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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum glaubt Ihr, gehen die Menschen fremd?



Lycie
02.07.2006, 23:32
Hallo,
Ich habe jetzt hier ein bisschen mitgelesen. Das Thema Fremdgehen ist doch ein ganz gewaltiges. Auch im Freundes-/Bekanntenkreis gehen z.B. verheiratete Männer fremd.
Aber es scheinen auch viele auch Frauen gehen fremd.
Wenn man in Chats unterwegs ist, trifft man viele Männer (wahrscheinlich auch Frauen) die eine Affäre suchen. Wieviele Frauen haben sog. Kuckuckskinder.
Was glaubt Ihr, warum das so ist?

Ist Treue im Menschen nicht verankert?
Ist Treue etwas Widernatürliches?

Lena1234
03.07.2006, 09:06
Hallo Lycie!
Ich denke wenn sich die Fremdgänger bewußt wären was für einen Schaden sie anrichten und was für Auswirkungen ein Seitensprung haben kann würden sie die Finger davon lassen. Viele Menschen können aber leider wohl nicht soweit vorausdenken und lassen sich treiben. Hat sicher auf viel mit Egoismus zu tun und einem Unvermögen sich in andere hereinzudenken.
Außerdem bin ich der Meinung dass sich heutzutage in unserer Spaßgesellschaft jeder das nimmt was er grade gerne möchte. Andere machen es ja auch und fremdgehen ist alltäglich geworden. Dank Internet und SMS etc. ist es ja auch ein leichtes sich außerhalb der Partnerschaft nach anderen umzusehen. Alle machen es und alle machen mit :grmpf: Ich sag nur Schafherde...

Musiker12
03.07.2006, 09:33
Außerdem bin ich der Meinung dass sich heutzutage in unserer Spaßgesellschaft jeder das nimmt was er grade gerne möchte



Das kann man so nicht sehen. Fremdgegangen wird schon seit Menschengedenken. Im übrigen behaupte ich mal, dass der Seitensprung in den meisten Fällen nicht ohne Grund gewagt wird.

Inaktiver User
03.07.2006, 09:57
Im übrigen behaupte ich mal, dass der Seitensprung in den meisten Fällen nicht ohne Grund gewagt wird.



Kommen jetzt die Argumente, dass dann wohl zuhause schon länger etwas im Argen liegt, dass der Sex lau ist, dass ihn sein Alte nicht mehr ranlässt, dass "man zuhause nicht bekommt was man braucht" .....

..... na dann!!! :allesok:

Das sind für mich nach wie vor zwar mögliche Erklärungen.
Ursachen sind es nicht.
Und Freibriefe erst recht nicht, wenn man miteinander einmal etwas anderes vereinbart hat.

Es gibt übrigens tatsächlich eine Motivation fremd zu gehen, Vertrauen zu brechen ... wie man es auch nennen will .... die ganz alleine bei demjenigen liegt, der es tut. Die Prioritäten sind dann eben so gelagert, dass der eigene Antrieb in dem Moment wichtiger ist als die beziehung und der Partner. Da kann der andere lange suchen, wo "sein Anteil ist". Nur muss man diese Möglichkeit auch erst mal ernsthaft einbeziehen (dürfen).
D.h. die Motivation des Fremdgängers liegt bei ihm alleine - sie hat mit dem anderen wirklich wenig bis "nichts zu tun". Gibt es tatsächlich und so heißt es dann ja auch "in den Gesprächen".
- Dann ist allerdings für den anderen die Frage zu stellen: "Was haben WIR überhaupt noch miteinander zu tun?" .....

Und hoffentlich setzt sich auch bald die Einsicht durch:
"Zuhause" ist nicht die allseeligmachende Bedürfniserfüllungsstation.

Zum Thema Kuckuckskinder:
Wenn ich mich richtig erinnere habe ich vor kurzem über eine Studie gelesen, dass es doch nicht soviele sind, wie bisher in Schätzungen angenommnen .... weiß aber nicht mehr wo das stand.....

Und zum Thema hier:


Ist Treue im Menschen nicht verankert?
Ist Treue etwas Widernatürliches?



Ist das Thema wirklich so - isoliert und im Allgemeinen - zu diskutieren?
Treue als Wert?
Treue als genetische Eigenschaft?
Oder was?
Ist es nicht endlich ausgelutscht - hier, in anderen medien, am Stammtisch?
Ist es nicht eine Sache, der man sich selbst - ganz ehrlich - und in der Partnerschaft stellen sollte; also individuell?

Ich hoffe nur, der Strang hier, bleibt weitgehend von den herkömmlichen Biologizismen verschont .... und von einem gewissen ehemaligen P...besitzer.

