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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bekenntnis zur Familienplanung



Inaktiver User
27.07.2006, 09:31
Gestern habe ich erfahren, dass eine meiner Kolleginnen schwanger ist - ich hatte es schon am kleinen Bäuchlein erahnt, wollte aber nicht aktiv danach fragen (Fettnapfgefahr!).
Es freut mich für sie (32), verheiratet.

Allerdings ist sie nicht die erste Frau Ende 20/Anfang 30, die die Schwangerschaft kommentiert mit "ist halt passiert, ich vertrage halt die Pille nicht".
Ich wollte nicht diskutieren, habe ihr einige gute Wünsche mit auf den Weg (nach Hause) gegeben und habe meine Gedanken heruntergeschluckt.

Warum wird die Familienplanung auf diese Weise gerechtfertigt?
Da wird jahrelang erfolgreich verhütet und just wenn von aussen der nicht-verbalisierte Druck durch Eltern/Schwiegereltern da ist "versagt" die Methode.

Diese Häufung in meinem Bekanntenkreis "unglücksseliger Zufälle macht mich traurig.
Wer nicht penibel verhütet, "riskiert" eine Schwangerschaft.
Warum wird die Entscheidung für ein Kind nicht offen ausgesprochen?
Ich habe das Gefühl, dass sich Frauen um mich herum vor dem offenen Bekenntnis zum Kind verstecken - Warum?

Ich habe mit der Kollegin in den vergangenen 12 Monaten häufiger über berufliche und private Planungen gesprochen (sie hat vor 1,5 Jahren geheiratet).
Mein inneres Gefühl hat mir gesagt, dass sie schwanger werden wird.
Vielleicht bin ich deshalb auch so irritiert ob ihres Kommentars. :regen:

Bitte gebt mir einige Gedanken zum Thema.

Cariad
27.07.2006, 10:09
Mein Chef sagt: Alle Mitarbeiterinnen, die zu ihm kommen und sagen, sie seien schwanger, stellen das als völlig überraschenden, ungeplanten Zufall hin. Als sei es ein geschäftsschädigendes Verhalten, für das man lieber nicht die Verantwortung übernehmen möchte. :freches grinsen:

Ich finde das auch witzig. Ist im beruflichen Umfeld wohl nicht so furchtbar ernst zu nehmen - gegenüber Kollegen gibt man vielleicht ungern zu, dass man aus freier Entscheidung den Job erstmal an den Nagel hängt.

Mach dir keine Gedanken darüber. Es klingt so, als sei das Kind gewünscht und willkommen. Was will man mehr?

Grüße, Cariad

Inaktiver User
27.07.2006, 10:17
Ja, der Gedanke mit dem Job kam mir auch - sie ist beruflich recht angefressen (verständlicherweise).
Dem Chef gegenüber würde ich so was auch nicht unbedingt stecken.
(Obwohl der selbst gerade mit Anfang 40 angeblich ungewollt zum dritten mal Vater geworden ist.)
Sie will ja auch gar nicht aussteigen, sondern nach der geburt weiter arbeiten.
Wie auch immer, ich habe vollstes Verständnis für einen Babywunsch und würde mich so gerne mit ihr freuen.

Ich hoffe, dass das Kind willkommen ist - ich habe schon strahlendere Schwangere gesehen (Vielleicht liegt´s auch daran dass sie permanent göbeln muss).

Jo68
27.07.2006, 15:00
Gyldensternchen: :schild genau:

Ja, ich kenne auch ein paar "Wir haben nicht aufgepasst"-Kinder und frage mich auch immer, warum diese Ausrede??? Klar, ich kenne auch ein paar echte "Unfälle", aber bei vielen geht's mir genau wie Dir, und ich frage mich, warum sie nicht einfach dazu stehen.

Übrigens kenne ich ähnliches von Hochzeiten. Kaum einer sagt: Wir wollen einfach heiraten. Die meisten faseln was von Steuern, Hausbauen oder den Eltern o.ä. Warum? Wieso ist das anscheinend so schwer, einfach zu sagen: "Wir wollen heiraten und wir wollen ein Kind"? :wie?:

Inaktiver User
27.07.2006, 15:24
Genau das frage ich mich auch.

Meine Freundin hat mich angerufen und erzählt, dass sie heiratet - da wusste ich sofort, dass sie schwanger ist und habe mich soooo für sie gefreut.

Ich selbst will nicht heiraten (oder vielleicht erst im Alter) und will keine Kinder. Aber trotzdem freue ich mich für meine Lieben, die das planen und damit glücklich werden wollen.

Ich finde die Ansage "ist halt passiert" so wenig freudig und wenn man so ein Kind nicht wollen Herzens aktiv haben will, dann kann und soll man es doch lassen.
Erwarte ich in dem Punkt zuviel Engagement/Planung/Motivation?

Elwyn
27.07.2006, 16:05
@Gyldensternchen

ich erlebe das ganz unterschiedlich.

Sehr nüchterne Leute in meinem Bekanntenkreis feiern wider Erwarten nun die romantische Traumhochzeit mit Kirche und allem drum und dran.

Andere heiraten nur im engsten Kreis ohne viel Drumherum, manche sogar trotz Liebe tatsächlich in erster Linie wegen der Steuern.

Auch in Bezug auf Schwangerschaft ist es mal so mal so. Mal stehen beide dazu, mal nur sie, und er wollte gar nicht richtig. Naja, dann kann sie auch nicht romantisch herumtönen.

Und ausserdem kenne ich auch diesen Zweckpessimismus, die Dinge etwas vorsichtiger und weniger enthusiastisch anzugehen - schliesslich weiss man nicht, ob das alles so klappen wird mit Kind und Schwangerschaft oder auch mit der Ehe.

Ja, und dann gibts sicher Leute, die etwas vorsichtiger sind mit freudevollen Ansagen, weil das Gegenüber möglicherweise in einer Situation ist, in der das verletzen könnte. Wenn ich beispielsweise wüsste, das jemand sich schon lange ein Kind wünscht, aber nicht bekommen kann, dann würde ich ihm nicht gerade das Baby-Hurra ans Bein binden.

Also, ich sehe nicht wirklich einen Trend, nur unterschiedliche Charaktere.

:smile:

Inaktiver User
27.07.2006, 16:10
Und die Ist-irgendwie-passiert-Variante kennst Du auch?
Wie empfindest Du das als Aussenstehende?

Elwyn
27.07.2006, 16:20
Und die Ist-irgendwie-passiert-Variante kennst Du auch?
Wie empfindest Du das als Aussenstehende?





Die Variante kenne ich aus meinen Studententagen. Ich habe da selten dran geglaubt, dass das nur irgendwie passiert ist, denn die betreffenden Frauen haben die Pille irgendwie absichtlich plötzlich vergessen. Meistens stand der betreffende Partner nicht so hinter der Schwangerschaft. In einigen Fällen wurde sich dann leider auch getrennt.

Ich denke, dass da oft eine interne Familienplanungs-Diskussion dahintersteht. Warum sollte man das nicht wörtlich nehmen. Irgendein abtörnendes Moment scheint es ja zu geben.

:knatsch:

Inaktiver User
27.07.2006, 16:37
Den Erfahrungshorizont habe ich auch.
Mönsch, das macht mich traurig. So´n Wurm hat doch irgendwie ein Recht auf 2 freudig erregte werdende Eltern, sag ich mal so.

Elwyn
27.07.2006, 16:45
Gyldensternchen

kannst du dir vorstellen, dass mir das mal irgendwie umgekehrt passiert ist. Eine gute Freundin von mir hat sich mal sehr offen und freudig zu einer Schwangerschaft bekannt. Da ich aber skeptisch war, weil ihre Umstände eher weniger mit dem Kinderwunsch vereinbar waren, konnte ich mich echt nicht so gut mit ihr freuen.

Das war mir auch sehr unangenehm! Da ist es mir manchmal lieber, dass nicht so ein "Freu-dich-mit-mir"-Erwartungsdruck aufgebaut wird.

:knatsch:

Inaktiver User
27.07.2006, 16:51
Die umgekehrte Situation hatte ich schon häufig - leider.

Ich habe da noch so eine unbeantwortete wir-sind-jetzt-endlich-zu-viert-Mail im Postfach.
Vor der Beantwortung drücke ich mich erfolgreich, weil jede positive Bekundung meinerseits eine Lüge wäre.

Inaktiver User
27.07.2006, 17:34
So´n Wurm hat doch irgendwie ein Recht auf 2 freudig erregte werdende Eltern, sag ich mal so.



Wieso? Es gibt viele Frauen, die speziell in der ersten Phase der Schwangerschaft alles andere als euphorisch und glücklich sind. Und zwar nicht, weil sie keine guten, liebenden zukünftigen Mütter sind, sondern weil sie sich vielfach erstmal mit der ja nun wirklich fundamental lebensverändernden Situation anfreunden müssen. Und auch wenn einem bspw. permanent speiübel ist und die Hormone Achterbahn fahren, dann sind das nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um als strahlendes Honigkuchenpferd durch die Welt zu traben.

Eine gute Freundin ist die ersten 3 Monate nur wie ein Häufchen Unglück durch die Gegend geschlichen. Die wollte immer Kinder, aber als Sohn Nr.1 ungeplant unterwegs war, hat es sie erstmal umgehauen. Die Freude kam dann später. Mit fortschrietender Schwangerschaft wurde sie immer zuversichtlicher und freute riesig aufs Kind. Und spätestens als der Sohn auf der Welt war, kannt die Begeisterung keine Grenzen. Und trotz anfänglicher Depristimmung ist sie eine tolle Mutter geworden.

Gruß, Spellbound

xanidae
27.07.2006, 21:54
:ahoi:

ich gehöre zu denen 'ups - passiert'. beim ersten kind wurde mir anfang april gesagt, dass ich ohne hormonelle hilfe nicht schwanger werden könne und ich solle diverse untersuchungen über mich ergehen lassen. mein mann meinte darauf hin, dass wir dann erstmal nicht verhüten sollten - wenns doch klappt gut, wenn nicht auch nicht schlimm. es klappte sofort im 1. zyklus nach dieser aussage - die überraschung war groß und wir haben auch eingestanden, dass das SO nicht geplant war.

kind nr. 2 wollte ich nach der hochzeit meiner freundin im sommer angehen. a) wollte ich mich nochmal richtig betrinken b) wollte ich ein sommerkind. tja, wir haben einmal die kondome weggelassen und ich war schwanger, das mit dem betrinken und dem sommerkind konnte ich mir abschminken. :yeah:

gerade beim 2. mal war ich sehr überrascht, weil ich einfach nicht daran dachte so schnell schwanger zu werden. ich dachte das was wohl immer mal gedacht wird 'ach, bei dem einen mal wird schon nix passieren'. - obwohl ich beruflich immer wieder mit teenagern zu tun habe, die die verhütung verpeilt haben! denen habe ich immer gepredigt: 'nur einmal ohne und du kannst schwanger sein'. doch bei mir habe ich nicht daran geglaubt.

es war jedes mal eine positive überraschung und ich bin dankbar für diesen 'einfachen' weg.
doch von planung kann ich bei mir nicht sprechen.

Inaktiver User
28.07.2006, 09:06
So´n Wurm hat doch irgendwie ein Recht auf 2 freudig erregte werdende Eltern, sag ich mal so.



Wieso? Es gibt viele Frauen, die speziell in der ersten Phase der Schwangerschaft alles andere als euphorisch und glücklich sind. Und zwar nicht, weil sie keine guten, liebenden zukünftigen Mütter sind, sondern weil sie sich vielfach erstmal mit der ja nun wirklich fundamental lebensverändernden Situation anfreunden müssen. Und auch wenn einem bspw. permanent speiübel ist und die Hormone Achterbahn fahren, dann sind das nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um als strahlendes Honigkuchenpferd durch die Welt zu traben.

Eine gute Freundin ist die ersten 3 Monate nur wie ein Häufchen Unglück durch die Gegend geschlichen. Die wollte immer Kinder, aber als Sohn Nr.1 ungeplant unterwegs war, hat es sie erstmal umgehauen. Die Freude kam dann später. Mit fortschrietender Schwangerschaft wurde sie immer zuversichtlicher und freute riesig aufs Kind. Und spätestens als der Sohn auf der Welt war, kannt die Begeisterung keine Grenzen. Und trotz anfänglicher Depristimmung ist sie eine tolle Mutter geworden.

Gruß, Spellbound




Bin bin dankbar für die Gedanken.

In meinem Kopf ist irgendwie so eine ganz andere Vorstellung von dem "Projektstart" und dem Ablauf vernagelt.....vielleicht sollte ich dies überdenken.

Inaktiver User
28.07.2006, 09:39
es war jedes mal eine positive überraschung und ich bin dankbar für diesen 'einfachen' weg.
doch von planung kann ich bei mir nicht sprechen.




Nun gut, Du hast den Zeipunkt der Schwangerschaften nicht geplant, aber Du hast den Kinderwunsch ja ganz klar formuliert und "daran gearbeitet".
Vielleicht ist das ja in Deinem Fall genau richtig gewesen, so entspannt auf die Angelegenheit zuzugehen :jubel:.......

Laborschnecke
28.07.2006, 10:48
Hallo Gyldensternchen,
ich denke auch, dass es mit den Hormonen zu tun hat. Neulich war hier auch ein Post von einer Frau, die schwanger war (geplant) und sich nicht freuen konnte und sich darüber gewundert hat (und nicht im Babywunsch posten mochte, weil die alle so euphorisch sind...).
Der Mann meiner Freundin sagte über ihre erste Schwangerschaft: Im ersten Drittel hatte ich eine Frau, die komisch wurde, dann kamm das "Ich freu mich"-Drittel und dann hatte sie nur noch schwer zu tragen...

