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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?



robberta
28.05.2012, 14:49
Mich würde mal interessieren, ob der Schritt "Wir/Ich kaufen/bauen jetzt" für euch auch immer emotional bedeutet hat, dass ihr dort, wo ihr baut/kauft auch für immer bleiben wollt? War das für euch ein Schritt, der euren Wohnsitz meinetwegen die nächsten 30 bis 40 Jahre bestimmt? Konntet ihr das so einfach?

Natürlich ist mir klar, dass das auch immer von der beruflichen Situation abhängt, aber ich stelle es mir für mich selbst sehr schwer vor mit Anfang/Mitte 30 schon zu bestimmen, wo ich vielleicht immer wohnen würde. Daher hatte ich auch immer gedacht, es dürfte ja auch nicht so schwer sein, etwas zu kaufen und dann einfach - bei Lust und Bedarf - 10 Jahre später wieder zu verkaufen. Bis eine Freundin letztens meinte nee nee, so würde ja bestimmt keiner denken, der kauft/baut, da würde jeder damit rechnen, er bleibe dort einfach für immer. Ist es wirklich so unrealistisch, wieder zu verkaufen? Hängt sicherlich immer vom Objekt und der Lage auf dem Immobilienmarkt ab, aber ich dachte jedenfalls immer, im schlimmsten Fall muss man dann eben mal 1 Jahr warten bis sich ein Käufer gefunden hat. Sie meinte aber, wer so denkt, der wohne am besten immer zur Miete. (Was für uns jetzt natürlich aufgrund des wirtschaftlichen Idiotie gar keine dauerhafte Lösung wäre. Fühlt sich einfach an wie Geld zu verbrennen)

Schussel
28.05.2012, 15:09
Ich denke nicht, dass es für immer sein muss. Ich habe vor 4 Jahren meine Eigentumswohnung verkauft und wir haben uns ein Haus gekauft. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, werden wir vielleicht eine Wohnung in der Innenstadt kaufen. Mal schaun.

Ich denke Immobilien kann man verkaufen, wenn die Lage stimmt. In guter Lage geht fast alles weg.

Reduktion
28.05.2012, 15:15
Nö, ich fühle mich nicht gebunden.

Nellifer
28.05.2012, 15:44
Ja ja, der typisch deutsche Traum vom Eigenheim.

Wie sagte eine Freundin nach dem Einzug ins über Jahre fast selbst gebaute Haus: Da kriegen sie mich nur mit den Füßen voran wieder raus... :unterwerf:

Für mich ist ein Haus eine Wohnstätte, in der ich mich möglichst wohl fühlen möchte, und die zu meiner aktuellen Lebenssituation passen muss. Passt eines von beiden nicht mehr, suche ich mir eine neue Bleibe.

Gebaut habe ich mit Anfang Dreißig, vor einigen Jahren wurde das Haus zu klein.
Also wurde es vermietet, und wir haben uns an einem für die Tochter schulisch günstigen Ort ein größeres Haus gekauft. Ein Jahr später hat es sich ergeben, für unsere Firma ein Objekt in der Nähe zu erwerben.

Wenn das Kind die Schule abgeschlossen hat aus und dem Haus ist, werden wir das große Haus verkaufen und eventuell ein kleineres Haus im Bauhaus-Stil bauen. Oder nach Hamburg gehen und eine Wohnung mit Blick auf den Hafen kaufen. Kommt darauf an, wie es dann mit der Firma ausschaut, aber die können wir auch von überall aus führen.
Wir sind da überaus flexibel.

Emotionale Bindungen an Stein und Beton habe ich nicht.
Allerdings werde ich auch nie in die Verlegenheit kommen, eine über Jahrhunderte in Familienbesitz befindliche stilvolle Villa zu erben. Wer weiß, wie es mir dann ginge :smirksmile:

Malina70
28.05.2012, 17:23
Hallo robberta,

die meisten Leute, die ich kenne, kaufen schon mit dem Blick auf die Ewigkeit. Ich glaube, in Deutschland ist das, anders als in anderen Ländern, noch recht weit verbreitet. Ein Verkauf kann sich, gerade wenn die Immobilie noch hoch mit Schulden belastet ist, schnell zum Verlustgeschäft ausweiten, was sicher auch viele abschreckt.

Für mich war klar, ich würde nur kaufen, wenn ich mir grundsätzlich vorstellen kann, dort auch bis ans Lebensende zu bleiben. Ob das Leben dann so mitspielt, steht auf einem anderen Blatt. Aber grundsätzlich wollte ich das Gefühl haben, ich kann, wenn ich will, bleiben, bis man mich mit den Füßen zuerst rausträgt.

Ob Mieten immer ungünstiger ist als Kaufen steht auf einem anderen Blatt. Auch beim Kauf geht viel Geld auf Nimmerwiedersehen flöten (Kaufnebenkosten, Zinsen für Kredit, etc.), und man bindet recht viel Geld in eine Geldanlage, so dass für alternative Geldanlagen oft nicht mehr viel da ist. Ob das ökonomisch immer sinnvoll ist, ist schon fraglich. Ich glaube, wenn man es ganz nüchtern durchrechnet, wird man oft zu dem Schluss kommen, dass Mieten günstiger ist, von der größeren Flexibilität ganz zu schweigen.

Aus diesen Gründe finde ich schon, dass es eben auch emotionale Gründe geben muss, die für einen Kauf sprechen. Und häufig ist es eben genau dieses hier-muss-ich-nie-mehr-raus-Gefüh, das viele zum Kauf bringt. Es gibt sicher Leute, die das ganz locker sehen und schon beim Kauf wissen, dass das wohl nicht für die Ewigkeit sein wird. Aber ich glaube, die meisten rechnen doch erst mal damit und lassen sich allenfalls von der eigenen Lebensdynamik eines Besseren belehren, was ja auch vollkommen legitim ist.

Gruß,

Malina

Laufrad
28.05.2012, 17:30
die meisten Leute, die ich kenne, kaufen schon mit dem Blick auf die Ewigkeit. Ich glaube, in Deutschland ist das, anders als in anderen Ländern, noch recht weit verbreitet.

Eine Ursache ist die Grunderwerbsteuer.

Inaktiver User
28.05.2012, 21:12
Hallo Robberta,
ich glaube, dass sich hierzu die Einstellung in den letzten Jahren stark geändert hat. Durch berufliche Mobilität, Trennungen, andere Lebenssituationen ist es durchaus üblich geworden, häufiger Häuser auch wieder zu verkaufen. Ich habe Freunde, die das seit Jahren praktizieren, es ist so eine Art Hobby von ihnen geworden. Und im Gegensatz zu gemieteten Objekten kann man sich im Eigenheim natürlich sehr gut ausleben.
Es kommt sicherlich auf den jeweiligen "Markt" an, aber ich persönlich habe vor Jahren schon mal ein Reihenhaus mit Gewinn verkauft und das von uns gebaute "Traumhaus" wird auch wieder verkauft werden wegen Trennung. So, wie ich den Markt einschätze, könnten wir auch hier mit Gewinn rauskommen...
Und niemand kann im vorhinein wissen, ob es nun wirklich Spaß macht, "für immer" irgendwo zu wohnen.

In der Eltern-Generation ist das dagegen noch weit verbreitet. Deshalb sieht man auch, wenn man Häuser besichtigt, öfter mal alleinstehende ältere Menschen in älteren Häusern mit großen Gärten, die die ganze Arbeit damit offensichtlich nicht schaffen können, es aber auch nicht schaffen, loszulassen.

Pia1976
28.05.2012, 22:23
Eine Ursache ist die Grunderwerbsteuer.Naja. 3,5-5% meist. Ist auch nicht mehr als der Ausgabenaufschlag bei nem Aktienfonds. Viel, ja, aber kein Grund ewig zu bleiben.

Wir haben von vorneherein so gekauft, dass wir a) auch gut in andere Städte in der Nähe pendeln könnten, wenn es arbeitsplatztechnisch nötig wäre, b) bei Bedarf vermieten können (mittelfristige Abwesenheit), c) bei Bedarf (langfristige Abwesenheit) verkaufen können. Also nicht zu individuell, in guter Lage. Trotzdem so, dass wir uns so wohlfühlen, dass wir auch bis ins hohe Alter hier wohnen könnten. Letzteres Wäre schön, ist aber unwahrscheinlich. Wir sind damit im Bekanntenkreis eher die Ausnahme.

Inaktiver User
28.05.2012, 23:21
Ich war gerade 30 als wir unser erstes Haus kauften. Das haben wir nach 5 Jahren verkauft und danach haben wir in einer anderen Stadt noch zweimal ein anderes Haus gekauft und wieder verkauft (Grund: Familienanpassung). Jetzt wohnen wir in einem Loft, den wir wahrscheinlich altershalber auch irgendwann wieder verkaufen werden (Wir glauben nämlich nicht daran, dass es das höchste Glück ist, in den eigenen vier Wänden zu sterben).

Das Verlassen meines Eigentums und das Eingewöhnen in ein neues ist mir jedes Mal sehr leicht gefallen. Aber das hat eher etwas mit der eigene Persönlichkeit zu tun, Ich kenne auch Leute, die stark an ihrer Bleibe hängen.
Ein generelles Problem ist allerdings, dass der Kauf von Wohnungseigentum in Deutschland sehr teuer ist (Notargebühren, Grunderwerbssteuer).

