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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gottesteilchen??



Inaktiver User
04.07.2012, 13:23
Hi,
wer von Euch ist so lieb und erklärt mir (in ganz simplen Worten, Physik war leider immer schon etwas, womit ich mich schwer tu'), was es mit den "Gottesteilchen" auf sich hat?
Danke schon mal,
Ruby

58erboomkid
04.07.2012, 14:59
Nach dem so genannten " Gottesteilchen " oder besser Higgs-Boson wird unter anderem, im Teilchenbeschleuniger CERN gesucht. Dort prallen im 27km langen Ringtunnel Protonen mit sehr hoher Geschwindigkeit aufeinander und dabei entstehen Folgeteilchen und die Forscher hoffen dabei auch das Higgs Teilchen zu finden. Dieses Elementarteilchen ist so interessant, weil es ein Bindeglied sein könnte, das erklären dürfte, warum es zB Planeten gibt und auch den Menschen. Was die Materie im innersten zusammen hält. Es soll dafür verantwortlich sein, das andere Teilchen eine Masse haben.
Scheinbar sind die Physiker sehr nahe daran es zu entdecken, aber nachgewiesen wurde es scheinbar noch nicht. Ich hoffe du kannst mit meiner Erklärung etwas anfangen. Gruß boomkid


http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/cern-entdeckung-des-higgs-bosons-am-lhc-a-842561.html

Inaktiver User
04.07.2012, 16:20
Nach dem so genannten " Gottesteilchen " oder besser Higgs-Boson wird unter anderem, im Teilchenbeschleuniger CERN gesucht. Dort prallen im 27km langen Ringtunnel Protonen mit sehr hoher Geschwindigkeit aufeinander und dabei entstehen Folgeteilchen und die Forscher hoffen dabei auch das Higgs Teilchen zu finden. Dieses Elementarteilchen ist so interessant, weil es ein Bindeglied sein könnte, das erklären dürfte, warum es zB Planeten gibt und auch den Menschen. Was die Materie im innersten zusammen hält. Es soll dafür verantwortlich sein, das andere Teilchen eine Masse haben.
Scheinbar sind die Physiker sehr nahe daran es zu entdecken, aber nachgewiesen wurde es scheinbar noch nicht. Ich hoffe du kannst mit meiner Erklärung etwas anfangen. Gruß boomkid

Ja - danke, etwas mehr weiß ich jetzt ;-)

Also quasi die Teilchen, die für Entstehung von fester Materie verantwortlich sein sollen?? (und sorry für meine blöde FRage - es interessiert mich, aber ich weiß nicht viel drüber...)

xanidae
05.07.2012, 09:08
Ruby, es gibt keine blöden Fragen :smile:

Danke für die Erklärung 58erboomkid.

elli07
05.07.2012, 16:56
..Also quasi die Teilchen, die für Entstehung von fester Materie verantwortlich sein sollen??

Ja, und aus denen dann mit der Zeit Lebewesen und der Mensch entstanden sind.

Bitte keine tiefergehenden Nachfragen, ich bin nur ne ganz normale Hausfrau...:freches grinsen:

Gruß, Elli

nur_so
05.07.2012, 17:18
Ein Wissenschaftler wollte es ursprünglich "das gottverdammtes Teilchen" nennen. Aber "verdammt" darf man in amerikanischen Publikationen nicht schreiben und "GottPEEPes Teilchen" liest sich nicht so gut.

Damit dass man dieses Teilchen nun gefunden hat, hat sich eine Theorie in der Quantenphysik bestätigt. Man "wusste" schon länger, dass es dieses Teilchen geben müsste und wie es aussieht. Nur war der Nachweis der Theorie noch nicht richtig stichhaltig.

Wenn man das Teilchen nicht gefunden hätte, dann hätte das wohl gezeigt, dass die ganze bisherige Theorie über die Quantenphysik nochmals überdacht werden muss.

58erboomkid
05.07.2012, 18:34
Der britische Physiker Peter Higgs ( nach welchem das gleichnamige Teilchen benannt ist ) hat schon 1964 vorhergesagt das es dieses Elementarteilchen ( bzw. einen Mechanismus ) geben muß, der Materie Masse verleiht. Der Nachweis dieses Bosons ist schon etwas ganz Besonderes in der Wissenschaft und könnte für die Zukunft viele neue Erkenntnisse darüber bringen, warum unser Universum so ist wie es ist. Mit der Frage nach Gott hat das meiner Meinung nach aber überhaupt nichts zu tun. Finde den Begriff " Gottesteilchen " eher falsch und verwirrend. Ich vermute stark, das sich bei der Meldung von der Entdeckung des Higgs Boson, die Presse überhaupt nicht dafür interessiert hätte. Ist halt medienwirksamer, es mit irgendeinem Gott in Verbindung zu bringen. :zwinker:



Und ich kann mich xanidae nur anschließen, es gibt niemals blöde Fragen, aber durchaus blöde Antworten. :freches grinsen:

Inaktiver User
05.07.2012, 18:42
Ein Wissenschaftler wollte es ursprünglich "das gottverdammtes Teilchen" nennen. Aber "verdammt" darf man in amerikanischen Publikationen nicht schreiben und "GottPEEPes Teilchen" liest sich nicht so gut.

Außerdem habe ich die schon lange entdeckt, diese "gottverdammten Teilchen".
Die sind aus Blätterteig.

Michael_Collins
05.07.2012, 18:44
Außerdem habe ich die schon lange entdeckt, diese "gottverdammten Teilchen".
Die sind aus Blätterteig.

Quatsch. Die aus Blätterteig sind die sogenannten Elementarteilchen.

Inaktiver User
05.07.2012, 18:46
Quatsch. Die aus Blätterteig sind die sogenannten Elementarteilchen.

Das meinst du nur weil du immer Quantensprünge machst wenn du dir eins reinziehst.

Nordlys76
05.07.2012, 20:03
Das Higgs-Teilchen kann man sich ein bisschen so vorstellen:

Du bist ein großer Star und gehst auf eine Party. Wenn du Tür zu einem Raum aufmachst und da sind schon einige Leute da, dann werden die sofort auf dich zugerannt kommen und dich daran hindern, dass du zum Buffet kommst.
Du kommst also viel schwerer durch den Raum durch, als wenn keiner da wäre.... sozusagen wirst du selber dadurch schwerer und zwar umso schwerer je mehr Partygäste im Weg rumstehen und nach Autogrammen fragen.

Ohne die Partygäste (= Higgs-Teilchen) würdest du schwerelos durch den Raum schweben können, also masselos sein.

Und nein, der Vergleich ist nicht von mir... alles nur geklaut...

58erboomkid
05.07.2012, 20:43
...und zwar hier....

Higgs-Boson: Gottesteilchen verleiht Materie ihre Masse - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/higgs-boson-gottesteilchen-verleiht-materie-ihre-masse-a-842517.html)

Inaktiver User
05.07.2012, 21:07
Okay - mein neues Wissen (merci an Euch alle) lässt sich wie folgt zusammenfassen:

1. Gottesteilchen heißen Gottesteilchen, weil sie - und nicht Gott - aus Materie Masse machen.
Gott brauchen wir aber trotzdem, denn...wer, wenn nicht er, hat diese Dinger ersonnen???

2. Wahre Gottesteilchen sind für jeden was anderes - zumindest könnten sie frischen Wind in Bäckereien bringen.
Ihr mögt Gottesteilchen aus Blätterteig - ich ziehe jedoch...Plunder...vor. Am liebsten mit Himbeerfüllung :-))

Nordlys76
06.07.2012, 17:15
Die Erklärung kannte ich woanders her, also ncith aus dem Spiegel... die Quelle lässt sich aber nicht mehr eruieren, ich lese dauernd solches Zeug :freches grinsen:

Übrigens hass eich den begriff "Gottesteilchen" - hat mit Religion nichts zu tun sondenr mit Wissenschaft (und ja - für mich zwei unvereinbare Gegensätze)

Streuner
06.07.2012, 19:22
Und woraus besteht nun so ein Higgs-Teilchen?
Ist das ein Material wie jedes andere auch?
Könnte man davon theoretisch eine Tüte voll herstellen?
Was für Eigenschaften hätte so ein "Pülverchen"?