Ich habe gerade drei schwangere Freundinnen, die alle im Spätsommer entbinden. Der Umgang der Drei damit könnte unterschiedlicher nicht sein: Die erste freut sich sehr sichtbar, überall in der Wohnung liegen irgendwelche Broschüren, Zeitschriften usw. herum, die mit dem Kinderkriegen und -haben zu tun haben, die andere sagt nur: Ich bin froh, wenn ich es ´raus habe. Ansonsten steckt sie noch im Studium, sie hat aber bei meinem letzten Besuch Babywäsche sortiert und in der neuen Wohnung ein Kinderzimmer (was Nummer eins noch gar nicht hat)- ein sehr praktischer Mensch eben. Nummer Drei wird gerade zum zweiten Mal Mama. Sie wirkt fast ein wenig routiniert, hofft bloß, dass Baby 2 ein weniger ruhiger wird als der große Bruder.
Gewollt war es im Grunde bei allen- wenn auch bei der zweiten nicht gerade jetzt.
Auch wenn sie es sehr unterschiedlich ausdrücken, ich denke, dass sich alle freuen.

Elschen
28.07.2006, 12:48
Hallo Ihr Lieben,

Ihr hattet auch den AG angesprochen, dem gegenüber man besser sagt, dass es ungeplant ist bzw. viele Fraue es so handhaben. Also dazu kann ich nur sagen, wenn ein Mitarbeiterin zu mir kommt und mir sagt, dass sie schwanger ist, dann habe ich immer ein besseres Gefühl, wenn sie das Gefühl vermittelt oder es sogar ausspricht, dass es geplant war (natürlich nur, wenn es auch geplant war). Ich kann dann sicher sein, dass sie sich schon über ihre Zukunf in unserem Unternehmen Gedanken gemacht hat. Das finde ich als Vertreterin des AG besser. Natürlich ist nicht alles planbar, was mit der Schwangerschaft und dem Familienzuwachs auf sie/ihn zukommt - aber ich hab dann das Gefühl, die wissen was sie wollen.

Leider ist in unserem Unternehmen noch keine Frau aus der Elternzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt - aber das ist ein anderes Thema.

Elschen

Inaktiver User
28.07.2006, 13:03
Leider ist in unserem Unternehmen noch keine Frau aus der Elternzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt - aber das ist ein anderes Thema.




..........arbeiten wir im gleichen Unternehmen oder ist dies kein trauriger Einzelfall.
Mein AG ist dafür bekannt, in diesen Dingen sehr sehr schwierig zu sein. Ich habe so schon eine handvoll ganz toller Kolleginnen "verloren".

Inaktiver User
28.07.2006, 13:15
Auf der Arbeit kann es auch sein, dass die Kollegin sich nicht öffentlich traut, sich zu freuen, viele Frauen fühlen sich ja wie potenzielle Firmenzerstörer, wenn sie es wagen schwanger zu werden.

Dann ist es einfach eine wahnsinnig intime Angelegenheit, an die sich frau erst gewöhnen muss, meine beste Freundin ist gerade schwanger und die hat auch solche Kommentare losgelassen, sie war überfordert mit der neuen Situation, mit ihrem Körper, mit sich selbst, mit ihren Finanzen, eigentlich mit allem, wenn ich mir das gerade so überlege. Am liebsten hätte sie die Schwangerschaft outgesourced und großzügig ihrem Freund überlassen. :freches grinsen:

Jetzt ist sie im 5. Monat, kriegt einen Bauch (naja, eher: hat schon einen) und fängt an sich zu freuen, am Anfang konnte sie sich nicht freuen, da sie dauerfertig und müde war und dachte, sie kriegt ihr ganzes Leben weggenommen.

Nach dem ersten Aufklärungsgespräch bei der Ärztin, wollte sie bis Januar (= Entbindung) das Haus nicht mehr verlassen und hat sich wegen der Nahrungsmitteleinschränkungen (bzw. Empfehlungen, was man darf und was eher nicht) aufgeführt, als sei sie eine Gorgonzola und Sushi-abhängige Alkoholikerin, die jeden Tag eine Flasche Schnaps kippt. Auch logische Einwände halfen da nicht viel (z.B. "Du trinkst sowieso keinen Alkohol und du hasst Sushi!", als Antwort kam dann nur: "Aber die ganze Zeit hätte ich gedurft!" :wie?: :gegen die wand:), ich gebe auch den Hormonen die Schuld... :schild genau:

LG
Estrella

Inaktiver User
28.07.2006, 13:23
Insgesamt ist auch weniger die fehlende Vorfreude, ich ich "beklage".
Das erschliesst sich mir mittlerweile dann doch schon deutlicher.

Die Ansage "Verhütung hat halt versagt" als vorgeschobener Fakt ist so .......*gmpf*.......überflüssig und angesichts ihrer Tätigkeit und des entsprechenden Umfeldes fast lächerlich.

Jo68
28.07.2006, 14:35
Ich erwarte eigentlich auch keine riesige Baby-Euphorie (ganz ehrlich, das kann auch tierisch nerven - und das sage ich als überglückliche Schwangere, die trotzdem einen Bogen um sämtliche Broschüren, Ratgeber und "Profischwangere" macht :freches grinsen:).

Aber mir ist halt ein paar Mal so eine entschuldigende Aussage begegnet, eben dieses "wir haben nicht aufgepasst", und ich habe mich dann immer gefragt, warum da jemand das Gefühl hat, sich entschuldigen oder rechtfertigen zu müssen? Ähnliches gilt für die Hochzeit, da kam es mir auch oft so vor, als hätten diejenigen das Gefühl, etwas zu tun, das einer ausführlichen Erklärung oder eben Rechtfertigung bedarf. Diesen Rechtfertigungsdrang finde ich seltsam, als sei es etwas Unanständiges oder Unsinniges, zu heiraten oder Kinder zu bekommen. Warum nicht einfach sagen: Wir tun das jetzt und basta?

Elschen
28.07.2006, 14:49
Hallo Gyldensternchen,

nein, das ist bestimmt kein trauriger Einzelfall - wobei ich sagen muss, dass niemand wirklich rausgeschmissen wurde. Es war mehr oder weniger gegenseitiges Einvernehmen - ganztägige Beschäftigung war von Keiner gewollt und ein Halbtagsjob ist oft nicht interessant, wenn noch Fahrzeit/-geld usw. dazukommt.

In dem Zusammenhang wollte ich auch nochmal darauf hinweisen, dass eine Frau, die aus der Elternzeit zurückkommt auch die A****karte gezogen hat, wenn es um betriebsbedingte Entlassung und Sozialauswahl geht. Da steht sie nämlich ganz unten auf der List - wer 2 oder 3 Jahre lang vom Geld des Partner leben konnt, der kann das auch in Zukunft. Ein angestellter Singel ist auf sein Gehalt viel eher angewiesen. Das sollte man immer im Kopf behalten - so einfach ist das nicht mit dem Arbeitsplatz, der für einen frei gehalten werden muss. Ob das nun fair ist oder nicht steh auf einem andern Blatt, man sollte es nur nicht vergessen!

Viele Grüsse

Elschen

Inaktiver User
28.07.2006, 14:55
@Jo:



Diesen Rechtfertigungsdrang finde ich seltsam, als sei es etwas Unanständiges oder Unsinniges, zu heiraten oder Kinder zu bekommen. Warum nicht einfach sagen: Wir tun das jetzt und basta?



Exakt!
Ich würde das niemals negativ kommentieren! Auch wenn ich ganz anders lebe.

Latona
30.07.2006, 01:31
Ich habe Verständnis dafür, dass eine Frau dem Arbeitgeber gegenüber ihre Familienplanung nicht unbedingt offen legen will. Schließlich ist ja auch die entsprechende Frage im Einstellungsgespräch nicht umsonst unzulässig.

Ich habe jedoch neulich von einer Untersuchung gelesen, der zufolge fast 50% aller Frauen unbeabsichtigt schwanger werden und das Kind dann auch kriegen! Und da frag ich mich schon, ob so etwas wie Familienplanung im Leben dieser Frauen überhaupt eine Rolle spielt. Setzen sich diese Frauen wirklich damit auseinander, ein (weiteres) Kind zu wollen und den entsprechenden Raum in ihrem Leben für dieses Kind einzuplanen? Oder nehmen wie es einfach, wie es kommt, denn so ist es gut? (Und stellen nachher fest, dass sie sich mit einem (weiteren) Kind völlig überfordert fühlen?)

Etliche Frauen habe ich sogar im Verdacht, dass sie sich ihre weitere Lebensplanung gerne von Mutter Natur abnehmen lassen. Dann können sie zu Hause bleiben und müssen sich nicht mehr dafür rechtfertigen, warum sie nicht mehr erwerbstätig sind und ihr eigenes Geld verdienen. Männer können sich niemals so aus der Erwerbsarbeit rausstehlen, wenn sie auf ihren Job keinen Bock mehr haben. Für Frauen bietet Mutterschaft in Deutschland immer noch die perfekte Ausrede, nichts mehr mit all diesem Scheiß zu tun haben zu müssen.

Inaktiver User
30.07.2006, 07:31
Etliche Frauen habe ich sogar im Verdacht, dass sie sich ihre weitere Lebensplanung gerne von Mutter Natur abnehmen lassen. Dann können sie zu Hause bleiben und müssen sich nicht mehr dafür rechtfertigen, warum sie nicht mehr erwerbstätig sind und ihr eigenes Geld verdienen. Männer können sich niemals so aus der Erwerbsarbeit rausstehlen, wenn sie auf ihren Job keinen Bock mehr haben. Für Frauen bietet Mutterschaft in Deutschland immer noch die perfekte Ausrede, nichts mehr mit all diesem Scheiß zu tun haben zu müssen.



Das sehe ich genauso! Habe schon so haeufig erlebt, dass Frauen "ungewollt" schwanger wurden genau dann wenn es im Studium oder Beruf schwierig oder perspektivlos wurde und das Kind die Gelegenheit war, auszusteigen, oder zu versuchen, einen Mann an sich zu binden. Ich glaube schon, dass manche wirklich ungewollt schwanger werden und tatsaechlich ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen muessen. Aber ich wundere mich seit einigen Jahren auch ueber die grosse Anzahl von Frauen in meinem Umfeld, die behaupten, sie seien ueberraschend und ungeplant schwanger geworden. So haeufig kann man doch gar nicht ungewollt schwanger werden, ohne dass man eine Schwangerschaft nicht wenigstens riskiert hat, oder?

Aber trotzdem: ich glaube diesen Frauen, dass sie es ernst meinen, wenn sie von "ungeplant" reden. Es sind doch meistens die Frauen, die sowieso keinen Plan haben. Sie machen halt irgendeine Ausbildung, weil man halt eine machen muss; ueben halt irgeneinen Beruf aus, weil man ja von irgendwas leben muss; und haben eine Beziehung zu irgendeinem Mann, weil es irgendwie dazugehoert, einen Mann zu haben. Und irgendwann bekommt man dann ein Kind. Nichts ist wirklich gewollt und mit Leidenschaft verfolgt, alles laeuft in vorgegeben Pfaden, ohne wirkliche Ueberraschungen und auch ohne Plan. Alles nicht wirklich gewollt, aber auch nicht vehement nicht gewollt.

Inaktiver User
30.07.2006, 08:39
Aber trotzdem: ich glaube diesen Frauen, dass sie es ernst meinen, wenn sie von "ungeplant" reden. Es sind doch meistens die Frauen, die sowieso keinen Plan haben.



Ja , sehe eich ähnlich.
Hier im konkreten Fall ist aber aber ein klein wenig anders - sie ist hochqualifiziert und will auch umgehend weiter arbeiten (das wird bei dem AG und den Eltern/Schwiegereltern weit weit weg spannend).



Das sehe ich genauso! Habe schon so haeufig erlebt, dass Frauen "ungewollt" schwanger wurden genau dann wenn es im Studium oder Beruf schwierig oder perspektivlos wurde und das Kind die Gelegenheit war, auszusteigen, oder zu versuchen, einen Mann an sich zu binden.



Ich belege immer mehr, ob ich dieses "ungewollt" wirklich kritisieren sollte. Wenn so eine Notbremse genutzt wird, hat das (ausser bezüglich Beziehungsangelegenheiten!!!) vielleicht auch etwas Gutes.
Viele Menschen trauen sich nämlich nicht, einen Cut zu machen obwohl es dringend nötig wäre.

Ich mag halt diese "passiert"-Ausrede mit gegenüber nicht.
Wenn ich Menschen nahe bin, sind sie meist auch selbstreflektiert und es besteht kein Grund mit gegenüber nicht offen zu sein.

Offen gestanden stehen die Kollegin und ich uns nahe, aber nicht super-intim nahe.
..........und auf der inhaltlichen Ebene nervt ihr Job sie seit einiger Zeit mächtig an.

Inaktiver User
30.07.2006, 09:37
Interessantes Thema, mir begegnet dieses Phänomen mit steigendem Alter nämlich auch immer häufiger!
In meinem Bekanntenkreis sind aktuell 4 Schwangere. Bei allen war es angeblich ein Unfall.
Ich frag mich eben auch, warum hat die Verhütung jahrelang funktioniert und urplötzlich nicht mehr?
Bei einigen Bekannten war es auch so, dass der Mann nicht so recht wollte und ein *Pillenunfall* nun mal vorkommen kann. Da waren die Frauen einfach zu feige klar zu sagen: Ich will ein Kind!

Während meiner Schwangerschaft wurde ich auch tatsächlich von fast allen Leuten gefragt, ob es denn ein Unfall war! Und die meisten waren erstaunt, wenn ich sagte, dass es geplant war!

Insgesamt ärgert mich auch die Unehrlichkeit. Eine (meiner Meinung nach?!) ganz gute Freundin hat ein Kind im Alter meiner Tochter. Angeblich *halt passiert* sie dachte immer, sie könne nicht schwanger werden.
Kaum war das erste da - schwupp - wieder schwanger! WIEDER ein Unfall?!
Da frag ich mich für wie blöd werd ich da gehalten?!

