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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gibt es hier jemanden OHNE Krankenversicherung?



Sabine39
06.06.2006, 16:12
Hallo,
Das ist eine ernstgemeinte Frage. Mich würde das mal interessieren.
Ich bin freiwillig gesetzlich krankenversichert, brauche meine KV nur für meine Kinder, die kostenlos mitversichert sind, und für Zahnarzt.

Ich finde die KK-Beiträge extrem hoch und sie stehen in keinem Verhältnis zur Inanspruchnahme von Leistungen (weil das was ICH will, muss ich privat bezahlen).
Eine private KV ist für mich fast noch teurer (weiblich, Alter, Kinder extra).

Ich zahle eigentlich nur um mein Gewissen zu beruhigen und für den Fall der Fälle, aber dafür soviel Geld jeden Monat??? Ja, eigentlich nur der Kinder wegen. Meine große Tochter ist jetzt 18 und ich habe in den 18 Jahren auch für sie wenig Leistung in Anspruch nehmen müssen. Das hätte ich allemal aus der Portokasse zahlen können und für mich ganz zu schweigen...
Lieber würde ich das Geld jeden Monat gut anlegen und mir für den Fall der Fälle ein Polster schaffen.

Das ist aber nur meine ganz private Meinung. Wollte wirklich mal wissen, ob ich da so alleine bin?

Inaktiver User
06.06.2006, 16:28
Ich kenne auch einige, die keine Krankenversicherung haben. Das Problem ist aber die Pflegeversicherung! Da musst du einen lückenlosen Verlauf nachweisen können.
Und du wirst irgendwann vielleicht mal so krank, dass du etwas höhere behandlungskosten hast. Dann könnte dein Polster evtl. nicht ausreichen.
Vom Prinzip her müsste's aber gehen. Wenn ich in den letzten mehr als 10 arztfreien Jahren jeden Monat 150€ in meine Privatkasse gestopft hätte, wären einige erstklassige Behandlungen drin gewesen. Aber ich wusste damals noch nicht so genau, ob ich vielleicht nicht doch mal einen Unfall baue oder vielleicht doch mal böse ein Aua bekomm.
Wenn ich wüsste, was die nächsten 10 Jahre wird, wüsste ich auch genau, was ich mache. :schlaf gut:

Alice30
06.06.2006, 16:34
Also, ich persönlich kenne niemanden komplett ohne Krankenversicherung.

Natürlich sind die Beiträge zum Teil horrend hoch, aber hast Du Dir schon mal überlegt, was wäre, wenn Du (oder eines der Kinder) chronisch/schwer krank wird? Einen Unfall hat und wochen-/monatelang Krankenhaus/Reha etc. fällig wird? Willst Du das dann aus einem "Polster" bezahlen? Da sind ruck-zuck zehntausende Euro weg! Also eine Krankenversicherung zu kündigen würde ich mir SEHR gut überlegen, das kann schnell böse ins Auge gehen. Aber Du könntest ja z. b. eine relativ hohe Selbstbeteiligung, Rückerstattung bei Nicht-Inanspruchnahme der Versicherung etc. etc. wählen, es gibt ja Unmassen Tarife... Vielleicht kannst Du so etwas Geld sparen, und bist trotzdem für "heftige" Fälle abgesichert. Informieren und dann ev. Krankenkasse und/oder Tarif wechseln wäre mein Vorschlag, ganz auf eine Versicherung zu verzichten würde ich in keinem Fall machen, es sei denn Du bist Millionär oder so...

akademikerin
06.06.2006, 17:12
Es gibt bei den meisten gesetzlichen Kassen Bonushefte, die belohnen, wer etwas für seine Gesundheit tut.

Ich würde das auch nicht so kurzfristig sehen. WAs machst du denn, wenn du alt und klapprig bist? oder in einigen Jahren die Wehwechen anfangen? Dann kommst du nICHT mehr in die gesetzliche zurück und eine privat kriegst du auch nicht.

Unabhängig davon, dass Kinder immer das Risiko von Krankheit oder Unfall beinhalten (nicht falsch verstehen, aber Kinder, die spielen, die fallen auch mal unglücklich, brechen sich ein Bein oder einen Arm und das kann dauern, bis es wieder gut ist) - wer zahlt denn DAS dann? Und was machst du mit sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen? Diese z.B. sollte man ins Bonusheft eintragen lassen. Das macht wirklich was aus.

OHNE Krankenkasse ... ich möchte mich selbständig machen und ich lebe lieber einen Monat von Wasser und Brot als KEINE KK mehr zu haben.

Ich kenne einige Fälle, die ihre private Kasse gekündigt haben, weil zu teuer geworden und dann - aber zu spät - feststellen mussten, dass die gesetzliche sie nicht mehr nimmt. Weil Altersgrenze erreicht.

Sabine39
06.06.2006, 18:09
erstmal danke für eure Antworten. ich wollte wirklich keine Moralpredigten haben.
Die Risiken sind mir ja auch alle bekannt und aus dem Grund bin ich auch krankenversichert.

Es geht mir nicht darum, Argumente für oder gegen die KV zu finden, sondern eher darum, ob es wirklich Menschen gibt, die leben auch ohne KV!!!

