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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das neue Stichwort: Achtsamkeit



BRIGITTE Community-Team
16.06.2006, 15:37
Liebe Userinnen, liebe User,

das aktuelle BRIGITTE-Dossier untersucht die Auswirkungen, die ein Mehr an Achtsamkeit gegenüber Ihrer Umgebung mit sich bringen kann:
Mehr Gelassenheit, mehr Selbstbewusstsein, mehr Liebe - wer es schafft, offener und aufmerksamer mit sich und anderen umzugehen, kann sein ganzes Leben nachhaltig verändern.

Haben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie bei näherer Betrachtung mit Ihrem Urteil über einen anderen Menschen falsch lagen? Oder auf den zweiten Blick entdeckt, dass sich vermeintlich festgefahrene Gewohnheiten in Ihrer Umgebung heimlich geändert haben? Vielleicht haben Sie sich auch einmal selbst überrascht und bemerkt, dass Selbsteinschätzungen wie "Ich bin unsportlich" gar nicht stimmen?

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
das Brigitte.de-Team

Nachtigalll
16.06.2006, 16:39
Ach, und ich dachte, das neue Stichwort sei "Gelassenheit". Na ja, kommt ja wenigstens drin vor. :blumengabe: Auch freut es mich, dass das gute alte "Selbstbewusstsein" mal wieder abgestaubt worden ist. :blumengabe: :blumengabe: Allerhoechste Zeit.

keinname
16.06.2006, 18:07
Haben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie bei näherer Betrachtung mit Ihrem Urteil über einen anderen Menschen falsch lagen?




nein. niemals. sie?

… aber gestern hab ich im vergrößerungsspiegel einen mitesser auf meiner nase entdeckt. achtsam, achtsam!

Inaktiver User
24.07.2006, 23:29
Haben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie bei näherer Betrachtung mit Ihrem Urteil über einen anderen Menschen falsch lagen?



Ja, ich habe den Menschen zu positiv gesehen.
Colonna

Inaktiver User
28.07.2006, 07:11
Haben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie bei näherer Betrachtung mit Ihrem Urteil über einen anderen Menschen falsch lagen?



Ja, ich habe den Menschen zu positiv gesehen.
Colonna



....kommt mir bekannt vor. Und hinterher von dem Betreffenden einen saftigen Tritt in den Allerwertesten bekommen. :grmpf:
Ist mir schon öfter passiert als umgekehrt (jemanden ver-urteilt und ihn/sie anschließend als netten Menschen erlebt).

:knicks:

Lalique
28.07.2006, 08:34
Das neue Stichwort Achtsamkeit?
Kleine Anleihe beim Buddhismus, der ja so neu eigentlich nicht ist...

Be aware!
Lalique

angelikarenate
25.10.2006, 00:53
Achtsamkeit - das erfordert erstmal Achtsamkeit sich selber gegenüber. Ich denke, nur wer mit sich achtsam umgeht kann dies auch anderen Menschen zuteil werden lassen.
Achtsamkeit muß kein großer Act sein - jemandem die schwere Kaufhaustüre aufhalten ( ich denke besonders an Menschen mit schweren Taschen oder Kinderwagen. einem alten Menschen im Wartezimmer in den Mantel helfen, ein Lächeln ( klingt vielleicht doof , ist es aber nicht!), fragen, wie es der Nachbarin geht - und auch die ehrliche Antwort aushalten!
Achtsamkeit heisst aber auch: sich einmischen, wenn überforderte Mütter ihre Kinder anschreien oder gar schlagen, etwas sagen, wenn Kinder rauchen, sich vor schwächere stellen, wenn sie angegriffen werden. Selber Hilfe anfordern. Sich einfach zeit nehmen hinzuhören, hinzuschauen - das kostbarste ist ZEIT!

Ich wünsche mir und anderen die Fähigkeit, achtsamer zu sein als bisher!

Inaktiver User
27.10.2006, 14:28
komme gerade von der Autobahn! Es ist erschreckend wie unachtsam die Fahrer oft sind! Vor allem die mit 100 ewig auf der linken Spur sind und mich nicht vorbeilassen. Die müssten mich doch mal beachten. Ich zähl jetzt nicht auf was ich alles mache um beachtet zu werden...aber dann achten wieder die Falschen auf mich (Polizei) und das ist dann der Dank.

Inaktiver User
31.10.2006, 23:20
Ja, ich habe den Menschen zu positiv gesehen.
Colonna

Hallo Colonna , ging mir auch so, leider wars mein Freund, der achtsamer Weise nunmehr mein Exfreund ist.

Inaktiver User
22.06.2010, 14:23
Dieser Thread wurde also vor 4 Jahren begonnen und leider kam dabei nichts zustande, was einem schönen Austausch gleich käme. Ich habe unter dem Stichwort Achtsamkeit im Titel suchen lassen und hatte gerade einmal einen Treffer mit eben diesen 8 Antworten, die auch noch teilweise Achtsamkeit mit Aufmerksamkeit auf eine Sache verwechseln.

Da mich das Thema beschäftigt, hole ich das eben einmal hoch. Und stelle als erstes zur Begriffserklärung einen Link zu Wikipedia ein, dass Interessierte sich erst einmal auf ein gleiches Begriffsverständnis einspielen können....


Achtsamkeit ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit)

Ich habe die Tage den Ausspruch gehört, dass fehlende Achtsamkeit Leid verursacht. Und als ich darüber nachdachte, mußte ich dem Recht geben. Mir ist es auch schon passiert, dass ich durch eine Situation eile und in diesem Stress unnötig gereizt auf Menschen reagiere. Wäre ich in der Situation achtsamer gewesen, d.h. hätte ich das, was gerade stattfindet besser und ohne überlagerte Gefühle aus anderen Situationen erfasst, wäre ich viel freundlicher mit dem Menschen umgegangen.
Ich glaube, es ist bezeichnend, dass das Thema hier so wenig Widerhall gefunden hat. Weil wir in einer Zeit leben, in der es an Achtsamkeit mangelt. Und es gibt Menschen, die das unangenehm spüren, vielleicht aber nicht wissen, dass es dieser Mangel ist, der ein unbehagliches Gefühl hinterlässt.
Ich habe noch viele Gedanken zu dem Thema, möchte aber erst einmal sehen, ob oder welche Gedanken denn andere hier im Forum dazu beitragen wollen.

Inaktiver User
22.06.2010, 14:30
Ja, ich verstehe auch nicht warum sich da einige so hoch geschaukelt haben bei dem Thema.

Also Achtsamkeit...ist das Wort und somit Thema...ich will es mal studieren.

Ibeth

Alaska
22.06.2010, 16:44
Ich habe die Tage den Ausspruch gehört, dass fehlende Achtsamkeit Leid verursacht.

Vielleicht bezog sich das auf die klassischen Anleitungen:

"Ihr Bhikkhus, dies ist der Pfad, der ausschließlich zur Läuterung der Wesen führt, zur Überwindung von Kummer und Klagen, zum Verschwinden von Schmerz und Trauer, zum Erlangen des wahren Weges, zur Verwirklichung von Nibbāna - nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m010z.html). Was sind die vier? ..."