LG
Nele, die gerade aktiv am 2. plant :-)

Inaktiver User
30.07.2006, 11:32
Ein wirklicher Kinderwunsch paßt wohl einfach nicht so richtig in die heutige Zeit. :wie?: :schild uups:

Inaktiver User
30.07.2006, 12:06
Ein wirklicher Kinderwunsch paßt wohl einfach nicht so richtig in die heutige Zeit. :wie?: :schild uups:



Das kann ich kaum glauben!
Meine beste Freundin hat vor drei Wochen ihr erstes absolutes Wunschkind bekommen und meine Cousine wird ab dem Herbst das zweite aktiv angehen.
...und ich freue mich furchtbare für beide und darauf, dass ich demnächst vielleicht Patentante werden darf.
Meine Chefin würde auch gerne eines bekommen - aber sie ist mittlerweile Ende 30 und hat seit Jahren leider Single!

Vielleicht ist das eine Frage der perspektive - ich fühle mich permanent von meiner Umgebung genötigt, weil ich immer noch kein Kind habe und auch keins will.

Inaktiver User
30.07.2006, 14:04
Ein wirklicher Kinderwunsch paßt wohl einfach nicht so richtig in die heutige Zeit. :wie?: :schild uups:



Es ist wohl weniger der Kinderwunsch, der nicht in die Zeit passt, sondern der Wunsch vieler hochqualifizierter Frauen, trotz Kind weiterhin erfolgreich berufstätig sein zu können. Und mit erfolgreich meine ich eben nicht einen stupiden Minijob weit unter Qulifikation, sondern die Fortsetzung dessen, was man vor der Schwangerschaft auch gemacht hat.

Obwohl sich viele AG nach aussen hin als mütterfreundlich verkaufen (macht sich ja schließlich auch nett in puncto fortschrittliches Image...), sieht es hinter den Kulissen oft ganz anders aus. Nicht ohne Grund kehren nur so wenige Frauen nach der Elternzeit wieder in den Beruf zurück. Die sind bestimmt nicht alle plötzlich zu begeisterten Nurhausfrauen- und -muttis mutiert. Ich habe es im Freundeskreis direkt erlebt. Frauen, denen man nach Mitteilung der Schwangerschaft ganz klar kommuniziert hat, dass es ja nun mit der Karriere vorbei sei. O-Ton des ehemaligen Chefs meiner besten Freundin "Teilzeit ist ja ne tolle Sache, aber eins sage ich ihnen gleich, nicht bei mir in der Abteilung". Und mit Teilzeit meinte meine Freundin lediglich, ihre (offizielle) 40-Stundenwoche für einen gewissen Zeitraum auf 32 Stunden zu reduzieren....

Hätte Sie natürlich einklagen können, aber ein anderes ungeschriebenes Gesetz in den meisten Firmen lautet doch, dass jeder, der dabei beobachtet wird, wie er das Betriebsratsbüro oder das der Frauenbeauftragten verlässt, seine Karriere ebenfalls gleich an den Nagel hängen kann.

Ich finde diese Zustände katastrophal und es wundert mich wenig, wenn auch deshalb manch berufstätige Frau anbetracht ihrer frischen Schwangerschaft vielleicht nicht ganz so euphorisch ist, wie man das bei einem Wunschkind erwarten würde. Jede halbwegs reflektierte Frau denkt schließlich über die Elternzeit hinaus. Und wenn bereits vorher klar ist, dass einem seitens des AG massive Steine beim Wiedereinstieg in den Weg gelegt werden, schürt das sicher manche Zukunftsangst.

Gruß, Spellbound

Landerun
30.07.2006, 14:10
Ein wirklicher Kinderwunsch paßt wohl einfach nicht so richtig in die heutige Zeit. :wie?:



Stimmt. Eine Bekannte lästerte neulich sogar über Heidi Klum, was das denn solle mit dem dritten Kind - sie hätte doch schon zwei, das müsse reichen... Hä? :wie?:

Inaktiver User
30.07.2006, 14:17
Ein wirklicher Kinderwunsch paßt wohl einfach nicht so richtig in die heutige Zeit. :wie?:



Stimmt. Eine Bekannte lästerte neulich sogar über Heidi Klum, was das denn solle mit dem dritten Kind - sie hätte doch schon zwei, das müsse reichen... Hä? :wie?:



Ich habe nichts gegen berufstätige Mütter - aber die Frage, ob man Kinder in die Welt setzen sollte, wenn sie primär bei anderen Menschen als den Eltern aufwachsen darf man wohl zumindest mal stellen.

In meinem Freundeskreis habe ich auch schon bitterböse Stimmen über "abwesende", weil Full-time-berufstätige Mütter gehört - von den mittlerweile erwachsenen Kindern wohlgemerkt.
Originalton:
Diese Frau ist nicht viel mehr als meine leibliche Mutter - aber einen wirklichen Bezug hatte ich nie.

Cariad
30.07.2006, 15:36
@Gyldensternchen: Du hast alles in allem ziemlich hohe Erwartungen an Mütter, oder? Sie sollen die Kinder geplant haben, sie sollen glücklich sein, sie sollen nicht arbeiten... Nix für ungut. :blumengabe:

Mein Vater war auch full-time berufstätig, und trotzdem würde ich nie sagen, dass er "nur leiblicher Vater" wäre und ich keinen Bezug zu ihm hätte. Auch als Vollzeit arbeitendes Elternteil hat er mich entscheidend geprägt und war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte.
Bestimmt gibt es schlechte arbeitende Mütter, ebenso wie es schlechte full-time-Mütter gibt. Und nun?

Alles in allem glaube ich, dass man besser lebt, wenn man die Ansprüche an seine Mitmenschen nicht zu hoch ansetzt. :allesok:

Grüße, Cariad

Inaktiver User
30.07.2006, 15:54
@Gyldensternchen: Du hast alles in allem ziemlich hohe Erwartungen an Mütter, oder? Sie sollen die Kinder geplant haben, sie sollen glücklich sein, sie sollen nicht arbeiten... Nix für ungut.



@Cariad: Du hast einige Aussagen meinerseits nicht richtig verstanden.
Ich habe hohe Ansprüche an ELTERN - gestatte mir bitte die genaue Differenzierung.


Ja, Kinder sollen meiner Ansicht nach geplant/gewollt werden - von zwei Menschen in Absprache miteinander.
Zumindest sollte man verhüten, wenn Kinder ausdrücklich nicht gewünscht werden.

Wo habe ich gesagt, dass MÜTTER nicht arbeiten sollen?
Allerdings bekenne ich mich deutlich dazu, dass es bessere Konstellationen gibt als zwei vollständig berufstätige Elternteile ausser Haus.

Ich meinem Freundeskreis teilt man die Erziehungsarbeit zwischen beiden Elternteilen auf - und ich finde das sehr lobenswert. Augen auf bei der Partnerwahl!

Ich habe oben lediglich eine Freundin zitiert, die sich über die Abwesenheit der berufstätigen Mutter in ihrer Kindheit beschwert hat.
Es gibt sicher auch haufenweise Kinder, die als Erwachsene den abwesenen Vater bedauern - mir persönlich fällt derzeit nur niemand ein.
Ich hatte das Glück in der Konstellation Hausfrau/Beamter aufzuwachsen - das waren sehr anwesende Eltern.

Man kann nicht alles haben im Leben und darüber muss man sich bewusst sein.

Inaktiver User
30.07.2006, 16:02
Ich finde diese Zustände katastrophal und es wundert mich wenig, wenn auch deshalb manch berufstätige Frau anbetracht ihrer frischen Schwangerschaft vielleicht nicht ganz so euphorisch ist, wie man das bei einem Wunschkind erwarten würde. Jede halbwegs reflektierte Frau denkt schließlich über die Elternzeit hinaus. Und wenn bereits vorher klar ist, dass einem seitens des AG massive Steine beim Wiedereinstieg in den Weg gelegt werden, schürt das sicher manche Zukunftsangst.




Du hast Recht - so was gibt es häufig.
Der Mann der Kollegin liegt gerade in den Endzügen der Diss. - *puh*, die Sorgen würde ich auch nicht noch einmal haben wollen.







Hätte Sie natürlich einklagen können, aber ein anderes ungeschriebenes Gesetz in den meisten Firmen lautet doch, dass jeder, der dabei beobachtet wird, wie er das Betriebsratsbüro oder das der Frauenbeauftragten verlässt, seine Karriere ebenfalls gleich an den Nagel hängen kann.



Eine Ex-Kollegin hat das durchgezogen - letztendlich wurde sie dann Ex-Kollegin, weil sie innerhalb der Abteilung keinen Fuss mehr auf den Boden bekommen hat.
Mach Dir Human Ressources zum Feind und Du kannst Dir lieber gleich was neues suchen.

Cariad
30.07.2006, 16:24
@Gyldensternchen: Pardon, vielleicht habe ich dir etwas unterstellt! Nur liest man hier - und in den Medien - selten bis nie Vorwürfe gegen Vollzeit arbeitende Väter, aber doch regelmäßig gegen Vollzeit arbeitende Mütter. Aber mit dem Beispiel meines Vaters wollte ich zeigen, dass man auch arbeiten und trotzdem ein gutes, präsentes, liebendes und prägendes Elternteil sein kann.



Ja, Kinder sollen meiner Ansicht nach geplant/gewollt werden - von zwei Menschen in Absprache miteinander. Zumindest sollte man verhüten, wenn Kinder ausdrücklich nicht gewünscht werden.



Mit der Einstellung "Menschen sollten so und so sein" kommt man nicht weit. Menschen sollten auch nicht zu schnell Auto fahren, Menschen sollten nett zu ihren Nachbarn sein, Menschen sollten sich Partner aussuchen, die ihnen guttun, Menschen sollten ihren Beruf nach bestem Wissen und Gewissen ausüben... Aber wenn wir den Blick von den anderen auf uns selbst richten, merken wir, dass wir all diesen Ansprüchen selbst auch nicht immer gerecht werden.


Vielleicht ist es ja so, dass die ungeplanten Mütter deiner Bekanntschaft auch den eigenen Ansprüchen nicht gewachsen waren ("Bevor ich ein Kind bekomme, sollte ich meine Ausbildung beendet / meine Ehe in Ordnung gebracht / 10.000 Euro gespart / meine Vetragsverlängerung in der Tasche haben") und dann eben doch wider alle Planung ein Kind bekommen haben, weil sie irgendwo in sich drin merkten, dass eben nie ein Zeitpunkt kommt, an dem alles zu Erledigende auch erledigt ist.

Grüße, Cariad

Inaktiver User
30.07.2006, 16:36
Nur liest man hier - und in den Medien - selten bis nie Vorwürfe gegen Vollzeit arbeitende Väter, aber doch regelmäßig gegen Vollzeit arbeitende Mütter. Aber mit dem Beispiel meines Vaters wollte ich zeigen, dass man auch arbeiten und trotzdem ein gutes, präsentes, liebendes und prägendes Elternteil sein kann.



Yupp - man kann auch als Vollzeit arbeitendes Elternteil präsent sein.
Auch mir ist der Ausdruck "Qualitätszeit" ein Begriff :allesok:

Ich prangere ganz bewusst das derzeit gelebte Sytem (Frau steckt automatisch beruflich zurück) an.



Erstens geht es durchaus auch anders, wie ich erfahren/erleben durfte.

Zweitens solle auch ich als kinderlose Frau für andere Lösungen kämpfen.
Denn solange die Zustände so sind wie sie sind, bin ich als gebährfähige Frau auch weitehin beruflich in meiner Weiterentwicklung benachteiligt - zumindest die nächsten 10 jahre.
Erst wenn die Elternzeit für Väter nomal ist - wird der Faktor "gebährfähig" weniger entscheident als jetzt.









Mit der Einstellung "Menschen sollten so und so sein" kommt man nicht weit. Menschen sollten auch nicht zu schnell Auto fahren, Menschen sollten nett zu ihren Nachbarn sein, Menschen sollten sich Partner aussuchen, die ihnen guttun, Menschen sollten ihren Beruf nach bestem Wissen und Gewissen ausüben... Aber wenn wir den Blick von den anderen auf uns selbst richten, merken wir, dass wir all diesen Ansprüchen selbst auch nicht immer gerecht werden.




Ich habe nicht wirklich viele Ansprüche an andere Menschen ausser einen universellen:
Agiere verantwortungsbewusst und reflektiert, insbesondere wenn andere Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Pullunda
31.07.2006, 03:41
Es ist seltsam, mir ist auch aufgefallen, dass 99,9% aller Krabbelgruppenkinder, die ich kenne, von den Eltern laut deren Auskunft ungeplant sein sollten.
Ab dem Alter von 30 Jahren verträgt ja sowieso urplötzlich keiiiiiine Frau die Pille mehr...;) Hach, und alle anderen Verhütungsmittel taugen ja nichts... :knicks:

Ich glaube, neben all den bereits hier aufgeführten Gründen und Motiven geht es auch darum - z.T. sicher unbewusst - dass viele Leute heutzutage sich scheuen, die volle Verantwortung für das "Gelingen des Kindes/Experimentes" übernehmen zu wollen.
Angst vor der endgültigen Verantwortung ist vielleicht heute, in meiner "Gebärgeneration", häufiger als noch in den glücklichen 70-ern?
Hat man das Kind nicht geplant, ist man in den Augen der Mitmenschen auch nicht absolut "Selbst schuld" bei jeglicher Art von "Misslingen".
Zumal Kinder ja inzwischen einfach ganz, ganz toll werden MÜSSEN hierzulande. Und die Umstände der Eltern ganz, ganz toll sein SOLLEN, bevor sie Kinder kriegen DÜRFEN.
Ist nur eine Theorie:
Wer *aus Versehen" schwanger wird, hat immerhin eine gute Rechtfertigung dafür, wie er (oder besser gesagt sie) es WAGEN kann, ohne großes Kinderzimmer oder Viertürer oder tolle Berufsaussichten oder tollen/reichen Ehemann oder super Oma oder perfekte Gesundheit oder perfektes Alter ODERODERODERODER (!) ein Kind zu bekommen, HEUTZUTAGE!
Wie sie es WAGEN kann, ein Kind mit weniger als perfektem Chancenpaket überhaupt auf den Weg zu schicken!
Ich finde die Reaktion auf diesen unterschwelligen Druck sehr menschlich, wenn ichs mir recht überlege gerade.

