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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anmerkungen zum Trauerforum



Inaktiver User
24.06.2006, 08:53
Ich habe in den letzten Tagen das Bedürfnis verspürt, mal allgemein etwas zu diesem Trauerforum zu sagen; insbesondere auch für die, die hier neu dazugekommen sind.

Dieser virtuelle Ort soll ein Refugium sein. Ein Ort, an dem wir unsere Gefühle wenigstens schriftlich ausdrücken können.
Vips und Moderatoren bieten so viel Schutz vor Trollen und anderen Störenfrieden, wie es eben möglich ist. Ich bin zwar fast jeden Tag hier, aber nicht "rund um die Uhr" :smirksmile:
In den letzten Wochen hat es hier wieder Beleidigungen und Störungen gegeben, was sehr bedauerlich ist.
Gerade hier im Trauerforum sollte das nicht passieren, aber manche haben eben keinen Anstand.
Meine Bitte : Laßt euch nicht verunsichern, reagiert nicht darauf ("don´t feed the troll")
Diese Postings werden so schnell wie möglich editiert oder gänzlich entfernt, je nach dem.


Wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema Trauer ist, wird immer offensichtlicher. In unserer westlichen modernen Kultur ist die Fähigkeit zu Trauern leider nicht anerkannt und nicht "verstanden".

Trauern? Aber bitte im stillen Kämmerlein und gearbeitet wird auch bald wieder mit voller Kraft, sonst...

Früher, in älteren Kulturen, gab es Trauerrituale, die halfen die Seele zu entlasten.
Trauer Gestalt zu geben, Raum im eigenen Leben zu geben, ist/war anstrengend, fordernd, anspruchsvoll!
Klageweiber übernahmen stellvertretend diesen "Job"; und bald verschwanden auch diese.

Niemand lehrt uns mehr, wie wir mit Sterbenden und dann den Toten umgehen können. "Es" findet nur noch selten zuhause statt, ebenso wie die Geburt.

Wer sollte uns lehren?

:niedergeschmettert:

So bleibt uns nur, uns selbst zu helfen. Selber Vorbild zu werden, wenn möglich.

Tod und Trauer sind nicht nur "Dunkel"; in ihnen birgt sich auch neue Lebenskraft !


Der Autor Jorgos Canacakis drückt es so aus:

"... lehrt, aus der Trauer Energie für das Leben zu gewinnen. Unausgedrückte, verleugnete verschleppte Trauer wirkt sich im Untergrund und ohne unser Wissen zerstörerisch aus. Der heilsame Weg besteht darin, Trauerenergie umzuwandeln und durch diesen Prozess Versöhnung zu erfahren - mit dem Verlorenen, mit der Umwelt, mit uns selbst."


Wichtig:
Für alle, die auf der Suche sind nach Ermunterung, nach Zeichen der Heilung und der glaubhaften Erfahrung, dass die Welt immer noch schön ist und nur darauf wartet, dass unsere trauernde Seele wieder "Licht sehen kann".... sei hier eine Spur gelegt: (http://www.gosos.com/images/STast.gif)

Spur 1 (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=31130)

Spur 2
(http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=34935)
Spur 3 (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=51699)

Spur 4 (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=75202)


Fackelträger (http://lwserver.ksn.at/projekt20/mambo/images/stories/eisenkappel/10fackel.jpg)

lindenblatt
06.03.2007, 05:11
So bleibt uns nur, uns selbst zu helfen. Selber Vorbild zu werden, wenn möglich.

Tod und Trauer sind nicht nur "Dunkel"; in ihnen birgt sich auch neue Lebenskraft !


Jorgos Canacakis drückt es so aus:

"... lehrt, aus der Trauer Energie für das Leben zu gewinnen. Unausgedrückte, verleugnete verschleppte Trauer wirkt sich im Untergrund und ohne unser Wissen zerstörerisch aus. Der heilsame Weg besteht darin, Trauerenergie umzuwandeln und durch diesen Prozess Versöhnung zu erfahren - mit dem Verlorenen, mit der Umwelt, mit uns selbst."

Liebe Lavendelmond und alle am Trauerforum Interessierten!

Ich stimme dem aus vollem Herzen zu!

