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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Therapeutin...



Pia_online
20.07.2006, 09:34
... finde ich eigentlich meistens klasse, also sie merkt sofort, wo es bei mir "hakt", und legt immer den Finger auf den richtigen Punkt - da, wo's wehtut...

Aber es gibt einige äußerliche Punkte, die mich zunehmend stören. ZB klingelt während der Therapiestunde des öfteren das Telefon. Nicht immer, aber so jede 2., 3. Stunde. Selbst wenn sie es dann ganz kurz macht oder erst gar nicht dran geht - die Störung ist da. Für mich. Oder es klingelt an der Tür, weil jemand ein Päckchen abgibt oder der Hundesitter kommt, um ihren Hund abzuholen (der ist meistens als Co-Therapeut dabei :freches grinsen: - und bellt auch häufig, wenn jemand im Treppenhaus vorbeiläuft).

Mich stört das. Punkt. Ich steh auf dem Standpunkt, daß so eine Therapiestunde völlig frei von äußeren Störungen ablaufen sollte. Alles andere finde ich irgendwie unprofessionell. Wie seht Ihr das? Und würdet Ihr sie ansprechen? Ich habe es schon mal gemacht, als die Telefonklingelei überhand nahm und es die halbe Stunde über bimmelte (ihr Fax war kaputt...). Es kamen die üblichen Analysierereien "... und was macht das mit Ihnen??" so als wäre das Problem BEI MIR. Tja... was meint Ihr dazu?

Lizzie64
20.07.2006, 10:33
hallo pia,

welche richtung psychortherapie machst du denn? verhaltenstherapie? tiefenpsychologisch? das könnte evtl. etwas aufschluss geben.

meine verhaltstherapeutin hatte übrigens auch immer ihren hund als co-therapeuten im zimmer :lachen:

Pia_online
20.07.2006, 10:41
Hallo Lizzie,

es läuft auf eine Analyse hinaus. Meine 25 Stunden Kurztherapie hab ich rum, und sie will weitermachen bzw ich natürlich auch.

Ist ja witzig, das mit dem Hund - haben wir die gleiche Therapeutin??

Und: das mit den Trompeten gefällt mir :allesok:

Lizzie64
20.07.2006, 10:47
gell, die trompetenweisheit ist schön :lachen:

*g* selbe therapeutin? also, ich bin in aachen ... wer weiß? allerdings ist das eine verhaltenstherapeutin, die meines wissens keine analsysen macht.

bei einer analyse wären die störungen jedenfalls überhaupt nicht angebracht. bei einer verhaltenstherapie könnten sie teil der therapie sein, um zu sehen, wie du darauf reagierst und mit störungen umgehst UND auch, ob du dich traust, sie mit deinen gefühlen zu konfrontieren.

du merkst ja selbst schon, dass du über deine reaktionen reflektierst.

Pia_online
20.07.2006, 11:06
Aachen - nee, ich bin in Hannover, es kann nicht dieselbe sein! Wär doch echt witzig gewesen :smirksmile:

Also daß die Störungen bewußt von ihr inszeniert sind, um zu schauen, wie ich damit umgehe, das glaub ich nicht. Dafür ist sie selber zu überrascht, wenn es schon wieder klingelt, oder sie entschuldigt sich dafür, daß sie mit ihrem Faxgerät nicht klarkommt. Allerdings schaut sie schon - wie Du sagst - auf meine Reaktionen, die dann gleich analysiert werden. ALLES wird analysiert. Ist ja auch in Ordnung so und ich erfahre tatsächlich etwas über mich, wenn mich so eine Störung ärgerlich macht.

Trotz alledem - es bleibt dabei, mich stört sowas, und ich find es nicht professionell, und da wollte ich mal Eure Einschätzung dazu haben :blumengabe:

Abratzo
20.07.2006, 11:19
@ Pia:

Ja, das seh ich genau so, dass das eher unprofessionell ist. Wenn es dich stört, stört es dich, wie du schon sagst und das hat nun wirklich rein gor nix mit deinen Problemen zu tun, denn SIE verursacht ja offensichtlich die Störungen, bzw. tut nix, um sie zu verhindern (als da wären: Telefon stumm schalten, AB ran gehen lassen, Hund daheim lassen etc.)
Ein Hund in der Therapie: Um Gottes Willen! Eine Psychiaterin, bei der ich mal war, hatte das auch und das ging nun wirklich überhaupt nicht! Nicht nur, weil ich Hunde nicht ausstehen kann, sondern ich finde sowas generell fehl am Platz. Ich habe in meiner Therapiestunde Anspruch auf die volle Aufmerksamkeit meinr Therapeutin. Punkt.

