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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Um den Partner kämpfen = wie ein Hund um die Beine streichen?!



Feuerblut
03.08.2006, 18:37
Hallo Ihr Lieben hier!

Das Forum hier ist für mich eine hilfreiche Entdeckung
und ich habe hier schon einige Stunden mit Tränen in
den Augen mitgelesen, fühlte mich getroffen und er-
kannt, konnte durch Eure "Geschichten" einiges für
mich verstehen. Für meine eigene "Geschichte" fehlen
mir noch immer die Worte. Immer sind es so viele
Erklärungen, und es bleiben doch so viele Lücken, ich
kann meinen Empfindungen nicht gerecht werden im
Moment und so tue ich das irgendwann, wenn ich es
kann.

Das Forum hier heißt "Um den Partner kämpfen".
Was soll das nur bedeuten? Kämpfen? Wenn ich mich
beobachte, wenn ich Erzählungen von anderen lese
habe ich immer mehr den Eindruck, kämpfen heißt
auf Eiern laufen, vorsichtig sein, sich unglaublich
zurücknehmen, falsche Rücksicht nehmen, weich sein,
verständnissvoll alles ertragen was einem entgegen
gebracht wird, sich Sorgen machen ob man sich zuviel
oder zu wenig meldet, ob man etwas richtiges oder
falsches gesagt hat, usw. die Liste ist soo unglaublich
lang.

Niemand soll sich angegriffen fühlen, ich beobachte
das vor allem AN MIR im Umgang mit meinem Mann.
Ich beobachte eine Kopie von mir, die anders ist,
die scheinbar nicht so sein kann/darf wie sie wirklich
ist, die nicht sagen kann was sie wirklich denkt, die
eine kranke Sicht auf die Dinge zu haben scheint
und immer überlegt was gut wäre, wie es gut wäre
zu agieren, reagieren usw.

Kämpfen? Mag ja sein, dass das auch eine Form ist
zu kämpfen, aber meist wirkt es destruktiv auf mich,
ein bisschen zu fremdgesteuert aus Liebe und Hoffnung?

Ich wünsche mir und ich arbeite daran meinem Ex-Partner
endlich wieder die Frau zeigen zu können die ich bin, jenseits der
weichen Töne und der Vorsichtigkeiten.
Ich habe ihn schon verloren, wie komme ich nur darauf,
dass die liebe, verständnissvolle Frau etwas daran ändern
könnte?

Kennt das jemand von Euch?
Ich möchte in seiner Gegenwart authentisch sein können, echt.
Und wenn mir danach ist ihn aus Ärger anzuschreien, statt
freundlich zu nicken, dann soll es so sein!
Wie komme ich aus diesem Eierlauf wieder raus?
Erst wenn alle Hoffnung begraben ist? Er ist der Totengräber und
das Loch ist fast fertig, lang wird es also wohl nicht mehr dauern
ehe die Hoffnung verschwunden ist.

Lieber Gruß,
Feuerblut

Anastasia1960
03.08.2006, 19:08
Was ist denn passiert? Erzähle doch mal, warum kannst du nicht so sein wie du bist?

Feuerblut
03.08.2006, 19:19
Liebe Anastasia,

das ist nicht in wenigen Sätzen beschrieben.

Irgendwann nach der Trennung, die nun schon 2,5 Jahre
her ist wurde ich ein Lamm ihm gegenüber. Ich wollte oder
wünsche ihn mir zurück, sehr. Aber es gibt keine Hoffnung
dafür, ich weiß das eigentlich. Vielleicht möchte ich ihm auf
meine liebevolle weiche Art irgendwas zeigen - Verständnis,
Wärme? Ganz sicher bin ich schon immer eine liebevolle und
warme Frau für ihn gewesen, aber ich scheine es ihn nun
besonders kuschelig machen zu wollen und verleugne mich
dabei. Mache es ihm leicht und mir schön schwer, mag die
Frau die das tut nicht.

Vielleicht wächst das Verhalten auch auf Schuldgefühlen.
Ich habe die Trennung vor 2,5 Jahren gewollt und jetzt reue
ich so sehr, wünsche wir hätten eine neue Chance, ich weiß
es nicht.

Ganz egal warum, selbst wenn es eine Chance gäbe, ganz sicher
nicht wenn ich vor ihm rumrobbe und mich klein mache. Hin und
wieder gelingt es mir mich zu wiedersetzen und dann bin ich schon
froh und lobe mich für normal menschliches Handeln, für Grenzen
setzen, wo sie doch eigentlich immer sein müssten.

Wir sehen uns regelmäßig, wir haben ein gemeinsames Kind und
es passiert mir immer wieder, dass ich mich so verhalte.


Lieber Gruß,
Feuerblut

Anastasia1960
03.08.2006, 19:24
Ja wenns denn keine HOffnung mehr gibt, warum verhältst du dich so? M.E. verliert der andere nur den Respekt wenn der Partner sich so unterordnet.

Warum hast du die Trennung gewollt?

Ypnowoman2
04.08.2006, 00:45
Feuerblut
ich glaube, in deinem Fall würde "kämpfen" eher über die Gründe nachzudenken, die euch auseinander gebracht haben, und da anzusetzen um es zu ändern.
Kämpfen heisst nicht kriechen und nicht auf Eier zu laufen. Das bedeutet nur zu versuchen den anderen zu bezirzen und ist eigentlich unfair ihm gegenüber, auch wenn dir das vielleicht unbewusst ist.
Dein ExPartner scheint es zu merken, und vielleicht deswegen mag er dich in dem Moment nicht.