Die von dir, Lavendelmond, angesprochene gegenseitige Hilfe zum Überwinden der Dunkelheit und der Umwandlung von Trauerenergie in Energie für das Leben versuchen wir im Strang "Neujahrsangst", initiiert von Miriam68.
Auch dort geht es um Trauer. Aber dieses Wort kommt trotzdem nur ganz selten vor. Nicht weil das Gefühl, das es bezeichnet, verdrängt würde, auf keinen Fall! Sondern weil wir dort zusammen den kleinen Wundern des Alltags auf der Spur sind, die uns den Tag erhellen, die uns zu neuem Vertrauen in die Kraft des Lebens ermuntern. Und auch unserem Innersten gehen wir in diesem Strang nach, wir schauen auf unsere Ängste und und ebenso auf unsere Stärken. Ermutigen uns, Letztere zu schätzen und zu fördern und Erstere dabei zu überwinden. Ein wunderbarer Austausch über Gefühle, Gedanken und Erfahrungen findet dort statt. Es geht also! Keine Chance dem Troll!!!

Danke, Lavendelmond, für deine guten Worte über das Trauern und für deinen Appell an Anstand und Würde! :blumengabe:


Mit lieben Grüßen,
Linde

Inaktiver User
21.03.2007, 19:11
Ich las das erst heute und sage danke.

Amy-G.
26.03.2007, 06:06
Hallo,
das ist mein erstes Mal in einem Forum, daher bin ich noch nicht ganz sicher, was ich mache.
Ich laufe nun ein Forum an, weil ich nach moeglichen Antworten suche. Hat schon mal jemand Erfahrungen gemacht mit dem Verlust eines Menschen, sprich mit Trauer und dadurch zu frueh ausgeloesten Wechseljahren ?
Ich freue mich ueber Antworten!

Inaktiver User
26.03.2007, 06:34
Hallo,
das ist mein erstes Mal in einem Forum, daher bin ich noch nicht ganz sicher, was ich mache.
Ich laufe nun ein Forum an, weil ich nach moeglichen Antworten suche. Hat schon mal jemand Erfahrungen gemacht mit dem Verlust eines Menschen, sprich mit Trauer und dadurch zu frueh ausgeloesten Wechseljahren ?
Ich freue mich ueber Antworten!
Guten Morgen Amy-G.
ich kann Dir dazu zwar keine Antwort geben, und kann mich auch nicht erinnern, dass dieses hier schon mal besprochen wurde.

Daher würde ich Dir gerne empfehlen, dazu mal einen eigenen Strang aufzumachen. Du kannst Dich das auch "trauen", denn hier sind genügend Menschen, die darauf aufpassen, dass alle Fragen und Themen, die ernst gemeint sind, auch so behandelt werden.
Kranich

Amy-G.
27.03.2007, 02:55
Hallo Kranich,
ganz herzlichen Dank für deine Antwort, es ist klasse, daß ich "eingestiegen" bin ins Forum. Ich denke mal darüber nach, einen eigenen Strang aufzumachen, fürs erste finde ich den Strang "Leere" klasse, da bin ich gut aufgehoben. Danke Dir aber.
Amy-G.

Kindstod
09.05.2007, 18:20
Hallo, ich bin seit heute registriert.
Ich möchte dem Beitrag von Lavendelmond voll zustimmen.

Auch ich habe zwei Kinder verloren und weis um diese Ohnmacht und HILFLOSIGKEIT. Ich habe meine Trauer mit Schreiben aufgefangen und Stärke daraus gewonnen, die mir geholfen hat, dieses Tal der Ohnmacht zu durchschreiten, zu verstehen und hinzunehmen.
Daraus ist auch ein Buch entstanden.

Für Alle viel Kraft zum Durchhalten, Stärke zum Annehmen und Zuversicht für eine positivere Zukunft, auch wenn die Narben bleiben. Krise als Chance......


[editiert v. Lavendelmond, da Werbelinks laut NUB´s nicht erlaubt sind - das Einstellen in den virtuellen Bücherschrank lasse ich gelten, auch wenn die Userin sich offenbar nur für ihr Buch hier angemeldet hat - auf PN und Email meinerseits hat sie bisher nicht reagiert. Schade, ist m.E. ein Grenzfall - für "nur Werbung" und ohne echtes Interesse an unserer Gemeinschaft hier sollte sich niemand anmelden.]

Fallenangels
09.05.2007, 21:17
Hallo, ich bin seit heute registriert.
Ich möchte dem Beitrag von Lavendelmond voll zustimmen.

Auch ich habe zwei Kinder verloren und weis um diese Ohnmacht und HILFLOSIGKEIT. Ich habe meine Trauer mit Schreiben aufgefangen und Stärke daraus gewonnen, die mir geholfen hat, dieses Tal der Ohnmacht zu durchschreiten, zu verstehen und hinzunehmen.
Daraus ist auch ein Buch entstanden.
.