Ihr habt es versprochen: Es gibt keine dummen Fragen :freches grinsen:
Sonst würde ich mich das nicht fragen trauen :peinlich:

Halbmast...
06.07.2012, 21:52
Hi,
wer von Euch ist so lieb und erklärt mir (in ganz simplen Worten, Physik war leider immer schon etwas, womit ich mich schwer tu'), was es mit den "Gottesteilchen" auf sich hat?
Danke schon mal,
Ruby

Probieren wir es mal ohne das übliche Fachchinesisch.

Wie du ja sicher weißt, ist Gott tot. Toter kann man gar nicht sein. Moderne Physiker gehen davon aus, dass er vor cirka 13 Milliarden Jahren bei einer sehr, sehr großen Explosion das Zeitliche segnete. Schuld an dieser Explosion war er wahrscheinlich selber. Man vermutet einen unsachgemäßen Umgang mit Chemikalien, aber sicher ist das nicht.

Nun gilt in der Physik - anders als in der Finanzwirtschaft -, dass von nichts nichts kommt und dass andererseits etwas etwas bleibt und nicht einfach nichts wird. Das geht nämlich gar nicht, sagen die Fachleute.

Und genau deshalb, weil etwas immer etwas bleibt, haben Physiker auch immer gedacht, dass irgendetwas von Gott übriggeblieben sein muss und das dieses Irgendetwas durch die Gegend fliegen muss und klitzeklein sein muss und nicht mit dem bloßen Auge zu sehen ist.

Deshalb wurde gigantische Lupen konstruiert, mit denen man genaustens beobachten kann, was passiert, wenn man aus ganz gewöhnlicher Materie Kleinholz macht.

Und siehe da: wenn man genügend Gewalt anwendet, wenn man Materie nur feste genug zerdeppert, dann flüchten Mini-Mini-Mini-Teilchen mit Heiligenschein von dannen. Eben die sogenannten Gottesteilchen.

Gott, bzw. was von ihm übriggeblieben ist, hat sich also 13 Milliarden Jahre, 13 lange Milliarden Jahre im Detail versteckt. Sozusagen.

Halbmast...
06.07.2012, 22:00
Und woraus besteht nun so ein Higgs-Teilchen?


Higgs-Teilchen bestehen aus sich selber.



Ist das ein Material wie jedes andere auch?


Nein. Normales Material besteht nicht aus sich selber, sondern aus etwas anderem.



Könnte man davon theoretisch eine Tüte voll herstellen?


Natürlich könnte man das. Allerdings wäre das nach aktueller Rechtslage höchst illegal.



Was für Eigenschaften hätte so ein "Pülverchen?


Halluzinogene.

Hummelchen
06.07.2012, 22:55
Wer will denn schon WISSEN, was ein Gottesteilchen ist? Ich schließe die Augen, und stelle mir mein Gottesteilchen vor. Es hat Erdbeeren und Schlagsahne obendrauf. Sobald ich reinbeiße, welken meine Lavendel nicht mehr, im Garten grast ein Esel, die Menschen sind freundlich zueinander und kein undisziplinierter Haufen Egozentriker. Uns allen scheint die Sonne direkt ins Herz.

Für mich bitte ein Gottesteilchen, Fräulein.

Sternenmeeeer
07.07.2012, 09:05
Wieso hat Materie Keine Masse? Wieso muss man ihr die erstmal " verleihen"? Und kann man ihr die auch wieder wegnehmen?

:wie?:

Alaska
07.07.2012, 10:17
Die neue Higgs-Diät: Jetzt überflüssige Bosonen ganz einfach loswerden! Das auf Masseneffekte spezialisierte international renommierte CERN-Institut in den Schweizer Bergen bietet mit dem LHC-Verfahren nun auch eine schonende Methode, um der Bikinifigur ohne schweisstreibende oder asketische Verrenkungen ...

Mr_McTailor
07.07.2012, 11:01
Alles Schwindel.

Inaktiver User
07.07.2012, 11:57
Wer will denn schon WISSEN, was ein Gottesteilchen ist? Ich schließe die Augen, und stelle mir mein Gottesteilchen vor. Es hat Erdbeeren und Schlagsahne obendrauf. Sobald ich reinbeiße, welken meine Lavendel nicht mehr, im Garten grast ein Esel, die Menschen sind freundlich zueinander und kein undisziplinierter Haufen Egozentriker. Uns allen scheint die Sonne direkt ins Herz.

Für mich bitte ein Gottesteilchen, Fräulein.

Hier kommen wir der Sache schon näher. Ich erklär's mal so: Gott wiegt sich täglich wie wir alle; und eines Tages fand er heraus, dass das Gewicht aller Leute in seiner Welt nicht mit dem Gewicht der Welt selbst übereinstimmt. Das bedeutet also, die Leute (Teilchen) schwindeln mit ihrem Gewicht. Und in dem Moment, wo wir alle uns mit unserem Idealgewicht einem Kuchenteilchen mit Erdbeeren und Sahne nähern, übergibt uns dieses Teilchen seine Masse. Und man kann uns plötzlich sehen. Und wir sind dick. Also besser kann man es nun wirklich nicht erklären!

Inaktiver User
07.07.2012, 13:02
Probieren wir es mal ohne das übliche Fachchinesisch.

Wie du ja sicher weißt, ist Gott tot. Toter kann man gar nicht sein. Moderne Physiker gehen davon aus, dass er vor cirka 13 Milliarden Jahren bei einer sehr, sehr großen Explosion das Zeitliche segnete. Schuld an dieser Explosion war er wahrscheinlich selber. Man vermutet einen unsachgemäßen Umgang mit Chemikalien, aber sicher ist das nicht.

Nun gilt in der Physik - anders als in der Finanzwirtschaft -, dass von nichts nichts kommt und dass andererseits etwas etwas bleibt und nicht einfach nichts wird. Das geht nämlich gar nicht, sagen die Fachleute.

Und genau deshalb, weil etwas immer etwas bleibt, haben Physiker auch immer gedacht, dass irgendetwas von Gott übriggeblieben sein muss und das dieses Irgendetwas durch die Gegend fliegen muss und klitzeklein sein muss und nicht mit dem bloßen Auge zu sehen ist.

Deshalb wurde gigantische Lupen konstruiert, mit denen man genaustens beobachten kann, was passiert, wenn man aus ganz gewöhnlicher Materie Kleinholz macht.

Und siehe da: wenn man genügend Gewalt anwendet, wenn man Materie nur feste genug zerdeppert, dann flüchten Mini-Mini-Mini-Teilchen mit Heiligenschein von dannen. Eben die sogenannten Gottesteilchen.

Gott, bzw. was von ihm übriggeblieben ist, hat sich also 13 Milliarden Jahre, 13 lange Milliarden Jahre im Detail versteckt. Sozusagen.


Also hat man sozusagen Urknall-Materie gefunden (wenn ich als physikalische Pflaume das nu' richtig kapiert habe).
Faszinierend...möchte man sagen.

Da es ja keine doofen Fragen gibt, trau ich mich nun die nächste...eh...naive Frage zu äussern:
heißt, es war schon vor dem Urknall Materie da??
Und ich dache, mit dem Urknall hätte "alles" angefangen.
Und Gott?
Der sitzt wahrscheinlich mild lächelnd auf einer Wolke und schaut sich das Treiben auf der Erde kopfschüttelnd an..

