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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Und nun?



Wolfsstern
12.07.2006, 18:05
Kennt ihr eigentlich auch dieses Gefühl des „Und nun?“

Ich will versuchen, euch zu erklären, was ich meine. Ich bin 44, habe mich vor fünf Jahren von meinem Mann getrennt (die Beziehung war schon viele Jahre eher problematisch) und habe ein Jahr später einen anderen Mann kennen gelernt. Natürlich einen „Gebrauchten“, zwei erwachsene Töchter. Die große Liebe, wenn man so will: Ein Mann, um den mich tatsächlich fast alle Frauen, die ich kenne, beneiden. Einer, der trotz Vollzeitjob im Haushalt hilft, mir morgens (obwohl er später los muss) jeden morgen Frühstück macht, handwerken kann, sein Haus auch zu meinem Haus gemacht hat, mir meine Freiheit lässt, noch dazu gut aussieht und überhaupt keine Memme ist.
Da Märchen aber immer Märchen sind, gibt es auch graue Flecken in unserer Beziehung: Er hat durchaus introvertierte Züge. Er erzählte mir noch in der Anfangsphase, dass es während seiner Ehe immer wieder Affären gegeben hat (aus denen aber nie mehr wurde). Und dass er keine Kinder mehr will.

Gut, ich war damals 40. Mit Kindern rechnete ich nicht mehr (Ich hatte bereits mit 30 die Diagnose, dass ich gesundheitlich/hormonell bedingt vermutlich keine Kinder bekommen werde). Aber ich liebte, und war fest überzeugt, zum ersten Mal in meinem Leben ebenso geliebt zu werden (was nicht ganz falsch war, schließlich leben wir inzwischen immerhin 4 ½ Jahre zusammen).
Ein Jahr nach Beginn unseres Zusammenlebens wurde ich schwanger. Er wollte absolut keine Kinder mehr. Ich stand vor der Entscheidung: Er oder das Kind. Ich habe mich für ihn entschieden.
Zu Anfang scheinbar kein Problem für mich. Inzwischen bin ich, wie gesagt, 45. Und eigentlich gibt es keinen Grund zu dunklen Gedanken. ABER sie sind doch da:

Du bist 45, hast keine Kinder. Wofür hast du/baust du das alles eigentlich auf?
Du bist 45, hast keine Kinder. Du hast einen attraktiven Lebensgefährten. Aber du bist dir nicht sicher, ob er wirklich treu ist.
Du bist 45, hast keine Kinder. Du hast auch sonst keine Familie. Wenn er sich noch einmal jemanden anderes sucht: Normal, OK, kann passieren. Dann bist du endgültig frei wie ein Vogel. Was sollst du mit dieser Freiheit? Denn das warst du dein Leben lang: frei. Warst immer selbstständig und konntest, soweit deine wirtschaftliche Situation dies zuließ, tun, was du wolltest.

Für wen? Für was? Was nun?

Ich bin gespannt, ob ihr reagiert und auf eure Reaktionen

Wolfsstern

meta1
13.07.2006, 07:56
Liebe Wolfsstern,
ich denke dass viele (nicht alle) Frauen früher oder später solche oder so ähnlcihe Gedanken bekommen, wenn sie kinderlos geblieben sind.
Selbst wenn es kein Mann ist, der sich auch zu Affairen bekennt. Aber, natürlich kommen einer Frau dann auch so Gedanken wie: mit einer jüngeren Frau kann er noch Kinder bekommen, wenn er doch noch mal will.

Natürlich wird das jetzt nciht unbedingt der Trost sein, den du dir vielleicht erhofft hast, aber für die Situation, in der du jetzt lebst, wie du dich jetzt fühlst, gibt es, glaube ich, keine Trost. Damit musst du dich abfinden.

Sieh das positive, das du hast. Den Supermann.
Und warum sollte er denn gehen wollen? Wenn eure Beziehung intakt ist, eben kein Kind zwischen euch steht, dann ist doch alles in Butter. Freue dich über das, was du hast.

Ich wünsche dir schöne Gedanken, viele Grüße
Meta

LichtereChakren
13.07.2006, 08:59
Hallo Wolfsstern!




Für wen?



Die spirituelle Antwort dazu lautet: Für Gott im Nächsten. D.h. jeder Mensch lebt, um nicht nur das höhere göttliche Selbst in sich zu entwickeln (durch Leben höchster ethischer und moralischer Werte), sondern auch in den Mitmenschen zu fördern. Leben höherer Werte führt zu echtem inneren Glück, Leben nichthöherer Werte nur zu scheinbarem Glück, dem niederen Ego-Glück. "Auf- und Ab's" im menschlichen Leben wie seelische Anspannungen entstehen z.B. durch das gleichzeitige Leben von niederen und höheren Werten.


Zu dem Mann, mit dem Du zusammenlebst:

Es ist legitim, sich für eine Leben ohne oder mit einer beschränkten Anzahl von Kindern zu entscheiden durch entsprechende Anpassung der Sexualität.

Ein Schwangerschaftsabruch verwehrt einer sich inkarnieren wollenden Seele die Möglichkeit, sich in einem irdischen Leben weiterzuentwickeln, was eine größere karmische Belastung für die Frau und den 'anstiftenden' Mann bedeutet (durchaus hätte auch Karma aus früheren Leben der drei Menschen zur Bereinigung in einem Zusammenleben anstehen können)

Im Spirituellen führt durchaus der Mann der Frau; aber die Führung eines Mannes, der mit "Ich oder das Kind" nicht das seelische Wohl aller, sondern lediglich sein Ego lebt, sollte die Frau nicht anerkennen, sondern die spirituell richtige Entscheidung wie "Ich entscheide mich für Dich und das Kind" entgegensetzen, unabhängig, was der Mann daraufhin tun wird.


Einige Gedanken aus spiritueller Sicht - vielleicht Anregungen für Dich enthaltend


LG

<font color="orange">LichtereChakren[/COLOR]

Wolfsstern
13.07.2006, 09:20
Liebe Meta,

danke. Und ja, dass sage ich mir auch immer wieder. Die Gedanken kommen trotzdem und ich kann mich nicht dagegen wehren. Mag vielleicht auch damit zusammen hängen, dass ich mir immer eine Familie gewünscht habe, die ich nie hatte. Und natürlich frage ich mich immer und immer wieder, ob meine Entscheidung richtig war.
Weißt du, ich stehe seit frühester Jugend (so richtig mit alleine leben) auf eigenen Füßen. Da hat man vielleicht einfach irgendwann die Sehnsuch nach einem Nest, dass man sich mit anderen teilt.
Sicher hast du recht, wenn du sagst, das es da vermutlich keinen Trost gibt. Aber ich bin in den Threads der Bricom schon so auft auf nachdenkliche und neue Gedanken gestoßen, die geholfen haben, die Dinge nich aus dem Zentrum des Sturms (in dem man steht und sowieso nichts sieht) zu sehen, sondern sie mal von außen zu betrachten, dass ich hier auch darauf gehofft habe. :smile:

Lieben Gruß,
Wolfsstern

meta1
13.07.2006, 09:27
Wolfsstern, diese Denkanstöße werden bestimmt noch kommen von den anderen Userinnen.
Mag sein, dass ich da einfach auch die falsche war, die dir geantwortet hat.

Gartenzwergin
13.07.2006, 10:09
Liebe Wolfsstern,

die Frage "Und nun?" wird sich sicher jede Frau jenseits der Vierzig ab und an stellen. Mit und ohne Kinder. Die Hälfte des Lebens ist geschafft :yeah: und man kann das sowohl positiv als auch negativ sehen.

Ich selbst habe zwei Kinder (FreuFreu) und weiß auch nicht genau, ob sie mich besuchen oder für mich da sind, wenn ich alt bin. Aber ich fühle, dass es so sein wird :smirksmile: Ich habe z.B.keinen Partner und sehe der Zeit mit Schrecken entgegen, wo ich mit meinem Hund alleine dasitze. Die Zeit rennt - auch wenn die Kids noch nicht sooo alt sind. Kinder leben irgendwann ihr eigenes Leben und sind kein Garant für Geselligkeit im Alter. Vielleicht bist du mit deiner Entscheidung für deinen Partner da fast besser dran und ihr könnt euer Leben noch gemeinsam genießen :Sonne: :prost: :wangenkuss: :hunger: :buch lesen:

Ob der Partner bleibt und wie sich die Beziehung entwickelt :wie?: Auch auf diese Frage kann dir keiner eine verbindliche Antwort geben.

Ich persönlich finde es schon hart, was dein Partner von dir verlangt hat. Aber ich gehe davon aus, dass du dir alles reiflich überlegt hast und es "deine" Entscheidung war. Dann wirst du wohl mit den Konsequenzen (deine Befürchtungen, Fragen) leben müssen.

Ich wünsche dir viel Glück und Liebe in deiner Partnerschaft.

Gartenzwergin :blumengabe:

Elwyn
13.07.2006, 10:12
Er erzählte mir noch in der Anfangsphase, dass es während seiner Ehe immer wieder Affären gegeben hat (aus denen aber nie mehr wurde). Und dass er keine Kinder mehr will.



@Wolfsstern

ich frage mich, ob es dir wirklich um ein Kind mit diesem Mann geht (wohl kaum, denn du hast ja das Kind nicht bekommen) oder ob die Angst dahinter steht, er könnte dich verlassen wegen einer Affäre.

Nun gut, letzteres kann immer passieren, nämlich, dass er dich wegen einer Affäre verlässt. Das könnte dir übrigens auch passieren, WENN er denn so gepolt ist, wenn du dein Kind noch bekommen hättest. Und dann? Ein Kind wäre keine Garantie gegen eine Trennung oder eine Affäre!

Da er aber keine Kinder möchte und schon zwei hat, lebt er mit dir zunächst einmal genau das, was er auch wollte. Eine Frau mit Kindern hat er nämlich verlassen, schon vergessen?