Feuerblut
05.08.2006, 12:21
Liebe Ypnowoman,

ja, es mag eine Form von Becircen sein, aber sie ist wenig
hilfreich und zudem fühle ich mich dabei selber schiefliegend.

Die Gründe unserer Trennung habe ich lange schon begriffen,
ich kenne meine Fehler und unsere Probleme. In der Theorie
habe ich das alles verstanden und wünsche mir sehr eine
Chance auf ein neues gemeinsames Leben. Doch diese Chance
bekomme ich wohl nicht, er ist in einer Beziehung - nicht richtig glücklich, auch mit Trennungsgedanken. Das löst bei mir allerlei Gedanken aus, Hoffnung die offensichtlich nicht da sein sollte.
Irgendwie habe ich meinen Stolz während der Trennung verloren -
und weiß mit dieser Entwicklung nicht viel anzufangen und fühle mich gräßlich dabei.

Vielleicht denke ich, oder habe den Wunschgedanken, dass
er dadurch erkennt, was für eine liebevolle Frau ich bin, dass
er bei mir Ruhe und Verständnis finden kann. Er hat ein sehr
anstrengendes Leben zwischen Beruf, als getrennter Vater
und als Lebenspartner seiner Freundin. Er ist sehr zerrissen
und gestresst.
Ich möchte das nicht als Taktik meinerseits formulieren, weil
es mir nicht bewußt ist. Ich versuche zu verstehe warum ich
mich so verhalte. Es macht mich hilflos und defensiv.

Ich wünschte ich könnte ihn loslassen, das war mir schon
fast gelungen vor einigen Monaten und dann kam alles wieder
zurück zu mir. Es tut unheimlich weh, eine Roßkur. Die Hoffnung
hat keinen Ausschalter, sie stirbt langsam.

Ratlose Grüße,
Feuerblut

Ypnowoman2
06.08.2006, 13:32
Weisst du was ich tun würde, Feuerblut? Ich würde ihm das genauso erzählen. Es hat mit Stolz verlieren/wieder gewinnen nichts zu tun, nur mit Klarheit und Ehrlichkeit unter erwachsenen Menschen. Und wenn du dann seine ehrliche Meinung darüber hörst, wird es dir vielleicht wieder leichter fallen, dich "normal" zu benehmen. Es sei in Richtung Annäherung, oder beim Loslassen. Vielleicht tust du das weil du nicht weißt wo du bei ihm dran bist.
Es wäre eine Möglichkeit.

Inaktiver User
07.08.2006, 11:27
Liebe Feuerblut!


Aber es gibt keine Hoffnung
dafür, ich weiß das eigentlich.

Was macht Dich, abgesehen vom langen Zeitraum, den Ihr ohne einander seid, so sicher, dass es keine Hoffnung gibt? Gerade weil Eure Beziehung nun schon so lange beendet ist, wird es doch sicherlich etwas geben, woraus sich Deine Hoffnung nährt, die Du zweifelsohne hast, auch wenn Du sie eigentlich nicht haben willst.
Es wäre schön, wenn Du das etwas genauer erklären kannst. :blumengabe:

Inaktiver User
07.08.2006, 13:54
liebe feuerblut

freue mich,nun in 'deinem' strang zu lesen und dich zu begleiten!
ich kann deine gefühle gut nachvollziehen,es ist nicht schön,zu erkennen,welche fehler man gemacht hat und denkt,so nun ist aber die chance vorbei....
mit meiner meinung schliesse ich mich voll ypnowoman an,ehrlichkeit ist immer der beste weg!
ihr seht euch regelmässig,du weisst,dass er nicht glücklich ist,es besteht doch die möglichkeit,dass er auch noch irgendwie an dir hängt?das ende der beziehung damals wolltest du,aber er hat wohl auch seinen teil zum scheitern beigetragen.
spricht er mit dir über die probleme mit seiner freundin?
deine sanfte und liebevolle art kannst du ihm doch auch vorerst rein freundschaftlich zeigen,ihn durch seine probleme begleiten und einfach für ihn da sein.

wie du ja weisst,bin ich mit meine freund und vater meines kindes nach 2,5 jahren wider zusammen gekommen,der hauptgrund zu diesem schritt war meine offenheit ihm gegenüber.ich habe ihm meine gefühle beschrieben,auch dass ich unsere fehler erkannt habe und mit ihm eine 2 te chance möchte.
oh gott,was hatte ich für eine angst damals,aber weisst du,was er mir sagte,er fühlte ganz genauso,traute sich aber niemals diesen direkten weg der ehrlichkeit.
es gibt auch die möglichkeit eines briefes,beschreibe dich,du bist die mutter seines kindes,was gibt es schöneres,als wenn eine familie wieder zusammen findet.nimm die chance wahr,öffne dich ihm,sonst wirst du nie deine ruhe finden und kannst loslassen.
alles liebe
alexandra

Feuerblut
08.08.2006, 12:20
Liebes Muschelchen und liebe Alexandra,

ich schreibe noch mehr dazu. Es ist irgendwie schwer Worte
dafür zu finden. Ich habe es mehrfach versucht, wollte unsere
Geschichte aufschreiben. Ich hoffe es gelingt mir jetzt.

Ich danke Euch sehr für Eure Worte - es ist gut, dass ich hier
bin und dieses Forum gefunden habe.

Lieber Gruß,
Feuerblut