Inaktiver User
07.07.2012, 13:08
Wieso hat Materie Keine Masse? Wieso muss man ihr die erstmal " verleihen"? Und kann man ihr die auch wieder wegnehmen?

:wie?:


ebent.
Wenn was keine Masse hat - ists auch nicht existent. .Alles was da ist, wiegt was, nimmt Raum ein und "ist" in einer Zeit.
Fehlt eine dieser Komponenten (Raum, Zeit, Masse) , ist nicht "da".
Ist doch eigentlich ganz simpel. (zumindest für physikalische Dumpfbacken wie mich).

Alaska: lass uns eine neue Bosonen-Diät erfinden. Statt Eiweissbrot gibts halt frische Gottesteilchen mit Higgs-Marmelade :-))

Inaktiver User
07.07.2012, 13:16
ebent.
Wenn was keine Masse hat - ists auch nicht existent. .Alles was da ist, wiegt was, nimmt Raum ein und "ist" in einer Zeit.
Fehlt eine dieser Komponenten (Raum, Zeit, Masse) , ist nicht "da".
Ist doch eigentlich ganz simpel. (zumindest für physikalische Dumpfbacken wie mich).

Dumme Fragen gibt es nicht, also:
Sind Fotonen (Lichtteilchen) materielose Teilchen, weil sie nicht vom Gottesteilchen geküsst wurden?
Könnten hyperaktive Gottesteilchen sämtliches Licht auffressen (machen die das Licht schwer und dunkel und verwandeln es in Schwarze Materie)? Müssen wir Angst haben, dass das Universum in paar Milliarden Jahren dunkel wird?
Oder hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun?
Hilfe!

Inaktiver User
07.07.2012, 13:32
Die neue Higgs-Diät: Jetzt überflüssige Bosonen ganz einfach loswerden! Das auf Masseneffekte spezialisierte international renommierte CERN-Institut in den Schweizer Bergen bietet mit dem LHC-Verfahren nun auch eine schonende Methode, um der Bikinifigur ohne schweisstreibende oder asketische Verrenkungen ...

Ich seh schon die Überschrift:


Schlank in Lichtgeschwindigkeit.

Mr_McTailor
07.07.2012, 14:10
Also hat man sozusagen Urknall-Materie gefunden (wenn ich als physikalische Pflaume das nu' richtig kapiert habe).
Faszinierend...möchte man sagen.

Da es ja keine doofen Fragen gibt, trau ich mich nun die nächste...eh...naive Frage zu äussern:
heißt, es war schon vor dem Urknall Materie da??
Und ich dache, mit dem Urknall hätte "alles" angefangen.
Und Gott?
Der sitzt wahrscheinlich mild lächelnd auf einer Wolke und schaut sich das Treiben auf der Erde kopfschüttelnd an..

Jein.

Was beim Urknall und ggf. davor war, läßt sich nicht sagen. Das Universum dehnt sich kontinuierlich aus. Der Urknall ist der Punkt zu dem man kommt, wenn diese Ausdehnung rückwärts gerechnet wird.

In bzw. ab diesem Punkt müssen Raum, Zeit und Materie entstanden sein. Da die gängigen Modelle (also die allgemeine Relativitätstheorie und das vielleicht soeben etwas bewiesener gewordenen Standardmodell der Teilchenphysik) aber gerade Raum, Zeit und Materie als Größen voraussetzen, gibt es für den Zeitpunkt davor keine anwendbare Theorie.

Und Augenzeugen haben sich auch noch keine gemeldet.

Streuner
07.07.2012, 15:33
Jein.

Was beim Urknall und ggf. davor war, läßt sich nicht sagen. Das Universum dehnt sich kontinuierlich aus. Der Urknall ist der Punkt zu dem man kommt, wenn diese Ausdehnung rückwärts gerechnet wird.

In bzw. ab diesem Punkt müssen Raum, Zeit und Materie entstanden sein. Da die gängigen Modelle (also die allgemeine Relativitätstheorie und das vielleicht soeben etwas bewiesener gewordenen Standardmodell der Teilchenphysik) aber gerade Raum, Zeit und Materie als Größen voraussetzen, gibt es für den Zeitpunkt davor keine anwendbare Theorie.

Und Augenzeugen haben sich auch noch keine gemeldet.

Bedeutet, dass es für die "Zeit" vor dem Urknall (also für die "Zeit ohne Zeit") keine anwendbare Theorie gibt, automatisch, dass es vor dem Urknall nichts gegeben haben kann/muss?
Oder bedeutet das lediglich, dass man nur nicht weiß was zum Urknall geführt hat?


Kann es nicht auch sein, und wäre es nicht logisch, dass es vor dem Urknall Zeit und Raum zwar schon gegeben hat, jedoch nichts, keine Bezugspunkte, wie Materie und Bewegung, von denen aus man Zeit und Raum messen/rechnen hätte können. ETWAS muss ja zum Urknall geführt haben, sonst hätte er nicht stattgefunden. Oder kann sich der Urknall ohne Ursache ereignet haben - einfach so, aus sich heraus?
_______________________________

Es heißt, "Energie kann nicht verloren gehen..."
Es heißt auch, das Universum hat sich nach dem Urknall abgekühlt.
Was ist aus der Energie geworden, die beim Abkühlen "verloren" ging?
Kann das der Grund sein, warum das Universum expandiert, weil sich die Energie zwischen der Materie ausbreitet? Ist das vielleicht diese ominöse Dunkle Energie?

Demnach wäre es nicht der Raum, der sich ausdehnt, sondern nur die Abstände zwischen den Himmelskörpern. Ausdehnen würde sich demnach nicht der Raum, sondern die Energie.
Der unendliche Raum bleibt immer wie er war - unendlich und unveränderlich. Unendlich, zeitlich gesehen und räumlich. So sehe ich das.
________________________________

Sehe ich das richtig?

Jegliche Materie ist nichts anderes als 'verdichtete Energie' in unterschiedlichen Aggregatszuständen.
Wenn das so ist, ist es dann nicht erstaunlich, welche fein strukturierten Formen diese verdichtete Energie angenommen hat? Man denke nur mal an die DNA und die verschiedensten Lebensformen, die daraus hervorgegangen sind. Man denke an das Wasser. Nur in Verbindung mit Wasser kann die Struktur der DNA Leben hervorbringen. Als wären in der DNA Buchstaben enthalten, die uns etwas sagen wollen.

Vielleicht sollte man beim nächsten Mal Aufeinander-prallen-lassen von zwei Lichtteilchen eine DNA-Struktur dazwischen klemmen, um im Gottesteilchen den Stempel/Abdruck einer DNA zu hinterlassen.
Wasser drauf, umrühren - fertig ist das Leben :zauberer:

Mr_McTailor
07.07.2012, 18:13
Bedeutet, dass es für die "Zeit" vor dem Urknall (also für die "Zeit ohne Zeit") keine anwendbare Theorie gibt, automatisch, dass es vor dem Urknall nichts gegeben haben kann/muss?
Oder bedeutet das lediglich, dass man nur nicht weiß was zum Urknall geführt hat? Da gibt es eben keine Erkenntnisse. Genau genommen weiß man nicht einmal, was der Urknall eigentlich ist. Auch dass es eine Explosion im pyrotechnischen Sinn war ist eher unwahrscheinlich. Wie gesagt, es wird die nachweisbare Ausdehnung des Universums (sozusagen nach der Weg/Zeit Formel) in die Gegenrichtung zurück gerechnet. Auf diese Weise kommt man zu einem "Startpunkt" an dem (vor 13,4 Mrd. Jahren) Zeit beginnt, alle Objekte zusammen eine Masse von 0 haben und das in einem Raum mit dem Volumen von 0.