Mich hat das Lügen, was dieses Thema betrifft damals (also vor einem Jahr) auch genervt und ich habe es dann extra gerade andersherum gemacht:
Jedem der es wissen wollte erzählt, ab wann wir die Pille absetzen wollen.
Jedem erzählt, dass wir *eigentlich keinen Grund* zum Heiraten haben, noch nicht einmal wilde Romantik. ;)
Vermutlich ist's auch vielen peinlich, wenn's nicht klappt- schon haben wir wieder die Versagensangst!

O.K., man könnte aus alldem schlussfolgern, dass der Leistungsdruck inzwischen auch Einkehr gehalten hat in die Liebe und Familienplanung.

Den Hauptgrund für mein Unverständnis muss ich noch kurz offenbaren:
Offen gestanden würde ich mich als Schwangere schlecht gegenüber meinem Kinde fühlen, wenn ich fälschlicherweise über es rumerzählte, dass es nicht so richtig gewollt war.
Vielleicht bin ich da kitschig oder abergläubisch, obwohl esoterische Tendenzen mir da ansonsten total fremd sind.
Das Kind wurde gewollt, "geplant", es hat sich vertrauensvoll in meinen Bauch begeben - ich würde mich schämen, es vor dem ersten Hahnenschrei x-Mal zu *verleugnen*, anstatt zu ihm zu stehen.
Aus Prinzip, ehrenhalber.
Wie fände ich es, wenn mein Mann über mich erzählen würde:
"Ach, die ist mir halt so zugelaufen, ich bin da so reingeraten in diese Ehe, obwohl ich gar nicht so richtig wollte...ich find's jetzt aber doch ganz o.k., soweit..."?

Falls jemand versteht, was ich damit meine.

(Was natürlich im Umkehrschluss überhaupt nicht bedeuten soll, dass ungeplante Kinder ungeliebter sind - sind sie nicht.
Aber wenn sie geplant sind, muss man sie nicht "schlechtmachen", anstatt einfach zuzugeben, mit welch widersprüchlichen Gefühlen und Versagensängsten auch eine "Wunschmutter" zu kämpfen hat.) *Gedankenverwirr*

LG, Pulla

Grummelchen
31.07.2006, 11:30
Also, ich hab mit meiner Familienplanung nie hinterm Berg gehalten. Weder bei der Hochzeit, noch beim Kinderwunsch. Meine (!) Hochzeitsankündigung bei der Chefin hat mir zwar leider eine "gute" Kollegin abgenommen, was mich total geärgert hat, aber ich hab für die Schwangerschaftsmeldung daraus gelernt.. :lachen:

Zum Thema Baby="Unfall". Vor meinem ersten Kind hab ich fast 10 Jahre panisch verhütet, weil es "gerade nicht passte", als es dann an die absichtsvolle Produktion ging hatte ich die Panik, dass ich überhaupt nicht schwanger werden könnte (hat ja auch 8 Monate gedauert)... Schon bescheuert.

Jetzt als Stillmama (noch) zu Hause bin ich mit dem Baby so ausgelastet, dass ich teilweise zu doof zum Pille nehmen bin. Kein Scherz, was ich nicht aufschreibe, vergesse ich sofort. Ich glaub manchmal echt, mein Hirn ist geschrumpft. :heul:

Tja, und wenn sich dann mal eine günstige Gelegenheit für eheliche Zweisamkeit ergibt, bin ich nicht immer sicher, ob ich das Zeugs heute schon genommen hab. Und Kondome sind doof und außerdem vertrage ich sie nicht. Und irgendwie ist es auch gerade nicht mehr so wichtig, ob Nr. 2 jetzt schon oder erst in einem halben Jahr entsteht... weil herzlich erwünscht ist unsere nächste kleine Lärmquelle :freches grinsen: schon. Deshalb kann ich verstehen, warum zumindest die Zweit-Kinder nicht immer unbedingt geplant sind. Meine Chefin würde zwar heulen, wenn ich ihr schon wieder abhanden käme (fange im September wieder an), aber sie weiß schon, dass es bei dem einen eh nicht bleiben wird...

Grundsätzlich wundere ich mich allerdings auch, dass erwachsene Leute von "Unfällen" sprechen, wenn sie ungeschützten Verkehr hatten. Ich lang ja auch nicht auf die heiße Herdplatte und wundere mich, wenn's dann zischt... :freches grinsen:

Schönen Tag,
G.

Schussel
31.07.2006, 11:32
Es gibt wirklich geplante Kinder und Hochzeiten, die nicht aus steuerlichen Gründen stattfinden. Ich bin ein lebendes Beispiel dafür. :freches grinsen:
Wir haben im Oktober 05 einfach nur aus Liebe geheiratet (und das als Steuer- bzw. Wirtschaftsjuristen :fg engel:) und weil wir ein Kind wollten. 9 Monate später kam unser geplantes Wunschkind. Und wir haben daraus auch nie ein Geheimnis gemacht.
Mein erstes Kind war jedoch ungeplant. Kenne also beide Situationen. Und kann sagen, daß man beide gleich liebt.

Inaktiver User
31.07.2006, 11:39
Jetzt als Stillmama (noch) zu Hause bin ich mit dem Baby so ausgelastet, dass ich teilweise zu doof zum Pille nehmen bin. Kein Scherz, was ich nicht aufschreibe, vergesse ich sofort. Ich glaub manchmal echt, mein Hirn ist geschrumpft.



Ich will Dich in der Hinsicht mal ein klein wenig beruhigen - stillen ist zwar keine 100% Verhütung, bei den meisten Frauen ist aber die Fruchtbarkeit schon sehr herabgesetzt.
Wenn Du die Pille dann annäherungsweise regelmässig nimmst, besteht wenig Anlass zur Sorge.

Immerhin denkst Du aktiv drüber nach :blumengabe:!

Inaktiver User
31.07.2006, 12:27
Die Verhütung ist nur dann gesichert, wenn man wirklich alle 4 Stunden still. Daher also mehr als riskant. :smirksmile:

Inaktiver User
31.07.2006, 12:35
Die Verhütung ist nur dann gesichert, wenn man wirklich alle 4 Stunden still. Daher also mehr als riskant. :smirksmile:



Lies doch noch mal genau - ich habe nicht von gesicherter Verhütung gesprochen (das ist übrigens auch bei 4-h-Abstand nicht bei allen Frauen zu 100% gegeben).
Ich sprach von herabgesetzer Fruchtbarkeit.

Wie auch immer - Hauptsache, es wird mitgedacht :yeah:

Grummelchen
31.07.2006, 14:27
Es ist mir doch absolut klar, dass ich nicht sicher verhüte und riskanten Sex habe (immerhin hab ich ab und zu wieder welchen :jubel:). Aber sichere Verhütung ist mir jetzt einfach nicht mehr so wichtig wie vor dem ersten Kind. Da war ich das Uhrwerk in Person. Und wenn "es" jetzt schon passieren würde, empfände ich es nicht mehr als totale Katastrophe. In dieser Hinsicht habe ich mich eben verändert.

Trotzdem finde ich es irgendwie albern, wenn man nicht zu seinem Kinderwunsch stehen kann und statt dessen so tut, als ob die Schwangerschaft einfach so mit einem passiert sei und man ÜBERHAUPT keinen Einfluss darauf hatte. Immerhin hatte man ja wohl vorher mal Sex und der soll doch mit dem Babymachen was zu tun haben, oder etwa nicht? Was ist denn am Kinder kriegen (wollen) so peinlich?

Grüßles,
G.

Inaktiver User
31.07.2006, 14:38
Was ist denn am Kinder kriegen (wollen) so peinlich?




Nix, sage ich mal so .......... :tassenkasper:.........

Inaktiver User
31.07.2006, 15:51
Ich wunder mich immer, dass die Verhütungsmittel als 100%ig sicher betrachtet werden.

Meine Tochter existiert trotz Kondom (naja, das war wirklich nicht sicher) und Pille. Und "gewollt" war sie zu dem Zeitpunkt aber ganz sicher nicht. Da ich mich aber in einem gesicherten beruflichen Umfeld befand/befinde, habe ich mich für sie entschieden.

Hätte ich mich anders entscheiden sollen, um nicht in das Raster "zu blöde und faul zum Verhüten" zu fallen?

Inaktiver User
31.07.2006, 16:06
Meine Tochter existiert trotz Kondom (naja, das war wirklich nicht sicher) und Pille. Und "gewollt" war sie zu dem Zeitpunkt aber ganz sicher nicht. Da ich mich aber in einem gesicherten beruflichen Umfeld befand/befinde, habe ich mich für sie entschieden.

Hätte ich mich anders entscheiden sollen, um nicht in das Raster "zu blöde und faul zum Verhüten" zu fallen?


Was meinst du wohl, wie viele Kinder in meiner Nachbarschaft 'nicht gewollt' sind. :smirksmile:
Mein Mann und eine Freundin waren es übrigens auch nicht. :schild uups:

Inaktiver User
31.07.2006, 16:09
Ich wollt schon antworten, da hab ich gemerkt, dass du geändert hast.
Kurzfristig spielte ich mit dem Gedanken meiner völligen Erblondung.

Inaktiver User
31.07.2006, 17:14
Ich wunder mich immer, dass die Verhütungsmittel als 100%ig sicher betrachtet werden.




Die Pille ist zu theoretisch zu 99.9 % sicher und praktisch zu 99.0 % - das ist wissenschaftlicher Fakt.
Man muss sich allerdings schon an die mittlerweile durchweg bekannten Spielregeln halten.

Die Kombination von Pille/Kondom ist übrigens so sicher, dass sie vom Gesetzgeber für Probanden in Klinischen Studien sowie bei Verschreibung bestimmter Medikamente (wie zum Beispiel Thalidomid) vorgeschrieben ist (um teratogene Schäden zu verhindern).

Fazit:
Ich glaube keiner Frau auf diesem Planeten, dass die Verhütung versagt hat.
Da stoppe ich jedes Gespräch - ich diskutiere ja auch nicht über Marias´ Empfängnis.

Aber wer´s als Legitimation für sich braucht - bitteschön. :zauberer:

Lavendula
31.07.2006, 18:13
Gyldensternchen, die Pille hat - um deine Zahlen zu nehmen, eine Pearl Index von 0,1. Das bedeutet, dass bei korrekter Einnahme von 1000 Frauen, die mit Pille verhüten, in einem Jahr eine schwanger wird. Dazu kommen Anwendungsfehler/ Vergessen, Krankheit und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, dann sind wir bei einer pro hundert. Auch wenn die Pille trotzdem noch 99mal funktioniert hat- das ist gar sooooo wenig nicht- wollen wir mal ausrechnen, wieviele Bricom User pro Jahr schwanger werden würden, wenn alle mit der Pille verhüteten? Und wie viele in fünf Jahren?

Ich will nicht wegreden, dass es vorkommt, dass Frauen bewusst die Pille "vergessen". Aber die Diskussion abbrechen und Mariä Empfängnis aus dem Hut zu zaubern finde ich doch ne Stufe zu viel.

Im Übrigen glaube ich, dass viele Paare Kinder eben so passieren lassen, auch die inteligenten, gebildeten, verantwortungsvollen. Vielleicht gerade die. Denn eigentlich ist immer jetzt gerade ein ganz schlechter Zeitpunkt für ein Kind, weil es im Job nicht passt oder finanziell nicht sicher genug ist.. und man kann durchaus auch mal Angst und ganz schlicht Selbstzweifel bekommen, wenn das Leben sich von Grund auf verändert und man obendrein die Kontrolle abgibt. Die Pille kann man ja scon in der Planungsphase absetzen und irgendwann schläft die Verhütung eben ganz ein. So hab ich es jedenfalls schon oft mitbekommen.
Warum auch nicht? Wenn man ehrlich ist, kann man Schwangerwerden ohnehin nur zulassen. Dass es die Qualität der Elternschaft steigert, wenn man den vollen (teilweise absurden) Begattungsstress hinlegt, wage ich zu bezweifeln.

Im Extremfall fällt eine Entscheidung für ein Kind erst in der Schwangerschaft- aber es bleibt doch eine Entscheidung dafür.
Ich selbst war ungeplant- passieren gelassen, nach zwei Wunschkindern, die jeweils jahrelang auf sich haben warten lassen. Als ich als Teenie meine Mutter mal fragte, ob ich ein Unfall war, meinte die, nein, ein Glücksfall. Damit gehts mir wunderbar :Sonne:
Auch wenn ich Pullunda völlig recht gebe, es ist nicht sehr fair dem Kind gegenüber, die schlechten Umstände seiner Zeugung überall rumzuposaunen.

Allerdings würde ich speziell am Arbeitspaltz nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen- es ist einfach immer noch viel zu wenig selbstverständlich, dass eine arbeitende Frau -ausgerechnet jetzt!- ein Kind bekommt.

Mich hat "damals" fast jeder ungläubig gefragt, war das etwa geplant??? meine Antwort meistens es ging schneller als gedacht. Was nicht ganz unwahr ist und so trotzdem nicht ganz stimmt, aber warum sollte ich allen möglichen Leuten eine Diskussionsfläche bieten, warum ich ausgerechnet jetzt ein Kind bekomme?

