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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angststörung? Depression? oder beides oder...?



LostAngel
19.06.2006, 10:35
Hallo,

ich leide laut ärztl. diagnose an einer schweren depression/angsterkrankung. neben totaler schlaflosigkeit habe ich viele mißempfindungen,mehr oder weniger starkes zitttern, einen erhöhten blutdruck, einen rasenden puls, muß oft zur toilette, magen/darm macht auch probleme...ich fühle mich inzwischen völlig kraftlos. kann mich fast nicht mehr aufraffen, irgendwas zu tun. bin nur noch verzweifelt ... antidepressiva haben nicht geholfen, bzw. tun mir gar nicht gut. verschiedene therapien (auch stationär) haben nichts gebracht, das bild der symptome ändert sich nur laufend.
Organisch ist angeblich alles o.k.(habe alle möglichen untersuchungen hinter mir)

Wer in aller Welt kann mir weiterhelfen?

Liebe Grüsse
LAngel

Lizzie64
19.06.2006, 13:19
hallo lostangel,

da klingt nicht schön und tut mir leid für dich!

welche antidepressiva nimmst du denn?
wie sah die stationäre behandlung aus?

gibt es bestimmte dinge, über die du immer wieder stolperst?

:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: für dich, und :Sonne:

babbedeckele
06.08.2006, 20:52
Hi, Lost Angel,

wenn gar nichts mehr geht...klicke doch einmal auf www.hohemark.de. Dort kannst du unter Kontakt/Gästebuch gezielte Fragen stellen und bekommst garantiert eine gute Antwort.

Liebe Grüße babbedeckele

Lizzie64
06.08.2006, 22:05
Hi, Lost Angel,

wenn gar nichts mehr geht...klicke doch einmal auf www.hohemark.de (http://www.hohemark.de). Dort kannst du unter Kontakt/Gästebuch gezielte Fragen stellen und bekommst garantiert eine gute Antwort.

Liebe Grüße babbedeckele

babbeldeckele,

mit welchem anspruch kannst du denn solch eine garantie geben? wie qualifiziert ist das?

gruß,
lizzie

divana
09.01.2007, 10:29
Wenn der Beitrag auch schon ein bisschen alt ist ....

Vielleicht schaust du hier mal rein:
http://www.angst-treffpunkt.de

Hier findest du Gleichgesinnte. Ich selber leider seit vielen Jahren dran.

LG Divana

mep
16.01.2007, 10:48
liebe lostangel!

ich bin wohl eine langzeitangsterkrankte, weiss, dass dazukommende depressionen einem das gefühl geben können, den boden endgültig unter den füssen verloren zu haben. helfen kann ich dir wohl auch nicht, aber dir erst mal, neben der suche nach einem guten therapeuten, raten, dir freunde zu suchen, die dir zuhören, die da sind, die dich begleiten. es nimmt enmal das grösste grauen weg.

sonst weiss ich sehr wenig über deine situation, ich selbst bekam aus dem internet keinen rat, den ich nicht soweiso irgendwo aus büchern kannte, und der letztendlich in der regel daruf ausgerichtet war, aus mir ein "funktionierendes" mitglied der gesellschaft zu machen. nur, der verstand machte ja mit, aber das gefühl sagte vollkommen anderes.

eben jetzt bin ich wieder ein bisschen in der krise, nach sehr langer krankheit, nach heftigen emotionalen katastrophen, aber ich gehe es schon mit mehr gelassenheit an, suche auch immer wieder aspekte, die miene angst gut erschienen lassen. die mich stärken. je mahr ich angst annehmen kann, desto weniger macht hat sie über mich... aber das sagt sich leicht, wenn man nicht grade ganz abgestürzt ist.

was blutdruck etc. betrifft gehört m.E. in jedem fall erst mal eine symptomatische behandlung her, einfach weil es zum risikofaktor werden kann. was nicht heisst, dass es unbedingt eine langzeitbehandlung sein muss.