Wäre das Ding eindimensional, könnte man sagen "Ok, links davon geht's mit negativen Werten weiter", ist es aber nicht. Bei Zweien könnte man sich vorstellen, dass wir auf der oberen Hälfte von einem X oder Y sind, der Urknall ist der Schnittpunkt und darunter (=davor) war etwas Anderes. Aber das Universum nutzt eben alle bekannten Dimensionen, es gibt also kein "Links vom Urknall", das sich mit den verfügbaren Größen beschreiben lässt.

Mehrere Dinge wären denkbar, von denen das eine relativ nachvollziehbar ist: Die Ausdehnung des Universums ist ein oszillierender Prozess. Also, es dehnt sich (z.B.) 100 Mrd. Jahre lang aus, dann kollabiert das System und zieht sich ab da wieder bis zum Nullpunkt zusammen. Ist der erreicht, geht's wieder von vorne los. Die andere Variante ist die Vorstellung einer Kiste, mit mehr Dimensionen, als wir nachweisen können. Die Kiste hat innen einen Überdruck, bekommt dadurch ein Loch und da zischt unser Universum raus, solange bis der Überdruck ausgeglichen ist.



Es heißt, "Energie kann nicht verloren gehen..."
Es heißt auch, das Universum hat sich nach dem Urknall abgekühlt.
Was ist aus der Energie geworden, die beim Abkühlen "verloren" ging?
Diese Frage gilt eigentlich als beantwortet. Vereinfacht gesagt geht man davon aus, dass die die beim Urknall vorhandene Energie die gerade entstehenden Massen beschleunigt hat (also von Null an in Bewegung gesetzt und zunächst immer schneller werden ließ). Dabei passierte folgendes:

Die Elementarteilchen wurden so gegeneinander geschossen, dass aus den verschiedenen Kombinationen die Atome entstanden.
Die Massen wurden größer und schließlich so groß, dass es zu einem Ausgleich zwischen Masse und Energie kam. Es fand also keine weitere Beschleunigung statt, die Ausdehnung des Universums ist ab diesem Moment konstant.
Gleichzeitig endet die Zusammenballung der Teilchen zu Atomen. Die Entwicklung der Atome ist in diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Es existieren also ab da nur die diejenigen Atome, die sozusagen in dieser Momentaufnahme eingefroren waren (Dieser Prozess bzw. dessen Ende ist quasi zufällig, hätte er länger oder kürzer gedauert, wären mehr oder weniger Atome entstanden und es hätten andere sein können, hätten die Teilchen in dem Moment andere Kombinationen gebildet)


(Sorry für Unschärfen, das ist Relativitätstheorie und Quantenphysik für den Hausgebrauch, man möge Nachsicht üben, wenn Einstein und Planck da etwas differenzierter aufgestellt waren)

Mr_McTailor
07.07.2012, 20:44
Hi,
wer von Euch ist so lieb und erklärt mir (in ganz simplen Worten, Physik war leider immer schon etwas, womit ich mich schwer tu'), was es mit den "Gottesteilchen" auf sich hat?
Danke schon mal,
Ruby

Stell Dir vor, Du hast einen Glaswürfel. Außen, an der Ober- und Unterseite ist jeweils eine Spule, die ein Elektro-Magnetisches Feld erzeugt. Die Magnete können, wenn sie eingeschaltet sind, Metallobjekte bis zu einem Gewicht von 999g (je Objekt) in der Schwebe halten. Zudem gibt es eine Stromquelle für die Magneten und den Empfänger für eine Fernsteuerung um sie von außen einzuschalten. Das alles wiegt 10 Kg. Das legst Du auf eine Küchen-Waage. Sie zeigt folglich 10 Kg an.



Jetzt öffnest Du den Würfel und legst 12 Metallkugeln hinein - das sind unsere Elementarteilchen.
Die wiegen 100g (10x), 200g (5x) und 500g (2x) also zusammen 3 Kg
Die Waage zeigt jetzt also 13 Kg an.
Jetzt nehmen wir die Fernbedienung und schalten die Magneten ein.
Da jede Kugel jeweils weniger als 999g wiegt, beginnen alle im Feld zu schweben.
Die Wage zeigt jetzt wieder 10 Kg an. Die Kugeln haben relativ zu unserem Bezugssystem (der Waage) also die Masse 0


Würden mehre Kugeln aneinander haften, z.B. 1x500 + 2x200 + 2x100 = 1,1 Kg würden sie von Feld nicht mehr getragen, fielen herunter und erhöhten die gemessene Masse im System auf 11,1 Kg. Sie haften aber nicht. Sie bleiben isoliert und schweben bis in alle Ewigkeit.

Oder doch nicht, denn

jetzt kommt (*Fanfare* *Tusch*) ein Higgs-Bosom hinein. Es hat ein Masse von 0g wird also auch vom Feld getragen.
Kaum schwebt es im Würfel, stürzen sich die Kugeln darauf. 500, 200, 100, 100, 200.
Zusammengeballte 1.100 g - und zack, stürzen sie ab.
Das das ist das Zeichen für das nächste Higgs-Bosom einzutreten.
Schon kommen die nächsten Kugeln an: 200, 200, 200, 100, (= 700, noch schweben sie), 500 (zack, Absturz)
Die Waage zeigt jetzt 12,3 kg an.


Die beiden Zusammenballungen von 1.100 und 1.200 gr sind Atome. Ihre Masse zählt jetzt im Bezugssystem mit. Die übrigen 7x100g nicht und schweben weiter.

Alles klar?

Michael_Collins
07.07.2012, 21:56
......

Was beim Urknall und ggf. davor war, läßt sich nicht sagen. .........

......Und Augenzeugen haben sich auch noch keine gemeldet.

Stimmt. Und Joopi ist ja leider schon tot.

58erboomkid
07.07.2012, 23:02
Also hat man sozusagen Urknall-Materie gefunden (wenn ich als physikalische Pflaume das nu' richtig kapiert habe)

Nö, die haben keine Urknallmaterie gefunden.


Da es ja keine doofen Fragen gibt, trau ich mich nun die nächste...eh...naive Frage zu äussern:
heißt, es war schon vor dem Urknall Materie da??
Und ich dache, mit dem Urknall hätte "alles" angefangen.

Vor dem Urknall war vermutlich absolut nüscht. Keine Materie, keine Zeit ( die gibet jetzt auch noch nicht..nur die Raumzeit ), nix, nothing. Vermutlich hat alles mit dem Big Bang angefangen. Ist ein theoretisches Modell, nicht mehr und nicht weniger. Das Ganze hat aber schon einen recht solides Fundament in Form der Hintergrundstrahlung, welche immer noch messbar ist. Probleme bereitet eher diese berühmte " Sekunde vor dem Urknall ". Wenn man da überhaupt von einer Sekunde reden kann, Zeit giebt es ja nun mal nicht. :freches grinsen:


Und Gott?
Der sitzt wahrscheinlich mild lächelnd auf einer Wolke und schaut sich das Treiben auf der Erde kopfschüttelnd an..

Wenn, es den Alten auf seiner Wolke geben sollte.....ich halte den für sehr, sehr unwahrscheinlich, aber wer weiß.

58erboomkid
07.07.2012, 23:14
Macht doch um die Higgs Teilchen einen Bogen, dann können sie auch ihre Sch...masse behalten. :smirksmile:

Noch was nettes zu Thema, ich finde Lesch erklärt das wirklich super, auch für Physikpflaumen....


Alpha Centauri mit Harald Lesch über Higgs Teilchen - Teil 1/2 - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=Cddp4e5kPdk)

nur_so
10.07.2012, 21:19
Eine schöne Animation zum Thema: The Higgs Boson Explained on Vimeo (http://vimeo.com/41038445) (leider) in Englisch.