Inaktiver User
31.07.2006, 18:22
Gyldensternchen, die Pille hat - um deine Zahlen zu nehmen, eine Pearl Index von 0,1. Das bedeutet, dass bei korrekter Einnahme von 1000 Frauen, die mit Pille verhüten, in einem Jahr eine schwanger wird. Dazu kommen Anwendungsfehler/ Vergessen, Krankheit und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, dann sind wir bei einer pro hundert. Auch wenn die Pille trotzdem noch 99mal funktioniert hat- das ist gar sooooo wenig nicht- wollen wir mal ausrechnen, wieviele Bricom User pro Jahr schwanger werden würden, wenn alle mit der Pille verhüteten? Und wie viele in fünf Jahren?



Rechne mal und setzte das in Relation zur Zahl derer, die ihre Schwangerschaft darauf schieben.
Das Produkt dürfte nicht vertrieben werden, wenn diese statistischen Parameter nicht klinisch belegt wären.
Mir tun die Männer leid, die sich auf ihre Partnerinnen verlassen und dann für die Konsequenzen haften.




ch will nicht wegreden, dass es vorkommt, dass Frauen bewusst die Pille "vergessen". Aber die Diskussion abbrechen und Mariä Empfängnis aus dem Hut zu zaubern finde ich doch ne Stufe zu viel.



Bei Pille UND Kondom (nicht über den Kopf, sondern über den Penis gezogen) stehe ich zu der Ansage - da fühle ich mich einfach vergleichbar verarscht.

Lavendula
31.07.2006, 18:34
Wie gesagt, ich will nicht darüber streiten, dass es diese Fälle gibt und frau sich immer mit der Pillenpanne rausreden kann.
Das ist aber nur die eine Seite. Mir tun die Frauen leid, bei denen die Verhütung versagt (ich verlasse mich übrigens auch ausschließlich auf die Pille), die sich für das Kind entscheiden (ist ihr gutes Recht), wo der Mann ruckzuck weg ist und die dann vor aller Welt als die berechnende Schlampe da stehen, die dem Mann ein Kind untergeschoben hat.
So hat jeder seine Sichtweise :blumengabe:

Inaktiver User
31.07.2006, 18:54
Das ist aber nur die eine Seite. Mir tun die Frauen leid, bei denen die Verhütung versagt (ich verlasse mich übrigens auch ausschließlich auf die Pille), die sich für das Kind entscheiden (ist ihr gutes Recht), wo der Mann ruckzuck weg ist und die dann vor aller Welt als die berechnende Schlampe da stehen, die dem Mann ein Kind untergeschoben hat.
So hat jeder seine Sichtweise



Die Frauen tun mir auch leid, wenn es wirklich so ist. Härtefall: Schwanger trotz Spirale!

Damit mir so etwas niemals passiert verhüte ich bis heute doppelt.

Ich bin halt mit einigen Männern befreundet, die irgendwann recht lange Gesichter machten. *ups*............
Mittlerweile habe ich meine männlichen Freunde bezüglich dieses Themas "Frau/Körper/Verhütung" richtig fit gemacht - das passiert hoffentlich keinem mehr.

Lavendula
31.07.2006, 20:06
Siehste mal. Als ich so 18 etwa war, jedenfalls noch erster Freund und Schule, hab ich mal gemerkt, dass ich ene Pille vergessen hatte. Die Pillenpackung war damals blöderweise durchnummeriert statt Wochentage. Und Vergessen heißt Vergessen, ich habs erst gegen Zyklusende gemerkt, als eine Pille zuviel übrig war. Da ich den Freund nur so alle zwei Wochen gesehen hab und das letzte Mal noch keine 24 Stunden zurück lag, wollte ich mir die Pille danach besorgen. Aber der FA wollte sie mir nicht geben, weil die Wahrscheinichkeit , dass was passiert sei, ja so gering wäre. Ich musste richtig betteln, ich wär ja noch so jung und noch in der Schule. Schwanger war ich nicht, aber die Angst davor hat gereicht. Ewig mit diesem Mann verbunden sein- eine Horrovorstellung. Setiher gabs keinen Sex mehr, wenn eine Schwangerschaft die totale Katastrophe gewesen wäre. Und da das bei mir mit dem Mann steht und fällt (die Umstände können beschissen sein, aber mit dem richtigen Mann trau ich mir das auch zu) eben erst wieder mit dem jetztigen Mann. Doppelt und dreifach reicht mir nicht. Die Leute gewinnen auch im Lotto oder werden vom Blitz erschlagen- wie groß sind denn dafür bitte die Wahrscheinlichkeiten? Ich will nicht übertreiben, so total bewusst hab ich mir das nicht durchdacht, ich hätte auch zu Anfangszeiten mit meinem Mann kein Kind gewollt. Aber die Vorstellung hat mir eben nicht mehr die Lust verdorben :freches grinsen: Ihm übrigens auch nicht, denn er war von Anfang an informiert: Keine Abtreibung, die verkrafte ich nicht.

xanidae
31.07.2006, 20:12
das geht zwar ein bißchen am thema vorbei: aber solange männer sich nur auf die pille verlassen, dann habe ich kein mitleid mit den 'reingelegten'.
wenn ich kein kind will, dann verhüte ICH.

mit sicherheit gibt es frauen, die bewußt die pille weglassen. laut einer studie soll es aber auch frauen geben, die unbewußt einnahmefehler machen. gerade frauen, die einen kinderwunsch haben, ihn aber aus diversen gründen zurückstellen, neigen dazu eine magendarmgrippe o. ä. zu verdrängen oder die einnahme schlichtweg zu vergessen.

vielleicht liegt es auch manchmal an den möglichen reaktionen oder an reaktionen von anderen, die einen dann sagen lassen 'unfall'.
'was? ein kind in eurer situation?', 'also du und ein kind, das kann ich mir gar nicht vorstellen', 'äh, dann kann man ja gar nichts mehr mit dir anfangen', usw. usw.
hab ich nicht alles persönlich gehört (nur ersteres, da selbständig), kenne ich aber von anderen zur genüge. vielleicht mag man dann nicht mehr zugeben, dass das kind gewollt ist. sagt man nämlich es war ein 'unfall' sind die reaktionen meist gnädiger.

Lavendula
31.07.2006, 23:48
Bin in meinem letzten Post nicht mehr zum Punkt gekommen, aber darauf wollte ich raus, Xanidae. Zum Sex gehören doch zwei, und dass das Ganze der Fortpflanzung dient, weiß auch jeder.
Die Frau, die heimlich die Pille absetzt, das ist ein Klischee- ich frage mich, was ist dem vorausgegangen?
Wachen diese Frauen morgens auf und denken ich will jetzt ein kind, meinem Mann sag ich aus Bosheit nix oder was? Ist es ausgesprochen, sie will und er nicht- ist es dann noch eine Beziehung, in der ich mich als Mann auf die Pille verlasse- ich meine, dass dann doch das Ende der Fahnenstange erreicht ist, da kann es doch eigentlich für ein Paar keine Zukunft geben. Oder ist es nicht ausgesprochen, hält er sie hin und vertröstet sie auf vorvorübergestern? Wäre ja auch nicht weniger unfair als die Pille vergessen.

Ich denke, dass es einfach zu viele Leute und jetzt speziell Männer es zu lax mit der Verhütung nehmen und sich nachher wundern, wenn sie in der Tinte sitzen. Was noch lange nicht das "Pille vergessen" gutheißt.

Im zweiten Teil stimm ich dir voll zu- genauso war mein "es ging schneller" gemeint.

Inaktiver User
01.08.2006, 11:42
Fazit:
Ich glaube keiner Frau auf diesem Planeten, dass die Verhütung versagt hat.
Da stoppe ich jedes Gespräch - ich diskutiere ja auch nicht über Marias´ Empfängnis.

Aber wer´s als Legitimation für sich braucht - bitteschön. :zauberer:





Na, Gott erhalte dir deine betonierte Meinung - ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auch anders gehen kann. Glauben musst du es ja nicht.

Ein Kondom kann auch kaputt gehen (ich gebe zu, der junge Mann hat sich wohl etwas doof gestellt).

Inaktiver User
01.08.2006, 12:00
Fazit:
Ich glaube keiner Frau auf diesem Planeten, dass die Verhütung versagt hat.
Da stoppe ich jedes Gespräch - ich diskutiere ja auch nicht über Marias´ Empfängnis.

Aber wer´s als Legitimation für sich braucht - bitteschön. :zauberer:





Na, Gott erhalte dir deine betonierte Meinung - ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auch anders gehen kann. Glauben musst du es ja nicht.

Ein Kondom kann auch kaputt gehen (ich gebe zu, der junge Mann hat sich wohl etwas doof gestellt).



Ja, das kann passieren.
Aber dann war es Deine aktive Entscheidung auf die Pille danach zu verzichten und somit kein Verhütungsunfall!

Inaktiver User
01.08.2006, 12:06
Nach programmgemäßer Anwendung der "normalen" Pille - wie ich weiter oben schrieb - sah ich da keinen Handlungsbedarf.

Ich entnehme deinem Beitrag: Pille genommen, aber Kondom kaputt, durch Nichteinnahme der Pille danach böswillige Herbeiführung einer Schwangerschaft. Ist die Pille also doch nicht "sicher"?
Irgendwie widersprechen sich da deine Aussagen.

Inaktiver User
01.08.2006, 12:10
Nach programmgemäßer Anwendung der "normalen" Pille - wie ich weiter oben schrieb - sah ich da keinen Handlungsbedarf.

Ich entnehme deinem Beitrag: Pille genommen, aber Kondom kaputt, durch Nichteinnahme der Pille danach böswillige Herbeiführung einer Schwangerschaft. Ist die Pille also doch nicht "sicher"?
Irgendwie widersprechen sich da deine Aussagen.



Du behauptest, dass Du die Pille regelmässig eingenommen hast und alle Regeln beachtet hast - und ich glaube das nicht. Ich sage nicht, dass Du lügst, vielleicht hast Du auch irgendwas zu dem Zeitpunkt nicht gewusst; bin immer wieder erstaunt, wie viele Mythen existieren.
Mir persönlich ist es allerdings auch völlig wurscht - hauptsache dem Kind geht es gut.

Inaktiver User
01.08.2006, 12:19
Ich sage nicht, dass Du lügst,

- implizierst es aber mit genau dieser Bemerkung.

Naja, nach 10 Jahren Pilleneinnahme kann es durchaus sein, dass ich die einzige Dumme war, die bloß Fehler macht, das kann schon sein.

Komisch, mein Gynäkologe hat die Situation durchaus in den Bereich des Möglichen gerückt, aber wahrscheinlich verfügt der auch nur über Halbwissen.

Inaktiver User
01.08.2006, 12:54
Ich sage nicht, dass Du lügst,

- implizierst es aber mit genau dieser Bemerkung.

Naja, nach 10 Jahren Pilleneinnahme kann es durchaus sein, dass ich die einzige Dumme war, die bloß Fehler macht, das kann schon sein.

Komisch, mein Gynäkologe hat die Situation durchaus in den Bereich des Möglichen gerückt, aber wahrscheinlich verfügt der auch nur über Halbwissen.



Der FA zieht seine Schlüsse aus Deinen Aussagen. Der wird sich seinen Teil gedacht haben.
Vielleicht bist Du ja eine der Frauen, die unbewusst ein Kind wollten.

Deine Vehemenz der Ansagen in der Hinsicht lässt allzu tief blicken.

Oder für Dich gelten die natürlichen Gesetzmässigkeiten nicht. Dann hast Du wohl Pech gehabt.

Ich zitiere mal meinen FA:
90% der Frauen, bei denen das mit der Pille nicht funktioniert sind solche, wo der Mann eigentlich kein Kind will oder die Frau nicht weiss, dass sie ein Kind will.
Aber der hat sicher auch nur Halbwissen.

Wenn Verhütung bei Dir nicht funktioniert, dann sag es halt Deinen Sexualpartnern oder lebe den Sex nach der Menopause.
......oder setze Kinder in die Welt - das bleibt Dir überlassen.

Anmerkung:
Allein Schering (ein Marktführer) machte mit seinem Starprodukt im Jahr 2004 einen weltweiten Umsatz von 390 Mio €. Ist es da nicht ziemlich gewagt zu behaupten, dass "die Pille" nicht sicher sei.
Von 100% Sicherheit spreche ich nicht - aber wenn das Produkt nicht überzeugte, würde es sich nicht verkaufen.

Wenn die Methode so schlecht wäre, würden nicht 40% der Frauen in D auf diese Weise verhüten.

Historia02
01.08.2006, 13:01
Hallo Gyldensternchen,

um mal zum Thema zurückzukommen. Mein Mann und ich wollen auch Kinder, der Wunsch nimmt in letzter Zeit immer stärker zu. Kinder zu wollen ist ja jetzt aufgrund der demografischen Entwicklung und der öffentlichen Diskussion eigentlich wieder "gesellschaftsfähig" geworden *gg*.

Seit Jahren bekomme ich allerdings von meiner Mutter eingebleut, dass man nur schwanger werden sollte, wenn man einen festen Job hat (wegen Mutterschutz, Wiedereinstellung etc.). Gleichzeitig lese ich immer wieder, dass Chefs das gar nicht toll finden und man dann eh abserviert wird.

Ich könnte mir also vorstellen (jetzt rein subjektiv), dass ich aus einem festen Job heraus (den ich im Moment (noch) nicht habe) nicht zugeben würde, dass das geplant war. Eben weil man dann als "Abzockerin" dasteht.

Wie gesagt, ich bin bis jetzt noch nicht der Lage gewesen. Ich muss mein Zweitstudium noch zuende bringen und überlege ernsthaft, jetzt ein Kind zu bekommen, um dann keinen Arbeitgeber "linken" zu müssen. Eigentlich eine total verquere Einstellung, oder?

LG, historia

Inaktiver User
01.08.2006, 13:04
Wie gesagt, ich bin bis jetzt noch nicht der Lage gewesen. Ich muss mein Zweitstudium noch zuende bringen und überlege ernsthaft, jetzt ein Kind zu bekommen, um dann keinen Arbeitgeber "linken" zu müssen. Eigentlich eine total verquere Einstellung, oder?




