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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich liebe meinen Chef



Kazem
03.06.2006, 16:35
Hallo ihr Lieben,

ich weiß überhaupt nicht mehr weiter und möchte mir nun einfach mal einiges von der Seele schreiben.

Ich bin seit knapp einem Jahr in meiner Firma beschäftigt und habe mich nach ca. 5 Monaten in meinen Chef verliebt. Das kam einfach so und war am Anfang auch noch kontrollierbar. Nun ist es aber so, dass ich wirklich keinerlei Spaß am Leben habe weil ich alles als völlig aussichtslos betrachte und nur noch an ihn denken kann. Hört sich so kitschig an noch dazu weil es sich um das klassische Chef-Sekretärinnen Verhältnis handelt. Ich finde das alleine schon billig, aber was soll man gegen seine Gefühle machen?????

Der Job macht mir Spaß und da ich schon öfter die Stellen gewechselt habe, möchte ich nicht gehen. Wenn ich alles objektiv betrachte, ist das aber meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit alles zu beenden.

Ich bin verheiratet, er ist verheiratet und hat Kinder. Wir sind ca. im selben Alter. Ich weiß, dass er mich als Mitarbeiterin sehr schätzt, konnte aber noch nicht feststellen, ob er nun auch sonst an mir interessiert ist. Anfangs war er da recht aufgeschlossen, das hat mich aus der Fassung gebracht, darauf hin war ich sehr reserviert ihm gegenüber. Mittlerweile denke ich, dass er nichts von mir will und ich nur meiner Phantasie nachhänge. Aber so dermaßen, dass ich wirklich nach der Arbeit und am WE zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Ich habe schon alles mögliche versucht, ihn mir schlecht zu denken, mir einzureden, das wäre doch Schwachsinn, aber das hilft nicht. Ich habe echte, ehrliche und tiefe Gefühle für ihn und wäre bereit für ihn mein Leben zu ändern.

Vielleicht habt ihr Rat oder seid in ähnlichen Situationen. Ich würde mich über ein paar Worte von euch freuen.

Grüße
Kazem

Inaktiver User
03.06.2006, 16:47
Kazem,

Du schreibst gar nichts über Deine Ehe.

Hast Du da etwas vermisst, bevor Du Dich in Deinen Chef verguckt hast?

Hat Dein Mann etwas bemerkt? (vermutlich ja).

Könntest Du Dir vorstellen, mit Deinem Mann darüber zu sprechen?

Gruß, Leonie

Kazem
03.06.2006, 19:13
Leonie,

ich denke mal, mein Mann ahnt etwas. Im Moment möchte ich nicht mit ihm darüber sprechen. Es würde ihn nur verletzten.

Ich dachte eigentlich immer, ich hätte ein gute Ehe geführt. Aber meine Gefühle für den anderen überdecken einfach alles.


LG
Kazem

Inaktiver User
03.06.2006, 19:22
Ich meine, dass man mit seinem Partner darüber sprechen sollte, aber die Meinungen sind da verschieden. Es verletzt ihn auch so - und er kann es nicht einordnen. Schau 'mal hier. (http://www.brigitte.de/forum/showflat.php?Cat=0&Board=Beziehungstheater&Number= 1784826&page=0&view=&sb=5&o=&fpart=1&vc=1)

Aber davon unabhängig - wenn Du vorher nichts vermisst hast, aber Dich jetzt trotzdem ein anderer so verwirren kann, wäre da nicht da Naheliegende, Dich ganz bewusst Deiner Ehe und Deinem Mann zuzuwenden? Da neuen Schwung zu bringen?
Wie habt Ihr denn Eure Ehe und Eure Liebe gepflegt? Ganz oft ist man da doch nachlässig.

Wenn eine gute Fee käme und Du hättest einen (aber nur einen) Wunsch frei - was würdest Du Dir wünschen? Dass Deine Verliebtheit weggeht oder dass der andere nicht verheiratet wäre?

Gruß, Leonie

Prijon
03.06.2006, 20:26
Wenn eine gute Fee käme und Du hättest einen (aber nur einen) Wunsch frei - was würdest Du Dir wünschen? Dass Deine Verliebtheit weggeht oder dass der andere nicht verheiratet wäre?


Was für eine gemeine Frage....



Prijon

KHelga
04.06.2006, 00:01
Liebe Kazem,

was die Gefühle Deines Mannes betrifft, lasse ich mal außen vor.

In der 'brandgefährlichsten' Situation als abhängige Sekretärin befindest Du Dich:

>Nun ist es aber so, dass ich wirklich keinerlei Spaß am Leben habe, weil ich alles als völlig aussichtslos betrachte und nur noch an ihn denken kann.>

Wenn Dein Chef merkt, dass Du mehr als Sex von ihm möchtest, wird Dir gekündigt werden, bestenfalls landest Du im Archiv für die Ablage.

Ich war 'lebenslänglich' Sekretärin und mir ist kein Verhältnis - Chef/Sekretärin - in der Firma bekannt geworden, bei der 'SIE' nicht auf der Strecke geblieben ist.

Bitte bedenke das bei Deiner Vorgehensweise.

FG von Helga

Kazem
04.06.2006, 07:09
@Leonie

die Frage kann ich ganz klar beantworten. Also wenn es eine Fee ist, dann kann man sich ja alles wünschen. Ich würde wollen, mit IHM zusammen zu sein.

Du hast schon recht, damit, dass man sich seiner Ehe zuwenden sollte. Nur ist das so schwer, wenn man emotional völlig an den anderen gebunden ist, und mir meine Ehe im Moment gar nicht so wichtig ist. Das hört sich jetzt vielleicht hart an.

Was mich auch verwirrt ist, dass ich schon eine sehr partnerschaftliche Ehe führe. Mein Mann und ich unternehmen viel gemeinsam, führen jeden Tag Gespräche über das was wird denke, erleben und was wir planen. Wir verreisen oft zusammen. Aus dem Grund fällt mir beim besten Willen nicht ein, was ich ändern könnte. Und wie gesagt, im Moment, bin ich lieber alleine, weil ich nur an IHN denken kann. Das geht nun schon seit Oktober 05. Ich dachte, mit der Zeit verflüchtigt sich das Gefühl aber so ist es nicht.

Wenn er nicht mein Chef wäre, würde ich mit IHM sprechen, denn ich denke, das wäre der richtige Ansprechpartnter. So könnte ich sehen, was er denkt und davon hält. Aber in meiner Situation fühle ich mich völlig handlungsunfähig und ich sehe auch gar keine Hoffnung derzeit.

LG
Kazem

Kazem
04.06.2006, 07:19
@Helga,

du hast auch völlig recht mit deiner Meinung. Ich denke auch, er schätzt mich als Mitarbeiterin und das war es.

Ich sehe meine Situation auch als gefährlich an, weil sie irgendwie meine Existenz bedroht. Ich könnte alles verlieren, Mann, Job und IHN.

Zur Zeit hat mein Kopf zum Glück noch überhand und ich leide einfach nur furchtbar.