Gruss, Leda

Inaktiver User
03.07.2006, 10:19
@Lycie:
Ja, lebenslange sexuelle Monogamie ist as meiner Sicht widernatürlich.
Aus biologischer Sicht ist eine möglichst weite Streung des Erbguts wünschenswert.

Lena1234
03.07.2006, 10:21
D.h. die Motivation des Fremdgängers liegt bei ihm alleine - sie hat mit dem anderen wirklich wenig bis "nichts zu tun".


Mein Mann hat immer gesagt seine Affäre hätte mir mir überhaupt nichts zu tun gehabt ...höhö :gegen die wand:

Musiker12
03.07.2006, 10:22
Leda was heisst denn wenn man etwas vereinbart hat. Seitensprünge kommen doch nicht nur wegen lauem Sex oder "weil ihn die Alte nicht mehr ran lässt". Gibt es nicht auch noch andere Möglichkeiten? Kann es nicht sein, dass der Draht zum Partner mal reisst, dass Nähe fehlt? Und weil ich mal etwas vereinbart habe muss ich den Rest meiner Tage auf solche Nebensächlichkeiten wie Nähe verzichten???
Wo siehst Du den Unterschied zwischen Günden und Ursachen? Man lebt vielleicht nebeneinander her. Das ist die Ursache. Man hat ja was vereinbart und darauf kann man sich ja ausruhen. Der Partner darf ja nicht. Und schon sind die Gründe geschaffen. Das sind doch fliessende Übergänge.
Nun könnte man argumetieren, dann trennt euch. Die wenigsten wollen das. Da sind Familie, Kinder, finanzielle Erwägungen (die Argumenet hiergegen höre ich jetzt schon).
Natürlich ist das nicht der Freibrief. Jede Beziehung entwickelt sich anders. Was nutzt es wenn Du Deinen Partner liebst aber diese Liebe nicht so erwidert wird wie Du es Dir wünschst? Kommt dann wieder die Vereinbarung ins Spiel? Und was ist das dann, Ursache oder Grund sich vielleicht mal das zu nehmen was man braucht?

Inaktiver User
03.07.2006, 10:46
Musiker, das was Du beschreibst ist eine (schein-)tote Beziehung und Schwarz-Weiß. Und genau das regt mich immer wieder auf bei solchen Diskussionen.

Natürlich kann man sich auch auf die tote Beziehung berufen und sich endlich "woanders holen was man braucht" weil man sich ja "nicht gleich trennen" will.

An der Stelle diskutier ich aber nicht mehr weiter. Weil da im Vorfeld schon soviel gelaufen bzw. nicht gelaufen ist um nicht mehr miteinander im Austausch zu sein.
Dann bleibt als letzte Möglichkeit anscheinend nur noch der Seitensprung.
Wenn man aber keine Wahl mehr hat, dann ist der Karren schon soweit im Dreck, dass es müßig ist, sich erst dann über Sinn und Unsinn von Treue(versprechungen) auszutauschen.

@Leonie hat kürzlich einen tollen Beitrag nach irgendwo von ??? verlinkt:
über die Wahrhaftigkeit von Beziehungen. Wenn das Allgemeingut werden würde .... schöne neue Welt.
Ich geh den mal suchen.

Ich habe inzwischen den Ausdruck "mögliche Gründe" geändert: in "mögliche Erklärungen". Da war ich zu ungenau.

Inaktiver User
03.07.2006, 10:51
D.h. die Motivation des Fremdgängers liegt bei ihm alleine - sie hat mit dem anderen wirklich wenig bis "nichts zu tun".


Mein Mann hat immer gesagt seine Affäre hätte mir mir überhaupt nichts zu tun gehabt ...höhö :gegen die wand:



@Lena1234, das habe ich auch schon gehört.
Und weißt Du was?
ES hatte auch nichts mit mir zu tun.
ER hatte nämlich mit mir (als Person) auch nichts mehr zu tun.
Da war es höchste Zeit zu gehen.

Aladin
03.07.2006, 10:59
Ist Treue im Menschen nicht verankert?
Ist Treue etwas Widernatürliches?





vor allem ist unklar, was Treue ist

Aladin
03.07.2006, 11:03
Ich hoffe nur, der Strang hier, bleibt weitgehend von den herkömmlichen Biologizismen verschont ....



was hast Du gegen Deine Biologie?




und von einem gewissen ehemaligen P...besitzer.




der ehemalige Puffbesitzer scheint es Dir ja besonders angetan zu haben :kuss:

Inaktiver User
03.07.2006, 11:05
So, hab's gefunden.
Von Salomo. (http://www.brigitte.de/forum/showflat.php?Cat=0&Board=Erotik&Number=1400416&For um=All_Forums&Words=Salomo&Match=Username&Searchpa ge=0&Limit=25&Old=allposts&Main=1394907&Search=tru e#Post1400416)

Kraaf
03.07.2006, 11:09
Längst ein Bricom-Kulttext. Ist aber auch zu gut... :smirksmile:

Inaktiver User
03.07.2006, 11:18
Ist Treue im Menschen nicht verankert?
Ist Treue etwas Widernatürliches?





vor allem ist unklar, was Treue ist



Richtig!