Eure Basis ist doch daher nicht schlecht.

Was den Kinderwunsch angeht, die Auseinandersetzung fällt sicher schwer, lies mal die anderen Stränge hier dazu, da haben sich viele (auch ich) geäussert. Auch ich habe gelegentlich die Ängste, die du beschreibst, aber ich weiss auch und habe es in der Umgebung sehr viel gesehen, dass Kinder keine Famlie wirklich garantiert zusammenhalten können. Mit Kindern kann man auch keine Verlustangst kompensieren!

Da deine biologische Uhr nun auf dem Weg ist, auszuticken, ist es wichtiger, auch OHNE Kinder das Beste aus den anderen Dingen zu machen, die es noch gibt (Reisen, Kreativität, Beruf, ja, auch materielle Sicherheit, warum nicht?)

Mit einem Mann, der keine Kinder (mehr!)) möchte, eins zu bekommen, könnte, hätte, würde, wäre wohl realistischerweise auch ein ziemliches Risiko gewesen, denn dieser Mann weiss, wovon er spricht!!!

:smile: :blumengabe: :smile:

Inaktiver User
13.07.2006, 10:45
Liebe Wolfsstern,

unser Leben hat genau den Sinn, den wir ihm geben. Erfüllung bedeutet für Jeden etwas anderes, das Streben nach dem, was erfüllt, macht ein Leben reich :zauberer:

Aus deinem Post geht für mich hervor, dass du, was dein Thema angeht, nicht im Jetzt bist, sondern dich mit deinen Gedanken in der Vergangenheit verhakt hast. Du hast damals deine Entscheidung bezüglich deiner Schwangerschaft bewusst getroffen. Du quälst dich nur selbst, wenn du deine Gedanken um eine vergangene Entscheidung kreisen lässt, die sich nicht mehr ändern lässt und dir womöglich Vorwürfe machst.
Du bist JETZT 45, du hast keine Kinder und weiter keine Familie, aber unendlich viele Möglichkeiten, dein Leben für dich reich und befriedigend zu gestalten :smile:

Wenn du dich aber gedanklich in der Vergangenheit bewegst und auch ängstlich in die Zukunft schaust (deine Spekulationen über die Treue deines Partners, deine Angst, er könnte dich verlassen, deine Angst, du wüsstest vielleicht nicht, was du dann mit deiner "Freiheit" anfangen sollst) lähmst du dich selbst zu einem großen Teil im JETZT.

Das Beste aus dem JETZT machen und bewusst die Gedanken von Vergangenem, das sich nicht mehr ändern lässt und Zukünftigem, das du gar nicht wissen kannst, dir aber unnötig Angst macht, abwenden- das macht frei :krone auf:

Das fällt immer leichter, je mehr du dich darin übst. Ich spreche aus Erfahrung :lachen:

LG Nugat

Wolfsstern
13.07.2006, 10:56
Liebe Meta,

Ich hoffe, ich habe dich nicht verärgert. :blumengabe: Und du warst bestimmt auch nicht die Falsche, die da geantwortet hat. Vielleicht war es so: Auch wenn ich geschrieben habe, dass ich weiß, dass du mit dem Trost geben Recht hast, wollte ich es in dem Moment nicht wahr haben. :smirksmile:

@Elwyn: An dem, was du sagst, ist sicherlich etwas dran. Veilleicht ist es so, dass ich Angst habe, dass er mich irgendwann verlässt und ich, da ich keine Kinder habe, dann GANZ allein bin. Also dann nicht einmal, wie Gartenzwirn sagt, allein mit meinem Hund dasitze, aber zumindest weiß, dass meine Kinder irgendwo sind und ich sie anrufen kann.

Vielleicht ist es aber auch eine grundsätzliche Sinnfrage. Und ich frage mich auch, ob es anderen Userinnen nicht auch so geht, mit ähnlichen oder andersgearteten "Problemen" und wie sie damit umgehen.

Lieben Gruß, Wolfsstern

Wolfsstern
13.07.2006, 10:58
Liebe Nugat,

Wie aber komme ich aus diesem Haken in der Vergangenheit heraus? Wenn ich Jetzt oder Zukunft denke, scheint damit untrennbar eine Frage verbunden: "Wofür"?

Lieben Gruß
Wolfsstern

meta1
13.07.2006, 11:11
Wolfsstern, das wofür stelt sich doch jeder, irgendwann.
Ich frage mich auch wofür, auch mit Kindern. Hast du die Gewissheit, dass die Kinder, wenn du älter bist, für dich da sind? Vielleicht leben sie tausende Kilometer weit weg, da kannst du dann nciht einfach anrufen, wenn dir danach ist, schon wegen der Zeitverschiebung.
Hat die die Gewähr, dass du dich mit den Kidnern nicht irgendwann überwirfst und sie dich nie wieder sehen wollen?
Es gibt so unendlich viele Ungewissheiten im Leben, und das wofür ist doch auch für jeden ein anderes.

Du hast doch für dich schon ein schöens Leben, welches wofür suchst du denn? Das Kind, damit "von dir" etwas bleibt? Ist es vielleicht auch der Gedanke, der dich zur Unruhe treibt?

Wolfsstern
13.07.2006, 11:42
Liebe Meta,



Du hast doch für dich schon ein schöens Leben, welches wofür suchst du denn? Das Kind, damit "von dir" etwas bleibt? Ist es vielleicht auch der Gedanke, der dich zur Unruhe treibt?



Ja... vielleicht ist es auch das. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne weitergeben würde...

Und auch: Es ist mir nicht wichtig, im Rampenlicht zu stehen oder mit irgendwelchen Dingen zu prahlen. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich mit und für andere etwas ereichen kann, Wegbegleiter und -bereiter sozusagen - ohne dass ich mich deshalb über andere definiere.
Also: NUR für mich leben empfinde ich nicht als sinnbringend.

Wie sind deine Erfahrungen?

Lieben Gruß
Wolfsstern

meta1
13.07.2006, 11:56
Tja, da fragst du mich was. Wie empfinde ich das. das hängta uch bei mir von der Tagesform ab. Mal ist mir alles zu viel und ich frage ich, warum ich mir das alles antue und dann denke ich: was kann es schöneres geben.

Aber, weil du sagst, dass du etwas weiter geben möchtest. Gibt vielleicht eine Einrichtung für Kinder, in der du vielleicht ehrenamtlich mitwirken kannst?
Eine freundin von mir, auch kinderlos, die amcht z. B. immer in den Ferienprogrammen für Kinder mit, die bei uns angeboten werden.
Mal organisiert sei Wanderungen im Wald, ein anderes Mal werden künstlerische Projekte von ihr geleitet.
Vielleicht kannst du diesbezüglich auch bei einer Kinderbetreuungsstätte mal nachfragen.
Natürlich ist es nicht das Gleiche, wie bei einem eigenen Kind, aber warum sollte sich da nicht eine richtige Freundschaft zu einem Kind entwickeln, für das du dann auch weiterhin als Ansprechpartner da sein kansnt (und sei es auch nur, als liebe Tante :blumengabe:).

Oder die Töchter deines Mannes, besteht da nicht die Möglichkeit zu ihnen den Kontakt zu intensivieren?

Inaktiver User
13.07.2006, 12:07
Liebe Wolfsstern,

wofür? Für dich selbst, genau so wie du bist, und für das, was du anderen geben kannst und von anderen bekommen kannst. Jeder und alles hat seinen Platz im Netz des Lebens, jedes Leben ist ein Geschenk und wirkt sich direkt oder indirekt auf andere Leben aus. Ein Lächeln von dir könnte beispielsweise das Lebensgefühl eines anderen Menschen verändern :blumengabe: Und zwar genau DEIN Lächeln, das in diesem Moment im Gegenüber etwas berührt.

Was den Haken der Vergangenheit angeht: Ich denke, es ist wichtig, dass du dir alles verzeihst, was in der Vergangenheit war. Dass du es los_lässt, denn es spielt im Jetzt keine Rolle mehr. Es ist vorbei. Was du immmer wieder durchdenkst, ist nur die Erinnerung an etwas, das für dich im Jetzt ungute Gefühle wachruft.

Folgende Maxime hilft mir:

Menschen sind, was sie sind und sie tun, was sie tun. (Auch ich selbst natürlich).
Und ich gebe ihnen bewusst die Erlaubnis (auch mir natürlich) dazu.

ACHTUNG: Das heißt NICHT, dass ich gut finden muss, was sie getan haben oder tun oder tun werden. Das heißt auch nicht, dass ich Umgang mit ihnen pflegen muss.

Indem ich ihnen und mir selbst aber erlaube, so zu sein wie sie sind und tun, was sie tun, befreie ich mich von einer Erwartungshaltung, die nur enttäuschen kann, und von den Haken der Vergangenheit.
Auch das erfordert Übung :smile:

Agneta
13.07.2006, 12:18
Liebe Wolfsstern,

ich denke auch, daß Du da verschiedene Ebenen vermischst, die nicht unbedingt was miteinander zu tun haben.

Was ich aus Deinen Worten raushöre:

- Du bist Dir Deines LG (bzw, seiner Treue) nicht sicher. Das macht Dir Angst.
- Du hast Deinen jahrelangen Kinderwunsch nicht realisiert und merkst jetzt angesichts der heraufziehenden Wechseljahre, daß dies ein Lebensthema ist, für das es irgendwann zu spät ist.
- Dein LG hat Kinder, Du nicht. Das macht Euch "ungleich". Du bist im Vergleich zu ihm "ärmer" (er wird das nicht so sehen...).
- Diese Ungleichheit zu überwinden, nämlich durch ein gemeinsames Kind, hat er Dir "versagt" - fühlt sich das so für Dich an?