LG
Kazem

Tristezza
04.06.2006, 09:01
ich habe leider keinen tipp für dich. aber ich kann dich verstehen.

es tönt sehr wirr, man kann es sich selbst nicht erklären. mir geht's so seit april 2004, was ich selbst ganz furchtbar finde. ich habe es mittlerweilen einfach als teil meines lebens akzeptiert, also ein nonstop-herzschmerz. ich würde sehr gerne darauf verzichten.

nun habe ich dir nicht geholfen. wollte dir einfach schreiben, dass ich ganz genau weiss, wie sich das anfühlt.

ich hoffe, du findest schnell wieder raus.

gruss
tristezza

Inaktiver User
04.06.2006, 09:37
@Kazem,

ich glaube eher, du hast dir deinen Traummann "erfunden" bzw. "schön gedacht". Du schreibst nur, dass er dein Chef ist aber kennst du ihn überhaupt privat? Wie ist er in seiner Freizeit, was macht er? Wie geht er z.B. mit seinen Kindern um, mit Freunden usw.? Du kennst ihn als Vorgesetzten. Aber wie ist er als gleichberechtigter Partner/Freund?

ich

Kazem
04.06.2006, 15:02
@Kazem,

ich glaube eher, du hast dir deinen Traummann "erfunden" bzw. "schön gedacht". Du schreibst nur, dass er dein Chef ist aber kennst du ihn überhaupt privat? Wie ist er in seiner Freizeit, was macht er? Wie geht er z.B. mit seinen Kindern um, mit Freunden usw.? Du kennst ihn als Vorgesetzten. Aber wie ist er als gleichberechtigter Partner/Freund?

ich




Ich kenne ihn zwar nicht privat, wir haben jedoch ein sehr vertrautes Verhältnis, und ich kenne seine Meinung zu vielen Dingen die mir wichtig sind. Ich mag seine Art mit Menschen umzugehen, ich weiß was er von Kindern hält, wie er mit ihnen umgeht und wie er zu vielen anderen Dingen eingestellt ist. Oft sage ich etwas, was er gerade denkt und umgekehrt. Er sucht oft meinen Rat und ist dann meiner Meinung, gerade das ist es, was mich so an ihn bindet. Ich fühle mich wirklich sehr nah bei ihm. Ich weißt, dass er in vielen Dingen emotionaler und weicher ist als ich.

Grüße

Kazem

Kazem
04.06.2006, 15:07
ich habe leider keinen tipp für dich. aber ich kann dich verstehen.

es tönt sehr wirr, man kann es sich selbst nicht erklären. mir geht's so seit april 2004, was ich selbst ganz furchtbar finde. ich habe es mittlerweilen einfach als teil meines lebens akzeptiert, also ein nonstop-herzschmerz. ich würde sehr gerne darauf verzichten.

nun habe ich dir nicht geholfen. wollte dir einfach schreiben, dass ich ganz genau weiss, wie sich das anfühlt.
ich hoffe, du findest schnell wieder raus.

gruss
tristezza



Du hast mir SEHR geholfen. Es tut einfach nur gut, zu sehen, es gibt auch andere Menschen die so fühlen oder in so einer Situation sind. Da erübrigt sich dann alles andere. Man weiß, wovon man spricht und das alleine ist schon eine irrsinnige Erleichterung. Man will ja mit anderen nicht sprechen, um sich nicht immer und immer wieder erklären zu müssen. Man weiß ja selbst, rational gesehen, was gut und was schlecht ist. Aber Gefühle sind nun mal so wie sie sind und ich habe auch schon begonnen so zu denken wie du, nämlich, es einfach so zu lassen, annehmen und sehen was passiert. Was anderes gibt es derzeit einfach nicht für mich.

LG
Kazem

KHelga
04.06.2006, 17:01
Liebe Kazem,

in Deinem Fall ist echt 'guter Rat teuer'.

Du bist zur Zeit (sexuell?) unzufrieden und Dein Kopfkino spielt Dir nun einen Streich, indem Du glaubst, Du hättet Dich in Deinen Chef verliebt. Du projezierst alle (gewünschten) Gefühle in ihn, zumal Du ihn jeden Tag siehst.

Den Alltag mit Deinem Mann erlebst Du ja positiv. Meinst Du nicht, dass es möglich wäre, mit ihm gemeinsam wieder frischen Wind in Eure Beziehung zu bringen?

FG von Helga

Kazem
04.06.2006, 19:26
Liebe Helga,

da könntest du schon recht haben, mit der sexuellen Unzufriedenheit. Ich habe die Beiträge hier heute auch mal zum Anlass genommen, in die Richtung, die du angesprochen hast zu denken. Also, Energie in meine Ehe zu investieren, denn das mache ich zur Zeit fast gar nicht. Jede Gemeinsamkeit mit meinem Mann strengt mich an. Nicht dass ich ihn nun unausstehlich finde, aber die Gedanken an den anderen sind so stark, dass einfach nichts mehr übrig bleibt was ich an Engerie oder Schwung an ihn abgeben könnte.

Ich habe heute schon mal an einen gemeinsamen Urlaub gedacht. Mit meinem Mann.

Prijon
04.06.2006, 19:54
Also, Energie in meine Ehe zu investieren, denn das mache ich zur Zeit fast gar nicht. Jede Gemeinsamkeit mit meinem Mann strengt mich an. Nicht dass ich ihn nun unausstehlich finde, aber die Gedanken an den anderen sind so stark, dass einfach nichts mehr übrig bleibt was ich an Engerie oder Schwung an ihn abgeben könnte.

Für die sexuelle Unzufriedenheit bist also DU verantwortlich. Du hast Dich ausgeklinkt. Nicht klammheimlich hier die "Schuld" auf den GöGa schaufeln, woll?! Der hat's mit Sicherheit schon schwer genug. Wie leidensfähig ist der eigentlich?

Ich habe heute schon mal an einen gemeinsamen Urlaub gedacht. Mit meinem Mann.

Das kann nur was bringen, wenn Du Dich dem wieder zuwenden kannst. Wenn Du mit ihm am Strand liegst und Dich nach dem Chef verzehrst, dann wird das nichts.


Gruß,
Prijon

Kazem
05.06.2006, 08:06
Also, Energie in meine Ehe zu investieren, denn das mache ich zur Zeit fast gar nicht. Jede Gemeinsamkeit mit meinem Mann strengt mich an. Nicht dass ich ihn nun unausstehlich finde, aber die Gedanken an den anderen sind so stark, dass einfach nichts mehr übrig bleibt was ich an Engerie oder Schwung an ihn abgeben könnte.

Für die sexuelle Unzufriedenheit bist also DU verantwortlich. Du hast Dich ausgeklinkt. Nicht klammheimlich hier die "Schuld" auf den GöGa schaufeln, woll?! Der hat's mit Sicherheit schon schwer genug. Wie leidensfähig ist der eigentlich?

Ich habe heute schon mal an einen gemeinsamen Urlaub gedacht. Mit meinem Mann.

Das kann nur was bringen, wenn Du Dich dem wieder zuwenden kannst. Wenn Du mit ihm am Strand liegst und Dich nach dem Chef verzehrst, dann wird das nichts.


Gruß,
Prijon



@Prijon

Mir ist völlig klar, dass ich an allem Schuld bin, da ich mich ausgeklinkt habe. Schuld, auf wen auch immer zu schieben, liegt mir nicht. Dafür reflektiere ich glaube ich zu sehr.

Prijon
05.06.2006, 10:25
Ich hatte das Wort Schuld ganz absichtlich in Gänsefüßchen gesetzt, weil ich diese Terminologie Opfer/Täter eigentlich nicht mag.

Was ich aber auch nicht mag, ist das Übertragen der eigenen Verantwortung auf andere. Wer sich außenorientiert, der neigt ganz oft dazu, dafür den Partner in die Verantwortung zu nehmen. Mal von Anfang an, mal schleichend. Was ich für ziemlich unerträglich halte.

Schön, dass Du das nicht tust.

Prijon

Inaktiver User
07.06.2006, 10:33
Kazem,



die Frage kann ich ganz klar beantworten. Also wenn es eine Fee ist, dann kann man sich ja alles wünschen. Ich würde wollen, mit IHM zusammen zu sein.



ziemlich heftig - und vor allem - ziemlich kopflos. Um Deine Ehe tut es Dir gar nicht Leid? Warum nicht?