[editiert v. Lavendelmond, da Werbelinks laut NUB´s nicht erlaubt sind - das Einstellen in den virtuellen Bücherschrank lasse ich gelten; etc. siehe obige Editierung]


Liebe "Kindstod" [editiert - realen Namen entfernt]l,

ich habe es Dir bereits in den "Bücherschrank" gestellt, in dem Du Dein Buch empfohlen hast, aber ich will es auch nochmals hier hinzufügen:

Das Schicksal, das Du erlebt hast (wenn ich es richtig verstanden habe, hast Du zwei Kinder durch SID verloren), hat mich sehr betroffen gemacht. Ich finde es sehr gut, dass Du Deine Trauerarbeit in einem Buch geleistet hast.

Ich habe mich auch gleich informiert, weil mich das Thema für meine Trauergruppen, die ich begleite, interessiert (überwiegend lese ich hier nur mit). Dabei habe ich entdeckt, dass Dein Buch von Dir selbst über "Books on demand" hergestellt worden ist. Bei Amazon.de heißt es, dass das Buch bereits im Februar 2007 erschienen ist. Wahrscheinlich hast Du Dich verschrieben?

Bei Amazon.de finden sich auch weder Hinweise, ob das Buch ein Paperback oder ein Hardcover ist. Dort heißt es laut Amazon nur: "unbekannter Einband". Inhaltsbeschreibungen oder Lesermeinungen gibt es leider dort auch nicht.


Aber 104 Seiten für 17,90 Euro?! Wow, das ist ein stolzer Preis!

Gibt es das Buch bei Dir auch gebraucht zu kaufen? Oder hast Du ein Leihexemplar für die Bri.Com-Mitglieder? Das wäre prima!

Herzliche Grüße

bienie
21.06.2007, 23:48
Liebe Lavendelmond,

"der Tod gehört zum Leben" heißt es so schön und doch ist nichts schwerer zu begreifen als die absolute Endgültigkeit.

Plötzliche Konfrontation mit dem Tod kann ein Leben völlig verändern, die Einstellung, die Träume - den Alltag.

Gleichgültig, ob ein Mensch von uns geht, ein Tier - Trauer ist ein sehr tiefes und äußerst sensibles Gefühl, das niemals in Frage gestellt werden sollte und vor allem auch nicht gestört werden darf.

Bienie

smiralda
01.01.2008, 12:34
Hallo ich bin Neu hier deshalb weiß ich nicht wie ich anfangen soll.
Ich bin so voller trauer ich weiß nicht wie ich damit fertig werde.Bei unserem Sohn Daniel 14 Jahre wurde am 1.09.2006 ein Diffuser Hirntumor festgestellt worden es war ein auf und ab,haben immer gehofft das alles besser wird,da mußten wir festellen das man diesen Hirntumor nicht operieren kann weil er Deffus ins Gute Gewebe reinwächst Daniel konnte nicht mehr gehen und den Linken Arm bewegen er war aber immer ganz Stark Daniel machte Krankengymnasik die Chemos und Stammzellenübertragung er war voller Hoffnung,ja was soll ich sagen unser geliebter Sohn wurde uns am 23.6.07 mit 14jahren von uns genommen wie wird man damit fertig ich weiß es nicht.
Traurige Grüße Sonja

elstar
19.11.2008, 20:04
Liebe Lavendelmond und alle am Trauerforum Interessierten!

Ich stimme dem aus vollem Herzen zu!

Die von dir, Lavendelmond, angesprochene gegenseitige Hilfe zum Überwinden der Dunkelheit und der Umwandlung von Trauerenergie in Energie für das Leben versuchen wir im Strang "Neujahrsangst", initiiert von Miriam68.
Auch dort geht es um Trauer. Aber dieses Wort kommt trotzdem nur ganz selten vor. Nicht weil das Gefühl, das es bezeichnet, verdrängt würde, auf keinen Fall! Sondern weil wir dort zusammen den kleinen Wundern des Alltags auf der Spur sind, die uns den Tag erhellen, die uns zu neuem Vertrauen in die Kraft des Lebens ermuntern. Und auch unserem Innersten gehen wir in diesem Strang nach, wir schauen auf unsere Ängste und und ebenso auf unsere Stärken. Ermutigen uns, Letztere zu schätzen und zu fördern und Erstere dabei zu überwinden. Ein wunderbarer Austausch über Gefühle, Gedanken und Erfahrungen findet dort statt. Es geht also! Keine Chance dem Troll!!!