Ja, verquer - aber sehr edel und nachvollziehbar :blumengabe:

Inaktiver User
01.08.2006, 13:08
Ich könnte mir also vorstellen (jetzt rein subjektiv), dass ich aus einem festen Job heraus (den ich im Moment (noch) nicht habe) nicht zugeben würde, dass das geplant war. Eben weil man dann als "Abzockerin" dasteht.




..........und auch da sehe ich langfristig nur die Lösung in der geteilten Elternarbeit - dann haben auch Männer diesen potentiellen "Makel".

Ich würde mich gerne beruflich umorientieren und denke ernsthaft darüber nach, meinen LP in einem Bewerbungsgespräch zu verschweigen - damit ich als Frau Anfang 30 überhaupt eine Chance habe (ich könnte schliesslich schwanger werden :knatsch:)
Auch völlig krank, oder?
Zwar darf nicht aktiv gefragt werden, aber indirekt wird schon eine Stellungnahme zu diesem Thema erwartet.

Inaktiver User
01.08.2006, 14:09
Der FA zieht seine Schlüsse aus Deinen Aussagen. Der wird sich seinen Teil gedacht haben.
Vielleicht bist Du ja eine der Frauen, die unbewusst ein Kind wollten.




Ach, du kennst also meinen Frauenarzt und weisst, was er von mir denkt?
Erzähl mir mehr!
Auch kennst du mich wohl besser als ich selbst, zumindest, was meinen offenbar mühsam unterdrückten Kinderwunsch zu kennen.

Und wenn die Methode so gut ist, wieso verhüten nicht 100 % der Frauen?



90% der Frauen, bei denen das mit der Pille nicht funktioniert sind solche, wo der Mann eigentlich kein Kind will oder die Frau nicht weiss, dass sie ein Kind will



Und die restlichen 10%? Sind dumm und unfähig wie ich, deiner Meinung nach? Oder lügen halt einfach, ebenso wie ich, deiner Meinung nach?

Die natürliche Gesetzmässigkeit der Pille ist der Pearl-Index von 1%. Dass heisst eine Fehlermöglichkeit von 1 von 100.

Schon merkwürdig: wenn die "Argumente" nicht funktionieren, unterstellt man Lügen und Unfähigkeit, anstatt auch nur ansatzweise die Erfahrungen in Erwägung zu ziehen, die ein anderer Mensch gemacht hat. Weil nicht sein KANN, was nicht sein DARF.

barmer (http://www.barmer.de/barmer/web/Portale/Versichertenportal/Gesundheit_20und_20Krankheit/Kinder_20_26_20Familie/Familienplanung/Alternativ_20verh_C3_BCten/Pearl_20Index/Pearl_20IndexCID__74144.html)
dkv (http://www.dkv.com/start.phtml?content=hormonelle_verhuetung_pille_ri ng_co.phtml)
medinfo (http://www.medizinfo.de/annasusanna/verhuetung/pearl.htm)

Man beachte den Pearl-Index der Minipille.

Und noch eine Frage: hätte ich meine Tochter nicht bekommen, wäre das in deinem Sinne gewesen? Denn dann hätte ich ja keinen "unterdrückten Kinderwunsch" gehabt und es wäre konsequent im Sinne der Verhütung. Das heisst, dadurch, dass ich dem Kind die Chance des Lebens gelassen habe durch günstige berufliche und andere Gegebenheiten, habe ich mich verdächtig gemacht und meine "wahren" Empfindungen hier nur durch Lug und Trug verschleiert?

Inaktiver User
01.08.2006, 14:29
Schon merkwürdig: wenn die "Argumente" nicht funktionieren, unterstellt man Lügen und Unfähigkeit, anstatt auch nur ansatzweise die Erfahrungen in Erwägung zu ziehen, die ein anderer Mensch gemacht hat. Weil nicht sein KANN, was nicht sein DARF.



Da Du nur fatalistisch rumzanken willst, werde ich Deinen Senf einfach mal ignorieren.
:schlaf gut:


zur allgemeinen Weiterbildung - scheint angebracht:
Pearl Index (http://de.wikipedia.org/wiki/Pearl_Index#Beispiele_des_Pearl-Index)

Laborschnecke
01.08.2006, 14:40
Ich würde mich gerne beruflich umorientieren und denke ernsthaft darüber nach, meinen LP in einem Bewerbungsgespräch zu verschweigen - damit ich als Frau Anfang 30 überhaupt eine Chance habe (ich könnte schliesslich schwanger werden :knatsch:)
Auch völlig krank, oder?
Zwar darf nicht aktiv gefragt werden, aber indirekt wird schon eine Stellungnahme zu diesem Thema erwartet.



Ja, so geht es mir auch...
Du könntest sagen, "Wir wollen keine Kinder" und hoffen, dass man Dir glaubt. Ich würde damit tatsächlich lügen.
Und damit wäre ich dann wohl in der Situation Deiner Kollegin, wenn es so weit wäre.

Eine Kollegin wurde schwanger und alle Kolleginnen (!) fanden es unmöglich, dass sie das ausgerechnet jetzt tun mußte, wo sie doch einen länger als auf drei Jahre befristeten Arbeitsvertrag hatte. So ein Opportunismus. Wo doch andere Dinge mit an ihrer Stelle hingen! Und der Chef sie doch so brauchte.
Mit dem Wissen kann ich gut verstehen, dass es Frauen gibt, die da weniger ehrlich sind und behaupten, dass es ein Unfall war. Sie hat damals gesagt, dass sie es geplant hat, war aber auch über manche Reaktion (zu Recht) erbost.

Bei der Kollegin, die in dem Alter ist, das die erste Kollegin haben wird, wenn ihre jetzige Stelle ausläuft, ist die Richtung der Kommentare ganz anders "das ist wohl zu spät. Die hat zu lange auf Kinder gewartet".

Verkehrte Welt.

Inaktiver User
01.08.2006, 14:45
Ja, so geht es mir auch...
Du könntest sagen, "Wir wollen keine Kinder" und hoffen, dass man Dir glaubt. Ich würde damit tatsächlich lügen.
Und damit wäre ich dann wohl in der Situation Deiner Kollegin, wenn es so weit wäre.




Die Tragik ist, dass ich wirklich keine Kinder haben will und in meiner beruflichen Entwicklung allein durch die Möglichkeit behindert werde.
Ich würde mich fast schon als Single verkaufen oder ein Ultraschall im eingelegter Spirale anstelle eines Bewerbungsbildes verschicken.

Laborschnecke
01.08.2006, 14:55
Als Single verkaufen nutzt nichts. Da erwarten die doch, dass Du eines Tages den Richtigen dafür findest und dann geht es doch los...

Nein, da müssen wir durch. Auch ich möchte nämlich trotz meines Kinderwunsches eine Stelle, wenn meine jetzige ausläuft. *seufz*

Laborschnecke
01.08.2006, 14:55
Als Single verkaufen nutzt nichts. Da erwarten die doch, dass Du eines Tages den Richtigen dafür findest und dann geht es doch los...

Nein, da müssen wir durch. Auch ich möchte nämlich trotz meines Kinderwunsches eine Stelle, wenn meine jetzige ausläuft. *seufz*

Inaktiver User
01.08.2006, 15:05
zur allgemeinen Weiterbildung - scheint angebracht:
Pearl Index (http://de.wikipedia.org/wiki/Pearl_Index#Beispiele_des_Pearl-Index)



Danke! Wikipedia setzt den Pearl-Index der Minipille sogar noch höher an!!!!

Und nein, eigentlich wollte ich nicht rumzanken, sondern lediglich eine Erfahrung einbringen. Eigentlich dachte ich, dass in diesem unserem Lande sowas zum Grundrecht gehört. Es wird keiner gezwungen, die Erfahrung zu akzeptieren. Allerdings empfinde ich es nicht als Diskussionskultur, den Erfahrungsträger bzw. hier die Erfahrungsträgerin als lächerlich, unfähig, zänkisch und lügnerisch darzustellen.

Inaktiver User
01.08.2006, 15:13
Als Single verkaufen nutzt nichts. Da erwarten die doch, dass Du eines Tages den Richtigen dafür findest und dann geht es doch los...

Nein, da müssen wir durch. Auch ich möchte nämlich trotz meines Kinderwunsches eine Stelle, wenn meine jetzige ausläuft. *seufz*



Widerspricht das nicht dem eingangs geforderten Bekenntnis und der Ehrlichkeit?

Ich überlege gerade, wie das in meinem Berufsleben war: bisher hat mich noch nicht einer nach Kinderwunsch und weiterer Familienplanung gefragt. In einem Fall war die vorhandene (Teil-)Familie, die den Bewerbungsunterlagen im Lebenslauf zu entnehmen ist, sogar ein ausgesprochener Pluspunkt - und ich habe keinen Beruf, der auch nur ansatzweise mit Kindern zu tun hat.

Ehrlichkeit hat mir bisher am meisten gebracht in Sachen Karriere.

Aber das ist nur eine persönliche Erfahrung.
Du wirst sicher den für dich richtigen Weg finden.

Inaktiver User
01.08.2006, 15:13
Allerdings empfinde ich es nicht als Diskussionskultur, den Erfahrungsträger bzw. hier die Erfahrungsträgerin als lächerlich, unfähig, zänkisch und lügnerisch darzustellen.




Zu "zänkisch" stehe ich :fluestertuete:! .....und zwar immer mehr!

Inaktiver User
01.08.2006, 15:17
Ich auch!
Wenigstens da sind wir einer Meinung über mich!

Laborschnecke
01.08.2006, 15:22
Widerspricht das nicht dem eingangs geforderten Bekenntnis und der Ehrlichkeit?

Ich überlege gerade, wie das in meinem Berufsleben war: bisher hat mich noch nicht einer nach Kinderwunsch und weiterer Familienplanung gefragt. In einem Fall war die vorhandene (Teil-)Familie, die den Bewerbungsunterlagen im Lebenslauf zu entnehmen ist, sogar ein ausgesprochener Pluspunkt - und ich habe keinen Beruf, der auch nur ansatzweise mit Kindern zu tun hat.

Ehrlichkeit hat mir bisher am meisten gebracht in Sachen Karriere.

Aber das ist nur eine persönliche Erfahrung.
Du wirst sicher den für dich richtigen Weg finden.



Ja, wenn Du genau liest (auch meine vorherigen Postings), dann wirst Du merken, dass ich gar nicht lügen will.
Ich möchte sagen können, ja, ich möchte ein Kind, aber ich sehe keinen Grund, warum ich diese Stelle nicht antreten kann. Ich will es noch nicht, ich möchte Berufserfahrung, mein Partner auch, also.

Das fatale ist ja eher, dass man mit Anfang 30 ohne Kinder diesen Makel hat. Gyldensternchen würde nicht lügen, wenn sie sagt, sie will keine Kinder, das wußte ich schon aus anderen ihrer Postings.

Wenn man erst einmal 2-3 Kinder hat, glauben alle Arbeitgeber schnell, dass man damit durch ist, deswegen glaube ich Dir sofort, dass Deine Familie ein Pluspunkt ist.

Inaktiver User
01.08.2006, 15:27
Wenn man erst einmal 2-3 Kinder hat, glauben alle Arbeitgeber schnell, dass man damit durch ist, deswegen glaube ich Dir sofort, dass Deine Familie ein Pluspunkt ist.




Das hängt auch deutlich am Alter der Kinder - sind sie in der Schule, ist "die Kuh" vom Eis und man kann das Familienmanagement als Qualifikation verkaufen.

Inaktiver User
01.08.2006, 15:33
Genau, das meinte ich mit dem richtigen Weg, Laborschnecke, man merkt deinen Postings an, dass du mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen Probleme hättest - die dir in einem Gespräch bestimmt noch mehr angemerkt würden.

Die Zeiten, in denen ich mich so beworben habe, waren durchaus auch noch andere, wahrscheinlich deshalb nicht die Frage. Obwohl .... das letzte Vorstellungsgespräch war 2000.

Ach, ich schwafel Schwachsinn, das letzte "kinderfreie" Vorstellungsgespräch war ja 1989. Also doch andere Zeiten.

Ich hätte auch in jedem Gespräch damals einen Kinderwunsch durchaus verneint, wenn mich jemand gefragt hätte. Und auch wenn mir das nicht jeder glauben mag, ich würde es auch heute noch verneinen. Naja, in meinem Alter fragt mich sowieso keiner mehr. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Inaktiver User
01.08.2006, 15:35
Das hängt auch deutlich am Alter der Kinder - sind sie in der Schule, ist "die Kuh" vom Eis und man kann das Familienmanagement als Qualifikation verkaufen.




:schild genau: Auch schon vorher im Sinne von Organisationstalent, kommt natürlich auf den Job an.

Inaktiver User
01.08.2006, 15:46
Das hängt auch deutlich am Alter der Kinder - sind sie in der Schule, ist "die Kuh" vom Eis und man kann das Familienmanagement als Qualifikation verkaufen.




:schild genau: Auch schon vorher im Sinne von Organisationstalent, kommt natürlich auf den Job an.



Stimmt schon - aber es ist auch nicht zu leugnen, dass einige Kolleginnen in Ihren Kapaziäten aufgrund der Kinderbetreuung eingeschränkt werden.
......und in letzter Konsequenz die gebährfähige Frau als Effiziensminderin angesehen wird.

Ich mochte meine ehemalige Bürokollegin echt gerne - aber immer wenn der Sohnemann einen Pups quer hängen hatte, hat sie alles fallen lassen und ist nach Hause gedüst.
(Obwohl der Vater des Kindes in der Stadt vor Ort gearbeitet hat und sie erst 80km fahren musste.)
Wenn der Erfahrungshorizont auch mehrere solche Mütter umfasst, dann wird es auch schon mal eng mit der Toleranz.
Da kann ich manchmal auch die AGs ein Stück weit verstehen.

.....es bleibt schwierig........