Inaktiver User
28.05.2012, 23:43
Ich denke, man sollte sein Herz weder an ein Haus genauso wenig wie an ein Auto hängen. Es kann so viele Gründe geben, weshalb man aus- oder ganz wegzieht. Und es kann immer ein Verlustgeschäft sein. Das weiß man vorher nicht. Wenn da nicht genug Luft ist, würde ich es lassen.

Mir war immer klar: Für ein Haus würde ich nicht in einem Job verharren, der mich unglücklich macht, und ich würde für ein Haus auch nicht jahrelang von Aldi leben, weil ich mir sonst nichts leisten kann.

Allerdings ist "Hausverkauf" schon eine recht, recht stressige Sache. Aber manchen Leuten scheint es echt Spaß zu machen, ein Haus zu kaufen, es komplett und aufwändig zu renovieren - und es dann wieder zu verkaufen. Naja, wer's mag...

wildwusel
29.05.2012, 00:45
Mich würde mal interessieren, ob der Schritt "Wir/Ich kaufen/bauen jetzt" für euch auch immer emotional bedeutet hat, dass ihr dort, wo ihr baut/kauft auch für immer bleiben wollt?

Wenn ich mir nicht sagen würde, "hey, ich kann die Bude auch wieder verkaufen und woanders hin, wenn es mir so paßt", würde ich Panikzustände kriegen bei dem Gedanken an etwas so teures und unbewegliches.

Es ist komisch wie wichtig es mir ist, wegzukönnen, wenn ich bedenke, wie "ortsfest" ich bin. Aber ich bin da ortsfest, wo ich nie sein wollte, daran liegt's wohl. Oder es ist wie mit der Katze, der egal ist auf welcher Seite der Tür sie ist, solange die Tür nur auf ist.

Malina70
29.05.2012, 06:44
Wenn ich mir nicht sagen würde, "hey, ich kann die Bude auch wieder verkaufen und woanders hin, wenn es mir so paßt", würde ich Panikzustände kriegen bei dem Gedanken an etwas so teures und unbewegliches.

Es ist komisch wie wichtig es mir ist, wegzukönnen, wenn ich bedenke, wie "ortsfest" ich bin. Aber ich bin da ortsfest, wo ich nie sein wollte, daran liegt's wohl. Oder es ist wie mit der Katze, der egal ist auf welcher Seite der Tür sie ist, solange die Tür nur auf ist.

Das kann ich auf der einen Seite total gut verstehen, weil ich auch einen starken Freiheitsdrang habe. Auf der anderen Seite habe ich aber auch einen nicht minder starken Hang zur Bequemlichkeit, weshalb ich mich auch viele Jahre nicht aufraffen konnte, an meiner Wohnsituation was zu ändern, obwohl mir meine alten Wohnung schon länger zu klein war. Und deshalb bin ich sehr froh bei dem Gedanken, dass ich theoretisch nicht mehr ausziehen müsste, will aber gleichzeitig auch wissen, dass ich könnte.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
29.05.2012, 08:32
Wenn ich mir nicht sagen würde, "hey, ich kann die Bude auch wieder verkaufen und woanders hin, wenn es mir so paßt", würde ich Panikzustände kriegen bei dem Gedanken an etwas so teures und unbewegliches.

Tja, wenn das immer so klappen würde .....

Meine Freundin mußte beruflich aus Hamburg weg + hätte zu dem Zeitpunkt weniger für ihr Haus bekommen, als sie 10 Jahre vorher bezahlt hat, trotz zahlreicher Investitionen.

Also vermietet.

Dann mal 2 Jahre Mietnomaden drin, die sie nur mühsamst rausklagen konnte, das Haus verhunzt.:knatsch:

Jetzt ist sie wieder dort eingezogen, obwohl ihr diese Gegend von Hamburg eigentlich nicht mehr zusagt ....

Na, danke.:knatsch:

Also, wenn schon kaufen, würde ich das auch nur mit der Vorstellung, da auch selber dauerhaft zu wohnen.

Inaktiver User
29.05.2012, 09:22
Ja ja, der typisch deutsche Traum vom Eigenheim. Der kann gar nicht so typisch deutsch sein. Wir haben eine deutlich niedrigere Eigenheimquote, als andere Länder. Wen es interessiert: Wohneigentum (http://de.wikipedia.org/wiki/Wohneigentum). Singapur ist besonders interessant ;- ) Der Unterschied zu anderen Ländern ist, dass bei uns noch das Denken vorherrscht, dass man einmal im Leben Eigentum erwirbt. Dies ist in anderen Ländern gänzlich anders. Meine niederländischen Freunde haben bis zum 50. Lebensjahr ca. 4 Häuser durch. Man fängt mit einem kleinen Häuschen recht früh an, verkauft es nach ein paar Jahren, hat dann endlich auch die Garage, die noch fehlte und so geht es weiter. Bei räumlich notwendigen Umzügen fällt der Verkauf deutlich leichter. Mental und vom Immobilienmarkt her, der in anderen Ländern aufgrund dieser Einstellung deutlich schwunghafter ist. In Deutschland wird immer gleich erzählt, wer verkauft, lebt entweder in Scheidung oder ist arbeitslos. Woanders heißt es "Der brauchte Tapetenwechsel".

Pia1976
29.05.2012, 09:32
Meine Freundin mußte beruflich aus Hamburg weg + hätte zu dem Zeitpunkt weniger für ihr Haus bekommen, als sie 10 Jahre vorher bezahlt hat, trotz zahlreicher Investitionen.

Am Sonntag war in der Zeitung ein Artikel darüber, dass viele Immobilienbesitzer den Wert ihrer Immobilie für deutlich höher halten, als der am Markt tatsächlich erzielbare Wert ist. Sie rechnen lt. Artikel in Gedanken meist Kaufpreis + Investitionen = neuer Preis. Das dem ein Wertverlust aus Abnutzung gegenübersteht und alle "individuellen" Investitionen schlecht bis gar nicht vergütet werden vergessen die meisten Eigentümer. Wenn der Markt Goldhähne und Marmorbäder gerade nicht mag, ist die "Investition" halt weg... Und Neubauten verlieren in den ersten Jahren (ähnlich wie ein neues Auto) eben auch recht viel an Wert, es sei denn, sie stehen in einer Boomregion.

Malina70
29.05.2012, 09:46
Am Sonntag war in der Zeitung ein Artikel darüber, dass viele Immobilienbesitzer den Wert ihrer Immobilie für deutlich höher halten, als der am Markt tatsächlich erzielbare Wert ist. Sie rechnen lt. Artikel in Gedanken meist Kaufpreis + Investitionen = neuer Preis. Das dem ein Wertverlust aus Abnutzung gegenübersteht und alle "individuellen" Investitionen schlecht bis gar nicht vergütet werden vergessen die meisten Eigentümer. Wenn der Markt Goldhähne und Marmorbäder gerade nicht mag, ist die "Investition" halt weg... Und Neubauten verlieren in den ersten Jahren (ähnlich wie ein neues Auto) eben auch recht viel an Wert, es sei denn, sie stehen in einer Boomregion.

Ich hab mal in einem Artikel zu dem Thema gelesen, dass das Haus selbst pro Jahr ein Prozent an Wert verliert und das Grundstück im Schnitt ein Prozent gewinnt. D.h. der Wert bleibt in Höhe des Kaufpreises einigermaßen konstant. Das sind natürlich Durchschnittwerte, die variieren können (je nach Lage und nach Investitione im Laufe der Zeit). Aber viele glauben tatsächlich, der Wert würde steigen im Laufe der Zeit und sind dann böse überrascht, was sie für ihr Eigenheim noch bekommen.

Und ich denke auch, dass der deutsche Markt relativ wenig in Bewegung ist im Vergleich zu anderen Ländern, weshalb man ja z.B. sehr kleine Wohnungen auch schlecht verkauft bekommt, weil keiner so was für die Ewigkeit will, während es anderswo halt der Einstieg ist.

Gruß,

Malina

Antje3
29.05.2012, 10:05
Definitiv nein - ich habe immer nach meinen derzeitigen Bedürfnissen gekauft - mit 20 mit einer 1ZKB Eigentumswohnung bekonnen - nach 5 Jahren eine 2 ZKB, dann als Paar eine 4 ZKB - nach der Trennung zum ersten mal in Miete für 7 Jahre in einer 2 ZKB Maisonette - und nun wieder der 4 ZKB Eigentumswohnung.

Meine Mutter hat sich nach Verwitwung auch leichten Herzens vom Haus zugunsten einer 3 ZKB Etagenwohnung mit Aufzug und Balkon getrennt - und ist jeden Tag dankbar, die mit einem Haus verbundene Arbeit nicht mehr zu haben - die einem nicht leichter fällt, je älter man wird.

Antje

Inaktiver User
29.05.2012, 10:24
Ja ich hab auch mal "für die Ewigkeit" gekauft - zusammen mit meinem Exmann.... Als ich mich trennte haben wir verkauft. Mit Verlust.