Streuner
10.07.2012, 23:58
Da gibt es eben keine Erkenntnisse. Genau genommen weiß man nicht einmal, was der Urknall eigentlich ist. Auch dass es eine Explosion im pyrotechnischen Sinn war ist eher unwahrscheinlich. Wie gesagt, es wird die nachweisbare Ausdehnung des Universums (sozusagen nach der Weg/Zeit Formel) in die Gegenrichtung zurück gerechnet. Auf diese Weise kommt man zu einem "Startpunkt" an dem (vor 13,4 Mrd. Jahren) Zeit beginnt, alle Objekte zusammen eine Masse von 0 haben und das in einem Raum mit dem Volumen von 0.

Es kann aber auch sein, dass beim Zurückrechnen die Null nicht getroffen wird, weil es eine unendliche Schleife ist - buchstäblich unendliche Schleife.

Streuner
11.07.2012, 00:02
Wäre das Ding eindimensional, könnte man sagen "Ok, links davon geht's mit negativen Werten weiter", ist es aber nicht. Bei Zweien könnte man sich vorstellen, dass wir auf der oberen Hälfte von einem X oder Y sind, der Urknall ist der Schnittpunkt und darunter (=davor) war etwas Anderes. Aber das Universum nutzt eben alle bekannten Dimensionen, es gibt also kein "Links vom Urknall", das sich mit den verfügbaren Größen beschreiben lässt.

Und was ist, wenn alles von allen Seiten gleichzeitig in jede Richtung gleichzeitig und überall gleichzeitig betrachtet wird?
'Alldimensional'? Gibt es das? Ist es das?

Verbindet sich die materielle Alldimension mit der geistigen Dimension?

Die gibt es nicht?

Es gibt sie.

Gehören beide Dimensionen zu einer Dimension?

Wenn ja, lebt sie ewig.

_maddin_
31.08.2012, 22:43
Und was ist, wenn alles von allen Seiten gleichzeitig in jede Richtung gleichzeitig und überall gleichzeitig betrachtet wird?
'Alldimensional'? Gibt es das? Ist es das?

Verbindet sich die materielle Alldimension mit der geistigen Dimension?

Die gibt es nicht?

Es gibt sie.

Gehören beide Dimensionen zu einer Dimension?

Wenn ja, lebt sie ewig.

Die Frage nach "geistigen Dimension" ist doch nun mal wieder eine Nebelkerzenfrage. Was soll das Ding denn sein, was man nicht materiell nachweisen kann?

LG

Bae
01.09.2012, 07:15
Die Frage nach "geistigen Dimension" ist doch nun mal wieder eine Nebelkerzenfrage. Was soll das Ding denn sein, was man nicht materiell nachweisen kann?


"Geist" ist das, was es dir ermöglicht, materiell nicht nachweisbare Dinge wie "Frage" oder "sprachliche Strukturen" korrekt zu handhaben und gegebenfalls sogar zu "verstehen".

Anders gesagt: wärst du von allen guten Geistern verlassen, wärst du tot und nicht in der Lage, hier zu schreiben. Aber schliesslich ist auch die BriCom materiell nur schwer nachweisbar... an Materie ist da kaum mehr vorhanden als ein oder mehrere Server und ein Haufen Elektronik. Inwiefern die auf Bildschirmen wahrzunehmendne Formen und Farben, die den Text bilden, "materiell" genannt werden können, ist auch noch so eine Frage...

grüsse, barbara

Alaska
23.02.2013, 15:16
Da sieht man mal wieder, wo diese ganze Erforscherei letztlich hinführt:

Aus der Masse des Higgs-Bosons von etwa 125 Gigaelektronenvolt folge im Rahmen des Standardmodells der Teilchenphysik in der Tat, dass das Vakuum instabil sein müsse - und damit das Universum. Schon 1982 hatten die beiden Physiker Michael Turner und Frank Wilczek im renommierten Magazin "Nature" vor einem metastabilen Vakuum gewarnt. "Ohne Warnung" könne sich eine Vakuumblase irgendwo im Universum bilden und sich mit Lichtgeschwindigkeit ausdehnen. "Bevor wir merken, was uns hinweggefegt hat, wären unsere Protonen schon zerfallen (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/higgs-boson-physiker-halten-universum-fuer-instabil-a-884216.html)", schrieben sie und betonten zugleich, dass es keine unmittelbare Gefahr drohe.

Man sollte das Geld lieber in ungefährliche Sozial- und Geisteswissenschaften stecken.

Quirin
01.03.2014, 15:04
Und was ist, wenn alles von allen Seiten gleichzeitig in jede Richtung gleichzeitig und überall gleichzeitig betrachtet wird?
'Alldimensional'? Gibt es das? Ist es das?

Verbindet sich die materielle Alldimension mit der geistigen Dimension?

Die gibt es nicht?

Es gibt sie.

Gehören beide Dimensionen zu einer Dimension?

Wenn ja, lebt sie ewig.

Du hast offensichtlich eine sowas von vollkommen falsche Vorstellung von dem Begriff Dimension.

Inaktiver User
17.03.2014, 23:59
Da sieht man mal wieder, wo diese ganze Erforscherei letztlich hinführt:

Aus der Masse des Higgs-Bosons von etwa 125 Gigaelektronenvolt folge im Rahmen des Standardmodells der Teilchenphysik in der Tat, dass das Vakuum instabil sein müsse - und damit das Universum. Schon 1982 hatten die beiden Physiker Michael Turner und Frank Wilczek im renommierten Magazin "Nature" vor einem metastabilen Vakuum gewarnt. "Ohne Warnung" könne sich eine Vakuumblase irgendwo im Universum bilden und sich mit Lichtgeschwindigkeit ausdehnen. "Bevor wir merken, was uns hinweggefegt hat, wären unsere Protonen schon zerfallen (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/higgs-boson-physiker-halten-universum-fuer-instabil-a-884216.html)", schrieben sie und betonten zugleich, dass es keine unmittelbare Gefahr drohe.

Man sollte das Geld lieber in ungefährliche Sozial- und Geisteswissenschaften stecken.
D'accord. Und ganz besonders auch zu Halbmasts Theorie, die ja nun schon zu fast demselben Zeitpunkt entwickelt wurde, als die Bizeps-Messungen starteten.
Wenn man sich in die Materie ( :lachen: ) einarbeiten wollte, müßte man sich erstmal fragen: Warum ist es möglich, Dinge zu sehen/zu messen, die kurz (nach Medieninformation Sekundenbruchteile) nach dem Urknall passiert sind? Wenn doch die Signalausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen (nicht die Phasengeschwindigkeit!, sonst würden wir womöglich wegen der Tscherenkov-Strahlung alle beim Meßvorgang krepieren) maximal c ~ 300000km/s beträgt?
Also irgendwie habe ich das mit der durch dunkle Energie (aka kosmologische Konstante) beschleunigten Ausbreitung der Materie seit dem Urknall versus Signalgeschwindigkeit von Mikrowellen, deren Polarisation bei irgendwelchen zerquetschten Paar Kelvin gemessen wurden, noch nicht ganz verstanden. Kann aber auch daran liegen, daß ich irgendwo gelesen habe, daß die Wellenlänge von µm-Strahlung des kosmischen Hintergrunds anscheinend doch im Milliarden-km Bereich liegen soll. Hoffentlich hat das die deutsche Presse inwischen nicht klammheimlich korrigiert, sonst finde ich meinen Denkfehler nicht :knatsch:

Inaktiver User
02.04.2014, 05:45
Ich stell meine Frage einfach mal hier rein.

Wir haben so ein kleines "Physik für Dummies" auf dem Klo liegen, und gestern las ich dort über Zeitschleifen, und dass Steven Hawking sie quasi ex cathedra zum Schutz der Zeitlinie für nicht existent erklärt habe.

Es kann doch aber sein, dass es laufend überall jede Menge Zeitschleifen gibt, von denen wir nur nichts mitbekommen, weil es halt Zeitschleifen sind und wir sie halt durchlaufen. Wäre möglich, oder?