Oder auch:

„Ihr Bhikkhus, wenn die Achtsamkeit auf den Körper (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m119z.html) immer wieder gepflegt, entfaltet, geübt, als Fahrzeug verwendet, als Grundlage benutzt, verankert, gefestigt und gut ausgeübt worden ist, können diese zehn Vorteile davon erwartet werden. Welche zehn? ...“

Inaktiver User
22.06.2010, 16:51
Haben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie bei näherer Betrachtung mit Ihrem Urteil über einen anderen Menschen falsch lagen?

Nein. Nie. Ich bin unfehlbar.

Schöne Grüße aus Rom! :engel:

(Sorry Ulli - ich hab nicht auf's Datum geachtet. Sehr unachtsam. Aber das Wort ist ein Reizwort für mich, genau wie übergriffig und ähnliches.)

Inaktiver User
22.06.2010, 17:27
Alaska, Deine Links sind nicht geeignet zum eben mal kurz durchlesen. :knatsch: Könnte man verkürzt sagen, wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich kaue, kaue ich - das Plädoyer gegen das Multitasking?


Ich glaube, es ist bezeichnend, dass das Thema hier so wenig Widerhall gefunden hat. Weil wir in einer Zeit leben, in der es an Achtsamkeit mangelt. Und es gibt Menschen, die das unangenehm spüren, vielleicht aber nicht wissen, dass es dieser Mangel ist, der ein unbehagliches Gefühl hinterlässt.
Diese Geisteshaltung der Achtsamkeit ist anstrengend. Erst einmal muss man sich selbst, seine eigenen Gefühle wahrnehmen, damit man überhaupt in der Lage ist, den Anderen als etwas Eigenes Abgegrenztes zu verstehen.
Wenn man nicht sehr auf sich aufpasst und immer wieder Auszeiten/ Ruhephasen/Meditation einlegt, überfordert man sich wohl schnell.

einewiekeine, was "reizt" Dich an Achtsamkeit? Dass es ein Modewort ist?

Alaska
22.06.2010, 19:00
Alaska, Deine Links sind nicht geeignet zum eben mal kurz durchlesen. :knatsch:

Ja, stimmt.


Könnte man verkürzt sagen, wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich kaue, kaue ich - das Plädoyer gegen das Multitasking?

Vermutlich meinst Du diese Passage:

"Wiederum, ihr Bhikkhus, versteht ein Bhikkhu beim Gehen: 'Ich gehe;' beim Stehen versteht er: 'Ich stehe;' beim Sitzen versteht er: 'Ich sitze;' beim Liegen versteht er: 'Ich liege;' oder er versteht, in welcher Stellung sich sein Körper auch immer befindet ..."

Das bedeutet erstmal 'nur' ganz gegenwärtig sein, in dem was gerade ist, und diese Gegenwärtigkeit in der Gegenwart dann auch aufrecht zu erhalten und sich nicht ablenken lassen oder in Gedanken verlieren. Klar, das erfordert auch Übung.

Inaktiver User
22.06.2010, 20:12
einewiekeine, was "reizt" Dich an Achtsamkeit? Dass es ein Modewort ist?

Ja, wahrscheinlich.

In meiner letzten Singlephase ist mir das schon ab und an in Bekanntschaftsanzeigen begegnet, und ich verbinde damit eher komplizierte, anstrengende, umständliche und sehr selbstbezogene Menschen. So ähnlich wie wenn sich jemand als "sensibel" beschreibt, das heißt meiner Erfahrung meistens: in erster Linie für sich selbst, weniger für andere.

Ich mag eher unkomplizierte, offene, lockere Menschen, bei denen man nicht das Gefühl hat, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen.

Inhaltlich ist es natürlich an sich positiv, und liegt so in der Mitte zwischen Respekt und Bewußtsein.

Inaktiver User
22.06.2010, 20:24
In meiner letzten Singlephase ist mir das schon ab und an in Bekanntschaftsanzeigen begegnet, und ich verbinde damit eher komplizierte, anstrengende, umständliche und sehr selbstbezogene Menschen. So ähnlich wie wenn sich jemand als "sensibel" beschreibt, das heißt meiner Erfahrung meistens: in erster Linie für sich selbst, weniger für andere.

Wenn man mal ganz genau hinschaut gibt es die unkomplizierten Menschen gar nicht. Höchstens solche, die Dich nicht mit ihren Problemen belästigen. Und an die kommst Du eventuell gar nicht ran, weil sie sich schützen.
Und die anderen, sie sind schwierig, aber wenn man mal genauer hinschaut, könnte der eine oder andere durchaus liebenswerte Seiten haben.
Einschränkung für SB - da bin ich froh, nicht mitreden zu können. :freches grinsen:



Ich mag eher unkomplizierte, offene, lockere Menschen, bei denen man nicht das Gefühl hat, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen.

Ich wohne in einer Gegend, wo die Leute unkompliziert und logga druff losschwätze - nach dem Motto wer haut verbal gedankenloser zu. :knatsch:



Inhaltlich ist es natürlich an sich positiv, und liegt so in der Mitte zwischen Respekt und Bewußtsein.
Das ist die Spielart, die ich meine. Sie kostet eine Menge Anstrengung, lässt einen hin und wieder recht uncool aussehen und ... warum praktizierst Du sie hier im Forum, wenn es doch ein Reizwort ist ? :smirksmile:

Inaktiver User
23.06.2010, 10:25
...Das bedeutet erstmal 'nur' ganz gegenwärtig sein, in dem was gerade ist, und diese Gegenwärtigkeit in der Gegenwart dann auch aufrecht zu erhalten und sich nicht ablenken lassen oder in Gedanken verlieren. Klar, das erfordert auch Übung.

Hallo Alaska,
ich habe gerade damit begonnen, mir in meinen täglichen Handlungen dieses gegenwärtig sein zu üben. Es ist erschreckend, wie oft ich schon beim nächsten oder übernächsten Schritt bin, wenn ich etwas tue. In meinem Alltag überschlagen sich sozusagen die Handlungen und ich glaube, dass abzubauen ist ein Schlüssel dazu, sich ausgeglichener zu fühlen.

einewiekeine, schade, daß Du das so siehst. Aber ich glaube, was Du beanstandest ist nicht das, was gemeint ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Achtsamkeit einen Menschen reizen im Sinne von anstacheln kann. Hast Du die Begriffserklärung in Wikipedia gelesen?

Inaktiver User
23.06.2010, 19:16
Das bedeutet erstmal 'nur' ganz gegenwärtig sein, in dem was gerade ist, und diese Gegenwärtigkeit in der Gegenwart dann auch aufrecht zu erhalten und sich nicht ablenken lassen oder in Gedanken verlieren. Klar, das erfordert auch Übung.
Du machst also Yoga ... :smirksmile:

Hast Du das Gefühl, dass sich diese geübte Achtsamkeit auch auf Deinen Körper auswirkt? Ich meine solche Dinge wie Verspannungen, die langsam verschwinden oder die Haltung, die aufrechter wird.

Alaska
23.06.2010, 21:40
Hast Du das Gefühl, dass sich diese geübte Achtsamkeit auch auf Deinen Körper auswirkt? Ich meine solche Dinge wie Verspannungen, die langsam verschwinden oder die Haltung, die aufrechter wird.

Ja, auf jeden Fall! Das ist ein prima Zusatzeffekt.

