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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : @ alle - würdet ihr es wissen wollen?



Rosemarie
24.07.2006, 16:02
Hallo an Alle und ich hoffe, das recht viele Antworten kommen.

Ausgelöst durch mein persönliches Problem, würde mich ganz allgemein mal interessieren:

Falls euer Partner euch betrügt, würdet ihr es gern wissen wollen und durch Dritte darüber informiert werden wollen oder sagt ihr euch, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß...

(Ich lasse jetzt einmal außen vor, dass es natürlich am Allerbesten wäre, dies vom eigenen Partner erzählt zu bekommen... )

Ich bin durch einen anonymen Anruf darauf aufmerksam gemacht worden (ich frage mich bis heute, wer das eigentlich war), aber, ich bin froh, dass ich es erfahren habe.
Ich will es wissen, die harte Wahrheit ist mir lieber, als meine kleine heile Welt.

Wie seht ihr das? Egal, ob schon einmal selbt betroffen oder bisher noch unbeschadet, was das Thema Betrug betrifft.

Liebe Grüße
Rosemarie

Inaktiver User
24.07.2006, 16:14
100% Wahrheit wissen wollen.
Illusionen liebe ich nur im Theater.

Inaktiver User
24.07.2006, 16:23
Am liebsten würde ich es selbst heraus finden wollen. Dann wäre ich mir sicher, daß das "Gespür" für die Beziehung noch da ist. Daß die Antennen noch funktionieren...

Sollte dies nicht geschehen, dann wäre es mir egal, wer es mir steckt. Wissen wollen würde ich es auf jeden Fall. Ich schließe mich da absolut Huckelberry an!

Inaktiver User
24.07.2006, 17:26
Falls euer Partner euch betrügt, würdet ihr es gern wissen wollen und durch Dritte darüber informiert werden wollen oder sagt ihr euch, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß...



Ich bin betrogen worden und habe es einmal durch einen anonymen Anruf erfahren und zweimal selbst heraus gefunden. Ich würde es auf jeden Fall wissen wollen! Ich hoffe aber ich werde nie wieder betrogen! :regen:

Dolcevita1
24.07.2006, 17:37
Unbedingt! Das Schlimmste am Betrogenwerden waren für mich die vielen Lügen, ich will auf jeden Fall die Wahrheit wissen und sei sie noch so schlimm!
dolcevita

Nefertari
24.07.2006, 17:49
Ich würde es wissen wollen.

Inaktiver User
24.07.2006, 17:51
oh ja....ich will es wissen...zwar nicht unbedingt von der Geliebten....aber wenns sein muss, dann ist mir auch die Geliebte als Bote recht...mir hat es damals eine Bekannte am Telefon gesagt (ihr Mann und mein Mann waren befreundet)...ich war ihr dankbar....die Affäre ging schon ein paar Monate...mein Mann versprach Schluss zu machen...traf sich aber monatelang heimlich weiter...ich ertrug die Lügen nicht und bat ihn auszuziehn.....er konnte sich nicht entscheiden....und das verzieh ich ihm nicht....wenn er mir gesagt hätte dass er sich für sie entscheidet, wäre mir das lieber gewesen als das "ungewisse"...ich will keinen Mann an meiner Seite dessen Gedanken und Gefühle bei einer anderen Frau sind...da lasse ich ihn doch lieber ziehn.

Inaktiver User
24.07.2006, 18:03
Nachdem die Geliebten, die der Ehefrau die Wahrheit sagen, nebenan soviel Haue kriegen, finde ich interessant, zu lesen, dass bisher alle die Wahrheit wissen wollen.

Meine Antwort:
Ab und an braucht man auch mal Bestätigung von anderer Seite - ein Blick? ein bisschen Geflirte? Das darf passieren, aber ich will nix davon hören. Vielleicht gibt es da sogar mal eine Nacht mit jemand anderem, aber von der wollte ich auch nichts wissen.

Alles, was sagnawamal einen weiteren Schritt in Richtung Ernsthaftigkeit geht (Verabredungen etc.) würde ich wissen wollen. 100%

Emi75
24.07.2006, 18:28
Wie Zitronenmond- einen "Ausrutscher"/One Night Stand, den er hoffentlich nie haben wird, aber dann im Anschluss bitter bereut, soll er mit sich ausmachen. Ich denke, die Ehrlichkit wuerde bei mir mehr kaputt machen, als die Sache ueberhaupt "wert waere".
Sollte er aber eine "Affaere" haben, oder zu jemandem mutieren, der wiederholt One Night Stands hat, wuerde ich es wissen wollen. Allerdings ungerne aus dem Mund der "Geliebten".

LG
:blumengabe:Emi

Kraaf
24.07.2006, 18:35
Ja, ich würde es wissen wollen. Direkt von ihr oder ich stosse eben doch selbst mit der Nase drauf.

Auf externe Denunzinanten, bepisste Konkurrenten und auch auf mehr oder weniger gutmeinende Freunde kann ich dabei verzichten. Sie müssten sich jedenfalls sehr beeilen, sonst haben wir die Geschichte nämlich selbst längst unter uns geklärt und vermutlich auch wieder ins Lot gebracht.

Nungut, dann bleibt immerhin der Blumenstrauss oder vielleicht ja endlich auch mal ein Kistchen Bier? So unter Männern? *g*

Ich denke, eine ziemlich niedrige "zerknirschte Beichte"-Grenze und generell eine ziemlich offene Kommunikation machen das möglich. Irrtum vorbehalten. Logo. Wer hat schon die Kristallkugel?

Aber die Erfahrung, mit dem Partner geht es, ist einfach da. Egal, ob es um scheinbar unaussprechliche Wünsche geht oder aber darum, aus einer grossen Scheisse herauszukommen.

:smirksmile: Kraaf

Rosi51
24.07.2006, 18:44
Ja, ich möchte es wissen. Am Besten von ihm (aber er gibt es nicht zu).
Zu Not würde ich es auch von der Geliebten wissen wollen, aber nicht erst wenn es zu Ende ist, sondern gleich. Ich habe ein Recht darauf es zu erfahren, schließlich will ich auch über den weiteren Weg, oder das Ende, unserer Beziehung mitentscheiden. Das ist nicht nur eine Angelegenheit meines Parners und seiner Affäre. Es geht um meine Zukunft.

Rosi51

Sandra71
24.07.2006, 18:55
Nen einmaligen Ausrutscher würde ich nicht erfahren wollen, Affaire schon...und das egal durch wen.

Tante_Karla
24.07.2006, 19:06
Ja, ich würde es wissen wollen. Direkt von ihr oder ich stosse eben doch selbst mit der Nase drauf.




Ich auch.
Zumindest eine Affäre - einen ONS ohne gefühlsmässige Bedeutung, den er mir beichtet, um sein Gewissen zu erleichtern, möchte ich nicht wissen.

Und bisher habe ich es auch selbst herausgefunden, als ich betrogen wurde - ich kann da meinem Bauchgefühl vertrauen.

Von der Geliebten würde ich es nicht erfahren wollen, schon gar nicht nach Jahren. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich jahrelang davon nichts merken würde, davon mal abgesehen.

Inaktiver User
24.07.2006, 19:34
Hallo Rosemarie

Ich will es bei einem ONS nicht wissen, bei einer kurzen Affäre auch nicht. Hat mein partner sich aber verliebt, dann will ich es wissen, damit ich entsprechend handeln kann.

grüsse
lara

Kraaf
24.07.2006, 19:52
einen ONS ohne gefühlsmässige Bedeutung, den er mir beichtet, um sein Gewissen zu erleichtern, möchte ich nicht wissen.



Hmmm..., das taucht jetzt doch bei eingen Posterinnen auf. Deswegen vielleicht doch einen Punkt dazu:

Ein ONS des Partners soll zwar auch nicht passieren. Aber sie sind natürlich viel leichter als eine Affäre, mit allem was an einer solchen dranhängt, zu "handeln". Oft haben sie sich situativ mit Alkohol, ausgelassener Stimmung ergeben. Ein einmaliges und abgeschlossenes Geschehen. Sie bedrohen die Liebesbeziehung nicht wirklich.

Aber sie können einen guten Anlass bilden, innerhalb der Beziehung einige Dinge konstruktiv zu regeln und zu klären.

Und seine "Beichte" verhindert, doch irgendwann mal von Dritten davon zu erfahren. Denn dann fallen wir aus allen Wolken und wissen nicht, wars einmalig, wars doch eine Affäre, gab es noch andere? Poppt er wie wild in der Gegend herum?

Und womöglich erfahren wir das nicht nur für uns selbst völlig überraschend, sondern auch noch vor anderen, die in diesem Moment richtig, richtig neugierig auf die eigene Reaktion sind.

"Zeitnahes, zerknirschtes Beichten" grenzt da ein, klärt und verhindert, sich vor selbsternannten Aufklärern selbst zum Affen zu machen, zu toben und sich mental schon vom Partner zu trennen, bevor man mit dem überhaupt erst geredet hatte.

Nur so ein Gesichtspunkt. Richtig ist, die meisten Experten raten nicht dazu.

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
24.07.2006, 21:08
Och nööö, auf so eine Show könnte ich verzichten. In den meisten Fällen wird er den Sex genossen haben. Das soll er dann hübsch mit sich selbst ausmachen und nicht den liebenswert-entzückenden Zerknirschten mimen.

Sandra71
24.07.2006, 21:29
Ich glaube auch, dass die "Beichte" nach einem ONS mehr kaputt- als gutmachen kann. In den allermeisten Fällen ist sowas ohne grosse Bedeutung, sonst würd's ja nicht bei einem Mal bleiben (gerade erst selber wieder erlebt). ABER: ohne Kondom vögeln und es dem Partner verschweigen, geht natürlich gar nich...auch nicht bei einem ONS. Da würd ich drauf bestehen, es gesagt zu bekommen.

Kappuziner
24.07.2006, 21:48
Nen ONS würde ich auch lieber nicht erfahren wollen.
Alles, was ernsthafter ist, schon, aber bitte schön von ihm.
Mal Fremdgehen ist für mich kein Trennungsgrund, aber wenn es so weit geht, dass gemeinsame Freunde das mitbekommen oder dass sie meinen Nachnamen, email oder Telefonnummer hat, das ist schon an sich heftig genug. wenn sich diese Person dann auch noch melden würde... nee danke.

Dani
24.07.2006, 21:52
Ich würde es gern wissen wollen, um agieren zu können und vielleicht zu retten was zu retten ist.

Ich würde nur nichts im "Nachinein" wissen wollen.

Inaktiver User
24.07.2006, 23:06
Ich würde es gern wissen wollen, um agieren zu können und vielleicht zu retten was zu retten ist.

Ich würde nur nichts im "Nachinein" wissen wollen.





hätte ich meinem mann einen ons gebeichtet (wohlgemerkt ich hatte nie einen in fast 23 jahren)
hätte ich gehen können ohne diskussion, er hätte sich nicht gefragt warum ich es getan hätte, sondern mich rausgeworfen.
also hätte ich meine ehe aufs spiel gesetzt wenn ich ihm einem "kleinen" ausrutscher
gebeichtet hätte.
hätte sich das gelohnt??? wohl kaum!

grüsse
lara

Prijon
24.07.2006, 23:46
Och ja,

hätte ich gehen können ohne diskussion, er hätte sich nicht gefragt warum ich es getan hätte, sondern mich rausgeworfen.
also hätte ich meine ehe aufs spiel gesetzt wenn ich ihm einem "kleinen" ausrutscher
gebeichtet hätte.

Das habe ich auch immer gesagt. Theorie halt. Es hat meine Frau in eine Ecke gedrängt, in der sie sich sehr bescheiden fühlen musste.

Prijon

Mechthild
25.07.2006, 08:50
Einen einmaligen "Ausrutscher" ohne Bedeutung wöllte ich nicht wissen. Das würde mich nur unnötig belasten. "Wiederholungstaten" aber auf alle Fälle. Und es ist mir egal von wem. Es macht die Sache nicht besser, wenn mein Freund es mir selbst sagt. Eine Affäre könnte ich ohnehin nicht verzeihen und würde die Beziehung beenden. Da bin ich sehr ... nennt es ruhig altmodisch und verständnislos.

murmeltier
26.07.2006, 20:23
Hmmm... schwierig...

Ich glaube, ich würde es nicht wissen wollen. Zumindest nicht, solange es nichts ist, was unsere Beziehung von seiner Seite aus bedroht. Das wäre nur unnötige Verletzung.

Würde es den Status erreichen, dass er sich verliebt bzw. deshalb an unserer Beziehung zweifelt, würde ich es von ihm selbst wissen wollen. Einfach weil man dann evtl. noch was machen oder sich zumindest innerlich drauf vorbereiten kann. Ich mag nicht eines Tages nach Hause kommen, festellen, dass er die Koffer gepackt hat und aus allen Wolken fallen...

Ich selbst würde es meinem Freund auch nicht sagen, es sei denn eben, es wäre zur Rettung der Beziehung absolut von Nöten.


Wir haben mal drüber gesprochen und ich habe ihm gesagt, er bekommt von mir keinen Freibrief und ich erwarte Treue, wenn ihm aber ein Ausrutscher passiert, soll er gefälligst darauf achten, dass ich das nicht spitz kriege.

Er ist der Ansicht, er will es wissen - ich würde es ihm trotzdem nicht sagen. Es sei denn, er würde sich über diese Vereinbarung hinwegsetzen und mir beichten, dann würde ich das auch tun, wäre etwas vorgefallen... Ja, mag unfair sein, aber ich sehe es nunmal so, dass ich es eh nur aus Gewissenserleichterung beichten würde und das fänd ich nicht ok.


Eine etwas merkwürdige Art der Bertrachtung gibt es allerdings, die mir manchmal in den Sinn kommt. Würde er mir einen ONS beichten, hätte ich quasi auch einen "gut" - vor meinem eigenen Gewissen. Das wäre der einzige Aspekt, unter dem ich es vielleicht wissen wollen würde (weil es einfach abartig fände später zu erfahren, dass ich immer eisern war und jeder Versuchung widerstanden habe, während er rumgvögelt hat).

Inaktiver User
26.07.2006, 20:43
Falls euer Partner euch betrügt, würdet ihr es gern wissen wollen



Nein. Ich will nichts wissen, was mir meine Partnerin nicht von sich aus sagt.

Ist so!

Prado :blumengabe:

Inaktiver User
26.07.2006, 20:44
doppelt!

Sadness
26.07.2006, 21:20
Ich antwort als Betrogene

Eine Sexgeschichte würde ich nicht wissen wollen...alles andere würde ich gerne wissen

Kal
26.07.2006, 22:07
hmh...

kommt darauf an: im prinzip hätte ich sowas nicht wissen wollen, weil ich mich daran jetzt immer wieder aufhänge. und ich mir ständig überlege, wie sie es wo und alles gemacht haben und das bringt mich jedesmal zum würgen.

aber wenn dann schon von ihm selbst und nicht von einer dritten person.

lg kal
:blumengabe:

Inaktiver User
26.07.2006, 22:13
Hallo Rosemarie,
ich hatte auch schon mal daran gedacht, das Thema reinzustellen weil ich nicht weiss, was ich tun soll. Ich habe eine gute Bekannte von der ich weiss, ganz sicher weiss, dass ihr Mann sie betrügt. Und zwar mit einer Dauerfreundin, die er sich in einer anderen Stadt hält. Ich habe schon so oft überlegt, ob ich es ihr nicht sagen muss. Ich kann ihr schon gar nicht mehr in die Augen sehen, weil ich es an ihrer Stelle als Betrug von mir sehen würde, es nicht zu sagen. Ich würde es wissen wollen und ich finde, sie hat auch ein Recht darauf. Vielleicht denkt sie aber anders als ich, ich weiss es eben nicht. Ich möchte auch ihre vermeintlich heile Welt nicht zerstören, sie haben ein gemeinsames Kind und sie scheint auch glücklich mit diesem Mann. Wenn sie es nie erfährt, kann das ja durchaus so bleiben. Ich weiss es einfach nicht. Ihr Mann wird es ihr bestimmt nicht erzählen, da bin ich sicher. Erfährt sie es aber durch Zufall, ist sie bestimmt auch sauer auf mich und meines Erachtens nach völlig zu Recht. Im Moment ziehe ich mich eher zurück, schon alleine weil ich ihrem Mann nicht wirklich begegnen möchte...Es ist wirklich schwer, ich für mich wüsste zwar was richtig ist, aber kann ich für sie entscheiden? Eher nicht. :heul:
Grüße von mir
Mellisuga

Rosemarie
26.07.2006, 22:27
Hallo Mellisuga,

oh, ich verstehe dich sehr gut, das ist eine ganz ganz schwere Entscheidung.

Nun konntest du hier ja schon ein paar Meinungen lesen, vielleicht hat es dir etwas geholfen, vielleicht eher nicht, denn jeder Mensch ist ja auch anders. Du kennst deine Freundin ja sicher sehr gut und trotzdem weiß man nie, wie ein Mensch dann bei so einem Schock wirklich reagieren wird. Vielleicht bist du dann erst einmal die "Böse", frei nach dem Motto, der Überbringer der schlechten Nachricht wurde früher erschossen.