Und noch eine Frage:

Das mit der Verschränkung finde ich faszinierend (vorausgesetzt, ich hab's einigermaßen geblickt, was unwahrscheinlich ist).
Könnte das auch daran liegen, dass es den Raum nicht überall gibt? Also dass es direkt neben unserem Raum einen Raum gibt, in dem es keinen Raum gibt?

Alaska
02.04.2014, 09:22
Es kann doch aber sein, dass es laufend überall jede Menge Zeitschleifen gibt, von denen wir nur nichts mitbekommen, weil es halt Zeitschleifen sind und wir sie halt durchlaufen. Wäre möglich, oder?
Aber warum würde man das nicht merken? Schleifen haben doch die Eigenschaft, dass sich was wiederholt und wenn man mal ein bisschen aufpasst, dann müsste man das doch merken, oder?

Könnte das auch daran liegen, dass es den Raum nicht überall gibt? Also dass es direkt neben unserem Raum einen Raum gibt, in dem es keinen Raum gibt?
Manche können sich ja nicht mal vorstellen, dass es irgendwo keinen Raum geben könnte:

„Der Raum ist eine notwendige Vorstellung a priori, die allen äußeren Anschauungen zum Grunde liegt. Man kann sich niemals eine Vorstellung davon machen, daß kein Raum sei, ob man sich gleich ganz wohl denken kann, daß keine Gegenstände darin angetroffen werden (http://de.wikipedia.org/wiki/Raum_(Philosophie)). Er wird also als die Bedingung der Möglichkeit der Erscheinungen, und nicht als eine von ihnen abhängende Bestimmung angesehen, und ist eine Vorstellung a priori, die notwendigerweise äußeren Erscheinungen zum Grunde liegt.“
– Immanuel Kant: AA III, 52–53[7]

Aber jetzt einen Raum ohne Raum finde ich auch schwer vorstellbar, so wie trockenes Wasser oder eine gerade Kurve oder so.

Inaktiver User
03.04.2014, 04:56
Aber warum würde man das nicht merken? Schleifen haben doch die Eigenschaft, dass sich was wiederholt und wenn man mal ein bisschen aufpasst, dann müsste man das doch merken, oder?

Manche können sich ja nicht mal vorstellen, dass es irgendwo keinen Raum geben könnte:

„Der Raum ist eine notwendige Vorstellung a priori, die allen äußeren Anschauungen zum Grunde liegt. Man kann sich niemals eine Vorstellung davon machen, daß kein Raum sei, ob man sich gleich ganz wohl denken kann, daß keine Gegenstände darin angetroffen werden (http://de.wikipedia.org/wiki/Raum_(Philosophie)). Er wird also als die Bedingung der Möglichkeit der Erscheinungen, und nicht als eine von ihnen abhängende Bestimmung angesehen, und ist eine Vorstellung a priori, die notwendigerweise äußeren Erscheinungen zum Grunde liegt.“
– Immanuel Kant: AA III, 52–53[7]

Aber jetzt einen Raum ohne Raum finde ich auch schwer vorstellbar, so wie trockenes Wasser oder eine gerade Kurve oder so.

Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass es irgendwie/o keinen Raum gibt, habe mir jetzt aber die Mühe gemacht, bei Wikipedia nachzulesen, und da steht:

Die Tatsache, dass die Verschränkung (im Gegensatz zur klassischen Physik) keine lokal-realistische Interpretation zulässt, bedeutet, dass entweder die Lokalität aufgegeben werden muss (etwa, wenn man der nichtlokalen Wellenfunktion selbst einen realen Charakter zubilligt – das geschieht insbesondere in Kollapstheorien (http://de.wikipedia.org/wiki/Kollaps_der_Wellenfunktion), in der Viele-Welten-Interpretation (http://de.wikipedia.org/wiki/Viele-Welten-Interpretation) oder der De-Broglie-Bohm-Theorie (http://de.wikipedia.org/wiki/De-Broglie-Bohm-Theorie)) oder das Konzept einer mikroskopischen Realität – oder aber beides;

Ich glaube, so meinte ich das. Beruhigend. Oder meinen die mit die Lokalität aufgeben, dass es überhaupt keinen Raum gibt, dass wir also auch nicht im Raum leben? Ich glaube, ich muss mir in einer ruhigen Minute die verlinkten Theorien mal angucken.

Von wegen Zeitschleifen: Ich dachte, dass man, wenn man bei einer Zeitschleife irgendwie wieder an den Ausgangspunkt der Schleife zurückkehrt, dass man sich ja dann auch wieder genau in dieser Ausgangszeit und in diesem Ausgangszustand befindet. Wenn ich also eine fünfjährige Zeitschleife durchlaufe und mich an dem Zeitpunkt von vor fünf Jahren befinde, WEISS mein Ich von vor fünf Jahren ja nichts von der Zukunft bzw. von heute. Mein Körper, mein Hirn, mein ganzer Zustand ist ja ebenfalls am Ausgangspunkt angekommen.

Aber kann auch sein, das stimmt nicht.

Danke fürs Mitüberlegen! :blume:

Alaska
03.04.2014, 08:41
Beruhigend. Oder meinen die mit die Lokalität aufgeben, dass es überhaupt keinen Raum gibt, dass wir also auch nicht im Raum leben?
"Lokalität aufgeben" bedeutet, dass Zustandsänderungen sich mit Überlichtgeschwindigkeit "ausbreiten" könnten: Wenn ich hier (d.h. lokal) an einem Quantenzustand etwas ändere, dann tritt räumlich entfernt sofort auch eine Änderung ein. Eigentlich sollte das nicht möglich sein, da Änderungen nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit verbreitet werden können:

Ein typisches Beispiel ist die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsverteilung des Elektrons im Atom (Atomorbital). Sie ist (nahezu) nie Null, in der Nähe des Atomkerns nicht, aber auch nicht auf Alpha Centauri (obgleich sehr niedrig, fast null). Diese Aufenthalts- Wahrscheinlichkeitsverteilung wird durch das Betragsquadrat der Amplitude der Wellenfunktion beschrieben. Im Augenblick einer wirklichen Messung ("wo ist das Elektron jetzt") kollabiert die Wellenfunktion: Am Ort des Elektrons wird sie eins, überall sonst null. Die Frage, auf die die Quantenmechanik nur implizit eine Antwort gibt, ist, ob dieser Kollaps der Wellenfunktion instantan (augenblicklich) erfolgt oder sich "nur" mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzt. Mit anderen Worten: Wenn eine Ortsmessung eines Elektrons auf der Erde erfolgt, wie schnell ändert die Wellenfunktion ihren Wert auf Null auf Alpha Centauri? Sofort oder erst in vier Jahren? Die implizite Antwort der Quantentheorie heißt: Der Kollaps der Wellenfunktion erfolgt instantan, ist also nicht-lokal (http://de.wikipedia.org/wiki/Lokalit%C3%A4t_(Physik)) (impliziert daher Fernwirkungen). Genau diesen Umstand bezeichnet man als Quanten-Nichtlokalität.

"Lokalität aufgeben" bedeutet jedenfalls nicht, dass es keine Raum mehr geben soll.


Von wegen Zeitschleifen: Ich dachte, dass man, wenn man bei einer Zeitschleife irgendwie wieder an den Ausgangspunkt der Schleife zurückkehrt, dass man sich ja dann auch wieder genau in dieser Ausgangszeit und in diesem Ausgangszustand befindet. Wenn ich also eine fünfjährige Zeitschleife durchlaufe und mich an dem Zeitpunkt von vor fünf Jahren befinde, WEISS mein Ich von vor fünf Jahren ja nichts von der Zukunft bzw. von heute. Mein Körper, mein Hirn, mein ganzer Zustand ist ja ebenfalls am Ausgangspunkt angekommen.
Ach so. Ja, das kann natürlich sein. Fragt sich nur, ob es mehr Schleifen durch die Vergangenheit oder durch die Zukunft gibt und ob sich das vielleicht irgendwie beeinflussen lässt (Ernährung, Bewegung, Lebensstil, Weltanschauung usw.)