@ Lizzie: Das halte ich schlicht für Quatsch, dass diese Störungen, von denen Pia spricht, teil der Therapie sind. Es spricht meines Erachtens nach eher dafür, dass Pias Therapeutin es einfach nicht auf die Reihe kriegt, ihren Hund oder ihre Telefondienste usw. wann (und auch wo) anders zu organisieren.
Also wirklich, schließlich geht es in einer Therapie nicht um Kaffeeklatsch.

Grüße von
abratzo

Anova
20.07.2006, 11:29
Hi Pia,

also ich finde das von Deiner Therapeutin auch absolut unprofessionell.
Die Therapiestunde sollte absolut für Dich da sein, sprich keine Anrufe (wenn es leise klingelt und von Patient und Therapeuten überhört wird, das geht noch, aber auf keinen Fall rangehen!), kein Warten lassen, KEIN HUND etc. Klar, man kann das alles analysieren, aber wozu. Man könnte da irgendwelche schönen Deutungen abgeben (dass Du Dich daran erinnert fühlst, wenn Du Dich von Deiner Mutter nicht richtig ernst genommen gefühlt hast...), aber das bringt es nicht. Zwischen Dir und der Therapeutin herrscht ja nicht nur eine Übertragungsbeziehung, mit Hilfe derer gearbeitet wird, sondern auch eine Realbeziehung, in der Du die Kundin bist und sie diejenige, die Geld mit Dir verdient und ihren "Vertrag" auch einhalten muss. Stell Dir mal vor, Du müßtest die 70 Euro pro Therapiestunde selber bezahlen (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass sie die Kasse zahlt...)!
Am besten wäre es vielleicht, das mal anzusprechen und klar zu stellen, dass Du da keine Deutungen willst und wenn Sie Deine Kritik nur deutet und über Analysiererei wieder Dir zurückschiebt würde ich mir überlegen, ob ich mir nicht eine andere Therapeutin suchen würde.

Du hast das Recht, ihr Verhalten unangemessen zu finden, ohne dass das dann wieder in der Kindheit begründet sein muß!

Pia_online
20.07.2006, 12:12
@ abratzo




Ich habe in meiner Therapiestunde Anspruch auf die volle Aufmerksamkeit meinr Therapeutin. Punkt.




So seh ich das eigentlich auch!

Pia_online
20.07.2006, 12:15
@ anova



dass Du Dich daran erinnert fühlst, wenn Du Dich von Deiner Mutter nicht richtig ernst genommen gefühlt hast...



GENAU SO läuft es ab, genau das ist ihr Reaktionsmuster. Es ist alles mein Problem, meine unverarbeiteten Konflikte und uralten Kränkungen... nie könnte es auch mal an was anderem als mir liegen... und - ehrlich gesagt - das nervt mich manchmal ganz schön!

Das mit der Übertragungsbeziehung vs Geschäftsbeziehung finde ich übrigens sehr gut, das hebe ich mir auf, wenn bei der nächsten Störung wieder meine Mutter herhalten muß :freches grinsen:

Mantarochen
26.07.2006, 21:10
Hallo Pia,
auch ich finde diese Störungen inakzeptabel und das Verhalten der Therapeutin unprofessionell. Egal, ob Dich Deine Mutter ernst genommen hat oder nicht - ich finde, hier nimmt Dich die Therapeutin als Patientin nicht ernst.

Ich selbst mache eine Analyse und die einzigen Störungen, die es gibt sehen so aus: Das Telefon klingelt 2x leise und dann geht der AB ran (unhörbar). Oder der Therapeut macht das Fenster zu, weil draußen Lärm ist. Als das Telefon zum ersten Mal klingelte und ich etwas irritiert war, sagte er zu mir fast "entrüstet": "Sie glauben doch nicht, dass ich jetzt ans Telefon gehe..."

Wehr Dich!
Viele Grüße
Mantarochen

Regan
28.07.2006, 09:42
Hallo,

bei meinem Therapeuten läuft das genau so ab wie bei dem von Mantarochen. Das Telefon ist auf leise gestellt, man hört es zwar noch ein bisschen, aber nicht sehr. Der AB geht dann ran, und eigentlich hört man das Telefon aus der Nachbarwohnung mehr als das vom Therapeuten. An der Tür wird auch nicht geklingelt, es sei denn, es kommt jemand zur Praxispartnerin. Meiner macht das Fenster auch zu, wenn es draussen zu laut wird.
Nur ein einziges Mal meinte mein Therapeut, er müsse rangehen wenn das Telefon klingelt, weil er einen Anruf von einem Handwerker erwartete, und er hoffe, dass das bei mir ok gehe. In so einem Fall hab ich dann auch Verständnis, weil es ja die Ausnahme ist. (Der Handwerker hatte dann gar nicht angerufen)
Generell mache ich es so, wenn ich während der Sitzung irgendwas höre, dann ignoriere ich es einfach und rede weiter. Aber wenn immer wieder irgendwelche Störungen wären, die die Aufmerksamkeit des Therapeuten ablenken würden... dann würde ich schon was sagen.