Für mich klingt das ein bißchen nach dem Ausloten des Gleichgewichts in Eurer Beziehung. Wenn das Treue-Thema eins für Dich ist und Du nicht locker über irgendwelche Geschichten hinwegsehen könntest, solltest Du Dich vielleicht gezielt damit auseinandersetzen. Verlustängste, Selbstwertzweifel - das alles klingt so ein bißchen aus Deinen Worten raus. Mit Mitte Vierzig finde ich so eine Standortbestimmung, wie Du sie gerade vornimmst, auch völlig normal. Aber offenbar ist bei Dir nicht alles austariert - schon dafür lohnt es sich, genau hinzusehen.

ABER:



Veilleicht ist es so, dass ich Angst habe, dass er mich irgendwann verlässt und ich, da ich keine Kinder habe, dann GANZ allein bin. Also dann nicht einmal, wie Gartenzwirn sagt, allein mit meinem Hund dasitze, aber zumindest weiß, dass meine Kinder irgendwo sind und ich sie anrufen kann.




Das glaubst Du jetzt nicht wirklich, oder? Ich habe Kinder, und ich weiß: im Falle des Falles müßte ich auf Freundinnen zurückgreifen, eventuell noch meine Schwester - aber meine Kinder würde ich bestimmt nicht mit Beziehungsproblemen und nächtlichen Anrufen belasten.

Also: lebst Du das Leben, das DU möchtest? Mit Freunden und einem sozialen Netz, das Dich trägt? welchen Stellenwert hat das Vertrauen zu Deinem LG? das wären die Fragen, die ich mir an Deiner Stelle stellen würde. Den Gedanken an die emotionale Sicherung durch Kinder vergiß besser ganz schnell, das ist eine Idealisierung und Romantisierung - glaub mir!

LG
Agneta

Elwyn
13.07.2006, 13:05
@Agneta,

was du da schreibst, finde ich klasse vor allem , WEIL du Kinder hast.

Ich habe keine, zweifle auch noch oft daran, und versuche es genauso umzusetzen wie du es schreibst. Wenn es beispielsweise um Verlustängste geht, dann können einen Kinder nicht davon befreien.

Das kann man hier ständig nachlesen, denn die Probleme gibts spätestens bei der Loslösung der Kinder, und auch im Alter.



Den Gedanken an die emotionale Sicherung durch Kinder vergiß besser ganz schnell, das ist eine Idealisierung und Romantisierung - glaub mir!




So offen wird das selten geschrieben. Gerade im Moment wird die Kinderfrage oder neue Familienseeligkeit bis in den Himmel gelobt und idealisiert. Hmmm, wenn ich es nicht besser wüsste...leider...

Nein, gegen Verlustängste kommt man so nicht an. Der Schuss kann helfen, aber auch wieder nach hinten los gehen. Da hilft eher eine neue Standortbestimmung und die Auseinandersetzung mit den wahren Ursachen dieser Ängste, beispielsweise auch in der Kindheit.

Danke, Agneta, dass du das so offen sagst!

:blumengabe:

Wolfsstern
13.07.2006, 14:07
@ all:

ich freue mich unglaublich über eure vielen Antworten. Was mich dabei fast erstaunt: In jeder steckt irgendwo ein weiteres Detail, über das es sich nachzudenken lohnt. Manchmal Dinge, die man selber weiß, die einem aber noch einmal so richtig deutlich gesagt werden müssen, damit man sie auch wahrnimmt.

Nugat: "Indem ich ihnen und mir selbst aber erlaube, so zu sein wie sie sind und tun, was sie tun, befreie ich mich von einer Erwartungshaltung, die nur enttäuschen kann, und von den Haken der Vergangenheit."... Ja, das ist wohl so. Aber es ist auch verdammt schwierig. Und noch schwieriger finde ich: "Ich denke, es ist wichtig, dass du dir alles verzeihst, was in der Vergangenheit war."
Kann man das allein? Oder geht das nur mit Hilfe? Ich merke jedenfalls, dass mir der Austausch hier richtig gut tut.

@ Agneta: "ich denke auch, daß Du da verschiedene Ebenen vermischst, die nicht unbedingt was miteinander zu tun haben."
Haben Beziehungsebenen nicht immer etwas miteinander zu tun, so das sie nie vollständig zu trennen sind?

Ansonsten danke auch ich dir für deine offenen Worte. Elwyn hat schon recht mit der Familienseligkeit. Da fällt es schwer, Distanz zu wahren...
Im übrigen: Doch, bisher war ich der Überzeugung, dass ich, wenn ich sie denn hätte, meine Kinder überall anrufen könnt. Nicht ständig auf den Senkel gehen, bewahre! Aber eben doch zu wissen: Sie sind da.
Wie ich zu dieser Ansicht kommen? In den Familien, die ich gut kenne, scheint dies - mit einer Ausnahme - normal zu sein???

Wozu ist Familie sonst da - wenn nicht als Netz, in dem einer den anderen auffängt, anschubst, hilft, beschützt und frei lässt????

Seid mir nicht böse für diese Frage, aber ich habe "Familie" tatsächlich so gut wie nie gelebt...

Lieben Gruß
Wolfsstern

Inaktiver User
13.07.2006, 17:25
@Wolfsstern

Einfach ist es nicht, das stimmt. Aber wie bei allem Neuen: Erst fällt es schwer, dann mit wachsender Übung immer leichter. Und es er_leichtert, im wahrsten Sinne des Wortes :smile:
Du kannst dir und anderen alles verzeihen, was du dir und anderen verzeihen willst. Die Bereitschaft, loszulassen und die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen ist die einzige Voraussetzung. Und daran hapert es oft. Ich kenne das auch von mir, dass ich gern meinen Groll gepflegt habe, immer wieder um bestimmte Erinnerungen gekreist bin, mir und anderen Vorwürfe gemacht habe oder in Schuldgefühlen badete.

Eine Hilfe dabei kann alles mögliche sein. Mir persönlich helfen Viszalisierungen gut oder Rituale.
Toll fand ich die Sache mit der galaktischen Müllabfuhr, die ich in einem Buch gelesen habe: Stell dir vor, du packst alles, was du dir und anderen verzeihen möchtest in Form von schwarzen Steinen in einen riesigen imaginären Müllsack. Du musst dich nicht an Details erinnern. Dein Unbewusstes weiß genau, um was es sich handelt, wenn du die Steine in den Sack stopfst. Du kannst auch beliebig viele Müllsäcke füllen. Wenn du alle "Steine" losgeworden bist, bindest du die Säcke oben ganz fest zu und rufst die galaktische Müllabfuhr, damit sie den "Müll" für immer in der hintersten Ecke des Universums in einen Abgrund mit glühender Lava entsorgt.
Danach bedankst du dich beim Universum für die prompte Abholung :zauberer:

Ich weiß, dass sich das ziemlich verrückt anhört- aber ich habe mich, nachdem ich meine Säcke entsorgt hatte, wirklich sehr erleichtert gefühlt :yeah:

LG Nugat

Inaktiver User
13.07.2006, 18:13
Wolfsstern, deine Gedanken kann ich total verstehen.

Dennoch kann ich deinen LG auch verstehen. Um nichts in der Welt würde ich nochmal Kinder bekommen, auch nicht für einen jüngeren Mann, der noch keine hat.

Das hat nichts mit mangelnder Liebe zu tun, sondern einfach damit, dass die Kinderphase unwiderruflich vorbei ist und man wirklich keine Lust mehr hat, nochmal damit anzufangen.

Inaktiver User
13.07.2006, 20:24
So viele Aspekte zu einem Thema, das wohl so alt wie die Menschheit ist.

Ich bin heute 48 Jahre alt, seit dem Tod meines Lebensgefährten Single und (ungewollt) kinderlos. Noch vor - sagen wir mal - 50 Jahren, würde ich in grauen,beigen oder braunen Klamotten rumlaufen, man würde mich mit Fräulein anreden und nette Freundinnen würden mich gerne zum Nachmittagstee einladen, da die Abendeinladungen den Ehepaaren vorbehalten sind - selbstverständlich mit entsprechender Sitzordnung: Herr Meier zwischen Frau Müller und Frau Schmidt, Frau Meier zwischen Herrn Fischer und Herrn Sowienoch. Und hinter vorgehaltener Hand würde man sich darüber unterhalten, dass ich wohl keinen abgekriegt hätte und garstig würde man mich als vertrocknete Jungfer bezeichnen. :heul:

Meine Güte geht es mir heute gut. Ich kann tun und lassen, was ich will, kann reisen, plaudern - alles genauso machen wie Frauen mit Mann und/oder Kind, keiner schaut mich schief an. O.k. manche Frauen stellen grundsätzliche Erwägungen an, ob sie so eine Konkurrenz, die ja einfach auf Männerfang sein muß, zu sich nach Hause einladen. Aber im Großen und Ganzen ist mein Leben o.k. und meistens denke ich "juchhuu". Denn ich kann tun und lassen, was ich will, wann ich es will und mit wem ich es will (in den bekannten Grenzen). Die Sinnfrage habe ich für mich auch geklärt: 1. Mein Leben soll Spass machen; 2. ich will an mein Patenkind weitergeben, wie ich es geschafft habe (was auch immer) und 3. Wenn mich jemand fragt, gebe ich ehrliche Antwort (oder so ähnlich). Ich liebe das Leben!!!!

Nur manchmal so aus heiterem Himmel, sehe ich eine Frau mit einem süßen Kind, sehe eine Schwangere, sehe einen Vater, der mit seinem Kind spielt. Und dann heult alles in mir auf - ich will auch, warum ich nicht. Und dann gehe ich ganz deprimiert nach Hause und bin zutiefst von mir und dem Leben enttäuscht. Das passiert ganz wenige Male im Jahr, aber das seit 15 Jahren.

Wir konnten keine Kinder bekommen, ich habe mich damals auch bewußt für diese große Liebe entschieden, obwohl damit die Kinderlosigkeit verbunden war.Und auch nach seinem Tod bereue ich das nicht, aber die Stiche sind geblieben. Und alle kinderlosen Freundinnen, die ich habe, sagen - auch wenn sie schon 60 sind - genau das. Bei aller Freiheit, Emanzipation und Unabhängigkeit - dass irgendwie in den Genen der Frauen das Thema Kind verankert ist, kann nichts verhindern und auslöschen.

Kranich :zauberer:

MariaLisa
14.07.2006, 08:14
Guten Morgen an alle!

Die vielen verschiedenen Aspekte zum Thema "und nun?" beschäftigen mich auch und es tut gut, hier von Meinungen und Erfahrungen zu lesen, die ich selbst nicht kenne oder die mir eher fremd sind.

Auch mir (werd bald vierzig...) stellt sich die Frage, insbesondere die Kinderlosigkeit ist ein Thema. Und dabei eben auch die Frage, wie man damit im Alter klarkommt. Ich kenne einige wenige Paare um die 60 und 70, die keine Kinder haben. Dazu hab ich aus meiner Kindheit immer im Hinterkopf, dass man über diese Bekannten meiner Eltern immer ein wenig mitleidig oder fast "abfällig" redete, weil sie keine Kinder bekommen konnte. Es wurde also ganz klar als Mangel formuliert und hat mich in dieser Hinsicht sicher geprägt.

Nun, da ich selbst trotz unseres gemeinsamen Wunsches und großer Anstrengungen keine Kinder haben werde, versuche ich für mich einen Weg zu finden und mir dabei eben nicht minderwertig oder nicht vollwertig vorzukommen. Dies ist halt, neben der Trauer um einen nicht erfüllten Lebensentwurf, noch ein weiterer Aspekt.

Gerne hätte ich immer schon mal diese älteren Paare gefragt, wie sie im Laufe der Jahre mit dieser Kinderlosigkeit klargekommen sind. Aber für diese Frage stehen wir uns dann doch nicht nah genug. Wenn Du, Kranich, hier also schreibst, dass diese auch mir bekannten Stiche bleiben, dann kann und muss ich mich darauf einstellen. Schwierig finde ich es nur immer noch, einen "gleichwertigen Ersatz" für diesen ursprünglichen Lebensentwurf zu finden. Oftmals kommen mir im Vergleich dazu mein Job, unsere Reisen etc. so "sinnentleert" vor. Versteht Ihr, wie ich das meine?

Und die Beschäftigung und das Kümmern um meine Patenkinder ist wunderschön, aber: es fühlt sich oftmals eben nur geliehen und geklaut an. Und diese Wünsche in die beschriebene Mülltüte und ins All zu entsenden, kann ich nicht (der Weg oder die Idee gefällt mir aber!), zu sehr hänge ich immer noch daran. Hier muss ich das Loslassen noch lernen, finde aber noch immer nicht den richtigen Weg. Ideen?

Liebe Grüße, MariaLisa

meta1
14.07.2006, 08:56
Wozu ist Familie sonst da - wenn nicht als Netz, in dem einer den anderen auffängt, anschubst, hilft, beschützt und frei lässt????

Seid mir nicht böse für diese Frage, aber ich habe "Familie" tatsächlich so gut wie nie gelebt...





Wolfsstsern, wir leben Familie in etwa so, wie du es dir vorstellst.
Das beinhaltet auch nicht nur meine engste Familie, sondern auch Tante/Onkel (sofern noch am Leben) und auch noch zwei Counsinen von mir.
Da wird sich zum Geburtstag getroffen (neine, nicht weil es eine lästige Pflicht ist, da freut man sich drauf, weil man sich endlich wieder sieht).
Meine Tochter und ich telefonieren regelmäßig (wofür ich in einem anderen Strang auch schon angegangen wurde). Da kann es dann schon passieren, dass wir zufällig das glieche Programm im TV sehen und uns dann am Telefon über genau das unterhalten müssen. Oder während der WM, da mussten wir viel telefonieren. halbzeitpause wurde dafür genutzt, außer es geschah etwas ganz schlimmes während eines Spiels, dann wurde sofort zum Telefon gegriffen :freches grinsen:
Mit meiner Nichte habe ich regelmäßigen Mail- oder Telefonkontakt, einfach weil wir EINE Familie sind.

Mag sein, dass das nicht mehr in das gängig Bild unserer Gesellschaft passt, in der doch so viele und fast alles auf sich bezogen ist. Mir ist dieser Rückhalt sehr wichtig.

Aber, es gibt ebena uch andere Lebenssituationen, die dazu führen, dass man eben ein anderes Leben muss, als das, was man sich selbst mal vorsgestellt hatte. Und da, denke ich, hast du es doch gut getroffen.

Elwyn
14.07.2006, 09:43
Und dabei eben auch die Frage, wie man damit im Alter klarkommt. Ich kenne einige wenige Paare um die 60 und 70, die keine Kinder haben. Dazu hab ich aus meiner Kindheit immer im Hinterkopf, dass man über diese Bekannten meiner Eltern immer ein wenig mitleidig oder fast "abfällig" redete, weil sie keine Kinder bekommen konnte. Es wurde also ganz klar als Mangel formuliert und hat mich in dieser Hinsicht sicher geprägt.



@MariaLisa

also ich kann das überhaupt nicht pauschal so bestätigen. Sicher, es werden Leute immer von irgendwem schief angeguckt werden. Die kinderlose ältere Frau, die viel rumreist und sich komisch kleidet genauso wie ein verknöchertes Ehepaar ohne Kinder, aber doch genausogut die ältere Witwe, die alleine zu Hause hockt und deren Kinder weggezogen sind. Oder der Witwer, der nicht mehr klarkommt. Oder die Familie, in der die Kinder weiss Gott nichts geleistet haben, mit dem sie angeben könnten.

Was ja wohl jeder beneidet, das ist die perfekte Vorzeigefamilie: Mutter, Vater (die eine gute Ehe führen), Kinder, die hübsch sind, toll erzogen, und auch noch mit gutem Beruf, Oma und Opa, die liebevoll die Enkel warten - das Familienfest, in dem alle heile-heile um einen grossen Holztisch sitzen, am besten im Garten unter dem Birnbaum, der zur Geburt des Sohnes angepflanzt wurde...

Gehts noch? Das ist erstens überhaupt nicht im entferntesten die Realität und zweitens will es auch gar nicht jeder so. Wieviel Leichen liegen denn da oft im Keller, wenn etwas so wunderbar beneidenswert wirkt.

Da muss man doch mal vor lauter Romantik und Idealvorstellung die Kirche im Dorf lassen!

Ich kenne Leute, die zwar Kinder, aber keine Vorzeigekinder (!) aufzuweisen haben, die dann damit ein Problem haben, dass ihnen die anderen von ihren tollen Kindern und Enkeln erzählen. Das ist auch nicht gerade angenehm! Auch das gilt gemeinhin als Versagen.
Dann kenne ich Leute, die ihren Mann verloren haben, die Kinder sind aus dem Haus, und ohne einen grossen eigenen Freundeskreis würden sie die Kinder auch nur einmal die Woche (wenns hoch kommt) sehen.
Dann kenne ich Leute, die sich so an ihre Kinder geklammert haben, dass diese noch im Erwachsenenalter ausgewandert sind, nach Amerika oder Australien. Die Eltern haben nicht einmal die Adresse, die Adresse hat die PATENTANTE, die nie geklammert oder Vorschriften gemacht hat

Und um es genau zu sagen: Das sind weder böse Einzelfälle, noch besonders progressive Familien - im Gegenteil, dass sind total wertkonservative Familien mit den grossen heilen Vorstellungen von Familienidylle, mit Bildung, gewissem Reichtum, allem, was man sich so vorstellt.

Ich habe gar kein negatives Bild von Familie, aber all diese Fälle zeigen doch, dass es überhaupt keine idealisierte Pauschalfamilie real gibt.



Nun, da ich selbst trotz unseres gemeinsamen Wunsches und großer Anstrengungen keine Kinder haben werde, versuche ich für mich einen Weg zu finden und mir dabei eben nicht minderwertig oder nicht vollwertig vorzukommen. Dies ist halt, neben der Trauer um einen nicht erfüllten Lebensentwurf, noch ein weiterer Aspekt.



Das liegt natürlich daran, dass es nicht das war, wofür du dich freiwillig entschieden hast. Aber das ist immer so, wenn einen ein Schicksalsschlag trifft. Deswegen ist man aber nicht minderwertig. Ist man minderwertig, wenn man eine Krankheit hat oder nicht gerade mit Schönheit geschlagen ist?

Ja, die Vorzeige-Menschen, die lassen einen dies immer wieder spüren. Die sind so stolz auf sich und ihr Glück, dass sie anderen keine Hilfe sind!!! Der Druck kommt genau von diesen Menschen, die trotz ihres vermeintlichen Glücks andere nicht leben lassen können, geschweige denn aus einer sicheren Position heraus andere ermutigen können. Wenn mir einer so kommt, dann weiss ich, dass er eigentlich selbst Probleme hat!!!




Oftmals kommen mir im Vergleich dazu mein Job, unsere Reisen etc. so "sinnentleert" vor. Versteht Ihr, wie ich das meine?



Ja, aber das würden Leute mit Familie durchaus auch mal anders sehen. Die können das nicht, was du kannst, und du kannst nicht, was die machen können. So what? Besser ist es doch, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen.



Und die Beschäftigung und das Kümmern um meine Patenkinder ist wunderschön, aber: es fühlt sich oftmals eben nur geliehen und geklaut an.



Für dich vielleicht, aber die Eltern sind doch sicher dankbar, oder? Bei mir ist es so, ich habe für die Zukunft schon gesagt bekommen, man seie froh, wenn wir uns mal um die Feriengestaltung der Kinder kümmern, damit die Eltern mal frei haben. Gut, mach ich gerne. Und wenn nicht, fahr ich eben weg.

Es gibt sicher viele Dinge, die einem fehlen, wenn man keine eigenen Kinder hat, aber für mich gilt, man kann im Leben nicht alles haben. Niemand kann das! Das Wichtigste ist, zu akzeptieren was man hat und das Beste daraus zu machen.

Auch wenn das die banalste Binsenweisheit der Welt ist.

Und bevor ich alt werde, krank und gebrechlich (und wirklich Grund zu Jammern habe), möchte ich das Leben möglichst wenig mit Jammern verbringen, Jammern wegen verpasster Chancen, Ideale...was weiss ich...

Solange es einem gut geht, hat man auch die Verpflichtung dazu!

Ich arbeite jedenfalls immer kräftiger daran, auch wenn es schwer ist!

:lachen:

Wolfsstern
14.07.2006, 09:56
Liebe Meta,

natürlich gibt es andere Lebenssituationen, und meine ist ganz bestimmt nicht schlecht. Das weiß ich auch zu schätzen! Aber grundsätzlich hatte ich eben einen anderen Lebensentwurf im Kopf, ohne das früher so recht zu wissen.
Für solch eine Planung war damals einfach kein Platz in meinem Kopf, weil ich genug mit der Realität zu tun hatte. Dann konnte ich keine Kinder (und damit Familie) mehr bekommen, den Rest kennst du. Damit habe ich versucht, mich zu arrangieren.
HEUTE geht es mir so wie Kranich: "...Nur manchmal so aus heiterem Himmel, sehe ich eine Frau mit einem süßen Kind, sehe eine Schwangere, sehe einen Vater, der mit seinem Kind spielt. Und dann heult alles in mir auf - ich will auch, warum ich nicht. Und dann gehe ich ganz deprimiert nach Hause und bin zutiefst von mir und dem Leben enttäuscht..." :regen:

EIGENTLICH bin ich genau das Gegenteil einer Jammersuse. Die Menschen, die mich kennen, würden micht vermutlich durchweg als fröhlich, aktiv, lebensfroh und ihre Probleme immer meisternd beschreiben. Das stimmt eben eigentlich auch.
Aber dieses "Und nun" oder "Wozu" erwischt mich immer häufiger. So stark, dass mir mitten in einer geschäftlichen Besprechung, ausgelöst durch ein Wort oder eine Geste, plötzlich das Wasser in die Augen schießt und ich erst mal aufs WC flüchte. :nudelholz:
Wenns nur so 15 Mal im Jahr wäre, würde ich ja drüber lachen... Ist aber eben wesentlich häufiger.

Nugats Idee ist eigentlich ganz Klasse. Aber mir kommt es vor, als käme irgendwie ständig jemand aus der Vergangenheit mit dem Müllbeutel zurück und stellt ihn mir wieder vor die Tür.

Was gibt es für Möglichkeiten, diese Retourkutsche :nudelholz: :nudelholz: :nudelholz: zu unterbinden? Das immer mal wieder Teile aus so einem Sack auftauchen, ist mir klar. Und das ab und zu mal einer stehen bleibt, wäre auch OK.
Nicht OK ist, den fröhlichen Menschen, der ich eigentlich bin, nur noch für andere zu spielen. :pc kaputt:

He, ich hoffe, ich überstrapazier euch nicht? :blumengabe:

Lieben Gruß,
Wolfsstern

Inaktiver User
14.07.2006, 10:31
Moin Wolfsstern,

das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten- in deinem Fall die Vergangenheit, und zwar hauptsächlich der Teil, der mit deinem ehemaligen Lebensentwurf zu tun hat, wird genährt. Das heißt, wir füttern es mit Energie, es wird immer stärker, obwohl wir diese Gedanken ja eigentlich los werden wollen.

Wenn du bewusst die Aufmerksamkeit ins Jetzt richtest, indem du die Segnungen und den Reichtum deines jetzigen Lebens, so wie du es lebst, wahrnimmst, stärkst du diesen Bereich und entziehst den Erinnerungen ans Vergangene automatisch Futter.

Auch dazu gibt es ein Ritual (eins von vielen): Augen zu, entspannen und alles an dir loben, was dir wirklich gefällt an dir. Ohne Wenn und Aber. Das kann alles sein: deine Kochkünste, deine Intelligenz, deine Fähigkeit, gut zuhören zu können, die Weichheit deiner Haut.
Dann lobst du alles in deiner Umgebung und bedankst dich dafür: Also z.B. die Bilder an der Wand, die dich erfreuen, dein Bett, in dem du so gut schläfst, die Zärtlichkeit deines Partners, deine Pflanzen, was auch immer.

Wenn du dir täglich nur ein paar Minuten Zeit dafür nimmst (am Anfang fällt es schwer, weil es so ungewohnt ist, wir kritisieren ja meist gewohnheitsmäßig gern herum) wird dir klar, was für ein ungeheurer Reichtum im Alltag steckt, im Leben im Jetzt. Ich fühle mich danach immer ganz wunderbar- vielleicht magst du es ja mal ausprobieren, wenn du ganz erhöhten Bedarf an Fröhlichkeit hast? :knicks:

Schrecklich
14.07.2006, 11:45
Dann lobst du alles in deiner Umgebung und bedankst dich dafür: Also z.B. die Bilder an der Wand, die dich erfreuen, dein Bett, in dem du so gut schläfst, die Zärtlichkeit deines Partners, deine Pflanzen, was auch immer.





Und woran hälst du dich fesst, wenn du selbst das nicht hast?

Inaktiver User
14.07.2006, 11:59
@Schrecklich

Es gibt IMMER etwas- und sei es die Luft, die du atmest, das Wasser, das du trinkst, alles, was du berühren kannst, ob mit den Augen, den Händen, der Phantasie.

Inaktiver User
14.07.2006, 13:45
Als ich Nougats posting erst las, habe ich auch gedacht, die hat ja gut reden. Aber der 2. Hinweis - es gibt immer etwas Positives - stimmt, wenn man mal kurz nachdenkt. Ich stehe mit beiden Beinen in der Realität, kann aber Nougat nur recht geben - jeder hat jeden Tag seine Erfolgserlebnisse, erlebt Schönes und Positives. Dummerweise ist nur nicht bei jedem der Blick dafür geschärft.Jedes Ereignis hat 2 Seiten - welche wesentlich ist, hängt von dem eigenen Blickwinkel ab. Natürlich ist mein Patenkind kein Ersatz für ein eigenes Kind. dafür habe ich aber nur die Sonnenseiten dieses Kindes. Wenn er krank ist, 5x pro Nacht das Bett vollgekotzt hat, ist die glückliche Mutter die ganze Nacht unterwegs. Ich diskutiere nicht ein ganzes Wochenende, dass er sein Zimmer aufräumt, muss nicht permanent Berge von Wäsche verarbeiten, über das Fernsehprogramm diskutieren und kann am Wochenende ausschlafen, usw. Also das kein Kind haben hat auch seine guten Seiten.

Ich habe irgendwann mal für mich festgestellt, dass ich, wenn das heulende Elend über mich kommt - und eine Zeitlang war das deutlich öfters als 1 mal pro Woche, ich geneigt war, mich dann auch selbst so richtig fertig zu machen. Ich zog meine blödesten Anziehsachen an, ging ungeschminkt am Wochenende in die Stadt, sah aus wie das heulende Elend und habe mir dann auch noch Mist gekauft, über den ich mich dann zu Hause ärgerte. Heute tue ich mir bewußt etwas Gutes, kaufe mir einen Blumenstrauß, koch mir was leckeres oder was immer mir einfällt. Und was ich für mich auch entschieden habe, weil das mir auch immer wieder weh tut: Ich gehe grds. zu keiner Hochzeit. Ich meide konsequent Situationen, von denen ich vorher weiß, dass sie mich runterziehen. So nach dem Motto, wenn ich keine Schwangeren sehen will, gehe ich in den Wald joggen und nicht in die Nähe von Spielzeugabteilungen.

Außerdem habe ich angefangen, bewußt etwas Gutes zu machen. Ich habe nämlich festgestellt, dass man sich selbst gut findet, wenn man für andere was tut. Also mache ich mal einem wildfremden Menschen, der vor mir in der Schlange steht, ein Kompliment zu irgendwas.Oder ich bedanke mich mal ganz bewußt bei einer Verkäuferin für deren gute Beratung. Mich erstaunt es immer wieder, wie strahlend Menschen werden, wenn man ihnen was Nettes sagt.

Kranich :zauberer:

Inaktiver User
14.07.2006, 14:40
Außerdem habe ich angefangen, bewußt etwas Gutes zu machen. Ich habe nämlich festgestellt, dass man sich selbst gut findet, wenn man für andere was tut. Also mache ich mal einem wildfremden Menschen, der vor mir in der Schlange steht, ein Kompliment zu irgendwas.Oder ich bedanke mich mal ganz bewußt bei einer Verkäuferin für deren gute Beratung. Mich erstaunt es immer wieder, wie strahlend Menschen werden, wenn man ihnen was Nettes sagt.

Das mach ich auch, Kranich, und es tut wirklich gut :lachen: Weil du, wenn du jemanden oder etwas lobst, deine eigene Energie mit stärkst. Und alles, was du lobst, lädst du auch gleichzeitig in dein eigenes Leben ein - self-fulfilling prophecy sozusagen. Wenn ich Freundlichkeit aussende, ziehe ich auch Freundlichkeit an :krone auf:

Inaktiver User
14.07.2006, 15:50
@ Wolfstern,
solche Gedanken sind im unseren Alter normal. Ich, 48, habe auch keine Kinder und manchmal bedauere ich das. Allerdings ist es jetzt zu spät und ich muss damit leben. Unser Alter zwingt uns, Dinge endgültig anzunehmen, zu akzeptieren.
Das ist erst mal hart, ich weiß.
Du fragst "für wen?" Für Dich.
So langsam beginne ich darin einen Reifungsprozeß zu sehen, etwas was mich weiterbringt.

Dann bleibt da die Frage mit dem Kind..niemand hat ein Recht, ohne Dich und ihn zu kennen, Dich zu verurteilen, schon gar nicht online und anonym.
Du hattest Deine Gründe für Deine Entscheidung, und du musst damit leben. Ich weiß nicht, was ich an Deiner Stelle gemacht hätte.

Glaub'mir, es gibt auch Frauen mit Kindern, die sich fragen, ob sie eigentlich optimal gelebt haben. Es ist nun mal so, daß man ab einem bestimmten Alter alles hinterfragt, um zu sehen, wie man weiterleben möchte. Darin liegt eine Chance für Dich, auch wenn es erst mal belastend aussieht: Du kannst vieles für Dich klären.

@LichtereChakren
Du machst es Dir etwas einfach.
Der Mann führt also im Spirituellen die Frau? Ist es nicht so, daß der/die Stärkere führt, wobei dies variieren kann? Zeitweise er, zeitweise sie? Ich hatte überhaupt die Hoffnung, daß wahre Spiritualität ohne "Führer" auskommt. Ich habe immer den Verdacht, daß Leute beiderlei Geschlechts, die irgendwen führen wollen, zuviel Selbstbestätigung von außen brauchen und ziemlich weit unten auf der spirituellen Leiter stehen. Ich bin Führungsansprüche, die sich lediglich auf Männlichkeit berufen, etwas allergisch.

In einem Fall sprichst Du der Frau jedoch Führungsqualität zu, nämlich wenn es um ungeborenes Lebens geht. Eine Wahl lässt Du ihr jedoch nicht.
Die Frau hat sich in jedem Fall für das Leben zu entscheiden... Und natürlich für den Mann, selbst wenn sie dadurch die Liebe ihres Lebens, ihren Halt usw. verliert. Auch hier machst Du es Dir recht einfach. Du kennst den genauen Sachverhalt nicht, traust Dir aber aus der Ferne spirituell richtige Entscheidungen zu.
Und ich dachte immer, spirituelle Persönlichkeiten wären behutsam mit der Einschätzung der Lage anderer Menschen.
Hm - wieder was gelernt.

LG Ruby

Wolfsstern
14.07.2006, 16:21
Ihr Lieben,

und danke Ruby, für deine aufbauenden Worte. Ich habe jetzt erst einmal viel Stoff zum Nachdenken für dieses Wochenende. Für mich kristallieren sich bei all euren Antworten bisher hauptsächlich drei Dinge heraus:

1.) Familie und vor allem Kinder können etwas Wunderbares sein. Müssen es aber nicht.
2.) Hinterfragen, wieviel Wert man für sich selbst besitzt. Hier scheinen viele ab 40 (ob mit oder ohne Kind) in eine Krise zu kommen, die es zu überwinden gilt.
3.) Vergangenheitsmüll und überflüssige Schuldgefühle zu entsorgen (der Gedanke gefällt mir nach wie vor; danke, Nugat, für die konstruktiven Tipps)

Der Computer wird aus bleiben und ich werde versuchen, ausgiebig den Sommer zu genießen. Und ich wünsche euch allen für die zwei Tage ebenfalls rundum Sonnenschein.

Liebe Grüße
Wolfsstern

LichtereChakren
16.07.2006, 11:03
@LichtereChakren
Du machst es Dir etwas einfach.


Hallo Ruby!
Es ist tatsächlich so, daß sich durch spirituelle Betrachtung alles vereinfacht! :smile:



Der Mann führt also im Spirituellen die Frau? Ist es nicht so, daß der/die Stärkere führt, wobei dies variieren kann? Zeitweise er, zeitweise sie?



Die Führung geschieht bei einem spirituellen Paar bzw. beim Dualpaar in der geistigen Welt (Himmel). Ein "Stärkerer" hat in archaischen Gesellschaften geführt (mit keineswegs positiven Folgen), ein "Spirituell weit Entwickelter" sollte führen; allerdings ist dies bei "menschlichen Paaren" häufig nicht der Mann, deswegen entstehen viele in BRICom-Strängen genannte Problematiken. Durchaus kann bei manchen Entscheidungen eines in der Regel spirituell unvollkommenen Paares "sie" näher an der spirituellen Wahrheit liegen, bei manchen "er". Prinzipiell liegt das Führen des Paares mehr dem Männlichen als dem Weiblichen (Nicht von ungefähr "führt" z.B. bei "Standardtänzen" der Mann die Frau :smirksmile:). Sieht man ein Paar (Familie) als Kreis, obliegen bei einem spirituellen Paar dem Mann die Aufgaben außerhalb der Kreisumrandung, die Frau gestaltet das Kreisinnere.




Ich hatte überhaupt die Hoffnung, daß wahre Spiritualität ohne "Führer" auskommt.


Wer spirituell vollkommen ist, braucht keinen Führer mehr, sondern handelt aus sich selbst; in der Regel kann aber immer jemand, der auf einem Gebiet spirituell weiter entwickelt ist als ein anderer, den anderen "führen" (wobei "führen" nicht bedeutet: "Mach', was ich sage", sondern man dem anderen vielleicht einen Rat gibt, aber seinen freien Willen zur eigenen freien Entscheidung vollkommen respektiert).




Ich habe immer den Verdacht, daß Leute beiderlei Geschlechts, die irgendwen führen wollen, zuviel Selbstbestätigung von außen brauchen und ziemlich weit unten auf der spirituellen Leiter stehen.



Da hast Du prinzipiell recht, z.B. bzgl. machthungriger Politiker.




Ich bin Führungsansprüche, die sich lediglich auf Männlichkeit berufen, etwas allergisch.



Spiritualität ist entscheidend, nicht das männliche Geschlecht.




In einem Fall sprichst Du der Frau jedoch Führungsqualität zu, nämlich wenn es um ungeborenes Lebens geht.


Nicht der Frau prinzipiell diesbezüglich, sondern dem, der näher an der spirituellen Wahrheit (Abtreibung ist gegen das (spirituelle) Gesetz) steht.




Eine Wahl lässt Du ihr jedoch nicht.
Die Frau hat sich in jedem Fall für das Leben zu entscheiden... Und natürlich für den Mann, selbst wenn sie dadurch die Liebe ihres Lebens, ihren Halt usw. verliert.


Sich für oder gegen die spirituellen Gesetzte zu entscheiden, steht jedem frei!
Nur ist die Entscheidung für das spirituelle Gesetz immer die bessere Entscheidung - egal was andere davon halten oder wie andere darauf reagieren! Warum hätte sie nicht, falls dieser Mann gegangen wäre, einen Mann finden können, der sie + Kind liebt, einen Mann, der keine Affären benötigt etc.? Und wer kann sagen, ob dieser Mann bei ihr bleibt, wenn Wolfsstern nur alles tut, was er sagt???




Auch hier machst Du es Dir recht einfach. Du kennst den genauen Sachverhalt nicht, traust Dir aber aus der Ferne spirituell richtige Entscheidungen zu.
Und ich dachte immer, spirituelle Persönlichkeiten wären behutsam mit der Einschätzung der Lage anderer Menschen.



S.o. - ich habe auf einen spirituellen Sachverhalt hingewiesen, der immer gültig ist, egal ob die Lage nun rosa oder orange ist.




Hm - wieder was gelernt.



Schön! :smirksmile:


LG

<font color="orange">LichtereChakren [/COLOR]

meta1
16.07.2006, 11:04
"...Nur manchmal so aus heiterem Himmel, sehe ich eine Frau mit einem süßen Kind, sehe eine Schwangere, sehe einen Vater, der mit seinem Kind spielt. Und dann heult alles in mir auf - ich will auch, warum ich nicht. Und dann gehe ich ganz deprimiert nach Hause und bin zutiefst von mir und dem Leben enttäuscht..."




Siehst du, das ist doch auch so ein Punkt.
Und wer sagt dir, dass die Frau mit dem süßen Kind nicht zu Hause sitzt und sichdie Augen aus dem Kopf weint, weil der Vater des Kindes sie grad verlassen hat oder sie festsgtellen musste, das er eine andere hat.
Und der spielende Vater vielleicht grad seinen Nachmittagmit dem Kind hat, das er sich hart erkämpfen musste.


Nein, egal wie wir uns unsere Leben irgendwann mal vorgestellt hatten, die wenigsten haben am Ende auch tatsächlich dann das Leben bekommen.
Und da weiß ich, wovon ich rede.

Schrecklich
16.07.2006, 11:13
Außerdem habe ich angefangen, bewußt etwas Gutes zu machen. Ich habe nämlich festgestellt, dass man sich selbst gut findet, wenn man für andere was tut. Also mache ich mal einem wildfremden Menschen, der vor mir in der Schlange steht, ein Kompliment zu irgendwas.Oder ich bedanke mich mal ganz bewußt bei einer Verkäuferin für deren gute Beratung. Mich erstaunt es immer wieder, wie strahlend Menschen werden, wenn man ihnen was Nettes sagt.

Das mach ich auch, Kranich, und es tut wirklich gut Weil du, wenn du jemanden oder etwas lobst, deine eigene Energie mit stärkst. Und alles, was du lobst, lädst du auch gleichzeitig in dein eigenes Leben ein - self-fulfilling prophecy sozusagen. Wenn ich Freundlichkeit aussende, ziehe ich auch Freundlichkeit an





Nugat, wenn du das alles so kannst, dann: Hut ab.

Dass Mitmenschen dich anstrahlen, weil du sie freundlich, respektvoll und nett behandelt hast, das ist mir bekannt. Das begegnet mir täglich, auch durch meinen Beruf.
Und dann, du kommst vielleicht gut gelaunt von deiner Arbeit nach Hause und dort erwartetdich wieder der blanke Horror. Du überlegst dir schon, ob de überhaupt nach Hause gehen sollst. Aber du weißt, dass du musst - dein Pflichtgefühl.
Und spätestens, wenn du die letzte Kurve nimmst, wenn das Haus in dem du wohnst, zu sehen ist, dann ist auch Schluß mit guten Gedanken oder Gefühlen.