Inaktiver User
04.04.2014, 05:57
"Lokalität aufgeben" bedeutet, dass Zustandsänderungen sich mit Überlichtgeschwindigkeit "ausbreiten" könnten: Wenn ich hier (d.h. lokal) an einem Quantenzustand etwas ändere, dann tritt räumlich entfernt sofort auch eine Änderung ein. Eigentlich sollte das nicht möglich sein, da Änderungen nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit verbreitet werden können:

Ein typisches Beispiel ist die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsverteilung des Elektrons im Atom (Atomorbital). Sie ist (nahezu) nie Null, in der Nähe des Atomkerns nicht, aber auch nicht auf Alpha Centauri (obgleich sehr niedrig, fast null). Diese Aufenthalts- Wahrscheinlichkeitsverteilung wird durch das Betragsquadrat der Amplitude der Wellenfunktion beschrieben. Im Augenblick einer wirklichen Messung ("wo ist das Elektron jetzt") kollabiert die Wellenfunktion: Am Ort des Elektrons wird sie eins, überall sonst null. Die Frage, auf die die Quantenmechanik nur implizit eine Antwort gibt, ist, ob dieser Kollaps der Wellenfunktion instantan (augenblicklich) erfolgt oder sich "nur" mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzt. Mit anderen Worten: Wenn eine Ortsmessung eines Elektrons auf der Erde erfolgt, wie schnell ändert die Wellenfunktion ihren Wert auf Null auf Alpha Centauri? Sofort oder erst in vier Jahren? Die implizite Antwort der Quantentheorie heißt: Der Kollaps der Wellenfunktion erfolgt instantan, ist also nicht-lokal (http://de.wikipedia.org/wiki/Lokalit%C3%A4t_(Physik)) (impliziert daher Fernwirkungen). Genau diesen Umstand bezeichnet man als Quanten-Nichtlokalität.

Das habe ich jetzt tatsächlich verstanden, und das bedeutet: Du hast es super erklärt. Danke!! :blume::blume::blume:


"Lokalität aufgeben" bedeutet jedenfalls nicht, dass es keine Raum mehr geben soll.

Schade.


Ach so. Ja, das kann natürlich sein. Fragt sich nur, ob es mehr Schleifen durch die Vergangenheit oder durch die Zukunft gibt und ob sich das vielleicht irgendwie beeinflussen lässt (Ernährung, Bewegung, Lebensstil, Weltanschauung usw.)

Keine Ahnung. Spontan würde ich sagen, dass es immer nur Schleifen durch die Vergangenheit gibt also mit Start-/Zielpunkt spätestens genau jetzt, und eine Möglichkeit, ihr Auftreten irgendwie zu beeinflussen, kann ich mir nicht vorstellen. Außer mit einer Zeitmaschine, aber die hat ja bis genau jetzt noch niemand erfunden. Ich könnte mir eher vorstellen, dass die einfach auftauchen, wie Blasen in einem Topf Suppe auf dem Herd.

Bae
04.04.2014, 06:43
Ich glaube, so meinte ich das. Beruhigend. Oder meinen die mit die Lokalität aufgeben, dass es überhaupt keinen Raum gibt, dass wir also auch nicht im Raum leben? Ich glaube, ich muss mir in einer ruhigen Minute die verlinkten Theorien mal angucken.

Möglicherweise kann darauf analog angewendet wrden, was Einstein über die Zeit sagte: "Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Illusion, wenn auch eine sehr hartnäckige." -Raum, wie wir ihn als Menschen erleben, ist womöglich auch eine hartnäckige Illusion. Womit Einstein sich in bester Gesellschaft traditioneller Gelehrsamkeit befindet, die das auch sagt.

gruss, barbara

Bae
04.04.2014, 06:47
Ach so. Ja, das kann natürlich sein. Fragt sich nur, ob es mehr Schleifen durch die Vergangenheit oder durch die Zukunft gibt und ob sich das vielleicht irgendwie beeinflussen lässt (Ernährung, Bewegung, Lebensstil, Weltanschauung usw.)

Da die Unterschiede illusorisch sind, nach Einstein, ist die Frage "war das nun eine Schleife durch die Zukunft oder Vergangenheit?" relativ irrelevant.

Das Phänomen des déjà-vu wird wohl damit verbunden sein - oder auch die Tatsache, dass gewisse Themen, die teilweise als längst erledigt gelten, immer wieder mal überraschend ins Leben treten.

Ich gehe davon aus, durch Bewusstwerdung lässt sich dies beeinflussen - Bewusstwerdung verhindert, dass man wie die berühmte gesprungene Platte in der immer selben Schleife festhängt (immer dieselben Probleme mit immer neuen Partnern, immer dieselben Probleme an immer neuen Orten, mit neuen Chefs, mit neuen Nachbarn etc), sondern dass neue Erfahrungen möglich werden.

gruss, barbara

Alaska
04.04.2014, 08:39
Spontan würde ich sagen, dass es immer nur Schleifen durch die Vergangenheit gibt also mit Start-/Zielpunkt spätestens genau jetzt, und eine Möglichkeit, ihr Auftreten irgendwie zu beeinflussen, kann ich mir nicht vorstellen. Außer mit einer Zeitmaschine, aber die hat ja bis genau jetzt noch niemand erfunden. Ich könnte mir eher vorstellen, dass die einfach auftauchen, wie Blasen in einem Topf Suppe auf dem Herd.

Da die Unterschiede illusorisch sind, nach Einstein, ist die Frage "war das nun eine Schleife durch die Zukunft oder Vergangenheit?" relativ irrelevant.
Also eigentlich müsste es sich ja sowieso immer aufheben: Erst findet eine Reise in die Vergangenheit statt bis zu einem bestimmten Punkt und von da aus dann eine Reise in die Zukunft bis in die Gegenwart.

Das Phänomen des déjà-vu wird wohl damit verbunden sein - oder auch die Tatsache, dass gewisse Themen, die teilweise als längst erledigt gelten, immer wieder mal überraschend ins Leben treten.
Das ja nicht, denn der Körper hat bei den Zeitreisen ja keine Erinnerung, wenn ich beekeeper richtig verstanden habe.

Inaktiver User
05.04.2014, 07:39
Möglicherweise kann darauf analog angewendet wrden, was Einstein über die Zeit sagte: "Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Illusion, wenn auch eine sehr hartnäckige." -Raum, wie wir ihn als Menschen erleben, ist womöglich auch eine hartnäckige Illusion. Womit Einstein sich in bester Gesellschaft traditioneller Gelehrsamkeit befindet, die das auch sagt.

gruss, barbara

Das kommt mir logisch/einsichtig vor. Wir sind ja auf unseren Wahrnehmungs-/Erlebnis- und Denkapparat angewiesen, bzw. bestehen daraus, und das ist halt ein Raum- und Zeitapparat. Ist ja auch nicht schlimm.

Inaktiver User
05.04.2014, 07:59
Da die Unterschiede illusorisch sind, nach Einstein, ist die Frage "war das nun eine Schleife durch die Zukunft oder Vergangenheit?" relativ irrelevant.

Das Phänomen des déjà-vu wird wohl damit verbunden sein - oder auch die Tatsache, dass gewisse Themen, die teilweise als längst erledigt gelten, immer wieder mal überraschend ins Leben treten.