Musiker12
03.07.2006, 11:57
Der Text ist wirklich gut. Nur funktioniert es doch in den meisten Fällen nicht. Wenn der Partner vorher etwas von sich gibt ist doch der der Zirkus vorprogrammiert. Also geht man den Weg des gringsten Widerstands. Man verheimlicht um den Partner nicht zu verletzten oder man weiss, dass man Wünsche oder Bedürfnisse hat die der Partner nicht erfüllen kann. Offenheit im Vorfeld wäre wünschenswert. Aber ist das denn in den wie Du sagst scheintoten Beziehungen überhaupt noch möglich? Wohl kaum sonst wäre die Beziehung nicht scheintot.

Wo bitte sehe ich schwarz weiss. Ich bin der Verfechter der Grautheorie.

Die Frage was ist Treue ist durchaus interessant. Ich behaupte mal ich war meiner Frau immer treu und sie mir. Ich konnte es auch und wollte es und sie auch. Ich konnte immer sagen was ich wollte, was mir nicht gefallen hat etc.und habe ihr immer von meinen Kapriolen berichtet. Ich habe mit anderen Frauen geschlafen und war meiner Frau trotzdem treu.
Aber es gibt noch die Treue die mit Vertrauen auf ganzu anderen Ebenen zu tun hat. Untreue wird zu sehr auf Sex bezogen.

Lelayna
03.07.2006, 12:22
Man verheimlicht um den Partner nicht zu verletzten



Entschuldige, aber das ist ja wohl der blanke und unverschämte Hohn! Das, was Du da schreibst, tut jedem Menschen sehr weh, der schon einmal über längere Zeit von seinem Partner belogen wurde.

Du schaffst es, Deinen Partner, von dem Du genau weißt, daß es ihn unendlich verletzt, mit einem anderen Menschen zu betrügen, ihn über Tage, Wochen, vielleicht Monate zu belügen, und behauptest, Du sagst ihm nichts, weil Du ihn nicht verletzen möchtest? Merkst Du, welch eine Lüge dies sein muß? Was für ein Widerspruch in sich?

Kraaf
03.07.2006, 12:39
Also geht man den Weg des gringsten Widerstands. Man verheimlicht um den Partner nicht zu verletzten oder man weiss, dass man Wünsche oder Bedürfnisse hat die der Partner nicht erfüllen kann.



Lelayna,

Musiker hat aber noch einen entscheidenden Satz davorgesetzt.

Und natürlich gilt es nicht, für den Partner mitzudenken oder gar für diesen zu entscheiden. Nicht, solange dieser immer noch einen Bauch hat, seine Gefühlswelt selbst verwaltet, und einen Kopf zum Denken und einen Mund zum reden und eine Hand, um mit der Faust auf den Tisch zu schlagen...


@ Musiker:

Ja, Treue/ Untreue muss nicht nur Sexualität betreffen. Richtig. Aber ein Grund, im sexuellen Bereich es deswegen nicht so "eng" zu sehen, ist das längst nicht.

Und Graubereich? Wie geht das denn? *kopfkratz*

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
03.07.2006, 13:14
Die Frage was ist Treue ist durchaus interessant. Ich behaupte mal ich war meiner Frau immer treu und sie mir. Ich konnte es auch und wollte es und sie auch. Ich konnte immer sagen was ich wollte, was mir nicht gefallen hat etc.und habe ihr immer von meinen Kapriolen berichtet. Ich habe mit anderen Frauen geschlafen und war meiner Frau trotzdem treu.



@Musiker, ich versteh das zwar nicht, aber wenn das so zwischen Euch in gegenseitigem Einverständnis funktioniert, hast Du / habt Ihr doch Eure Art der Treue gefunden und lebt sie.



Der Text ist wirklich gut. Nur funktioniert es doch in den meisten Fällen nicht. Wenn der Partner vorher etwas von sich gibt ist doch der der Zirkus vorprogrammiert. Also geht man den Weg des gringsten Widerstands. Man verheimlicht um den Partner nicht zu verletzten oder man weiss, dass man Wünsche oder Bedürfnisse hat die der Partner nicht erfüllen kann. Offenheit im Vorfeld wäre wünschenswert. Aber ist das denn in den wie Du sagst scheintoten Beziehungen überhaupt noch möglich? Wohl kaum sonst wäre die Beziehung nicht scheintot.