Inaktiver User
24.06.2010, 08:07
Ja, auf jeden Fall! Das ist ein prima Zusatzeffekt.
Ich würde das ganz anders ausdrücken. Das ist nicht ein Zusatzeffekt, sondern die Voraussetzung für Achtsamkeit gegenüber Anderen. Indem ich locker und offen bin, schaffe ich erst die Voraussetzung für Achtsamkeit.


Es ist erschreckend, wie oft ich schon beim nächsten oder übernächsten Schritt bin, wenn ich etwas tue. In meinem Alltag überschlagen sich sozusagen die Handlungen und ich glaube, dass abzubauen ist ein Schlüssel dazu, sich ausgeglichener zu fühlen.

Machst Du Meditation/Yoga o.ä., um diesen Zustand in der Gegenwart zu bleiben zu erreichen?

Alaska
24.06.2010, 09:03
Ich würde das ganz anders ausdrücken. Das ist nicht ein Zusatzeffekt, sondern die Voraussetzung für Achtsamkeit gegenüber Anderen. Indem ich locker und offen bin, schaffe ich erst die Voraussetzung für Achtsamkeit.

Wobei das dann aber auch eine Bedeutungsverschiebung oder eine etwas andere Bedeutung von 'Achtsamkeit' ist. Deshalb hatte ich die klassischen Anleitungen verknüpft. Bei den Übungen dort geht es ja hauptsächlich um Selbstwahrnehmung, andere spielen dabei erstmal keine direkte Rolle, eher im Gegenteil:

"Und wie, ihr Bhikkhus, verweilt ein Bhikkhu, indem er den Körper als einen Körper betrachtet? Da setzt sich ein Bhikkhu nieder, nachdem er in den Wald oder zum Fuße eines Baumes oder in eine leere Hütte gegangen ist; nachdem er die Beine gekreuzt, den Oberkörper aufgerichtet und die Achtsamkeit (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m010z.html) vor sich verankert hat, atmet er völlig achtsam ein, achtsam atmet er aus ..."

"Wiederum, ihr Bhikkhus, tritt da ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m119z.html) entstanden sind. ..."

In diesem Zusammenhang ist 'Achtsamkeit' die Übersetzung von samma-sati ('Richtige Achtsamkeit'), die zusammen mit samma-vayamo ('Richtige Anstrengung') und samma-samadhi ('Richtige Konzentration') die 'Meditations-Gruppe' der klassischen buddhistischen Praxis (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m141z.html) bilden. (Die klassische Yoga-Praxis nach Patanjali (http://openland.de/?i=6) ist übrigens ähnlich gruppiert: Nach Asana (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen) und Pratyahara (Ausrichtung der Sinne) folgen Dharana (Konzentration), Dhyana (Versenkungsmeditation) und Samadhi (Vollendung der Meditation). 'Achtsamkeit' als eigenständiger Begriff taucht hier aber nicht auf.)

Was Du nun meinst würde ich dann eher als Aufmerksamkeit für die Situation und die Belange anderer bezeichnen, wobei sich das eine und das andere ja gar nicht ausschließt, höchstens vielleicht in der Gleichzeitigkeit, wenn Achtsamkeit als Bestandteil von Meditation verstanden wird. Und natürlich fällt es wohl leichter, aufmerksam für andere zu sein, wenn man bei sich selbst oder mit sich im Reinen oder - wie Du sagst - 'locker und offen' ist, was ja durchaus ein Ergebnis solcher Übungen sein kann.

Inaktiver User
24.06.2010, 11:10
Alaska, ich finde es sehr bewunderswert, dass du hier versuchst die Hintergründe zum Thema Achtsamkeit zu erklären. Der Weg der Achtsamkeit ist sehr alt, vielfach erprobt und begleitet viele Menschen durch ihr Leben.

Auch die westliche Medizin hat die Achtsamkeit längst entdeckt und - ohne Esoterik und fernöstliches Geplänkel - in Therapien etabliert und durch viele Studien untermauert.

Mir selbst gibt Achtsamkeit sehr viel und würde mich auch gerne darüber austauschen. Leider habe ich gemerkt, dass diese Community nicht der richtige Ort dafür ist. Abwertende Kommentare von Leuten, die keinerlei Wissen und Erfahrung auf dem Gebiet haben, ziehen das Thema ins Lächerliche und dafür ist es mir zu schade. Fragen, Infos, Erfahrungsaustausch - ja gerne, aber der Diskussionsstil hier im Strang (und auch in anderen Foren) schreckt mich teilweise doch ab. Das bringt mich aber auf die Idee, mal auf die Suche nach einem anderen Forum zu gehen, in dem das Thema Achtsamkeit inhaltlich diskutiert werden kann. Insofern hatte der Strang für mich schon einen Sinn... :blumengabe:

Inaktiver User
24.06.2010, 12:36
Mir selbst gibt Achtsamkeit sehr viel und würde mich auch gerne darüber austauschen. Leider habe ich gemerkt, dass diese Community nicht der richtige Ort dafür ist. Abwertende Kommentare von Leuten, die keinerlei Wissen und Erfahrung auf dem Gebiet haben, ziehen das Thema ins Lächerliche und dafür ist es mir zu schade. Fragen, Infos, Erfahrungsaustausch - ja gerne, aber der Diskussionsstil hier im Strang (und auch in anderen Foren) schreckt mich teilweise doch ab.
Und wo wurden hier abwertende Kommentare gepostet, seit Uli das Thema wieder hochgebracht und Alaska ihre Erklärungen abgegeben hat? :ooooh:

Inaktiver User
24.06.2010, 12:46
Alaska, ich finde es sehr bewunderswert, dass du hier versuchst die Hintergründe zum Thema Achtsamkeit zu erklären. Der Weg der Achtsamkeit ist sehr alt, vielfach erprobt und begleitet viele Menschen durch ihr Leben.

Auch die westliche Medizin hat die Achtsamkeit längst entdeckt und - ohne Esoterik und fernöstliches Geplänkel - in Therapien etabliert und durch viele Studien untermauert.

Mir selbst gibt Achtsamkeit sehr viel und würde mich auch gerne darüber austauschen. Leider habe ich gemerkt, dass diese Community nicht der richtige Ort dafür ist. Abwertende Kommentare von Leuten, die keinerlei Wissen und Erfahrung auf dem Gebiet haben, ziehen das Thema ins Lächerliche und dafür ist es mir zu schade. Fragen, Infos, Erfahrungsaustausch - ja gerne, aber der Diskussionsstil hier im Strang (und auch in anderen Foren) schreckt mich teilweise doch ab. Das bringt mich aber auf die Idee, mal auf die Suche nach einem anderen Forum zu gehen, in dem das Thema Achtsamkeit inhaltlich diskutiert werden kann. Insofern hatte der Strang für mich schon einen Sinn... :blumengabe:


Warum so negative...mich interessiert das Thema sehr...und ich hoffe mehr über Achtsamkeit zu lernen.

Es gibt in jedem Forum immer wieder Leute die einem ab und zu mal blöd anmachen...die gewinnen bei mir nie.

Ibeth

Inaktiver User
24.06.2010, 13:05
Und wo wurden hier abwertende Kommentare gepostet, seit Uli das Thema wieder hochgebracht und Alaska ihre Erklärungen abgegeben hat? :ooooh:

Uli hat mit Wikipedia Informationen zu Achtsamkeit verlinkt und auch Alaska hat Informationen gepostet. Ab da sollte dem Leser ungefähr klar sein, um was es geht. Wenn dann, wie hier geschehen, Erfahrungen mit Bekanntschaftsanzeigen gepostet werden, empfinde ich es vorsichtig ausgedrückt als abwertend (gedacht habe ich einen ganz anderen Ausdruck...).