Ich persönlich würde es einer guten Freundin sagen.

Ich sehe noch zwei Möglichkeiten, weiß nicht, ob sie dir helfen können.

1. Du erzählst deiner Freundin ganz allgemein, dass du in einem Forum schreibst und dort wird gerade das und das Thema diskutiert, wie eigentlich ihre Meinung dazu ist...
Dann wirst du ja sehen, wie sie reagiert. Natürlich schließt das immer noch nicht aus, dass sie rein theoretisch sagt, sie wöllte es wissen und wenn sie es dann wirklich erfährt und merkt, dass sie betroffen ist, aus den Schuhen kippt...

2. Du schnappst dir einfach mal ihren Mann und sagst, pass auf mein Freund, entweder DU sagst es deiner Frau oder ich werde es tun...

Liebe Grüße
Rosemarie
Natürlich

Inaktiver User
26.07.2006, 22:45
Hallo Rosemarie,
ich habe leider auch eher das Gefühl, sie wird mich dann am liebsten erschiessen, mit unserer Freundschaft ist es dann auf jeden Fall vorbei, egal in wieviel Watte ich es packe.
Vor einigen Monaten habe ich sie übrigens mal sanft auf das Thema angesprochen, habe von einer ihr angeblich unbekannten Freundin geredet, deren Mann sie betrügt, und was sie machen würde. Ihre Antwort war: "Ich würde sofort merken, wenn mein Mann mich betrügt, und das würde er auch nie tun." Da liegt sie wohl ein wenig falsch....
Wahrscheinlich hast Du Recht und ich sollte mal mit dem dazugehörigen Ehemann reden, aber ich bin halt nicht sicher, ob es richtig ist, dass sie es überhaupt erfährt, egal von wem. Es geht dann so viel zu Bruch, jetzt ist sie glücklich weil unwissend, aber dann? Und das Kind? Ihr Mann, sollte sie dann bei ihm bleiben, wird sie wohl wieder betrügen, er ist so und wird sich mit seinen 56 Jahren wohl nicht mehr ändern. Ich finde das alles nur ziemlich schlimm, weil es keine in meinen Augen gute Lösung gibt..
Grüße von
Millisuga

Daggilein100
26.07.2006, 22:46
Hallo Rosemarie,
ich hatte auch schon mal daran gedacht, das Thema reinzustellen weil ich nicht weiss, was ich tun soll. Ich habe eine gute Bekannte von der ich weiss, ganz sicher weiss, dass ihr Mann sie betrügt. Und zwar mit einer Dauerfreundin, die er sich in einer anderen Stadt hält. Ich habe schon so oft überlegt, ob ich es ihr nicht sagen muss. Ich kann ihr schon gar nicht mehr in die Augen sehen, weil ich es an ihrer Stelle als Betrug von mir sehen würde, es nicht zu sagen. Ich würde es wissen wollen und ich finde, sie hat auch ein Recht darauf. Vielleicht denkt sie aber anders als ich, ich weiss es eben nicht. Ich möchte auch ihre vermeintlich heile Welt nicht zerstören, sie haben ein gemeinsames Kind und sie scheint auch glücklich mit diesem Mann. Wenn sie es nie erfährt, kann das ja durchaus so bleiben. Ich weiss es einfach nicht. Ihr Mann wird es ihr bestimmt nicht erzählen, da bin ich sicher. Erfährt sie es aber durch Zufall, ist sie bestimmt auch sauer auf mich und meines Erachtens nach völlig zu Recht. Im Moment ziehe ich mich eher zurück, schon alleine weil ich ihrem Mann nicht wirklich begegnen möchte...Es ist wirklich schwer, ich für mich wüsste zwar was richtig ist, aber kann ich für sie entscheiden? Eher nicht. :heul:
Grüße von mir
Mellisuga


Hallo Mellisuga, ich würde betrogen und mir haben es meine 2 besten Freundinnen gesteckt. Darüber war ich sehr froh! Ich habe ihnen zwar zuerst nicht geglaubt und habe fast darüber eine Krach mit ihnen bekommen, da mein Mann alles glaubwürdig abgestritten hat. Aber ich war auf einmal sehr mißtrauig und habe die Wahrheit herausgefunden. Ich würde es sagen. LG Daggilein

Dolcevita1
26.07.2006, 22:51
Hallo Mellisuga! Möchte da gerne meine Erfahrung dazu beitragen:Als ich erfuhr, dass eine gute Bekannte von mir meinen damaligen Mann mit seiner Geliebten gesehen hat, sie das dann auch noch einigen Kolleginnen von mir weiter erzählt hat und sich alle dann wochen oder gar monatelang den Kopf zerbrochen haben, was sie wohl tun sollen -mir reinen Wein einschenken oder warten, bis ich selber draufkomme ( was dann letztendlich auch so war)_ als ich das erfuhr, war das noch doppelt schlimm für mich, denn es hatte mich nicht nur mein Mann betrogen, sondern auch meine "Freundinnen" und das tat sehr, sehr weh.
Liebe Grüße
Dolcevita

Inaktiver User
26.07.2006, 22:53
jetzt ist sie glücklich ... Und das Kind?
...
Ich finde das alles nur ziemlich schlimm, weil es keine in meinen Augen gute Lösung gibt..


Darum würde ich im Zweifel die Lösung wählen, die weniger zerstört - und mich heraushalten. Keine befriedigende Lösung, aber das kleinere Übel.

Prado :blumengabe:

Daggilein100
26.07.2006, 22:53
Hallo Rosemarie,
ich habe leider auch eher das Gefühl, sie wird mich dann am liebsten erschiessen, mit unserer Freundschaft ist es dann auf jeden Fall vorbei, egal in wieviel Watte ich es packe.
Vor einigen Monaten habe ich sie übrigens mal sanft auf das Thema angesprochen, habe von einer ihr angeblich unbekannten Freundin geredet, deren Mann sie betrügt, und was sie machen würde. Ihre Antwort war: "Ich würde sofort merken, wenn mein Mann mich betrügt, und das würde er auch nie tun." Da liegt sie wohl ein wenig falsch....
Wahrscheinlich hast Du Recht und ich sollte mal mit dem dazugehörigen Ehemann reden, aber ich bin halt nicht sicher, ob es richtig ist, dass sie es überhaupt erfährt, egal von wem. Es geht dann so viel zu Bruch, jetzt ist sie glücklich weil unwissend, aber dann? Und das Kind? Ihr Mann, sollte sie dann bei ihm bleiben, wird sie wohl wieder betrügen, er ist so und wird sich mit seinen 56 Jahren wohl nicht mehr ändern. Ich finde das alles nur ziemlich schlimm, weil es keine in meinen Augen gute Lösung gibt..
Grüße von
Millisuga



Ich sehe eindeutige Parallelen. Irgendwann wird sie es erfahren und dann wird sie vielleicht fragen: Hast Du davon gewußt? Warum hast Du denn nichts gesagt? Ist eine blöde Situation, aber ich bin froh daß mir jemand etwas gesteckt hat. Sonst hätte die Geliebte meines Mannes ihm ein Kind angehängt und mich vor vollendeten Tatsachen gestellt. Daggilein

Inaktiver User
26.07.2006, 22:59
Danke Daggilein,
freue mich über jede Hilfe, die ich bekommen kann. Deine beiden Freundinnen, hast Du zu denen ein richtig ungestörtes Verhältnis seitdem oder hat sich etwas verändert? Ich wäre für Freundinnen dieser Art mehr als dankbar, mir selber ist die Wahrheit immer lieber, auch wenn es eine unerfreuliche ist.
Grüße von
Millisuga

Tante_Karla
26.07.2006, 23:11
Sonst hätte die Geliebte meines Mannes ihm ein Kind angehängt und mich vor vollendeten Tatsachen gestellt. Daggilein



Er hat beim Betrügen nicht mal ein Kondom benutzt? :ooooh:

Daggilein100
26.07.2006, 23:11
Danke Daggilein,
freue mich über jede Hilfe, die ich bekommen kann. Deine beiden Freundinnen, hast Du zu denen ein richtig ungestörtes Verhältnis seitdem oder hat sich etwas verändert? Ich wäre für Freundinnen dieser Art mehr als dankbar, mir selber ist die Wahrheit immer lieber, auch wenn es eine unerfreuliche ist.
Grüße von
Millisuga


Liebe Millisuga, es sind und waren meine besten Freundinnen. Und ich glaube ich hatte zuerst ein Problem, da ich meinem Mann mehr geglaubt hatte. Eine Freundin würde richtig sauer auf mich. Es war ihr Mann, der etwas mitbekommen hatte. Die Geliebte und mein Mann fuhren zusammen ans Meer (mir wurde gesagt, daß er alleine berufl. unterwegs ist). Noch am gleichen Tag standen meine Freundinnen vor der Tür. Ich bin aus allen Wolken gefallen, habe meinen Mann am nächsten Tag zur Rede gestellt und er hat alles so logisch erklären können. Danach war eine Freundin sauer, ihr Mann wäre doch kein Lügner und so. Aber von da an war ich aufmerksam, habe Taschen durchsucht usw. Bis ich etwas gefunden habe. Ich glaube ich habe jetzt ein noch besseres Verhältnis zu meinen Freundinnen und bin froh, daß ich sie habe. :Sonne:
LG Daggilein

Daggilein100
26.07.2006, 23:13
Sonst hätte die Geliebte meines Mannes ihm ein Kind angehängt und mich vor vollendeten Tatsachen gestellt. Daggilein



Er hat beim Betrügen nicht mal ein Kondom benutzt? :ooooh:




Das ist der Hammer nicht war? Gib AIDS eine Chance.

Inaktiver User
26.07.2006, 23:17
Hallo,
ihr habt alle so recht. Das macht es auch so schwer. Ausser mir weiss es übrigens in meinem Bekanntenkreis niemand, und von mir erfährt es auch ganz bestimmt niemand. Ich bin genau wie Ihr der Meinung, dass sie es wissen sollte, es ist nicht in Ordnung, dass ich Dinge über ihre Ehe weiss und sie nicht. Dass der Betrug rauskommt ist allerdings relativ unwahrscheinlich, die Freundin des Mannes lebt nicht in Deutschland, er ist viel auf Dienstreisen in Osteuropa. Allerdings gebe ich auch Prado recht. Wer weiss, was ich da alles anrichte. Kann ich die Verantwortung übernehmen für eine Trennung der Beiden, für ein trauriges Kind, der Junge, den ich übrigens sehr mag ist erst 12, und für was weiss ich nicht noch alles? Vielleicht kommt es ja nie raus und sie leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende? Ich bin auch übrigens überhaupt nicht so sicher, dass sie es wissen wollen würde. Wie gesagt, bei mir wäre ich mir sowas von sicher, aber wer kann schon in jemand anders reinschauen.
Ich denke schon über viele Monate auf diesem Problem herum, aber es hat wirklich ganz viele Seiten.
Danke für jede Anregung von Euch und viele Grüße von
Millisuga

Inaktiver User
28.07.2006, 09:36
Hallo Rosmarie

in jeder einschlägigen psychologie literatur kannst du lesen, dass eine seitensprung nie gebeichtet werden soll.

tipp zum lesen: vom ende zum anfag der liebe, ein leitfaden für die systemische beratung und für paare die zummenbleiben wollen. (birgit dechmann und christiane ryffel)

jemand der dir anonym mitteilt, dass dein partner fremdgeht - sorry aber diese person ist einfach utner a... abzulegen - missgönnt dir eben wahrscheinlich dein kleines glück !

solange dein partner dich liebt und dir die liebe auch zeigt .......?

alles gute langeoog
:allesok:

Inaktiver User
28.07.2006, 10:31
Ich würde es wissen wollen, um handeln zu können. Aber ich weiß nicht, ob ich es demjenigen, der es mir steckt, auch GLAUBEN würde !

Ich denke, wenn ich nicht selber schon ein etwas merkwürdiges Gefühl hätte, wie sich mein Partner verhält, ich würde erstmal ganz andere Erklärungen suchen, z.B. dass der "Petzer" übertreibt, dass er in eine Beobachtung zu viel hinein interpretiert - ich würde es ganz bestimmt verdrängen wollen, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte. ich denke, so würde ich erstmal reagieren. Ich wäre ganz bestimmt auch sauer auf den "Petzer" - nach dem Motto:WAS HÄNGT DER/DIE sich überhaupt da rein ? Was geht es ihn/sie überhaupt an ?

Wenn ich beobachtet hätte, dass der Mann meiner Freundin definitiv fremdgeht - ich glaube nicht, dass ich der Überbringer dieser schlechten Botschaft wäre. Aus verschiedenen Gründen. Vielleicht auch, um ihr nicht weh zu tun. Ich würde nicht absichtlich lügen, wenn sie selber was gemerkt hat und es bestätigt haben will. Aber ich wäre ganz bestimmt nicht die NachrichtenQUELLE.

Vielleicht würde ich mit dem fremdgehenden Mann reden, d.h. ich würde ihm sagen:
Du, ich hab dich gesehen mit dieser anderen Frau.
Damit er sich nicht in allzu großer Sicherheit wiegt und weiß, dass andere schon informiert sind......Was ER dann daraus macht, ist SEINE Sache. Er muss eine Chance bekommen, die Sache selber wieder gerade zu biegen, wenn er das will.

Wie verhaltet ihr euch andersrum, wenn ihr wisst, dass eure FREUNDIN fremdgeht?
Das würdet ihr euch mit ansehen und vielleicht noch die FReundin in ihren Lügen unterstützen ?

Wwwichbinsde
28.07.2006, 11:41
Mich hat am meisten verletzt, dass sich seine Gefühle geändert haben und er mir das nicht mitgeteilt hat. Das Fremdgehen an sich hat da wenig mit mir zu tun, sondern mit SEINEN Verhaltensmöglichkeiten. So gesehen, interessiert mich nicht vordergründig, in welchen Senftopf er sein Würstchen hängt. :zwinker:

Tante_Karla
28.07.2006, 13:16
Wie verhaltet ihr euch andersrum, wenn ihr wisst, dass eure FREUNDIN fremdgeht?
Das würdet ihr euch mit ansehen und vielleicht noch die FReundin in ihren Lügen unterstützen ?



Ich habe diesen Fall in meinem Freundeskreis und ja, ich decke es und ja, ich unterstütze meine Freundin mit Lügen.
Sie ist meine Freundin und er ist ihr Mann. Etwas anderes wäre es, wenn ich mit beiden befreundet wäre.
Natürlich finde ich ihr Verhalten nicht toll und wir reden auch viel darüber - sie deswegen auffliegen lassen würde ich jedoch niemals.

neko
28.07.2006, 14:08
Na dann, für die Statistik :smirksmile:

Ich war mal betroffen, und ich bin froh, dass ich es erfahren habe. Zuerst war ich nicht stark genug, um einzusehen dass wir dann wohl nicht zusammen passen, und wollte mir die Realität 'gefügig machen' :freches grinsen:

Aber Frau reift ja an so etwas. Ich bin sehr sehr glücklich als Single. Bald wird es ein Jahr und ich glaube, ich werde den Tag, an dem es mir gereicht hat, feiern :jubel:

Es gehört viel Mut dazu, sich von jemandem zu trennen, den man eigentlich mal geliebt hat, und nicht der Verführung nachzugeben, doch lieber die Augen zuzumachen. Es ist echt eine Gewissensfrage: willst Du all das hier behalten (Lebenstraum, Zukunftsplanung, warmes Nest, das Gefühl einen Partner zu haben, jemanden der für einen da ist und einen versteht, Sexualität...) oder bist Du stark genug, es auszuschlagen, wenn Du siehst, dass es tief im Innersten nicht passt?

Ich bin ausserdem ein praktisch denkender Mensch. Die Menschen, die sich durch die Gegend schlafen, nehmen an, sie seien so wahnsinnig schlau :unterwerf: Leute die in Swinger-Clubs gehen, behaupten sogar, sie hätten weniger Geschlechtskrankheiten als die, die es nicht täten - na logo :schild genau:
Aber Aids und Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch, bei uns in der Wohlstandsgesellschaft gerade die Geschlechtskrankheiten.
Und ich möchte doch nicht den Pilz von einer fremden Frau bekommen, oder :smile:

Hanninanni
28.07.2006, 14:16
Eine wirklich schwierige Frage. Ich wurde auch anonym per Telefon "informiert." Hätte ich es nicht erfahren, was dann? Vielleicht hätte er irgendwann seine Affaire von sich aus beendet und für mich wäre alles beim alten geblieben. Aber wäre es das wirklich? In einer langen Affäire gibt es auch Gefühle und Gespräche, die er dann mit mir nicht geteilt hätte.

Hätte er die Affäire nicht beendet, hätte ich nur noch einen halben Mann, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er seelisch noch völlig bei mir sein kann, wenn er eine andere Beziehung gleichzeitig unterhält.

Der Schmerz war furchtbar, jeder, der das erlebt hat, weiß das und unsere Beziehung ist bis zu einem gewissen Grad auch nicht mehr reparabel, aber dennoch bin ich froh, es erfahren zu haben, denn nur so war und ist es möglich, wieder gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten.