Was mich auch verwirrt ist, dass ich schon eine sehr partnerschaftliche Ehe führe. Mein Mann und ich unternehmen viel gemeinsam, führen jeden Tag Gespräche über das was wird denke, erleben und was wir planen. Wir verreisen oft zusammen. Aus dem Grund fällt mir beim besten Willen nicht ein, was ich ändern könnte.



Vielleicht zuviel Harmonie ??? Macht Ihr auch Dinge getrennt? Gibt es echte Auseinandersetzung? Was würdest Du finden, wenn Du 'mal suchst, was Ihr unter den Teppich gekehrt habt? Hast Du vorher nichts vermisst? Bist Du Dir sicher, dass Dein Mann in jeder Hinsicht zufrieden ist?

Da muss Bewegung in Eure Ehe. Deshalb noch einmal der Vorschlag - sprich mit Deinem Mann über Deine Verwirrtheit der Gefühle. Das bringt Bewegung.

Gruß, Leonie

Loeckchen...
07.06.2006, 22:39
die Frage kann ich ganz klar beantworten. Also wenn es eine Fee ist, dann kann man sich ja alles wünschen. Ich würde wollen, mit IHM zusammen zu sein.



Hallo Kazem,

genau das würde ich mir auch wünschen...

Inaktiver User
07.06.2006, 22:49
die Frage kann ich ganz klar beantworten. Also wenn es eine Fee ist, dann kann man sich ja alles wünschen. Ich würde wollen, mit IHM zusammen zu sein.



Hallo Kazem,

genau das würde ich mir auch wünschen...



tja, bloß blöd für euch, wenn zu den Männers dann auch die gute Fee kommt und sie auch einen Wunsch frei haben, bei dem dann ihr keine Rolle spielt, sondern Frau und Kinder oder eine andere Frau, dann seid ihr an der gleichen Stelle wie jetzt und dann? ...vielleicht doch mal erst um die eigene Beziehung kümmern und und gucken was da überhaupt los ist?

Inaktiver User
07.06.2006, 23:08
Löckchen,

ich habe gedacht, Dein Schwarm sei egoistisch ...

Bitte Verstand einschalten (das geht immer!)

Gruß, Leonie

Inaktiver User
08.06.2006, 12:11
...

Ginaelena
08.06.2006, 14:48
Hallo Kazem
ich kann haargenau nachempfinden wie du dich fühlst. Ich bin in der gleichen Situation, bin verheiratet, er ebenfalls und hat Kinder. Nur mit dem Unterschied, dass mein Chef auch in mich verliebt ist und wir seit fast einem Jahr eine "heftige Liebesaffaire" haben. Mein Chef hat sich damals mir gegenüber "geoutet" dass er sich in mich verliebt hat, ich hätte das niemals gekonnt, dafür habe ich immer zu viel Respekt vor ihm gehabt und es war für mich eigentlich auch ein Tabu. Auch hätte ich nie gedacht, dass er das gleiche empfindet wie ich. Ich bin aus allen Wolken gefallen und ich gebe zu, seit dem lebe ich wie im Rausch. Ich rate Dir, erst mal abzuchecken was genau er für dich empfindet. Vielleicht traut er sich nicht seine Gefühle zu äußern und du musst ihn aus dem Schneckenhaus holen. Wenn du jedoch das Gefühl hast, er schätzt dich "nur" als seine Sekretärin, dann solltest du wirklich die Finger davon lassen und versuchen ihn dir aus dem Kopf zu schlagen, so schwer es auch fällt.Alles Gute für Dich, Ginaelena

Kazem
08.06.2006, 15:57
Liebe Snint,

danke für deine schönen Beitrag. Ich bin dir ganz und gar nicht böse, über deine Schlussfolgerung. Im Grunde ist es ja, das was ich auch denke. Und du hast völlig recht, um sich zu outen müsste man zumindest etwas sicher sein. Das bin ich nicht.

Am liebsten würde ich die Situation einfach verlassen, gehen und nach einer Zeit des Nichtsehens, wird es in der Regel doch besser. Aber das geht leider im Moment nicht.
Also heißt es ausharren und die Zeit machen lassen.

Inaktiver User
09.06.2006, 13:44
...

Isabelle35
11.06.2006, 16:01
ich habe mich auch in meinem chef verliebt (er auch in mich) und wir haben seit ein paar monaten ein verhältniss. eigentlich ist es viel mehr, wir lieben uns. wir beide haben aber familie und kinder und es fällt uns sehr schwer. wir wissen aber auch, dass wir wie füreinander bestimmt sind. wir passen einfach perfekt zusammen. wir fragen uns oft- was ist wichtiger?- zusammen glücklich zu sein, dafür unsere familien leiden oder ein ganzes leben voneinander zu träumen? seine frau- wie mein mann sind eher häuslich und verbringen sehr viel zeit vor dem tv, wir sind beide sportlich, wir lesen die gleiche bücher, sind aktiv, beim essen- haben wir auch den gleichen geschmack, wir fühlen uns einfach perfekt zusammen. wir haben geschafft, ein paar tagen zusammen zu verbringen, und es war einfach perfekt... naja, ich bin auch total durcheinander und frage mich ob es nicht besser gewesen wäre, ihn nie zu treffen. ich kann meine kinder und meinen mann nicht verlassen, aber ein leben lang ohne ihn, kann ich mir auch sehr schlecht vorstellen.... ich bin unendlich traurig...

Ginaelena
12.06.2006, 12:14
Hallo Isabelle,
mir geht es genauso, ich bin auch sehr traurig über die Situation aber gleichzeit auch sehr glücklich über die liebevolle Beziehung zu meinem Chef. Man kann dieses Gefühl gar nicht beschreiben. Auch wir finden dass wir sehr gut zusammenpassen als mit unseren Ehepartnern, anderseits haben wir diese auch sehr gern und sind beide jeweils über 20 Jahre verheiratet. Das schmeißt man nicht einfach so hin. Es ist alles so vertrackt.LG Ginaelena

Kazem
03.11.2006, 20:06
Tja, was soll ich euch sagen. Mein letzter Eintrag stammt vom Juni. Ich bin noch immer verliebt und harre der der Dinge, die da kommen. Wie geht es euch so. Die ihr im Sommer noch ähnlich empfunden habt. Hat sich bei euch was getan?

Ich bin noch immer völlig verliebt und mir geht es mal mehr, mal weniger gut. Ich denke sehr oft an ihn und manchmal glaube ich, es klappt noch und dann bin ich wieder tief verzweifelt, weil ich weiß, das ist ein Hirngespinst.

Laufrad
03.11.2006, 23:16
Ich blicke nicht durch. Verzeih mir die blöde Frage Kazem: Hast du eine Affaire mit deinem Chef? Oder verzehrst du dich nur still und leise nach ihm?

Kazem
04.11.2006, 15:38
Ich blicke nicht durch. Verzeih mir die blöde Frage Kazem: Hast du eine Affaire mit deinem Chef? Oder verzehrst du dich nur still und leise nach ihm?


Letzteres ist der Fall

Sternenkalender
04.11.2006, 16:29
Hallo Kazem,

bin eben auf diesen Thread gestoßen und will auch etwas dazu sagen.

Mir ging es wie dir, ich verliebte mich ebenfalls als Sekretärin vor 6 Jahren in meinen Chef. Er ist ein sehr lieber Mensch, der sich für seine MitarbeiterInnen einsetzt, wir haben ähnliche Wertevorstellungen und ein ähnliches Naturell (ich schreibe das hier nur mal, um dem ewigen Vorurteil zu begegnen, dass die Liebe zu Vorgesetzten immer nur ein sentimentaler Gefühlsquark ist, den sich Frauen (und speziell Sekretärinnen) mangels Intelligenz und daraus folgender Anhimmelei von praktisch allem, was sich in der Hierarchie über ihnen befindet, einbilden.)