Warum so negative...mich interessiert das Thema sehr...und ich hoffe mehr über Achtsamkeit zu lernen.

Es gibt in jedem Forum immer wieder Leute die einem ab und zu mal blöd anmachen...die gewinnen bei mir nie.

Ibeth

Ibeth, ich bin gar nicht negativ, der Strang hat mich angeregt, mir wieder Austausch über Achtsamkeit zu suchen, bloß denke ich, dass die Brigitte-Community für mich nicht unbedingt der richtige Ort ist. Insofern ist der Strang positiv für mich. :Sonne:

Allgemein:
Klar gibt es immer wieder Situationen, in denen Leute Blödsinn posten. An sich nicht schlimm, die Welt ist bunt und innerhalb gewisser Richtlinien muss man diese Art von Postings hinnehmen. Aber wenn andere Leute diesen Blödsinn* nicht einfach überlesen, sondern darauf eingehen, versuchen sich zu erklären etc., dann kann eine Diskussion unterbrochen werden oder gar kaputt gehen.

* Blödsinn: Postings, die getippt werden, ohne dass man Ahnung hat, bzw. sich informiert hat, wovon das Thema handelt, oftmals in abwertender Form oder das Thema wird verwitzelt.

Leider beobachte ich das öfters in dieser Community, mir ist klar geworden, dass ich hier nicht alle, für mich wichtigen Themen diskutieren möchte.


Ibeth, wenn dich das Thema interessiert, es gibt einige gut geschriebene Bücher von Jon Kabat Zinn. Er ist Amerikaner und schreibt für unsere Sozialisation verständlicher als die Texte aus dem Buddhismus.

Inaktiver User
24.06.2010, 14:26
Weitere Informationen:

Das ist die Homepage des Instituts für Achtsamkeit (http://www.institut-fuer-achtsamkeit.de/homepage.html), das den Schwerpunkt auf MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) hat, also der Weg mittels Achtsamkeit ein stressfreieres Leben zu führen, bzw. mit Stress (den man ja nicht gänzlich vermeiden kann) besser und konstruktiver umzugehen.

Inaktiver User
24.06.2010, 14:39
Drahtseilakt,

OK, Ich verstehe Dich...Man macht sich schon manchmal vulnerable in diesem Forum...
und ja, der Name Jon Kabat Zinn ist mir ein Begriff.

Das Wort mindfulness hat eine große Bedeutung für mich.

Ibeth

WhiteTara
24.06.2010, 22:31
Ja, wahrscheinlich.

In meiner letzten Singlephase ist mir das schon ab und an in Bekanntschaftsanzeigen begegnet, und ich verbinde damit eher komplizierte, anstrengende, umständliche und sehr selbstbezogene Menschen.

Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht: Alle Menschen, die ich kennen lernte, die für sich achtsam durch den Alltag gehen oder Achtsamkeit bewusst üben, waren für mich aufgeschossene, unkomplizierte und nicht im negativen Sinne selbstbezogene Menschen. Allerdings denke ich, dass niemand von ihnen auch nur auf die Idee käme, besonders hervorzuheben, dass er/sie den Weg der Achtsamkeit schätzt und praktiziert.


Erfahrungen mit Bekanntschaftsanzeigen gepostet werden, empfinde ich es vorsichtig ausgedrückt als abwertend
Das sehe ich nicht so: Vielleicht hat derjenige ja nun gerade nach einem anderen Menschen gesucht, dem Achtsamkeit eben so wichtig ist, wie ihm selbst und daher gezielt auf Anzeigen geachtet, wo Achtsamkeit erwähnt wird....und dann eben die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder das Selbe unter Achtsamkeit versteht.
Das habe ich nun nicht abwertend, sondern einfach als einen möglichen Diskussionspunkt zum Thema verstanden.




..... mir wieder Austausch über Achtsamkeit zu suchen, bloß denke ich, dass die Brigitte-Community für mich nicht unbedingt der richtige Ort ist.
Das würde ich so auch nicht sagen: In vielen Beiträgen hier hast du sicherlich Recht, dass es wohl nicht dein gewünschter Austausch ist; ich klicke auch mal auf ein Thema und denke dann beim Lesen "Oh je, jetzt zerfaseln sie wieder alles...."
ABER: Es gibt hier auch ganz aufmerksame und achtsame User, mit denen man durchaus einen bereichernden Austausch pflegen kann, gerade zu solchen Themen wie Achtsamkeit ( dem liebsten clavi wink)


..... es gibt einige gut geschriebene Bücher von Jon Kabat Zinn. Er ist Amerikaner und schreibt für unsere Sozialisation verständlicher als die Texte aus dem Buddhismus.....
Oh je, nun ist mir beim Zitieren entfallen, wer das schrieb, aber ich wollte sagen, ich finde die Bücher von Jon Kabat Zinn ebenfalls zugänglicher als die alten buddhistischen Orginaltexte (da braucht es schon Übung beim Lesen und begreifen)



Das ist die Homepage des Instituts für Achtsamkeit (http://www.institut-fuer-achtsamkeit.de/homepage.html), das den Schwerpunkt auf MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) hat, also der Weg mittels Achtsamkeit ....
Genau - das ist gar nicht so übel im Alltagsstress bewusst Achtsamkeit zu üben! Ich hatte neulich in meiner Weiterbildung zur Gerontopsychiatriefachkraft sogar 3 Workshoptage zum Thema Achtsamkeit in der Pflege. Ich konnte mich gut darauf einlassen und für mich viel mitnehmen - manche Kollegen taten sich schwer damit und fühlten sich "esoterisch überfahren"


Seufz, mir ist leider die letzen Wochen die Achtsamkeit und auch die Aufmerksamkeit für manches abhanden gekommen - nun sitze ich da und muss erstmal neu sortieren - was mich betrifft und was andere betrifft.
Mir hilft dabei gerade achtsames Gehen im Wald und meine Tai Chi oder Qi Gong Übungen.

Alaska
25.06.2010, 16:30
..... es gibt einige gut geschriebene Bücher von Jon Kabat Zinn. Er ist Amerikaner und schreibt für unsere Sozialisation verständlicher als die Texte aus dem Buddhismus.....
Oh je, nun ist mir beim Zitieren entfallen, wer das schrieb, aber ich wollte sagen, ich finde die Bücher von Jon Kabat Zinn ebenfalls zugänglicher als die alten buddhistischen Orginaltexte (da braucht es schon Übung beim Lesen und begreifen).

'Im Alltag Ruhe finden' habe von ihm mal gelesen, das hat mir ganz gut gefallen. Da geht es auch um Achtsamkeit im Alltag und es enthält viele praktische Tips zu Meditation ganz allgemein.

clavier
25.06.2010, 19:23
Das bedeutet erstmal 'nur' ganz gegenwärtig sein, in dem was gerade ist, und diese Gegenwärtigkeit in der Gegenwart dann auch aufrecht zu erhalten und sich nicht ablenken lassen oder in Gedanken verlieren. Klar, das erfordert auch Übung.