Außerdem stellt man fest, das man doch ganz anders reagiert, als man es für sich immer gedacht hatte. Ich war auch immer sicher, dass ich der Koffer-vor-die Tür-Mensch bin, aber nach 23 Jahren sieht dann doch alles etwas anders aus.

NochNeErna
28.07.2006, 14:36
Eine gaaaaaaaanz schwierige Frage!

Fall 1: nur einmal Sex aus purer Geilheit- Ausrutscher?! Kein sonstiges Interesse an der Person, kein weiteres Sehen, er liebt nur mich!

Ich habe keine Ahnung, ob ich das wirklich wissen möchte. Ich liebe ihn und vertraue ihm. Das vertrauen wäre schlagartig weg und die Beziehung weiterzuführen wär wohl die Hölle auf Erden...immer den Gedanken daran zu haben, wenn er mit mir..., daß er doch letztens erst in ihr...das könnt ich nicht. Ich würde es hassen, dieses Wissen mit mir herumzutragen!

Fall 2: Affaire! Da ist nicht nur Sex, sondern mehr.

Würde ich sofort wissen wollen, die Sache beenden, leiden, mich wieder aufraffen irgendwann!

Inaktiver User
28.07.2006, 15:28
Na dann, für die Statistik :smirksmile:

Ich war mal betroffen, und ich bin froh, dass ich es erfahren habe. Zuerst war ich nicht stark genug, um einzusehen dass wir dann wohl nicht zusammen passen, und wollte mir die Realität 'gefügig machen' :freches grinsen:

Aber Frau reift ja an so etwas. Ich bin sehr sehr glücklich als Single. Bald wird es ein Jahr und ich glaube, ich werde den Tag, an dem es mir gereicht hat, feiern :jubel:

Es gehört viel Mut dazu, sich von jemandem zu trennen, den man eigentlich mal geliebt hat, und nicht der Verführung nachzugeben, doch lieber die Augen zuzumachen. Es ist echt eine Gewissensfrage: willst Du all das hier behalten (Lebenstraum, Zukunftsplanung, warmes Nest, das Gefühl einen Partner zu haben, jemanden der für einen da ist und einen versteht, Sexualität...) oder bist Du stark genug, es auszuschlagen, wenn Du siehst, dass es tief im Innersten nicht passt?

Ich bin ausserdem ein praktisch denkender Mensch. Die Menschen, die sich durch die Gegend schlafen, nehmen an, sie seien so wahnsinnig schlau :unterwerf: Leute die in Swinger-Clubs gehen, behaupten sogar, sie hätten weniger Geschlechtskrankheiten als die, die es nicht täten - na logo :schild genau:
Aber Aids und Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch, bei uns in der Wohlstandsgesellschaft gerade die Geschlechtskrankheiten.
Und ich möchte doch nicht den Pilz von einer fremden Frau bekommen, oder :smile:



Ich stimme dir voll zu und ich hatte mehrmals einen Pilz von ein und derselben fremden Frau mit der mein Noma mich betrogen hat.

Sandra71
28.07.2006, 20:18
ich habe leider auch eher das Gefühl, sie wird mich dann am liebsten erschiessen, mit unserer Freundschaft ist es dann auf jeden Fall vorbei, egal in wieviel Watte ich es packe.
Grüße von
Millisuga



Die Frage ist, ob man solche "Freundschaften" (die in meinen Augen keine sind) braucht!? Für mich käme es aber auch drauf an, wie gut bzw innig die "Beziehung" ist...einer Bekannten würde ich es eher nicht stecken, einer guten Freundin hingegen auf jeden Fall. Ich käme mit dem Gewissen, sowas zu verschweigen, auf Dauer nicht klar. Die beste Lösung wäre hier vielleicht, mit ihrem Mann zu reden und ihm ein "Ultimatum" zu setzen, selber mit der Wahrheit ans Licht zu kommen. Ich vermute nämlich fast, dass sie Dir die Story nicht abkaufen wird. Letztendlich musst Du natürlich trotzdem damit rechnen, die Gearschte zu sein...wer weiss, was der sich ausdenkt, um Dich schlecht bzw unglaubwürdig zu machen.

Inaktiver User
28.07.2006, 20:43
Ich käme mit dem Gewissen, sowas zu verschweigen, auf Dauer nicht klar.



Du kämst nicht klar? Um wen geht es denn? Willst Du Dein Gewissen erleichtern ohne Rücksicht auf Verluste?

Prado :blumengabe:

Inaktiver User
28.07.2006, 20:50
Hallo Sandra,
sie ist keine richtige Freundin, eher eine sehr gute Bekannte. Noch etwas schwieriger wird es, dass die Männer zusammen arbeiten und mein Sohn mit ihrem Sohn in eine Klasse geht. Die Situation ist also ziemlich bescheiden für eine sinnvolle Lösung. Da im Moment eine richtig gute Freundin von mir von einem richtig schweren Schicksalsschlag getroffen wurde, ich ihr beistehen möchte und für sie da sein möchte, habe ich dieses Thema im Moment sowieso beiseite geschoben, vielleicht löst es sich ja ohne mein Zutun. Aber wie schon gesagt, von ihrem Mann erfährt sie die Wahrheit bestimmt nicht.
Grüße von mir
Mellisuga

Sandra71
28.07.2006, 21:06
Du kämst nicht klar? Um wen geht es denn? Willst Du Dein Gewissen erleichtern ohne Rücksicht auf Verluste?

Prado :blumengabe:



Darum gehts nicht. Wäre die Situation umgekehrt, würde ich auch von meiner Freundin informiert werden wollen...für mich wäre es ein Vertrauensbruch, sowas elementares zu wissen und unter den Tisch fallen zu lassen. Und ein Mensch, der mir das verschweigt, wäre vermutlich die längste Zeit mein Freund gewesen.

Inaktiver User
28.07.2006, 21:55
Vorweg, ich möchte es wissen. Fremdgehen hat etwas mit Verrat zu tun. Was ich immer wieder beobachte und was mich immer wieder ärgert ist die Tatsache, dass es der oder die Betroffene als letzter erfährt. Zu Leuten die der Meinung sind etwas zu verraten kann ich nur sagen, Menschen lieben den Verrat aber nicht den Verräter.
V.G.

Schokokeks
30.07.2006, 14:28
Das ist ein interessantes Thema. Die Meinung zur Ausgangsfrage ändert sich vermutlich bei nicht wenigen Menschen, sobald das Thema Betrug nicht mehr nur theoretisch in ihrem Leben diskutiert wird.So jedenfalls habe ich es erlebt. Ich war ( und bin hoffentlich) immer schon ein erklärter Treue-Verfechter. Dass Untreue unweigerlich zur Trennung führen würde stand ausser Frage. Dass ich es wissen wollen würde ebenso. Bis ich betrogen wurde... Heute bin ich mir manchmal nicht so sicher, was ich wissen will, oder ob ich mehr nachbohren sollte. Seine Kurzzeit-Affäre ist mir bekannt. Mißtrauen ist entstanden und bricht immer wieder hervor. Wenn ich dann so Geschichten hier in der Brisom lese, von untreuen Partnern, die ihre Beziehung mit allen Mitteln versuchen zu retten, parallel dann aber weiter ihren Betrug fortsetzenm kann ich mir auf einmal alles vorstellen. Gibt es nichts, was es nicht gibt? Warum kämpfen Männer um ihre Frauen, beschwören die Liebe, und sind gleichzeitig weiter in fremden Betten unterwegs? Ich verstehe es nicht. Nein, eigentlich denke ich nicht, dass es bei mir so gewesen ist. Aber Zweifel bleiben. Und Zweifel, ob ich wirklich alles tue, um die ganze Wahrheit zu erfahren. Oder kenne ich sie doch schon? Wenn ich hier lese, wie standhaft teilweise etwas bestritten wird, obwohl es doch stimmt, bekomme ich es mit der Angst zu tun...

Gerne würde ich hier einmal eine zweite Frage zur Diskussion stellen, wenn das für die Thread-Eröffnerin in Ordnung ist: Einige haben davon geschrieben, durch wen sie vom Betrug erfahren haben. Bei mir war das richtig kino-dramahaft. Sie war bei ihm, als ich ihn angerufen habe, und hat dann im Hintergrund herumgebrüllt, er solle mir endlich die Wahrheit sagen. Diesen Moment zähle ich zu einem der allerschlimmsten meines Lebens. Wenn ich daran denke wird es mir nach wie vor ganz anders; ich sehe mich, wie ich völlig paralysiert danach durch die Wohnung geistere. Alles bricht zusammen, aber man kann es nich begreifen, da es zu plötzlich geschieht. Nun endlich die Frage: Ich würde gerne wissen, wie Ihr diesen Moment erlebt habt. Wie Ihr es erfahren habt und wie Ihr diesen Moment in Eurem Leben einordnet.

Liebe Grüße,
Keks

Kal
30.07.2006, 15:19
hallo schokokeks,

er hat es mir gesagt, weil wir gerade eine unterhaltung darüber hatten, alles vom jeweiligen zu wissen. wir sind spazieren gewesen und ich war so leer, dass ich eigentlich gar nichts machen konte, nachdem er mir das gesagt hat. ich konnte nicht mal heulen. dafür aber zeitweilig lachen, weil ich es so unverständlich fand. obwohl ich es mir schon gedacht hatte...

das einzige, was von ihm kam war "es tut mir leid". ich habe ihm damals gesagt, ich möchte von ihm etwas, dass mir zeigt, dass er das wirklich bereut. darauf warte ich noch immer...

ich möchte so etwas nicht wissen, wie gesagt, ich denke jetzt immer wieder, wie sie es getan haben, dass er sie so angefasst hat wie mich und das ist noch furchtbarer, als der akt an sich. und er konnte durch das erzählen sein gewissen erleichtern und ich sitze jetzt hier...

lg kal :blumengabe:

Dolcevita1
30.07.2006, 16:58
Hi Schokokeks! Auch für mich war dieser Moment einer der schlimmsten meines Lebens, ich bin selbst draufgekommen, als ER mit IHR im Urlaub war(mir hatte er erzählt, er wäre auf einem Seminar),ich war misstrauisch geworden, habe ein wenig nachgeforscht und dann ging es Schlag auf Schlag - ein Indiz reihte sich ans andere, ein Telefongespräch - und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Ich werde diesen Schock nie vergessen, mir zog es im wahrsten Sinn des Wortes den Boden unter den Füßen weg, ich kroch auf allen Vieren aufs Klo, wo ich mich zuerst übergeben musste..
Nach einigen Stunden völliger Verzweiflung kam dann eine ungeheure Kraft in mir auf und ich habe in den Tagen darauf alles erledigt - Anwalt, Gericht usw.
Das ist nun ca vier Jahre her und bis heute bin ich noch davon beeinflusst.
Wie ich schon mal hier schrieb, das Schlimmste waren die Lügen,deshalb ist für mich die Wahrheit erträglicher.
Liebe Grüße
Dolcevita

Butterfly_S
30.07.2006, 17:22
Nun endlich die Frage: Ich würde gerne wissen, wie Ihr diesen Moment erlebt habt. Wie Ihr es erfahren habt und wie Ihr diesen Moment in Eurem Leben einordnet.

Liebe Grüße,
Keks



Hallo Schokokeks,
in meinem Fall war ich hochschwanger und merkte: da stimmt was nicht!
Während der Geburt und als ich im Krankenhaus war, war mein Mann so seltsam und gefühlskalt, dass ich wußte, da ist was.
Als ich mit meinem Sohn aus dem Krankenhaus kam, musste mein Mann dann als Erstes unheimlich dringend tanken fahren, kaum dass wir zur Tür drin waren. :wie?:
Da habe ich's nicht mehr ausgehalten und seinen Aktenkoffer geöffnet.
Gefunden habe ich Liebesbriefe mit detailierten Schilderungen seiner "Überstunden"...
In diesem Moment war ich wie gelähmt, mir war eiskalt und ich stand völlig neben mir.
Frei nach dem Motto: das passiert nicht mir!

Tat es doch. :gegen die wand:

Als ich ihn dann damit konfrontierte, war er sehr erleichtert (prima, endlich hatte ich es rausgefunden, ohne dass er es mir sagen musste). Und natürlich angemessen zerknirscht.
Ich persönlich war völlig hysterisch, inclusive Haare ausreißen und Heulkrämpfe kriegen.

Das ist mittlerweile über 7 Jahre her und mir wird heute noch schlecht, wenn ich an diesen Tag denke.

@ rosemarie
Ich wollte es wissen und habe deshalb auch gesucht, dabei natürlich seine Privatspäre verletzt. Das ist kein schönes Gefühl.
Aber tausendmal besser als es von irgendjemandem sonst "gesteckt" zu bekommen.
Wie schon gesagt wurde, meine Antennen waren in Ordnung, meine Ehe leider nicht...

LG
Butterfly_S

Inaktiver User
30.07.2006, 19:18
So eine Dreiecksgschicht ist sicher für alle Beteiligten Stress pur.

Der Ehefrau wär's am liebsten, wenn es eine reine Bettgschicht wäre, denn diese sind ja beliebig austauschbar. Vor allem muss sie sich dann keine Gedanken machen, ob die Beziehung wirklich so glücklich war, wie sie glaubte.

Der Fremdgeher möchte alles haben, die Ehefrau, die er sicher auch auf seine Art liebt, die Kinder das bisherige Leben und natürlich auch die neue Liebe.

Die Geliebte möchte natürlich den Mann für sich, ohne Rücksicht auf Verluste.

Meistens verliert die Geliebte, ob die beiden Anderen als Sieger hervorgehen sei dahingestellt.

Charly

Inaktiver User
30.07.2006, 19:22
Och ja,

hätte ich gehen können ohne diskussion, er hätte sich nicht gefragt warum ich es getan hätte, sondern mich rausgeworfen.
also hätte ich meine ehe aufs spiel gesetzt wenn ich ihm einem "kleinen" ausrutscher
gebeichtet hätte.

Das habe ich auch immer gesagt. Theorie halt. Es hat meine Frau in eine Ecke gedrängt, in der sie sich sehr bescheiden fühlen musste.

Prijon




@Prijon

Bei mir wars keine theorie. Ich habe meinem Mann gestanden, dass ein anderer Mann mich verunsichert, dass ich glaube mich verliebt zu haben und ich bat ihm mir Zeit zu geben um über meine Gefühle klar zu werden. Ich dachte nach fast 23 jahren Beziehung/Ehe wäre das die ehrlichste Variante und wir könnten damit umgehen.

Er reichte die Scheidung ein!!!

Grüsse
lara

Prijon
30.07.2006, 22:40
Hallo Lara,

vor zwei, drei Jahren hätte ich sicher auch anders geantwortet. Heute weiß ich, dass man seinen Partner in diesen Gefühlen ernst nehmen muss, ich habe das zwischendurch für mich auch einmal in Anspruch genommen - für ein Wochenende, nach Ansage und mit allem Zipp und Zapp.

Meine Frage an Dich: Was sagt Dir das Verhalten Deines Mannes über ihn?

es grüßt
Prijon

Inaktiver User
30.07.2006, 23:05
Meine Frage an Dich: Was sagt Dir das Verhalten Deines Mannes über ihn?

es grüßt
Prijon



Tja, was sagt das aus über meinen Mann! Ich weiss es noch nicht, ich war enttäuscht, dass er es nicht für wert fand um uns zu kämpfen! Wir sind 1x in die Ehetherapie gegangen und dann wollte er nicht mehr, er hatte eine neue Freundin und damit war es für ihn gegessen.

So wie es kam, war es hart aber ev. richtig, die Zeit wird es zeigen!!

Was sagt das Verhalten von meinem Mann für dich aus???

grüsse
lara

Prijon
30.07.2006, 23:10
Was ich denke?

Wir sind 1x in die Ehetherapie gegangen und dann wollte er nicht mehr, er hatte eine neue Freundin

Unreif. Weggelaufen.

Prijon

Inaktiver User
30.07.2006, 23:24
Was ich denke?

Wir sind 1x in die Ehetherapie gegangen und dann wollte er nicht mehr, er hatte eine neue Freundin

Unreif. Weggelaufen.

Prijon



hallo prijon

aha, kann ich mich wirklich 23 jahre getäuscht haben??? ich weiss nicht!!!

grüsse
lara

Inaktiver User
30.07.2006, 23:36
Unreif. Weggelaufen.

Prijon



Es gibt mehr Erklärungsmöglichkeiten für die Reaktion von Laras Mann als Unreife. Diese Abqualifizierung erscheint mir sehr dogmatisch Prijon.

Mein erster Gedanke war eher, dass es für ihn ein willkommener Anlass war, sich zu trennen, dass er also auch schon begonnen hat, die Beziehung in Frage zu stellen.

Kam die neue Freundin schnell, Lara?

Prado :blumengabe:

Rosemarie
30.07.2006, 23:57
Wie verhaltet ihr euch andersrum, wenn ihr wisst, dass eure FREUNDIN fremdgeht?
Das würdet ihr euch mit ansehen und vielleicht noch die FReundin in ihren Lügen unterstützen ?