was mir in meinen schlimmsten krisen half, war die aussage einer psychiaterin, als ich in dauerpanik lebte, ich seinicht schuld, sondern krank.... dieses schuldgefühl hatte mich fast um den verstand gebracht, 10 minuten später konnte ich erstmals wieder dinge tun, die ich zwei monate unmöglich zustande gebracht hatte. und das andere mal, war als einleitung eine ambulante verhaltenstherapie aussschlaggebend, dass ichweider auf die füsse kam. irgendwann stand sie aber an, die probleme gingen doch zu tief, sodass ich jetzt einen anderen therapeuten auf kassenkosten habe. der mich lehrt, immer mehr ich selbst zu sein.

bei mir kommen übrigens panikattacken dazu, seit 28 (!) jahren.... mal heftig, dann wieder eine zeitlang kaum, sie sind der gradmesser, wie es mir in bezug auf umwelt, umgebung geht.

angel, ich wünsche dir alles gute, jede menge kraft... und gib nicht auf.... es sind viele bei dir.
herzlichst
mep

Siofna
19.01.2007, 12:27
Eigentlich ist es blöde zu sagen: es tut gut zu lesen, dass es anderen auch so geht wie mir. Aber es ist so.

@Lostangel

Dir gehts wie es mir vor Jahren ging, ich hatte 1000 körperliche Symptome, keine Therapie, keine Klinik hat geholfen, ich habe das alles nicht wirklich annehmen können.
Ich hatte resigniert, hab 1 1/2 Jahre mein Haus nicht verlassen (!) und ich wurde immer dünner und schwächer. Eine Grippe hat mich fast das Leben gekostet und da hat es irgendwie in meinem Kopf "Klick" gemacht.
Ich bin nochmal in eine Klinik, habe Tabletten genommen, mich auf alles eingelassen, was man mir vorgeschlagen hat, ich bin auf allen vieren zur Gruppentherapie gekrabbelt und endlich ging es mir besser. Natürlich hat es noch lange gedauert, bis es mir wieder gut ging, aber irgendwie war das der richtige Zeitpunkt und vorher nicht. Hört sich doof an, ist aber so.

Zur Zeit geht es mir schon wieder so schlecht und ich habe mich gehen lassen, mache nichts mehr mit meinem Mann, liege nur im Bett und wieder musste was schlimmes passieren, dass ich aufwache.
Mein Mann hat sich von mir getrennt und das hat mich aus meiner Erstarrung gerissen.

Natürlich wünsche ich Dir nicht, dass Dir was schlimmes passiert, aber manchmal braucht man ein Ereignis, das die Dimensionen wieder gerade rückt. Und alles kommt zu seiner rechten Zeit, wenn man nicht zur Therapie bereit ist, nützt sie auch nichts.

@mep
Oha, 28 Jahre Angst, das ist eine lange Zeit, mir kommen meine 10 Jahre ja schon wie eine Ewigkeit vor.

Fine
25.01.2007, 08:39
hallo lostangel und @all,

ich kann leider auch keine hilfe anbieten - nur mein mitgefühl aussprechen. ich selbst leide auch seit vier bis fünf jahren an angsstörungen/panikattacken. eine therapie habe ich bisher noch nicht gemacht, aber in letzter zeit denke ich immer öfters darüber nach, da die ängste irgendwie immer mehr werden und meine körperlichen symptome immer diffuser. mein körper scheint immer blitzschnell auf neue ängste zu reagieren: erst hatte ich angst, an einem herzinfarkt zu sterben, seit dem mir meine ärztin gesagt hat, dass ich gesund bin und nicht jetzt an einem herzinfarkt sterben werde, hab ich mich auf angst vor einem schlaganfall verlegt. ich kann logisch darüber nachdenken und mir sagen wie bekloppt das ist, aber umsetzen kann ich es nicht. die angst bleibt. mittlerweile wird sie am wochenende am schlimmsten. teilweise hab ich dann so eine angst, dass ich nur noch in mein bett möchte und schlafen will.