Nochmal? Mit Ehemann Nr. 2 - ja sicher. Auch für die Ewigkeit...

Ich bin da Optimistin. Wir wohnen jetzt zur Miete in einem Teil einer großen Villa mit eigenem Garten - eigentlich wollen wir da gar nicht wieder weg....

wildwusel
29.05.2012, 10:35
Also, wenn schon kaufen, würde ich das auch nur mit der Vorstellung, da auch selber dauerhaft zu wohnen.

Ehrlich, da verkauf ich lieber mit Verlust. Dennn was sind die Alternativen? Irgendwo wohnen, wo man es haßt? Sein soziales Umfeld aufgeben? Seine Familie aufgeben? Seinen Job aufgeben?

Die Möglichkeit, sich sein Leben so einzurichten, wie es einem paßt, Alternativen zu haben und wahrnehmen zu können, kostet Geld, und hat immer Geld gekostet. Das Geld nicht zu haben und als Gefangener der Umstände zu leben ist ein Elend. Das Geld zu haben und nicht willens sein es auszugeben, ist "selber schuld".

(Das ist jetzt nicht irgendwie gegen deine Freundin gerichtet -- man kommt immer wieder in Situationen, wo einem die Alternativen ausgehen, oder die momentan beste Lösung es langfristig nicht ist. Aber die Annahme, daß niemand Immobilien zur Selbernutzung kaufen sollte, solange nicht die Lebensplanung bis zum Umzug ins Pflegeheim festgelegt ist, erscheint mir unrealistisch.)


Am Sonntag war in der Zeitung ein Artikel darüber, dass viele Immobilienbesitzer den Wert ihrer Immobilie für deutlich höher halten, als der am Markt tatsächlich erzielbare Wert ist. Sie rechnen lt. Artikel in Gedanken meist Kaufpreis + Investitionen = neuer Preis.

Ich seh Investitionen vor allem als Werterhalt. Wenn ich sehe, was meine Mutter und mein Stiefvater in die Bude gesteckt haben, das ist fast nochmal der Kaufpreis des Hauses (womit der das vierte Mal bezahlt wäre, aber anderes Thema...), ansonsten wäre das nach 35 Jahren eine Bruch-Bude.

Hier in der Gegend seh ich öfters, daß noch gar nicht so alte Häuser abgerissen werden, weil das Grundstück ohne das Haus mehr wert ist. Das Haus dagegen ist oft nur eine Geld- und Energiesenke. Man sollte sich also auch bei Häusern nicht der Illusion hingeben, daß die Investition über hundert Jahre abzuschreiben ist...

Inaktiver User
29.05.2012, 10:53
Ehrlich, da verkauf ich lieber mit Verlust. Dennn was sind die Alternativen?

Zur Miete wohnen. :smirksmile:

Ich bin ja auch recht nomadisierend und nur notgedrungen nun an eine bestimmte Stadt gebunden (der Job meines Gatten ist nicht transferierbar). sonst würde ich schon garnicht mehr in D. wohnen.

Aber immer wieder eine Immobiloie losschlagen wäre mir echt zu riskant ..... Da geht es ja nicht nur um ein paar €, sondern ggf. um sechsstellige Summen, die man Verlust macht.:knatsch: Sowas habe ich nicht übrig.
Wenn man die Bude überhaupt los wird.


(Das ist jetzt nicht irgendwie gegen deine Freundin gerichtet -- jeder kann man in eine Situation kommen, wo ihm oder ihr die Alternativen ausgehen, oder die momentan beste Lösung es langfristig nicht ist. Aber die Annahme, daß niemand Immobilien zur Selbernutzung kaufen sollte, solange nicht die Lebensplanung bis zum Umzug ins Pflegeheim festgelegt ist, erscheint mir unrealistisch.)

Bei meiner Freundin schien das beim Kauf alles recht fix: Bombensicherer Job in einer der renommiertesten Hamburger Firmen etc
Aber dann wollte sie sich mit Mitte 40 noch mal beruflich verändern und das ging halt nicht in HH.

Ich seh da das Problem: In der Jugend - "reiferen Jugend" :freches grinsen:- ist man vielleicht noch umtriebig.

Wenn man älter und tatsächlich gesettelt ist, würde ich mein Geld lieber ausgeben, als irgendwem eine Immobolie zu hinterlassen.

Für das Alter könnte ich mir auch die Variante "Kleine Wohnung in Berlin als Sommerwohnsitz - überwintern im Süden oder Asien" vorstellen. Das paßt auch nicht mit meinen jetzigen Bedürfnissen - große Wohnung mit Homeoffice - überein.

Malina70
29.05.2012, 11:08
Aber immer wieder eine Immobiloie losschlagen wäre mir echt zu riskant ..... Da geht es ja nicht nur um ein paar €, sondern ggf. um sechsstellige Summen, die man Verlust macht.:knatsch: Sowas habe ich nicht übrig.
Wenn man die Bude überhaupt los wird.


Mir wäre das auch zu riskant, zumal man ja damit rechnen muss, dass man unter den potenziellen Käufern auch hauptsächlich auf Menschen trifft, die für die Ewigkeit kaufen und entsprechend anspruchsvoller sind als bei einer Mietwohnung. Und ob man dann immer den Preis bekommt, den man sich vorstellt, ist schon fraglich. Zumal man ja zwischenzeitlich auch schon einen ganzen Batzen Zinsen bezahlt hat, die man so nicht mehr rausholt.

Klar, im Notfall, wenn sich das Leben wider Erwarten doch anders entwickelt als gedacht, sollte ein Verkauf immer drin sein. Das sollte man m.E. auch beim Kauf bedenken und auf Wiederverkaufbarkeit achten. Aber von vornherein einplanen würde ich das nicht. Würde in den nächsten Jahren meine Wohnung aufgeben, würde ich wohl erst mal an meine Eltern vermieten. Wenn die nicht mehr leben, müsste ich halt schauen, ob ich fremd vermiete oder lieber doch verkaufe.

Gruß,

Malina

wildwusel
29.05.2012, 11:10
Zur Miete wohnen.

Das wäre eine Weggabelung weiter vorne. Wenn man die Bude erst mal am Bein hat, muß man auch irgendwas damit tun...

Nellifer
29.05.2012, 18:04
Der kann gar nicht so typisch deutsch sein. Wir haben eine deutlich niedrigere Eigenheimquote, als andere Länder.

Deswegen: Traum

Und der beinhaltet genau das, was Du sagst:


Der Unterschied zu anderen Ländern ist, dass bei uns noch das Denken vorherrscht, dass man einmal im Leben Eigentum erwirbt.

Eben, und das ist typisch deutsch...

Ich kenne ganz wenige, die ein Haus einfach als Wohnstätte oder als Wertanlage sehen.
Da werden unglaubliche Emotionen reingepackt, von wegen "endlich irgendwo ankommen", "irgendwo hingehören" oder auch "jetzt hab ich ein Haus, jetzt bin ich wer"; und leider wird manchmal auch deshalb das gesamte Leben einem Haus untergeordnet.

Malina70
29.05.2012, 18:13
Deswegen: Traum

Und der beinhaltet genau das, was Du sagst:



Eben, und das ist typisch deutsch...

Ich kenne ganz wenige, die ein Haus einfach als Wohnstätte oder als Wertanlage sehen.
Da werden unglaubliche Emotionen reingepackt, von wegen "endlich irgendwo ankommen", "irgendwo hingehören" oder auch "jetzt hab ich ein Haus, jetzt bin ich wer"; und leider wird manchmal auch deshalb das gesamte Leben einem Haus untergeordnet.

Naja, aber man muss der Fairness halber auch sagen, dass in vielen anderen Ländern Häuser deutlich billiger zu haben sind als hier, weil auch qualitativ minderwertiger (häufig ohne Keller, mit papierdünnen Wänden, keine Isolierglasfenster, etc.). Da kauft und verkauft es sich auch leichter, als wenn man sich hoch verschuldet. Hier wird eben auch für die Ewigkeit gebaut.

Und ich finde die Entscheidung, einem Haus ein paar andere Dinge unterzuordnen durchaus legitim, wenn man unterm Strich mit seiner Entscheidung glücklich ist. Es muss ja nicht jeder diese Entscheidung treffen, und es gab ja auch hier im Strang Beispiele von Leuten, die ihre Wohnungen wieder verkauft und neue gekauft haben. Es ist ja durchaus möglich, wenn auch nicht unbedingt der Regelfall.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
29.05.2012, 18:19
Hier wird eben auch für die Ewigkeit gebaut.Wurde es mal. Von den Häusern, die heute verwechselbar hochgezogen werden und mit diesen unsäglichen Dämmplatten versehen werden, wird sicher keins "ewig" stehen.

Inaktiver User
29.05.2012, 18:20
Mir wäre das auch zu riskant, zumal man ja damit rechnen muss, dass man unter den potenziellen Käufern auch hauptsächlich auf Menschen trifft, die für die Ewigkeit kaufen und entsprechend anspruchsvoller sind als bei einer Mietwohnung. Ist man in einer Mietwohnung wirklich anspruchsloser? Ich war es nicht. Eher beim Eigenheim. Weil ich dies umgestalten kann, wie ich möchte. Die Mietwohnung muss die Wände schon dort haben, wo ich sie haben möchte. Und bei den Mieten, die ich teilweise bezahlt habe, erwarte ich auch Entsprechendes.

