7-8 Monaten in Teilzeit wiederkomme, genug dumme Bemerkungen anhören.

Ein weiteres Kind könnte ich mir im Moment nicht vorstellen. Gerade deswegen finde ich es klasse, wie leicht Dir das anscheinend fällt. Wolltest Du schon immer viele Kinder?

Gruß, Schussel

Yana
10.08.2006, 18:20
Hallo Schussel,

na ja, leicht fällt es nun nicht gerade. Ich fand es schon immer ganz schön schwierig erst mal überhaupt die Betreuung organisiert zu bekommen.

So konkret hatte ich mir früher gar keine Gedanken gemacht, ob ich viele Kinder haben will.
Das erste Kind war eine Überraschung in jeder Hinsicht, weil es nicht geplant war (aber natürlich willkommen). Ich hatte auch damals während der Schwangerschaft noch sehr romantische Vorstellungen vom Kinderhaben und landete dann ganz schön unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Nachdem ich angefangen hatte mich über eventuellen Erziehungsurlaub und Erziehungsgeld zu informieren, war sehr schnell klar, dass ich auf jeden Fall weiterarbeiten musste, um über die Runden zu kommen. Der nächste Schock war dann, dass ich feststellen musste, dass es so gut wie aussichtslos war einen Krippenplatz zu bekommen. Hab es allerdings dann doch geschafft.
Dann hatte ich natürlich nicht damit gerechnet, dass mein Kind im ersten Krippenjahr sooo viel krank sein würde und der permanente Schlafmangel hat mich wirklich fertig gemacht.
Kurz gesagt, es war ein einziger Horror und ich war todunglücklich. Weitere Kinder wollte ich definitiv nicht.

Mit den Jahren entstand dann aber eine gewisse Routine und unerfreuliche Überraschungen warfen mich nicht mehr so leicht um.

Als dann mich dann meine Frauenärztin von einer erneuten Schwangerschaft in Kenntnis setzte, war das zwar auch eine Überraschung, weil nicht geplant, aber ich wußte schon "wie der Hase läuft" und ging deshalb auch anders an die Sache heran. Vielleicht war ich gerade deshalb von dem zweiten Kind begeistert. Irgendwie lief es leichter, was aber nicht heißen soll, dass der Schlafmangel weniger schlimm gewesen wäre. Nur die Kinderkrippenplatzsuche war genauso schwierig und die Tatsache, dass die Kinder zu verschiedenen Einrichtungen gebracht werden müssen. Deshalb finde ich, dass längere Öffnungszeiten einfach besser wären, damit man nicht so hetzen muss.

Ansonsten hat eigentlich erst mit dem zweiten Kind der Wunsch eingesetzt mehr Kinder haben zu wollen.

Das jetzige dritte Kind war seit langem geplant, aber es wollte einfach nicht klappen mit dem Schwangerwerden. (Vielleicht mag mein Körper das nur alle 5 Jahre :smirksmile: ).
Nun hab ich auch endlich ein süßes Mädchen und ich bin begeistert.
Wahrscheinlich ist es auch bei mir mit drei Kindern gut machbar, weil der Altersunterschied relativ groß ist und deshalb die älteren Kinder schon ziemlich selbständig sind. Ob das mit kürzeren Abständen auch so gut klappen würde, weiß ich leider nicht. Deshalb war auch meine Frage eim Eingangsposting, ob mir jemand dazu was sagen könnte.
Ja und klar bin ich manchmal nur einfach müde und schlaff. Ich tröste mich dann immer damit, dass auch dieses Baby igendwann durchschlafen wird.

Gerne hätte ich noch ein Kind, was aber erst mal davon abhängen wird, ob es überhaupt noch klappt. Für ein Kind hätten wir auch noch ganz gut in der Wohnung Platz.

Im Prinzip hätte ich gerne eine große Familie, aber ich denke ab dem fünften Kind würde es doch sehr komplizíert werden hier in München ein passendes und vor allem erschwingliches Haus zu finden, denn unsere Wohnung wäre dann doch zu klein. Schließlich möchte ich ja, dass sich meine Familie auch wohl fühlt und sich niemand gegenseitig auf die Füße tritt.

Yana
13.08.2006, 10:03
Hallo Schussel,

ich wollte noch sagen, dass ich es ganz toll finde, dass du auch so bald wieder arbeiten gehen willst.
Laß dich von anderen Leuten, die gegen deine Berufstätigkeit sind nicht kirre machen. Du wirst sehen, dass es deinem Baby bestimmt nicht schadet, sondern dass es ihm sehr gut gehen wird.

In unserer Kinderkrippe sind die Kleinen bestens aufgehoben. Zwei Mütter müssen ihre Kinder abends regelrecht einfangen, weil diese nicht mit nach hause gehen wollen.
Mein mittleres Kind war damals, als ich es aus der Kinderkrippe nahm, weil es die Sommerferien bei Oma verbringen sollte, regelrecht beleidigt und hat jeden Tag geweint, weil es seine dortigen Freunde vermisst hat.

In dieser Krippe machen die Erzieherinnen regelmäßig Fotos von den Aktivitäten mit den Kindern, die bei den Eltern natürlich reißenden Absatz finden.

Da die Kinder so gut aufgehoben sind, geht man natürlich auch beruhigt und mit Freude zur Arbeit.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bald mit einer geeigneten Betreuung bei dir klappt :allesok: .

Nette Grüße

Yana

Hornilla
13.08.2006, 12:41
Hallo Yana,

ich übe auch nicht fürs 4.Kind, sondern fürs erste, aber ich möchte Dir hier echt meinen Respekt aussprechen! Ich finde es ganz toll, wie Du das hinkriegst, Du machst mir echt Mut.
Ich finde es schön, dass es Familien mit Mut zu vielen Kindern gibt. Wir möchten auch gerne mehrere. Wenn man dann solche Beiträge wie Deinen liest, bekommt man richtig Lust darauf...




Ich wünsche Dir ganz, ganz viel Glück, dass es bald klappt mit Baby Nr.4!!!


Liebe Grüße

Hornilla