auch tabletten nehme ich unregelmäßig regelmäßig, allerdings nur beruhigungstabletten. die helfen zwar gut, schaffen das problem aber nicht aus der welt.

ich kann mir nicht vorstellen, dass bei dir keine thearpie angeschlagen hat bzw. ich will es vermutlich nicht, da ich selbst eben an eine therapie als allerletzte möglichkeit sehe! irgendjemand muss dir doch helfen können!!! abgesehen von allem anderen: hast du es mal mit sport versucht? meine depressionen hab ich damit in den griff gekriegt, definitiv! ist natürlich kein allheilmittel und ich wollte damit dein problem auch nicht bagatellisieren! trotzdem sind das kleine schritte zu mehr autonomie und körperbewußtsein.

also: ich wünsche dir viel kraft und stärke, dich deinen problemen zu stellen und nicht den mut zu verlieren!

lg
fine

Firehorse
25.01.2007, 10:31
Hallo zusammen,

auch ich leide seit 12 Jahren mal mehr mal weniger unter Angst und Panik.
Während meiner Schwangerschaft vor 9 jahren allerdings, gab es keine Symptome, alles war sie weggeblasen.
Viel Beschäftigung mit mir selbst, auch durch Hilfe von Therapien, haben mir bewusst gemacht, daß nicht nur die Wurzeln in meinem Kind-Mutter Verhältnis lagen, sondern die Auslöser aus meinen Beziehungsn kamen, die leider meist unglücklich und voller Stress waren und ich leicht zum Ko-abhängigen und vor allem zu einem Menschen voller Verlustangst wurde.
Mir ist klar geworden, daß diese Attacken und auch die Depressionen, die sich bei mir meist in totaler Müdigkeit äussern, immer einen versteckten Auslöser haben und sei es eine unsichere soziale Situation, eine fehlende mentale Verbindung zum Partner, Ungerechtigkeiten, Missverständnisse, aber immer steht, mehr oder minder die Verlustangst im Vordergrund.
Heute nehme ich immer noch FLuoxetin, aber nur 10 mg, eine Krücke wahrscheinlich nur, aber als ich es vor zwei JAhren absetzte, und 6 Monate ganz ohne auskam, kamen die Attacken mit den ersten neuen PRoblemem zurück....

Ich kann nur jedem sagen, auch wenn es noch so schlimm ist, und ich hatte auch Phasen, in denen ich definitiv das Haus nciht verlassen habe, meine Schwindelanfälle waren so stark, daß alles um mich herum"wackelte", ich hatte Atemnot, ANgst zu ersticken, Sehstörungen, das volle Programm.
Einfach die totale Panik.
Kribbeln in allen Gliesmassen, ANgst die Kontrolle zu verlieren, etc.
Und ich denke, irgendwie wird diese Angst ein ständiger Begleiter bleiben, aber man kann sie ausschalten.
Nicht verkriechen, andere involvieren, Sport machen sind wichtige Tips. Und vor allem genau hinschauen was die Auslöser sind.
Eine Trennung kann furchtbar schmerzvoll sein, aber manchmal ist ein klarer SChnitt notwendig und plötzlich ist man allein - aber ohne Panikattacken. Je nach dem wo die Probleme liegen, kann das wirklich so funktionieren, also ich lebe lieber allein als mit Panik.
Und das Schlimme ist der Teufelskreis, daß man den PARTNER meint zu brauchen gegen die Angst, wann wird auch noch abhängig, es ist schlimm.
ALles Gute für alle Betroffenen!! und niemals den Mut verlieren!!

firehorse

Fine
25.01.2007, 11:03
hallo firehorse.