Er war gebunden und bei realistischer Betrachtung der Dinge war mir auch immer klar, dass er nicht dasselbe für mich empfindet, wie ich für ihn. Mit den Jahren haben sich meine Gefühle geändert, und wir haben jetzt ein sehr vertrautes, eher freundschaftliches Verhältnis, wie es wahrscheinlich Ehepaare nach 20 Jahren haben. Ich sehe jetzt auch einiges an ihm in weniger rosigem Licht, aber das ist ja normal. Er ist ja auch kein Übermensch.

Der Unterschied zu dir ist, dass bei mir keine eigene Familie im Spiel war. D.h. ich konnte sich die Dinge entwickeln lassen und riskierte nur meinen eigenen Absturz, aber nicht den anderer. In deiner Situation, die sich ja in Bezug auf deine Gefühle auch nicht genauso entwickeln muss wie bei mir, sehe ich deshalb eigentlich nur einen Stellenwechsel als Lösung. Wäre das nicht innerhalb deiner jetzigen Firma möglich? Recht abrupte Jobwechsel sind bei Sekretärinnen ja nicht so selten (meistens allerdings, weil sie mit ihrem Chef nicht zurechtkommen). Ein netter Chef hat dafür meist Verständnis, wenn der Eindruck beim Interview ansonsten stimmt.

Grüße,
Sternenkalender

Echtefuffzig
06.11.2006, 13:46
Hallo ihr Lieben,

ich weiß überhaupt nicht mehr weiter und möchte mir nun einfach mal einiges von der Seele schreiben.

Ich bin seit knapp einem Jahr in meiner Firma beschäftigt und habe mich nach ca. 5 Monaten in meinen Chef verliebt. Das kam einfach so und war am Anfang auch noch kontrollierbar. Nun ist es aber so, dass ich wirklich keinerlei Spaß am Leben habe weil ich alles als völlig aussichtslos betrachte und nur noch an ihn denken kann. Hört sich so kitschig an noch dazu weil es sich um das klassische Chef-Sekretärinnen Verhältnis handelt. Ich finde das alleine schon billig, aber was soll man gegen seine Gefühle machen?????

Der Job macht mir Spaß und da ich schon öfter die Stellen gewechselt habe, möchte ich nicht gehen. Wenn ich alles objektiv betrachte, ist das aber meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit alles zu beenden.

Ich bin verheiratet, er ist verheiratet und hat Kinder. Wir sind ca. im selben Alter. Ich weiß, dass er mich als Mitarbeiterin sehr schätzt, konnte aber noch nicht feststellen, ob er nun auch sonst an mir interessiert ist. Anfangs war er da recht aufgeschlossen, das hat mich aus der Fassung gebracht, darauf hin war ich sehr reserviert ihm gegenüber. Mittlerweile denke ich, dass er nichts von mir will und ich nur meiner Phantasie nachhänge. Aber so dermaßen, dass ich wirklich nach der Arbeit und am WE zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Ich habe schon alles mögliche versucht, ihn mir schlecht zu denken, mir einzureden, das wäre doch Schwachsinn, aber das hilft nicht. Ich habe echte, ehrliche und tiefe Gefühle für ihn und wäre bereit für ihn mein Leben zu ändern.

Vielleicht habt ihr Rat oder seid in ähnlichen Situationen. Ich würde mich über ein paar Worte von euch freuen.

Grüße
Kazem

"Never fuck in the company"! Dies ist ein gut gemeinter Tipp!

Wenn Dir Dein Job lieb ist, vergiss Deinen Chef als "Objekt der Begierde" - das geht nur ganz selten gut!

Wieso willst Du Dein Leben ändern?
Wie ist Deine Ehe?
Gibt es da nichts, was wertvoll ist und erhalten werden sollte?

Gruß

Echtefuffzig

pandora38
06.11.2006, 20:30
Hallo, wollte nur mal kurz was dazu erzählen, ohne große Einmischung oder moralische Diskussion...Ich hab vor vielen Jahren in einer Company gearbeitet, wo der damalige GF eine Affäre mit einer ltd. Mitarbeiterin, fast 20 Jahre jünger, anfing. (Ich wars nicht...nur um das klarzustellen). Das sorgte für viele Gerüchte und große Furore, aber er hat dann ziemlich schnell klare Verhältnisse geschaffen und seine Familie (3 Kinder) für sie verlassen. Sie sind nun seit einigen Jahren ein Paar und haben was man so hört, schon zwei Kinder zusammen bekommen. Also, Moral hin oder her. Aber es gibt immer mehrere Varianten....
Grüße von Pandora

Laufrad
06.11.2006, 22:28
Ich hab vor vielen Jahren in einer Company gearbeitet, wo der damalige GF eine Affäre mit einer ltd. Mitarbeiterin, fast 20 Jahre jünger, anfing. ... Das sorgte für viele Gerüchte und große Furore, aber er hat dann ziemlich schnell klare Verhältnisse geschaffen

Eben.

Ein Freund von mir hat in einer Firma gearbeitet, da haben die Mitarbeiter erst mitgekriegt, dass einer der Teilhaber etwas mit einer Mitarbeiterin hatte, als eines Morgens die Einladungen zur Hochzeit auf den Tischen lagen.

So ist das dann tatsächlich kein Problem.

Kazem
10.04.2007, 19:02
Nun lese ich den Strang hier und stelle fest, dass es mir nach fast einem Jahr noch immer so geht.

Ich bin drauf und dran mich zu outen, einfach zu sagen, wie es mir geht und dann gehen. In Abstimmung mit dem Chef.

Was meinte ihr?

Ich habe das Gefühl ich muss platzen, wenn ich es nicht bald raus lasse und zwar bei dem, den es betrifft.

flurina
11.04.2007, 18:34
Hallo alle zusammen
bei mir ist's zwar nicht der Chef, den ich liebe, aber ein Arbeitskollege. Das geht nun schon seit zwei Jahren so. Nie hätte ich gedacht, dass mir so etwas passieren könnte! Wir haben oft die Mittagspause zusammen verbracht und auch abends vor dem Heimgehen noch häufig geplaudert. Dabei sind wir uns immer näher gekommen, obwohl ich keineswegs finde, dass wir seelenverwandt wären, wie man hier oft liest. Wir hatten es sehr oft auch einfach sehr lustig zusammen. Im letzten Herbst haben wir uns dann gestanden, dass wir eine Anziehung für einander empfinden und sind in den letzten Monaten recht unnatürlich umeinander herumgeschlichen, bis wir in diesem Frühling übereingekommen sind, auf Distanz zu gehen, denn wir sind beide seit vielen Jahren verheiratet und möchten unsere Ehe nicht gefährden.
So sehr ich diese Entscheidung mit dem Kopf richtig finde, so schwer fällt es mir, wenn wir uns im gleichen Betrieb nun aus dem Weg gehen. Ich leide wie verrückt, während er - eine Frohnatur - mich zwar auch gerne mag, sich von dem Ganzen aber nicht so deprimieren lässt wie ich. Es macht mich sehr traurig, dass ich ihn nun auch als Kollegen verlieren werde, aber ich muss wieder zur Ruhe kommen. Das ist das schlimmste am Ganzen, dass ich mein inneres Gleichgewicht verloren habe. Ich galt immer als ausgeglichener, verlässlicher Mensch, dabei herrscht in mir drinn ein Chaos, das ich mir selbst nicht ganz erklären kann. So habe ich heute z.B. den ganzen freien Nachmittag einfach verplempert und meine Trauer gepflegt....
Ich habe auch schon versucht, den Job zu wechseln, aber das ist in meinem Alter praktisch aussichtslos. Wer weiss mir Rat, wie ich wieder zu mir selbst finde?