Ich habe diesen Fall in meinem Freundeskreis und ja, ich decke es und ja, ich unterstütze meine Freundin mit Lügen.
Sie ist meine Freundin und er ist ihr Mann. Etwas anderes wäre es, wenn ich mit beiden befreundet wäre.
Natürlich finde ich ihr Verhalten nicht toll und wir reden auch viel darüber - sie deswegen auffliegen lassen würde ich jedoch niemals.



Sehe ich genauso. Freundschaft ist heutzutage ein hohes Gut und ich bin nicht meiner Freundin ihr moralischer Richter, sondern einfach ihre Freundin.
Meine Freundin hatte auch eine außereheliche Beziehung und ich war immer für sie da, ja, ich habe sie auch mit Lügen gedeckt und war manchmal sogar ihr Alibi. Als dann herauskam, dass ich von meinem Mann betrogen worden bin und ich damit bei meiner Freundin anrückte, meinte sie, oh je, jetzt siehst du meine Affäre sicher in einem ganz anderen Licht und verfluchst mich... Aber das tue ich nicht. Sie hat ihre Geschichte, ich habe meine, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Denn nicht meine Freundin hat MICH betrogen, sondern mein Mann hat mich betrogen. Zwischen unserer Freundschaft wird sich dadurch nichts ändern und ja, ich würde auch weiterhin für meine Freundin lügen. Aber wenn ich erfahre, dass eine meiner Freundinnen betrogen wird, dann würde ich es ihnen wohl sagen. Ehrlichkeit halte ich nicht nur in einer Ehe, sondern auch in einer Freundschaft für ein wichtiges Fundament.

Liebe Grüße
Rosemarie

Inaktiver User
31.07.2006, 11:39
Kam die neue Freundin schnell, Lara?

Prado :blumengabe:





hallo prado

ca. 4 wochen nach der räumlichen trennung. eine woche davor war ich noch die traumfrau die er zurückhaben wollte und er heulte sich die augen aus.
so schnell kann liebe verfliegen!!

grüsse
lara

Mascha2
31.07.2006, 13:32
ja, ich würde es wissen wollen- bzw. ich habe so lange nachgehakt und gesucht, bis ich es wußte.

Es sind jetzt schon zwei Jahre her- ich war mit meinem Freund mehr als ein Jahr zusammen- wir haben uns beide von unseren Partnern getrennt- und wollten ein gemeinsames Leben anfangen.
Da meine Arbeitsstelle über 100 km von unserem neuen Wohnort entfernt war, hatten wir uns anfänglich nur alle zwei Tage gesehen.
Nun, um es kurz zu machen, an dem Abend, an dem ich nicht da war- er rief mich immer zur Absicherung an, ob ich auch wirklich in B. bleibe- kam immer seine Geliebte zu uns nach Hause-.
Laufend erklärte er mir seine tiefe Liebe, hat mich darum gebeten, jeden Tag da zu sein, wollte ein Kind von mir. Ja , ich habe, da dies nicht klappte, sogar eine Bauchspiegelung machen lassen- mittlerweile hat dieser Mann immer mit der anderen geschlafen- bei uns im Wohnzimmer.
Dies ist alles herausgekommen- er hatte einmal vergessen- eine Flasche Sekt zu entsorgen. Aber er hat sich herausgeredet- nichts passiert, nur geredet... Ich wurde sehr mißtrauisch, habe seine Handyrechnung überprüft- immer die gleiche fremde Nummer, komischerweise immer erst, nachdem ich zur Arbeit gefahren war.
Nach langem Hin und Her und Nachfragen und Hölle heiß machen- ich mußte einfach wissen, woran ich war- hat er mir gestanden, dass er mit ihr bei uns im Wohnzimmer geschlafen hatte- nur das eine einzige Mal.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass er sehr lange Zeit mit der Frau ein Verhältnis hatte...
Ich frage mich selbst- was brachte die ganze Aktion, das ganze Nachfragen, das ganze Stöbern? Doch wenn ich es nicht herausgefunden hätte- ich hätte nie Ruhe geben können.
Dies alles macht mich so sehr hilflos und traurig- wie kann ein Mann seine Liebe schwören, ein gemeinsames Leben und ein Kind haben wollen und gleichzeitig gezielt fremdgehen und die Frau, die er wohl so sehr liebt, belügen? Was ging in diesem Mann vor?
Er hat keinen Kontakt zu der Frau mehr, mittlerweile fahre ich jeden Tag nach "Hause", er zeigt mir seine Liebe, tut alles für mich- es könnte so schön sein- wenn ich ihm vergeben könnte.
Ich habe ihn nach dem Warum gefragt, was ihm in unserer Beziehung fehle- er konnte mir keine Antwort darauf geben.

Inaktiver User
31.07.2006, 15:16
Er hat keinen Kontakt zu der Frau mehr, mittlerweile fahre ich jeden Tag nach "Hause", er zeigt mir seine Liebe, tut alles für mich- es könnte so schön sein- wenn ich ihm vergeben könnte.
Ich habe ihn nach dem Warum gefragt, was ihm in unserer Beziehung fehle- er konnte mir keine Antwort darauf geben.



warum bleibst du bei ihm wenn du kein vertrauen, kein vergeben hast???

grüsse
lara

Mascha2
31.07.2006, 15:31
könntest du das alles wegstecken und tun, als ob nichts gewesen wäre? Ich liebe diesen Mann, aber meine Verletzung ist schon enorm.............

Inaktiver User
31.07.2006, 15:44
Mascha,

um´s Wegstecken geht es nicht, aber schon darum, GLAUBEN an einen gemeinsamen Weg zu entwickeln und nach einer angemessenen Zeit des Verlusts, der Enttäuschung, der Wut, der Trauer und des Schmerzes auch wieder Vertrauen zuzulassen, was bedeutet: Ängste zu überwinden und einen Vertrauensvorschuss zu riskieren.

Voraussetzung ist, dass BEIDE Partner AKTIV an sich und der Beziehung arbeiten und die Bereitschaft mitbringen, hinzuschauen. In Eurem Fall frage ich mich beispielsweise, ob Ihr Eure jeweiligen Anteile am Geschehen, an Eurer Beziehung, die begleitenden Gefühle, das, was zwischen Euch abläuft und ablief, wirklich angeschaut und miteinander besprochen habt, oder ob Ihr beide zulasst, dass über das Ganze einfach der Mantel des Schweigens gebreitet wird.

Ein Neuanfang ist möglich, Vertrauen kann wieder wachsen - aber es gehören Mut, Geduld und viel Arbeit dazu. Zwei Jahre können da eine vergleichsweise kurze Zeit sein.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
31.07.2006, 16:22
könntest du das alles wegstecken und tun, als ob nichts gewesen wäre? Ich liebe diesen Mann, aber meine Verletzung ist schon enorm.............



nein, mascha, wegstecken könnte ich das nicht. aber um eine beziehung zu führen brauche ich vertrauen und das hast du nicht mehr, was ich verstehen kann.

darum würde ich diese beziehung nicht mehr wollen, denn ich wäre nicht entspannt in dieser beziehung und würde hinter jedem noch so kleinen anlass etwas gravierendes sehen, was ev. gar nicht vorhanden wäre und somit die partnerschaft mehr gefährden als nötig.

grüsse
lara

neko
31.07.2006, 16:43
Ich würde gerne wissen, wie Ihr diesen Moment erlebt habt. Wie Ihr es erfahren habt und wie Ihr diesen Moment in Eurem Leben einordnet.




Mein Ex war sehr achtlos und hat mir die Hinweise auf den Tisch gelegt, deutlicher will ich nicht werden (würg).
Ich habe mich sehr erschrocken, hatte ein ziemlich 'unreales' Gefühl und hab das mit Ironie und Gefasstheit überspielt.
Die Langzeitfolgen kommen dann später (Misstrauen, Heulen und Zähneklappern und so).

Den Moment in meinem Leben einordnen? Na hör mal :ooooh: :peinlich:

Wenn ich jemandem so unwichtig und schnurzpiepegal war, werde ich ihm doch nicht die Ehre erweisen, ihm auch noch innerlich einen Gedenkstein zu errichten, oder?

Ich habe halt meine Haltung zu, entschuldigung, Scheisstypen langfristig verändert. Früher habe ich die dreistesten Ausreden geglaubt, wenn jemand mich dabei nur wie ein Dackel angeguckt hat, hatte für alles Verständnis und habe mir sogar noch Mitschuld geben lassen.
Mittlerweile weiss ich eben, dass manche Menschen einfach, auch wenn es altmodisch klingt, schlecht sind und es sich nicht lohnt, sich näher damit zu befassen, sondern man sich einfach von ihnen fernhalten sollte.

Leeremick
31.07.2006, 20:51
Ich hatte vor meinem jetzigen Freund zwei langjährige, ernsthafte Beziehungen. Beide waren mir leider nicht treu. Bei meinem 1. Exfreund war es ein Urlaubsaffäre als wir noch nicht sehr lange zusammen waren und er wollte sich deswegen eigentlich trennen. Es gab aber Gründe, weshalb er es nicht erzählt und sich auch nicht getrennt hat. Erst Jahre später habe ich es (von ihm) erfahren. Damals war unsere Beziehung aber um soviel besser als zu Beginn, dass ich es relativ leicht vergeben und vergessen konnte. Seine Entscheidung, es mir nicht zu sagen, war damals absolut richtig, ich hätte es nicht verkraftet. Wir sind heute noch befreundet.
Mein 2ter Ex-Freund hat sich immer wieder mal verliebt, dann auch unter fadenscheinigen Gründen getrennt und eine "Beziehungsauszeit" genommen. Einmal und das war dann der Anfang vom Ende hat er mich quasi vor meinen Augen betrogen. Es war trotzdem ein mühsamer Prozess, mich zu trennen und ich bin mehr als einmal rückfällig geworden, und habe dabei immer gedacht, es wird vielleicht doch noch was.. Auch ich hatte zwischendurch (sowie Murmeltier) das Gefühl ich "hätte jetzt einen gut" - das hat mich nur in dem falschen Glauben gelassen, ich hätte die Situation im Griff oder unser Verhältnis sei "ausgewogen". Seine jetzige Frau hat er dann gut ein Jahr lang mit mir betrogen. Damit hat er erst aufgehört, als sie schwanger wurde - seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört - das ist jetzt 8 Jahre her. Ich wünschte, ich hätte viel früher von seinen Affären gewußt, dann hätte ich nicht auch noch die Schuld bei mir gesucht.

Lee

Mascha2
01.08.2006, 12:19
danke seawasp, deine Worte tun sehr gut :-)
Du hast recht, man / ich muß an einen gemeinsamen Weg glauben- er glaubt daran, das ist sicher. Er weiß, dass er Mist gebaut hat, ich sollte und möchte auch wieder Vertrauen zulassen.
Es ist so schön, dass es ein Forum gibt mit solchen Menschen wie Dir und euch allen, die mir geantwortet habt. Danke

neko
01.08.2006, 13:06
Mascha, Du 'musst' gar nichts.

Ich denke sogar, mit jemandem zusammen zu bleiben der sich so verhalten hat ist ein todsicherer Weg dahin, dass Du in ein paar Jahren als hysterisches fertiges Psychowrack dasitzt.

Was spricht denn dafür, dass Dein Freund sich ändert?
Wie kann jemand, der gestern kein Gewissen hatte, heute plötzlich eins haben?
Oder Dich plötzlich lieben und respektieren, wenn er es doch über so lange Zeit erwiesenermassen nicht getan hat?
Spricht IRGENDWAS dafür, auch in den Geschichten, die Du hier liest?
'Mist gebaut', das ist auch so ein unmöglicher verharmlosender Ausdruck. Wenn ein Kind sich eine ganze Tüte Bonbons reinstopft, o.k., oder Du beim Einkaufen spontan ein Paar Schuhe kaufst dass Du Dir eigentlich gar nicht leisten könntest.
Aber gezielter geplanter Betrug über einen längeren Zeitraum hinweg ist kein 'Mist'.
Ich denke, Du musst Deinen eigenen Wert wohl als ganz schön gering einschätzen, dass Du so ein Vergehen an Deiner Person als 'Mist bauen' abtust und es nicht beim Namen nennst: arglistige Täuschung.

Das Zauberwort bei Dir liegt wohl eher in 'ich möchte' (ich möchte wieder Vertrauen, ich möchte...)
Das nennt man auch:
die Auge zumachen
sich die Realität zurechtbiegen
sich weigern erwachsen zu werden...

Es ist verständlich und menschlich, ich hatte die Phase auch mal, aber wenn Du psychisch und emotional gesund bleiben willst, musst Du die Augen aufmachen.

Überlege es Dir gut -
Liebe (strenge :smirksmile:) Grüße,
Neko

Inaktiver User
01.08.2006, 16:02
neko,

es ist Maschas Entscheidung, ob sie in der Beziehung bleiben oder gehen will. Jede Entscheidung ist richtig, solange Mascha dahinter stehen kann. Ich finde es nicht fair, aus Deiner eigenen Erfahrungswelt und den recht zynischen Schlüssen, die Du für Dich daraus gezogen hast, die "psychische Wrack" Nummer aus dem Hut zu zaubern, daher setze ich meine eigene Erfahrung dagegen:

Mir geht es sehr gut, @ Mascha, und das trotz der Affäre, die mein Liebster hatte. Es ist uns gelungen, diese Affäre aufzuarbeiten, unsere Beziehung auf eine neue Basis zu stellen, und heute eine weitaus entspanntere, liebevollere, vertrauensvollere Beziehung zu haben als VOR der Affäre. Wir haben viel gelernt, und die Zeit der Aufarbeitung war nicht einfach. Aber dieser Weg kann sehr lohnend sein, wenn beide ihn wirklich gehen MÖCHTEN.

Ob Du ihn gehen willst ist Deine Entscheidung.

Niemand kann Dir garantieren, dass es klappt, es kann so oder so ausgehen, aber selbst wenn es in die Hose gehen sollte, heisst das noch lange nicht, dass Du deshalb ein psychisches Wrack wirst. Du hast, da bin ich ganz sicher, jede Menge Potential, und solltest Du das Gefühl haben, es nicht allein zu schaffen, gibt es jede Menge Hilfen, auf die Du zurück greifen kannst.

Alles Liebe :blumengabe:

Grüssle
Seawasp (psychisch und emotional entgegen nekos Prognose sehr stabil und gesund :freches grinsen:)

Selena
01.08.2006, 16:30
zur Eingangsfrage dieses Stranges: ich würde es wissen wollen, egal von wem.
denn wenn mein Partner mich betrügt ist das ein absolutes k.o. Kriterium für mich, da ist schluß mit Lustig und der Beziehung, denn ich weiß ich könnte ihm nie wieder vertrauen, geschweige denn noch mal mit ihm ins Bett gehen wenn er nebenher eine andere hat/hatte.

neko
01.08.2006, 16:47
Hallöchen,

Mir geht es um den Wert, den Mascha sich selbst beimisst.
Oder den alle betrogenen Frauen sich selbst beimessen, wenn sie beschliessen, dass sie mit jemandem zusammen bleiben wollen, der ihnen ins Gesicht gelogen und sie so verletzt hat.

Daran ist nichts Zynisches.
Im Gegenteil. Ich bin eine Frau und ein Individuum, und als solche stehe ich auf Seiten der Frauen und, einen Schritt weiter, auf der Seite des Individuums was dann auch wieder die Männer einschliesst. Sich als Individuum zu respektieren und zu lieben, und sich zu verwirklichen, ist viel wichtiger, als ob man nun in einer Paarkonstellatin ist oder nicht.

Wenn Du mir nicht glaubst, dass es krank macht, zu akzeptieren, dass man schlecht behandelt wird, dann sieh Dir Frauen an, die ein, zwei Generationen älter sind als wir. Dann sieht man, was das gelebte Leben aus den Menschen macht.
Da ihr meine Omis und Grosstanten nicht kennt, kann ich natürlich schlecht Beweise anführen.
Aber ich kann Euch nur nahelegen, die älteren Frauen, die ihr kennt, einmal auf ihre Lebensentwürfe und was diese aus ihnen gemacht haben zu 'analysieren'.

Viele Grüsse, Neko

Inaktiver User
02.08.2006, 20:34
neko,

das heisst also, dass Du davon ausgehst, dass alle Frauen oder Männer, die ihrer Beziehung trotz einer Affäre eine Chance geben und mit ihren Partnern daran arbeiten, sich selbst einen "negativen" Wert geben, dass sie sich weiterhin schlecht behandeln lassen, und dass Fehler in einer Beziehung, die Lügen und Verletzungen involvieren, unbedingt zum Abbruch einer Beziehung führen müssen?

Das finde ich ein bisschen kurz geworfen.

Ich kann mich als Individuum respektieren, verwirklichen und lieben, und dennoch akzeptieren, dass in einer Paardynamik Entwicklungen stattfinden, die schwierig, verletzend, respektlos sein können. Ich kann weiterhin erkennen, dass ich an diesen Entwicklungen Anteil trage, und Verantwortung dafür übernehmen. Ich kann gemeinsam mit meinem Partner Ursachenforschung betreiben und die Beziehung auf eine neue Basis stellen.