Danke, Lavendelmond, für deine guten Worte über das Trauern und für deinen Appell an Anstand und Würde! :blumengabe:


Mit lieben Grüßen,
Linde
Ich denke, wir müssen uns einfach klar werden, daß Trauer wie alle anderen Phasen unseres Lebens gelebt werden muß. Wie viel Zeit da jeder braucht, ist doch genauso verschieden wie alles im Leben. elstar

elstar
19.11.2008, 20:08
Hallo ich bin Neu hier deshalb weiß ich nicht wie ich anfangen soll.
Ich bin so voller trauer ich weiß nicht wie ich damit fertig werde.Bei unserem Sohn Daniel 14 Jahre wurde am 1.09.2006 ein Diffuser Hirntumor festgestellt worden es war ein auf und ab,haben immer gehofft das alles besser wird,da mußten wir festellen das man diesen Hirntumor nicht operieren kann weil er Deffus ins Gute Gewebe reinwächst Daniel konnte nicht mehr gehen und den Linken Arm bewegen er war aber immer ganz Stark Daniel machte Krankengymnasik die Chemos und Stammzellenübertragung er war voller Hoffnung,ja was soll ich sagen unser geliebter Sohn wurde uns am 23.6.07 mit 14jahren von uns genommen wie wird man damit fertig ich weiß es nicht.
Traurige Grüße Sonja
Hallo, tiefes Mitgefühl für Euch, ein Kind zu verlieren, ist sicherlich ganz schwer! Ich denke, ihr solltet Euch einer Trauergruppe (verwaiste Eltern) anschließen. Und reden, reden, erinnern! Seid umarmt, elstar

Inaktiver User
23.11.2008, 15:18
Heute an Totensonntag wurde in HR-Online über Trösten im Internet geschrieben:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_35821028

Die webadresse am Ende des Artikels habe ich mir nur kurz angeschaut, aber sie scheint sich ernsthaft und auch würdig mit Tod und Trauer zu beschäftigen. :blumengabe:

usasi
20.12.2008, 23:07
Hallo ihr lieben. Habe bis jetzt nur eure Beiträge gelesen, und mich kurzentschlossen angemeldet.Habe noch keine Erfahrung wie das genau geht.Ich habe nach 41 Jahren Ehe innerhalb von 7 Wochen meinen Mann an Krebs verloren.Wir waren 35 Jahre selbstständig, und haben jeden Tag zusammengearbeitet.Am 1 Januar haben wir unser Geschäft in neue Hände gegeben. Am 13 Januar ist mein Mann ins Krankenhaus gekommen, und am 5 März gestorben.Manchmal denke ich,es wird besser, und dann bin ich wieder am verzweifeln. Ich weiss, das es vielen so geht,aber das ist kein Trost . Viele liebe Grüsse usasi

Lorolli
20.12.2008, 23:15
Liebe usasi, ich nehme dich virituell mal ganz lieb in den Arm. 41 Jahre lassen sich nicht von heute auf morgen ausklammern. Du brauchst ganz viel Zeit für deine Trauer und die sollst du dir auch nehmen.

Alles Liebe für Dich.

Lorolli:weißekerze:

Inaktiver User
20.12.2008, 23:17
Hallo Usasi, mein Beileid für Dich und gleichzeitig herzlich willlkommen hier, auch wenn es wirklich ein trauriger Anlass ist. Hier im Trauerforum ist eigentlich meistens jemand, der liest und versteht. Die meisten haben ähnliches erleben müssen wie Du. Wir verstehen, weil wir diesen unglaublichen Schmerz selbst gespürt haben.

Du kannst in jedem Strang mitschreiben oder auch einen eigenen Strang aufmachen. Uns allen hier tut es gut, zu schreiben und hier getröstet zu werden. Bei manchen ist es ähnlich frisch wie bei Dir, bei Anderen ist es schon länger her. Aber das Wohltuende ist das Verständnis und die Wärme und auch die Geduld, die hier entgegengebracht wird. Jede hat mal Zeiten, wo sie getröstet wird oder auch umgekehrt tröstet. Wir alle kennen diese Höhen und Tiefen. Und es kommen immer wieder neue dazu, die spüren, dass schreiben gut tut.

usasi
22.12.2008, 09:56
Liebe Lorolli. Danke für deine Anteilnahme.Dadurch, dass wir eigendlich nur gearbeitet haben,und kaum Freizeit, habe ich festgestellt,dass ich viele Bekannte habe ,aber kaum Freunde.Mein Mann und ich waren uns immer genug. Jetzt bin ich nicht einsam ,aber allein.Ich würde gerne einen eigenen Strang aufmachen,aber irgendwie haut das nicht hin.Ich wünsche dir und deiner Familie ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.Mir graust es vor den Feiertagen .Viele liebe Grüsse.Usasi

Lorolli
22.12.2008, 10:27
Hallo Usasi, habe dir eine PN geschickt.