Echtefuffzig
12.04.2007, 10:18
@flurina

Ich weiß ungefähr, wie es Dir geht. Schwierig wird es in der Tat, in einem bestimmten Alter einen neuen, in etwa gleichwertigen Job zu finden.

Aber diese Möglichkeit würde ich nur als aller-allerletzte Option nehmen, wenn GAR NICHTS mehr geht.

Du scheinst vernünftig und praktisch zu denken :freches grinsen:

Vielleicht hilft es Dir, Deinen Kollegen als das zu sehen, was er ist: Ein liebenswerter Mensch, den Du kennenlernen durftest...welch ein Glück ist das!
Ihr hattet Spaß, seid Euch näher gekommen und empfindet sehr viel füreinander. Das ist wertvoll und schön.

Dennoch seid Ihr überein gekommen, Eure Ehen bzw. Familien deswegen nicht aufzugeben - dieses verdient tiefen Respekt, Hut ab von meiner Seite.

Lass diese Geschichte auf Dich wirken und pflege ruhig Deine Trauer - aber nicht den ganzen Tag! Nimm Dir dafür einige Minuten, in denen Du intensiv daran arbeitest und dann kümmere Dich wieder um DICH.

Dein Kollege mag eine Frohnatur sein, aber ER leidet möglicherweise auch darunter - nur kann er es besser verstecken.

Und noch etwas: Du weißt im Augenblick zwar NICHT, wozu es gut ist, dass Ihr Euch so entschieden habt und haderst mit Dir.

ABER eines Tages wirst Du sehen, dass es GUT und RICHTIG war.

Hört sich vielleicht etwas "abgehoben" an - aber ich weiß genau, wovon ich spreche.

Glaub mir das einfach.

Gruß

Echtefuffzig

flurina
12.04.2007, 23:01
Danke, Echtefuffzig, das hat mir gut getan. :blume:

Heute ging's bei der Arbeit besser als sonst, denn ich hatte sehr viel zu tun.
Noch etwas: wie stellst du das an, nur eine gewisse Zeit am Tag an etwas zu denken und den restlichen Tag an dich, wie du mir rätst? Ich musste/durfte in den letzten Jahren so viel an andere denken, dass ich es glaube ich fast ein bisschen verlernt habe, an mich zu denken. Vielleicht hat das den Kontakt zu diesem Kollegen für mich so wertvoll gemacht, dass ich etwas zu haben glaubte, das " für mich" sei.

Juleken
13.04.2007, 06:41
Au weia Kazem :ooooh:, überleg Dir, ob Du nicht lieber platzt, bevor Du es ihm sagst :smile: . Es ist ein Spiel mit dem Feuer und da Du nicht weiss, was bei so einer Eröffnung herauskommt, solltest Du wirklich einen neuen Job in der Hinterhand haben.

Ich hab's getan vor fünf Jahren :peinlich: :zwinker: Ich hab mich zwei Jahrelang so in die Verliebtheit mehr und mehr, immer mal wieder, pahsenweise dann auch wieder ausgeredet und selbst verboten, reingesteigert, dass ich mich irgendwann geoutet habe. Mehr oder weniger auf Nachborhen meines Chefs, der auch was geahnt hatte und sich dann auch geoutet hat :prost: . Es hat nicht viel gebracht, es wurde dann ein dreiviertel Jahr noch im gemeinsamen Job ganz schlimm und dramatisch. Dann hat er die Firma verlassen und ich bin 1,5 Jahre durch die Hölle gegangen und ich glaube, er auch, ganz genau weiss ich es nicht. Ich war nicht mit ihm im Bett - falls es Dich interessieren sollte :smirksmile: Letztlich bin ich bei meinem Mann geblieben und er bei seiner Frau und ich bin mehr oder weniger 'geheilt' Ich war übrigens nicht seine Sekretärin, aber das spielt nicht so wirklich eine Rolle, Chef-Mitarbeiter Konstellation ist immer eine Art Abhängigkeitsverhältnis und es ist nicht erträglich, da normal weiter zu machen, wenn einer Gefühle hat, oder beide.
Du hast keine Chance, zu entfliehen, wenn es in die Hose geht, Ihr seht Euch jeden Tag wieder, denk daran, bevor Du es ihm sagst...
Und schon jetzt, er spukt Dir dauernd im Kopf rum, weil Du ihn dauernd siehst. Ich weiss noch, ich konnte auch nicht mehr aufhören, an ihn zu denken, genau mit den Worten hat mein Outing begonnen, dann war aber erst mal Stille im Raum :ooooh: Das war auch nicht wirklich geplant, mehr im 'Affekt', weil er so gefragt hat, dass ich nicht mehr ausweichen konnte, daher, man ist in so einer Situation schon wie unter Gehirnwäsche - klares Denken ist da nicht möglich. Vielleich kannst Du Dich mal bei einem Spaziergang einer Freundin anvertrauen, die Dir den Kopf wäscht? Sind die Worte ausgesprochen, hört es sich manchmal nämlch doch sehr anders an für einen selbst als in der Fantasie, die man so lebt.

Ich bin gespannt, wie Du Dich entscheidest. Aber ich meine, wenn eine Liebe sich entwickelt, dann geschieht das auch außerhalb des Jobs. Man braucht nicht wirklich den Arbeitsplatz dafür. Will heissen, würde er was von Dir wollen, hätte er wohl auch schon die Initiative ergriffen, dich privat zu sehen. Ha, hätte das Juleken sich das damals mal selbst eingestanden, dann hätte sie sich selbst, ihrem Mann und dem anderen 'Beteiligten' ziemlich viel Herzleid ersparen können. Na gut, aber zumindest geplatzt bin ich nicht :smirksmile:

Um Dein Berufsleben wieder entspannt werden zu lassen, bleibt Dir wahrscheinlich mittelfristig echt keine Wahl, als Dir einen neuen Job zu suchen, sonst hört die Gehirnwäsche nie auf.

lG
J.

Echtefuffzig
13.04.2007, 08:40
Danke, Echtefuffzig, das hat mir gut getan. :blume:

Heute ging's bei der Arbeit besser als sonst, denn ich hatte sehr viel zu tun.
Noch etwas: wie stellst du das an, nur eine gewisse Zeit am Tag an etwas zu denken und den restlichen Tag an dich, wie du mir rätst? Ich musste/durfte in den letzten Jahren so viel an andere denken, dass ich es glaube ich fast ein bisschen verlernt habe, an mich zu denken. Vielleicht hat das den Kontakt zu diesem Kollegen für mich so wertvoll gemacht, dass ich etwas zu haben glaubte, das " für mich" sei.

Gern geschehen:blumengabe:

Tue einfach etwas für Dich, das Dir guttut. Das kann alles Mögliche sein: Ein Spaziergang, ein Treffen mit Freunden oder der Besuch einer Veranstaltung, eines Museums oder..oder..oder..

Manche machen auch ein paar Tage "Wellness" - das soll wunderbar entspannen.

Wenn Du einen Job hast, der Dir gefällt und der Dich erfüllt, das ist schon die halbe Miete!

Ich denke auch, Dein Kollege steht für etwas, dass Du vermisst hattest all die ganze Zeit. Aber durch IHN ist das transparent geworden.

Nichts-desto-trotz hast Du einen liebenswerten Menschen kennen gelernt und allein das ist auch ein Wert - gerade heute!

Sei nicht traurig, weil Ihr nicht das "Bravo-Paar" des Jahres geworden seid - denn wer weiß schon so genau, ob Ihr wirklich zusammen gepasst hättet?