Du setzt Aufarbeitung mit "sich schlecht behandeln lassen" gleich. Wir reden hier also von zwei ganz unterschiedlichen Dingen. Ich spreche davon, gemeinsam mit dem Partner zu schauen, wie es zur Krise kommen konnte, und ebenso gemeinsam daran zu arbeiten, die Beziehung wieder auf eine solide, liebevolle Grundlage zu stellen.

Das hat NICHTS, absolut gar nichts mit der häufig wirtschaftlich begründeten Notwendigkeit der Generationen von Frauen vor uns zu tun, die einfach keine Wahl hatten, die Zähne zusammen beissen und vor sich hinleiden mussten.

Du willst ernsthaft Beziehungen HEUTE, Möglichkeiten HEUTE mit dem vergleichen, was Deine Grossmutter oder Mutter erlebt hat?

Das kann ich nicht glauben.

Meine Grossmutter und Mutter hatten bis in ihre Erwachsenenzeit hinein teilweise weder Wahlrecht, noch beispielsweise die Möglichkeit, ohne Einwilligung ihrer Ehemänner oder Väter einer Wohnung anzumieten oder einen Job anzunehmen.

Dennoch waren und sind beide wirtschaftlich unabhängig. Meine Grossmutter beispielsweise war eine der wenigen Frauen ihrer Generation, die das Gymnasium besucht und Abitur gemacht hat. SIE hat mich gelehrt, für mich und meine Rechte einzutreten, ein unabhängiger Mensch zu sein, und mich von Männern nicht in die Tasche stecken zu lassen.

Sie hat mich aber auch gelehrt, dass gute Beziehungen es wert sind, über Krisen hinweg getragen zu werden, und dass Fehler etwas Menschliches sind.

Meine Grossmutter ist fast 90. Sie ist immer noch eine stolze, willensstarke Frau, die sich die Butter ganz gewiss nicht vom Brot nehmen lässt. Sie hat zwei Ehemänner überlebt, und in unserer Familie über sehr lange Zeit die Hosen angehabt.

Meine Mutter dagegen war eine eher schwache Frau. Sie hat von MIR gelernt, für sich einzutreten und meinem Vater Paroli zu bieten, etwas, das ich schon als Kind getan habe.

Nein, neko - starke Frauen gab und gibt es in allen Generationen. Stärke bedeutet aber auch, sich klar zu machen, dass Menschen Fehler machen, und sich zuzutrauen zu ent*******n, ob man auf einen toten Gaul setzt, oder ob das, wofür man kämpft, ein lohnendes Ziel ist.

Grüssle
Seawasp

Prijon
02.08.2006, 22:10
Hallo neko,

ich habe auch gestaunt über Deine Aussagen. Ich kann verstehen und anerkennen, dass Stärke für Dich heißt: Affäre gleich Trennung. Das ist Dein Weg und er ist in Ordnung.

Es kann genauso stark sein, sich so zu verhalten, wie sweasp das beschreibt: Sich nämlich die Beziehung anzuschauen. Zu ergründen, was da gewesen ist. Beziehungsarbeit zu leisten. Das war in einer konkreten Situation auch mein Weg. Und das war weiß Gott nicht einfach. Aber Schwäche?
Nö, Schwäche war das nicht.

Du setzt auch Schablonen auf die Dinge, finde ich. Ganz besonders ist mir das aufgefallen, als Du geschrieben hast:

"Wie kann jemand, der gestern kein Gewissen hatte, heute plötzlich eins haben?"

Es gibt -zig Geschichten hier im Forum, die davon künden, dass die Fremdgeher (hier mehr -innen, das gilt für Männer aber sicher ebenso) sehr wohl ein Gewissen haben. Die wissen, dass das, was sie tun, falsch ist. Oft erlebe ich sie unglaublich zerrissen. Denen geht es nicht gut.

Das ist ganz gewiss deren Problem. Aber darf man denn die Augen davor verschließen, dass das so ist? Genauer hinzuschauen lohnt sich bei vielen Dingen. Auch bei diesen.

Gruß,
Prijon

neko
03.08.2006, 00:08
Hallo Prijon und Seawasp,

eigentlich wollte ich kein ideologisches Streitgespräch führen, deswegen gehe ich auf das mit dem Gewissen und andere Punkte jetzt nicht näher ein, sondern ich wollte wirklich nur Mascha dazu anregen, über meine Fragen nachzudenken.

Ich finde meine Fragen berechtigt, auch wenn jemanden die eine oder andere Formulierung im Detail stört.

Wenn jemand es gestern übers Herz gebracht hat, seinen Partner so zu hintergehen - warum sollte er es dann nicht wieder übers Herz bringen?

'Übers Herz bringen' sage ich absichtlich. Ich finde Sekt in der gemeinsamen Wohnung schon ausgesprochen herb.

Die Appelle, sie 'müsse vertrauen' und so, kommen doch ein wenig verfrüht. Das kann man NACH einer gründlichen Prüfung der Situation beschliessen. Wenn man das schon von Vornherein wollen muss, trägt man Scheuklappen.

Ich habe Euch nicht persönlich gemeint, deswegen müsst ihr Euch auch nicht erklären oder rechtfertigen. Aber bitte versteht das nicht als Belehrung, nur eine freundliche Aufklärung über meine Intentionen. Ich weiss selbst wie schnell man sich persönlich gemeint fühlt, wenn man eine Ansicht liest die dem eigenen Leben total widerspricht, passiert mir auch.

Viele Grüsse,
Neko

Inaktiver User
03.08.2006, 07:40
neko,

ich habe weder das Bedürfnis, mich persönlich zu rechtfertigen, noch fühle ich mich angegriffen. Du hast Deine Erfahrungen und Dein Reaktions/Handlungsspektrum, ich habe offenbar ein anderes.

Ich finde es schade für DICH in erster Linie, dass Du nicht anerkennen kannst, dass Menschen Dich immer wieder enttäuschen KÖNNEN. Natürlich kann sich ein Betrug, welcher Art auch immer wiederholen - heisst aber nicht, dass ich dem dann hilflos ausgesetzt bin. Ich vertraue mir, adäquat mit Vertrauensbrüchen und anderen Katastrophen umgehen zu können und in der Lage sein zu sein zu erkennen, wann eine Beziehung keine Substanz mehr hat und für mich destruktive Züge annimmt.

Ohne Vertrauen keine guten Beziehungen - es gibt keine Sicherheit. Nur weil ich den Mensch an meiner Seite austausche, heisst das nicht, dass mich dieser neue Mensch nicht genauso, oder schlimmer hintergehen und enttäuschen kann.

Es ging im übrigen nicht darum, dass Mascha vertrauen müsste - da fehlt ein ganz wichtiger Zusatz, neko.

Es ging darum, dass Mascha vertrauen müsste, wenn sie beschliesst, die Beziehung fortzuführen und gemeinsam mit ihrem Partner an ihr zu arbeiten. Das ist ein Unterschied.

Grüssle
Seawasp

Prijon
03.08.2006, 07:49
Es ging im übrigen nicht darum, dass Mascha vertrauen müsste - da fehlt ein ganz wichtiger Zusatz, neko.

Es ging darum, dass Mascha vertrauen müsste, wenn sie beschliesst, die Beziehung fortzuführen und gemeinsam mit ihrem Partner an ihr zu arbeiten. Das ist ein Unterschied.


Hallo Seawasp,



Ich widerspreche, und zwar ziemlich vehement. Der Vertrauensverlust hängt in letzter Konsequenz NICHT vom Partner ab sondern von der Erkenntnis, dass "ES" passieren kann. Und die nimmt man auch bei einer Trennung mit, wenn man nicht aktiv Strategien zum Umgang mit dieser Erkenntnis entwickelt.

Ich lese hier ziemlich oft von Betrogenen, die sich getrennt haben, dass sie auch anderen nie mehr so vertrauen können und dass sie deshalb richtig tiefe Beziehungen nicht mehr führen können.

Gruß,
Prijon

Mascha2
03.08.2006, 08:35
Hallo seawasp, hallo neko,

ja, es geht darum, dass ich vertrauen muß, wenn ich die Beziehung mit meinem Partner weiterführen möchte.
Und dies möchte ich auf jeden Fall.
Ja, er hat mich ganz böse betrogen, ich bin sehr verletzt- manchmal kann ich das alles ganz gut hinter mir lassen, aber wenn ich dann diese Frau irgendwo bei uns zufällig treffe, dann kommt die ganze Geschichte wieder hoch- es reicht dann, wenn ich ihr triumphierendes Lächeln sehe. Sie hatte damals, als sie sah, daß mein Partner sich für mich ent*******n wollte ganz ganz böse mitgemischt- aber das ist eine andere Geschichte.

Ich will meinem Partner vergeben, weil ich ihn liebe, weil ich sehe, dass ihm das alles sehr sehr leid tut, weil ich sehe, was er alles tut um mir zu zeigen, dass er mich liebt. Er sagt selber zu mir, er weiß, dass er Mist gebaut hat, dass er mich total versteht. Und ich glaube, dies alles ist ein gutes Fundament, um nocheinmal einen Neuanfang zu wagen.
Ich hatte meine Koffer gepackt, sah überhaupt keinen Sinn mehr in unserer Beziehung- er ließ mich nicht gehen- kämpfte um mich- um uns. Wir haben viel geredet- aber warum diese frau so nah an ihn ran kommen konnte, warum das alles passiert ist, das kann er mir heute noch nicht erklären.
Und dies macht mich für die Zukunft hilflos- unsere Beziehung hat gestimmt, ihm hat nichts gefehlt- so sagt er- wie können wirs in Zukunft "besser machen"?

Liebe Grüße

Mascha

Inaktiver User
03.08.2006, 09:12
Prijon,

ich verstehe was Du sagen willst, aber das ist nicht das, was ich meinte.

Natürlich ist eine Grundvoraussetzung für Beziehungen auch bei Auflösung der Beziehung, in der es einen Vertrauensbruch gab, dass die Vertrauensfähigkeit erhalten bleibt.

Aber darum ging es mir in dieser Aussage nicht.

Es ging mir darum klar zu stellen, dass niemand Mascha zwingen will, IHREM PARTNER wieder zu vertrauen, aber dass zumindest die Bereitschaft zum Vertrauen IN DIESEM SPEZIELLEN SETTING, in Bezug auf DIESEN Menschen dann ein Muss ist, wenn sich Mascha ent*******t, die Beziehung fortzuführen.

Das, was Du daraus strickst, habe ich nicht gemeint.

Für mich ist logisch, dass eine Grundvoraussetzung für Beziehungen die Fähigkeit ist, anderen vertrauensvoll gegenüber zu treten, und daran lasse ich auch in meinem Beiträgen keinen Zweifel.

Grüssle
Seawasp

neko
03.08.2006, 14:23
Hi Seawasp,

ich wundere mich: aufgrund welcher Informationen ziehst Du denn da so weitreichende 'Schlüsse' über unsere verschiedenen Handlungsspektren oder darüber ob ich mit Enttäuschungen umgehen kann oder nicht? Das war hier doch alles nicht Thema, und wenn Du aus meinen begrenzten Aussagen zu einem ziemlich eng umrissenen Themenkreis gleich so weit reichende Schlüsse ziehen willst, sind das doch wahnsinns-Luftblasen.

In Deinem ersten Antwortposting an mich unterstellst Du auch, ich würde lauter Dinge gleichsetzen, die ich überhaupt gar nicht angesprochen habe.
'Aha, das bedeutet also... dann meinst Du also...' diesen Stil meine ich. Dazu kann ich nur sagen: nee, meine ich alles nicht.

Und an Prijon möchte ich sagen, ich habe doch 'Stärke' und 'Schwäche' als Kategorien gar nicht ins Spiel gebracht. Das würde ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht tun!
Natürlich unterstelle ich Dir nicht, dass Du 'schwach' bist wenn Du Dich dafür entscheidest, mit Deinem Freund zusammen zu bleiben.

Mir kommt es so vor, als ob dieses ganze Thema total überfrachtet ist, deswegen wird man gleich mit so einem riesen Überbau an Gedanken und weitreichenden Schlussfolgerungen und Unterstellungen, was man wohl für ein Mensch sei, wenn man dies und jenes soundso betrachtet, erschlagen.

Das trübt m.E. ein wenig den Blick und ist wohl auch Ersatzhandlung, weil die Situation einen im Grunde hilflos macht.


Viele Grüsse,
Neko

neko
03.08.2006, 14:36
Hallo Mascha,


Und dies macht mich für die Zukunft hilflos- unsere Beziehung hat gestimmt, ihm hat nichts gefehlt- so sagt er- wie können wirs in Zukunft "besser machen"?

Du fragst, wie ihr es in Zukunft besser machen könnt. Dabei klingt es aber so, als ob Du sowieso der engagiertere Teil seiest.
Ich habe das ja schon einmal gesagt, ist nicht böse gemeint, aber 'Mist bauen' klingt für mich wirklich ganz schön diffus. Und wenn er sagt, ihm hätte nichts gefehlt...
was sollst Du mit so dünnen Aussagen denn auch anfangen? Das ist doch logisch, dass Dich das nicht zur Ruhe bringt.

Das ging ja über einen längeren Zeitraum, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

Darf ich mal ganz banal fragen, wieso Du denn findest, dass er es wert ist, dass Du ihn liebst?

Hoffentlich werden mir damit jetzt nicht gleich wieder sonstwas für Implikationen unterstellt ;-)
Mein Background zu der Frage ist, dass ich ja lange wusste, dass mein Ex untreu war. Ich war wahnsinnig verliebt und habe mich auch lange bemüht, es einzuordnen und es zu vergeben. Ist mir auch gelungen, nur war er halt ein Serientäter. Und eines Tages ist mir einfach die Lust, ausgerechnet ihn zu lieben, vergangen.
Vielleicht muss man das Erlebnis aber auch gehabt haben, um zu verstehen, was ich damit meine.

Aber sagen wir mal so, wenn Dein Arbeitgeber Dich so hintergehen würde oder Deine Bank Dich so betrügen, würdest Du sie doch wechseln. Wenn Deine 'normalen' Freundinnen und Freunde so etwas machen würden, würdest Du wahrscheinlich mit ihnen brechen. Warum hat diese eine Person dann einen so unendlich großen seelischen 'Dispo' bei Dir?

Liebe Grüße,
Nekio

Mascha2
03.08.2006, 15:12
Hallo Neko,

ich bin der engagiertere Teil, wenn es ums Reden und Fragen geht- er engagiert sich auch, indem er mir zuhört, mit mir redet, nicht gleich genervt ist, wenn ich immer wieder mit diesem Thema anfange, indem er mir täglich zeigt, wie sehr er mich liebt und braucht.
Er tut alles für mich, damit ich mich wohl fühle.
Nun man könnte jetzt sagen- er bereinigt sein schlechtes Gewissen- klar, das hat er auch auf jeden Fall.
Warum liebe ich diesen Mann, der mich angelogen und betrogen hat? Weißt du, darauf kann ich keine zufriedenstellende Antwort geben- ich liebe ihn, so wie er vor mir steht, mich ansieht, mit mir redet und zärtlich zu mir ist. Er ist einfach DER Mann und alles paßt- na ja, bis auf .....
Warum er fremdging- heute sagt er mir- er sei sich nie sicher gewesen, ob er für mich nicht nur ein Abenteuer war- er hat mich immer wieder angefleht, bitte komm endgültig zu mir, gib deine alte Wohnung in B. auf- zu diesem Zeitpunkt hatte er die Frau schon gekannt. Hat er deshalb diese Beziehung angefangen, aus Angst irgendwann alleine dazustehen, nach seiner Scheidung- oder hat ihn diese Frau sehr vehement bedrängt und er konnte nicht nein sagen?
Einmal hat er auch davon geredet- nachdem ich die Sektflasche entdeckt hatte- ob er denn in Therapie gehen solle-
Nun, das sind Fragen, die ich mir stelle, worauf ich aber keine Antwort weiß und auch keine von ihm bekomme.

Liebe Grüße

Inaktiver User
03.08.2006, 16:11
neko..

..lies doch einfach nochmal Deine eigenen postings, vor allem das, in dem Du Mascha davor warnst, ein psychisches Wrack zu werden, falls sie sich darauf einlässt, ihrem Mann trotz seines Betruges (..).. Dann verstehst Du vielleicht, warum ich zu dem Schluss komme, dass Du und ich unterschiedliche Handlungsspektren haben - ich kann mir nämlich nicht nur vorstellen, anders zu handeln, als Du es für gesund hälst, sondern habe aktiv praktiziert, was Du offenbar kategorisch ablehnst.

Du kannst natürlich jederzeit genauer ausführen, was Du meintest, respektive mich korrigieren, sollte ich Deine Sicht der Dinge missverstanden haben sollte. :allesok:

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
03.08.2006, 17:06
Liebe Mascha,

ich hatte gerade einen LANGEN Beitrag als Antwort auf Deine Fragen verfasst, und nun hat ihn die neue Forum - Software gefressen :grmpf: - melde mich, sobald ich wieder Luft habe.