LG,
Regan

SarahMaria
31.07.2006, 22:40
Ich würde ihr ganz klar zu verstehen geben, dass ich da keinen Bock drauf habe, wenn sowas die Stunde unterbricht. Wenn sie das nicht einsieht oder ausweicht und du immer noch unzufrieden bist, dann ist sie die falsche.

Gib ihr das zu verstehen, wenn sie nicht reagiert, wechsel den Platz. Dafür gibt es probatorische Sitzungen. Auch wenn es nicht so aussieht, sie erbringt eine Dienstleistung.

Die Sarah

Dettix
23.08.2006, 10:45
ich finde das verhalten deiner therapuetin geradezu unverschämt. sie hat sich auch nach dir zu richten und wenn es für dich einen unzumutbare störung darstellt, dann muss sie es abstellen. selbst wenn es teil der therapie wäre (was ich nicht glaube) wäre es völlig unprofessionell es gegen deinen willen weiter durchzuziehen. das würde ich auch klar sagen.
dass du erwartest, dass sie das verändert, statt dir zu sagen, dass es dein problem sei.

Leserservice
23.08.2006, 11:55
liebe Pia,

ich hoffe, dass Sie meinen Beitrag nicht als Einmischung betrachten, denn ich schreibe aus der Brigitte-Redaktion. Neben der Arbeit bei Brigitte arbeite ich als Diplom Psychologin in freier Praxis und möchte deshalb aus der Sicht einer Professionellen etwas zu Ihrer Frage beitragen.
Ich versuche Störungen (jedenfalls solche, die ich in der Hand habe) in Sitzungen weitestgehend zu vermeiden und gehe z.B. nie ans Telefon, es läuft stets der Anrufbeantworter. Beide Apparate sind leise gestellt. Dringende Anrufe (wie z.B. der Handwerker) kündige ich vor Beginn der Sitzung an.
Unklar ist mir die Anwesenheit des Hundes, denn wie wird er als Co-Therapeut eingesetzt, wenn er doch auch mal vom Hundesitter abgeholt wird?
Ich arbeite in der Psychotherapie auch mit Einbeziehung von Pferden, d.h. die Sitzungen finden am Stall statt und eines der Pferde (welches sich die Klientin für die Stunde auswählt) ist dann Co-Therapeut. Da werden dann jedoch die Reaktionen und Spiegelungen des Tieres besprochen und dessen Verhalten bzw. wir schauen gemeinsam, was z.B. Zuschreibungen von Eigenschaften des Pferdes für die Klientin bedeuten können.
Diese Inhalte transferieren wir auf den Alltag und die Vergangenheit der Klientin, um so den Bezug zur Realität früher und heute herzustellen.
Ich freue mich, wenn Ihnen mein Beitrag helfen kann, Rücksicht auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche zu nehmen und diese auch zu äußern.
herzliche Grüße aus der Brigitte-Redaktion
Nele Köhler

USA
01.09.2006, 23:37
Zu dem Thema kannich auch noch was beitragen!!
Mein Therapeut bzw. ich war da jetzt erst 2 mal . Hat mir einen Vortrag über das "doofe" Gesundheitssystem gehalten das er zuwenig für seine Arbeit bezahlt wird und dann einen politischen Vortrag gehalten... ähem ist noch jm. der Meinung dass mich das asl Patient nichts angeht bzw ich davon in dem Moment nichts wissen will! Dazu gekommen ist er übrigens als er mir jetzt bei unserem 2. Treffen unterbreitet hat , dass er ja nur Krisenintervention macht und höchstens ( wenn er seine Praxis nicht schon vorher schließen muß!!!!) eine Anamnese bei mir machen kann um mir dann die richtige Therapie zu empfehlen.
Jetzt die Frage an euch: Soll ich das machen, oder lieber gleich das Weite suchen??

Ich bin generell auch der Meinung , dass ich mir als Patient nicht alles gefallen lassen muss und habe auch schon aus diesem Grunde ein paar Mal erfolglose Therapieversuche gestartet. Wenn ich das Gefühl habe ich werde nicht ernstgenommen bin ich weg! Ich hab zwar Probleme bin aber ein reifer erwachsener Mensch!!!