Denke mehr an Dich und tue etwas für Dich, dann geht es Dir selbst besser und das kommt auch Deinen Mitmenschen zugute.

Good luck - Du machst das schon!

Echtefuffzig

flurina
16.04.2007, 15:38
Gern geschehen:blumengabe:

Tue einfach etwas für Dich, das Dir guttut. Das kann alles Mögliche sein: Ein Spaziergang, ein Treffen mit Freunden oder der Besuch einer Veranstaltung, eines Museums oder..oder..oder..

Manche machen auch ein paar Tage "Wellness" - das soll wunderbar entspannen.

Wenn Du einen Job hast, der Dir gefällt und der Dich erfüllt, das ist schon die halbe Miete!

Ich denke auch, Dein Kollege steht für etwas, dass Du vermisst hattest all die ganze Zeit. Aber durch IHN ist das transparent geworden.

Nichts-desto-trotz hast Du einen liebenswerten Menschen kennen gelernt und allein das ist auch ein Wert - gerade heute!

Sei nicht traurig, weil Ihr nicht das "Bravo-Paar" des Jahres geworden seid - denn wer weiß schon so genau, ob Ihr wirklich zusammen gepasst hättet?

Denke mehr an Dich und tue etwas für Dich, dann geht es Dir selbst besser und das kommt auch Deinen Mitmenschen zugute.

Good luck - Du machst das schon!

Echtefuffzig
Jetzt musste ich wirklich laut lachen: nein, das Bravo-Paar wären wir nie geworden.......Wenn du nur schon wüsstest, wie alt ich bin und wie ich aussehe! Wenn ich wieder traurig werde, muss ich mir dieses Bild vor Augen halten., dann kann ich hoffentlich wieder so vergnügt lachen wie jetzt gerade.
Liebe Grüsse
flurina

Woltera
18.04.2007, 12:26
Liebe Kazem

hast Du mit Deinem Mann geredet? Ist da irgendetwas in Bewegung gekommen?

Dein Gefühlsouting beim Chef kann mehrere Auswirkungen haben

- Du bekommst einen Korb und kannst ihm nicht mehr unter die Augen treten, und Du wirst arbeitslos
- Er ist hellaufbegeistert und Ihr habt eine Affaire, wo Du noch mehr zwiegespalten sein wirst und Dich immer weiter von Deinem Mann entfernst
- unwahrscheilich: er reicht die Scheidung ein, Ihr zieht nach Teneriffa und die geschassten Partner haben Verständnis und kommen zweimal im Jahr mit Hund und Katze vorbei und Ihr habt alle ein schönes Leben

Du verstrickst Dich in Deine Gefühle, die Sehnsucht läßt Dich so viel auf Deinen Chef projezieren, daß klare Gedanken nicht mehr möglich sind, irgendwie "junkiehaft"

Alles sehr unproduktiv

Was fehlt Dir zuhause? Du hast geschrieben, Ihr hättet einen partnerschaftlichen Umgang... ist es partnerschaftlich, sich ohne Gespräch auszuklinken? Dann kann nur noch Langeweile dominieren, weil das Kribbeln findest Du woanders

Paß gut auf Dich auf

Woltera

pumamaus
04.06.2007, 23:48
Hallo, ich weiss nicht ob dieses Thema überhaupt noch aktuell ist, aber mir geht es genauso. Ich hatte mich vor ca. 1,5 Jahren in meinen Chef verliebt und vor ca. 1 Jahr gestand ich ihm dies, da ich Vetrauen zu ihm hatte. Ich tat dies wirklich nur deshalb, da er sich sehr für mich interessierte, er mir längere Blicke zukommen lies, er immer wieder meine Nähe suchte, er sehr lange Gespräche mit mir führte, er mir zu Verstehen gab (allerdings vor meinem Geständnis) dass er mich als Partnerin nehmen würde. Ich bin verheiratet und seit ca. einem halben Jahr von meinem Mann getrennt, da ich merkte, dass ich meinen Mann nicht mehr liebe. Die Gefühle zu meinem Chef sind so stark, das ich mir kein Leben weiterhin mit meinem Mann vorstellen konnte. Mein Mann weiss nicht, dass ich in meinen Chef verliebt bin, aber ich denke er ahnte etwas. Nun zu diesem Geständnis: Es ging mir wie Dir, ich platzte bald und merkte, dass ich es ihm unbedingt gestehen musste. Heute nach ca. 1 Jahr weiss ich, ich würde es nicht mehr tun, für keinen Mann auf dieser Welt, denn man gibt sein innerstes Preis. Wenn dann nicht das gleiche von der Gegenseite empfunden wird, steht man da wie ein "Depp". Dieser Mensch hat dann alle Fäden in der Hand. Er weiss genau dass Du wahrscheinlich nur noch Emotional handelst. Er könnte Dir aus dem Weg gehen und wenn Du nachfragst über die Dinge die er zu Dir sagte, könnte er Dir zur Antwort geben, Du hättest alles falsch verstanden. So ist es mir ergangen, er ging nach meinem Geständnis erst mal auf Distanz. Irgend wann suchte er wieder ständig meine Nähe. Alles was er sagte interpretierte ich, ich überlegte Stundenlang, wie er das was er sagte gemeint haben könnte. Mir geht es immer noch schlecht, nur mittlerweile bin ich etwas auf Distanz gegangen und ich bin auch etwas ignoranter geworden, was sich in seinem Verhalten auch wiederspiegelt. Er beachtet mich zur Zeit nicht mehr. Ich leide so oder so, ist er lieb und nett zu mir habe ich um so mehr Sehnsucht. Ist er ignorant zu mir, fühle ich mich auch schlecht. Aber eines weiss ich ganz genau: Nie mehr werde ich einem Mann meine Gefühle gestehen, denn wenn er es wirklich ernst meint und er ist nun mal der Chef und gleichzeitig in einer höheren Position, dann sagt er Dir dass er Dich liebt. Wenn man wirklich liebt gibt es keine Hindernisse. Wahrscheinlich hast Du genauso viel Angst wie ich sie hatte. Du glaubst, wenn Du Ihm Deine Liebe nicht gestehst, würdest Du es Dir niemals verzeihen, wenn er das gleiche für Dich empfindet, aber aufgrund seiner Position sich nicht traute es Dir zu sagen. Vergiss es, es sind erwachsene Männer. Entweder liebt man bedingungslos oder man tut es nicht. Verliebte kennen kein "Wenn & aber". Ich wünsche Dir alles Gute. P.S.: Mein Chef ist schon mehr als 15 Jahre in einer festen Beziehung die wie ich glaube schon ziehmlich festgefahren ist, soweit ich dies aus seinen Gesprächen entnehmen konnte. Ich denke mittlerweile, dass ich für meinen Chef eine unterhaltsame Abwechslung bin, die sein eingefahrenes Leben etwas aufpushte. Dafür bin ich mir aber auf Dauer zu Schade. Ich war 1000% davon überzeugt, dass er das gleiche für mich empfindet, so dumm handelt man, wenn man nur noch durch die rosarote Brille sieht. Langsam wache ich auf und es tut verdammt weh. Wie kann man überhaupt noch unterscheiden ob es einer wirklich ernst mit einem meint. Selbst meine Arbeitskollegen merkten, dass mein Chef immer wieder meine Nähe suchte. Kann man sich so täuschen ?