Bis dahin liebe Grüssle
Seawasp

Prijon
03.08.2006, 18:31
Hallo Neko,

ich schließe mich seawasps Posting an: Als Du über die Abhängigkeit von Müttern und Großmüttern geschrieben hast, die allerlei hinnahmen, da hat sich bei mir durchaus der Eindruck ergeben, dass Du von einer "Ohnmacht" der Bleibenden schreibst.

Worauf ich Wert lege: Ich bin ein Mann.


Prijon

neko
04.08.2006, 14:14
O.k., von mir aus drücke ich mich schlecht aus, stelle unzulässige Vergleiche an, und habe einfach noch nicht die höhere Weisheit erlangt! :smirksmile:

Ist doch egal, weil es an meiner Aussage nichts ändert.

Mein Punkt ist ganz simpel: es macht krank, in einer Situation zu leben, mit der man nicht glücklich ist.
Auch wenn ich das eingangs polemisch formuliert habe.

'Hinnehmen' und 'Ohnmacht' sind wirklich ganz gute Begriffe, Prijon, aber damit meine ich natürlich nicht Dich, sondern sie hätten gut in meine Argumentation gepasst. Nun lieferst Du sie mir nach :smirksmile:

So fühlt sich doch jemand, der mit jemandem zusammen ist, der perfekt ist 'bis auf...' und der ihm weh getan hat. So fühlt sich jemand, der gerne Antworten hätte aber keine bekommen kann. Der seinem Partner nicht vertrauen kann. Das ist ein Leben in der Warteschleife, oder mit angezogener Handbremse, finde ich (wieder polemisch).

Daher sind meine Fragen:
was hat man an konkreten Entscheidungshilfen, um diesen Zustand der Ungewissheit zu verlassen?
Man will ja nicht in Ungewissheit weiter leben, sondern erträgt den Zustand im Glauben und der Hoffnung, dass es vorübergehend ist. Oder nicht?

Wenn man aber keine konkreten Entscheidungsgrundlagen in der Hand hat, und keinen zeitlichen Rahmen, dann ist es ja tatsächlich Ohnmacht.
Darum finde ich den vagen Rat 'zwei Jahre sind gar nichts', was sinngemäss oben gesagt wurde, gefährlich.
Man sollte schon wissen, wie lange man etwas mit machen möchte. Sonst lässt man sich einfach durchs Leben treiben und ist tatsächlich passiv und ohnmächtig. Was ja egal wäre, wenn es einem dabei gut ginge. Aber der innere Zustand dabei ist ja eben gekennzeichnet durch Unzufriedenheit, Zweifel und Unsicherheit.

Viele Grüsse,
Neko

Inaktiver User
04.08.2006, 14:33
Hallo Ihr,

ich hab jetzt nicht alle Beiträge gelesen und möchte deshalb nur auf das Eröffnungsposting antworten: Also, ich würde es wissen wollen. Am liebsten vom eigenen Partner, keine Frage, aber wenn nicht so, dann auch anders.
Umgekehrt finde ich es allerdings schwierig: Sage ich es anderen, wenn ich weiß, dass ihr Partner sie betrügt? Bei Fremden würde ich mich nicht einmischen. Wenn ich erfahren würde, dass eine meiner Freundinnen von ihrem Partner betrogen wird, würde ich mich mit dem Partner treffen und ihm sagen, entweder sag du es ihr und wenn du es nicht tust, mach ich es. Das ist für mich klar. Aber wenn es umgekehrt ist...? Eine meiner Freundinnen hat ihren Freund betrogen und er weiß von nichts. Es war eine einmalige Sache. Ich würde es ihm nie sagen und rede ihr auch nicht rein, ob sie es ihm sagt, aber ehrlich gesagt hab ich schon immer ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ich mit den beiden was mache. Mit ihm hab ich zwar weiter nichts am Hut, denn ich bin nur mit ihr befreundet, aber trotzdem finde ich es komisch...

Liebe Grüße

Tigerette

Levade
04.08.2006, 17:11
Ich würde es nicht schlimm finden, hätte mein Mann eine sexuelle Affäre. Und ich würde es wissen wollen, allerdings niemalsnicht von meinem Mann. Auch würde ich nicht wollen, dass er wüsste, dass ich es weiss.

Es gäbe auf diese Weise keinen offenen Konflikt, ich würde an entsprechender Stelle Fragen vermeiden um seine Lügen zu umgehen (ich könnte ihn so nicht lange ertragen) und wäre in der Lage in aller Stille unsere Beziehung zu pflegen. So würden wir uns gegenseitig ein wenig betrügen und am Ende würde alles seinen Weg finden. Wie auch immer dieser aussähe.

Ich finde, Affären können/dürfen passieren. Sie "offen" auszuleben oder zu ertragen - damit hätte ich ein Riesenproblem.


:blumengabe:
Levade

Deirdre
04.08.2006, 19:07
Mir wäre es eigentlich egal, ob ich von ONS oder Affären erfahre oder nicht. Ich finde auch, dass sie passieren dürfen (Safer Sex only, versteht sich!), ohne dass es deswegen zu einer Beziehungskrise kommt.
Ich selber hatte zwar noch nie Sex mit anderen Männern, wenn ich in einer Beziehung war, könnte es für eine zukünftige Beziehung aber nicht ausschließen. In den letzten Monaten meiner Single-Zeit habe ich festgestellt, dass ONS und Sexbeziehungen ein echter Genuss sind, der nur mit der Lust auf neue Haut, mit Begehren und Befriedigung zu tun hat, ohne "ans Herz" zu gehen. Von einigen ONS-Männern habe ich im nachhinein erfahren, dass sie glücklich liiert sind, trotzdem wollen sie auf gelegentliche ONS nicht verzichten und haben dabei auch keine Gewissensbisse. Was ich inzwischen sogar irgendwie verstehen kann. Mir würde es fehlen, wechselnde Sexpartner zu haben.

MisterP
04.08.2006, 19:31
Hallo Comm...

interessante Anwortenund ich will auch etwas dazu sagen:

Für mich ist es - natürlich relativ - erträglich, wenn ich erfahren würde, dass sich meine Freundin neu verliebt hat. Klar, würde mich das in tiefe Traurigkeit stürzen, aber es wäre okay... Liebe kann auch vergehen und neue Liebe entsteht....
Das wollte ich natürlich wissen und ich kann damit recht gut leben, wenn es denn so sein sollte...

Da Treue eines meiner Grundprinzipien ist (gegen die ich als Jugendlicher durchaus auch selbst verstossen habe), wäre eine UNtreue meiner Partnerin nicht so einfach zu akzeptieren.
Für mich wäre die Kenntnisse einer Untreue eine Grund die Beziehung sofort zu beenden... da spielen neben den hauptsächlichen Gefühlen, Vertrauen usw. auch durchaus rechtliche Dinge einen Grund (Kuckucksei) und auch das wissen, dass ich mit einer untreuen Partnerin nicht mein Leben teilen will/kann.

Ist also ihre untreue eine "Ausrutscher", weil es mal "gejuckt" hat, hat aber keine tiefere Bedeutung, dann will ich es überhaupt nicht wissen... sidn ihre Gefühle nicht in Frage gestellt, dann Klappe halten... erfahre ich es, dann ist alles definitv (ohne Rückfahrschein) beendet...
Insofern wäre ich Ihr auch nicht böse, wennich es von Dritten erfahren würde, da sie darum weiss... sage es mir besser nicht...

Nein, ich wollte es lieber nicht wissen... die Konsequenz wäre für mcih ein klarer Schlußstrich...
Ich vertraue darauf, dass sie mir treu ist und dass sie das zu schätzen weiss...

Gruß
MisterP

Isabelle35
05.08.2006, 11:08
Ich habe diese Erfahrung leider gemacht: ich habe von einer solchen Geschichte meines Mannes erfahren und es hat mir extrem weh getan. Deswegen: ich will einfach nie wissen, genau nach dem Prinzip: was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.

Inaktiver User
05.08.2006, 11:41
Ich frag mich bloß immernoch, ob wirklich erst andere einen drauf bringen müssen, dass da irgendwas mit dem Partner nicht stimmt und er fremdgeht.
Ich weiß nicht, aber an IRGENDWAS müsste man es doch selber merken. Kann sich der Partner echt so verstellen, dass man aber auch gar nichts merkt ??????
Viele sagen hier, nö, man merkts nicht unbedingt. Aber ich kanns mir nicht vorstellen. Vielleicht bin ich ja auch zu naiv...... ?

Inaktiver User
05.08.2006, 12:02
Florett,

ich sehe es ähnlich wie Du, und habe auch exakt diese Erfahrung gemacht - als es passierte, hätte ich völlig gefühlsblind sein müssen, um nicht zu registrieren, dass sich in unserer Beziehung gerade etwas gewaltig verschob. Ich wusste es vom ersten Moment an, obwohl mein Liebster damals etliche hundert Kilometer entfernt von mir war und wir uns über ein paar Wochen nicht sahen. Es war ein Gefühl wie ein veränderter Luftdruck, der mir Kopfweh bereitete.

Allerdings bin ich auch ein konfrontativer Mensch. Ich schaue hin, das ist eine MEINER Strategien in diesem Leben. Andere Menschen haben ANDERE Strategien, oder sind vielleicht im Moment des unguten Gefühls mit anderen Dingen belastet, so dass ein weiterer Stressor einfach zuviel wäre, und deshalb auf "Ausblend - Modus" geschaltet wird.

Andere wieder bemerken vielleicht eine Veränderung, schauen aber bewusst weg, weil es sie völlig paralysiert und hilflos macht, und sie keine Möglichkeit sehen, sich einer Auseinandersetzung zu stellen.

Angst, Ohnmacht, anderer Baustellen, Harmoniesucht, die Tendenz, Schwierigkeiten eher auszublenden - es gibt sicher noch etliche Gründe mehr, etwas nicht sehen zu wollen oder bewusst nicht sehen zu KÖNNEN. Unser Unbewusstes ist nicht unser Feind - manchmal wählt es Verschleierungstaktiken, um uns vordergründig zu schützen.

Gerade das Wissen um diese Mechanismen jedoch ist für mich auf der anderen Seite Grund genug, Denunzianten, in welcher Rolle auch immer, also egal ob als "wohlmeinende Freunde" oder als "rachsüchtige Geliebte", sehr kritisch zu sehen. Es ist nicht die Aufgabe Aussenstehender, die Wahrnehmungs - und Coping - Strategien eines vermeintlichen "Opfers" zu torpedieren, nur weil sie glauben, dass das jetzt eine gute Sache sei und sie besser wüssten, wie derjenige sein Leben zu führen habe.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
05.08.2006, 12:28
Hallo Seawasp !

Ich habe deinen Beitrag sehr aufmerksam gelesen und habe einige Antworten für mich gefunden.

Für mich zählt in aller erster Linie, ob ich mich mit dem Partner wohlfühle, ob ich das Gefühl habe, er fühlt sich bei mir auch aufgehoben. Für mich zählt, wie man gemeinsam mit Schwierigkeiten umgeht usw. usf.

Wenn ich das Gefühl habe, ich kann Vertrauen zu meinem Partner haben, er ist ein ECHTER Partner für mich - warum sollte ich dann missstrauisch werden ? Wenn mir manche Dinge komisch vorkommen, würde ich die Erklärung erstmal woanders suchen und nicht vordergründig danach schauen, ob da vielleicht noch eine andere Frau ist. Falle ich da jetzt in den Bereich: ich WILL es nicht sehen ?

Wenn ich so sehe, was in meinem Umfeld passiert, wie da gelogen und betrogen wird, wenn ich so manche Geschichten hier in der Bricom lese (obwohl ich genau weiß, man liest hier nur immer die EINE Seite, die sich meist als "unschuldig" darstellt und man kennt nicht alle Zusammenhänge), dann macht mir das Angst. Und da stellt sich mir so manches Mal die Frage, ob man den eigenen (positiven) Wahrnehmungen uneingeschränkt glauben kann.

Inaktiver User
05.08.2006, 18:05
Hallo Florett,

Wenn ich das Gefühl habe, ich kann Vertrauen zu meinem Partner haben, er ist ein ECHTER Partner für mich - warum sollte ich dann missstrauisch werden ? Wenn mir manche Dinge komisch vorkommen, würde ich die Erklärung erstmal woanders suchen und nicht vordergründig danach schauen, ob da vielleicht noch eine andere Frau ist. Falle ich da jetzt in den Bereich: ich WILL es nicht sehen ?

Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, grundsätzlich in jeder Suppe ein Haar zu wittern und quasi prophylaktisch misstrauisch zu sein, obwohl das Gefühl vorherrscht: es läuft gut mit uns!

Ich halte es darüber hinaus für eine gesunde Einstellung, nicht bei jedem Bauchgrummeln an Untreue zu denken. Das Leben ist gerade heute so vielschichtig und komplex, dass es viele Ursachen haben kann, wenn etwas komisch wirkt. Sinnvoll finde ich aber dennoch, ein etwaiges Unbehagen ernst zu nehmen und nachzufragen, was gerade im Leben des Partners passiert, in Kontakt, im Gespräch, aufmerksam zu bleiben - wo grummelt es eigentlich GENAU? Manchmal hat so ein Unbehagen gar nichts mit Partner und Beziehung, sondern rein mit uns zu tun. Auch da lohnt ein zweiter Blick.

Unbehagen produziert Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit registriert abweichendes Verhalten. Weicht Verhalten auf eine Weise ab, bei der das Unbehagen einfach nicht verschwinden will, ist etwas im Busch. Für mich sagt es sehr viel über eine Beziehung aus, wie ein Partner auf solch geäussertes Unbehagen reagiert. Nimmt er es ernst? Wiegelt er ab? Spürt er selbst, dass etwas im Gange ist?

Im Fall des Falles nehme ich meinen Bauch sehr ernst - wenn er keine Ruhe gibt, handle ich nach einer Zeit der Fragen, egal ob da etwas "zugegeben" wird oder auf den Tisch kommt, oder nicht, weil ich mir sicher sein kann, dass etwas nicht in Ordnung ist - ansonsten würde ich mich nicht so unbehaglich fühlen. Mit meinem Handeln, ergo meinem Vertrauen in mich selbst, kommt automatisch Bewegung in die Sache.

Wenn ich so sehe, was in meinem Umfeld passiert, wie da gelogen und betrogen wird, wenn ich so manche Geschichten hier in der Bricom lese (obwohl ich genau weiß, man liest hier nur immer die EINE Seite, die sich meist als "unschuldig" darstellt und man kennt nicht alle Zusammenhänge), dann macht mir das Angst. Und da stellt sich mir so manches Mal die Frage, ob man den eigenen (positiven) Wahrnehmungen uneingeschränkt glauben kann.

Florett, ich kann diesbezüglich letztlich nur von mir ausgehen, und ja, ich vertraue meinen Wahrnehmungen. Wenn die Kacke am Dampfen war, habe ich das immer gerochen. Entsprechend vertraue ich meinem Bauch auch, wenn ich das Gefühl habe: Alles im grünen Bereich.

Gesetzt den Fall, ich hätte das Gefühl, dass alles super ist, während de fakto aber etwas hinter meinem Rücken läuft, das ich erst einige Zeit später realisiere - bin ich dann ein Idiot, weil ich in einer Phase des Übergangs noch glücklich war, andere vielleicht mehr wussten als ich?

Ich denke: nein. Ich bin ein Mensch, der anderen vertraut und keinen Anlass sieht, dieses grundlegende Vertrauen leichtfertig zu entziehen. Ich werde dann merken, dass etwas passiert, wenn es für mich richtig ist, davon bin ich mit meinen knapp 40 Jahren Lebenserfahrung überzeugt. Selbst wenn ich länger an die Integrität eines anderen Menschen glaube, als er verdient, tue ich damit nichts Schlechtes, und schon gar nicht mache ich mich selbst lächerlich. Ein Restrisiko gibt es immer, und auf die Nase fallen kann jeder von uns jeden Tag.

So what?! Dann stehen wir halt wieder auf :freches grinsen:.

Liebe Grüssle! :blumengabe:

Seawasp

Levade
05.08.2006, 21:48
Das mit dem Bauchgefühl ist ja so eine Sache.

Wenn ich in der BriCom lese, wie viele Frauen mit Argusaugen immer ihren Partner beobachten, sich ja kaum noch auf etwas anderes konzentrieren können, dann erschreckt mich das. Ich frage mich manchmal wirklich, wie ich als Mann an der Seite einer Frau so leben könnte. Scheinbar ist dieses "Bauchgefühl" ja eher Frauensache oder meine Wahrnehmung ist durch die BriCom etwas verrutscht? :smirksmile:

Eine Beziehung als aufmerksamer Partner erleben und auf den Anderen eingehen, Veränderungen zur Sprache bringen usw ist eine Sache, ständiges Mißtrauen aus einem "Bauchgefühl" heraus eine ganz andere, wie ich finde. Oft wird der Begriff "Bauchgefühl" doch letztlich nur missbraucht um sich Befindlichkeiten wie Angst, Unsicherheit, Ohnmacht nicht eingestehen zu müssen und die Konsequenzen des Bauchgefühls haben zum Ziel, die eigene Baustelle zuverlässig auf den Partner abzuwälzen. Und fällt das Kind dann mal tatsächlich in den Brunnen, heisst es gern:

Auf mein Bauchgefühl ist halt immer verlass.