GLG USA

Kekole
03.09.2006, 18:44
@USA

Liebe USA,

was Du über Deinem Therapeuten schreibst, wirkt auf mich, als hätte er gar keine Lust diesen Beruf auszuüben *g*

Ob Du das Weite suchen solltest kannst nur Du beantworten ;)

Ich möchte Dir jetzt nicht zu nahe treten, doch stellte sich mir die Frage

Ich bin generell auch der Meinung , dass ich mir als Patient nicht alles gefallen lassen muss und habe auch schon aus diesem Grunde ein paar Mal erfolglose Therapieversuche gestartet. Wenn ich das Gefühl habe ich werde nicht ernstgenommen bin ich weg! Ich hab zwar Probleme bin aber ein reifer erwachsener Mensch!!!
ob das Thema - ich werde nicht ernstgenommen - mal eines für Dich wäre? :)))

Ich stimme mit Dir und den Andren überein, dass Störungen von außen nichts in einer Therapiestunde zu suchen haben.
(Ich nehme ja auch keine Telefonate von meinem Liebsten an, während ich unterrichte.)


Liebe Pia,

was ist denn jetzt daraus geworden? Bin neugierig.


@BRI Redaktion

Hallo Nele
ich finde Deinen Beitrag super und Deine Arbeit spannend. Habe früher viel mit Kindern und Pferden gearbeitet und es wäre toll, wenn Du mir, zu Deinem therapeutischen Ansatz Literatur oder einen link schicken würdest.

Kekole
__________
Nur wer vom Wege abkommt, bleibt nicht auf der Strecke.

USA
05.09.2006, 21:37
Liebe Kekola,
ja wenn man das so liest könnte man das ev. denken ;) Aber das Problem hab ich nur bei den Therapeuten?! stehe eigentlich mitten im Leben werde sowohl im Beruf als auch von meinen Freunden ernstgenommen und hab schon einiges im Leben allein gewuppt. ICH musste sehr früh im Leben alleine klarkommen - viell. bin ich d.h etwas sensibel wenn mir einer was erzählen will. Allerdings habe ich seit längerer Zeit starke körperliche Beschwerden , die ich nicht mit ärztlicher Behandlung wegbekomme und wohl Psychosmatisch sind ( kein Wunder hab keine nette Kindheit gehabt) d.h will ich mir schon helfen lassen. Aber halt auf gleicher Augenhöhe und das kriegen die wenigsten Psychologen hin. Hatte einen guten gefunden und musste dann leider aus beruflichen Gründen wegziehen!!!
Naja werd mir das noch ein zweimal angucken und dann entscheiden!
LG

Inaktiver User
05.09.2006, 22:06
... finde ich eigentlich meistens klasse, also sie merkt sofort, wo es bei mir "hakt", und legt immer den Finger auf den richtigen Punkt - da, wo's wehtut...

Aber es gibt einige äußerliche Punkte, die mich zunehmend stören. ZB klingelt während der Therapiestunde des öfteren das Telefon. Nicht immer, aber so jede 2., 3. Stunde. Selbst wenn sie es dann ganz kurz macht oder erst gar nicht dran geht - die Störung ist da. Für mich. Oder es klingelt an der Tür, weil jemand ein Päckchen abgibt oder der Hundesitter kommt, um ihren Hund abzuholen (der ist meistens als Co-Therapeut dabei :freches grinsen: - und bellt auch häufig, wenn jemand im Treppenhaus vorbeiläuft).

Mich stört das. Punkt. Ich steh auf dem Standpunkt, daß so eine Therapiestunde völlig frei von äußeren Störungen ablaufen sollte. Alles andere finde ich irgendwie unprofessionell. Wie seht Ihr das? Und würdet Ihr sie ansprechen? Ich habe es schon mal gemacht, als die Telefonklingelei überhand nahm und es die halbe Stunde über bimmelte (ihr Fax war kaputt...). Es kamen die üblichen Analysierereien "... und was macht das mit Ihnen??" so als wäre das Problem BEI MIR. Tja... was meint Ihr dazu?
Ehrlich, ich finde das unverschämt und rücksichtslos. Die Sache ist doch ganz einfach, Du bist Kunde und bezahlst für ihren Service und hast somit das Recht auf ihre totale Aufmerksamkeit, Ausnahme- Notfall!
Ich glaube kaum dass der Hund zur Therapie beitragt, eher die Therapeuten will ihren Hund bei sich haben.
Es ist doch bestimmt schwierig wieder auf das richtige Gleis zu kommen wenn man mal abgewandert ist.
Ich würde ihr auf alle fälle sagen was Dich stört.