ToBine
06.06.2007, 21:59
Man taeuscht sich NICHT - zumal wenn andere, die wahrscheinlich wesentlich unsensibler dafuer sind, es auch merken.
Ich glaube, man kann seinem Bauchgefuehl schon trauen oder durch kleine "Tests" bestaetigen/widerlegen. Und das sollte man, weil dauerhafte SCHWEBEZUSTAENDE oft dazu fuehren, dass mindestens eine(r) daran leidet.
Dem anderen, vor allem Vorgesetzte oder Geschaeftspartner, seine Liebe zu ihm gestehen, sollte man wohl wirklich vermeiden, es sei denn, man waere bereit, diese geschaeftliche Verbindung zu loesen, zu kuendigen, .... .
Denn nach dem "Ich liebe dich" ist NICHTS MEHR WIE VORHER. Dieser Satz laesst sich nicht mehr zuruecknehmen und fuehrt in eine konfliktreiche Abhaengigkeit.

Im Uebrigen wirkt sich das Hin- und Her von Distanz und Naehe auch auf die feste Partnerin/Ehefrau aus. Auch gibt es ploetzlich keine klaren Verhaeltnisse mehr: mal ganz lieb, mal distanziert, mal stolz auch die Familie, mal Rueckzug ... .

Was hilft? Viel fuer sich selbst tun, Abhaengigkeiten wieder aufloesen, fuer sich selbst Entscheidungen treffen und Entscheidungen einfordern.
.. total anstrengend UND MIT OFFENEM AUSGANG, aber lohnt sich - egal ob als Ehefrau/-mann oder Geliebte(r).

Viele Gruesse
ToBine

teresia
06.06.2007, 22:28
da bin ich aber sehr neugierig, wie denn so ein ultimativer test aussehen könnte?
wie wäre es mit einem beispiel?
interessierte grüße teresia

ToBine
07.06.2007, 03:25
DEN ultimativen Test gibt es nicht!! Das ist doch eine sehr individuelle Geschichte, die sehr von den beteiligten Personen abhaengt, wie lange und wie gut man sich schon kennt, ob man einander auf "Augenhoehe" gegenuebersteht oder sich in einem wie auch immer gearteten Abhaengigkeitsverhaeltnis befindet, ..

ToBine

Kazem
07.06.2007, 18:09
Liebe Pumamaus,
du sprichst das aus was ich denke. Ich glaube auch dass es aufgrund seiner Position einfach seine Sache wäre, was zu sagen. Ich habe genau die Gedanken, die du beschrieben hast, er traut sich nicht etc. Aber du hast recht, er ist erwachsen und aufgrund der Konstellation muss er einfach den Anfang machen. Alles andere geht nicht. Soweit bin ich jetzt zumindest. Ich hatte mich früher auch mal geoutet allerdings in einer Situation, aus der ich dann auch raus konnte. Und man fühlt sich trotzdem wie der letzte Mensch. Damals hatte ich mir geschworen das nicht mehr zu machen und dabei bleibt es auch.

Es tut richtig gut hier eure Erfahrungen zu lesen. Vielleicht kann ich ja auch mal über ein positives Ende berichten. Wer weiß ...

Kazem
22.10.2007, 22:40
ich wollte mich wieder mal melden, nach einiger Zeit um euch zu berichten, dass so eine Sache auch ein neutrales Ende haben kann.

Ich kam mit der Situation nicht mehr zurecht und habe Hilfe beim Therapeuthen gesucht - und gefunden. Ziel war es, ihn zu vergessen. Daran habe ich wirklich NIE geglaubt. Irgendwie kam es aber dann doch, dass mein Chef mir egal wurde. So wie sich die Verliebtheit eingeschlichen hat, hat sich das Entlieben eingeschlichen. Anfangs wollte ich es nicht glauben - aber nach einigen Monaten glaube ich nun selbst daran.

Ich bin super erleichert darüber, kann weiter dort arbeiten, wo es mir Spaß macht ohne diese hemmenden, einengenden Gefühle. Hätte ich nie geglaubt.

Ich wollte das nur mal berichten um zu zeigen, dass es auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen, Wege gibt, an die man anfangs nicht glaubt.

Inaktiver User
23.10.2007, 22:43
Liebe Kazem,

danke, dass Du Dich wieder gemeldet hast und schön, dass das gut ausging.

Kannst Du "Lehren" aus Deiner Geschichte ziehen, die anderen nützen könnten (außer dem Mutmacherteil)?
Meinst Du, Du hättest das ggf. auch ohne Therapie schaffen können?
Was würdest Du Deiner Freundin jetzt raten, wenn sie sich mit so einem Problem an Dich wenden würde?

Geht es Dir wieder/weiterhin gut in Deiner Ehe?
Hast Du mit Deinem Mann gesprochen?

Neugieriger Gruß, Leonie

pastaper
10.02.2008, 21:31
ich wollte mich einmal von der Gegenseite melden...denn auch uns Chefs kann es so gehen...

Ich habe eine wundervolle Frau als Assistentin eingestellt...bereits nach wenigen Tagen kam sie in mein Büro und erzählte mir stundenlang von Ihrem Leben...es war wunderschön einfach nur zuzuhören...

Sie lebt getrennt, hat zwei kleine Kinder...und einen umwerfenden Character...und plötzlich war es da dieses Gefühl...so wie ich es in meinem bisherigen Leben nicht gekannt habe. Nein - ich habe keine Beziehung gesucht - es hat sich einfach ergeben...da macht man nichts.

Ich bin solo. Und habe mich verliebt. Ständig schauen wir uns an...aber auch ich habe jetzt die Angst mich zu outen...und dann ziemlich doof da zustehen...jeden Tag sehen wir uns...es ist sehr schwer für mich...SEHR schwer...

Aber ich habe auch Verantwortung...für meine übrigen Mitarbeiter und deren Familien...diese Frau macht einen tollen job...und alleine aus Sicht des Chefs würde ich sie ungern als Mitarbeiterin verlieren...

Wir sind auch nur Menschen...und einiges ist mehr Fassade als manch einer glaubt....

Prijon
10.02.2008, 23:13
bereits nach wenigen Tagen kam sie in mein Büro und erzählte mir stundenlang von Ihrem Leben...es war wunderschön einfach nur zuzuhören...

Du musst ein toller Chef sein, wenn Du solche klaren Grenzüberschreitungen nicht sofort abblocken kannst.

Prijon

pastaper
11.02.2008, 07:25
Im nachhinein gebe ich Dir sogar recht - aber so etwas steuerst Du nicht...vor allem - bis Du es merkst ist es doch schon geschehen.

Nein - so einfach kann man sich das nicht machen...

Und vor allem - man will es doch auch gar nicht ernsthaft abblocken...ich werde auf Sie warten...auf weitere Zeichen hoffen...

Prijon
11.02.2008, 07:36
Nein - so einfach kann man sich das nicht machen...

Und vor allem - man will es doch auch gar nicht ernsthaft abblocken...

Oh doch, so einfach ist das.

Eine neue (!!!) Mitarbeiterin, die schon in den ersten Tagen ihrem Chef stundenlang (!!!) mit "Privatkram" die Ohren volllabert, hat erstens eine seltsame Arbeitsauffassung und stellt zweitens mit Gewalt eine Vertraulichkeit her, für die in einem professionellen Umfeld SO kein Platz sein sollte.

Ich würde mir an Deiner Stelle SEHR genau anschauen, ob da nicht was ganz anderes läuft.

Prijon

Merlaine
11.02.2008, 07:40
Ich habe eine wundervolle Frau als Assistentin eingestellt...bereits nach wenigen Tagen kam sie in mein Büro und erzählte mir stundenlang von Ihrem Leben...es war wunderschön einfach nur zuzuhören...



Bei dem gesamten Strang und vor allen bei obigem Eintrag wunder ich mich echt, wieviel Zeit manche während ihrer Arbeit haben. Ich kann manchmal bei 10 bis 12 Stunden-Tagen gar nicht mehr aus der Wäsche schauen.