Malina70
29.05.2012, 18:26
Wurde es mal. Von den Häusern, die heute verwechselbar hochgezogen werden und mit diesen unsäglichen Dämmplatten versehen werden, wird sicher keins "ewig" stehen.

Die aber im internationalen Vergleich immer noch vergleichsweise hochwertig sind.


Ist man in einer Mietwohnung wirklich anspruchsloser? Ich war es nicht. Eher beim Eigenheim. Weil ich dies umgestalten kann, wie ich möchte. Die Mietwohnung muss die Wände schon dort haben, wo ich sie haben möchte. Und bei den Mieten, die ich teilweise bezahlt habe, erwarte ich auch Entsprechendes.


Nicht jeder will ein Haus kaufen, das er erst noch komplett umbauen und sanieren muss. Mir war bei meinen Mietwohnungen immer die Lage und der Schnitt der Wohnung wichtig. Gut, allzu scheußlich sollten Fliesen und Sanitäranlagen auch nicht sein. Aber alles andere war mir vergleichsweise egal. Aber in einem Eigentum müsste entweder alles stimmen oder eben der Preis entsprechend niedrig sein, damit ich die notwendigen Umbauten noch machen lassen könnte. Und sehen die Eigentümer naturgemäß oft etwas anders, weil es ja ihr Geschmack war. Man hat beim Verkauf auf alle Fälle mehr Aufwand als beim bloßen Kündigen einer Mietwohnung. Und eben das Risiko, dass man bei weitem nicht bekommt, was man gerne hätte.

Gruß,

Malina

Nellifer
29.05.2012, 18:32
Und ich finde die Entscheidung, einem Haus ein paar andere Dinge unterzuordnen durchaus legitim, wenn man unterm Strich mit seiner Entscheidung glücklich ist.

Wenn es so ist, gar kein Thema.
Als ich damals gebaut habe, habe ich auch bewusst gewisse Einschränkungen in Kauf genommen, die mir nicht weh taten.

Ich kenne allerdings einige Leute, die eben nicht glücklich sind. Die in einem Haus verharren, obwohl sie es sich nicht leisten können und tatsächlich die Hälfte des Monats Tütensuppen und Nudeln ohne Soße essen, kein Auto mehr haben, obwohl das Haus in einem entlegenen Vorort steht, seit Jahren keine Kleidung oder auch nur mal ein Buch gekauft haben.
Furchtbar!
Oder eine Frau, die über 20 Jahre lang ein leerstehendes Haus weder verkaufte noch vermietete, damit "die Kinder" etwas zum Erben hatten. Als der Erbfall eintrat, war das Haus abrissreif und nur das Grundstück etwas wert (wenig, unbeliebte Lage...) - mit dem alten Haus aber lange unverkäuflich. Die Kinder hatten eine Menge Ärger damit!
Und die junge Familie, die mit den Eltern zusammen gebaut hat, weil sie sich alleine kein Haus hätte leisten können, und jetzt Probleme ohne Ende mit den Eltern hat, weil diese sich nun ständig in wirklich alles einmischen...

In allen drei Fällen hätte ich mich von der jeweiligen Hütte schon längst verabschiedet. Meinetwegen auch mit Verlust.

Malina70
29.05.2012, 18:40
Wenn es so ist, gar kein Thema.
Als ich damals gebaut habe, habe ich auch bewusst gewisse Einschränkungen in Kauf genommen, die mir nicht weh taten.

Ich kenne allerdings einige Leute, die eben nicht glücklich sind.

In allen drei Fällen hätte ich mich von der jeweiligen Hütte schon längst verabschiedet. Meinetwegen auch mit Verlust.

Ich kenne einen Fall, wo ich auch denke, die Entscheidung für ein Haus war eine Fehlentscheidung. Kinderloses Paar, das in einer Neubausiedlung ziemlich weit an der Peripherie (eingentlich mitten im Niemandsland zwischen zwei Städten) gebaut hat. Kaum Infrastruktur, weiter Weg zur Arbeit, auch kaum Nachbarschaftskontakte, da meist junge Familien und auch kein Interesse an Gartenarbeit oder überhaupt, sich im Garten aufzuhalten, da dieser zu einsehbar ist. Da wäre eine schöne Wohnung in Innenstadtlage sicher die bessere Entscheidung gewesen. Aber wer gesteht sich schon gerne ein, einen richtig großen Fehler gemacht zu haben? Nicht selten steckt ja auch noch Geld von hoffnungsvollen Eltern drin, die man auch nicht enttäuschen will, etc.

Aber ich sehe es auch so, dass ich mich von einer Immobilie nicht unglücklich machen lassen würde. Lieber verkaufen, notfalls auch mit Verlust.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
29.05.2012, 19:33
In allen drei Fällen hätte ich mich von der jeweiligen Hütte schon längst verabschiedet. Meinetwegen auch mit Verlust.Alle drei Fälle zeigen Überforderung, Dummheit, Lethargie, wie auch immer. Dies sollte aber nicht auf die Mehrheit der Immobilienbesitzer zutreffen. Es sind Einzelfälle, die man kennt.

Inaktiver User
29.05.2012, 19:44
Aber in einem Eigentum müsste entweder alles stimmen oder eben der Preis entsprechend niedrig sein, damit ich die notwendigen Umbauten noch machen lassen könnte. Oder die Lage so besonders sein, dass man eine solche Wohnlage nicht mehr so schnell bekommt. Gibt es auch. Vermutlich auch noch andere Möglichkeiten. Man kann Umbauten bzw. Renovierungen auch nach und nach abarbeiten, ist sicher auch nicht jedermanns Sache. Meine ist es nicht, z. B. für Renovierungen die Hypothek zu erweitern. Davon halte ich nun nichts. Von Komplettumbau war aber nicht die Rede ;- ) Das würde ich mir nicht antun. Wäre auch Unfug ein Objekt zu kaufen, das komplett umgebaut werden muss. Da würde man eher abreißen und das Grundstück nutzen, sofern das den Ausschlag gegeben hätte.

Inaktiver User
29.05.2012, 20:03
Ich persönlich finde das Gefühl angekommen zu sein, zuhause zu sein übrigens sehr wichtig. Ich halte es für legitim, einem Haus auch einen ideellen Wert zukommen zu lassen. Man muss ich diesen nur auf lange Sicht (!) leisten können. Kurzfristig können und sollten solche Gefühle dazu dienen, für ein Ziel (den Erhalt des Hauses) auch zu kämpfen. Das ist für mich wie eine Ehe. Erhaltenswert, aber nicht um jeden Preis. Beide haben ideelle Werte, das Zuhause und die Ehe. Und ich halte ideelle Werte im Leben für wichtig. Sie sind Ziele, für die man sich aufrafft und Eckpfeiler, die es zu bewahren gilt. Irgendwo setzen sie die Textmarken in unserem Leben. So falsch finde ich das nicht. Ich finde ein (gemeinsames) Zuhause und das damit verbundene Gefühl tatsächlich sehr wichtig. Das Gefühl des Angekommenseins kenne ich, ich hatte es erst beim zweiten Haus. Und seitdem jeden (!) Tag. In schwierigen Situationen hält mich das aufrecht und ich würde manchen anderen Menschen das Gefühl wünschen. Es gibt Stärke und man weiß, wofür man arbeitet. Mit diesem Gefühl bin ich glaube ich zufriedener und glücklicher, als manch andere. Ich akzeptiere aber auch, dass für andere eine tolle Mietwohnung das Angekommensein bedeuten kann. Hauptsache, man kennt dieses Gefühl. Ich halte es für Ausgeglichenheit und Zufriedenheit für unumgänglich. Ob man das in einer Fernreise, dem Ungebundensein, einem Haus oder einem Superauto findet, ist mir persönlich egal. Hauptsache, man findet es.

coffeejunkie
29.05.2012, 21:17
Nothing is forever. Jede Immobilie kann auch wieder verkauft werden. Ob man das dann mit Gewinn oder Verlust macht, entscheidet sich schon beim Kauf (Lage, Lage, Lage).
Trotzdem würde ich nur dann eine Immobilien erwerben, wenn ich vorhabe, sie zumindest auf längere Sicht, sagen wir 10 - 15 Jahre, zu bewohnen.
Wer es sich locker leisten kann, vielleicht mit Hilfe der Eltern oder einer Erbschaft, der hat eine schöne recht sichere Geldanlage, die auch noch dieses "MEIN Haus und hier kann mir keiner reinreden"- Gefühl vermittelt. Von dem Gedanken, dass das jetzt "FÜR IMMER" ist, würde ich mich nicht verrückt machen lassen.
Wer sich absolut krummlegen muss und zwanzig Jahre nicht in Urlaub fahren kann, der hat sich meiner Meinung nach keinen Gefallen getan. Die Freude am neuen Haus erlahmt mit den Jahren dann doch etwas und der Frust schleicht sich ein, weil es nie reicht für eine schicke Klamotte, Essen gehen oder eine Reise nach Honolulu.