Gruss Lorolli

Inaktiver User
06.06.2015, 20:23
Hallo ich weiss noch nicht ob ich hier richtig poste???
Vor 10 Tagen habe ich meinen geliebten Ehemann nach der Arbeit auf der Gartenschaukel tod aufgefunden.....Wir waren gerade seit 7 Jahren ein Paar und fast 6 Jahre gluecklich verheiratet.
Ohne Abzeichen war es ein Sekundentod,Hinterwandherzinfarkt im Mittagsschlaf.Er hat gelaechelt. Er war morgens wegen Arthroseschmerzen beim Arzt und war krank geschrieben.
Jetzt sitze ich hier und bin vollkommen leer
.... Unseren trauernden Hund auf meinem Fuβ liegend
Bin uebrigens fast 49 Jahre,mein Mann gerade 56 Jahre geworden.Es tut sooo weh!!!!!

Russina
06.06.2015, 21:07
Hallo Bernadette,

oh wie schrecklich, mein Beileid für Dich.
Diese Leere ist ein ganz furchtbares Gefühl. Bleib hier und schreib, wenn es Dich erleichert. Leider gibt es kein Rezept
um mit diesem Schmerz umzugehen. Mach was Dir gut tut.
Ganz viel Kraft für Dich

Russina

Inaktiver User
06.06.2015, 21:55
Danke Russina,weisst du ich habe zwei Toechter und zwei Enkeltoechter aber sie koennen nicht meinen Didi ersetzen. Jeder sagt mir du hast deine Kinder....