die von dir beschriebenen symptome habe ich auch. an schwindelanfälle habe ich mich im laufe der jahre gewöhnt. meine attacken fingen an, als ich in einer extrem unglücklichen beziehung steckte, die mich selbst innerlich zerrissen hat. da ich zur zeit in einer sehr glücklichen beziehung stecke, frage ich mich, warum meine probleme weiterhin bestehen. ich werde wohl die ursachen herausfinden müssen, damit das alles endlich aufhören kann.

meine mutter leidet ebenfalls bereits jahrelang dran. das habe ich aber erst herausgefunden, als ich selbst mit diesen symptomen zu tun hatte.

ich hab bereits einmal eine therapie gemacht, vor ca. 15 jahren. ich habe keine besonders guten erinnerungen daran, deshalb scheue ich mich ein bißchen vor diesem schritt. vielleicht auch weil ich denke, diesmal muss ich es so schaffen.

ich frage mich, ob jede panikattacke einen eigenen auslöser hat oder ob das dahinter liegende thema gleich bleibt und sich auf diese weise immer wieder zeigen will.

lg
fine

Firehorse
25.01.2007, 12:42
hallo fine.

ich denke, die grundursache ist die gleiche, die momentanen situationen (im unterbewußtsein"") lösen die ATtacken aus.
Auch Gedanken die man hat, können Verursacher sein.
Eine Unsicherheit, Sorgen, Befürchtungen...

Wenn die Grundanlage vorhanden ist, und das betrifft einfach einen Teil der MEnschen, geht das schnell. Sicher waren Deine Symptome in der unglücklichen Beziehung schlimmer als in der jetzigen, die DU als glücklich empfindest. Aber gibt es da vielleicht nicht auch Zweifel, Ängste oder Unsicherheiten?
Auch im Freundeskreis oder Job können Ursachen gefunden werden.

Meine Mütter hatte übrigens ihr Leben lang mit solchen Ängsten zu tun. Ich habe schon als Kind Bekanntschaft mit einer immer kranken Mutter machen dürfen. Allerdings gab es diesen Begriff der Angstzustände damals nicht. Bei ihr waren es also organische ERkrankungen, die bei mir große Verlustängste ausgelöst haben.
ALs es bei mir losging, konnte ich erst einen Zusammenhang herstellen. Sie hat unbewußt diese Ängste in mich weiterprojeziert.
Auch grundsätzliches mangelndes Selbstwertgefühl, durch das Elternhaus ausgelöst, kann eine Basis für die Erkrankung sein.

Wie auch immer, diese Zustände sind da und man sollte sie nicht "Bekämpfen" sondern akzeptieren.
Das habe ich nach langer Zeit gelernt.
Genau hinschauern was im Körper passiert, nach dem Motto, "ok, Angst, Du kannst kommen, ich habe keine Angst vor Dir.
Verblüffender weise kann das funktionieren, daß sie gar nciht kommt wenn man sie erwartet ohne zu bekämpfen."

Ich denke, bei jedem läuft das anders ab. Bei allen will uns der Körper etwas sagen. Und manchmal denke ich, sie bewahren einen vor Schlimmeren, z.B. wirklichen Krankheiten.

Sensible Menschen haben größere Probleme damit, achten automatish mehr auf sich, wissen eher, wo ihre Belastungsgrenze liegt.
Ich habe für jeden Menschen Mitgefühl, der darunter leidet. ICh weiß aus Erfahrungen, daß man durch die Hölle gehen kann.
Medikamente können eine ZEitlang helfen, den Weg ins normale Leben zurückzufinden. Man sollte sie auch nicht verurteilen, aber sich bewußt machen, daß man trotzdem an Veränderungen bzw. an sich selbst arbeiten sollte.
Ich war zum Teil so weit, daß ein normales Leben für mich gar nciht mehr vorstellbar war, war hilflos, ausgeliefert, auf andere angewiesen, ohne das notwendige Verständnis verlangen zu können.
Heute führe ich ein ganz normales Leben, habe nur bei einer Sache Probleme, nämlich Autobahn fahren (selbst)
Aber ich sage mir, wenn ich das nicht in den Griff bekomme, dann finde ich mich einfach damit ab und muß in dieser Sache Alternativen finde, was bisher immer möglich war.
Therapie ist gut, wenn der Therapeut gut ist. Damit steht und fällt alles. Die meisten taugen leider nichts.
Oftmals helfen Bücher genauso und Gespräche mit einer guten Freundin, einem guten Freund.
Vielleicht, nur als Tip, gibt es auch noch unausgesprochene Dinge die zwischen Dir und Deiner mutter stehen. Bei mir ist es so, heute ncoh und da krieg ich irgendwie auch keinen Griff dran.
Sie ist schon 72...und manchmal habe ich die Panik, sie könnte gehen und ich den Rest meines Lebens darunter leiden.