Wo bitte sehe ich schwarz weiss. Ich bin der Verfechter der Grautheorie.



Dein Schwarz/Weiß ist genau da, wo Du von gesetzten, also fixen (Rahmen-)Bedingungen ausgehst. Somit ist keine Entwicklung / Veränderung möglich. Weder für den Einzelnen noch für die Beziehung. Aus die Maus:
1. Du kriegst zuhause nicht was du brauchst.
2. Du willst fremdgehen.
3. Sie will das nicht.
4. Du machst es heimlich.
5. Exitus.
-> Wenn es das für Dich ist, brauchen wir meiner Meinung nach nicht drüber zu sprechen. Und aus dieser Sicht funktioniert auch das nicht, was in Salomos Text steht, da haste recht.

Was in Salomos Text steht, funktioniert nur dann, wenn man Beziehung / Partnerschaft anders sieht bzw. anders haben will und sich darum auch immer wieder bemüht: um ein lebendiges, sich veränderndes Miteinander. Beziehung ist nicht die seeligmachende Bedürfniserfüllungsstation und sie hat gerade den Zweck, nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Sonst muss ich konsequenterweise alleine bleiben.

Insofern würde ich nicht mit der Frage "Was ist Treue?" beginnen, sondern mit der Frage "Was ist Beziehung / Partnerschaft für mich?".

Gehe ich von Deinem scheintoten Beispiel aus, würde für mich Treue auch kein großes Thema mehr sein. Dann wäre ich nämlich froh, wenn der Alte mich endlich in Ruhe lassen würde und selbst schaut, wo er bleibt.

Davon gehe ich aber für mich nicht aus. Das wäre für mich nämlich das Ende.
Für mich ist nämlich NICHT fix gesetzt:
1. Ich brauche x und y.
2. Mein Partner hat mir das zu erfüllen.
3. Wenn er es nicht tut, hol ich mir's woanders.

Selbst wenn ich alleine lebe und meine ich brauche x und y, muss ich irgendwie damit klar kommen, dass ich nicht alles zu jeder Zeit bekomme. Selbst Kleinkinder, die 100% von der Mutter abhängig sind, müssen diese Lektion schon lernen. - Der ganz normale Prozess der Ablösung und "Ich"-Werdung (Individuation).

Ich frage mich in diesem Forum immer häufiger, woher es kommt, dass erwachsene Menschen immer stärker in diese Säuglingsphase zurückfinden wollen und meinen, dass ein Partner irgendetwas zu erfüllen hätte - und falls er es nicht tut, hat man alle Legitimation der Welt, es sich woanders zu holen.

Leben als Mensch heißt für mich, meine Bedürfnisse auch zu hinterfragen. Egal ob die Erfüllung jemandem Schwierigkeiten bereitet oder nicht. Ständig meinem "Ich-will-aber-Ego" hinterherzukommen und meine Bedürfnisse auf den höchsten Sockel zu stellen, ist für mich nicht der Lebenszweck per se. Bedürfnisse lösen sich oft genug auch unerfüllt oder hinterfragt auf oder verwandeln sich. Man lernt dadurch sich selbst auch kennen. Nicht nur durch Bedürfnisserfüllung. Außerdem ist es auch möglich, Verzicht als Bereicherung zu erfahren. - Und nur mit der Einstellung kann ich auch eine lebendige, zugewandte, offene, ehrliche, wahrhaftige Beziehung führen, wie sie Salomo beschreibt. Diese Einstellung ist für mich letztendlich der Grund eine Beziehung leben zu wollen. Weil sie hilft, mich zu hinterfragen und mich nicht ständig zum Nabel der Welt zu machen.

Habe ich diese Einstellung nicht, ist das natürlich auch nicht möglich.
Ich gehe dann soweit zu fragen, warum Menschen, bei denen die Beziehung erst an zweiter Stelle kommt, überhaupt versuchen "Beziehung / Partnerschaft" zu leben?
Warum wird das nicht ehrlicherweise "Zweckgemeinschaft" genannt?
Ich plädiere an dieser Stelle dann aber auch für steuerlich getrennte Veranlagung.

Inaktiver User
03.07.2006, 13:18
D.h. die Motivation des Fremdgängers liegt bei ihm alleine - sie hat mit dem anderen wirklich wenig bis "nichts zu tun".


Mein Mann hat immer gesagt seine Affäre hätte mir mir überhaupt nichts zu tun gehabt ...höhö :gegen die wand:



Sicher nicht immer, aber manchmal kann es so sein.

Glaubt
Snint

Kraaf
03.07.2006, 13:28
Gilt das für ihn? Oder eben auch tatsächlich für sie? Wenn Beide bzw. alle Drei damit dauerhaft kein Problem haben, ist es ja auch keines.