Und als Geschäftsführerin seit 14 Jahren (z.Zt. für 90 Mitarbeiter verantwortlich) hab ich immer nach dem Motto gelebt und gearbeitet "never fuck in the company".

merlaine

Prijon
11.02.2008, 08:06
immer nach dem Motto gelebt und gearbeitet "never fuck in the company".

Alles andere beinhaltet für mich gerade für Vorgesetzte die Gefahr der Selbst-Demontage. Wie mag der Chef, der stundenlang ergriffen den Lebensbeichten der neuen Assistentin lauscht, wohl auf die übrigen Mitarbeiter so wirken? Nach meiner Erfahrung ist sowas geeignet, in einer Firma innerhalb kürzester Zeit erheblichen Unfrieden zu stiften.

Prijon

Starcourse
18.03.2008, 22:38
immer nach dem Motto gelebt und gearbeitet "never fuck in the company".

Alles andere beinhaltet für mich gerade für Vorgesetzte die Gefahr der Selbst-Demontage. Wie mag der Chef, der stundenlang ergriffen den Lebensbeichten der neuen Assistentin lauscht, wohl auf die übrigen Mitarbeiter so wirken? Nach meiner Erfahrung ist sowas geeignet, in einer Firma innerhalb kürzester Zeit erheblichen Unfrieden zu stiften.

Prijon

Also ich höre mir die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiter/-innen auch an -und ich bin stolz darauf. Unfrieden stiften eigentlich nur diejenigen, die glauben irgendetwas hineininterpretieren zu müssen - und ich würde jeden gnadenlos feuern, der auch nur den Hauch einer Unwahrheit oder böser Gerüchte von sich gibt.
In meiner Firma arbeitet sogar ein Freund von mir, ich bin allerdings erst viel später in die Firma gekommen und sein Chef geworden. Er und auch alle anderen wissen aber auch, dass ich im Job keinen aber auch gar keinen Spass verstehe - Freund hin, Freund her.
Emotionale Geflechte sind Teil der Arbeitswelt, sie sind komplex und vielschichtig. Wer nicht in der Lage ist, sie zu beherrschen, der gehört nicht in diesen Job!!
Es ist einfach realitätsfremd, anzunehmen, dass in einem engen Arbeitsumfeld nicht emotionale Bindungen, sei es Freundschaften oder auch Liebe, entstehen können. Die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen sind oftmals fließend, die Kunst ist es, Fairness und EQ in gleicher Weise anzuwenden und als Vorbild zu leben.

bifi
19.03.2008, 23:10
@karem

Aber Gefühle sind nun mal so wie sie sind und ich habe auch schon begonnen so zu denken wie du, nämlich, es einfach so zu lassen, annehmen und sehen was passiert. Was anderes gibt es derzeit einfach nicht für mich.
ich hatte mir dies rauskopiert, bevor ich weiterlas. inzwischen weiß ich ja, dass du dich mit hilfe einer therapie entliebt hast.
ich habe es erlebt, dass es schleichend aufhörte, allein dadurch, dass ich das gefühl angenommen habe.

:blume: bifi

Prijon
20.03.2008, 07:53
Also ich höre mir die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiter/-innen auch an -und ich bin stolz darauf.

Das geht mir nicht anders. Aber ich zerfließe nicht auf meinem Chefsessel, wenn eine gerade eingetretene Mitarbeiterin mir stundenlang ist Lebensgeschichte erzählt.

Prijon

Merlaine
21.03.2008, 03:45
Also ich höre mir die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiter/-innen auch an -und ich bin stolz darauf.
Das tue ich auch immer gerne, habe aber mitunter ein Zeitproblem bei 90 Mitarbeitern jedem Mitarbeiter stundenlang Zeit für seine persönlichen Belange zu widmen.
Und warum sollte man stolz auf selbstverständliches menschliches Verhalten sein?

Unfrieden stiften eigentlich nur diejenigen, die glauben irgendetwas hineininterpretieren zu müssen - und ich würde jeden gnadenlos feuern, der auch nur den Hauch einer Unwahrheit oder böser Gerüchte von sich gibt.
Ich kann in meinem Betrieb mit Betriebsrat und Vorstand nicht alleine "gnadenlos feuern". Ist für mich auch nicht erstrebenswert.

Emotionale Geflechte sind Teil der Arbeitswelt, sie sind komplex und vielschichtig. Wer nicht in der Lage ist, sie zu beherrschen, der gehört nicht in diesen Job!!
Genau. Und wer als Vorgesetzte(r) mit Mitarbeitern vögelt oder emotionale Abhängigkeitsspielchen veranstaltet, gehört da auch nicht hin.

Es ist einfach realitätsfremd, anzunehmen, dass in einem engen Arbeitsumfeld nicht emotionale Bindungen, sei es Freundschaften oder auch Liebe, entstehen können. Die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen sind oftmals fließend, die Kunst ist es, Fairness und EQ in gleicher Weise anzuwenden und als Vorbild zu leben.
Dann sind wir uns ja einig.

merlaine

Starcourse
24.03.2008, 15:35
Also ich höre mir die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiter/-innen auch an -und ich bin stolz darauf.
Das tue ich auch immer gerne, habe aber mitunter ein Zeitproblem bei 90 Mitarbeitern jedem Mitarbeiter stundenlang Zeit für seine persönlichen Belange zu widmen.
Und warum sollte man stolz auf selbstverständliches menschliches Verhalten sein?

Weil es heutzutage nicht selbstverständlich ist, deswegen! Und nicht jedes Problem erfordert stundenlanges Zuhören, manches geht schnell, anderes widerum braucht Zeit. Wenn es wichtig ist, dann auch stundenlang, dann aber in der Freizeit.


Unfrieden stiften eigentlich nur diejenigen, die glauben irgendetwas hineininterpretieren zu müssen - und ich würde jeden gnadenlos feuern, der auch nur den Hauch einer Unwahrheit oder böser Gerüchte von sich gibt.
Ich kann in meinem Betrieb mit Betriebsrat und Vorstand nicht alleine "gnadenlos feuern". Ist für mich auch nicht erstrebenswert.

Für jemanden, der auf diese Art den Betriebsfrieden stört, ist meiner Erfahrung nach Sabbat, mit Betriebsrat und mit Vorstand. Mein Mentor hat mir eine Weisheit mit auf den Weg gegeben: Wer lügt, fliegt!! Bis jetzt bin ich damit gut gefahren.
Mal ganz abgesehen davon, dass man ganz schnell in der Mobbing - Falle drinhängt und das ist mir schlicht zu teuer.

Emotionale Geflechte sind Teil der Arbeitswelt, sie sind komplex und vielschichtig. Wer nicht in der Lage ist, sie zu beherrschen, der gehört nicht in diesen Job!!
Genau. Und wer als Vorgesetzte(r) mit Mitarbeitern vögelt oder emotionale Abhängigkeitsspielchen veranstaltet, gehört da auch nicht hin.

Bei emotionalen Abhängigkeitsspielchen - nun siehe oben! Geht nicht - no way!! Alles andere ist zunächst einmal deren Sache. Ansonsten müsste ich auch Ehefrauen, Söhne, Töchter, Verwandte und Freundschaften mit einem Ausschluß versehen. Kann ich und will ich nicht. Solange die Arbeit funktioniert, die Spielregeln beachtet werden, ist das ok für mich. Niemand einschließlich meiner hat behauptet, dass es einfach ist.


Es ist einfach realitätsfremd, anzunehmen, dass in einem engen Arbeitsumfeld nicht emotionale Bindungen, sei es Freundschaften oder auch Liebe, entstehen können. Die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen sind oftmals fließend, die Kunst ist es, Fairness und EQ in gleicher Weise anzuwenden und als Vorbild zu leben.

Dann sind wir uns ja einig.

Das wäre schön.:zwinker: