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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Preis Verhandlungsbasis



capilupi
27.06.2012, 15:22
Hallo zusammen,
mir ist schon klar, dass ihr mir hier kein allgemeingültiges Patentrezept sagen könnt, aber wir stehen vor der Situation, dass wir von unserer Eigentumswohnung auf ein Eigenheim wechseln wollen.

Der Verkauf des Hauses, welches wir erwerben wollen, läuft über einen Makler. Der Preis wurde mit 285.000 angegeben. Wobei unter Sonstiges in der Beschreibung explizit stand, dass der Preis Verhandlungsbasis sei (in anderen Angeboten ist das nicht so)
Auch der Makler erwähnte beiläufig dass er noch nie ein Haus zum ursprünglich angesetzten Preis verkauft habe (warum auch immer er das zugibt).
Das Haus ist von 1960 aber in den letzten Jahren aufwendig saniert worden (Wärmedämmung, Heizung, Fenster, etc.). Der Immobilienmarkt für die klassischen Doppelhaushälften und Energiestandardhäuser ist hier recht leer gefegt. Also eher ein Verkäufermarkt. Allerdings ist dieses Objekt kein Familienklassiker.

Also Frage. Wie tief setzt man an ohne unverschämt zu werden? 10% unter VB?? :wie?:
Wär euch sehr dankbar für einen Tipp,:blume:
Danke Capilupi

legrain
27.06.2012, 15:24
häuser und wohnungen ab mitte der sechziger bis beginn der achtzigerjahre gelten bei uns, trotz höchstpreisgebiet, als nahezu unverkäuflich.

capilupi
27.06.2012, 15:28
Stehe auf der Leitung:
Im Sinne von "kann man nicht loswerden" ?

amazone41
27.06.2012, 15:38
Die VB an sich würde ich erstmal ignorieren und mir stattdessen ein Bild vom tatsächlichen Wert dieses Hauses machen. Schaltet einen Gutachter ein und lasst es begutachten. Dann wißt Ihr, wie realistisch der Preis ist.

Und/ oder vergleicht mit ähnlichen ortsnahen Angeboten.

Bei uns werden (ebenfalls Höchstpreisgebiet) reihenweise Häuser aus diesen Jahren abgerissen und auf den Grundstücken (DIE sind was wert, die Häuser nicht) neu gebaut.

Lg, amazone

legrain
27.06.2012, 15:41
Stehe auf der Leitung:
Im Sinne von "kann man nicht loswerden" ?

ja.
im immobilien(preis)spiegel siehst du, was objekte der zeit in etwa wert sind.
wenn das objekt auf einer deponie, auf hochwassergrund, über bergbaugebiet, etc gebaut ist, kann es ganz schlimm werden für dich.

saniert kann bedeuten, dass die raumluftbelastung hoch ist, mich würde interessieren, mit welchen materialien wurde saniert, es könnte mit lauter spanplatten, schäumen und kunststoffen sein.sehr zu beachten sind bei häusern dieser zeit asbest und früher aufgetragen gewesene holzschutzmittel
ich würde zumindest vom inhalt eines staubsaugerbeutels einen test bei einem baubiologen über die wichtigsten schadstoffe machen lassen.

Mocca
27.06.2012, 19:44
Ich habe mir einige Objekte angesehen, bevor ich mich für meine Wohnung entschied. Interessant waren für mich neben dem üblichen Verkaufsargument "Lage, Lage, Lage" auch der Zustand der Wohnung (das ging von bezugsfertig bis extrem renovierungsbedürftig), der Zustand des Hauses allgemein (wie sieht die Fassade aus, ist irgendwo Schimmel auszumachen, riecht es im Keller muffig?). Der Energiepass spielt auch eine Rolle.

Ich habe selbst ein Haus verkauft, letztlich bin ich mit dem Preis bei einem Interessenten runtergegangen, weil ich wusste, dass z.B. die Heizungsanlage in der nächsten Zeit hätte auf den neuesten Stand gebracht werden müssen, was mich einige Tausender gekostet hätte. So habe ich das dem Erwerber überlassen, der nun eine völlig andere Heizmethode gewählt hat.

Auf gar keinen Fall würde ich mich nur auf meinen eigenen Eindruck verlassen und hätte ich bei meiner Wohnung auch nur den geringsten Anlass zur Skepsis gehabt, hätte ich einen Gutachter mit der Überprüfung beauftragt. So hatte ich immer mindestens eine Person dabei, die sich mit der Frage, wo Mängel liegen können, auskannte.

Gummibaerli
01.07.2012, 19:30
Ich habe von Häusern absolut keine Ahnung - und deswegen würde ich nie ohne Sachverständigen ein so altes Haus kaufen.

Ich war lange auf Wohnungs(kauf)suche und hätte, wenn mir ein passendes Angebot untergekommen wäre, bei allem, was älter als ein paar Jahre gewesen wäre, jemanden gesucht, der auch professionell "in die Ecken" schaut und nicht nur nach dem äußeren Schein geht.

Bei so einer alten Immobilie würde ich vor einer zumindest groben Ersteinschätzung von jemandem, der Ahnung hat, überhaupt kein ernsthaftes Angebot abgeben - wenn Du erstmal einen Betrag genannt hast, ist es -verhandlungstechnisch/psychologisch gesehen- nur schwer, den wieder deutlich zu reduzieren.

Kostet zwar ein paar EUR, erspart aber unter Umständen viel Ärger ...

Inaktiver User
01.07.2012, 19:39
Ich habe von Häusern absolut keine Ahnung - und deswegen würde ich nie ohne Sachverständigen ein so altes Haus kaufen.Ganz ehrlich? Ich habe mal zwei Sachverständige an einem Haus dran gehabt. Beide Ingenieure. Das, was sie für 500 EUR "rausgefunden" haben, habe ich auch selbst gesehen. Ihr Preisvorschlag ging gänzlich am Marktgeschehen vorbei, denn die "Lage, Lage, Lage" des Hauses ist außergewöhnlich und wurde von ihnen in keiner Weise berücksichtigt. Hätte ich dem Verkäufer ihren Preisvorschlag unterbreitet, hätte er gelacht und aufgelegt. Was sich Ingenieur nennt, kennt noch lange nicht die Gesetze des Marktes. Wobei es sich hier um keine "junges" Haus handelte, sondern um eins, das schon einige Jahrhunderte überlebt hat ... Deutlich wertvoller waren für mich später die Aussagen eines wirklich altbestandserfahrenenen Zimmermanns, der das Haus als "wertvoll" klassifizierte. Das war übrigens im Preis der Dienstleistung enthalten.

Gummibaerli
01.07.2012, 21:36
@testo_in_chiaro

Das glaube ich gerne! Es ist bestimmt auch nicht einfach, jemanden zu finden, der wirklich kompetent ist, das ist wohl leider in allen Bereichen so. Es muss ja auch nicht unbedingt ein ausgewiesener Sachverständiger sein - ein praxiserprobter Handwerker wie in Deinem Fall ist auch eine Möglichkeit.

Ich für meinen Teil könnte außer abblätterndem Putz nix erkennen, mir würde wahrscheinlich schon der nette Nachbar von nebenan eine Hilfe sein, der sein Häuschen selbst ausbaut ;-)