Inaktiver User
01.08.2006, 15:56
Ich auch. Da sollte man schon eine gewisses Talent zur Delegation haben.
Und drauf vertrauen können, dass so ein in den allermeisten Kind auch ohne Mutter überlebensfähig ist, wenn es sich um einen schrägstehenden Pups handelt.

Da hab ich mal meinen früheren Chef zur Schnecke gemacht: Alarm vom Kindergarten erhalten, Großvater alarmiert, 40 km gefahren, Kind abgeholt, 18 km zum Opa gebracht, 25 km ins Büro gefahren. Eine Sache von einer Stunde. Naja, ich musste dann die 45 min Mittagspause um eine Viertelstund überziehen bei gleitender Arbeitszeit und flexiblen Pausenzeiten (Bürojob).
Und was meint Scheff: das wird mir jetzt schon zuviel! Ich hab ihn dann gefragt, ob es wirklich ein Problem ist, in 5 Jahren in Worten einen Tag Urlaub zu nehmen wegen Kinderbetreuung (da war das Kind schon früh krank) und die Mittagspause eine Viertelstunde zu überziehen, um eine Betreuung zu organisieren und dann wieder am Arbeitsplatz zu erscheinen. Auch angeboten, die verplemperte Viertelstunde kostenfrei wieder einzuarbeiten, wenn er drauf besteht.
Er hat sich dann tausendmal entschuldigt.
Meiner Meinung nach ist ihm nur aufgestossen, dass ich grad mal nicht da war, wenn er meint, irgendwelchen unwichtigen Plunder zu benötigen.

Es war halt das einzige Mal, wo ich kurzfristig mal ausser Haus musste. War das Kind bereits nach dem Aufstehen krank, konnte ich in den meisten Fällen ausser dem einem Mal die Betreuung organisieren.

Inaktiver User
01.08.2006, 16:08
Ich mochte meine ehemalige Bürokollegin echt gerne - aber immer wenn der Sohnemann einen Pups quer hängen hatte, hat sie alles fallen lassen und ist nach Hause gedüst.
(Obwohl der Vater des Kindes in der Stadt vor Ort gearbeitet hat und sie erst 80km fahren musste


Ich glaube, dass Mütter immer meinen, dass hauptsächlich sie für das Wohl des Kindes zuständig sind und wollen nicht den Vater bemühen, weil er das vielleicht doch nicht, obwohl näher dran, jobmässig auf die Reihe kriegen kann (Besprechungen, etc.....).
Und sie haben natürlich immer ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht ständig präsent sind.

Inaktiver User
01.08.2006, 16:16
Ich mochte meine ehemalige Bürokollegin echt gerne - aber immer wenn der Sohnemann einen Pups quer hängen hatte, hat sie alles fallen lassen und ist nach Hause gedüst.
(Obwohl der Vater des Kindes in der Stadt vor Ort gearbeitet hat und sie erst 80km fahren musste


Ich glaube, dass Mütter immer meinen, dass hauptsächlich sie für das Wohl des Kindes zuständig sind und wollen nicht den Vater bemühen, weil er das vielleicht doch nicht, obwohl näher dran, jobmässig auf die Reihe kriegen kann (Besprechungen, etc.....).
Und sie haben natürlich immer ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht ständig präsent sind.



Kann gut sein - hier im konkreten Fall hatte sie die objetiv deutlich anspruchsvoller Position inne.
Warum habe ich den Eindruck, dass die Mums der Welt unter einem schlechten Gewissen leiden? Ausser stillen können Männer die Kinder doch ebenso gut betreuen, oder?

Inaktiver User
01.08.2006, 16:18
Und was meint Scheff: das wird mir jetzt schon zuviel! Ich hab ihn dann gefragt, ob es wirklich ein Problem ist, in 5 Jahren in Worten einen Tag Urlaub zu nehmen wegen Kinderbetreuung (da war das Kind schon früh krank) und die Mittagspause eine Viertelstunde zu überziehen, um eine Betreuung zu organisieren und dann wieder am Arbeitsplatz zu erscheinen. Auch angeboten, die verplemperte Viertelstunde kostenfrei wieder einzuarbeiten, wenn er drauf besteht.
Er hat sich dann tausendmal entschuldigt.
Meiner Meinung nach ist ihm nur aufgestossen, dass ich grad mal nicht da war, wenn er meint, irgendwelchen unwichtigen Plunder zu benötigen.





Geschenkt....... 1 bis 10 mal in 5 Jahren halte ich für lässig hinnehmbar.

Inaktiver User
01.08.2006, 16:24
Warum habe ich den Eindruck, dass die Mums der Welt unter einem schlechten Gewissen leiden? Ausser stillen können Männer die Kinder doch ebenso gut betreuen, oder?


Es ist eine DEUTSCHES Problem, in anderen Ländern ist es selbstverständlicher, dass auch Väter ordentlich mit anpacken.
Allerdings gibt es auch Länder, in denen Frauen gar keine Rechte haben und ausschließlich für das Wohl von Kindern und Mann zuständig sein.

Inaktiver User
03.08.2006, 11:42
Ich biete Asyl an .......aber es soll auch Frauen geben, die es gar nicht anders wollen.

Henrietta
04.08.2006, 10:01
Ich habe zum Thema "Pille versagte" neulich einen interessanten Artikel gelesen, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:


Pille: Unzuverlässig durch Übergewicht
Für übergewichtige Frauen besteht ein erhöhtes Risiko, trotz Einnahme der Antibaby-Pille schwanger zu werden, berichtet das Apothekenmagazin Baby&Familie. US-Forscher aus Seattle fanden heraus, dass bei Übergewichtigen die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft 60 Prozent höher ist, als bei normalgewichtigen Frauen. Bei einer Untersuchung mit 781 Frauen stellten sie fest, dass das Gewicht ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 27,3 eine Rolle spielt. Diesen Wert hat etwa eine 1,62 Meter große Frau mit 72,5 Kilogramm. Die Erklärung: Der Stoffwechsel Übergewichtiger ist erhöht, so dass die Wirkdauer der Pille verkürzt wird.


Quelle: Apothekenmagazin BABY & Familie 3/2005

:schild ...uups:

Inaktiver User
04.08.2006, 11:06
Das muss damals rein innerlich gewesen sein, äusserlich hat man mir eigentlich nichts angesehen.
Der Vater meiner Tochter allerdings ... ja, der neigt schon zur pralleren bis prallen Weiblichkeit und erkannte damals schon meine inneren Werte.

Inaktiver User
04.08.2006, 11:15
Ich habe zum Thema "Pille versagte" neulich einen interessanten Artikel gelesen, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:


:schild ...uups:

Alles alte Fakten - nur die Schlussfolgerung stimmt so nicht.
Aber ich habe jetzt keine Lust, über Endokrinologie zu fachsimpeln.

Hawaiitoast
17.03.2009, 10:32
Hallo,

jetzt befördere ich dieses alte Thema mal nach ganz oben, weil ich es zur zeit hochaktuell finde.
Ich habe wirklich das Gefühl, daß man als Frau zwischen 30 und 40 nicht offen über seine Familienplanung sprechen darf. Sobald man im Kollegen- oder Freundeskreis erwähnt, daß man sich ein Kind wünscht wird einem unterstellt, daß man nicht mehr arbeiten möchte, sich zuhause eine schöne zeit machen möchte etc.
Das finde ich so schade.

Geht es euch auch so ??

:blumengabe:

Hollie_Day
17.03.2009, 12:33
Ich habe meinen Kinderwunsch sowieso nur mit
sehr, sehr engen Freunden und Familie besprochen.
Weil ich auch finde, dass es anderswo nicht hingehört.
Die Nummer mit dem Pillenunfall habe ich ein paar wenigen
auch aufgetischt, was aber hauptsächlich an meinem Alter liegt.
Habe die 35 lange überschritten und hatte eben keine
Lust auf Diskussionen.....Waren dann aber auch Leute
im Job, mit denen ich weniger zu tun habe.

Und ganz ehrlich: Ich habe in den vergangenen 20 Jahren so viel
gearbeitet, dass ich überhauot keinen Hehl daraus mache:

Ich freue mich auf ein Jahr zu Hause :freches grinsen:!!!
Eine Auftraggeberin wollte neckisch nöhlen,
worauf ich ihr sagte: Komm, ich habe wirklich viele, viele
wichtige Projekte und Termine abgewartet ....:freches grinsen:

Und was die im Eröffnungsthread angesprochene mangelnde Freude mancher Mamas angeht, möchte ich hier noch eine Lanze brechen:

Die Stimmungsschwankungen sind gerade in der Frühschwangerschaft sehr stark. Mal freut man sich, dass
man die ganze Welt umarmen möchte, mal hat man Angst
und will sich am liebsten verkriechen.

Ganz oft hat frau aber auch keine Lust über die eigenen
sehr intensiven Gefühle mit weniger nahe stehenden Personen zu sprechen. Das heißt aber keineswegs, dass das Kind ein
"Unfall" ist oder die entsprechende Mutter sich nicht freuen würde.

Hollie_Day
17.03.2009, 12:39
Bin bin dankbar für die Gedanken.

In meinem Kopf ist irgendwie so eine ganz andere Vorstellung von dem "Projektstart" und dem Ablauf vernagelt.....vielleicht sollte ich dies überdenken.


Auf jeden Fall:zwinker: Ich hatte mir den ersten Moment der Wahrheit,
als ich den positiven Test in der Hand hielt, auch ganz anders vorgestellt. In meiner Vorstellung war ich imemr vor Freude überwältigt und tränenschwanger.
In der Realität war es dann ein nüchternes: Tja, dann isses jetzt wohl soweit:freches grinsen:

Und beim Papa war es ähnlich. Das erste Glücksgefühl kam dann mit dem ersten Ultraschall, auf dem es sich bewegt hat....Also gut 3-4 Wochen später:liebe:

Hawaiitoast
17.03.2009, 13:57
Die Nummer mit dem Pillenunfall habe ich ein paar wenigen
auch aufgetischt, was aber hauptsächlich an meinem Alter liegt.




sollte ich demnächst schwanger werden möchte ich niemandem diese Schwangerschaft als "Pillenunfall" auftischen, weil es ein absolutes Wunschkind wäre.


warum hat man das Gefühl, daß man nicht mehr öffentlich seinen Kinderwunsch äußern darf?? besonders im berufsumfeld... :peinlich:

das kinderkriegen ist doch eine natürliche sache für eine Frau :knatsch:

Hollie_Day
17.03.2009, 17:32
Weil es Leute gibt, mit denen ich die Frage, warum so
spät noch Mutter und bla und Du willst alles....
nicht diskutiere.
Natürlich hätte ich statt "lustiger Unfall" auch
fauchen können: "Das geht Dich mal nen Dreck an".

Vor allem, weil ich es eine Unverschämtheit finde,
wenn ich als Schwangere von beinahe Wildfremden gefragt werde: War das denn geplant?????

Nee, war der Weihnachtsmann........

Bei Leuten, die mir wichtig sind habe ich sogar im Vorfeld
eine kleine Ankündigung gemacht.
Die wussten, dass die Möglichkeit einer allmählich dicker werdenden
Hollie in 2009 besteht.

Hawaiitoast
18.03.2009, 10:58
Weil es Leute gibt, mit denen ich die Frage, warum so
spät noch Mutter und bla und Du willst alles....
nicht diskutiere.


Darf ich fragen wie alt du bist??

wenn Vorwürfe kommen in der Richtung, daß andere dich zu alt finden, um noch Mutter zu werden oder dir vorwerfen, daß du alles willst (was immer alles ist), dann ist das natürlich nicht schön.
aber deswegen einen "unfall" vorschieben?
sind die meisten nicht einfach neidisch auf deinen mut, deinen willen oder auch deine planung, weil du dich nochmal für ein kind entschieden hast?!!!





Vor allem, weil ich es eine Unverschämtheit finde,
wenn ich als Schwangere von beinahe Wildfremden gefragt werde: War das denn geplant?????



das finde ich auch unverschämt.

warum kann man heute kaum noch offen sagen, daß ein kind geplant war oder ist??

in dieser beziehung gefällt mir unsere gesellschaft überhaupt nicht :schild genau:

Catiana
18.03.2009, 16:12
Ich finde es viel peinlicher, als erwachsene Frau einen Unfall vorzuschieben, das wird doch viel mehr belächelt, als eine bewusste Entscheidung. Es hat ja den Anschein, als wenn man sich dafür schämt, schwanger zu sein, das finde ich traurig. Die Frage, warum man so spät noch Mutter wird, würde ich auch nicht mit Hinz und Kunz diskutieren wollen, den Gesprächspartner würde ich abwimmeln, ich muss ja schliesslich nicht mit jedem meine privaten Angelegenheiten diskutieren.

HansDampf
18.03.2009, 16:37
warum kann man heute kaum noch offen sagen, daß ein kind geplant war oder ist??

in dieser beziehung gefällt mir unsere gesellschaft überhaupt nicht :schild genau:

Weil ein Kinderwunsch und die mit seiner Realisierung einhergehenden Abhängigkeiten von Teilen der Gesellschaft als unemanzipiert gesehen werden. Weil neben dem Rabenmuttervorwurf auch immer der "Heimchen am Herd" Vorwurf lauert. Weil es schick ist, sich gegen den angeblich in D grassierenden Muttermythos zu stellen.

Weil wir, was Lebensentwürfe anderer Menschen betrifft, eine entsetzlich verkrampfte, neidzerfressene und intolerante Gesellschaft sind.

Gruß

Hans

Historia02
18.03.2009, 16:44
Ist ja lustig, dass dieser alte Thread hier hochgeschubst wurde. Und noch lustiger finde ich es, dass ausgerechnet ich damals einen Beitrag schrieb. Inzwischen bin ich nämlich schwanger (und Laborschnecke auch ;-)) und es ist ganz anders gelaufen, als ich gedacht hätte.