Kekole
06.09.2006, 02:47
@USA
Zitat USA

stehe eigentlich mitten im Leben werde sowohl im Beruf als auch von meinen Freunden ernstgenommen und hab schon einiges im Leben allein gewuppt.
Gut, dass du dieses zu deiner Ehrenrettung geschrieben hast, schmunzel.

Also, da gäbe es vier Gründe, warum man/frau sich in einer Therapie z.B. nicht ernstgenommen fühlt:
- Therapierestenz,
- Übertragung der Autoritätsperson (von Eltern auf Therapeut), falls nicht korrekt bitte ich um Verbesserung
- der Therapeut passt nicht zu mir und ich nicht zum Th.,
- der Therapeut ist ignorant, eigentlich möchte ich sagen bescheuert, aber dies ist unsachlich.

USA, die im Leben stehende Frau, ich glaube du weisst die Antwort und weisst, dass du adäquate Unterstützung brauchst, frage deinen Bauch und wenn du magst, sage uns, was er so grummelt.

Ich geh jetzt schlafen und wünsche euch einen wunderschönen Tag.

Gute Nacht ihr Lieben und

("gute Nacht John Boy", damals war die Familie noch in Ordnung ;)

Leserservice
06.09.2006, 12:00
hallo, Kekole,

hier noch Literaturtipps:
Bücher von Marianne Gäng (Hrsg.): "heilpädagogisches Reiten+Voltigieren" und "Praxisfelder im heilpäd. Reiten+Voltigieren". Dort wird meistens die Arbeit mit Kindern beschrieben.
Das Kuratorium für therapeutisches Reiten (dkthr.de) hat ungefähr 1996 ein Sonderheft "Das Pferd in Psychotherapie und Psychiatrie" herausgegeben, mit Beiträgen aus der praktischen Arbeit in Einrichtungen und theoretischen Aufsätzen.
Einige Jahre früher gab es ein Sonderheft "Einsatz des Pferdes im heilpädogischen Reiten+Voltigieren".
Viel Spaß beim Stöbern !

viele Grüße aus der Redaktion

Kekole
06.09.2006, 14:50
@BriRedaktion,

danke für die vielen Infos, bin schon am stöbern.

Kekole

muggl
06.09.2006, 16:30
Hallo!

Zum Thema "Störungen während der Sitzung" und "Therapeuten kritisieren":

Ich finde die von Pia und auch die von anderen beschriebenen Störungen der Therapie-Sitzung einfach nur unprofessionell und sozusagen "sehr unwünschenswert"!

Dass wir als Patienten auch noch Entschuldigungen für diese unangenehmen Störungen suchen sollen ("Ui, vielleicht macht sie es bewusst und es gehört zum Programm!") und uns den Kopf zerbrechen sollen, wie es ja bei manchen hier klingt, indiskutabel!! Genauso wie dieses 'Zurückschießen' von Pias Therapeutin a la 'Aha! Und was fühlen Sie dabei...?' Es geht im diesem Fall mal ausnahmsweise nicht darum, eine Reaktion durchzuanalysieren, sondern in erster Linie darum, dass diese Störungen nicht sein sollten und abgestellt gehören.
(Vergleich: Das Fenster ist offen, es zieht, es ist laut, Du kannst die Therapeutin akustisch kaum noch verstehen, bittest deshalb, das Fenster doch zu schließen - und sie will Dir ausgehend davon ein Fenster-Problem rananalysieren! (c; Weil sie vielleicht zu träge ist, aufzustehen und das Fenster einfach zuzumachen ..? Oder nie eingestehen würde bzw sich von Dir sagen lassen würde, dass es ein lautes offenes Fenster sehr hinderlich und deshalb unprofessionell ist... *kopfschüttel* )

Nun mag es sein, dass diese Zwischenfälle nicht jeden Patienten stören. Aber wenn Du ihr signalisierst, dass sie DICH stören und die Sitzung für DICH beeinträchtigen, sollte sie das akzeptieren und sie abstellen! So einfach ist das.

Wenn es Dich wirklich so stört, hast DU das gute Recht, das zu sagen. Ich würde das also (noch) mal ganz ruhig mit der Therapeutin besprechen - und nicht abwimmeln lassen mit diesem "Zurückschießen". Das trifft nicht den Punkt.

Ich persönlich habe über mehrere Jahre drei Therapeuten und ihre Therapie-Sitzungen kennen gelernt, und eines steht fest: einem wahren Profi gehen solche Störungen gegen die Berufsehre! Das gehört nicht in die Atmosphäre einer Therapie-Stunde.

Also, jedenfalls waren MEINE Sitzungen von Ruhe geprägt, von Vertrauen (oder zumindest dem Versuch davon), Stille, in sich Hineinhören, Nachfühlen, Nachdenken. Ruhe, Ruhe, Ruhe. Da passt das einfach nicht hin! (Zum Hintergrund, falls Fragen kommen: Es waren tiefenpsychologische, dann tiefenpsychologisch-hypnotherapeutische und verhaltenstherapeutische mit Hypnose-Anteilen.)
Und auch bei meiner Suche und Recherche vorher und dazwischen habe ich gelernt, dass die Ruhe während der Sitzungszeit 'heilig' sein sollte, und sich professionelle Therapeuten dementsprechend ihre Telefonanlagen(!!) einrichten und extra Telefonzeiten einhalten. In der Praxis haben das dann alle drei strikt eingehalten, was sehr angenehm war, zB bei Klingeln vom Postmann extrem kurz machen und nicht drauf eingehen.

Ich selbst war mit dem Auftreten meiner ersten Therapeutin auch mitunter nicht glücklich, was mich zwischen den Sitzungen immer recht aufgewühlt hat. Ich habe dann aber beschlossen bzw gefühlt, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen kann, und habe es angesprochen. Allerdings war das Vertrauensverhältnis irgendwann nachhaltig gestört. - Diese erste hat aber bezeichnenderweise auch mal einen Halbsatz fallen lassen a la "Vor 10 Jahren hätte ich mir auch nicht vorstellen können, einmal als Therapeutin zu arbeiten." Sie war aber rund 50, müsste als schon 20-25 Jahre Berufserfahrung haben. Also war die eigene Therapie-Praxis nur eine Notlösung für sie...? - Das erinnert mich etwas an den Vortrag von USA's Therapeutin zum fiesen Gesundheitssystem. Motivationsloch lässt grüßen.

Meine letzte Therapeutin hat mich im Gespräch mal vollkommen missverstanden, so dass es ganz hinüber ging. (Ich wollte ansich von mehreren Erfolgen berichten, und sie hängte sich an einem Satz von mir auf und stellte sofort in einem Dauermonolog den gesamten Therapieerfolg und die weitere Zukunft in Frage. Wohl schlechten Tag gehabt.) Ich war geschockt! Bis zur nächsten Sitzung habe ich mich damit rumgequält und es dann ganz ruhig (wenn auch innerlich sehr aufgewühlt) angesprochen. Ich kann Euch nur berichten, dass sie ziemlich (positiv) geplättet war, und nach der ersten Verwunderung super freundlich und erleichtert reagiert hat. Und diese Aktion durchaus auch zum Anlass genommen hat, auf ein Grundproblem meiner Therapie einzugehen: "Haben Sie's gemerkt? Jetzt haben Sie aber ganz schön *für sich gesorgt*! Wow!" Dann war sie richtig stolz auf mich. Und es war gleich ein Beweis für meine "ich-habe Erfolge!"-These. - Die Therapeutin hat meine Kritik annehmen können und sich sogar für mich gefreut. Dass ich mich wage, sie so souverän und fair zu kritisieren.
DAS fand ich professionell!! - Und nicht, bei der kleinsten Krititk zurückzuschießen, als wären wir im Kampf und Konkurrenten! Berechtigte Kritik ernst zu nehmen!

Goldenen Patienten-Regel also: Therapeuten sind auch nur Menschen, mit all ihren Schwächen. (Und: Es gehen ja nachgewiesen besonders oft Menschen in die Psychologie, die selbst Hilfe bräuchten *ketz*, hihi. *duck*)

Aber da kommt es wohl auch darauf an, wie weit man in seinem Therapie-Fortschritt schon ist, wie sehr man auch innerhalb der Therapie und in der Beziehung Therapeut-Patient für sich sorgt und sich traut, sowas anzusprechen und dann durchzuhalten. Und die Therapeuten kennen uns gut genug, um zu wissen, dass /wann wir einknicken, wenn sie keine Lust auf Diskussion oder Kritik haben (ein allzu menschlicher Impuls). Ich hätte das anfangs wohl kaum gekonnt bzw. wäre nicht auf die Idee gekommen, dass ein Therapeut auch mal unprofessionell sein könnte; bin aber eh jemand, der den Fehler automatisch bei sich sucht(e).).

Außerdem bin ich eine Anhängerin davon, sich mehrere Therapeuten "anzusehen", wenn man sich bei einem wiederholt unwohl fühlt.