Bis sich herausstellt, dass es nichts aufrecht zu erhalten gab je, und dass die Übung auch nur Ablenkung war, wenn auch vielleicht zum guten Zweck …

:-)

(keine Ironie hier, sag ich nur zur Sicherheit dazu)

clavier
25.06.2010, 19:35
Es gibt hier auch ganz aufmerksame und achtsame User, mit denen man durchaus einen bereichernden Austausch pflegen kann, gerade zu solchen Themen wie Achtsamkeit ( dem liebsten clavi wink)


Hier binsch ... danke für die Blumen! :blumengabe:


Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht: Alle Menschen, die ich kennen lernte, die für sich achtsam durch den Alltag gehen oder Achtsamkeit bewusst üben, waren für mich aufgeschossene, unkomplizierte und nicht im negativen Sinne selbstbezogene Menschen. Allerdings denke ich, dass niemand von ihnen auch nur auf die Idee käme, besonders hervorzuheben, dass er/sie den Weg der Achtsamkeit schätzt und praktiziert.

Weil der "achtsame" Zustand der natürliche ist, würde ich formulieren. Insofern braucht man das nur zu "üben", bis klar wird, das alles andere fruchtlose Verwirrung ist, die dann ganz von selbst aufhört, und dann stellt sich heraus, dass es nichts zu üben gab ...

Niemand übt schlafen zum Beispiel :-)

Oder was anderes fällt mir noch ein: solange Achtsamkeit eine bewusste Anstrengung ist, ist sie genauso konzeptionell wie jede andere Tätigkeit, in die man sich "verwickelt", und dann muss man das eben auch wieder loswerden. Aber das ist die Paradoxie an allen diesen Übungen.

clavier

Alaska
25.06.2010, 19:36
(keine Ironie hier, sag ich nur zur Sicherheit dazu)

Soso. Schon ausprobiert?

Alaska
25.06.2010, 20:01
Weil der "achtsame" Zustand der natürliche ist, würde ich formulieren. Insofern braucht man das nur zu "üben", bis klar wird, das alles andere fruchtlose Verwirrung ist, die dann ganz von selbst aufhört, und dann stellt sich heraus, dass es nichts zu üben gab ...

Achso, ist das diese 'Ich-bin-mir-ja-bewusst-dass-ich-bin-und-mehr-gibt's-da-nicht-zu-tun'-Einstellung. Naja, ok vielleicht fehlt Dir einfach noch der Zugang zur Übung.

clavier
25.06.2010, 23:49
Achso, ist das diese 'Ich-bin-mir-ja-bewusst-dass-ich-bin-und-mehr-gibt's-da-nicht-zu-tun'-Einstellung. Naja, ok vielleicht fehlt Dir einfach noch der Zugang zur Übung.

Worüber der Unmut? Die Übung hat ihren Wert, bis sie sich selbst überflüssig macht. Wenn sie Eigenwert beansprucht, wird sie wieder ein Konzept: gut, wenn sich das dann wieder auflöst, dann gibt es kein Problem. Aber keine Übung kann Wert an sich haben, nur das Ziel kann zählen, kann man sich darüber nicht einigen?


'Ich-bin-mir-ja-bewusst-dass-ich-bin-und-mehr-gibt's-da-nicht-zu-tun'-Einstellung

Was gibt es mehr zu tun, was genau gibt es zu erreichen, was nicht schon immer dagewesen ist?

clavier, erstaunt

clavier
26.06.2010, 00:03
Soso. Schon ausprobiert?

Wenn es sich einfach herausgestellt hätte? Was ist verkehrt daran?

:-)

Alaska
26.06.2010, 06:19
Was gibt es mehr zu tun, was genau gibt es zu erreichen, was nicht schon immer dagewesen ist?

Durch die regelmässige Übung verändert sich die Selbstwahrnehmung, die Wahrnehmung der Umgebung, die Einstellung zum Leben ganz allgemein. Wenn jemand ein wenig auf den Tasten eines Klaviers herumklimpert und meint, er würde nun ein Klavierkonzert von sich geben, dann würde ich das für einen Irrtum halten. Wenn jemand nach Jahren der Übung ein Klavierkonzert spielt und meint, das hätte er eigentlich vom ersten an Tag so gekonnt, dann würde ich das ebenfalls für einen Irrtum halten. Und vielleicht auch nochmal aus dem Text:

"Und wie, ihr Bhikkhus, wird die Achtsamkeit auf den Körper entfaltet und geübt (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m119z.html), so daß sie von großer Frucht und großem Nutzen ist? ..."

WhiteTara
26.06.2010, 13:04
Durch die regelmässige Übung verändert sich die Selbstwahrnehmung, die Wahrnehmung der Umgebung, die Einstellung zum Leben ganz allgemein.
Aber tut sich nicht auch ohne bewusstes Üben immer etwas verändern?

clavier - meintest du : irgendwann bin ich an dem Punkt, wo es nichts mehr zu üben gibt und dann erübrigt sich das Üben von selbst. Auf die Achtsamkeit bezogen - wenn ich für mich herausgefunden habe, wie das geht, dann muss ich es nicht mehr üben, weil ich es einfach bin ?



Wenn jemand ein wenig auf den Tasten eines Klaviers herumklimpert und meint, er würde nun ein Klavierkonzert von sich geben, dann würde ich das für einen Irrtum halten. Wenn jemand nach Jahren der Übung ein Klavierkonzert spielt und meint, das hätte er eigentlich vom ersten an Tag so gekonnt, dann würde ich das ebenfalls für einen Irrtum halten.
Aber wenn jemand nun wirklich meint ein Konzert zu geben - z.b. ein kleines Kind, was mit viel Konzentration anderen "sein Konzert" darbringt, dann ist es für denjenigen doch die Realität, dass er ein Konzert gibt - egal wieviel er übte und auch egal wie ein großer Pianist oder Musikkritiker die Qualität des Konzerts einschätzen würde.
Und der jahrelang Übende kann doch durchaus der Auffassung sein, dass er auch früher schon hätte so spielen können, weil es schon immer in ihm lag dieses Können, dann hat das doch seine Berechtigung.
Mit welchem Maßstab mache ich oder in diesem Beispiel du fest, was ein Irrtum ist ?

Alaska
26.06.2010, 14:36
Aber tut sich nicht auch ohne bewusstes Üben immer etwas verändern?

Das ist richtig. Egal, ob Du Dir beispielsweise Deine Zähne putzt, oder nicht: Vermutlich werden sie irgendwann ausfallen. Du kannst es also auch gleich bleiben lassen.


Mit welchem Maßstab mache ich oder in diesem Beispiel du fest, was ein Irrtum ist ?

Ganz einfach: Kleinkinder geben keine Klavierkonzerte - jedenfalls nicht von der Klasse Tschaikowskys - und ein Automechaniker wacht nicht eines morgens als Klaviervirtuose auf. Das gibt es einfach nicht.

Inaktiver User
26.06.2010, 15:44
Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht: Alle Menschen, die ich kennen lernte, die für sich achtsam durch den Alltag gehen oder Achtsamkeit bewusst üben, waren für mich aufgeschossene, unkomplizierte und nicht im negativen Sinne selbstbezogene Menschen. Allerdings denke ich, dass niemand von ihnen auch nur auf die Idee käme, besonders hervorzuheben, dass er/sie den Weg der Achtsamkeit schätzt und praktiziert.