Elefantenlady
29.06.2015, 06:53
Ich bin neu im Trauerforum und möchte Euch meine Geschichte kurz erzählen.
Wir sind vor 8Jahren nach Thailand ausgewandert, da wir dieses Land und Menschen lieben. Wir haben diesen Schritt nie bereut.
Nach etwa 4 Wochen nach unserer Ankunft bekam mein Mann einen Arteriellen Verschluß und der linke Unterschenkel mußte amputiert werden.Die einzige BITTE ,die mein Mann an mich stellte war, bringe mich nicht zurück nach Deutschland. Allso blieben wir. Wir waren 6Wochen im Bangkok medizinischen Zentrum in Bangkok in Behandlung. Die ärztliche und Pflegerische Betreung war Spitze. Ich konnte mit bei ihm im Zimmer schlafen und unsere Freunde haben sich rührend um uns gekümmert. Ich war oft am verzweifeln, wenn ich sah, wie er mit seinen 2Gehhilfen das Laufen lernen mußte. Mein Mann sagte immer ,WER A SAGT, MUß AUCH B SAGEN.
Er hat mich getröstet und seine Worte höre ich noch heute, Schatz wir schaffen es, unser Leben wird zwar anders sein wie geplant, aber es wird lebenswert bleiben. Er erkämpfte sich den Weg zurück ins andere Leben.Er hatte es geschafft und ich war so stolz auf ihn. Alle, ob Farangs, oder Thais , haben ihn dafür bewundert. Er konnte Auto fahren, einkaufen gehen und im Garten Unkraut jäten und das alles mit einen Bein.
Vor etwa einen Jahr bekam mein Mann, starke Schmerzen am unteren Rippenbogen, da kein Schmerzmittel half wurde er nach Bangkok ins Bangkokklinikum zur Spezialuntersuchung geschickt. Es wurde eine Gastroskopie und Rektoskopie vorgenommen. Anschliesend sagte der Professor zu mir, es ist kein Krebs, nur eine starke Entzündung der Bauchspeicheldrüse.Da ich 43 Jahre als Krankenschwester gearbeitet habe wußte ich was diese Diagnose bedeutet.Ist zwar nicht zu heilen, aber man kann damit leben.Da begann der Leidensweg für uns, die Schmerzen waren immer da, einmal mehr einmal weniger. Er bekam Fentanylpflaster und Morphintabletten. So wurden die Schmerzen erträgich. Ende Februar diesen Jahres mußten wir ihn mit der Smh, nach Korat ins Bangkokklinkum bringen, da wurde ein Gallengangverschluß festgestellt. Da mein Mann zu dieser Zeit nur noch 52kg wog, wollten die Ärzte ihn ,erst nicht operieren, aber der Professor, der extra aus einer anderen Klinik angfordet wurde, hat es gewagt diese schwierige Operation durchzuführen. Mein Mann hat sich von mir verabschiedet, er hat sich entschuldigtdafür, das er mich allein zurücklassen muß. Mir hat es bald das herz zerrissen. Die Operation gelang und ein neuer Kampf begann.
Als die Histologie zurückkam, dann das niederschmetternde Ergebnis, Gallengangcarcinom. Der Professor gab ihn noch 4 Wochen- maximal 2Monate, zu leben. Er wollte unbedingt von mir das Untersuchungsergebnis wissen, ich habe ihn gefragt ob er es wirklich wissen will, seine Antwort , warum belügen mich alle???
Er hat es besser verkraftet wie ich. & Wochen verbrachte er erneut in der Klinik, wir gehörten schon fast zum Inventar, alle kannten mich schon ,Vom Wachmann bis zum ärztichen Direktor. Ich bekam meinen eigenen Parkplatz ,direkt vor der Klinik und viele andere Vergünstigungen. Wieder begann ein Kampf und mein Mann schaffte es erneut und kam am 4 Mai zu mir nach Hause zurück. Da er nur noch 48kg wog , lehnten wir Beide eine Chemotherapie ab. Wir waren so glücklich und haben jede Minute genossen. Ich mußte lernen loszulassen, meine Tränen waren versiegt, ich war am Ende meiner Kraft.
Während dieser ganzen schweren Zeit hatte ich immer Menschen und Freunde um mich, die mir zur Seite standen , mich auffingen und jederzeit für uns da waren.Unsere Thainachbarn waren jeden Tag bei meinen Mann, sie haben eine Restaurant, jeder Wunsch auf was er appetit hatte wurde erfüllt.
Ich mußte aber festellen, daß von Tag zu Tag die Kraft immer weniger wurde.. Er konnte das Bett nicht mehr verlassen, in dieser Zeit haben wir über alles gesprochen, wie es weitergehen soll ,ohne ihn, wer was bekommen soll, ob ich in Thailand bleibe und vieles mehr.
Am 8.06.2015 ist mein Mann in meinen Armen für immer eingeschlafen. Er war bis zum letzten Atemzug bei vollen Bewußtsein.
Seine Beerdigung in einen Tempel,so wie wir es abgesprochen hatten, gab mir wieder ein bischen Hoffnung. Seine Urne habe ich an seinen Fischteich in unseren Garten beigesetzt. So ist er immer bei mir, wir können miteinander redenund ich weiß er tröstet mich. Seine letzten Worte, SCHATZ KOPF HOCH, FÜR DICH GEHT DAS LEBEN WEITER, WER SOLL SICH UM DAS HAUS KÜMMERN, WENN DU GEHST WAR ALL MEINE ARBEIT UMSONST. Dies ist meine Geschichte vielleicht kann ich anderen ein bischen Hoffnug geben.

Grüße aus den fernen Thailand, das leider nur für kurze Zeit unsere zweite gemeinsame Heimat war.
Nicht aufgeben es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels
Brigitte

Claudian
22.11.2015, 03:30
Liebe Elefantenlady,

meinen tiefen Respekt vor Deinem Mann und Dir!

Der Tod anderer gehört zum Leben, der eigene Tod nicht.
Vor dem Tod anderer sind wir nicht gefeit, nicht geschützt:
Wir erleben fortwährend den Verlust von Liebsten
in unserem Lebensverlauf. Der eigene Tod kann uns egal sein.
Die Sorge des Sterbenden gilt den Hinterbleibenden,
und das kann einem das Herz zerreißen.
Die Hinterbliebenen meistern ihr Leben weiter,
irgendwie, auf ihre Weise, nicht unbedingt "gesellschaftsfähig",
aber mit besserem Wissen um die Dinge, die für das
Leben wichtig sind.

Mit der Geburt, vielleicht auch erst wenige Jahre danach,
fängt die Trauer an und hört nicht auf - Was sagt uns das über
das Leben? Suche nach Möglichkeiten, einen Moment zu
genießen und im Gedächtnis zu behalten, das ist meine
Schlussfolgerung.

Tinchen1
26.12.2015, 04:52
Sehr schön geschrieben