Pia, was machst Du jetzt bzw. gibt es schon Reaktionen? Ich finde, Du klingst recht zögerlich. (Soweit man das über dieses Medium hier erfassen kann, natürlich (c:)
Interessant! Meine erste Therapeutin hat übrigens auch auf genau diese Munition zurückgegriffen beim "Zurückschießen", dass ich meine Mutter in sie hineininterpretiere und ich wohl ein Problem hätte und dann war sie total beleidigt als hätte ich ihr was getan (hallo? sie ist Profi!) ... ich war komplett zermatscht: Hilfe, ich interpretiere meine Mutter in diese Therapeutin hinein, und komme oft zu spät, weil ich damit meiner Mutter eines auswischen will... dabei kam ich damals immer und zu jedem zu spät und meist noch viel später! - Mir hat dann auch der nüchterne Satz einer Bri-Comm geholfen: "Muggl, die Frau bekommt Geld dafür, dass sich die Menschen seelisch vor ihr nackich machen!" oder so ähnlich... *grins*

Alles Liebe!

Muggl

USA
06.09.2006, 20:40
Hallo Kekole und natürlich ihr anderen,

hatte heute meine 2. Sitzung bei diesem Therapeuten und ich glaubs noch immer nicht was da grade ablief.. was sagt ihr dazu...

Als Vorgeschichte: er hatte zu mir gesagt, dass, wenn ich einen Termin nicht 2 Tage vorher absage ich dafür eine Rechnung bekomme.. so weit so gut..

Ich bin heute total erkältet und mit Halsschmerzen dahin ( konnte ja nicht vorher absagen)! Kaum erwähnte ich meine Erkältung machte er einen Riesensatz nach hinten von mir weg und fragte ob wir die Sitzung verschieben könnten, er habe Angst sich anzustecken ( dieser Mann ist nihct nur Psychologe sondern auch als allgemeiner Arzt ausgewiesen!!!)

Ich sagte ihm dann , dass wenn ich das gwusst hätte ich zuhause geblieben wäre aber erinnerte ihn dann an seine Absageregelung...
Daraufhin meinte er wir könnten ja etwas reden dass ich nicht umsonst hergekommen wäre...
so weit so gut.....

er posierte sich mit seinem Stuhl ans andere Ende des Zimmers . Dann hielt er mir 10 min einen Vortrag über das Gesprächstraining das ich seiner Meinung nach ja mit meinem Partner machen soll. Nachdem ich ihn daraufhingwiesen habe, das 1. mein Partner daran kein Interesse hatte und 2. für mich weitaus dringlichere Themen auf dem Tapet liegen, hielt er mir nochmal 20 min einen Vortrag über das miese Gesundheitsund Abrechungssystem der Ärzte ! Nach einer halben Stunde in der ich noch nicht mal richtig zu Wort gekommen war , bat er mich jetzt zu gehen denn..... sonst verbreite ich noch mehr Bakterien in der Luft!!! ( ohne Witz!!) beim rausgehen bat er mich noch bitte nicht die Türklinke anzufassen denn darüber könne er sich ja auch anstecken!!!!

Also mit dem bin ich fertig!!!

LG USA

Kekole
06.09.2006, 21:00
@USA
Zitat USA

Also mit dem bin ich fertig!!!

Na, bravo, liest sich klar und deutlich Flucht gestattet ;)

"Ritze ne weitere Kerbe in deinen Psychologen-Abschuss-Colt".

Bin echt baff, ich kann sein Verhalten gar nicht fassen.
Gut, dass du den Beschluss nun gefasst hast.

Vielleicht siehst du dir beim nächsten Anlauf mehrere Therapeuten an, lach. Wünsche dir da ein paar gute und empathische Exemplare ;)

Das Beste für dich.
Kekole
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Nur wer vom Wege abkommt bleibt nicht auf der Strecke

Pia_online
07.09.2006, 09:55
Hallo an alle,

sorry, daß ich mich so lange nicht gemeldet habe - Urlaubszeit:smirksmile:

Der Strang hat sich zwar inzwischen ein wenig in eine andere Richtung bewegt, aber weil viele nachgefragt haben, will ich doch noch mal einen Lagebericht abgeben.

Zunächst mal zum Hund: der ist ganz sicher nicht integrativer Teil der Therapie, sondern, wie Ibeth gesagt hat, einfach da, weil meine Therapeutin ihn dabeihaben will. Sprich, ich mache nichts mit ihm, er ist nicht Thema, außer wenn er so laut gebellt hat, daß sie mein Klingeln nicht gehört hat :knatsch: Häufig geht sie vor oder nach meiner Stunde mit ihm Gassi und ist deswegen auch schon mal verspätet gewesen. Nun ja.