Tabea57
16.07.2006, 16:19
Schrecklich,

Du kannst Deine guten Gedanken und Gefühle nicht mit nach Hause nehmen?
Oder sie werden Dir zu Hause durch irgendwas (irgendwen?) kaputt gemacht?

Bei Dir steht Pflichgefühl gegen persönliches Glück? Aber hast Du nicht
auch und zu allererst Pflichten Dir selbst gegenüber?

Vielleicht ein bißchen viele Fragen, deshalb, hier: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: für Dich, genau wie die Sonne
auf Deiner Terasse/Balkon.

Schicke Dir gute Wünsche!

Tabea57

Inaktiver User
16.07.2006, 17:00
@meta1

Und wer sagt dir, dass die Frau mit dem süßen Kind nicht zu Hause sitzt und sichdie Augen aus dem Kopf weint, weil der Vater des Kindes sie grad verlassen hat oder sie festsgtellen musste, das er eine andere hat.
Und der spielende Vater vielleicht grad seinen Nachmittagmit dem Kind hat, das er sich hart erkämpfen musste.



Klar, das weiß ich - aber das ist ja das Gemeine - jedenfalls an meinen Weltuntergangsstimmungen: Jeder Realitätssinn geht verloren. Ich bin dann die Ärmste, Verstossene, die keiner lieb hat, die einzig ungewollt Kinderlose auf diesem Planeten. Alle haben dann süße, nette Kiddies und ich noch nicht mal einen Hund. Ich bin dann die Bedauernswerte und weil keiner da ist, der mich bedauert, besonders auch weil diejenigen, die da wären, gar nicht die Dramatik meiner Sorgen erkennen, bedauere ich mich ganz intensiv selbst :heul: --- und dann gehe ich am liebsten ins Bett :schlaf gut: und am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne :Sonne:



Nugat, wenn du das alles so kannst, dann: Hut ab.


@schrecklich
weil das ja von mir kam: Ich kann das auch nicht immer. Es gibt auch Tage, da warte ich sozusagen darauf, dass mir irgendjemand querkommt und dann :nudelholz: :gegen die wand: Aber mir ist das mittlerweile bewußt und dann steuere ich bewußt dagegen. Bei mir hilft es , nicht immer aber immer wieder.......
Kranich :zauberer:

Wolfsstern
17.07.2006, 10:18
Hallo @,

es war ein wunderschönes Sonnenwochenende, vorallem bei den vielen Seen, die von uns aus schnell zu erreichen sind und die zum Baden einladen. Dass macht es natürlich viel leichter, positiv zu denken. Außerdem habe ich mal versucht, mich ein wenig an Nugats Regeln zu orientieren. Also, immer wenn meine Gedanken ins Grau abtreiben wollten, habe ich versucht, bewußt an etwas positives zu denken. Immerhin, diesmal hat es ganz gut funktioniert - aber es erfordert natürlich auch deutliche Selbstdisziplin. Und ich weiß auch noch nicht, wie es funktioniert, wenn die Tage regnerisch grau sind und zudem die Regel ins Haus steht...




Dass Mitmenschen dich anstrahlen, weil du sie freundlich, respektvoll und nett behandelt hast, das ist mir bekannt. Das begegnet mir täglich, auch durch meinen Beruf.
Und dann, du kommst vielleicht gut gelaunt von deiner Arbeit nach Hause und dort erwartetdich wieder der blanke Horror. Du überlegst dir schon, ob de überhaupt nach Hause gehen sollst. Aber du weißt, dass du musst - dein Pflichtgefühl.
Und spätestens, wenn du die letzte Kurve nimmst, wenn das Haus in dem du wohnst, zu sehen ist, dann ist auch Schluß mit guten Gedanken oder Gefühlen.



Ich kenne deine Geschichte nicht - aber was du schreibst, hört sich nicht gut an. So schlimm ist es bei mir wirklich nicht. Was ist es, was dich in diese Stimmung bringt? Magst du es kurz erzählen oder einen Link in einen Strang abgeben, in dem du bereits darüber berichtet hast?

Lieben Gruß dir :blumengabe: :blumengabe:,
Wolfsstern

Inaktiver User
17.07.2006, 11:54
Hi LichtereChakren,
ich finde Spiritualität ziemlich schwierig, sie regt unentwegt zum Nachdenken an - und nun sag mit bitte nicht, daß dies einfach ist :smirksmile:
Man muss in gewisser Weise viele Frösche küssen, bis man seiner Wahrheit ein wenig näher kommt, es tut oft weh und ist schwierig.

Nunja, beim Tanzen mag der Mann führen. Zumindest bei den Tänzen in unserer Kultur. Aber daraus gleich weitere Führungsansprüche ableiten? Warum soll es Mann von Natur aus fähiger/besser/führungsbereiter als eine Frau sein?
Mann und Frau sind gleichwertig, aber unterschiedlich.
Ich finde es schade, daß die weibliche Seite, die beschützende, mütterliche, weise, nicht mehr Gewicht in unserer Welt hat, wobei Männer durchaus diese Eigenschaften auch haben können.

Deine Definition von "führen" gefällt mir: jemanden beraten, ohne ihn zu zwingen.
Nur: die meisten definieren es anders. Führen ist für viele mit Gewalt verbunden, mit
Zwang, damit, jemand als unterlegen zu betrachen, der geführt werden muss.
Oft fühlt sich der Führende überlegen, und der Geführte verlässt sich gerne blind auf seinen Herrn und Meister.
Ich finde, es ist ein verhängnissvoller Kreislauf. Jeder sollte für sich selbst Verantwortung übernehmen und anderen Menschen ihre Unterschiedlichkeit lassen.
Nein, ich halte nichts davon, einen Führer anzuerkennen, bleibe lieber selbst wach und mißtrauisch und übernehme Verantwortung für mich.

Der Mann kümmert sich um das Äußere, die Frau um das Innere...warum kümmern sich nicht beide um beides? Wer bestimmt das? Doch jeder für sich selbst, oder?
So gehen dem inneren viele positive männliche Eigenschaften verloren und dem Äußeren des Kreises viele positive weibliche. Ich glaube, unsere Welt sähe besser aus, wenn in der großen Politik mehr Weiblichkeit angesagt wäre, und im familiären Bereich mehr männliches.

Ich kann nicht sagen, ob Wolfsblut falsch gehandelt hat.
Ich muss für mich entscheiden, nicht für andere. Wer weiß, ob da noch mal jemand des Weges gekommen wäre, den sie akzeptieren kann? Vielleicht ist alles gut so, wie es ist.
Wir haben nicht das Recht, zu urteilen, denn wir kennen weder sie noch ihre Situation genau. Woher willst du wissen, daß sie nicht sehr glücklich mit ihrem Mann ist? Und woher willst du aus der Ferne beurteilen, daß sie alles tut, was er sagt?
Das meine ich mit es sich einfach machen. Wir können nicht urteilen, ich zumindest lasse das lieber...
Weißt Du, Du hast einen spirituellen Sachverhalt erklärt, aus Deiner Sicht.
Aber (ich meine das nicht böse oder verletztend), auch Du weißt nicht alles. In diesem Fall wissen das nur Gott und Wolfsblut.
Ich bitte Dich nur, vorsichtig und behutsam mit Deinen Einschätzungen zu sein.
Ruby

Wolfsstern
20.07.2006, 13:19
Hallo ihr,

gestern bin ich mit Sonnenbrille nach Hause gefahren... aber nicht wegen des Super-Sommer-Wetters, sondern um meine Augen hinter den dunklen Gläsern verbergen zu können. Hatte so eine richtige Gefühls-Achterbahn hinter mir. Aber der Reihe nach:
Musste gestern beruflich auf eine medizinische Veranstaltung, auf der über verschiedenes berichtet wurd. Ein Programmpunkt sollte u.a. Hormone und Frauen im Alter sein (also Hormonersatztherapie oder nicht usw.).
Das fiel dann aus, weil der Referent krank war. Als Ersatz wurde über unerfüllten Kinderwusch, dessen Gründe und mögliche Gegenmaßnahmen referiert.

Eh... könnt ihr euch das vorstellen? Raus konnte ich nicht, meine innerliche Achterbahnfahrt durfte aber auch keiner merken. War schließlich beruflich da. Zu Hause habe ich micht in den Garten auf die Liege verzogen und war nicht ansprechbar.
Habe ich bis jetzt nicht so richtig klar bekommen. :regen:

Lieben Gruß
Wolfsstern

PS.: Ruby, ich finde deine Worte, die du gefunden hast und die ich gerade noch einmal gelesen habe, sehr einfühlsam. Denn Dinge, die geschehen, auch und gerade die, die man aktiv mitgestaltet, haben immer Gründe. Und die sind häufig so komplex, dass sie schwer zu vermitteln sind. Auch bei mir ginge die Geschichte noch wesentlich weiter, gehört aber eigentlich nicht zu meiner Erstfragestellung.

Inaktiver User
20.07.2006, 13:36
Hallo Wolfsstern,
danke erstmal...