Ich plädiere dafür, allein diesen Begriff zu begraben und die Dinge beim Namen zu nennen. Bauchgefühl ist so schön schwammig und mystisch. So wie man glaubt, eine innere Stimme sage einem, dass man vom Partner betrogen und/oder belogen wird, so spürt doch sicher auch der Partner das zermürbende Misstrauen, die scheinheiligen Fragen, die oft darauf zielen, ihn letztendlich zu Fall zu bringen.

soooooorry, ich bin völlig OT.
Aber mittlerweile bekomme ich scheinbar einen leichten Tunnelblick bei diesem Begriff. :fg engel:

Prijon
05.08.2006, 21:52
Das mag ja OT sein - aber gut ist es trotzdem.

Prijon

Levade
05.08.2006, 22:04
Och,


...mich freut jetzt wirklich, dass DU das sagst, weiss ich doch, dass du im Wald Bäume anbrüllst.

Es ist manchmal schon ganz schön verzwickt alles.



:blumengabe:
Levade

Prijon
05.08.2006, 22:27
Weißt Du,

die armen Bäume mussten sich ja zu wenigstens 50 Prozent wegen meiner eigenen Dämlichkeit eine Menge anhören.

Als ich Dein Posting las, habe ich mich gefragt, ob es in Sachen Bauchgefühl einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt....

Die einen immer auf der Wacht. Die anderen irgendwie dauerblind. Ist eine Frage, an der ich herumknappse.

Prijon

Sehnsuchtsvolle
06.08.2006, 01:26
Ob ich es wissen wollte? Ein klares Ja! Wenn mein Partner mich so betrügt, dass andere es mitbekommen, dann möchte ich es auch wissen, denn das spricht für eine Respektlosigkeit mir gegenüber, wenn er es semiöffentlich betreibt! Eine Dreierbeziehung von der nur zwei wissen, ist schon schlimm genug, aber den Partner in der Öffentlichkeit bloßstellen, das ist ein absolutes No-go! Und wenn ich meiner besten Freundin erzählte: "Du, ich habe es dir nicht erzählt, dass ich deinen Mann beim morgendlichen Joggen vor einem Jahr knutschend im Wald gesehen habe, weil es deinen Wahrnehmungs- und Copingstrategien zu der Zeit widersprochen hätte. Du musstest schon von allein drauf kommen, dass er nicht beruflich stark eingespannt ist, dich kackfrech belügt und lieber seine Zeit mit einer anderen verbringt. Du konntest es dir nicht vorstellen? Selbst Schuld, tja, da musst du schon allein drauf kommen, da mische ich mich nicht ein", dann würde ich auf wenig Verständnis stoßen, da bin ich ganz sicher. Wenn ich das hörte, wäre ich jedenfalls verdammt sauer.

Cook3
06.08.2006, 02:20
Wie kann man denn davon ausgehen, daß es die Wahrheit ist, was eine wohlmeinende??? Seele mir steckt?
Es kann sich um eine fiese Intrige handeln oder aber auch nur um eine Mißinterpretation tatsächlicher Ereignisse.

Was Levade oben angesprochen hat, halte ich für wichtig.
Eine Partnerschaft als Gefängnis, mit einer Partnerin als Wärter, brauche ich nicht. Ich habe deshalb schon Partnerschaften beendet. Wohlgemerkt, ohne Seitensprung, aber genervt von dem ständig präsenten Mißtrauen.
Wenn mir meine Geliebte nicht traut, liebt sie mich nicht, dann will sie nur die Kontrolle über mich. Das hat nichts mit Liebe, wie ich sie verstehe, zu tun.

Cook3

Inaktiver User
06.08.2006, 09:36
Ehrlich gesagt:

ICH finde es schade, "Bauchgefühl" abzutun. Natürlich berufen sich manche auf missbräuchliche Weise darauf, und benutzen das "Bauchgefühl" als Rechtfertigung für Schnüffelaktionen.

Aber: Ohne Intuition, ohne Zugang zu all den unbewussten Filtern, die uns zur Verfügung stehen, wenn wir einen guten Draht zu uns selbst haben, möchte ich nicht leben. Mein "Bauchgefühl" hat mir in meiner Kindheit das Leben gerettet, ohne wäre ich vermutlich verreckt. Mein Bauch sagt mir in jeder Situation unmissverständlich, wonach es "riecht". Er ist Teil von mir - nicht rational, sondern hoch emotional. Da, wo mein Verstand blind ist, weil es ihm an Fakten mangelt, ist mein Instinkt, meine Intuition da.

Sie raunt mir sehr eindeutig zu, ob jemand lügt, etwas verschweigt, oder wahr_haftig ist. Ich bin in dem, was ich tue, u.a. deshalb gut, weil ich mit schlafwandlerischer Sicherheit wunde Punkte finde. Daran hat meine Ratio sicher Anteil, aber ohne meine unbewussten Antennen wäre sie wesentlich blinder.

Bauchgefühl hat gerade NICHTS mit Misstrauen zu tun, sondern, ganz im Gegenteil, mit Vertrauen. Vertrauen zu mir selbst und meinen Wahrnehmungen. Fehlt mir dieses Vertrauen, ersetze ich es durch Rationalität und stures Beharren auf Offensichtlichem, misstraue ich in erster Linie mir selbst, und in zweiter Linie meinem Umfeld.

Mich macht mein "Bauchgefühl" frei - ich muss weder schnüffeln, noch meinen Partner mit Argusaugen beobachten, geschweige denn in irgendeiner Form kontrollieren - yeuch!

Ich denke, hier werden Dinge vermengt, die mit dem, was ich mit Intuition meine, nicht das Geringste zu tun haben.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
06.08.2006, 10:07
Was Levade oben angesprochen hat, halte ich für wichtig.
Eine Partnerschaft als Gefängnis, mit einer Partnerin als Wärter, brauche ich nicht. Ich habe deshalb schon Partnerschaften beendet. Wohlgemerkt, ohne Seitensprung, aber genervt von dem ständig präsenten Mißtrauen.
Wenn mir meine Geliebte nicht traut, liebt sie mich nicht, dann will sie nur die Kontrolle über mich. Das hat nichts mit Liebe, wie ich sie verstehe, zu tun.

Genau das halte ich so für nicht haltbar.

Hier werden "Bauchgefühl", Intuition gleich gesetzt mit Misstrauen - das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Misstrauen und Kontrolle sind letztlich rationale Entscheidungen. Bauchgefühl veranlasst nicht zu Kontrolle, Kontrolle ist ein Produkt der Ratio.

Ein Mensch, der rein rational und BEWUSST handelt, wäre darüber hinaus völlig lebensuntüchtig und träfe ständig schlechte Entscheidungen. Mr. Spock wäre in unserer Welt der klassische Zivilversager. Menschen treffen dann gute, kluge Entscheidungen, führen gute Beziehungen, wenn sie ihrem Unbewussten vertrauen und einen guten Zugang zu ihm entwickeln - nichts anderes ist "Bauchgefühl" oder Intuition.

Ratio arbeitet genau und detailbezogen, aber langsam, Intuition dagegen blitzschnell, dafür diffuser.

Das ist im übrigen kein Gelaber, sondern hinreichend durch Untersuchungen am Hirn belegt. Der Gehirnforscher Gerhard Roth ist zu dem Schluss gekommen, dass Bewusstsein - hierzu zählt rationales Vorgehen - für das Gehirn ein Zustand ist, den es tunlichst zu vermeiden und nur im Notfall einzusetzen gilt.

Intuition bedeutet letztlich, sich an somatischen Markern zu orientieren, positiven wie negativen. Menschen, die ihre Entscheidungen an positiven somatischen Markern orientieren, sind normalerweise zufriedener, selbst_bewusster, entspannter, und können auch in der Retrospektive gut zu dem stehen, was sie entschieden haben. Die Kunst ist, Intuition und Ratio clever zu kombinieren - das funktioniert ganz sicher nicht, wenn ich Intuition abwerte und ihre Impulse als negativ verbanne und im Fall des Falles missachte.

Nicht die Intuition ist "falsch" oder unzuverlässig - der Umgang des Einzelnen damit ist es.

Um zum Zitat oben zurück zu kehren: Ein Mensch mit einer guten Intuition hat es gar nicht nötig, kontrollierend, alles überwachend zu agieren. Er wird erst dann über ein gesundes Normalmass aufmerksam, wenn etwas im Busch ist, und seine Konsequenz aus diesem Gefühl ist nicht, Schnüffelaktionen zu fahren, sondern Tacheles zu reden und im Fall des Falles für sich Konsequenzen zu ziehen.

Grüssle
Seawasp

Cook3
06.08.2006, 10:42
Seawasp,

ich kenne solche Frauen mit Bauchgefühl, wie Du sie beschreibst und ich stimme Dir diesbezüglich in Deinen Schlußfolgerungen zu. Leider sind sie aber eine kleine Minderheit.
Die Mehrzahl der Menschen, also Frauen und Männer, sind einfach nur innerlich unsicher und versuchen das durch Kontrolle zu kompensieren. Wobei sie dann durchaus auch "Erfolge" haben können, oft aber auch eine Trennung ohne konkreten Grund, außer der ungerechtfertigten Eifersucht, heraufbeschwören.

Cook3

Inaktiver User
06.08.2006, 11:42
Hallo Seawesp !

Deine Beiträge in diesem Strang haben mir ganz persönlich sehr geholfen, meine verwirrten Gedanken diesen Bereich betreffend zu ent-wirren.
Ich hab sie mir mehrfach durchgelesen und musste mir jedesmal sagen: ganz genauso isses nämlich !
Auch wenn ich konkret jetzt nicht nochmal was dazu sage:
Ich fühle mich sehr bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein !

Liebe Grüße

:blumengabe:

Inaktiver User
06.08.2006, 11:54
@Levade

Vielleicht war aber ZUERST das Bauchgefühl da: irgendwas stimmt mit meiner Beziehung nicht und erst DANN entsteht das Gefühl: der Mann könnte fremdgehen. (Wenn du verstehst, wie ich das meine...)
Eine Frau, die das Gefühl hat, alles ist ok bei uns, kommt gar nicht erst auf die Idee, missstrauisch zu werden und rumzuschnüffeln. Denke ich.
Es soll aber auch Frauen geben, die in der Schnüffelei eigentlich nur eine Bestätigung suchen für ihr eigenes Handeln. Konkret Frauen, die ein Auge auf einen anderen Mann geworfen haben oder selber mit einer Affaire angefangen haben.
Schnüffelei kann aber auch einfach nur ein mieser Charakterzug sein, wenn man den Menschen (auch heranwachsenden Kindern), die einen umgeben, keine Eigenständigkeit gönnt.

Ich denke aber, ich komme vom Thema weg.....
:smirksmile:

Inaktiver User
06.08.2006, 13:11
Ich sehe das wie Levade.

Vor drei Wochen habe ich erfahren, dass mein Freund seit einem Jahr eine innige Freundschaft mit seiner "Seelenverwandten" hat. Rausgekommen ist das Ganze durch einen Verplapperer seines Kumpels, er erwähnte den Namen einer mir unbekannten Frau, und dann wurde mir plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen. Nix "Bauchgefühl"! Wie denn auch?

Mein Freund war in diesem Jahr lieb zu mir wie in den Jahren zuvor, er hat gestritten mit mir wie in den Jahren zuvor. Nichts an seinem Verhalten war auffällig oder verdächtig. Ich wusste nicht, dass er täglich vom Büro aus mit ihr mailt und telefoniert. Ich wusste nicht, dass er sich mit ihr trifft, anstatt zum Sport zu fahren. Prophylaktisches Spionieren wäre die einzige Möglichkeit gewesen, dahinter zu kommen. Und das verbietet sich natürlich von selbst.

Er hatte und hat keine Gewissenbisse. Seine Logik: Er schläft nicht mit ihr - er betrügt mich nicht - also hat sie nichts mit unserer Beziehung zu tun - und überhaupt muss ich nicht über jeden Furz Bescheid wissen, den er macht. Also sind die heimlichen (inzwischen offenen) Treffen legitim, und locker mit seinem Gewissen zu vereinbaren. Fertig. Mit DIESER Einstellung war es für ihn natürlich ein Leichtes, so zu agieren wie früher auch. Ganz normal halt.

Eine mystische, übersinnliche innere Stimme, die mich trotzdem hätte warnen müssen? Leider Fehlanzeige.

AEnnaLee
06.08.2006, 20:03
hallo,
von mir ein klares nein. sowas kann jeden mal passieren und wenn er der anderen nicht die ehe verspricht oder mit ihr leben will, will ich es nicht wissen. ich habe auch gar keine zeit mißtrauisch zu sein oder möglicherweise hinterher zu schnüffeln, dass ist mir alles zu anstrengend. wir haben beide beruflich soviel mit dem anderen geschlecht zu tun, dass man da mit mißtrauen gar nicht mehr fertig werden würde.

Levade
06.08.2006, 20:50
Ich denke, hier werden Dinge vermengt, die mit dem, was ich mit Intuition meine, nicht das Geringste zu tun haben.


Das denke ich nicht. Vielmehr glaube ich, dass sich mancheiner einfach ein paar Gedanken dazu macht, wie sehr wir Mißtrauen hinter Bedeutungsschwangeren Begriffen verstecken, um unser schräges Verhalten denen gegenüber, die wir eigentlich lieben, zu entschuldigen.

Auch ist niemand "selbst schuld", verfügt nicht über ein gesundes Maß an Intuition oder hat einfach nicht hinsehen wollen, nur weil er nicht rechtzeitig auf die Idee gekommen ist, hinter ein paar Terminen, einem neuen Hobby, in einer langjährigen Beziehung eine Phase der Unaufmerksamkeit oder einfach dem Frühstücksgesicht seines Partners einen Vertrauensmissbrauch zu wittern.

Aber das war nur ein Gedanke am Rande und ist noch immer OT. Sorry nochmals.



Wer dennoch Dr Roth und Mr Spock nachlesen möchte:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/02/Gefuehle_Titel

Levade
06.08.2006, 21:15
@Levade

Vielleicht war aber ZUERST das Bauchgefühl da: irgendwas stimmt mit meiner Beziehung nicht und erst DANN entsteht das Gefühl: der Mann könnte fremdgehen. (Wenn du verstehst, wie ich das meine...)


Weisst du, mein Bauch sagt mir oft, irgendetwas stimmt heute nicht mit meinem Schatz. Und ich habe das Pech, dass er Sorgen vor mir zu verbergen sucht, er will einfach, dass zu Hause alles OK ist, ich mich wohl fühle und nie sorgen muss. Er ist ein richtiger Macho, der Mann, der alle Fäden in der Hand hält, alles Unglück abhält und seine Liebsten verwöhnt.

Zudem kommt, dass ich oft beruflich tagelang unterwegs bin, er wiederum bis in die Nacht im Büro sitzt, oft auch das Wochenende durcharbeiten muss. Manchmal steht er so unter Strom, dass ich eine körperliche Anspannung fühle, wenn ich ihn anfasse. Wäre ich entsprechend eingestellt hätte ich jede Woche tausend Gründe, misstrauisch zu sein und ihn Nachts sonstwo zu vermuten oder eben im Büro mit irgendeiner seiner weiblichen Mitarbeiterinnen sonstwas zu veranstalten bis in die Früh um 4.00 uhr zB.

Ich verstehe schon, was du meinst. Aber ich glaube sehr, dass Misstrauen gänzlich uns selbst entspringt, solange nicht berechtigte, rationale Zweifel an der Loyalität des Partners bestehen.

Lieben Gruß
Levade

Dani
08.08.2006, 11:40
Was macht man denn wenn man seinem Bauchgefühl nicht so recht traut?

Ich bin ein Mensch, bei dem die Ration gern das Ruder in punkto Bauchgefühl und Gefühl übernimmt, weil ich letztendlich nur dem traue, was ich sehe und nicht was ich intuitiv erfasse.

Inaktiver User
08.08.2006, 11:53
Spannende Frage, Dani! Genau die stelle ich mir auch immer - ich kann meinem Gefühl bzw. meiner Intuition einfach nicht richtig trauen! Es gab schon zahlreiche Situationen, in denen mir meine Intuition genau das vermittelt hat, was letztlich auch der Fall war, wo mein "komisches Gefühl" vollkommen berechtigt und auch begründet war. Umgekehrt gab es aber auch schon Fälle, in denen ich mir intuitiv total sicher war, dass irgendwas faul ist, und ich auch gedacht habe, ich wüsste den Grund dafür, und dann hat es sich als kompletter Blödsinn herausgestellt... :peinlich:

Ich glaube, es war Seawasp, die geschrieben hat, dass ein komisches Gefühl im Bauch immer irgendeinen Grund hat, und das glaube ich auch. Aber was ist, wenn die Gründe in einem selbst liegen; man einfach nur zu misstrauisch ist? Wie findet man heraus, ob mit einem selbst oder mit dem Partner etwas nicht stimmt?