Die Telefonate hat es in letzter Zeit nicht mehr gegeben. Dafür kam sie vorletztes Mal zu spät - ich hatte schon zwei Minuten vor ihrer Tür gewartet, als sie abgehetzt mit Einkaufstüte um die Ecke gebogen kam. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, bei Deinem Therapeuten zu klingeln und keiner macht Dir auf... sie hat sich natürlich entschuldigt, aber auch erwähnt, daß sie sich gefragt hätte, ob ihr Zuspätkommen bei mir "wieder" Ärger und Aggression ausgelöst hätte. (Sie ist der Meinung, daß meine Ärgerschwelle extrem niedrig ist.)

Das alles finde ich ziemlich nervig und unprofessionell. In die gleiche Richtung geht, daß sie mir im Juni einen Fragebogen ge
geben hatte, den sie als Grundlage für den Antrag bei der Krankenkasse verwenden wollte. Rückgabe sollte eine Woche später sein, und ich kam echt in Zeitnot, das Ding auszufüllen (Zeitaufwand: 2 Stunden). Was soll ich Euch sagen? Sie "kam noch nicht dazu, den Antrag zu stellen, aber wir haben ja bis Ende September Zeit".

Auf der anderen Seite steht für mich eine Frau, mit der ich gut zurechtkomme, die mich durchschaut und meine manchmal wirren Gedankengänge auf den Punkt bringt. Und das tut sie so professionell und so gut, und diese Pluspunkte überwiegen für mich so sehr, daß ich eigentlich nicht daran zweifle, mit ihr weiterzumachen. Die Dinge, die mich an ihr stören, SIND unprofessionell, aber am Ende ist die Therapeutin auch nur ein Mensch... und das erleichtert es wieder für mich, wißt Ihr? Ich wollte keinem Übermenschen von meinen Problemen berichten müssen :unterwerf:

Euch allen einen lieben Dank für Euer Interesse!

Pia

muggl
07.09.2006, 11:37
Hilfe! *nach luft japs*
Zu USA's Bericht kann ich nur meinen eigenen eigentlich halb im Scherz gemeinten Kommentar "Es gehen ja nachgewiesen besonders oft Menschen in die Psychologie, die selbst Hilfe bräuchten *ketz*, hihi. *duck*" von oben - diesmal ernsthaft - wiederholen.
Sonst fehlen mir dazu die Worte.
Dein Schluss scheint da der einzig richtige. War sollst Du Deine Zeit, Nerven und Engerie (...und das Geld Deiner Krankenkasse, hihi) an so einem verschwenden! Es gibt sehr viele gute andere Psychologen da draußen.

Pia,

also, dann sieht es wohl so aus, dass Du - wenn Du bei der Therapeutin so gerne bleiben möchtest - Dich besser nicht mehr über diese Störungen aufregst und sie hinnimmst, was? Sonst hört das ja nie auf! ... Hihi, vielleicht ist DAS dann ein therapeutischer Effekt, dass Deine Ärger-Schwelle beträchtlich gestiegen ist...! (Ich höre Deine Therapeutin jubeln: "Wahnsinn, ich habe so lange durchgehalten und es geschafft, dass sie sich nicht mehr über mich aufregt!!" (c; So gesehen, gehört es vielleicht doch zur Therapie...)

Das mit dem "Übermenschen" ist sehr schwarz weiß gemalt.
Dass jemand sich respektvoll und professionell verhält, ist bei Leibe nichts "Übermenschliches", sondern das nur Mindeste was man erwarten kann.
Wie ich ja oben erzählt habe, machen auch "professionellere" Psychologen mal Fehler, sind dann aber in der Lage, sich und anderen diese einzugestehen und daraus zu lernen. Sie sind deswegen doch keine "Übermenschen"! Sondern einfach sehr angenehmere Zeitgenossen. Es ist schade, dass Du nicht an so jemand geraten bist.

Und offensichtlich benimmt sich ja eher Deine Therapeutin als wäre sie jemand, der keine Fehler macht (Stichwort 'Übermensch'), und wälzt alles auf Deine Schuld, Deine niedrige Reizschwelle ab. Die Entschuldigung und das Mitgefühl für sie, legst dann DU Dir zurecht. Verkehrte Welt.

Dass er Dich versteht, "durchschaut" und in der Lage ist Deine "wirren Gedanken" zu sortieren, sollte bei jedem halbwegs ausgebildeten Therapeuten der Fall sein.
(Oke, bis auf vielleicht bei dem Knallkopf von USA, hihi.)

Alles Liebe!

Muggl