Ich les kurz rein und seh mich wieder bestätigt. Selbst ist man ja ach so achtsam - hat aber kein Problem damit, andere Perspektiven einfach mal als Blödsinn abzutun - um sich im gleichen Atemzug über Abwertung zu beschweren. :knatsch:

Ich versteh unter Achtsamkeit eine Haltung anderen Menschen gegenüber, die aus Einsicht und Reife resultiert, und das setze ich tatsächlich in gewisser Weise voraus, genau wie ich davon ausgehe, dass jemand höflich ist.

Und mir ist es eben immer wieder begegnet, dass Menschen das zwar für sich selbst einfordern, aber nicht sehen, dass sie selbst es gar nicht leben. Und das finde ich außerordentlich unangenehm.

Ich finde, den Anspruch auf Achtsamkeit kann ich nur bei mir selbst haben - als Erwartung an andere finde ich das weniger sinnvoll.

Ich denke auch, wer das für sich wünschenswert findet und sich selbst immer wieder darum bemüht wird das weniger als Kriterium für das Verhalten anderer verwenden.

Inaktiver User
26.06.2010, 15:56
Die Neue Achtsamkeit ist ein neuiers Schlagwort..

Ratgeberweisheiten.
Allgemeinplätze.


Niemand übt schlafen zum Beispiel :-)


Was natürlich so auch nicht stimmt, was der achtsame Mensch voller Achtsamkeit und Achtung auch beachten sollte..

Achtung, Achtung..

Inaktiver User
26.06.2010, 16:51
Dieser Thread wurde also vor 4 Jahren begonnen und leider kam dabei nichts zustande, was einem schönen Austausch gleich käme. Ich habe unter dem Stichwort Achtsamkeit im Titel suchen lassen und hatte gerade einmal einen Treffer mit eben diesen 8 Antworten, die auch noch teilweise Achtsamkeit mit Aufmerksamkeit auf eine Sache verwechseln.

Da mich das Thema beschäftigt, hole ich das eben einmal hoch. Und stelle als erstes zur Begriffserklärung einen Link zu Wikipedia ein, dass Interessierte sich erst einmal auf ein gleiches Begriffsverständnis einspielen können....


Achtsamkeit ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit)



Für dienjenigen, die sich für Achtsamkeit interessieren und ernsthaft mitdiskutieren wollen, hier nochmal das Zitat von Uli mit der Begriffsdefinition.

Inaktiver User
26.06.2010, 17:26
Ich les kurz rein und seh mich wieder bestätigt. Selbst ist man ja ach so achtsam - hat aber kein Problem damit, andere Perspektiven einfach mal als Blödsinn abzutun - um sich im gleichen Atemzug über Abwertung zu beschweren. :knatsch:

Ich versteh unter Achtsamkeit eine Haltung anderen Menschen gegenüber, die aus Einsicht und Reife resultiert, und das setze ich tatsächlich in gewisser Weise voraus, genau wie ich davon ausgehe, dass jemand höflich ist.

Und mir ist es eben immer wieder begegnet, dass Menschen das zwar für sich selbst einfordern, aber nicht sehen, dass sie selbst es gar nicht leben. Und das finde ich außerordentlich unangenehm.

Ich finde, den Anspruch auf Achtsamkeit kann ich nur bei mir selbst haben - als Erwartung an andere finde ich das weniger sinnvoll.

Ich denke auch, wer das für sich wünschenswert findet und sich selbst immer wieder darum bemüht wird das weniger als Kriterium für das Verhalten anderer verwenden.
Da habe ich Dir in einem meiner vorherigen Posts widersprochen und 2 Tage später zeigt sich schon, dass Du Recht und ich Unrecht hatte.
Und trotzdem glaube ich daran, dass es Leute gibt, die im Alltag Achtsamkeit (aus-)üben.

Lalique
26.06.2010, 17:41
Für dienjenigen, die sich für Achtsamkeit interessieren und ernsthaft mitdiskutieren wollen, hier nochmal das Zitat von Uli mit der Begriffsdefinition.
Die Bricom ist nicht der passende Austauschort für Spirituelles, das stelle ich immer wieder fest.
Es gibt zu viele, die aus Ahnungslosigkeit alles veralbern oder auch aggressiv werden und jede Diskussion sinnlos machen.

Die Bricom ist nett, um den ganzen Weiberkram zu bekakeln :lachen: !

LG
Lalique

Alaska
26.06.2010, 17:42
Für dienjenigen, die sich für Achtsamkeit interessieren und ernsthaft mitdiskutieren wollen, hier nochmal das Zitat von Uli mit der Begriffsdefinition.

Das Zitat von Jon Kabat-Zinn daraus gefällt mir:

„...so intensiv und befriedigend es auch sein mag, sich in der Konzentration zu üben, bleibt das Ergebnis doch unvollständig, wenn sie nicht durch die Übung der Achtsamkeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit) ergänzt und vertieft wird. Für sich allein ähnelt sie (die Konzentration) einem Sich-Zurückziehen aus der Welt. Ihre charakteristische Energie ist eher verschlossen als offen, eher versunken als zugänglich, eher tranceartig als hellwach. Was diesem Zustand fehlt, ist die Energie der Neugier, des Wissensdrangs, der Offenheit, der Aufgeschlossenheit, des Engagements für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung. Dies ist die Domäne der Achtsamkeitspraxis...“

Da ist auch erst einmal gar nicht die Rede von Achtung, Respekt, Aufmerksamkeit, Umgänglichkeit, Zugewandheit und so weiter. Hier hat 'Achtsamkeit' erstmal nicht mehr und nicht weniger zwischenmenschliche Aufladung als beispielsweise die Begriffe 'Konzentration' oder 'Wachsamkeit'.

Inaktiver User
26.06.2010, 18:26
Die Bricom ist nicht der passende Austauschort für Spirituelles, das stelle ich immer wieder fest.
Es gibt zu viele, die aus Ahnungslosigkeit alles veralbern oder auch aggressiv werden und jede Diskussion sinnlos machen.

Die Bricom ist nett, um den ganzen Weiberkram zu bekakeln :lachen: !

LG
Lalique

Dabei hat Achtsamkeit nicht nur einen spirituellen Charakter (und schon gar nichts mit Esoterik zu tun). Jon Kabat Zinn hat durch mehrere fundierte Studien in Amerika den therapeutischen Charakter von Achtsamkeitsübungen gezeigt. Wir reden hier also von einer fundierten wissenschaftlichen Methode, die unter anderem nachgewiesenermaßen Hirnstrukturen verändern kann.



Das Zitat von Jon Kabat-Zinn daraus gefällt mir:

„...so intensiv und befriedigend es auch sein mag, sich in der Konzentration zu üben, bleibt das Ergebnis doch unvollständig, wenn sie nicht durch die Übung der Achtsamkeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit) ergänzt und vertieft wird. Für sich allein ähnelt sie (die Konzentration) einem Sich-Zurückziehen aus der Welt. Ihre charakteristische Energie ist eher verschlossen als offen, eher versunken als zugänglich, eher tranceartig als hellwach. Was diesem Zustand fehlt, ist die Energie der Neugier, des Wissensdrangs, der Offenheit, der Aufgeschlossenheit, des Engagements für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung. Dies ist die Domäne der Achtsamkeitspraxis...“

Da ist auch erst einmal gar nicht die Rede von Achtung, Respekt, Aufmerksamkeit, Umgänglichkeit, Zugewandheit und so weiter. Hier hat 'Achtsamkeit' erstmal nicht mehr und nicht weniger zwischenmenschliche Aufladung als beispielsweise die Begriffe 'Konzentration' oder 'Wachsamkeit'.