Nachdenkliche Grüße

Tigerette

Inaktiver User
08.08.2006, 13:37
Hallo Dani,

das, was Du schreibst, ist im Grunde nicht ganz richtig.

Würdest Du Deinem Unbewussten so wenig Raum einräumen, wie Du vermutest, wärest Du tatsächlich vermutlich lebensuntüchtig.

Bereits die Entscheidung "Erdbeermarmeldade oder Kirsche?" stellt beispielsweise einen Menschen mit bestimmten Hirnschädigungen vor ein unlösbares Problem, weil er keinen Zugang zu den Arealen hat, die uns unbewusst diese Entscheidungen jeden Tag abnehmen. Das sind nämlich keine rational-bewussten Überlegungen, die wir erst durchdenken müssten, sondern spontane "Automatismen", die täglich tausendfach passieren, ohne die unser Alltag zusammen brechen würde, und die wir dank unbewusster Prozesse bewältigen.

Du traust Deiner Intuition, Deinem Unbewussten entsprechend durchaus eine Menge zu.

Die Frage müsste eigentlich also anders lauten: Warum stellst Du Dich bewusst gegen Wahrnehmungen, sobald sie das "Marmeladenfeld", also alltägliche Dinge ohne weitreichende Konsequenzen, verlassen, und sich auf die Beziehungsebene konzentrieren?

Die Antwort darauf kannst nur Du selbst finden - welche Erlebnisse haben dazu beigetragen, dass Du Deinen Wahrnehmungen diesbezüglich nicht traust? Gab es beispielsweise Vertrauensbrüche oder andere Erlebnisse, die Dich dazu veranlasst haben, Dir selbst ein Misstrauensvotum zu erteilen? Ist Deine Schlussfolgerung bezüglich dieser Erlebnisse tatsächlich auch heute noch sinnvoll, oder gäbe es auch andere Interpretationsmöglichkeiten?

Ich finde es sehr sinnvoll, Bauchgefühle rational zu überdenken und einzuordnen, solange das nicht dazu führt, dass der Kopf den Bauch schachmatt setzen kann. Erst die Kombi von "Bauch und Kopf" ist letztlich das, was uns dazu verhilft, Klarheit zu erlangen und all die Informationsquellen, die wir jenseits unseres Bewusstseins haben, auch tatsächlich zu nutzen.

Alles, was unbewusst passiert, ist erst einmal "schwieriger", weil die Sprache unseres Unbewussten verschlüsselter ist und es Mühe kostet, die Signale zu dechiffrieren. Deshalb, und damit schliesse ich an das an, was @ Tigerette zu bedenken gibt, ist es eben häufig nicht so einfach, ungute Gefühle richtig einzuordnen und ihnen ein Gesicht zu verleihen.

Tigerette, Du schreibst, es gab Situationen, in denen Dein Bauchgefühl berechtigt war, und andere, in denen Du daneben gelegen hast.

Die Frage, die sich mir diebezüglich stellt: War in letzteren Fällen das Bauchgefühl an sich falsch, oder war es Deine Einordnung, letztlich also die Ratio, die einen falschen Schluss aus Deinem Unwohlsein gezogen hat?

Wie Du schreibst, Tigerette, kann es schwer sein zu trennen zwischen eigenen Ängsten und Unsicherheiten und daraus entstehenden Projektionen, und dem, was tatsächlich passiert und möglicherweise vom Partner initiiert wird. Ein Weg, der sich für mich als gut erwiesen hat, ist, in einem solchen Fall das Gespräch zu suchen. Mein Partner kann ruhig wissen, dass ich gerade verunsichert bin - es hat Einfluss auf unsere Beziehung, also geht es auch ihn an. Wir können gemeinsam schauen, woher diese Verunsicherung kommt. Im Gespräch bekomme ich weitere Impulse - ich sehe beispielsweise, wie mein Partner reagiert, ob er mich ernst nimmt, ob er abwiegelt, ob er bereit ist, mit mir ein bisschen Ursachenforschung zu betreiben.

Eine weitere Möglichkeit, mich selbst abzuklopfen, ist die konkrete Beschäftigung mit den Themen Misstrauen, Kontrolle und Sicherheit.

Wie vertrauensvoll fühle ich mich im Augenblick? Trete ich anderen offen, oder eher verschlossen gegenüber? Bin ich spontan, fröhlich, zugewandt, oder eher abwartend, zögerlich, ängstlich?

Wie verbringe ich gerade meinen Alltag - gibt es Raum für Spontaneität, Spielerisches, oder muss ich derzeit alles bis in Kleinste organisieren, bringt mich Unvorhergesehenes aus der Fassung, beruhigt es mich, auf Gewohntem zu beharren?

Woraus beziehe ich meine Sicherheit? Kommt sie aus mir, kann ich gelassen damit umgehen, dass ich letztlich herzlich wenig kontrollieren kann, dafür aber davon überzeugt bin, im Fall des Falles schon eine Lösung zu finden, oder suche ich Sicherheit im Aussen - im Partner, in Freunden, in Verwandten, in Gewohnheiten, im "aber das macht man doch so" statt im "viele Wege führen nach Rom"?

Wie steht es in Bezug auf Eifersucht? Ist mir bewusst, dass ich mir zwar wünschen darf, für meinen Partner "die Eine" zu sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er auch andere Menschen sehr interessant oder berührend finden kann im Lauf unserer gemeinsamen Zeit, aber recht hoch ist? Vertraue ich ihm und mir, damit konstruktiv umgehen zu können? Bin ich bereit, mit ihm über diese Themen zu diskutieren und gemeinsame Ansätze zu entwickeln, oder muss ich diesen Bereich als gefährlich tabuisieren?

Es schadet nicht, im Zweifel sich selbst so oder ähnlich zu hinterfragen - soviel Zeit darf sein. Durch diese Beschäftigung mit mir selbst bekomme ich Hinweise, wo der Hase vielleicht IN MIR im Pfeffer liegen könnte.

Hilfen können darüber hinaus Bilder, Themen, Filme, Bücher, Melodien geben, die gerade als berührend empfunden werden. Sie sprechen sinnliche Kanäle und Symbolik an - exakt die Pfade, auf denen unser Unbewusstes gern spazieren geht.

Wenn bei mir beispielsweise innerlich die Luzie abgeht :smirksmile: , habe ich ein unwiderstehliches Bedürfnis, bestimmte Bücher, die ich schon X fach gelesen habe, wieder aus dem Regal zu ziehen. Diese Bücher geben mir Sicherheit, Vertrauen, ein Gefühl der Geborgenheit, das ich in diesen Phasen innerlich nicht habe, weil ich mich gerade im "Umbau", in einem Prozess befinde. Das, was ich dann auf meinen Partner projiziere, hat häufig mehr mit mir als mit ihm zu tun, entsprechend genau versuche ich also hinzuschauen.

Die Gefühle, die ich habe, wenn tatsächlich "Gefahr in Verzug" ist, sind andere als die, die eher auf innenpolitische Themen hindeuten. Sie sind nagender, schärfer und für mich auch verwirrender, weil ich eben innerlich KEINEN Anker dafür ausmachen kann.

Es IST ein komplexes Feld, und Antworten allgemeingültiger Natur gibt es höchst selten. Dennoch denke ich, dass wir alle ein ziemlich gutes inneres System entwickeln können, das uns dabei hilft, uns selbst UND andere gut einzuordnen, empathisch und intuitiv agieren zu können. Es kommt allerdings, wie alle Fertigkeiten in unserem Leben, nicht angeflogen, sondern kostet Überwindung, Übung, und die Bereitschaft, auch mal ins Klo zu greifen. Solange ein solcher Griff nicht dazu führt, dass wir anfangen, uns selbst zu misstrauen, ist das in Ordnung. Letztlich ist es doch so: Wenn wir schon uns nicht vertrauen - wem vertrauen wir dann überhaupt? Kann es gut sein, anderen durch ein inneres Misstrauensvotum mehr "Macht", Weisheit einzuräumen, als dem, was in uns vorgeht?

Für mich ist die Entscheidung klar - im Fall des Falles vertraue ich lieber me, myself & I. Hat bisher immer ganz gut hingehauen mit der Mischpoke :freches grinsen:

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
08.08.2006, 14:24
Liebe Seawasp,

in Deinem Beitrag sind ja viele Anregungen, einige davon möchte ich gern nochmal aufgreifen.

Bei mir ist es so, dass es tatsächlich - sowohl in der Beziehung zu meinem Freund als auch in den Beziehungen zu anderen, z. B. meinen Eltern - einige Erlebnisse gegeben hat, die mich misstrauisch gemacht haben. Ich gehe nicht sehr vertrauensvoll in die Welt, und neige dazu, hinter allem etwas Unaufrichtiges zu sehen. Z. B. hat mich neulich eine Freundin regelrecht zusammengeraunzt :freches grinsen:, weil sie meinte, ich könnte nichtmal ein Kompliment annehmen und einfach mal glauben, wenn andere sagen, dass sie mich mögen oder hübsch finden. Und sie hat Recht! Aber ich bin mir dessen bewusst und versuche, an mir zu arbeiten, um nicht mehr so misstrauisch zu sein. Das ist eben nicht so einfach, vor allem, weil ich nicht von Natur aus so war, sondern erst im Laufe der Zeit, durch einige schwere Enttäuschungen, so geworden bin. Aber sich dann im Selbstmitleid zu suhlen, das bringt ja nichts, und deshalb arbeite ich aktiv daran, das ein bisschen zu ändern. Denn diese Seite an mir gefällt mir nicht besonders, und ich wäre glücklicher, wenn ich ein bisschen mehr Vertrauen in die Menschen haben könnte. Vielleicht schaffe ich es ja!

Deine Frage, ob in den Situationen, in denen ich daneben gelegen habe, mein Gefühl an sich falsch war, oder ob meine Ratio die falschen Schlüsse gezogen hat, ist gar nicht so einfach zu beantworten... Ich würde fast sagen, es war häufiger letzteres. Also, dass tatsächlich irgendwas nicht gestimmt hat in der Beziehung zu dem jeweiligen Menschen, und ich aber mit meiner Ratio vorschnelle Schlüsse gezogen habe. Also, dass der Grund für das Unwohlsein ein anderer war, als ich dachte - aber dass es eben schon einen Grund gab.

Deine Frage, woraus man seine Sicherheit bezieht, ist glaube ich das Wichtigste überhaupt. Ich hab seeehr lange meine "Sicherheit" (ist es ja dann eigentlich gar nicht) von anderen bezogen, vor allem von meinem Freund. Ich hatte immer das Gefühl, wenn er mich verlässt oder wir uns aus irgendeinem Grund trennen würden, dann ginge nichts mehr. Ich hatte keinerlei innere Stärke. Mittlerweile bin ich gerade dabei, diese Stärke aufzubauen, und ich habe schon ein bisschen mehr Vertrauen in mich selbst, also dass ich mit schlimmen Situationen auch irgendwie umgehen könnte.

Bezüglich der Eifersucht habe ich mich schon sehr weiterentwickelt. Es gab im letzten Jahr eine Zeit, in der mein Partner eine andere Frau interessant fand. Ich habe es gemerkt und ihn monatelang darauf angesprochen, aber er hat immer alles abgestritten. Damals war ich leider noch nicht stark genug, um Konsequenzen ziehen zu können - ich habe gemerkt, dass er nicht ehrlich ist, konnte aber nicht handeln. Irgendwann hat er es dann zugegeben. Er meinte, er fände sie mittlerweile nicht mehr interessant, aber es wäre so gewesen und mein Gefühl der vergangenen Monate wäre richtig gewesen. Es täte ihm leid, dass er gelogen hätte, aber er hätte einfach Angst gehabt, dass ich ihn verlasse, wenn er mir das sagt. Das war wirklich schlimm für mich damals, aber wir sind zusammengeblieben und haben eine Absprache getroffen: Wenn nochmal so etwas vorkommt - egal ob seinerseits oder meinerseits - dann reden wir gleich offen und ehrlich darüber, und keiner von uns beiden wird sofort die Beziehung beenden. Statt dessen werden wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden - natürlich kann das auch eine Trennung sein, aber die wäre dann nicht panisch und übereilt, sondern wohl überlegt. Ich habe meinem Freund damals gesagt, dass es zwar nicht schön für den Partner, aber doch menschlich ist, auch andere Menschen interessant zu finden, und dass ich ihn alleine deswegen nicht verlassen werde. Das Schlimmste für mich war die lange Unehrlichkeit seinerseits; seine Launen und die daraus resultierenden Spannungen, die unsere Beziehung monatelang belastet haben, und das würde ich ihm glaub ich nicht nochmal verzeihen. Zumal er jetzt keinen Grund mehr hätte zu lügen, denn ich habe ihm ja bewiesen, dass ich ihn nicht verlasse, wenn er mir auch mal Gefühle offenbart, die für mich unangenehm sind. Ich hoffe, dass wir so einen guten Weg gefunden haben und er in Zukunft ehrlich ist. Ich versuche jedenfalls, eine Partnerin zu sein, zu der man auch ehrlich sein KANN, denn ich habe in meiner letzten Beziehung erlebt, wie schwer es ist, ehrlich zu sein, wenn man immer Angst haben muss, dass die Konsequenzen gleich drastisch und unabwendbar sind (mein damaliger Freund hat mir indirekt mit Selbstmord gedroht, falls ich ihn je verlassen sollte, und das war sehr schlimm; in dieser Beziehung war ich auch lange Zeit nicht immer ehrlich).

Ich denke, Dein Ansatz, ein ungutes Gefühl mit dem Partner zu besprechen und mit ihm erstmal ganz unvoreingenommen "Ursachenforschung" zu betreiben, ist gut! Ich neige dazu, solche Gefühle immer erstmal mit mir selbst auszumachen, weil ich ihn mit meinem "Seelenmüll" nicht belasten will, so lange ich nicht sicher bin, dass es mit ihm zu tun hat. Aber das ist vielleicht gar nicht so gut. Da wäre etwas mehr Offenheit vielleicht gar nicht schlecht - und gleichzeitig in mich selbst "hineinhören". Ich versuch's mal!

Danke Dir für Deine Anregungen! :wangenkuss:

Tigerette

Inaktiver User
10.08.2006, 19:48
Ich würde es nicht unbedingt wissen wollen.

Wenn meine Frau mit einem anderen Mann ins Bett ginge, könnte sie es mir erzählen oder sie könnte es für sich behalten. Ich denke, wenn sie der Meinung wäre, dass es für unsere Beziehung relevant ist, würde sie mit mir darüber sprechen.

Von dritter Seite möchte ich jedenfalls nicht informiert werden.

Denise68
25.04.2012, 19:50
ich habe leider einschlaegige erfahrung einerseits als betrogene und als betruegrin! Als ich meinen freund betrogen hatte hatte ich ihm alles gestanden. Und als ich betrogen wurde hat er mir dies auch gesagt. Einerseits ist es ja der vertrauensbruch ueberhaupt aber wenn man ehrlich ist dann schafft dies verrueckterweise auch wieder vertrauen! Ich meine es ist ja auch ein risiko dies dem partner zu beichten, denn man muss damit rechnen, dass der partner dann schluss macht. Klar verletzt man den anderen sehr, aber was ist denn das fuer eine basis wenn man das verheimlicht? Schlimm finde ich wenn man es von jemandem anderen erfaehrt. Dadurch waere dann mein vertrauen definitv kaptt! Es kann passieren, dass man sich in jemanden anderen verguckt, vorallem in einer langjaehrigen beziehung. Es ist menschlich, schwach aber menschlich. Die frage ist nur, wie man dann damit umgeht. Fehler macht man, mann muss danach aber verantwortung uebernehmen und daraus lernen! Ich dachte auch, dass ich nie betruegen wuerde, da ich ja eine treue seele bin. Aber weit gefehlt.ich habs getan und musste mich neu kennenlernen. Eine seite, die ich nicht umbedingt betrachten wollte. Alsoich bin umbedingt fuer ehrlichkeit nach der unehrlichkeit.

Zuza.
25.04.2012, 20:44
Denise, möchtest du nicht einen eigenen Thread eröffnen? Oder: Gerade läuft hier auch aktuell ein Thread, der das Thema "sagen/nicht sagen" behandelt, dort könntest du dich ebenfalls beteiligen.

Der Thread, den du jetzt hoch geholt hast, ist 6 Jahre alt, viele der User, die sich damals an der Diskussion beteiligt haben, sind nicht mehr aktiv oder haben sich gelöscht. Wenn jetzt ältere Postings von denen im Verlaufe einer neu aufgelegten Diskussion zitiert werden, können sie keine Stellung mehr dazu nehmen.

Grüße,
Zuza

Inaktiver User
27.04.2012, 15:19
:ooooh:

ein alter thread - hat sich also erledigt.