Ich gehe davon aus, durch Bewusstwerdung lässt sich dies beeinflussen - Bewusstwerdung verhindert, dass man wie die berühmte gesprungene Platte in der immer selben Schleife festhängt (immer dieselben Probleme mit immer neuen Partnern, immer dieselben Probleme an immer neuen Orten, mit neuen Chefs, mit neuen Nachbarn etc), sondern dass neue Erfahrungen möglich werden.

gruss, barbara

Auch wenn sie irrelevant ist, finde ich sie interessant. Wenn ich mir vorstelle, dass eine Schleife einen Ursprung hat, dann könnte der nicht in der Vergangenheit liegen, sondern nur in der Gegenwart oder - von allen anderen Zeitpunkten der Schleife aus gesehen - in der Zukunft, weil die Schleife in keine Zeit gehen könnte, die es noch nicht gibt. (Eigentlich gehören alle wichtigen Wörter hier in Anführungsstriche.)
Aber wahrscheinlich ist sowieso alles ein Pudding/eine Suppe.

Déja vus hatte ich hierbei nicht im Kopf. Die erkläre ich mir so, dass sich Situationen schon mal ähneln, und dass das Hirn in so einem Fall Übereinstimmungen wahrnimmt und Lücken mit Bekanntem schließt. Eine Art optische Täuschung der Erinnerung. Wie man z.B. ein fehlendes Wort in einem Satz ergänzt, weil man den Satz verstanden hat und es automatisch dort hin interpretiert.

Wenn ich z.B. eine bestimmte Straße entlang fahre und mich über einen Magnolienbaum in einem Vorgarten freue, und gleichzeitig läuft ein bestimmtes Lied im Radio, dann liegt diese Situation irgendwo als Erinnerungsbild in meinem Hirn herum. Wenn ich dann irgendwann später irgendwo ganz anders bin, wieder einen Magnolienbaum sehe und wieder dieses Lied irgendwo läuft, dann findet mein Hirn in diesem Bild Passung und ignoriert, dass andere Details fehlen oder nicht übereinstimmen und ich habe die Illusion einer Erinnerung.

Das Hirn macht sowas von alleine, es gehört zu seinen Features dazu. Normalerweise hilft es dabei, Situationen rasch einzuschätzen und Dinge miteinander zu verbinden, glaube ich.

Hätte jetzt aber nichts mit Physik für Dummies zu tun. :freches grinsen:

Inaktiver User
10.02.2015, 00:09
Während man für den mehr oder weniger Nachweis des "Gottesteilchens" bereits einen Nobelpreis verlieh, hätte man beim Nachweis von Gravitationswellen in der eigenen Galaxie wohl einen stärkeren Staubsauger haben müssen:

BICEP2: Doch kein Nachweis von Urknall-Gravitationswellen (http://www.scilogs.de/relativ-einfach/planck-satellit-bicep2-gemeinsam-urknall/#comment-19485)

Offensichtlich scheint es inzwischen nicht mehr so einfach zu sein, zu klaren Aussagen zu kommen; insbesondere dann, wenn man den forschenden Blick aus dem Fenster der eigenen Galaxie wagt. Es kommt nicht mehr nur auf Signal/Rauschverhältnisse an, sondern auch auf Korrelationen aller möglichen Daten.

Vielleicht wäre man als Menschheit schon bedeutend weiter, wenn man die Gelder, die in Waffenentwicklung- und Produktion gesteckt würden, stattdessen in Weltraumprojekte geflossen wären.

regenpfau
23.05.2015, 20:43
Word! Aber ich denke auch da fliessen genug Gelder hinein, wichtiger wäre es sie in Umwelt und Nachhaltigkeit zu stecken, da haben wir alle mehr davon, der Traum vom Leben auf einem anderen Planeten ist für mich eh so naja nicht erfüllbar in meiner Generation.

_ahasver-
23.05.2015, 21:34
Steve Hawkins hat gesagt wir leben keine tausend Jahre mehr. Damit meinte er die Menschheit. Ich denke er hat recht.
Lange bevor die Sonne verlischt gibt es keine Menscheit mehr. Ist das schlimm? Neues kommt und altes geht.



Word! Aber ich denke auch da fliessen genug Gelder hinein, wichtiger wäre es sie in Umwelt und Nachhaltigkeit zu stecken, da haben wir alle mehr davon, der Traum vom Leben auf einem anderen Planeten ist für mich eh so naja nicht erfüllbar in meiner Generation.

Inaktiver User
14.08.2015, 10:22
Word! Aber ich denke auch da fliessen genug Gelder hinein, wichtiger wäre es sie in Umwelt und Nachhaltigkeit zu stecken, da haben wir alle mehr davon, der Traum vom Leben auf einem anderen Planeten ist für mich eh so naja nicht erfüllbar in meiner Generation.
Das ist wohl wahr, und wesentlich früher hätte man auch nicht mit der Erforschung des Weltraums anfangen können, weil die ganzen Maschinen und Prozesse noch zu teuer waren bzw. deren Tests auf der Erde Unsummen verschlungen hätte.
Inzwischen ist man aber soweit, daß man Weltraum im Labor simulieren kann (zumindest die wichtigsten Parameter). Und es geschieht ja auch was, die Kepler-Sonde liefert wieder phantastische Daten, und das alles für einen Spottpreis von nur 600 Millionen Dollar :smirksmile:
Den Gesamtwert aller Missionen kenne ich nicht, und den Einsatz der ESA könnte man sicher auch irgendwo herausfinden, aber ich glaube, daß allein irgendwelche (Fehl)entscheidungen der Bundesregierung (nur BRD) im Energiesektor (auch mit Umwelt und Nachhaltigkeit verbunden) schnell ein paar Milliarden EUR kosten. Und das in der Energiewende ein Vielfaches davon steckt.
Es wird ja schon Vieles für Umwelt getan, in D, in China, aber fast noch mehr dagegen (Wirtschaftswachstum, Zahl der Produktionsstätten, Abgase, Chemikalien, Minen, Erz- und Kohleförderung,AKW,...), und für Nachhaltigkeit ist beim Wachstumscredo sowieso kaum Spielraum.
Sogar Japan fängt jetzt wieder mit AKWs an. Kein Land der Welt hat bisher eine Endlagerlösung. Irgendwie muß es gelingen, terrestrische Materie mit interstellarer Materie auszutauschen, sonst vergiften wir uns innerhalb 1000 Jahren tatsächlich selbst. Und es wurde schon berechnet, was es kostet, alte Brennstäbe in den Weltraum zu bringen -> nicht finanzierbar.
Allerdings: Überall ist Hoffnung, daß "der Markt" es in der globalen Wirtschaft schon richten wird, und dort, wo man deterministisch eingreifen sollte (z.B. Brennstäbe doch hinauszuschießen), rührt sich gar nix.
"Wir" nehmen einfach eine fatalistische Haltung ein, als könnten wir das alles nicht ändern.
Und spielen lieber Krieg.

Außerdem interessiert es mich einfach, was da draussen los ist. Ich bin sicher, da gibt es auf irgendeinem Planeten u.a. ein geniales Sozialsystem unter den dortigen Lebewesen, und die Aussicht auf ein solchermassen funktionierendes müsste man Weltpolitikern hierzuerde schmackhaft machen. Die dödeln doch sonst nur mit ihrem begrenzten Horizont weiter herum wie bisher :freches grinsen:

Muss allerdings sagen, daß ich keinen Schimmer habe, ob die Experimente am "neuen" LHC womöglich auch Bereiche abdecken, die für die Energiebilanz bei Weltraummissionen wichtig werden könnten. Könnte ja sein.


Steve Hawkins hat gesagt wir leben keine tausend Jahre mehr.Keine Ahnung, der Mann ist sicher sehr schlau, aber um das zu postulieren, muß man nicht unbedingt Stephen Hawking sein :smirksmile:
Vor allem ist es vielleicht nicht ganz so wichtig, daß er das jetzt feststellt, weil es jetzt und dann niemand nachprüfen und gegebenenfalls noch korrigieren können wird.

P.s.: Vielleicht brauchen die globalen Menschen eine neue Art Hoffnung, abseits von Gott, und hören dann mit dem Bekriegen von selbst auf.