Ich fühle mich nämlich entgegen meiner damaligen Äußerungen (http://bfriends.brigitte.de/foren/1015652-post63.html) kein bisschen als Abzockerin! Ich habe letztes Jahr mein Studium abgeschlossen und im Anschluss einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen. Auch sonst fühle ich mich in allen Lebensbereichen so richtig "angekommen", geradezu perfekt zum Kinderkriegen. (Allerdings will ich auch so schnell wie möglich - im Moment denke ich an ein halbes Jahr Auszeit - an meinen Arbeitsplatz zurückkehren.)

Ich wurde in der Tat mehrfach gefragt, ob das geplant war und ich habe es auch offen und ehrlich zugegeben. (Ich hatte auch vorher nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich früher oder später Kinder will.) Etwas merkwürdig hat sich das "Zugeben" allerdings schon angefühlt.

In meiner Firma freuen sich alle total, sogar meine Chefs :-)

Inaktiver User
18.03.2009, 20:14
Hallo,

jetzt befördere ich dieses alte Thema mal nach ganz oben, weil ich es zur zeit hochaktuell finde.
Ich habe wirklich das Gefühl, daß man als Frau zwischen 30 und 40 nicht offen über seine Familienplanung sprechen darf. Sobald man im Kollegen- oder Freundeskreis erwähnt, daß man sich ein Kind wünscht wird einem unterstellt, daß man nicht mehr arbeiten möchte, sich zuhause eine schöne zeit machen möchte etc.
Das finde ich so schade.

Geht es euch auch so ??

:blumengabe:

Nein !

Ab 35 (die ich jetzt bin) höre ich ständig: Da wird es aber bald Zeit.

Ich möchte gerne Kinder :smirksmile: Zumindestens eins....

kayla
19.03.2009, 05:50
Weil ein Kinderwunsch und die mit seiner Realisierung einhergehenden Abhängigkeiten von Teilen der Gesellschaft als unemanzipiert gesehen werden. Weil neben dem Rabenmuttervorwurf auch immer der "Heimchen am Herd" Vorwurf lauert. Weil es schick ist, sich gegen den angeblich in D grassierenden Muttermythos zu stellen.

Und von noch weitaus größeren Teilen der Gesellschaft wird man als asozial, egoistisch, geldgeil und karrieregeil eingestuft, wenn man ebenso klar dazu steht, dass man keine Kinder möchte.


Weil wir, was Lebensentwürfe anderer Menschen betrifft, eine entsetzlich verkrampfte, neidzerfressene und intolerante Gesellschaft sind.

Da hast du leider absolut recht.

Hawaiitoast
19.03.2009, 09:32
Ist ja lustig, dass dieser alte Thread hier hochgeschubst wurde.

Ich finde das Thema einfach sehr interessant und hochaktuell :Sonne:



Ich habe letztes Jahr mein Studium abgeschlossen und im Anschluss einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen.


Hast du den Gedanken gehabt, daß es für ein Kind noch zu früh ist, weil du z.b. noch keine 2 oder 3 Jahre gearbeitet hast?


Bei mir ist es derzeit so, daß ich einen Job suche (wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum Jahresende).
Jeder, dem ich von der Jobsuche erzähle, rät mir, auf gar keinen Fall schwanger zu werden, bevor ich nicht einen Arbeitsvertrag in der Tasche habe und dann mindestens ein besser zwei Jahre dort gearbeitet habe.
Bei Vorstellungsgesprächen merke ich allerdings sehr genau, daß man mir unterstellt ich werde Kinder bekommen sobald ich einen Vertrag unterschrieben habe. Darum werden mir nur befristete Sachen angeboten :knatsch:

Das macht mich inzwischen oft ratlos, vielleicht habt ihr neue Ideen und Denkanstösse für mich :blumengabe:

Fussnote
19.03.2009, 10:35
Ich finde das Thema einfach sehr interessant und hochaktuell :Sonne:





Hast du den Gedanken gehabt, daß es für ein Kind noch zu früh ist, weil du z.b. noch keine 2 oder 3 Jahre gearbeitet hast?


Bei mir ist es derzeit so, daß ich einen Job suche (wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum Jahresende).
Jeder, dem ich von der Jobsuche erzähle, rät mir, auf gar keinen Fall schwanger zu werden, bevor ich nicht einen Arbeitsvertrag in der Tasche habe und dann mindestens ein besser zwei Jahre dort gearbeitet habe.
Bei Vorstellungsgesprächen merke ich allerdings sehr genau, daß man mir unterstellt ich werde Kinder bekommen sobald ich einen Vertrag unterschrieben habe. Darum werden mir nur befristete Sachen angeboten :knatsch:

Das macht mich inzwischen oft ratlos, vielleicht habt ihr neue Ideen und Denkanstösse für mich :blumengabe:

Ich habe leider auch keine Lösung, nur Verständnis für die schwierige Situation.

Denn ich denke gerade auch einigermaßen viel darüber nach, wie man die eigene "Familienplanung" im beruflichen Umfeld wohl angemessen "verkauft". Habe gerade die mündliche Zusage für einen neuen Job und werde ihn auch annehmen. Nach Familienplanung hat man mich glücklicherweise nicht gefragt, sonst hätte ich wohl lügen müssen. Denn tatsächlich würde ich liebend gerne (völlig unabhängig vom Job...also auch wenn ich jetzt nicht den Job gewechselt hätte) noch ein Kind bekommen und wir sind deshalb auch bereits in einer Kinderwunschklinik in Behandlung. Diese meine "Familienplanung" werde ich aber ganz bestimmt nicht im neuen Job fröhlich in der Mittagspause verkünden. Es geht einfach nicht (mal abgesehen davon, dass ich sowieso nicht mit jedem entfernten Bekannten über meine im wahrsten Sinne des Wortes noch ungelegten Eier reden möchte). Und ja, ich denke, wenn bei mir die "biologische Uhr" keine Rolle spielen würde, würde ich in dem neuen Job wohl erst noch 1-2 Jahre (oder länger) arbeiten wollen, um mir (unabhängig von den formellen vertraglichen Voraussetzungen) einen festen Platz im Unternehmen zu erarbeiten. Aber das geht nun in meinem Fall mal einfach nicht.

Wie ich dann damit umgehe, falls ich wirklich gleich nach der Probezeit (oder sogar währenddessen) schwanger werden sollte, weiß ich noch nicht genau. Ich hoffe einfach, dass es mir gelingt, mich möglichst schnell gut einzuarbeiten dass man mir letztlich die "Familienplanung" nicht übel nehmen wird und auch nach der Schwangerschaft bzw. dem ersten Jahr Erziehungsurlaub noch Wert auf meine Mitarbeit legt. Sicher sein kann ich aber natürlich nicht, dass die Leute, die sich jetzt für meine Einstellung stark gemacht haben und sich viel von meiner Mitarbeit versprechen, mir eine baldige Schwangerschaft bzw. den Erziehungsurlaub nicht doch irgendwie persönlich übel nehmen werden.

Kurzum, ich kann komplett nachvollziehen, dass es Frauen gerade im beruflichen Umfeld schwer fällt, sich offen zu ihrer "Familienplanung" zu bekennen. Es bringt beruflich oft mehr Nach- als Vorteile.

Im privaten Umfeld habe ich allerdings keine Probleme zu der "Familienplanung" zu stehen (mindestens im "Nachhinein") und werde ein Kind ganz sicher nicht als "Unfall" bezeichnen - unabhängig davon, ob da vielleicht jemand meint, ich sei zu alt, noch nicht lange genug mit meinem Partner zusammen oder sein Kind, das er schon hat, müsste uns doch reichen.

Historia02
19.03.2009, 12:58
Hast du den Gedanken gehabt, daß es für ein Kind noch zu früh ist, weil du z.b. noch keine 2 oder 3 Jahre gearbeitet hast?

Naja, im Grunde genommen arbeite ich schon seit fast drei Jahren dort, habe mich intern in eine andere Abteilung "hochgearbeitet" und dort auch meine Abschlussarbeit geschrieben. Ich wurde sogar schon im Vorstellungsgespräch nach meinen Familienplänen gefragt und habe damals ehrlich geantwortet, dass ich Kinder möchte, aber erst in ein bis zwei Jahren. Es war also für meine Chefs im Grunde nie ein Geheimnis, dass ich früher oder später Kinder will. Außerdem bin ich über 30 ... ich kann nicht mehr ewig warten.

Aber da ich ja nicht ganz aussteigen will, sondern bereits signalisiert habe, dass ich schnell wieder in mein Team zurückwill, kommen mir im Moment alle mit offenen Armen entgegen. Ich denke auch, dass ich da wahnsinniges Glück habe. Aber weil ich eben kein "unbeschriebenes Blatt" bin, wissen die anderen auch, dass sie auf meine Rückkehr zählen können und reagieren entsprechend positiv.

Hawaiitoast
23.03.2009, 16:37
...und habe damals ehrlich geantwortet, dass ich Kinder möchte, aber erst in ein bis zwei Jahren.

...wissen die anderen auch, dass sie auf meine Rückkehr zählen können und reagieren entsprechend positiv.


das hört sich richtig gut an!! :blumengabe:

Inaktiver User
24.03.2009, 13:30
Liebe Historia!

Ich möchte nicht besserweisserisch klingen, aber das hier



Ich fühle mich nämlich entgegen meiner damaligen Äußerungen (http://bfriends.brigitte.de/foren/1015652-post63.html) kein bisschen als Abzockerin!

und das hier



Allerdings will ich auch so schnell wie möglich - im Moment denke ich an ein halbes Jahr Auszeit - an meinen Arbeitsplatz zurückkehren.

sprangen mir etwas ins Auge.

Was meinst Du, wie sehr Du jetzt (vor der Geburt und bevor Du "hormonverseucht" bist) abschätzen kannst, wie es Dir dann in der jeweiligen Situation geht?

Ich meine, klar, Pläne machen ist gut. Und ich will Dir nix vermiesen. Nur ein Denkanstoß :blumengabe::blumengabe:

Historia02
24.03.2009, 14:12
Ja, das stimmt, das kann ich nicht abschätzen, das ist mir auch bewusst. Aber ich hoffe, mich soweit zu kennen, dass ich weiß, dass ich niemals 1 Jahr komplett zuhause bleiben könnte, da würde ich durchdrehen ;-)

Mir ist es lieber, ich kümmere mich jetzt schon um alles und kann es dann ggf. noch umstoßen, als dass ich einfach alles auf mich zukommen lasse und nachher total unglücklich daheim hocke.

Nur weil man theoretisch drei Jahre zuhause bleiben könnte, muss ich es ja nicht machen.

Inaktiver User
24.03.2009, 15:38
Aber ich hoffe, mich soweit zu kennen, dass ich weiß, dass ich niemals 1 Jahr komplett zuhause bleiben könnte, da würde ich durchdrehen ;-)
Ich war ein Jahr zu Hause, und am Ende wirklich fast am Durchdrehen.



Mir ist es lieber, ich kümmere mich jetzt schon um alles und kann es dann ggf. noch umstoßen, als dass ich einfach alles auf mich zukommen lasse und nachher total unglücklich daheim hocke.
Das klingt gut. :blumengabe:

caschuer
24.03.2009, 22:49
Irgendwie ist das schon witzig.
Als wir vor 5 Jahren geheiratet haben, hat niemand die "Wir wollen zusammenbleiben und es allen zeigen" Antwort ernst genommen.
Als ich vor 6 Monaten gesagt habe, dass ich schwanger bin, bin ich von Leuten, die mich gut kennen ernsthaft gefragt worden, ob es gewollt/geplant sei.
Da war ich in beiden Fällen sprachlos.

Ich kann aber auch Frauen verstehen, die (so, wie die Männer es ihnen vormachen) alles ganz abgeklärt und emotionslos verkaufen.
Gerade im Berufsleben ist leider nicht alles so familenfreundlich, wie es uns Frau vdL immer Glauben machen möchte.

rofl
25.03.2009, 11:50
Ja, das stimmt, das kann ich nicht abschätzen, das ist mir auch bewusst. Aber ich hoffe, mich soweit zu kennen, dass ich weiß, dass ich niemals 1 Jahr komplett zuhause bleiben könnte, da würde ich durchdrehen ;-)

Mir ist es lieber, ich kümmere mich jetzt schon um alles und kann es dann ggf. noch umstoßen, als dass ich einfach alles auf mich zukommen lasse und nachher total unglücklich daheim hocke.

Nur weil man theoretisch drei Jahre zuhause bleiben könnte, muss ich es ja nicht machen.


ich denke, wenn du jetzt schon so denkst, wirst du das auch "dann" tun. war bei mir genau so und ich bin heute heilfroh, dass ich meinen wunsch nach 6 monaten zurück zu kommen direkt angemeldet hatte - sonst hätte ich in der momentanen lage nämlich sicher keinen job und würde daheim durchdrehen.

Fussnote
25.03.2009, 14:09
ich denke, wenn du jetzt schon so denkst, wirst du das auch "dann" tun. war bei mir genau so und ich bin heute heilfroh, dass ich meinen wunsch nach 6 monaten zurück zu kommen direkt angemeldet hatte - sonst hätte ich in der momentanen lage nämlich sicher keinen job und würde daheim durchdrehen.

Bei mir wäre es wohl genau umgekehrt. Ich meine zu wissen, dass ich sehr gerne mindestens ein Jahr zuhause bleiben wollen würde (wenn ich das mit der "Familienplanung" denn noch auf die Reihe kriegen sollte..). Könnte mir aber vorstellen, dass ich mich vielleicht beruflich "gezwungen" fühle, möglichst bald wieder im Job aufzutauchen.
Naja...aber ich lass es mal auf mich zukommen, es ist ja leider noch nicht wirklich relevant.

rofl
25.03.2009, 16:13
egal wie rum, es ist immer blöd, wenn man "gezwungen" ist, irgendwas zu tun, das man eigentlich lieber nicht möchte. ich bin auch wirklich glücklich, dass das bei mir so gut lief.... gerade weil ich weiss, dass es nicht selbstverständlich ist.