Nur einseitig für den Partner mitdenken gilt nicht: um ihr Leid zu ersparen oder weil weil eh kein Sex mehr läuft und ich also auch nichts wegnehmen kann. Das ist alles Flitzekacke.

Mag jeder selbst überprüfen: "Kommst du nächste Woche mit in die Oper?" "Nein, ich bin doch mit Bettina verabredet... (= die Affärenfrau)" "Achso ja, natürlich. Dann euch auch viel Spass..."

:fg engel: Kraaf

Inaktiver User
03.07.2006, 13:29
@ Musiker:

Ja, Treue/ Untreue muss nicht nur Sexualität betreffen. Richtig. Aber ein Grund, im sexuellen Bereich es deswegen nicht so "eng" zu sehen, ist das längst nicht.

Und Graubereich? Wie geht das denn? *kopfkratz*

nettes Grüssle
Kraaf




Ein Beispiel für Kraaf für die Grauzone:

Es gibt einen Mann, der sich von mir regelmässig erotische Bilder schicken lässt und hemmunglos mit mir flirtet (no cybersex!)- köperlich ist noch nie etwas zwischen uns gewesen.
Er behauptet, dass er seine Frau nicht betrügt - aber das der erotische Austausch eventuell an Ehebruch grenzt.

ICH sehe das auch als Betrug an - ganz klar! ICH finde, dass er sich da was vormacht.
ER sieht das natürlich ganz anders!

Inaktiver User
03.07.2006, 13:35
Mein Mann hat immer gesagt seine Affäre hätte mir mir überhaupt nichts zu tun gehabt




Liebe Lena!
Hältst Du das für sooo abwegig, dass es tatsächlich nicht wirklich mit Dir zu tun hatte? Wie Snint glaube ich auch, dass es sicher nicht immer so ist, aber so sein kann.

Kraaf
03.07.2006, 13:37
Hmmm Gyldensternchen,

für dich ist es geklärt. Für ihn nicht. Bei dir keine Untreue. Bei ihm schon.

Wieso also Grauzone? "Schwarz" und "weiss" stossen hier einfach aufeinander. Oder?

Graubereich klang bei Musiker eher nach "ein bisschen Untreue" iSv. ein bisschen Heimlichkeit muss und darf sein. Also jenseits der bewusst zugestandenen Freiheit.

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
03.07.2006, 13:49
Hmmm Gyldensternchen,

für dich ist es geklärt. Für ihn nicht. Bei dir keine Untreue. Bei ihm schon.

Wieso also Grauzone? "Schwarz" und "weiss" stossen hier einfach aufeinander. Oder?

Graubereich klang bei Musiker eher nach "ein bisschen Untreue" iSv. ein bisschen Heimlichkeit muss und darf sein. Also jenseits der bewusst zugestandenen Freiheit.

nettes Grüssle
Kraaf



Stümmt, so meinte ich es auch............
Ich darf diesen Austausch ohne schlechtes Gewissen meinem Partner gegenüber geniessen, er nicht - würde aber gern.
ER macht für sich eine Grauzone daraus.

Es gibt aber ausser ihm auch noch sicher andere Menschen, die sagen würden:
"......ist doch nichts gelaufen, also kein Betrug!"
".........chattet doch nur anonym im Cyberspace!"
"........ich habe Sie doch nur in der Phantasie vernascht!"


Ich sage ganz klar, dass er seine Frau mit mit betrügt - auch wenn er es nur in Gedanken tut.

Ausgangsposting: Warum kann er´s nicht lassen?

Weil wir seit Jahren diesen prickelnden Flirt pflegen, der Flirt ist deutlich älter als die Beziehung mit seiner Frau.

Kraaf
03.07.2006, 14:14
ER macht für sich eine Grauzone daraus.



Soll er sich mal machen. Denn über Treue/ Untreue, mit dem ganzen Rattenschwanz, der daran hängt, entscheidet immer der bzw. die Partnerin. Es ist also müssig, sich in die Tasche zu lügen und Dinge "lockerer" zu sehen, solange die Partnerin das ganz anders sehen wird.

Hier also etwa seine Frau, sollte sie deine Pics auf seinem Rechner finden und dann vielleicht zudem noch dem Chatlog entnehmen, dass du ganz real bist...

Ob dann, geht doch schon seit Jahren, wirklich beruhigt? :smirksmile:

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
03.07.2006, 14:26
ER macht für sich eine Grauzone daraus.



Soll er sich mal machen. Denn über Treue/ Untreue, mit dem ganzen Rattenschwanz, der daran hängt, entscheidet immer der bzw. die Partnerin. Es ist also müssig, sich in die Tasche zu lügen und Dinge "lockerer" zu sehen, solange die Partnerin das ganz anders sehen wird.