Es ist oft so, daß Dinge, die uns nahe gehen, uns verstärkt über den Weg laufen, quasi als Aufforderung, sie zu beachten, sie zu bearbeiten und ihnen Raum zu geben. Du wirst merken, daß diese Themen kleiner werden, wenn Du ihnen Aufmerksamkeit gezollt hast. Du wirst sie langsam aber sicher ein Stück loslassen können, Frieden damit schließen und Dir sagen können: "es ist wie es ist und ich mache das Beste damit".
Es tut mir leid, daß Du gerade in so einen Vortrag geraten musstest und daß es Dir jetzt erst mal schlecht geht.
Vielleicht ist es dir ein Trost, daß jede Träne ein wenig Heilung in sich trägt?
Trauer und Schuldgefühle sind was, was man langsam verdaut, was einem immer wieder aufstösst. Es verändert einen. Nur darf man nicht drin steckenbleiben.
Ich drück' Dir ganz feste die Däumchen,
Ruby

LichtereChakren
20.07.2006, 15:38
Der Mann kümmert sich um das Äußere, die Frau um das Innere...warum kümmern sich nicht beide um beides? Wer bestimmt das? Doch jeder für sich selbst, oder?


Um das OT-Thema fortzuführen:

Männer und Frauen unterscheiden sich ja nicht nur in primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, sondern bekanntermaßen auch in Gefühls- und Denkstrukturen, verursacht durch verschiedene, sich dual ergänzende geistig-seelische Partikelstrukturen.

Männer sind in dieser Partikelstruktur zu zwei Dritteln männlich und zu einem Drittel weiblich, Frauen zu zwei Dritteln weiblich und zu einem Drittel männlich - demzufolge können zwar Männer weibliche Aufgaben übernehmen und umgekehrt, aber am wohlsten fühlen sich beide Geschlechter in ihren geistigen "Stammrollen".

Amüsant fand ich z.B. den Test in der Sendung "Typisch Mann - typisch Frau" vor einigen Monaten.

10 Testmänner vor der Tür zu einem Raum. Sie wissen nicht , was sich im Raum befindet, nur, daß sie sich 5 Minuten darin aufhalten müssen.

Die Tür geht auf - die Männer sehen sich 5 Babies auf Tischen in flachen Bettchen gegenüber.

Gespräch der Männer: "Die sind versorgt - wir müssen nichts tun!" "Nee - brauchen wir nicht!"

Mit verschränkten Armen und Blick auf die Kleinkinder bleiben sie im Türbereich stehen, bis die 5 Minuten abgelaufen sind.

Nun werden die 5 Frauen hereingelassen: Laut jubelnd "Babies, ach wie süüüüß!" laufen sie auf die Kleinkinder zu, die aus den Bettchen genommen und bemuttert werden. Testprotokoll: 8 von 10 Frauen nahmen die Kinder in den Arm und beschäftigten sich mit ihnen.

Daß Männer besser für äußere und Frauen besser für innere Angelegenheiten prädestiniert sind, zeigt auch die einfache spirituelle Betrachtung: Das Genital des Mannes kehrt sich nach außen, das der Frau nach innen.




Und woher willst du aus der Ferne beurteilen, daß sie alles tut, was er sagt?



Da hast Du den Kausalsatz ("wenn") nicht verstanden, Ruby. Wolfsstern hat unter einer 'Drohung' getan, was er wollte; kann aber nicht sicher sein, daß die Prämisse "Tun, was er sagt" ihn an sie bindet.




Woher willst du wissen, daß sie nicht sehr glücklich mit ihrem Mann ist?


Dann gäbe es diesen Strang nicht.




Ich bitte Dich nur, vorsichtig und behutsam mit Deinen Einschätzungen zu sein.


Klingt, als wolltet Du nahelegen, "unangenehm auffassbare" Einschätzungen zu verschweigen und möglichst nur positive Statements abzugeben :schild uups:.

Das ist "menschlich" und nicht spirituell gedacht, denn aus "unangenehm Auffaßbares" läßt sich genausogut Positives herauslesen (wenn man es umdreht) und jeder auf dem spirituellem Weg Befindliche freut sich über Kritisches, denn daraus lassen sich die meisten Erkenntnisse gewinnen. Zudem ist jede(r) frei, alles was hier geschrieben wird, anzunehmen, abzulehnen oder dazu mit den Schultern zu zucken.

Zudem habe ich (noch) gar keine Einschätzung von Wolfssterns Lage gegeben (dazu sind auch nur Fragmente bekannt), sondern Allgemein-Spirituelles zu einem Schwangerschaftsabbruch genannt.

Eine Einschätzung könnte lauten: "Wolfsstern hat sich an einen Mann gehängt, der Lichtblicke aufweist, aber mit den Füßen im Ego-Sumpf steckt. Nun, als sie merkt, daß sie mit einsinkt, schaut sie um sich und ruft: "Und nun?" ".

(Die Antwort schrieb ich oben)


LG

<font color="orange">LichtereChakren[/COLOR]

Inaktiver User
20.07.2006, 17:05
Hi Lichterechakren,
Du verallgemeinerst ein wenig, sorry.
Längst nicht jeder Mann lässt ein Baby hilflos auf einem Tisch liegen, längst nicht jede Frau hüpft begeistert los, wenn sie ein Baby sieht.
Außerdem: was hat es mit Führungsqualitäten zu tun, ob jemand ein Baby bemuttert oder nicht? Meine Meinung: das Verhalten ist in einer Gemeinschaft erwünscht, egal, ob Mann oder Frau sich kümmert.
Es kommt immer auf den Einzelnen an. "Die" Frau oder "den" Mann gibts eh' nicht.

Zu Deiner Betrachtung der Genitalien: also bei mir zumindest wölben sich die Brüste nach außen :blumengabe:

Es kann Probleme geben, auch wenn man einen Mann liebt.
Das weiß ich als langjährige Ehegattin (immerhin meist glückliche Jahre) sehr gut.
Mein Gatte weiß nämlich sehr genau, womit er mich ärgern kann - und da er auch nur ein Mensch ist, tut er dies manchmal. Aber Trennung? Nö.
Aber sich seine Wut mal von der Seele reden, mal andere Meinungen hören, finde ich produktiv. Ich möchte nur nicht verurteilt werden, da ich immer nur einen Teilbereich meines Lebens darstellen kann.

Ich rate immer zur Vorsicht, wenn es um das Beurteilen anderer Beziehungen und Menschen geht.

Woher willst du wissen, ob er Wolfsstern bedroht hat?
Vielleicht hat sie sich bedroht gefühlt? Ich meine, wir können ihre Lage und Beziehung nicht genau einschätzen und sollten deshalb eher mit Zurückhaltung reagieren. Wir sind für das, was wir tun, verantwortlich, nicht für die Taten anderer.

Und nein, man darf die Dinge ruhig beim Namen nennen und Tachles reden.
Ich denke nur dabei immer daran, Distanz zu bewahren, mir nichts anzumaßen und zu beachten, daß ich auch nur ein fehlerhafter Mensch (und nur eine Frau) bin.
LG Ruby

Wolfsstern
03.08.2006, 16:37
Hallo Ruby,


Woher willst du wissen, ob er Wolfsstern bedroht hat?
Vielleicht hat sie sich bedroht gefühlt? Ich meine, wir können ihre Lage und Beziehung nicht genau einschätzen und sollten deshalb eher mit Zurückhaltung reagieren. Wir sind für das, was wir tun, verantwortlich, nicht für die Taten anderer.
Das zeugt von einem sehr überlegten Menschen, der erst einmal abwartet, bevor er urteilt. Dafür danke ich dir.

Nur, was ist schon "Bedrohung"? Wenn mein Mann beispielsweise gesagt hätte: "Ich gehe, wenn du dieses Kind bekommst?"
Das hat er nämlich nicht. Er hat es nicht gesagt. Seine nonverbale Kommunikation hat das schon: Seine Gestik, seine Mimik, sein Ton. Trotzdem könnte er immer mit Fug und Recht behaupten: "Ich habe nie gesagt, dass ich dich verlassen werde. Ich habe nur gesagt, dass ich keine Kinder mehr will"

Vielleicht ist das auch Teil meines Problemes: Ich glaubte fest daran, dass er gehen würde. Heute denke ich: "Aber gewusst hast du es nicht. Vielleicht hätte er sich sogar gefreut?"

Und wenn ich ihn dann mit einem seiner (erwachsenen) Kinder sehe, dieses tiefe, innige Miteinander, dann könnte ich heulen (oder tue es). Zumal er auch offen zugibt, dass er meine Gefühle nicht nachvollziehen kann, weil er sich eben nicht vorstellen kann, wie es wäre, ohne Kinder zu sein - da er sie ja schon so lange hat.

Nach vorne gucken, ich weiß. Das Glas ist nicht halbleer, sondern halbvoll. Sich über die Sonne freuen. Fällt nur so verdammt schwer. :unterwerf:

Lieben Gruß, Wolfsstern

Inaktiver User
05.08.2006, 13:13
Danke, Wolfsstern. Ich urteile nicht und möchte auch nicht, daß über mich geurteilt wird. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum Männer automatisch mit mehr Führungsqualitäten ausgestatten sein sollen, nur weil ihre Genitalien aussen liegen...

Ich weiß, daß man Dinge, die man getan hat oder die geschehen sind, nicht mehr ändern kann - nur die Sichtweise.
Jetzt malst du, das, was nicht ist, in rosigen Farben - sei gewiss, auch das ist nicht die Realität. Du bist gerade dabei, das was war, zu bearbeiten, und das kann Dir niemand abnehmen.
Du hattest damals einen Grund, ob der nun richtig/moralisch einwandfrei war, weißt Du heute nicht mehr so recht.
Ich bin nicht sonderlich religiös, aber ein Bibelspruch beeindruckt mich: "wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein"
Auch andere haben ihr Päckchen zu tragen und müssen trotzdem weitermachen, damit leben und erkennen, daß das Leben trotzdem lebenswert und schön ist.
Falls Du es nicht alleine schaffst, wäre vielleicht ein Therapie hilfreich? Da wirft Dir niemand was vor und Du hättest die Chance, mir Dir ins Reine zu kommen. Dann kannst Du Dich, Deine Vergangenheit so wie es ist annehmen und Dich auch wieder von ganzem Herzen über die Sonne freuen.
Alles liebe wünscht Dir Ruby