Achtsamkeit ist nicht vorrangig ein sozialer Faktor, eine Verhaltensweise anderer gegenüber oder eine humane Einstellung. Um diese Mißverständnisse zu vermeiden, wurden hier schon mehrmals Links mit Erklärungen eingestellt.

Zur Achtsamkeit gehören ua auch tägliche meditative Übungen, die ganz unterschiedliche Inhalte haben können. Die Meditationen machen das Befassen mit und Lernen von Achtsamkeit aus. Die Effekte, die sich durch regelmäßige Achtsamkeitsmeditationen einstellen können beachtlich sein.

Alaska
26.06.2010, 18:39
Achtsamkeit ist nicht vorrangig ein sozialer Faktor, eine Verhaltensweise anderer gegenüber oder eine humane Einstellung. Um diese Mißverständnisse zu vermeiden, wurden hier schon mehrmals Links mit Erklärungen eingestellt.

Wobei das Eingangsposting ja eher die zwischenmenschlichen Aspekte betont:


das aktuelle BRIGITTE-Dossier untersucht die Auswirkungen, die ein Mehr an Achtsamkeit gegenüber Ihrer Umgebung mit sich bringen kann:
Mehr Gelassenheit, mehr Selbstbewusstsein, mehr Liebe - wer es schafft, offener und aufmerksamer mit sich und anderen umzugehen, kann sein ganzes Leben nachhaltig verändern. ...

Lalique
26.06.2010, 18:39
Dabei hat Achtsamkeit nicht nur einen spirituellen Charakter (und schon gar nichts mit Esoterik zu tun). Jon Kabat Zinn hat durch mehrere fundierte Studien in Amerika den therapeutischen Charakter von Achtsamkeitsübungen gezeigt. Wir reden hier also von einer fundierten wissenschaftlichen Methode, die unter anderem nachgewiesenermaßen Hirnstrukturen verändern kann.
Womit du bei mir offene Türen einrennst :smile: !
Ich sehe Spirituelles (das Wort Esoterik mag ich nicht, es tummelt sich zu viel Unausgegorenes und Spinnertes unter diesem Begriff) als einen Aspekt des Lebens, der nach und nach sowieso von der Wissenschaft entdeckt wird.
Ich merke das deutlich!
Es ist alles da, man hat es nur noch nicht bemerkt, wobei wir wieder bei der Achtsamkeit sind!


Zur Achtsamkeit gehören ua auch tägliche meditative Übungen, die ganz unterschiedliche Inhalte haben können. Die Meditationen machen das Befassen mit und Lernen von Achtsamkeit aus. Die Effekte, die sich durch regelmäßige Achtsamkeitsmeditationen einstellen können beachtlich sein.
Ja :blumengabe: !

LG
Lalique

Inaktiver User
26.06.2010, 18:57
Wobei das Eingangsposting ja eher die zwischenmenschlichen Aspekte betont:

Naja.... das Eingangsposting...

Uli hat das Thema wieder hervorgeholt und wollte es diskutieren. Damit klar ist, WAS sie diskutieren will, hat sie eine Definition geliefert.

Ergänzung: Ohne sich darüber einig zu sein, über was man diskutieren möchte, ein Strang-Thema also, macht es nicht viel Sinn. Und zwischen einem bloßen "Sozialfaktor Achtsamkeit" im Sinne von "ich gehe nett und freundlich mit meinen Mitmenschen um" und dem Weg der Achtsamkeit, der von Meditation geprägt ist, aus dem Buddhismus stammt und von Jon Kabat Zinn in eine therapeutische Methode weiterentwicklt worden ist, liegen inhaltlich Welten.

clavier
26.06.2010, 19:18
Und zwischen einem bloßen "Sozialfaktor Achtsamkeit" im Sinne von "ich gehe nett und freundlich mit meinen Mitmenschen um" und dem Weg der Achtsamkeit, der von Meditation geprägt ist, aus dem Buddhismus stammt und von Jon Kabat Zinn in eine therapeutische Methode weiterentwicklt worden ist, liegen inhaltlich Welten.

Ich hatte verstanden dass wir von zweiterem reden - irre ich mich?

Inaktiver User
26.06.2010, 19:33
Für dienjenigen, die sich für Achtsamkeit interessieren und ernsthaft mitdiskutieren wollen, hier nochmal das Zitat von Uli mit der Begriffsdefinition.

Für mich sind es zweierlei paar Schuhe, sich achtsam zu verhalten und aufgrund eines dahion geworfenen Zeitgeistworts in eine Diskussion zu begeben in der viele Menschen von sich reden, sich um sich drehen, Vorträge halten usw..

Es sind zu viele Dinge denen man sich tiefgründig widmen könnte..

Stichwort Buddhismus : selbst das Bekenntnis zum Buddhismus kann nicht über Wikipedia definiert werden..

Es gibt im modernen Menschen eine Sehnsucht nach anderen Werten als Geld und Karriere :

gerade jene, die vor Kurzen diesem Gott noch huldigten beten gerne einen neuen Zeitgeistgott an..

Übersättiggung, Ellenbogengesellschaft und heute halt die gepriese "Achtsamkeit" ..

Ratgeberweisheit: ein Bändchen in Lilagepifft für die Erinnerung an Achtsamkeit, ein It-Schal zur Erinnerung daran, dasas 200 Euro ja nicht zu viel für so viel Achtsamkeit ist..

Chichichi..

Modeerscheinung " Achtsamkeit".

Inaktiver User
26.06.2010, 19:43
Ich habe Achtseimkeit lernen müssen, konnte mit dem Begriff zuerst überhaupt nichts anfangen. Seitdem ich weiß, dass ich ADS habe, übe ich jeden Tag. Achtsamsein, bezüglich auf mich, weil ich die wichtigste Person in meinem Leben bin. Morgens zu duschen, das Wasser auf meiner Haut zu spüren, den Duft des Duschgels zu geniessen und nur DAS..sonst nichts denken.....das fiel mir sehr schwer. Die Vögel zwitschern zu hören..und nur DAS.....achtsam aber auch auf andere Menschen und trotzdem immer bei mir zu bleiben, ist ein wichtiger Aspekt in meinem Leben geworden. Nicht immer einfach, aber es geht, man lernt nie aus.

clavier
26.06.2010, 19:59
Auf die Gefahr hin, dass ich mich irre und es inzwischen doch um zwischenmenschliche Beziehungen geht, antworte ich jetzt nur auf diese Frage:


clavier - meintest du : irgendwann bin ich an dem Punkt, wo es nichts mehr zu üben gibt und dann erübrigt sich das Üben von selbst. Auf die Achtsamkeit bezogen - wenn ich für mich herausgefunden habe, wie das geht, dann muss ich es nicht mehr üben, weil ich es einfach bin ?


Also um beim Klavierbeispiel zu bleiben: wenn ein Klimperer (oder ein Kleinkind) übt, seine Akkorde sicher zu treffen, und diese Übung nicht dazu führt, dass er am Schluss spontan die richtigen Tasten trifft, ohne die Übung als solche gegenwärtig zu haben, hat sie ihren Zweck verfehlt. Das wertet die Übung ja nicht ab, relativiert sie nur am Schluss.
Das meint ja auch Buddha:

Majjhima Nikaya 22 (http://www.palikanon.com/majjhima/m022n.htm):
"Gleichwie, ihr Mönche, wenn ein Mann, auf der Reise, an ein ungeheueres Wasser käme, das diesseitige Ufer voller Gefahren und Schrecken, das jenseitige Ufer sicher, frei von Schrecken, und es wäre kein Schiff da zur Überfuhr, keine Brücke diesseits um das jenseitige Ufer zu erreichen. [...] Wie, wenn ich nun [...] ein Floß zusammenfügte und mittels dieses Floßes, mit Händen und Füßen arbeitend, heil zum jenseitigen Ufer hinübersetzte?!' Und der Mann [...] fügte ein Floß zusammen und setzte mittels dieses Floßes [...] heil ans jenseitige Ufer hinüber. Und, gerettet, hinübergelangt, würde er also denken: 'Hochteuer ist mir wahrlich dieses Floß, mittels dieses Floßes bin ich [..] heil ans jenseitige Ufer gelangt: Wie, wenn ich nun dieses Floß auf den Kopf heben oder auf die Schultern laden würde und hinginge, wohin ich will ?' Was haltet ihr davon, Mönche? Würde wohl dieser Mann durch solches Tun das Floß richtig behandeln?"

"Gewiß nicht, o Herr!"

===

Und die Wege zum Ziel sind vielfältig. Bei mir war es über viele Jahre: kein Beherbergen von Theorien oder Verbalmeinungen über das Leben. Auch eine lange Übung, die zu meiner Struktur gepasst hat ... das Ergebnis war: dass sie sich selbst überflüssig gemacht hat, weil die Achtsamkeit automatisch wurde, sich als der eigentlich natürliche Zustand eben herausgestellt hat, der zuvor nur gestört war. In diesem Sinne meinte ich, dass es nichts zu "erreichen" gibt ...

Es gibt viele Wege: manche wiederholen jahrelang das Herzensgebet, mancher gibt sich der Anbetung einer Gottheit hin, andere sind analytischer unterwegs usw. usw. Das muss zu der entsprechenden Persönlichkeitsstruktur passen. Alle großen (meditativen) Systeme kennen entsprechende Differenzierungen.

Ein vielgliedriger Achtsamkeitsweg ist eine sehr effektive und gründliche Übung, der Erhabene war ein begnadeter Lehrer. (Vermutlich hat er aber auch einen Schüler zuerst einmal persönlich angetroffen und besehen, bevor er ein Urteil über seinen "spirituellen Status" abgab ...)

Sorry für den langen Beitrag, aber manche Missverständnisse lassen sich vielleicht nur so ausräumen

:blumengabe:

Alaska
26.06.2010, 23:28
Nicht immer einfach, aber es geht, man lernt nie aus.

Ja, genau.


Sorry für den langen Beitrag, aber manche Missverständnisse lassen sich vielleicht nur so ausräumen

Danke, mir ist Deine Situation nun auch nachvollziehbarer geworden.

Was mir noch eingefallen ist: Achtsamkeitsübungen können auch hilfreich beim Überwinden von Suchterkrankungen sein:

„Angenommen, da wäre eine Wasserkanne, auf einem Gestell bereitgestellt, voll Wasser bis zum Rand, so daß die Krähen davon trinken könnten, und ein Mann käme mit einem Vorrat an Wasser daher. Was meint ihr, ihr Bhikkhus? Könnte der Mann Wasser in die Kanne gießen? – „Nein, ehrwürdiger Herr.“ – „Genauso, ihr Bhikkhus, kann Māra, wenn jemand die Achtsamkeit (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m119z.html) auf den Körper entfaltet und geübt hat, keine Gelegenheit und keinen Rückhalt in ihm finden.“

WhiteTara
27.06.2010, 17:33
Danke clavier für deine ausführliche Erklärung!


@ Alaska
Ich bin nicht so geübt im Lesen und Begreifen solcher Texte, wie du sie anführst.
Das Zitat meint doch, wenn ich die Achtsamkeit geübt habe, dann bin ich weniger anfällig für "Versuchungen" - welcher Art auch immer ?
Dann wäre die Achtsamkeitspraxis sozusagen ein Präventionsmittel.
Kann mir gerade nicht wirklich vorstellen, dass ein schwer suchtkranker Mensch sich wirklich auf Achtsamkeitsübungen einlassen könnte....aber wenn die Sucht weniger stark ist, können solche Übungen sicher eine Suchttherapie begleiten und gutes wirken.

Alaska
27.06.2010, 17:57
Das Zitat meint doch, wenn ich die Achtsamkeit geübt habe, dann bin ich weniger anfällig für "Versuchungen" - welcher Art auch immer ?

An dieser Stelle mit Mara (http://de.wikipedia.org/wiki/Mara_(Buddhismus)) sind wohl konkret sinnliche Ausschweifungen und daraus entstehende Abhängigkeit gemeint.


Dann wäre die Achtsamkeitspraxis sozusagen ein Präventionsmittel.

Möglicherweise, es gibt beispielsweise ein Rückfallpräventionsprogramm namens 'UrgeSurfing (http://www.mindfulness.org.au/URGE%20SURFING.htm#UrgeSurfingSummary)' basierend auf Achtsamkeitspraxis.

clavier
27.06.2010, 20:28
Ist nicht perfekt zum Thema (Suchtprävention), aber es passt schon auch (die volle Kanne, die keinen Raum mehr lässt für Maras Einflüsse), und zwar über die Durchdringung des Schülers mit der Lehre - eine Geschichte über Bodhidharma (http://de.wikipedia.org/wiki/Bodhidharma):

* * *

Nach einer Legende fühlte Bodhidharma schließlich Heimweh nach Indien und entschloss sich, dorthin zurückzukehren. Doch zuvor rief er seine Handvoll Schüler zusammen, um zu prüfen, ob sie seine Lehren auch verwirklichten.

Der erste Schüler, den er fragte, sagte:
"Wie ich es verstehe, sollten wir, wenn wir die Lehre verwirklichen wollen, uns weder ganz auf Worte verlassen, noch sollten wir die Worte ganz abtun; wir sollten sie vielmehr als ein Werkzeug auf dem Weg benutzen."

Bodhidharma antwortete ihm:
"Du hast meine Haut erfasst."

Als nächstes trat eine Nonne hervor und sagte:
"Wie ich es verstehe, ist die Lehre wie eine glückverheißende Schau des Paradieses; man erkennt sie einmal und dann nie wieder."

Ihr antwortete Bodhidharma:
"Du hast mein Fleisch erfasst."

Der nächste Schüler sagte:
"Es gibt in der Tat nichts das zu erfassen wäre."

Hierauf entgegnete Bodhidharma:
"Du hast meine Knochen erfasst."

Schließlich war der Schüler Hui-k'o an der Reihe. Er sagte jedoch nichts, sondern verbeugte sich schweigend vor dem Meister.

Ihm sagte Bodhidharma:
"Du hast mein Mark erfasst."


* * *