Hier also etwa seine Frau, sollte sie deine Pics auf seinem Rechner finden und dann vielleicht zudem noch dem Chatlog entnehmen, dass du ganz real bist...

Ob dann, geht doch schon seit Jahren, wirklich beruhigt? :smirksmile:

nettes Grüssle
Kraaf



Das glaube ich kaum :smirksmile:, ist aber auch nicht mein Problem.

Ich weiss nicht, was die Beiden für einen Deal miteinander haben - aber aus meiner Sicht ist die Beziehung keinen Pfifferling wert.

Hauptsache: Haus, Frau, Kind ..............UND alle paar Monate ´nen Kick nebenbei - der Klassiker.

Ich kann Dir noch noch von Dutzenden solcher "Beziehungen" berichten.
In meinem männlichen Bekanntenkreis würde ich für weniger als 20% der Männer die Hand ins Feuer legen, dass sie wirklich treu sind.
Bei Arbeitskollegen ist es ähnlich.

Musiker12
03.07.2006, 16:20
Graubereich klang bei Musiker eher nach "ein bisschen Untreue" iSv. ein bisschen Heimlichkeit muss und darf sein. Also jenseits der bewusst zugestandenen Freiheit.




Du interpretierst das völlig falsch. Grauzonen gibt es doch überall wo es fliessende Genzen gibt. Jeder legt für sich die Grenzen fest und dort wo sie sich überschneiden ensthen nun mal die Grauzone. Für den einen sind die Pics auf dem PC schon fremdgegangen. Für mich wäre das der Lacher. Aber dazwischen gibts doch auch noch was. Und das ist die Grauzone und die ist meiner Ansicht nach grösser als die schwarze oder weisse.



Entschuldige, aber das ist ja wohl der blanke und unverschämte Hohn! Das, was Du da schreibst, tut jedem Menschen sehr weh, der schon einmal über längere Zeit von seinem Partner belogen wurde.

Du schaffst es, Deinen Partner, von dem Du genau weißt, daß es ihn unendlich verletzt, mit einem anderen Menschen zu betrügen, ihn über Tage, Wochen, vielleicht Monate zu belügen, und behauptest, Du sagst ihm nichts, weil Du ihn nicht verletzen möchtest? Merkst Du, welch eine Lüge dies sein muß? Was für ein Widerspruch in sich?




Hast Du den Sinn nicht verstanden. ich war bei meinem Beitrag noch im Vorfeld. Muss ich Dir wirklich ein Beispiel bringen? Wo belüge ich denn jemandem wenn ich nichts über mein Verlangen von mir gebe weil ich weiss der Partner kann es nicht erfüllen? Damit belüge ich mich unter Umständen selbst aber erspare doch meinem Partner das Kopfzerbrechen. Und das ist, um den daraus resultierenden Unterredungen und den Folgen und vor allem Schlussfolgerungen aus dem Weg zu gehen, der Weg des gringsten Widerstands.
Das was Du wohl verstanden hast ist aber, ob es Dir passt oder nicht, doch auch an der Tagesordnung. Wer gibt denn zu, dass er betrügt. Die Wenigsten. Normal ist doch, erst mal alles abstreiten, verharmlosen, und wenn der Partner daneben steht. Und bitte, das gilt nich nur für die Männer sondern auch für Frauen. Da habe ich aber schon die schönsten Dinge erlebt und es sei Dir versichert, Frauen waren in ihrem Erfindungsreichtum unübertroffen. Die Ausreden und somit Lügen könnten einem Mann nie einfallen

Lelayna
03.07.2006, 21:41
Wo belüge ich denn jemandem wenn ich nichts über mein Verlangen von mir gebe weil ich weiss der Partner kann es nicht erfüllen? Damit belüge ich mich unter Umständen selbst aber erspare doch meinem Partner das Kopfzerbrechen. Und das ist, um den daraus resultierenden Unterredungen und den Folgen und vor allem Schlussfolgerungen aus dem Weg zu gehen, der Weg des gringsten Widerstands.



Über diese Betrachtungsweise kann ich nicht diskutieren. Das fühlt sich für mich ganz schrecklich gefühllos und grausam an. Ich habe am eigenen Körper, an der eigenen Seele spüren müssen, was das heißt: den Unterredungen, Folgen und Schlußfolgerungen aus dem Weg zu gehen. Mein Gott, wie unreif und feige. Das sitzt tief. Lange.

Ypnowoman2
03.07.2006, 23:24
Musiker



Wo belüge ich denn jemandem wenn ich nichts über mein Verlangen von mir gebe weil ich weiss der Partner kann es nicht erfüllen?