Malina70
30.05.2012, 06:53
Ich persönlich finde das Gefühl angekommen zu sein, zuhause zu sein übrigens sehr wichtig. Ich halte es für legitim, einem Haus auch einen ideellen Wert zukommen zu lassen.

Das sehe ich auch so. Und es mag schon so sein, dass das Gefühl in einem Wohneigentum noch mal etwas stärker ausgeprägt ist. In meiner letzten Mietwohnung hatte ich es aber durchaus auch für einige Jahre, bis sie mir letztlich zu klein wurde und mir die Lage auch nicht mehr behagte, weil sich drumherum vieles geändert hatte. Ich hoffe sehr, dass meine neuen gekaufte Wohnung nun endgültig mein Hafen ist, und die Chancen stehen dafür nicht schlecht. Aber ich weiß auch, dass die Wohnung alleine das Gefühl angekommen zu sein noch nicht vermitteln kann. Sie ist allenfalls ein Teil, das dazu beiträgt. Man kann sich auch in der perfekten Wohnung einsam und fehl am Platze fühlen, wenn das Drumherum nicht stimmt.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
30.05.2012, 08:31
Bis Mitte 30 waren wir eher Nomaden - wir sind häufig umgezogen, haben dabei aber längst nicht immer zur Miete gewohnt. Merke: auch Eigentum kann man veräussern, oder eben vermieten.

Mitte 30 haben wir dann ein altes Haus gekauft, und gemäss unserer Vorstellungen von Grund auf saniert. Wir dachten dabei ganz sicher nicht an "Ewigkeit", aber wir brachten uns voll ein, konnten kreativ sein, und unseren Spass daran, Wohnraum zu gestalten, ausleben. Unser Zuhause ist etwas ganz Besonderes geworden, es ist eigentlich gar keine Immobilie, es lebt und verwächst mit uns. Hier habe ich erfahren, wie es sich anfühlt räumlich anzukommen, Wurzeln zu schlagen, und sich auch räumlich wirklich zuhause zu fühlen. Für mich hat dieses Haus etwas Magisches, so, als ob wir synchron atmeten. Ich lebe hier, aber das Haus lebt auch, es hat mich aufgenommen in seine Geschichte (es hat ja eine viel längere als ich), und ich bin Teil von ihm geworden.

Dieses Besondere scheint auch für andere spürbar zu sein.

Uns war und ist klar, dass wir das, was wir hier investiert haben und investieren, nie wieder realisieren werden. Darum geht es aber auch gar nicht. Wir finden es normal, dass man, wenn man "Zuhause" einen Wert beimisst, auch etwas einbringt, das sich eben nicht amortisiert - das tut man bei einer Mietwohnung ja auch, man zahlt nur für die Nutzung, den Gewinn verbucht der Vermieter, dem die Wohnung gehört.

Für mich war und ist dieses Haus Freiheit - hier konnte ich buchstäblich schaffen und gestalten, auf eine Weise, die mir eine ETW nie ermöglichen würde. Und auch kein Neubau - dem fehlt der Charakter dieses alten Gemäuers, und damit in gewisser Weise die eigene Persönlichkeit. Für mich machte und macht den Charme des Ganzen aus, diese Persönlichkeit, den Geist des Hauses mit unserem Sein verschmelzen zu lassen. Und auch wenn es sich seltsam liest: Ich habe das deutliche Gefühl, dass das Haus das "zu schätzen weiss" und uns irgendwie assimiliert.

Vor ein paar Jahren dachten wir: Ach, Stadt wäre auch mal wieder schön. Wir mieteten eine riesige Wohnung (wir brauchen Platz) im Rohbau, entwarfen Pläne für ihren Ausbau, der Vermieter fand unsere Ideen klasse, und so wurden wir Bauleiter für eine Immobilie, die uns gar nicht gehörte, und konnten da auch wieder kreativ sein. Die Wohnung ist super geworden, ein echtes Juwel, und mitten in einer der grössten Städte Deutschlands gelegen.

Tja - nur sind wir eben keine Stadtmenschen mehr. Zuhause sind wir hier in unserem Haus, da haben wir offenbar Wurzeln geschlagen. Über die tolle Wohnung, auch zu 100% "wir", freut sich inzwischen ein anderer Mensch. Der Vermieter hat das gesamte Haus veräussert, und der neue Käufer sah die Wohnung, und zog direkt in "unsere" Ideen ein, obwohl er bereits ein schönes Haus bewohnte. Im nächsten Leben werden wir definitiv Architekten :freches grinsen:.

Hier in meinem Zuhause bin ich sogar zur Gärtnerin geworden. Auch den (Bio)Garten habe ich - Anfängerin, Null Peilung - letztlich selbst geschaffen, gestaltet, und auch der wandelt sich konstant, er lebt und atmet, und gibt vielen Insekten und Vögeln eine Heimat.

Ja, eines Tages könnte das hier zu gross, zu viel für uns werden. Vielleicht kaufen wir uns dann entsprechende Hilfen ein, bauen nochmal um, vielleicht ziehen wir doch wieder in die Stadt - niemand kann das wissen, und wir machen uns darum keinen Kopf. Zur rechten Zeit werden wir, wird jeder von uns die für ihn richtige Entscheidung treffen.

Letztlich habe ich in und durch dieses Haus, das es uns nicht immer leicht gemacht hat, auch gelernt, mich dem Leben anzuvertrauen. Es ist, wie gesagt, ein besonderes Haus mit einer besonderen Seele. Jeder, der hier zu Besuch ist, oder arbeitet, spürt das irgendwie. Es versucht gar nicht, Dich fest zu halten, es lässt Dich sein, und los - und gerade deshalb konnte es für mich Heimat werden.

Ich liebe auch den Ort, in dem es steht. Es ist auch ein besonderer Ort, mit einem ganz eigenen Zauber. Ich höre immer wieder, wie Menschen - Besucher, Neubürger - das zögerlich zwar, und etwas erstaunt darüber, so zu sprechen, äussern. Kürzlich sagte jemand: Dieses Dorf fühlt sich so an, als habe hier Gott seinen Finger auf die Erde gelegt, und ein magisches Tal hinterlassen. Es ist ein guter Ort.

Genau so empfinde ich das auch. Kommt man hierher, fährt man, egal aus welcher Richtung, hinunter ins Tal, hat einen überwältigenden Blick auf Wälder und Felder, und - tja, langsam wird es langweilig, aber so ist es nun einmal: Man kommt nach Hause.

Und obwohl es hier richtig ländlich ist, bin ich in wenigen Minuten auf der Autobahn, und habe 2 ICE Bahnhöfe, die ich binnen 15 Minuten mit dem Auto erreichen kann. Ich bin also auch noch auf interessante Art irgendwie mittendrin, obwohl ich doch ausserhalb lebe.

Für immer ist gar nicht die Frage, die ich mir stelle. Für jetzt - das reicht vollkommen, immer wieder :smile:.

Malina70
30.05.2012, 08:56
Hallo chironex_fleckeri,

schöne Geschichte :blumengabe:. Das ist natürlich Verwurzeln auf höchstem Niveau, was sicher nur sehr wenigen Menschen auf diese Weise geschenkt ist.

Aber ich denke, es geht auch auf weniger tiefe Weise und doch in einem ähnlichen Geist. Meine Wohnung ist in einem Neubau. Aber schon als ich den ersten Bauabschnitt sah und bis dato überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet habe, zurück in meine Heimatstadt zu ziehen oder Eigentum zu erwerben, habe ich mich spontan verliebt und gewusst, wenn Eigentum, dann nur dort. Ich habe mich für den zweiten Bauabschnitt vormerken lassen und ein dreiviertel Jahr später dann gekauft, als nur grüne Wiese zu sehen war. Es war schon schön, den Baufortschritt zu beobachten, den Rohbau erstmals zu besichtigen, die Innenausstattung festzulegen. Alles relativ unspektakulär verglichen mit der Sanierung eines alten Hauses, aber eben doch dazu angetan ein tieferes Gefühl von "meins" entstehen zu lassen, als es bei einer Mietwohnung oder einer Bestandsimmobilie, in die man einfach einzieht, der Fall ist. Von der ersten Idee bis zum Einzug sind zweieinhalb Jahre vergangen, und diese Zeit prägt einen schon auf die neue Wohnung. Ich kann immer noch kaum glauben, dass ich nun wirklich da wohne und fühle mich wie die Königin von England, wenn ich abends heimkomme. Ich möchte die Wohnung auch noch segnen lassen, damit auf ihr ein Segen liegt, auch für andere, die mich dort besuchen. Gleichzeitig möchte ich aber auch innerlich unabhängig genug bleiben, dass ich die Wohnung wieder aufgeben könnte, wenn die Umstände es ratsam erscheinen lassen. Ich finde eine gewisse Spannung zwischen Anhaften und Nicht-Anhaften sehr schön.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
30.05.2012, 09:31
Ist man in einer Mietwohnung wirklich anspruchsloser? Ich war es nicht. Eher beim Eigenheim. Weil ich dies umgestalten kann, wie ich möchte. Die Mietwohnung muss die Wände schon dort haben, wo ich sie haben möchte. Und bei den Mieten, die ich teilweise bezahlt habe, erwarte ich auch Entsprechendes.

Ich würde bei einer Mietwohnung schon Abstriche machen.

Speziell was Aufzug etc angeht - der kann fehlen, da ich im Bedarfsfall - Hüfte hinüber o.Ä. - auch schnell wieder ausziehen kann. Würde ich bei ner Eigentumswohnung nicht wollen.

Eine Eigentumswohnung müßte auch eine Terrasse und ein Gäste-WC haben - beides hat meine gegenwärtige Wohnung nicht.

Kurzum: Zum Wohnen reichen 90 %, bei Wohnungsmangel auch 80 %. Bei Eigentum müßten es schon 98 % sein.

Inaktiver User
30.05.2012, 09:51
Jetzt weiß ich, warum Du nicht eigentumkompatibel bist bzw. andere im Eigentum aufatmen. Bei Dir klingt das Umziehen nach "Ich ziehe mal eben flott um". Ich empfinde Umzüge als aufreibend, nervend, belastend und sicher nichts, was ich mal eben so mache. Und auch als nichts, was ich unbedingt häufiger haben muss. Insofern bedeutet Eigentum für mich das positive Bleiben, hier kann, nicht muss ich, vorerst bleiben.

Fender
30.05.2012, 10:23
Wurde es mal. Von den Häusern, die heute verwechselbar hochgezogen werden und mit diesen unsäglichen Dämmplatten versehen werden, wird sicher keins "ewig" stehen.

Na ja, hier in der Stadt gibt's auch wenig Häuser, die älter als 200 Jahre sind. Und das hat weniger mit dem Krieg zu tun, als mit dem Umstand, dass wirklich nur noch wenige Menschen in kalten, zugigen Feldsteinhäusern mit zentraler Feuerstelle wohnen wollen...

Und diese "unsäglichen" Dämmplatten an unserer Fassade sparen tatsächlich nicht unerheblich Energie, wie ich diesen Winter feststellen konnte.

Sei es aber, wie es sei, uns war beim Kauf jedenfalls klar, dass wir nicht "für immer" bleiben werden.
Schon "für lange", aber wenn der Palast in 20 Jahren abgezahlt ist, werden wir ihn voraussichtlich verkaufen und Deutschland verlassen.

Ich glaube zudem, dass die "Globalisierung" auch bei den Immobilien in Deutschland Einzug halten und der Gedanke des Kaufs für die Ewigkeit zurückgedrängt wird.

Inaktiver User
30.05.2012, 10:25
Bei Dir klingt das Umziehen nach "Ich ziehe mal eben flott um". Ich empfinde Umzüge als aufreibend, nervend, belastend und sicher nichts, was ich mal eben so mache. Und auch als nichts, was ich unbedingt häufiger haben muss.

Ich ziehe jetzt auch nicht dauernd um ..... :freches grinsen:
Aber Du hast recht: Wenn das nicht so'n Aufwand wäre mit packen und tralala, würde ich das schon öfter machen. Ich finde eine neue Wohnung nämlich auch spannend.

Einmal habe ich einen wohnungsmäßigen Fehlgriff getan, und da wäre ich allerdings auch sofort, binnen 3 Monaten wieder ausgezogen, wäre es gegangen (Ich hatte leider eine Mindest-Mietdauer von 1 Jahr). Da kenne ich nix.

Ein "Heimatgefühl" macht sich für mich an meinen Katzen, meinen Bildern, meinem Gründerzeit-Schminktisch, meinem Vertiko etc fest. Die könnte ich morgen in einem Thai-Häuschen in Bangkok aufstellen und ich würde mich heimisch fühlen.

Chironex' Bericht hier liest sich nett ..... Aber für mich wäre das echt quite contrary von dem, was ich mir wünschen würde .... Ewig an so nem Haus rumpuzzeln .... Nix für mich.:smirksmile:

Malina70
30.05.2012, 10:41
Ich ziehe jetzt auch nicht dauernd um ..... :freches grinsen:
Aber Du hast recht: Wenn das nicht so'n Aufwand wäre mit packen und tralala, würde ich das schon öfter machen. Ich finde eine neue Wohnung nämlich auch spannend.

Einmal habe ich einen wohnungsmäßigen Fehlgriff getan, und da wäre ich allerdings auch sofort, binnen 3 Monaten wieder ausgezogen, wäre es gegangen (Ich hatte leider eine Mindest-Mietdauer von 1 Jahr). Da kenne ich nix.

Ein "Heimatgefühl" macht sich für mich an meinen Katzen, meinen Bildern, meinem Gründerzeit-Schminktisch, meinem Vertiko etc fest. Die könnte ich morgen in einem Thai-Häuschen in Bangkok aufstellen und ich würde mich heimisch fühlen.

Chironex' Bericht hier liest sich nett ..... Aber für mich wäre das echt quite contrary von dem, was ich mir wünschen würde .... Ewig an so nem Haus rumpuzzeln .... Nix für mich.:smirksmile:

Wenn ich mir meine Umzugs-to-do-Liste so anschaue, dann weiß ich, dass ich das so schnell nicht wieder brauche. Aber ich bin auch von meinem Naturell eher eher sesshaft. Eine Freundin von mir ist von Anfang 20 bis Anfang 30 neunmal umgezogen, wobei da auch ein paar männerbedingte Umzüge bei waren (hin zu und weg von). Das wär auch in dem Alter und mit noch überschaubarem Besitz nix für mich gewesen.

Im Ausland hab ich in einer möblierten Wohnung gewohnt (Original 50er Jahre in der scheußlichen Variante). Da hab ich mir mein Heimatgefühl mit Hilfe zweier Ivar-Regale und einiger Deko geschaffen. Ging auch, und als ich ausgezogen bin, hab ich durchaus ein Tränchen verkniffen, weil mir die Wohnung ans Herz gewachsen war (aber wohl mehr noch die Stadt). Aber trotzdem kein Vergleich zu jetzt, wo ich eine andere Qualität von Heimat empfinde.

Jahrelang selbst an einem Haus zu bauen, könnte ich mir allerdings auch nur schwer vorstellen. Dafür bin ich auch zu ungeduldig. Ich mag dem Thema Wohnen immer nur sehr temporär Raum in meinem Leben geben, dann müssen wieder andere Dinge in den Vordergrund treten.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
30.05.2012, 11:00
Wenn ich mir meine Umzugs-to-do-Liste so anschaue, dann weiß ich, dass ich das so schnell nicht wieder brauche.

Ich bin halt Projektmanagerin, da nennt man sowas Challenges´und dreht erst richtig auf :freches grinsen::smirksmile:

Was ich an Umzügen sehr schätze, ist, das man ordentlich Ballast los wird, d.h., weg wirft. Das finde ich FengShui mäßig sehr befreiend.
Ich bin zwar so auch nicht der Horter, aber ein Umzug ist dann stets noch ein besonderer Einschnitt.:smirksmile:

Inaktiver User
30.05.2012, 11:04
Das ist wohl ein gravierender Unterschied - ich ziehe mit dem ganzen Mist um, weil ich vorher keine Zeit habe zu entsorgen und das immer hinterher machen will. Da fällt mir gerade ein, dass noch 4 Kartons im Keller stehen. Vom letzten Umzug vor 4 Jahren. Eigentlich könnte ich die ungesehen entsorgen, ich vermisse wohl nicht, was drin ist. Aber irgendwie kann ich so etwas nicht. So jemand hat den Keller erfunden.

Malina70
30.05.2012, 11:09
Ich bin halt Projektmanagerin, da nennt man sowas Challenges´und dreht erst richtig auf :freches grinsen::smirksmile:


Das Planen fand ich noch ganz spannend, und darin bin ich auch ganz gut. Aber dann fehlt mir das Team für die Umsetzung :freches grinsen:. Ich hätte am liebsten jemandem meine Planung in die Hand gedrückt und gesagt: bitte so machen. Und dann wäre ich am Einzugstag einfach in die neue Wohnung spaziert.
Aber es hat immerhin alles reibungslos und genau nach Plan geklappt. Das Ausmisten fand ich auch ganz befreiend. Aus diesem Grund müsste man wirklich öfter mal umziehen...

Gruß,

Malina

wildwusel
30.05.2012, 11:35
Bei Umzügen habe ich wirklich schon alles erlebt.

Ich freu mich eigentlich auf meinen. Erstens ist Entrümpeln so befreiend, und zweitens, alles was mitkommt ist schön und nützlich. Und es haben sich schon alle Freunde zu helfen und feiern angesagt. :lachen:

Jetzt mit dem Eigentum werde ich ein paar Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, die mir mir wichtig genug sind, um dafür Geld hinzulegen, aber nicht wichtig genug, um sie nach ein paar Jahren wieder wegmachen zu müssen. So gesehen ist das schon eine ein wenig andere Haltung. Wahrscheinlich habe ich immer noch Angst, daß mich jemand anschreit, wenn ich Löcher in seine Wand mache. (Traumatisches Erlebnis im Kindergarten :freches grinsen:).

Inaktiver User
30.05.2012, 12:33
Umzüge schrecken mich kein bisschen. Darin habe ich aber auch jede Menge Übung - ich bin bisher 13 Mal umgezogen, horte / sammle nicht, und kann gut los lassen.

Das "Puzzlen" heisst im übrigen nicht, dass wir hier in irgendeiner Weise unfertig leben würden, oder alles selbst machten. Wir haben die Ideen - das Handwerkliche übernehmen wir nur, wenn wir das auch leisten können und wollen, ansonsten vergeben wir entsprechende Aufträge.

Es ist jederzeit wohnlich, gemütlich, einladend, und natürlich habe ich über die Jahre auch Stücke angesammelt, mit denen ich mich überall schnell heimisch fühlen könnte. Dennoch verändert sich immer mal wieder etwas, auch baulich. Beispielsweise haben wir im Herbst für die offenen Torbögen im Haus, die wir restauriert haben, gemeinsam mit einem Kunstschmied Eisentüren entworfen und bauen lassen - die sehen so aus, als seien sie hier schon immer gewesen. So verändert sich also immer mal wieder etwas, aber das hat nicht in dem Sinne, in dem ich es verstehe, mit "Puzzeln" zu tun - das wäre mir über Jahre ein zu unfertiger Zustand.

Inaktiver User
30.05.2012, 13:03
Das ist wohl ein gravierender Unterschied - ich ziehe mit dem ganzen Mist um, weil ich vorher keine Zeit habe zu entsorgen und das immer hinterher machen will.

Das ist natürlich die Hardcorevariante.:freches grinsen:

Letztens sind bei den "Auswanderern" Leute in ein Haus nach Italien gezogen (natürlich ohne Geld, Job oder Italienischkenntnisse) und hatten diverse Kartons entsorgten Kram dabei. Dafür hat die Spedition einige ihrer Besitztümer zurück gelassen, weil dafür im Wagen kein Platz mehr war.

Das warst micht zufällig Du ?:freches grinsen::smirksmile:


Eigentlich könnte ich die ungesehen entsorgen, ich vermisse wohl nicht, was drin ist. Aber irgendwie kann ich so etwas nicht. So jemand hat den Keller erfunden.

Keller sollte man verbieten.:freches grinsen:
Unserer ist eine Tropfsteinhöhle + was da lagert eh NIE mehr nutzbar. Ich würde ja einmal komplett von der BSR abfahren lassen, aber Mr. Lorelei weigert sich .... Er will partout nicht einsehen, das wir in einem nach Schimmel riechendem Zelt ganz bestimmt nicht mehr schlafen werden (davon ab, bevorzugen wir eh nette Hotels mit Mini-Bar etc pp :freches grinsen:). Aber solange ich aus der Wohnung weg werfen kann, soviel ich will, soll es mir recht sein, das er seinen "Hobbyraum" hat.

Eteterfon
30.05.2012, 16:53
Für mich/uns ist der Kauf der Wohnung (vor einigen Monaten) nicht für die Ewigkeit gedacht. Wir werden sie womöglich langfristig behalten, aber eher nicht langfristig selber drin wohnen. Vielleicht wohnen wir später wieder drin, wer weiß... Uns hat die aktuelle Zinssituation und die Frage, wo wir einen Teil unseres Geldes sinnvoll anlegen (neben Aktien und Tagesgeld), bewogen, was zu kaufen. Damit haben wir uns aber 1,5 Jahre Zeit gelassen - erst dann kam ein Objekt daher, das uns von der Lage ideal erschien und preislich nicht völlig überzogen war. Aktuell wohnen wir drin und sind sehr zufrieden. Insofern hoffe ich doch, dass es uns nicht soooo bald wieder wo anders hin verschlägt, aber das weiß man nie...

Inaktiver User
31.05.2012, 15:55
Ich hab jetzt auch mal nachgezählt. Bin in den letzten 20 Jahren 9 mal umgezogen und habe gerade ein Haus gekauft. Das ist eine durchschnittliche Verweildauer von 2 Jahren. Grund waren immer Männer oder Jobs. Heute bin ich verheiratet und selbständig.

Wenn ich wieder umziehen müsste, dann vermiete ich die Kiste einfach. Die Finanzierung haben wir so gewählt, dass die Belastung einer normalen Miete entsprächen.

Umziehen finde ich auch nicht schlimm. Die Schlepperei nervt, aber wir leben auch minimalistisch. Kein unnützer Schnickschnack oder Dekomüll, keine vollen Keller. Entrümpeln macht echt frei.

Inaktiver User
04.06.2012, 09:32
Ich denke Immobilien kann man verkaufen, wenn die Lage stimmt. In guter Lage geht fast alles weg.

Auch meine Eltern z.B. leben nicht mehr in ihrem selbstgebauten Haus. Sie haben zu dem Zeitpunkt ihr Traumhaus gebaut. Es zog sie dann aber nach einigen Jahren doch weiter auf's Land. Das Haus wurde dann eben verkauft. Ursprünglich dachen sie aber schon, dass sie "für immer" in dem Haus bleiben würden. Aber man darf und kann seine Meinung ja ändern!

Wirklich Verlust haben sie zwar nicht gemacht (denn wie berechnet man Eigenleistung), aber für einen guten Preis haben sie es auch nicht verkauft bekommen. Es war zu groß und zu hochwertig für die Kleinstadtlage. Im Endeffekt haben sie nicht mehr dafür bekommen, als ein kleineres deutlich weniger exklusives Haus in selber Lage gekostet hätte.

Das muss man halt beim Bauen im Hinterkopf behalten: nicht alles verkauft sich in jeder Lage und Käufer sind nicht unbedingt bereit einen Aufpreis für teure bauliche Maßnahmen oder Ausbauten zu bezahlen, die einem selbst sehr viel Wert waren.


Ja ja, der typisch deutsche Traum vom Eigenheim.

Wie sagte eine Freundin nach dem Einzug ins über Jahre fast selbst gebaute Haus: Da kriegen sie mich nur mit den Füßen voran wieder raus... :unterwerf:

Warum muss man da Grimassen-Smilies hinter setzen? Wenn die Größe und die Lage vom Haus halbwegs passen - warum sollte sie nicht bis an ihr Lebensende dort wohnen bleiben bzw. wohnen bleiben wollen?

Ich versteh nicht, warum man meint solche Entscheidungen werten zu müssen.

Meins wäre es nicht. Ich bin schon oft international umgezogen. Da hätte Eigentum bisher auch einfach keinen Sinn gemacht. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass es nach dem nächsten Umzug Eigentum geben wird. Vielleicht aber auch nicht. Das wird auch daran liegen wie gut der Markt vor Ort wirklich ist und besonders eben auch daran, ob es gute (= für uns passende) Objekte gibt.

"Für immer" plane ich nichts. Dafür habe ich schon zu oft erlebt wie das Leben sich ändern kann. Ich würde also schon ein Auge darauf haben, ob ich (m)ein Haus mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne allzu große Verluste wieder verkaufen kann.

Sonderzeichen
05.06.2012, 12:20
Wurde es mal. Von den Häusern, die heute verwechselbar hochgezogen werden und mit diesen unsäglichen Dämmplatten versehen werden, wird sicher keins "ewig" stehen.

Warum? Die Dämmplatten ersetzen doch keine hochwertige Bausubstanz, sondern sie ergänzen sie. Es würde mich zumindest sehr wundern, wenn man in Deutschland dazu überginge, "Papphäuser" zu bauen, bei denen bereits absehbar ist, daß sie nicht ewig halten.

Inaktiver User
06.06.2012, 13:51
Für mich ist das kein Thema. Ich liebe meine Heimat und das Haus, in dem ich lebe. Ich schließe nicht aus, mal in ein anderes Haus zu ziehen. Wenn es meinen Bedürfnissen entspricht. Aber verkauft wird nicht.

wildwusel
06.06.2012, 15:29
Für mich ist das kein Thema. Ich liebe meine Heimat

Hab ich auch mal. :niedergeschmettert:
Habe vier Jahre mit dem Schicksal gehadert und mich dann damit abgefunden, daß nichts bleibt.

Inaktiver User
06.06.2012, 15:56
Hab ich auch mal. :niedergeschmettert:
Habe vier Jahre mit dem Schicksal gehadert und mich dann damit abgefunden, daß nichts bleibt.

Das tut mir leid. Ich habe allerdings das Glück, daß ich in einer strukturstarken Region lebe. Also gibt es genug Arbeitsplätze. Ich habe auch keine Ausbildung angestrebt, die mich aus meiner Heimat weggeführt hätte. Und was private Motive angeht, fand ich weit entfernt lebende schon immer unsexy :freches grinsen:

Inaktiver User
07.06.2012, 09:37
Warum? Die Dämmplatten ersetzen doch keine hochwertige Bausubstanz, sondern sie ergänzen sie. Es würde mich zumindest sehr wundern, wenn man in Deutschland dazu überginge, "Papphäuser" zu bauen, bei denen bereits absehbar ist, daß sie nicht ewig halten.Hochwertige Bausubstanz erfordert keine Dämmplatten, die Dämmung würde sich zwischen den Mauerschichten befinden. Oder im Fachwerk. Wenn man sich die Häuser während der Bauphase ansieht, sieht man zunehmend Leichtbau, der verhüllt wird. Die Häuser, die über Jahrhunderte stehen sind Stein auf Stein gemauert oder Fachwerkbauten. Weder Fertighäuser, noch Plattenbauten, noch Fertigelementhäuser, die meist schon 20, 30 Jahre nicht mehr zeitgemäß sind. Schaut man sich dann noch die unterschiedlichen Beurteilungen von Dämmfachleuten/-kritikern an, darf man gespannt sein. In der Kritik stehen neben der Haltbarkeit das Brandverhalten der plattengedämmten Fassaden.

Sonderzeichen
07.06.2012, 17:14
Das kann ich nicht bestätigen. Auch Häuser, die Stein auf Stein massiv gemauert sind, können von zusätzlichen Dämmplatten an der Außenfassade profitieren. Im übrigen glaube ich nicht, daß ein moderner Bau nach 20-30 Jahren nicht mehr zeitgemäß ist, während ein Jahrhunderte altes Haus davon verschont bleibt. Unsere guten, alten Fachwerkhäuser sind nur deshalb noch zeitgemäß, weil an ihnen immer wieder durchgreifende Modernisierungen durchgeführt wurden.

Liala
07.06.2012, 19:00
Für mich ist es erstaunlich einfach, mich irgendwo niederzulassen und zu denken, dass ich wahrscheinlich die nächsten 30 Jahre dort verbringen werde, dabei war ich nie so der sesshafte Typ. Meine Schwester sagte auch immer zu mir (sie haben selbst vor einem Jahr gekauft) "Das ist ein großer Schritt, willst du denn wirklich in der Gegend bleiben". Für mich ist das überhaupt kein Problem, obwohl die Gegend nicht meine Lieblingsgegend ist, aber sie ist durchaus okay. Bin diesbzgl. sehr entspannt, aber das liegt vll auch daran, dass ich in der Hinsicht recht anspruchslos bin. Für mich muss die Gegend hübsch sein und es muss eine größere Stadt in der Nähe sein, fertig. Es macht mir keine Angst zu denken, dass ich lange nicht umziehen werde, im Gegenteil: ich finde den Gedanken schön, sich jetzt mal endlich richtig einzurichten, die eigenen vier Wände zu haben, nicht mehr an Umzug denken zu müssen....

Wenn ich pensioniert bin würde ich gern ins Ausland, aber das ist ja noch eine Weile hin.....

Generell würde ich nicht sagen, dass man sich ewig bindet, wenn man Eigentum hat. Man kann ja immer wieder verkaufen....aber ich würde umgedreht auch nichts kaufen, wenn ich das Gefühl hätte, nicht mehr lange dort bleiben zu wollen.

Die Option des Verkaufens ist also gegeben. Prinzipiell jedoch haben die meisten wohl eher vor, erstmal länger dort zu wohnen.

Acorna
08.06.2012, 09:24
Wer sich absolut krummlegen muss und zwanzig Jahre nicht in Urlaub fahren kann, der hat sich meiner Meinung nach keinen Gefallen getan. Die Freude am neuen Haus erlahmt mit den Jahren dann doch etwas und der Frust schleicht sich ein, weil es nie reicht für eine schicke Klamotte, Essen gehen oder eine Reise nach Honolulu.

Ich glaube, dass ist ser unterschiedlich. Kommt auf den Menschen an und auch auf die vorige Wohnsituation.
Mein Haus plus Garten gbt mir jeden Tag was, jeden Ta etwas Erholung und Freude (ich habe trotz Großstadt einen super Ausblick über Felder). Das beruhigt echt meinen Puls. Dafür ist weniegr Urlaub nicht schlimm, zur Not auch gar keiner (mit Kindern kann man eh nicht mehr so gut und auch nicht unbedingt so in Urlaub fahren wie man das möchte.

Liala
08.06.2012, 10:04
Ich glaube, dass ist ser unterschiedlich. Kommt auf den Menschen an und auch auf die vorige Wohnsituation.
Mein Haus plus Garten gbt mir jeden Tag was, jeden Ta etwas Erholung und Freude (ich habe trotz Großstadt einen super Ausblick über Felder). Das beruhigt echt meinen Puls. Dafür ist weniegr Urlaub nicht schlimm, zur Not auch gar keiner (mit Kindern kann man eh nicht mehr so gut und auch nicht unbedingt so in Urlaub fahren wie man das möchte.

Dem stimme ich zu! Mir ist Urlaub derzeit sehr sehr wichtig und ein Haus soll daran nichts ändern! Ich liebe Fernreisen! Aber es gibt auch Menschen, die gar nicht auf "Urlaub auf Honolulu" stehen, sondern tendenziell lieber einfach nur mit dem Camper durch Deutschland fahren (was schon mal sehr viel günstiger ist).
Ich habe immer wieder festgestellt, dass die Ansprüche doch extrem unterschiedlich sind, schon VOR dem Hauskauf! Ich für mich kann mir allerdings auch vorstellen, dass sich mit Kindern etwas verändert, weil die klassischen Backpacker-Touren, wie ich sie derzeit betreibe, in der Form einfach nciht mehr gehen werden! Für Kinder würde ich mich urlaubstechnisch verändern, für ein Haus nicht.

Essen gehen war mir bspw. NIE wichtig. Das mache ich schon fast aus Prinzip nicht, weil es mir nichts gibt und ich immer denke "für das Geld hätte ich zu hause genauso lecker gekocht". Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Ansprüche/Lebensstile sehr unterschiedlich sind...

Wenn man vorher im Luxus schwelgte und dies auch genoss und nichts davon mehr realisiert werden kann, dann würde ich auch kein Haus kaufen! Wenn man aber schon vorher moderat lebte und sich lediglich in ein paar Dingen einschränken muss, finde ich das völlig in Ordnung! Dafür gewinnt man ja auch eine Menge und zwar jeden Tag!

Malina70
08.06.2012, 10:26
Wenn man vorher im Luxus schwelgte und dies auch genoss und nichts davon mehr realisiert werden kann, dann würde ich auch kein Haus kaufen! Wenn man aber schon vorher moderat lebte und sich lediglich in ein paar Dingen einschränken muss, finde ich das völlig in Ordnung! Dafür gewinnt man ja auch eine Menge und zwar jeden Tag!

Das sehe ich genauso. Und ich habe auch gemerkt, dass sich meine Prioritäten im Leben immer mal wieder verschoben haben. Eine Zeitlang war mir Reisen sehr sehr wichtig. Nun habe ich einen großen Teil meines Fernwehs gestillt, und es sind andere Wünsche in den Vordergrund getreten.nn

Ich glaube, ganz ohne Verzicht ist Wohneigentum in den wenigsten Fällen zu realisieren. Aber man muss schon abwägen, worauf man relativ leicht zumindest zeitweise verzichten kann und was eine echte Einbuße an Lebensqualität bedeutet. Und man muss auch Genuss aus seinem Haus oder seiner Wohnung ziehen. Wenn man sich jeden Tag daran erfreut, fällt ein gewisser Verzicht sicherlich leichter als wenn man schon nach kurzer Zeit nur noch den Mangel empfindet.

Gruß,

Malina

Liala
09.06.2012, 13:05
Das sehe ich genauso. Und ich habe auch gemerkt, dass sich meine Prioritäten im Leben immer mal wieder verschoben haben. Eine Zeitlang war mir Reisen sehr sehr wichtig. Nun habe ich einen großen Teil meines Fernwehs gestillt, und es sind andere Wünsche in den Vordergrund getreten.nn

Ich glaube, ganz ohne Verzicht ist Wohneigentum in den wenigsten Fällen zu realisieren. Aber man muss schon abwägen, worauf man relativ leicht zumindest zeitweise verzichten kann und was eine echte Einbuße an Lebensqualität bedeutet. Und man muss auch Genuss aus seinem Haus oder seiner Wohnung ziehen. Wenn man sich jeden Tag daran erfreut, fällt ein gewisser Verzicht sicherlich leichter als wenn man schon nach kurzer Zeit nur noch den Mangel empfindet.

Gruß,

Malina

Kann mich dem nur anschließen! Mein Fernweh ist seit dem Kinderwunsch auch schon deutlich weniger geworden - werden dieses Jahr noch kinderlos voll auskosten und wenn es finanziell drin sein sollte, würde ich auch weiterhin versuchen, immer mal eine weite Reise zu machen (zumal das Kind ja halb Thai sein wird). Aber es ist längst nicht mehr so ausgeprägt wie damals! Ich merke doch sehr, dass ich sesshafter und einfach älter geworden bin, mir andere Dinge im Leben wichtiger werden! Wichtig ist für mich bei dem Erwerb einer Immobilie, dass ich einen "normalen" Lebensstil weiterführen kann und nicht an essentiellen Dingen sparen muss, wie bspw. Ernährung umstellen, weil Frisches zu teuer ist oder so. Was darüber hinaus noch zu realisieren ist, wird sich zeigen! Letztlich glaube ich, dass es bei uns nicht an dem Haus, sondern an Kindern liegen wird, dass sich unser Lebensstil verändert. Aber das ist ja auch gut so :) .

Wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung!

Liala