Übrigens wenn ich alt und klapprig bin, dann erhalte ich so gut wie keine Rente (jedenfalls keine Staatliche und da bin ich weiß Gott nicht die Einzige).
Wovon soll ich da noch die horrende Krankenkassengebühr bezahlen???
Da kann ich dann wohl würfeln: Miete, Essen oder KV?

Um die Kinder geht es hier auch nicht. Das würde ich nie verantworten!

Inaktiver User
06.06.2006, 19:20
Wenn du selbst nie etwas für später weglegst, wird's sicher irgendwann eng werden. Oder du musst bis zum Umfallen arbeiten. Wenn man konsequent 10% der Einnahmen zur Seite schaufelt, sollte der Lebensstandart im Alter eigentlich beibehalten werden können. Wenn man damit rechtzeitig beginnt natürlich. Ist man schon 55, reicht's wohl eher nicht mehr.

Quirin
07.06.2006, 19:07
Wenn Du horrende Beiträge in die GKV zahlst, dann solltest Du genügend Geld für die Altersvorsorge haben.

Darüber hinaus ist eine KV ja nichts, was man mit Gewinnerzielungsabsicht abschließt. Im besten Fall macht man Verlust. :freches grinsen:

Du solltest auch mal überlegen, ob Du nicht die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen möchtest: Frauen bekommen da doch was ab 25, dazu einmal im Jahr zum Augenarzt; Zahnarzt hast Du ja schon genannt. Ich kenn reihenweise Leute, die das nicht machen. Die landen irgendwann mit einem Herzanfall beim Notarzt oder mit einem irreparablen Sehschaden beim Augenarzt, was man hätte verhindern können, wenn sie regelmäßig auf Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und grünen Star etc. pp. untersucht worden wären.

Und zu Deiner eigentlichen Frage: Die Großeltern eines Freundes meines Bruders waren wohl nicht versichert, da sie ein entsprechendes Einkommen bzw. Vermögen hatten und eine KV nicht für nötig erachteten. Die haben aber auch in den Achtzigern schon 2000 DM im Monat nur für Krankheiten im Alter zur Seite gelegt. Das hätten sie mit einer KV auch billiger haben können...

Wer wirklich reich ist, kann sich das ganze natürlich sparen. Ein Michael Schumacher könnte eine Dialyse drei mal die Woche aus der Portokasse zahlen. Solche Leute haben dann wahrscheinlich keine KV mehr.

Inaktiver User
07.06.2006, 23:10
Mein Ex-Schwager hat seit einigen Jahren keine KV mehr, da seit längerem Arbeitslos. Den Gang zum Sozialamt/ Arge scheut er, v. a. aus Angst, dass er seine geerbte Eigentumswohnung verkaufen müsste (obwohl das ja evtl. nicht mal sein müsste). PKV nimmt ihn nicht mehr wegen Vorschäden, GKV nicht wegen Altersgrenze. Es war im Übrigen auch ein riesen Problem, eine KV für den minderjährigen Sohn zu bekommen! Wir alle hoffen, dass er die Zeit bis zu seiner Rente ohne größere Krankheiten übersteht.
Also, es gibt Leute ohne KV (ich kenne noch mehr, v. a. Selbständige, deren Geschäfte nicht so laufen und die daher die PKV gekündigt haben), aber für einen Normalverdiener ist das ein äußerst riskantes Spiel. Die Wahrscheinlichkeit, eine sehr schwere Erkrankung zu bekommen, ist vielleicht nicht allzu hoch, aber die Kosten hierfür erreichen u.U. schnell mal die 100.000 EUR.

Fax
07.06.2006, 23:19
mein Bruder wird demnächst 60! Er war noch nie in einer KV und findet mich blöd, daß ich da so ein Zinnober drum rum mache. Die wenigen male die er bisher zum Arzt mußte, zahlte er mit insgesamt weniger als einem halben Jahr Beitragszahlungen und wurde privat bedient.
Nun, ich hoffe sehr, daß er damit auch die nächsten sagen wir mal 30 Jahre gut weiterkommt.
Ich könnte es nicht.
fax

Besuch41
08.06.2006, 10:05
…. Wollte wirklich mal wissen, ob ich da so alleine bin?



Bist Du nicht.
In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es - generationsbedingt (für die jetzt 40er gibt es noch nicht mal ein Wort wie generation Golf/babyboomers) - einige, die einfach durch's Rost gefallen sind: jahrelang richtig gut verdient, privat versichert, dann arbeitslos mit Anfang/Mitte 40, weg vom Arbeitsmarkt, 12Mon arbeitslos, Rücktritt in die AOK abgelehnt ("hab ja bald wieder Arbeit…")... aufgrund der in den fetten Jahren gebildeten Rücklagen (priv. Rentenvorsorge/LV) nicht Hartz IV berechtigt (nb: was wir in ~15 - 25 Jahren für eine grauenvolle Renterarmut haben werden, weil diese/meine Generation ihre priv. Vorsorgen auflösen mussten, möcht ich mir nicht ausmalen!), irgendwann war das Geld alle…

Mein Großonkel war in den 60er Jahren auch nicht versichert, der bevorzugte in allen Bereichen Barzahlung... (das war aber auch die Generation, die sich nach dem Krieg halbe Stadtteile als Immobilie auf die Seite legen konnte.....)

Und kenne auch zwei Ich-AGs, die sozusagen aus Kostengründen nicht krankenversichert sind... geht. Geht aber nicht, wenn es mal mehr als nur ein Zipperlein ist, bei den aktuellen Beiträgen, die im deutschen Krankensystem aufgerufen werden...

Hab genau aus dem Grund eine "Minimal KV"…- ok, im Notfall dann eben zu Acht auf'm Zimmer! :freches grinsen:

Inaktiver User
11.06.2006, 12:41
Mein Großvater war auch nicht krankenversichert. Er war allerdings selbst Arzt. Es war zum Schluss recht teuer, aber insgesamt hat es sich für ihn wahrscheinlich durchaus gerechnet.

Deine Unzufriedenheit mit der GKV verstehe ich sehr gut. Es wird immer weniger bezahlt, und man hat keinerlei Einfluss darauf. In der Privaten hat man zwar vertraglich garantierte Leistungen und die Arztbesuche gestalten sich auch entsprechend (es wird gemacht, was ICH will), aber dafür hat man halt das Problem mit den hohen Beiträgen. Allerdings ist es in beiden Formen so, dass man in jungen Jahren mehr einzahlt als man herausbekommt. In diesem Fall hat man vielleicht das Gefühl, zuviel zu bezahlen, aber man hat etwas sehr viel Wertvolleres, nämlich Gesundheit.

Dass das Gesundheitssystem, so wie es im Moment ist, eine Katastrophe ist, bestreitet niemand. Ich glaube, ein Problem ist, dass es heute für fast alles eine Therapie gibt. Früher wären die Menschen an vielem früher gestorben, womit sie heute noch ziemlich alt werden können. Nur ist das eben teuer. Und wenn es eine Therapiemöglichkeit gibt, ergreift man sie natürlich. Und dann kommt noch hinzu, dass die Menschen heute offenbar viel höhere Ansprüche an ihre Gesundheit haben. Eben weil es ja für (fast) alles eine Therapie gibt. Und man kann halt nicht so ohne weiteres beschließen, dass man auf sein Überleben im Notfall verzichtet. Deshalb ist es heute noch kritischer als früher, keine KV zu haben.

Sugarnova
12.06.2006, 20:57
Ein Vorschlag: Geh mal für längere Zeit in ein Land OHNE Gesundheitssystem. Glaube mir: Danach bist Du von solchen Gehirnirrgärten kuriert.

Womit ich NICHT sage, dass das unsrige System "perfekt" ist.

Und gerade Du als Mutter solltest doch den Wert der GKV zu schätzen wissen.

Swissgirl
12.06.2006, 21:01
also bei uns in der Schweiz ist eine Grundversicherung obligatorisch

Salzrose
28.06.2006, 14:26
...

hillary
29.06.2006, 16:55
Ich war 4 jahre lang mit einem Mann zusammen, der seit eingen Jahren keine KV hatte, da selbstständig und am Existenzminímum verdienend. Vorher PKV, dann böser Absturz und Rausschmiss aus PKV.
Er ist nicht mehr der jüngste und nun kommen Zipperlein und auch schlimmeres.
Er kann nicht zum Arzt, er kanns nicht bezahlen. Weder so noch so.
2 ambulante OPs habe ich ihm bezahlt, nun sind wir getrennt, wie es jetzt weitergeht, ich weiß es nicht. Er tut mir furchtbar leid.
Also falls man nicht genug Kohle hat, ohne KV ist es auch Mist.

akademikerin
01.07.2006, 20:17
Ich habe die Meinung schon öfters gehört "jung, gesund, keine Risiken, also keine KV" - und was ist, wenn man älter wird und dann die Zipperlein losgehen? Die einen richtig viel Geld kosten können? Ich habe kein Verständnis für diese Einstellung. Man kann nicht von der Gemeinschaft Unterstützung verlangen, wenn man selber nie etwas dazu beigetragen hat.

@Hillary,

und über Midijob kann er auch nicht zurück in eine GKV? Dass PKV rauswerfen kann, okay, aber bei der GKV geht doch meistens noch was, auch für Selbständige. Ich finde so etwas sehr traurig - und für mich ein Grund, mind. in der GKV zu bleiben und privat zusatzversichern, wenn ich es mir leisten kann. Immerhin bleibt der MIndestschutz bestehen.

Roni
08.07.2006, 15:48
Es gibt gar nicht so wenige in Deutschland ohne, ich habe im engsten Kreis auch jemanden, der es sich nicht leisten kann.

Der Mindestbeitrag in der GKV ist ca. 127 € im Monat, das ist allerdings mit Pflegeversicherung.

Er geht nur zum Arzt, wenn es nicht anders geht und es nicht viel kostet. Da muss er vorsichtig sein, zu wem er geht. Wenn du 100 bis 200 Euro hinlegst, die du eigentlich für Essen gebraucht hättest oder mal was zum Anziehen kaufen, dann erlebst du einen Mediziner, der nicht bei der Sache ist und dir nicht helfen kann ganz anders als mit einem Kärtchen. Da gehst du eben zu seinem Kollegen. Doch für ihn ist das die einzige Chance.

Ich habe über Jahre den Betrag mühsam zusammengekratzt, denn ich wollte versichert sein. Doch man bekommt immer weniger dafür. Meine Brille war zerbrochen, die habe ich reparieren lassen. Dabei wurde sie schief zusammengesetzt. Mit der muss ich leben, denn meine KK zahlt mir keine neue...

roni

Inaktiver User
08.07.2006, 16:09
Wir haben einen Freund, der lebte bis letzten Monat mehrere jahre ohne KV.Wir haben ihm immer ins gewissen geredet, wenn doch mal was Grösseres ist, eine OP , was er dann macht.naja, ging bei ihm aber immer.Ich persönlich hab mich dieser tage auch geärgert,ich bin in der AOK, 3 kinder,egal, ob Allergiemedikamente oder salben, es wird nichts mehr gezahlt.Alle sachen, die wir n der letzten zeit mal benötigten, waren so zu zahlen.
Ich hatte eine sehr seltene schwere hautkrankheit,die leider mit superstarkem Juckreiz verbunden war.
Die salbe mußte ich selbst zahlen- reichte für 3 Tage(ganzer Körper war betroffen) und ich hatte es mehrere Wochen.Ein Töpfchen kam 15 Euro, aber ich habs ohne nicht ausgehalten.Warum zahlt das die kasse nicht?
ich hab mich natürlich beschwert,bzw. mal nachgefragt, tja...ohne Kommentar.
Wieso muß meine Tochter, die Abitur macht, auch die 10 Euro bezahlen, sie hat kein Einkommen, nur ich, der Vater zahlt nichts.
Und die 10 Euro sind ja jeweils extra zu entrichten, wenn man also meint, für das Quartal gezahlt zu haben und dann noch mal zum Notdienst ins Krankenhaus muß, sind die wieder fälli.Und zwar für jedes Krankenhaus, auch einer gleichen Stadt , extra.

Yassi
11.07.2006, 14:41
Hallo, wenn dieser Mann derart wenig verdient als Selbstständiger, hat er doch Anspruch auf Hartz 4 und damit wäre er auch krankenversichert?! Ganz kapier ich das nicht, dass offensichtlich inzwischen so viele ohne KV dastehen. Wer angestellt arbeitet, ist in der PKV oder GKV und wer keinen Job hat oder wenig (nicht angestellt) verdient hat Anspruch auf Harzt4 . wie kommt das also???

Roni
11.07.2006, 17:08
In dem von mir beschriebenen Fall verdient der Selbständige zu wenig um sich eine KV leisten zu können.

Die gesetzliche KV nimmt ihn nicht auf.

Warum er kein Hartz 4 beantragt ? Weil er sich nicht als Schmarotzer fühlen will.

Er will nur eine Chace haben, Geld auf ehrliche Weise zu verdienen. Bloß wird sein Verdienst immer mehr von immer neuen Teuerungen aufgefressen. Als Vertreter braucht er Sprit zum Fahren, Diesel genauer gesagt. Der ist zwar billiger als Benzin aber die Steuern sind fürs ältere Auto teuer.

Ein neues Auto ist nicht drin.. und so weiter...

Viele Grüße,
roni

SpezialEdition
11.07.2006, 17:27
Wie kommst Du auf den Gedanken, dass er als Selbständiger Anspruch auf HarzIV hätte? Wenn ich mich nicht völlig täusche, dann hätte er als Selbstständiger eben keinen.

Spezial :regen:

Donna3
12.07.2006, 15:43
auf hartz haben alle anspruch. das ist ein bisschen anders als arbeitslosengeld

Sabine39
13.07.2006, 10:02
Erstmal vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.
Ja, es scheint wohl doch zunehmend ein Problem zu sein, wenn man selbstständig ist (angestellt ist man ja unterhalb der Bem.-grenze pflichtversichert) und eben kein regelmäßig gleichhohes Einkommen hat, der KK-Beitrag schon enorm belastet bzw. es unmöglich wird diese Summe jeden Monat zu bezahlen. Was soll man da machen? Lieber aufs Essen verzichten?

Naja und dass nun jeder Hartz 4 bekommt, weiß ich nicht so direkt. Aber die meisten wollen diese Staatabhängigkeit überhaupt nicht und ob du dann automatisch krankenversichert bist, steht ebenfalls in den Sternen, solange du noch einen Partner hast, der ein wenig Geld verdient.

Inaktiver User
13.07.2006, 10:16
Nach neuesten Schätzungen liegt die Zahl der Hartz4-Empfänger, die keine KV haben, bei rund 220.000. Wer jahrelang nicht in eine KV eingezahlt hat, hat irgendwann auch keinen Anspruch mehr auf Eintritt in eine GKV. Die oben genannte Zahl jedenfalls ist völlig ohne, muss selbst vom Hartz4-Geld alles zahlen.
Persönlich sehe ich das auch als gerechtfertigt an. Man kann nicht plötzlich, wenn es einem (finanziell) schlecht geht, mal eben wieder in die KV. Wer nicht in diese einzahlt, soll auch nicht aus dieser seine Behandlungen bekommen.

Ebayfan
14.07.2006, 13:18
Hallo!

Problematisch finde ich besonders die Situation derjenigen, die ALG II beantragt hatten, aber eine Ablehnung bekamen, weil sie angeblich in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben. Eine Familienmitversicherung ist ohne Heirat nicht möglich, das Amt versichert sie auch nicht und ein eigenes Einkommen oder Vermögen haben sie auch nicht.

Wer soll da denn jetzt die Versicherung zahlen? Vermutlich sind sie froh, wenn der Lebensgefährte sie nicht verhungern lässt. Aber Geld für eine Krankenversicherung kann man doch von einem Partner, mit dem man nicht verheiratet ist, nicht verlangen!

Ich finde, diese Belastung, die da auf die Partnerschaft zukommen, ziemlich unerträglich. Zumindest für diesen Personenkreis sollte das Amt zumindest die Krankenversicherung übernehmen. Das würde sie gegenüber Verheirateten nicht um einen Cent besserstellen.

Viele Grüße

Anne

Roni
15.07.2006, 14:45
Nach neuesten Schätzungen liegt die Zahl der Hartz4-Empfänger, die keine KV haben, bei rund 220.000. Wer jahrelang nicht in eine KV eingezahlt hat, hat irgendwann auch keinen Anspruch mehr auf Eintritt in eine GKV.



Nicht alle, die nicht in eine KV einzahlen machen dies aus cooler Berechnung. Es ist oft so, dass sie das Geld nicht haben. Nach deiner Schätzung sind es 220.000, es sind sicher viel mehr.

Wenn diese Leute einen medizinischen Notfall erleiden, was passiert dann ?

Soll man sie unversorgt sterben lassen ?

Wird ihre Behandlung aus einem Sozialfonds bezahlt ?

Warum lässt man diese Leute nicht einfach am Gesundheitssystem mitzahlen ?

roni

Ebayfan
16.07.2006, 09:31
Nicht alle, die nicht in eine KV einzahlen machen dies aus cooler Berechnung. Es ist oft so, dass sie das Geld nicht haben. Nach deiner Schätzung sind es 220.000, es sind sicher viel mehr.

Wenn diese Leute einen medizinischen Notfall erleiden, was passiert dann ?

Soll man sie unversorgt sterben lassen ?

Wird ihre Behandlung aus einem Sozialfonds bezahlt ?

Warum lässt man diese Leute nicht einfach am Gesundheitssystem mitzahlen ?

roni





Hallo!

Im Notfall wird der Notarzt sie behandeln müssen. Wenn sie kein Geld haben, wird die Rechnung beim Sozialamt landen.

Normale Behandlungen werden auch oft über fremde Versicherungskarten abgerechnet. Es soll Leute geben, die ihre Versicherungskarten auch schon mal ausleihen - teilweise gegen eine "Gebühr". Dieser Missbrauch ist relativ einfach.

Viele Grüße

Anne

Mactipp
09.08.2006, 18:51
Es wurde bisher noch überhaupt nicht berücksichtigt, daß wir in einer Solidargemeinschaft leben. Ich kann und werde bei Versicherungen nie pari pari rausgehen, insofern ärgern mich manche Beiträge (nicht diese hier, die geldlichen), nur, ehrlich gesagt, den Versicherungsfall will ich auch lieber nicht.
Wenn manche sich über 10 €/Quartal aufregen, ist der Zweck erreicht. Eigene Gesundheit oder die Kosten von Krankheit sollten überdacht werden und werden zukünftig stärker überdacht.
Es gibt unfaire Regelungen und hohe Beiträge, dem stimme ich zu.Auch wenn der Einzelne im Forum hier nicht daran Schuld ist, eine gewisse Tendenz zur Aushebelung dieses Systems lässt sich erkennen.
Ich kenne kein Land (Irrtum vorbehalten), daß ein funktionierendes System hat. Der Mißbrauch von Sozialsystemen sowohl von Anspruchnehmern, als auch von der Industrie ist hinlänglich bekannt. Eine Lösung habe ich nicht.Es bleibt für mich eine Frage der Einstellung, die ich in der Gesamtheit habe. Somit ist für mich Gesundheit ein Privileg, mit dem ich über meine Beiträge die Kranken unterstütze. Es kann mich jederzeit treffen und dann ist es umgekehrt. Diesen Fall habe ich abgesichert.Krankheit und die Gesundwerdung ist ein hohes Gut. Dafür zu zahlen bin ich bereit. Wieviel es mir wert ist, soll jeder selber entscheiden. Ich bin und dies wird zukünftig so sein, für mehr Eigenverantwortung und glaube überzeugt, daß alles noch viel, viel schlimmer wird.Weltweit verglichen ist Leben in Deutschland noch immer ein Privileg. Dies wird sich ändern.

CoolCat
09.08.2006, 20:44
Schau mal unter http://www.einfachleben.de.vu/ , Forum Gesundheit, und da den Thread "Krankenversicherung", da beschreibt jemand, warum er keine hat und wie das bei ihm funktioniert, samt Familie.

LG, CoolCat

erdbeereis
10.08.2006, 11:30
Ich habe mir den Beitrag des NICHTVERSICHERTEN mal durchgelesen und auch den gesamten Strang dazu.
Finde ich große Klasse. Sehr mutig, sehr ehrlich! Sollte wirklich noch mehr Menschen dieser Sorte geben, die Eigenverantwortung für sich, ihre Gesundheit und ihr Leben übernehmen und sich nicht nur auf die Gemeinschaft (die keine ist) und die Ärzte verlassen.
Leider bin ich nicht ganz so mutig.:zahnschmerzen:

Sugarnova
10.08.2006, 15:25
Sorry, was ist daran mutig?! Wenn derjenigen, der nicht versichert ist, keine Versicherung hat, und einen Unfall hat, dann landet die Rechnung ja irgendwo: Entweder, sie treibt ihn selbst in den Ruin, oder die Sozialkasse zahlt (also indirekt die Beitragszahler). Und der hat nie in das System einbezahlt, klasse.

Jo68
10.08.2006, 15:42
Sugarnova, ich sehe das genauso. Das ist nicht mutig, sondern naiv. Er schreibt z.Bsp., dass die Hausgeburt gerade mal 150 Euro gekostet hat. Schön, aber was wäre gewesen, seine Frau hätte die letzten Schwangerschaftsmonate ins Krankenhaus gemusst und dann einen Kaiserschnitt gebraucht? Oder das Kind wäre behindert auf die Welt gekommen? Oder als Frühgeburt, die noch Wochen auf einer (teuren) Intensivstation verbringen muss? Er glaubt ja, dass einem so was nicht passiert, wenn man sich ordentlich ernährt und brav Sport macht - Auch das ist wahnsinnig naiv.

Und schließlich, was das Alter angeht, nun dafür hat er ja schließlich Kinder, damit die ihn dann pflegen. Was, wenn die darauf keine Lust haben oder schlimmer noch, z.Bsp. nach einem Autounfall selbst pflegebedürftig sind?

Nein, selbst bei der gesündesten Lebensweise lassen sich Unfälle und viele Krankheiten nicht ausschließen und dann ist das bisschen Ersparte schnell weg und wie geht's dann weiter? Wahrscheinlich eben doch mit dem Staat und der viel geschmähten Solidargemeinschaft.

Sugarnova
10.08.2006, 16:21
Danke, Jo.

Ich würde allen wirklich mal raten, eine Zeitlang in USA etc. zu leben. Sicherlich lieben es die Amis, selbstständig zu sein. Aber sie sind auch voller Lob, wenn ich vom deutschen System erzähle, das mitnichten perfekt ist.

Hat nicht mal die Ex-Frau Waigl erzählt, ihr Mann habe sich geweigert, bei einer komplizierten Hausgeburt die Frau ins Krankenhaus zu fahren? Klasse, das Kind kam behindert zur Welt (weiß allerdings nicht, ob infolge Sauerstoffmangel oder ob die Behinderung schon angeboren war). Und sowas nennt sich "Vater".

Monschum
10.08.2006, 23:31
Hallo,
mein Mann ist seit vier Jahren ohne jede Krankenversicherung.

Es gibt für ihn keinen Weg in die Private, weil er zu alt ist und auch keinen in die Gesetzliche, die nimmt ihn so lange nicht, wie er keinen Job hat.

Jahrelang hat er, so wie ich auch, keine Arztpraxis von innen gesehen. Jetzt zahlt der Bruder seine Therapie und Medikamente gegen Manische Depressionen.

Ich habe mich jahrelang über die hohen Beiträge bei der Barmer geärgert. Wann ging ich schon mal zum Arzt? Ich war rundum gesund. Wozu also jeden Monat zahlen?

Seit einem halben Jahr habe ich einen ungeheuren Arztverschleiß und bin deshalb sehr froh, damals meine KV beibehalten zu haben. Ein Zipperlein kann verdammt schnell kommen und dann wird es ziemlich teuer.

Viele grüße mon

Inaktiver User
11.08.2006, 09:06
Für mich ist es interessant, wie manche hier rechnen. Eine Versicherung beruht auf dem Solidarprinzip, dass bedeut, ich bekomme im Normalfall mein eingezahltes Geld nicht mehr heraus. Jeder hier rechnet sich aus, ob der Beitrag geringer als die Leistung ist oder umgekehrt und macht davon sein Engagement abhängig. Wenn ihr eine Autokasko abschließt fahrt ihr doch auch nicht regelmäßig an die Wand um die Beiträge zurück zu bekommen.
Das ist der Erste Grund warum dieses System an seine Grenzen stößt. Der Zweite ist, die Ärzte machen es nicht anders. Da wird herausgeholt was geht, da werde örtliche Betäubungen nicht mehr erstattet, plötzlich vervielfachen sich die Abrechnungen der Vollnarkosen. Warum wohl wollen die Ärzte dem Patienten keine Kopie der Rechnung geben? Den Kartenbetrug einzudämmen wäre ein leichtes, warum möchte das niemand? Diese Systeme werden von allen Beteiligten geplündert, jeder versucht das Maximale herauszuholen. Selbst die die dieses System überwachen sollen, haben es sich so komfortabel eingerichtet, dass sie am Betrug mitverdienen.
In wenigen Jahren werden 50% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Die wollen für ihre eingezahlten und nicht mehr vorhandenen Beiträge Leistung sehen, sicher, die bezahlen von der Rente auch Beiträge, rechte Tasche, linke Tasche.
Ich selbst bin privat versichert und bin davon überzeugt, dass unser KV-System maximal noch 5 Jahre so fortbesteht. Es wird eine Minimalversorgung mit Mindestbeitrag für alle geben und wer mehr will muss sich kümmern. Es wird Krankenhäuser mit Mindeststandard geben, die überfüllt sind und es wird Luxuskrankenhäuser geben.
V.G.

erdbeereis
11.08.2006, 11:24
Ja Frank, kann ich nur zustimmen. Genau so wird es wohl kommen und anders funktioniert es nicht.
Nur so ist es dann auch 'gerecht'.

parfum
11.08.2006, 13:33
Frank, Erdbeereis,

ich befürchte auch, dass es so kommt, wie von euch beschrieben. Und davor graut es mir jetzt schon. Ich hoffe, dass ich dann genügend Geld habe, um diverse Leistungen privat bezahlen zu können.
Schonmal in Großbritannien gelebt? Das Gesundheitssystem dort ist eine Katastrophe und ich denke, wir steuern darauf zu. Wohl dem, der genügend Geld hat, um sämtliche Untersuchungen privat bezahlen zu können. Der Rest wird sich wundern bzw. wundern werden wir uns alle - dann haben wir eine richtige 2-Klassen-Gesellschaft in der Medizin.

PS: Ist zwar off-topic, aber warum kann ich hier keine Smilies einfügen? Vorhin konnte ich das noch. Komisch.

Inaktiver User
11.08.2006, 13:34
Nein Erdbeereis, gerecht wird das System nicht mehr. Esa geht schon deshalb nicht, da die jetzige Rentnergeneration nur noch nehmen wird und dafür keinerlei Rücklagen gebildet hat. Die heut 30 – 50ig jährigen haben keine Chance einen solche Versorgung jemals aufbauen oder anderweitig in Anspruch nehmen zu können.
Die Generation die uns diese Suppe eingebrockt hat können wir nicht einfach sich selbst überlassen, wir müssen eine Grundversorgung gewährleisten, gleichzeitig müssen wir für uns Selbst in der Gegenwart sorgen und ebenso für die Zukunft vorsorgen durch Rücklagen. Wie soll diese 3fache Versorgung funktionieren? Dazu kommt das Problem mit der heutigen Jugend.
In den letzten 150 Jahren der deutschen Geschichte hat es noch nie eine so hohe Zahl an Auswanderungen aus Deutschland gegeben. Schon das bisschen Globalisierung macht uns schwer zu schaffen und es wird an Besitzständen festgehalten.
Ich denke, dass 80% oder mehr eine billige Grundversorgung bekommen, 15% etwas mehr und dem Rest steht die gesamte Bandbreite zur Verfügung. Zum Beispiel werden Krebsbehandlungen, meiner Meinung nach, nicht zur Grundversorgung gehören.
Wie schnell wir uns an Veränderungen anpassen hat HarzIV, Praxisgebühr von 10,00 usw. gezeigt.
V.G.

hillary
11.08.2006, 13:41
Ja Frank, kann ich nur zustimmen. Genau so wird es wohl kommen und anders funktioniert es nicht.
Nur so ist es dann auch 'gerecht'.

Ob's gerecht ist, weiß ich nicht.
Aber ich kann mich Frank62, wie so oft in vielen Dingen anschließen, andererseits zahle ich seit mehr Jahren als 20 Jahren als vollbeschäftigte Angestellte, ebenso wie mein Arbeitgeber in die gesetzliche KV. Einen Arzt sehe ich durchschnittlich 2 mal im Jahr. Nämlich zur Vorsorgeuntersuchung.
Aber ich bin alleinerziehnde Mutter 2er Kinder, die zwar relativ gesund sind, aber doch hin und wieder mal einen Arzt benötigen. Als man bei mir vor einiger Zeit einen Knoten in der Brust feststellte, da war ich doch froh, nichts bar auf den Tisch legen zu müssen. Zur persönlichen Angst, dann noch die finanzielle, mich wegen der Abklärung des Befundes oder einer OPauch noch zu verschulden, nee Leute, das hätte ich nicht so ohne weiteres durchgestanden.
Meinem Exfreund ist ein Weg in irgendeine KV verbaut, private kann er wegen seines hohen Alters von fast 50 Jahren und seines Miniverdienstes nicht mehr bezahlen und für eine Rückkehr in die Gesetzliche kommt außer den bereits für die PKV genannten noch hinzu, daß er seit 15 Jahren nirgendwo mehr fest angestellt war.
Einmal durchs soziale Netz gefallen sind die Maschen zu dicht, um von unten wieder nach oben zu kommen. Gesundheit ist für ihn schlicht nicht mehr bezahlbar. :unterwerf: Er müßte sich entscheiden zwischen Miete, essen oder KV.
Wo will man solch einen Menschen einordnen? Wo sprechen wir hier von Gerechtigkeit?
Hilly

Inaktiver User
11.08.2006, 14:13
Hallo Hilly,
ich denke, dass es immer irgendein Schleichweg gibt.
Vor einigen Jahren, wo halb Deutschland gerade unterging (HarzIV war beschlossen), war ich mal bei der Vermietung einer Wohnungsbaugesellschaft.
Ich fragte die besagte Dame, was wohl mit den vielen Menschen geschehe die jetzt und demnächst aus der Wohnung rausgesetzt werden.
Sie sagte, dass jeder eine Wohnung bekommt, sicher nicht das Feinste, aber ein Dach über dem Kopf. Aber es sind auch ein paar Hürden zu überwinden um so etwas zu bekommen, hinterher tragen werde man niemanden etwas. Das finde ich auch richtig so.
So wird es am Ende auch mit der KV werden. Man wird die Kliniken nicht auf den Rechnungen sitzen lassen, es werden sichtlich immer mehr Menschen die nicht versichert sind. Es sind ja auch nicht die Rentner die es sich nicht leisten können, es sind die, die dieses System normalerweise finanzieren sollen.
Es stimmt schon nachdenklich, dass ehemalige Unternehmer, die früher Hunderttausende in die Systeme gewirtschaftet haben, einfach so in ein Loch fallen.
Das was mich mit Genugtuung erfüllt ist die Tatsache, dass jetzt auch die KV Mitarbeiter mal ins nachdenken kommen. 300 Krankenkassen geht nicht und braucht auch niemand.
Es sind einfach zu viele in Deutschland, die sich vom Leistungsprinzip abgekoppelt haben und gut leben.
Ich habe kürzlich für die Pharmaindustrie etwas tun dürfen, Hilly, die haben Kohle das es nur so kracht. Da wird nur vom Feinsten gelebt, da wird einem angst und bange.
V.G.

hillary
11.08.2006, 14:29
@frank62, und nicht nur da, der Versicherungswirtschaft geht es entgegen aller offiziellen Verlautbarungen zumindest in den oberen Etagen ebenfalls blendend. Nur beim Fußvolk und den Treppenterriern kommt nix an.
Hilly

Inaktiver User
11.08.2006, 14:51
Ich weis, dass es der Viersicherungswirtschaft gut geht, es ist wirklich kein Vergleich zur Pharmaindustrie.
Versicherung hat etwas Rudimentäres vom Wettbewerb, aber die Pharmaindustrie hat freie Bahn. Man muss es real sehen, wie die investieren, sonst glaubt es keiner. Vom Feinsten im Überfluss, Geld spielt keine Rolle, das Beste ist gerade gut genug. Wenn die Investitionen etwas bringen würden, da sehe die Welt etwas anders aus, nein, das Geld muss einfach weg. V.G.

Sugarnova
11.08.2006, 14:53
Sicher, hillary.

Hab übrigens einen schönen Artikel: EINHEITSKASSE reicht. Wozu braucht dieses Land 300 KKs?! Aber der Große Wurf wird wohl auf sich warten lassen.

ABER: DAS wäre kein Grund, aus passivem Widerstand die KK zu kündigen. Weil ich mir selbst schaden würde, wenn mal was passiert.
http://www.zeit.de/online/2006/33/wasem-gesundheitsreform

Mich macht es auch, sorry, SAUWÜTEND, wenn viele in jungen Jahren flott in die Private wechseln und dann im Alter jammern, weil es mit den Zipperleins halt doch teurer wird. Oder wenn Leute in fetten, gesunden Jahren nicht einzahlen und sich in mageren, kranken dann doch auf das Solidarsystem verlassen, in das sie NIE eingezahlt haben.

Inaktiver User
11.08.2006, 15:16
Ach ja?

Macht es dich auch wütend, dass ein Großteil der staatlichen Zuschüsse in unser Solidarsystem auch von denen finanziert werden, die niemals Leistungen daraus beziehen?
Macht es dich vielleicht auch wütend, die Pläne unserer Regierung zu hören, die Einkommenssteuer zu erhöhen um damit die Gesundheitskosten im Rahmen zu halten? Wer zahlt denn einen großen Teil der Einkommenssteuer? Arbeitslose und Geringverdiener steuern soweit ich weiß, nicht gerade wahnsinnig viel am Steueraufkommen bei. Der größte Brocken kommt von denen, die niemals dieses System benötigen werden.
Komisch, dass die nicht wütend werden.

Werd mal lieber darüber wütend, wie unsere KK mit diesem geld wirtschaften! Denn das kotzt mich absolut an, das ist auch ein Grund, warum ich niemals in diesen Topf einzahlen werde.

Das ist das wahre Übel :nudelholz: :nudelholz: :nudelholz:

Inaktiver User
11.08.2006, 15:29
Ach ja?

Das ist das wahre Übel :nudelholz: :nudelholz: :nudelholz:

Es gibt Hochrechnungen von Experten, dass fast die Hälfte der Beiträge irgendwo versickert oder durch überhöhte Preise bzw. durch Pseudowettbewerb bzw. unnütze Strukturen verschleudert wird.
Ich habe am Rande mit Breichen der Wirtschaft zu tun, die mit so genannten Alleinstellungsmerkmalen (in Wirklichkeit sind es keine, sondern der Markt wird nur mit Taschenspielertricks fern gehalten) für unser Gesundheitssystem „tätig“ sind. Da wird man schon etwas nachdenklich.
Das geht aber nur solange gut, wie Geld vorhanden ist.
Es spielt doch überhaupt keine Rolle wie viel Arbeitslose wir haben, sondern wie viel in dieses System, mittels sozialversicherungspflichtigen Jobs, einzahlen. Und diese Zahl nimmt schneller ab wie die Zahl der Arbeitslosen, während die Empfänger von Alimenten (Rentner, Pensionäre usw.) zunimmt.
V.G.

Sugarnova
11.08.2006, 16:43
Nochmal: Mich macht es auch sauer. Auch, dass keiner offensichtlich den Mut hat, es mit den Großen aufzunehmen.

Amüsiert beobachte ich z.B. auch das Aufschreien der Apos bei DocMorris. Witzig, ich habe NOCH NIE Beratung beim Kauf einer Aspirinpackung bekommen. Vielmehr hat man mir übrigens bei einer Apotheke auch schon mal das falsche Medikament gegeben (sahen von der Packung fast gleich aus, hab es gerade noch bemerkt) und sich nicht mal entschuldigt.