Du belügst ihn nicht, du betrügst ihm um die Möglichkeit selber zu entscheiden wie er mit deinen Bedürfnissen umgehen will. Eigentlich hälst du den Mund (du allgemein gehalten, nicht an dich direkt gedacht) aus Angst vor seiner Reaktion – die im schlimmsten Fall das Ende der Beziehung bedeuten kann.
Übrigens kann genau dieser Weg – die Offenheit – eine Methode sein, eine scheintote Beziehung wieder zum Leben zu erwecken. Selber probiert, es funktioniert.

Mir ist gerade eine „absurde“ Theorie eingefallen:
Kann es nicht sein dass viele Menschen fremd gehen, weil sie sich, bei der Äusserung ihren Bedürfnissen, von ihrem Partner nicht ernst genommen fühlen? Und dass daraus dann eine, sagen wir, Trotzreaktion entsteht bei der die Bedüfnisse für einen immer wichtiger werden? So zu sagen ein Machtspiel zwischen den Partnern? So unwichtig der eine sie nimmt, umso wichtiger werden sie für den anderen.....
Ich bin auf den Gedanke gekommen bei Ledas Posting, in dem geschrieben steht „Bedürfnisse lösen sich oft genug auch unerfüllt oder hinterfragt auf oder verwandeln sich.“ Das stimmt. Und ich habe mich gefragt warum meine Bedürfnisse sich ausgelöst haben. Die Antwort war: weil mein Partner sie ernst genommen hat.
Es kann natürlich auch nur Zufall oder Einzelfall sein.

Kraaf
04.07.2006, 08:36
Wo belüge ich denn jemandem wenn ich nichts über mein Verlangen von mir gebe weil ich weiss der Partner kann es nicht erfüllen? Damit belüge ich mich unter Umständen selbst aber erspare doch meinem Partner das Kopfzerbrechen.



Wenn mir etwas wirklich wichtig ist und ich lasse es, werden sich unterschwellig Agressionen in die Beziehung einschleichen. Die Beziehung wird zum einengenden Deckel. Wer will wirklich eine Beziehung, die ihn einschränkt?

Wenn ich wegen angeblicher NoGO-Gedanken die Klappe halte, nehme ich damit - weil NoGos zumindest unausgesprochen für beide gelten - auch der Partnerin die Möglichkeit evtl. eigene Gedanken anzusprechen.

Ich erspare meinem Partner das Kopfzerbrechen? Nein. Ich erteile auch ihm einen entsprechendes Denk- und Redeverbot und mache ihn letztlich zugleich für meine Heimlichkeit verantwortlich. Weil ich auf den armen Partner ja vor meinen Gedanken oder gar Taten "schützen" muss.

Zu dem Thema sollte man in Eheverträgen vielleicht eine extra Klausel reinschreiben:

Ich will im Falle eines Falles geschützt/ betrogen werden [ ] ja [ ] nein


:cool: Kraaf

Inaktiver User
04.07.2006, 09:12
Ich erspare meinem Partner das Kopfzerbrechen? Nein. Ich erteile auch ihm einen entsprechendes Denk- und Redeverbot und mache ihn letztlich zugleich für meine Heimlichkeit verantwortlich. Weil ich auf den armen Partner ja vor meinen Gedanken oder gar Taten "schützen" muss.

Zu dem Thema sollte man in Eheverträgen vielleicht eine extra Klausel reinschreiben:

Ich will im Falle eines Falles geschützt/ betrogen werden [ ] ja [ ] nein


:cool: Kraaf



Warum nur bei Eheverträgen?
So ein Modell kann durchaus funktionieren. Nicht für jeden, aber es ist einen gedanken wert.

Bestimmte sexuelle Phantasien will mein Partner absolut nicht von mir hören (geschweige denn erfüllen).
Das ist auch sein gutes Recht, wenn es ihn nicht an-, sondern abtörnt.
Soll ich ihm das trotzdem auf´s Auge drücken?
Wie soll er sich denn dabei fühlen?

Kraaf
04.07.2006, 09:39
Bestimmte sexuelle Phantasien will mein Partner absolut nicht von mir hören



Mein Partner soll entscheiden, was gut für mich sein könnte und mich ggfs. von seinen Gedanken verschonen: [ ] ja [ ] aber hallo!?!


Wohlgemerkt, es geht nicht darum, dem anderen nicht seine Privatbereiche belassen zu können ("Ach du und deine Pornosammlung..."). Und auch nochmal: Entscheidungsinstanz für Untreue bleibt immer der sich ggfs. betrogene fühlende Partner. Ganz subjektiv.


:smirksmile: Kraaf

Inaktiver User
04.07.2006, 09:55
Mein Partner soll entscheiden, was gut für mich sein könnte und mich ggfs. von seinen Gedanken verschonen: [ ] ja [ ] aber hallo!?!




Ja, das bedeutet (für mich persönlich) Verantwortung übernehmen - für das Wohlergehen des anderen.
Muss aber zwischen zwei Leuten abgesprochen sein - sonst ist es Betrug.



Und auch nochmal: Entscheidungsinstanz für Untreue bleibt immer der sich ggfs. betrogene fühlende Partner. Ganz subjektiv.




Völlig richtig - deshalb muss man ja auch darüber reden, was genau der andere als Untreue empfindet und wie man mit dem Thema umgeht.

Wenn dann anschliessend gegen die Regeln verstossen wird, finde ich das ganz übel.

Kraaf
04.07.2006, 10:06
Muss aber zwischen zwei Leuten abgesprochen sein - sonst ist es Betrug.



Hey Gyldensternchen,

dann sind wir beide in dem Punkt völlig d'accord. Natürlich darf der Partner sagen, "Ach mach dein Ding. Ist schon okeee. Ich will das garnicht so genau wissen (die berühmt-berüchtigten kleinen "schmutzigen" Details *g*). Ich vertraue dir..."

Ja. Warum nicht.

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
04.07.2006, 17:24
Hallo an Alle,

tja, gute Frage....warum gehen Menschen fremd?....und soll man den laufenden Fremdgeher/in....und den "einmaligen" Fremdgeher/in gesondert sehen?

soll man den Bordell-Fremdgeher....den ONS-Fremdgeher....den Langzeit-Affären Fremdgeher gesondert sehen?

Die Gründe sind verschieden....aber Seitensprung bleibt Seitensprung.

Ein Seitensprung kann ein "Aufschrei" vom Partner sein....um mehr Beachtung und Aufmerksamkeit....um mehr Zärtlichkeit und Liebe....um mehr Erotik und Sex...um mehr Erregung und Prickeln...oder nur eine Ego Bestätigung....etc....usw....

Ob Treue im Menschen nicht verankert ist fragt Lycie....ich kann da jetzt nur für mich sprechen.

Wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann "sehen" meine Augen zwar andere Männer....ich gebe ihnen aber kein "grünes" Licht um weiter an mich ranzukommen...es ist MEINE Entscheidung ob ich auf Komplimente und Werben von anderen Männern eingehen will oder nicht....kein Mann holt es sich mit Gewalt (ausser Vergewaltiger)....wenn ich in meiner Partnerschaft unbefriedigt wäre (aus welchen Gründen auch immer), könnte es vielleicht in meinen "schwachen" Momenten dazu kommen das ich mich in jemand anderen verliebe....aber meinen "Trieb" zu kontrollieren habe nur ICH selber in der Hand...es wäre wünschenswert wenn man sich in dieser Phase dem Partner offenbart, ohne ihm weh zu tun (wenn dies überhaupt möglich ist)...einen unwissenden Menschen zu belügen und zu betrügen ist gegen meine Natur.

Lolalo
26.08.2006, 15:41
Leda was heisst denn wenn man etwas vereinbart hat. Seitensprünge kommen doch nicht nur wegen lauem Sex oder "weil ihn die Alte nicht mehr ran lässt". Gibt es nicht auch noch andere Möglichkeiten? Kann es nicht sein, dass der Draht zum Partner mal reisst, dass Nähe fehlt? Und weil ich mal etwas vereinbart habe muss ich den Rest meiner Tage auf solche Nebensächlichkeiten wie Nähe verzichten???
Wo siehst Du den Unterschied zwischen Günden und Ursachen? Man lebt vielleicht nebeneinander her. Das ist die Ursache. Man hat ja was vereinbart und darauf kann man sich ja ausruhen. Der Partner darf ja nicht. Und schon sind die Gründe geschaffen. Das sind doch fliessende Übergänge.
Nun könnte man argumetieren, dann trennt euch. Die wenigsten wollen das. Da sind Familie, Kinder, finanzielle Erwägungen (die Argumenet hiergegen höre ich jetzt schon).
Natürlich ist das nicht der Freibrief. Jede Beziehung entwickelt sich anders. Was nutzt es wenn Du Deinen Partner liebst aber diese Liebe nicht so erwidert wird wie Du es Dir wünschst? Kommt dann wieder die Vereinbarung ins Spiel?

Kommunikation wäre schon ein guter Anfang.

Sadness
26.08.2006, 21:58
Eigentlich fällt mir als Antwort darauf nur dieser doofe Witz ein, aber irgendwie hat er was Wahres

"Warum leckt sich der Hund die Eier?"
Klar: " Weil er es kann!"

Annabebe
28.08.2006, 22:14
und mir hat mal ein Mann gesagt - "weil die Frauen überall anwesend und leicht zu kriegen sind" !!!