Bis dann,

firehorse

Fine
01.02.2007, 08:48
hallo firehorse,

sorry für die verspätung - komme nicht immer ins netz.

wie war das denn während der schwangerschaft bei dir? und wie verliefen die ersten jahre des kindes - wurde die angst - vielleicht auch ums kind - größer? vielleicht war die hormonumstellung in der schwangerschaft ja "schuld" an der besserung.

ich werde mich wirklich in der nächsten zeit mal um einen therapieplatz bemühen. am wochenende hatte ich auch wieder so einen angstanfall, den ich nur mühsam unter kontrolle gebracht habe. wir waren bei freunden, auf die ich mich auch gefreut habe, die sind wie familie für mich. trotzdem hatte ich auf einmal wieder furchtbare angst zu sterben dort. habe mich mühsam immer wieder versucht, selbst zu beruhigen. das gelingt dann aber nur bedingt. erst als wir wieder zuhause waren und ich mich ins bett verziehen konnte, ging es mir wieder gut.

überhaupt, die verschlechterung am wochenende kommt bestimmt daher, dass ich am wochenende zeit für mich habe. in der woche bin ich im stress und laufe quasi vor mir selbst davon. an den wes falle ich dann auf mich selbst zurück und muss mich mit mir auseinander setzen.

warst du mit deiner thearpie zufrieden? weißt du woher deine ängste kommen und hast sie unter kontrolle?

lg
fine

Firehorse
06.02.2007, 22:21
hallo fine

wie gesagt, während der schwangerschaft ging es mir blendend, aber danach waren die Zustände z.T. genauso schlimm wie davor.
Die Angst ums Kind war nicht größer denke ich, das ist eine andere Ebene. Wobei ich schon schneller in Panik geraten bin, wenn irgendwas nicht gestimmt hat, auch mit dem Kind.
Ich weiß woher meine Ängste kommen, aber diee Ursachen lassen sich nicht mehr wegkriegen, aber dass Bewußtsein machen die Dinge leichter. Mit derr Therapie ist so eine Sache, Ich empfehle Dir eigentlich eine Verhaltenstherapie, gekoppelt mit Ursachenforschung, aber nicht übertrieben in RIchtung Psachoanalyse oder so, ich denke, das Wichtigste ist, sich auch zu beobachten wenn die Angst NICHT da ist...und sich immer erneut klar zu machen, daß es NICHT wirklich bedrohlich ist!!!
Ist es nämlich nicht, aber ich weiß, es ist schwer, massiv und dauert länger bis man diese Angst, die nur aus einem selbst kommt, "durchschaut".
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen!

lg firehorse

Inaktiver User
27.02.2007, 14:38
Ich glaube jeder, der an so was wie einer Angststörung leidet, legt sich im Laufe der Jahre eine Theorie zurecht, um zu erklären, woher das kommt. Nach 10 Jahren Angst und Depression kann ich nur meine persönliche Erfahrung beisteuert. Meine Angst kam plötzlich, unerwartet und massiv, als hätte jemand "schnipp" gemacht. Sie blieb 10 Jahre, änderte sich fast täglich und verlagerte sich von einem auf das andere Objekt. Erst geschlossene Räume, U-Bahnen, Theater, später sogar Staus und Supermarktschlangen etc.

Ich habe vieles probiert, verschiedene Therapien gemacht. Zum Schluss eine 7 Jahre dauernde Analyse. Dort wurde haarklein immer wieder das Verhältnis zu meinen Eltern, meine Kindheit etc. beleuchtet. Ich habe versucht, mich darauf einzulassen. Meine Kindheit war für mein Empfinden relativ normal, zumindest nicht so schlimm, dass ich derart heftige Angstanfälle damit hätte begründen können.

Und jetzt kommt das Eigenartige: genauso, wie es "schnipp" gemacht hat, als die Angst kam, hat es auch "schnipp" gemacht, als sie wieder weg ging. Sie verschwand von einen Tag auf den anderen. Das hat mich extrem verwirrt. Ich fand dann dieses Verschwinden der Angst auch wieder beängstigend und musste mich lang daran gewöhnen. Ich habe bis heute keine Erklärung dafür. Vielleicht nur die, dass Angst doch ganz stark "chemische" Ursachen hat. Warum sonst hört man so oft, dass während Schwangerschaften Angstattacken ausbleiben? Hat das vielleicht was mit den Hormonen zu tun?

Wenn es wirklich so wäre, wäre das allerdings auch nicht wirklich tröstlich. Das hieße ja dann, dass man nur warten muss, dass dieser Mist wieder aufhört. Das einzige, was ich aktiv unternommen habe, war einen gewissen Fatalismus an den Tag zu legen, mir zu sagen "na gut, dann hab halt Angst, na gut, dann kipp halt um etc.". So was wie Loslassen, Zulassen.

Ich war jahrelang strikter Gegner dieser viel gelobten "Crash-Kurse gegen die Angst", in denen man sich in wenigen Therapiestunden gezielt seinen Ängsten und Phobien stellt. Heute sehe ich das anders. Ich (meine Krankenkasse) habe in 7 Jahren Analyse meiner Analytikerin ein Honoarar in der Größenordnung eines Mittelklassewagens bezahlt und habe zum Schluss die Analyse fast wütend beendet, weil ich nicht ersehen konnte, dass mein real existierendes Problem therapiert wurde. Die Reaktion meiner Analytikerin: ich bin Schuld, dass die Analyse nicht geklappt hat. Toll.

Achi999
06.03.2007, 15:15
hallo!

ich hab leider keine zeit mir den ganzen thread durchzulesen also weiss ich nicht ob das dir schon jemand geraten hat...

ich leide an den selben krankheiten.... ich nehme seit einem jahr antidepressiva, die mir zwar sehr gut helfen, aber was mir besonders gut geholfen hat war eine energetische psychotherapie. es wird mit meridianen gearbeitet, d.h. "klopfen" auf bestimmte stellen im körper (so wie bei akupressur und co).

http://www.therapeuten.de/therapien/energetische_psychotherapie.htm

ich kann das wirklich nur wärmstens empfehlen, es wirkt wirklich wunder.
(hat auch bei meiner panischen flugangst geholfen, und jetzt flieg ich bald zum 3. mal nach new york)

ich hoffe, dass du dich bald wieder besser fühlst, lass dich nicht unterkriegen!!

liebe grüße an dich!

loewenpranke84
09.03.2007, 16:36
Hallo verlorener Engel!

Ich hab meine Angststörung gerade hinter mir gelassen, mit Depri, Persönlichkeitsstörung; das volle Verwöhnprogramm...:zwinker:

Aber ich weiß, wie es ist, wenn man weder lachen noch weinen kann. Gefühle stauen sich so auf mit dem Ergebnis, dass einem schwindelig wird und man irgendwann vor den Bus rennt, weil man ihn nicht sieht....
Was ich dir sehr empfehlen kann ist die Verhaltenstherapie.
Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie lieber nicht.
Such dir einen lieben Menschen, der bedingungslos für dich da ist. Immer. Ohne ihn hätte ich es nie geschafft.
Sprich mit guten Freunden darüber, tu Dinge, die du dich nie getraut hättest, oder einfach mal was anderes. Sei gut zu dir. Pflege deinen Körper und deine Seele und hol dir Bücher, die dir Spaß machen
z.B. Dalai Lama ,,Ratschläge des Herzens" oder von Dale Carnegie. Weiß nicht mehr wies hieß, es hatte so eine gelbe Blüte auf dem Cover.
Kuren habe auch ich schon hinter mir. Es ist unheimlich schwer, die richtige Einrichtung zu finden und auch den entsprechenden Therapeuten oder Psychiater. Geduld brauchst du und einen eisernen Willen.
Ach ja in Bad Pyrmont gibt es eine Kurklinik mit depressivem Schwerpunkt; die wurde hoch gelobt von meiner Therapeutin und meinem Psychiater. Alles alles Gute und viel Glück dabei

Katzenirland
29.03.2007, 19:58
Hallo, LostAngel!

Es ist so viel Zeit vergangen ... WIE GEHT ES DIR???

Gib´ uns doch mal ein kleines "Lebenszeichen"!

Alles, alles Liebe

katzenirland

Inaktiver User
10.04.2007, 17:26
Hallo ihr alle,
dann möchte ich mich mal in die Reihe der Angsthasen einordnen.:osterhase: :osterhase:
Bei mir werden es dieses Jahr im Winter 20 Jahre, dass ich an Ängsten leiden - und auch Panikattacken teilweise.
Ich habe jetzt die zweite Therapie - die leider nicht so viel bringt. Sie bringt nur insofern was, als ich lerne, richtig auf verschiedene Situationen zu reagieren. Ansonsten ...
Medikamente habe ich noch keine genommen bisher - außer Homöopathie. Mein Konstitutionsmittel hilft mir wenigstens soweit, dass ich etwas "lockerer" bin, nicht mehr sooo große Angst habe, mich auch mal in Begleitung raus traue aus meinem Bau.:lachen:

Bis vor ca. vier Jahren war es so, dass ich noch am normalen Leben (außer große Versammlungen, Kirchen usw.) teilgenommen habe. Das ging zumindest in Begleitung, auch mal ab und zu allein.
Dann ging es los, dass überhaupt nichts mehr ging, ich nicht mal mehr an die Tür konnte wenn ein Paket abgegeben wurde z.B.

Rückblickend fallen auf diese Zeit zwei Ereignisse: Ich bin in die Wechseljahre gekommen, und ich bekam eine Autoimmunerkrankung (Hashimotothyreoiditis), bei der man ja auch Angst und Panik haben kann.
Danach war nichts mehr wie vorher. Ich habe das nicht wieder aufholen können und überlege jetzt wirklich, ob ich nicht doch mal Medikamente nehmen sollte.

Aber, wie schon jemand geschrieben hat, Hormone spielen eine total große Rolle. In den ganzen Jahren war es so, dass es mir während meiner Periode immer gut ging. Da ging ich dann z.B. in Möbelhäuser oder legte verschiedene Termine auf diese Zeit.
Bei der Hashimoto ist es ja so wie bei vielen Schilddrüsenkrankheiten, dass bei vielen Angst auftritt.
In den Wechseljahren - so sagte mir meine FÄ - bekommen viele Frauen, die vielleicht nie mit Ängsten zu tun hatten, plötzlich Angst, trauen sich nichts mehr zu, trauen sich nicht mehr Auto fahren ...

Ich würde gerne den Schlüssel finden und "schnipp" machen - und dann wäre wieder alles wie vorher.
Oder war es nur so, dass ich vorher einfach funktioniert habe?? Jetzt funktioniere ich jedenfalls nicht mehr. Mein Körper mag nicht mehr. Wenn ich nichts ändere in meinem Leben, wird die Angst wohl nicht verschwinden.

Es grüßt euch eine nachdenkliche Leni:blumengabe: