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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie reagieren auf subtile Beleidigungen und Unhöflichkeiten?



Inaktiver User
30.05.2006, 12:29
Hallo Leute

Wie reagiert ihr jeweils auf subtile Beileidigungen, Gemeinheiten und Unhöflichkeiten? Damit meine ich Unhöflichkeiten, die auf den ersten Blick und rein objektiv nicht als solche zu erkennen sind und auf die man schwer reagieren kann, weil man ja nicht direkt angegriffen wird.

Beispiel: meine Schwester sitzt mit ihrer (zickigen) Schwägerin und einer Bekannten (28, ledig) am Tisch. Die Schwägerin (28, vier Kinder, verheiratet) in die Runde: "Die Schicksale gehen schon auseinander... ich bin 28 und habe schon vier Kinder. Dann gibt es Frauen, die gleich alt sind und noch nicht mal einen Mann haben"... Dazu ist zu sagen, dass meine Schwester in Nordafrika lebt und es auch in der heutigen Zeit noch als kleines Stigma angesehen wird, wenn eine Frau um 30 noch ledig ist. Die Aussage der Schwägerin war also ein ganz gezielter Seitenhieb, aber die Bekannte konnte ja nicht reagieren, da sie nicht direkt angegriffen wurde.

Weiteres Beispiel: ich verlasse den Arbeitsplatz in Begleitung einer Arbeitskollegin. Auf dem Bürgersteig begegnet uns die Empfangsdame. Sie lächelt mich zuckersüss an und sagt laut und deutlich zu mir "guten Tag Frau Meier"... dabei waren wir zu zweit unterwegs und die Empfangsdame weiss, dass meine Kollegin auch dort arbeitet, hatte aber kürzlich wegen einer Bagatelle einen kleinen Zwist mir ihr.

Noch eines: die Bekannte meines Freundes, die mich nicht sonderlich mag, hat meinen Freund gefragt, wie alt ich sei. Er hat es ihr gesagt und sie meinte (sie ist 12 Jahre jünger als ich) "für ihr Alter sieht sie aber noch gut aus"... Mein Freund meint, dies sei ein Kompliment, aber ich sehe dies ganz anders...


Seid ihr in solchen Fällen immer schlagfertig? Die Bekannte meiner Schwester hatte die richtige Antwort, aber leder erst als die Schwägerin schon weg war: "Vier Kinder sind keine grosse Kunst, sogar meine Katze hat vier Junge geboren"...

Grüsse Kalliope

Tszimisce
30.05.2006, 12:42
Solche Sachen wurmen natürlich, aber da gibt es den schönen Spruch von der Eiche und der Sau... Man muß einfach drüber stehen. So Sprüche und Aktionen, wie du beschrieben hast, sind oft nur die Rache derer, die zu feige für einen ordentlichen Gegenkurs sind. Mit dem Gedanken "wenn sie/er es nötig hat..." kann zumindest ich derartigen Sprüchen ganz gut psychisch entgehen.

Kappuziner
30.05.2006, 12:46
Auch gern genommen: Die (in scheinbar begeistert-anteilsvollem Tom) geäusserte Frage "Hast du abgenommen?" oder "Was hast du gegen Deine Akne/Orangenhaut etc unternommen? Sieht super aus".
Ich kann dem auch meist nichts entgegensetzen, die schlagfertigen Antworten kommen mir meist erst hinterher.
Jüngst in meiner Küche: meine sozusagen "wilde" Schwägerin, das erste Mal bei mir, sieht meine Kaffeemaschine (ein schöner Vollautomat, hat 400 Euro gekostet, aber das spielt ja auch keine Rolle, ich bin nicht so der protzige Typ, spiele das eher runter vofür ich wie viel Geld ausgebe) jedenfalls, sie ruft aus (vor versammelter Familie): ach ja, die hatte ich auch mal, da hab ich mich gleich geärgert, dass ich nicht mehr Geld ausgegeben habe.... :gegen die wand:

Inaktiver User
30.05.2006, 12:58
Hallo

"Hast du abgenommen" ist ganz übel. Auch übel "bist du schwanger?"

Am Arbeitsplatz hat so was eigentlich keinen Platz. Was ich manchmal mache: ich kann mir sehr gut Textpassagen merken. Im Zweifelsfall kann ich manchmal mit einem Schiller- oder Shakespeare-Zitat aufwarten im Sinne von "es kann der Frömmste nicht in Frieden leben... " und Co. Wirkt manchmal. Wenn mich eine Frau, die nicht besser aussieht als ich, wegen einer Äusserlichkeit anzickt, hilft z.b. "Schön ist hässlich, hässlich schön.." aus Macbeth.

Es geht ja meist darum, dass man was sagt, egal, was.

Kalliope

Horus
30.05.2006, 14:16
Es geht ja meist darum, dass man was sagt, egal, was.



Nö. Es geht darum, sich von solchen Dingen überhaupt nicht mehr kratzen zu lassen.
Ich bin da meistens sehr unbedarft - ich merk in der Regel nicht mal, dass ich eben beleidigt worden bin. :freches grinsen:

Elwyn
30.05.2006, 14:39
Es geht ja meist darum, dass man was sagt, egal, was.





Nö. Es geht darum, sich von solchen Dingen überhaupt nicht mehr kratzen zu lassen.
Ich bin da meistens sehr unbedarft - ich merk in der Regel nicht mal, dass ich eben beleidigt worden bin.



Na, also ich finde beides sehr schwierig.

Wenn ich an einem wirklich wunden Punkt getroffen wurde, fällt es mir schwer, das wegzustecken. Wenn ich dann eine sogenannte schlagfertige Bemerkung machen möchte, geht das eher nach hinten los. Im besten Falle schaffe ich es, eine witzige Bemerkung zu machen oder die Situation ins Lächerliche zu ziehen.

Leute, die gerne sticheln, einfach zu ignorieren, fällt mir aber auch schwer. Ich kenne so Fälle (Nachbarn oder Kollegen), denen es offenbar Genugtuung bereitet, mit ihren Bemerkungen einen wunden Punkt zu treffen.

Von diesen Pappenheimern ziehe ich mich eher zurück, als gegen sie anzukämpfen. Ich glaube auch, dass sie selbst ein Problem haben und ihr Verhalten einsetzen, um sich selbst besser zu fühlen. Bei solchen Menschen lohnt es sich, mal genauer draufzuschauen.

In ganz wenigen Fällen muss man allerdings meiner Meinung nach Grenzen setzen, auch verbal. Dabei fällt es mir aber sehr schwer, nicht über das Ziel hinauszuschiessen und dann selbst der Buhmann zu sein.

Vielleicht helfen Antworten wie "Nach ihrer Meinung habe ich gar nicht gefragt" oder "Darüber habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht nachgedacht" oder "Wollen Sie mir irgendetwas Bestimmtes damit sagen"...

Wie gesagt, ich finde es nicht einfach, Grenzen zu setzen und gleichzeitig nicht verletzt zu sein.

Weitere Vorschläge...?

Inaktiver User
30.05.2006, 14:41
Bei der 28-jährigen mit 4 Kindern - die würde ich eher bedauern. :freches grinsen:

Kleine fiese Spitzen am besten überfreundlich und ernst kommentieren. Wenn die Leute merken, dass ihre kleinen Spitzen abprallen, lassen sie es eher, als wenn man sich getroffen fühlt oder dagegen argumentiert.

Regenwurm
30.05.2006, 16:07
Wenn einem keine originelle Antwort einfällt - und das ist ja meist der Fall - finde ich ein deutliches "Was wollen Sie damit sagen/andeuten?" ganz gut, allerdings nur bei den dreisten Sticheleien wie beim Fall mit den 4 Kindern. Das hört hört sich zwar nach offener Konfrontation an, aber nach meiner Erfahrung ziehen stichelnde Leute bei den ersten Anzeichen einer Konfrontation gerne ganz schnell den Schwanz ein. Sie müssen wohl ahnen, dass Ihnen dann sehr schnell das eigene Spiegelbild vorgehalten wird, und das ist meist nicht schön :smirksmile:

Harmlosere Bemerkungen? Vollständig ignorieren.

Horus
30.05.2006, 16:59
Das hört hört sich zwar nach offener Konfrontation an, aber nach meiner Erfahrung ziehen stichelnde Leute bei den ersten Anzeichen einer Konfrontation gerne ganz schnell den Schwanz ein.



Ja, das stimmt.

Was auch wirkt ist die ganz coole, sachliche, vielleicht sogar ganz leicht lachende (aber nicht aggressive) Rückfrage: "Und wo ist das Problem?"
Lässt sich bei jeder verbalen Stichelei und Beleidigung anbringen und bringt den Stichler in Zugzwang. Jetzt muss er nämlich begründen, weshalb es ihn stört, dass sein Gegenüber mit 28 noch keine 4 Kinder hat. Natürlich wird er diese Begründung nicht vorbringen - tja, damit hat er verloren.

Bei nichtverbalen Sticheleien (z.B. Grüssen von nur einer Person und Ignorieren von dessen Begleitung) funktioniert das natürlich nicht.
In diesem konkreten Fall würde ich als absichtlich Nicht-Gegrüsste vermutlich beim Weitergehen dem Nichtgrüsser scheissfreundlich einen wunderschönen Abend wünschen ...

Roette50
30.05.2006, 17:55
Seit Kindertagen bin ich schlank und habe eine blasse Gesichtsfarbe.
Mit zunehmendem Alter kommen nun Augenringe und schärfere Nasolabial-
falten hinzu. Sonne oder Selbstbräuner nutzen bei mir nicht, es fehlt
anscheinend Melanin. Trotz Make up stellt man mir gerne die Frage, ob
es mir gut geht, weil ich doch so schlecht aussehe.....Ich hasse diese
Äußerungen, habe aber bis heute keine gute Reaktion darauf gefunden.

Tszimisce
31.05.2006, 09:02
Roette: "Mein Methadon ist alle, was meinst du, wie du da aussähest!"

:freches grinsen:

Inaktiver User
31.05.2006, 10:56
Roette: "Wir Vampire arbeiten nun mal nicht gerne bei Sonnenlicht!"

LG,
One

Roette50
31.05.2006, 11:03
@ Tszimisce
Krass, aber sollte ich doch glatt mal bringen.....

Hatte gestern die gleiche Idee, das Thema mal ins Forum zu stellen, doch Kalliope
war schneller. Denke ich darüber nach, wer bei mir stichelt, fallen mir eigentlich
nur Frauen ein. Woran liegt das? Vor einiger Zeit habe ich mir ein Buch gekauft,
in dem beschrieben wird, wie Frauen ihre Schlagfertigkeit trainieren können.
Autor: Ein Mann. Die Lektüre alleine wird aber wohl nicht reichen, er gibt auch
schon den vorausschauenden Hinweis auf seine Seminare - na dann. -
:Sonne: wünsche ich uns allen, kann den ständigen :regen: nicht mehr ertragen!

Inaktiver User
31.05.2006, 11:13
Es geht ja meist darum, dass man was sagt, egal, was.



Nö. Es geht darum, sich von solchen Dingen überhaupt nicht mehr kratzen zu lassen.
Ich bin da meistens sehr unbedarft - ich merk in der Regel nicht mal, dass ich eben beleidigt worden bin. :freches grinsen:



@Horus, genau. :allesok:
Es geht darum, das ganze einfach zu überhören bzw. sich seinen Ärger auf keinen Fall anmerken zu lassen. Das ärgert den Stinkstiefel gegenüber viel mehr, als die schlagfertigste Antwort.

Roette50
31.05.2006, 11:14
@ 1of8

Vielleicht mit dem Hinweis, bei der nächsten dummen Bemerkung beiß ich zurück?
Gar nicht schlecht!

Elwyn
31.05.2006, 11:47
Es geht darum, das ganze einfach zu überhören bzw. sich seinen Ärger auf keinen Fall anmerken zu lassen. Das ärgert den Stinkstiefel gegenüber viel mehr, als die schlagfertigste Antwort.



Also, manchmal funktioniert das nicht, weil einem dies als Schwäche ausgelegt wird. Das habe ich schon so erlebt. Die Sticheleien wurden dann nur noch mehr.

Wir hatten das Problem beim Neueinzug mit unserem Nachbarn. Zunächst sah alles nach einer netten Bekanntschaft aus, wir haben uns gegenseitig eingeladen, und uns recht gut verstanden. Vor allem zu seiner Frau hatte ich ein gutes Verhältnis, war oft zum Kaffee bei ihr eingeladen, weil sie mit Kleinkind angebunden war. Revanchiert haben wir uns mit kleinen Geschenken und vielen Nettigkeiten und Komplimenten und Einladungen, die allerdings aufgrund der Kleinkindsituation nicht so schnell zustande kamen.

Nach einer Weile fing er, der Nachbar an, ständig zu sticheln. Wenn wir uns etwas neues gekauft hatten für den Garten, wurde das "humorvoll" aber deutlich kritisiert und ins Lächerliche gezogen. Dann wurde unsere Lebensführung kritisiert: "Seid ihr auch schon aufgestanden?" oder "Ihr habt ja so oft die Rolläden runter".
Irgendwann fing er an, zu kommentieren, dass ich zuviel Kaffee bei seiner Frau getrunken hätte: "Den Kaffee kannste beim nächsten Mal dann mal bezahlen, haha." Gegipfelt ist das Ganze dann in mehreren abfälligen Bemerkungen über unsere Lieblingsurlaubsländer bei dem einzigen gemeinsamem Grillabend : "Neee, zu den Franzacken fahre ich nicht".

Da wars bei uns aus, und ich bin etwas deutlicher geworden. Bis dahin hatten wir alles brav geschluckt und freundlich reagiert, ohne dass die Sticheleien weniger geworden wären. Schliesslich haben wir bis heute den Kontakt abgebrochen und grüssen nur noch von Ferne.

Ich weiss bis heute nicht, warum dieser Mensch so seltsam reagiert hat, denn wir haben niemals, absolut niemals negative Äusserungen gemacht - im Gegenteil, wir haben viel Hilfe (Garten, Babysitting usw.) angeboten und, wie mit anderen Freunden auch, einfach nur versucht, nette Stimmung zu verbreiten, wobei auch schon das ein oder andere Wort zur persönlichen Lebenssituation gefallen war, weil bereits ein gewisses Vertrauen da war. Trotzdem kippte das ganze Verhältnis plötzlich.

Ich denke, es gibt diese Menschen, die man entweder meiden muss oder denen man mal gelegentlich deutliche Grenzen setzen muss. Meistens erübrigt sich aber dann jeglicher weiterer Kontakt.

Kennt ihr solche Leute auch?

Ila
31.05.2006, 19:10
[quote]
Es geht ja meist darum, dass man was sagt, egal, was.





Nö. Es geht darum, sich von solchen Dingen überhaupt nicht mehr kratzen zu lassen.
Ich bin da meistens sehr unbedarft - ich merk in der Regel nicht mal, dass ich eben beleidigt worden bin.



:allesok: ich auch (nicht). und manchmal bin sogar ich selber so ein trampel und mache eine von mir keineswegs boshaft gemeinte bemerkung, die man durchaus übel nehmen kann.
Bsp: Ich besuche einen Kollegen in seinem Büro zum tratschen, sehe, dass er nicht allein ist, beim zweiten Blick: seine Freundin ist da. Ich erleichtert: Ach, du bists nur. Sie fasst das "nur" als abwertend auf und ist eingeschnappt (hat mir der Freund
viel später erzählt), für mich hat es bedeutet, dass ich die beiden als einheit gesehen habe und offen sprechen konnte.

Latona
31.05.2006, 20:48
@ Kalliope06



Beispiel: meine Schwester sitzt mit ihrer (zickigen) Schwägerin und einer Bekannten (28, ledig) am Tisch. Die Schwägerin (28, vier Kinder, verheiratet) in die Runde: "Die Schicksale gehen schon auseinander... ich bin 28 und habe schon vier Kinder. Dann gibt es Frauen, die gleich alt sind und noch nicht mal einen Mann haben"... Dazu ist zu sagen, dass meine Schwester in Nordafrika lebt und es auch in der heutigen Zeit noch als kleines Stigma angesehen wird, wenn eine Frau um 30 noch ledig ist. Die Aussage der Schwägerin war also ein ganz gezielter Seitenhieb, aber die Bekannte konnte ja nicht reagieren, da sie nicht direkt angegriffen wurde.



Da hätte ich an Stelle der Bekannten ganz cool gesagt: „Und mir wären mit 28 schon 4 Kinder viel zuviel.“ Ist doch sicher nicht ganz unzutreffend ... :fg engel:

Ich kriege Gottseidank nicht viele Sticheleien ab, wo ich Bösartigkeit dahinter vermuten kann. Und das, obwohl ich mündlich keineswegs schlagfertig bin. Ich denke, am besten ist es, dem anderen zu signalisieren, dass das, was er als Problem wahrnimmt, für einen selbst überhaupt keins ist. So nimmt man den Stichlern den Wind aus den Segeln.


@ Roette50



Seit Kindertagen bin ich schlank und habe eine blasse Gesichtsfarbe.
Mit zunehmendem Alter kommen nun Augenringe und schärfere Nasolabial-
falten hinzu. Sonne oder Selbstbräuner nutzen bei mir nicht, es fehlt
anscheinend Melanin. Trotz Make up stellt man mir gerne die Frage, ob
es mir gut geht, weil ich doch so schlecht aussehe.....Ich hasse diese
Äußerungen, habe aber bis heute keine gute Reaktion darauf gefunden.



Wie wär’s damit:

„Ach weißt Du, es können ja nicht alle rundum getoastet und dann noch knackig sein. Ich bin eben mehr so der zerbrechliche Elfentyp/Schneewittchentyp.“

Landerun
31.05.2006, 22:54
"Die Schicksale gehen schon auseinander... ich bin 28 und habe schon vier Kinder. Dann gibt es Frauen, die gleich alt sind und noch nicht mal einen Mann haben."



In diesem Fall würde ich deutlich signalisieren, daß ich mich angesprochen fühle. Ich würde ganz ernsthaft und unironisch von meinen Schwierigkeiten bei der Partnersuche erzählen (aber aufpassen, daß es nicht zu selbstmitleidig rüberkommt!) und äußern, wie traurig ich darüber sei, dass ich mit 30 noch keine Kinder habe und vielleicht sogar kinderlos bleibe.

Hat folgenden Effekt: Die stichelnde Dame hat nun das Gefühl, kräftig ins Fettnäpfchen gelatscht zu sein, ist vielleicht sogar beschämt, weil ich mir im Vergleich zu ihr minderwertig vorkomme.

Ob ich tatsächlich viele Kinder möchte, sei dahingestellt.... :fg engel:

Inaktiver User
01.06.2006, 10:07
Hallo

Ganz kurz: meine Schwester hat mir verraten, was die Bekannte (28, ledig) gesagt hat. Sie war leider zu höflich, um es noch im Beisein der Schwägerin zu sagen und hat es nur meiner Schwester gesagt: "Vier Kinder? Keine Kunst, sogar meine Katze hat vier Junge geboren".

Kalliope

Inaktiver User
01.06.2006, 11:00
Und das ist dann keine subtile Beleidung oder Unhöflichkeit? Muss man Gleiches immer mit Gleichem vergelten? Rein theoretisch könnte man auch ganz offen sagen: Du, es ist mein Leben und ich mag es, wie es ist. Wenn du damit ein Problem hast, ist es dein Problem, nicht meins." Aber so eine Äußerung wie die mit der Katze machte es nicht besser, ich finde es stillos.

Zuza

Inaktiver User
01.06.2006, 14:11
Da fast jede Frau eitel ist, hilft vielleicht folgender Universal-Satz:

Auf diese fiese Frage/Feststellung nett (kurz und knapp) antworten und dann zur Giftspritze sagen in einem mitleidsvollen Ton:

"Aber jetzt sollten wir lieber von Dir reden. Du scheinst ja eine Menge Probleme zu haben...Du siehst richtig verhärmt aus... Was ist denn los? Willst Du darüber reden?" :freches grinsen:

Winnie
06.06.2006, 16:49
Sagt mal: ist die Frage "hast Du abgenommen" für Euch automatisch eine Stichelei??

Seitdem ich hörte, dass einige darüber jammern, dass niemand bemerkt, wenn sie schon einige Kilos weniger wiegen frage ich dann und wann ganz offen danach. Zuletzt eine Blumenverkäuferin in deren Laden ich lange nicht war und bei der es offensichtlich war dass sie mindestens 10 Kilos leichter ist. Sie hat sich gefreut und erzählte glücksstrahlend wie viel besser sie sich fühlt usw.

Inaktiver User
06.06.2006, 18:02
Also ich finde es auch besser, auf so etwas nicht zu reagieren.

Zu kontern bedeutet ja, dass einem der Spruch des anderen zumindest ein paar Worte wert ist. Menschen die solche Bemerkungen loslassen, halte ich für Kleingeister, daher möchte ich mich mit deren Äußerungen nicht auseinandersetzen.

juri
08.06.2006, 21:02
Hallo!

Da bin ich auch oft sehr schwerfällig mit dem Begreifen, dass gerade gegen mich gestichelt wurde. Komme nämlich oft nicht auf die Idee, dass etwas bösartig gemeint ist.

Vor Jahren hatten wir einen Kollegen, der für seine Sticheleien berüchtigt war. Ich hatte (und habe) eine paar Kilo zuviel und das war für ihn häufig ein Grund zum Sticheln. Ich habe das geflissentlich ignoriert - ohne Erfolg. Bei einer Betriebsfeier hatte er mich mal wieder auf dem Kieker. Urplötzlich war ich auf 180 und er bekam eine Gardinenpredigt zu hören, die sich gewaschen hatte. Selbstverständlich vor versammelter Mannschaft, schließlich stichelte er auch vor allen Leuten. Dieser Mann war völlig sprachlos, wurde sogar rot, und die Kollegen jubelten. Das tat seiner Lästerleidenschaft keinen Abbruch, doch ich war nie mehr Ziel seiner Sticheleien.

LG juri

Inaktiver User
09.06.2006, 06:28
Als Kind wurde ich sehr oft subtil und weniger subtil beleidigt und es wurde in Gruppen gehänselt und gestichelt und 'Unhöflichkeiten' vom Stapel gelassen, das habe ich größtenteils einfach geschluckt und bekam ich durchaus auch mit, allerdings hat es im Lauf der Jahre wohl einen Desensibilisierungseffekt gegeben, soll heißen: Wenn das heute jmd macht, sorry, das merke ich kaum jemals, da bin ich wohl zu abgebrüht, zu wenig sensibel, abgestumpft (:freches grinsen: - sehr praktisch) - und ich bin kein Kind mehr, dass das noch tangieren könnte. Es gibt schlicht keine noch so subtile Beleidigung oder Unhöflichkeit mehr, die mich noch treffen könnte.

Wenn jmd meint, sich beleidigend verhalten zu müssen, soll er doch, stört mich nicht. Ist das sein Armutszeugnis oder meines?

Blutorange
09.06.2006, 06:59
Sagt mal: ist die Frage "hast Du abgenommen" für Euch automatisch eine Stichelei??

Seitdem ich hörte, dass einige darüber jammern, dass niemand bemerkt, wenn sie schon einige Kilos weniger wiegen frage ich dann und wann ganz offen danach. Zuletzt eine Blumenverkäuferin in deren Laden ich lange nicht war und bei der es offensichtlich war dass sie mindestens 10 Kilos leichter ist. Sie hat sich gefreut und erzählte glücksstrahlend wie viel besser sie sich fühlt usw.




Kommt glaube ich ganz drauf an. Ich bin eher die Schlaksige, meine ganze Familie gehört zu einer schlaksigen Natur. Schon in der Schule durfte ich mir Kommentare dazu anhören. Mich nervt in letzter Zeit, dass ich ständig zu hören bekomme wie dünn ich wäre, "sooo dünn, dürr...usw. Das sind oft keine Komplimente mehr, weil diese Kommentare eher abwertend gemacht werden. Von einer Arbeitskollegin werde ich regelmäßig gemustert, von oben bis unten, dann kommen Kommentare wie, " du musst doch mal was essen, gell du machst viel Sport (ich mach gar keinen Sport),", als wäre ich magersüchtig. Oft sind es selbst Leute, die mehr als ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringen, und anscheinend ein Problem damit haben. Eigentlich überhör ich sowas, aber in letzter Zeit kommt das öfter vor. Vielleicht sollte ich mich einfach nicht drüber aufregen, aber ich bin halt so!
Das nächste Mal werde ich das jetzt mal ansprechen, weil ich das langsam echt nervig finde, wie mein Aussehen ständig kommentiert werden muss. Ich sag doch auch nicht zu anderen Leuten, dass sie eine hässliche Nase haben, zu dick sind, die Zähne schief sind, vor allem bei Sachen, die man eh nicht ändern kann. Das geht niemanden was an und ist unhöflich. :fg engel:

Elwyn
09.06.2006, 09:47
Wenn jmd meint, sich beleidigend verhalten zu müssen, soll er doch, stört mich nicht. Ist das sein Armutszeugnis oder meines?



@Poison,

finde ich cool, dass dich das nicht mehr stört.

So wie ich dich hier erlebe, hast du aber sicher auch einige gute und coole positive Abwehrstrategien dagegen auf Lager.

Ich denke auch, es ist wichtig, wie man das "schluckt". Selbst ohne Gegenreaktion ist es wichtig, was in einem selbst vorgeht:

"Schluckt" man das, schleppt aber die Beleidigung im Inneren mit sich herum, dann ist das nicht befreiend.

"Schluckt" man das aber, weil man damit innerlich KEIN Problem hat (beispielsweise aus der Einsicht heraus, dass das Gegenüber ein DEUTLICHES Problem hat), dann schleppt man auch nichts weiter mit sich rum.

Das ist sicherlich die beste Lösung.

Manchmal hilft es aber auch einem selbst, verbal geschickt deutlich zu machen, dass man sich grundsätzlich nichts gefallen lässt - diese Gegenreaktion muss aber selbstbewusst rüberkommen und darf keine neuen Angriffziele bieten.

:aetsch:

Inaktiver User
09.06.2006, 09:58
So wie ich dich hier erlebe, hast du aber sicher auch einige gute und coole positive Abwehrstrategien dagegen auf Lager.



Yo. Indem ich mich darüber amüsiere :o) ... es ist aber auch erheiternd, wie sehr andere sich ereifern können.

Eine Beleidigung kann nur treffen, wenn man ihr einen gewissen Wahrheitsgehalt zugesteht - fühlt man sich also beleidigt, sollte man sich fragen, warum dem so ist.

Beispiel:
Vor ca. 2 Jahren hab ich mir eine Caprihose und ein Top in einer Größe gekauft, die ich bis dato nie für möglich gehalten hätte und fand mich einfach großartig aussehend, stolzierte dann über eine gerade sehr ruhige Kreuzung, kein Auto weit und breit in Sicht und ich hatte keine Lust, die 10 Meter bis zur Ampel zu gehen. Da kommt just in dem Moment ein Cabrio angebraust, der Fahrer hupte und brüllte rüber, ich solle meinen fetten Arsch von der Straße bewegen.
Meine Reaktion: :ooooh: und dann: :freches grinsen: ... habe mich köstlichst amüsiert, wusste ich doch, dass ich gut aussah. Hätte ich mich beleidigt fühlen sollen? Warum denn?

Elwyn
09.06.2006, 10:41
@Poison, der Autofahrer hat wahrscheinlich ein ganz anderes Problem gehabt, als deinen "fetten Arsch". Der hätte wohl aus Eile jeden angepöbelt.

:freches grinsen:

Die Sticheleien unter Frauen, Kolleginnen usw. bezüglich des Aussehens tu ich mittlerweile als "Neid" ab.

Vielleicht haben sie keinen Grund, auf meine Figur oder das Aussehen neidisch zu sein, aber sie arbeiten sich daran ab, weil sie möglicherweise auf etwas anderes (!!!) neidisch sind.

Dann gibt es solchen Menschen Genugtuung, sich auf einen wunden Punkt beim Gegenüber einzuschiessen!

Schon mal drüber nachgedacht?

Inaktiver User
09.06.2006, 11:12
Schon mal drüber nachgedacht?



Nein, habe ich nicht. Wenn jmd meint neidisch sein zu müssen, ist das m. E. sein Problem, mit dem ich mich ganz sicherlich nicht belasten werde ;o)

Elwyn
09.06.2006, 11:53
Schon mal drüber nachgedacht?



Nein, habe ich nicht. Wenn jmd meint neidisch sein zu müssen, ist das m. E. sein Problem, mit dem ich mich ganz sicherlich nicht belasten werde ;o)



@Poison,

war mehr eine rhetorische Frage... :freches grinsen:

gerichtet an die Postings hier, die sich über den Neid der Kolleginnen wundern...

Ich meine ja auch (!), meistens ist ja offensichtlich, dass solche Unhöflichkeiten das Problem des Gegenübers ist, auch bei näherem Hinsehen...

Ich finde die Erkenntnis nicht belastend, sondern befreiend...

:aetsch:

Inaktiver User
09.06.2006, 13:20
Eine Zeitlang habe ich auch immer fieberhaft nach schlagfertigen Antworten gesucht und sogar prophilaktisch mal so ein paar besonders coole Sprüche eingeübt. Mittlerweile habe ich eine andere Strategie: Ich sage kurz und knapp, dass ich mich durch die gemachte Bemerkung oder Aussage gekränkt fühle. Nicht weinerlich oder selbstbemitleidend, sondern ganz gelassen. Dann schau ich dem Gegenüber einen Moment tief in die Augen.....und das war`s dann. Uebergang zur Tagesordnung ohne weiteren Kommentar. Für mich ist es dann erledigt. Es ist, slo ob ich die *Pflicht*, mich zu ärgern einfach abgegeben hätte. Hab ich das jetzt so ausgedrückt, wie`s gemeint ist? Ich hoffe, es kommt richtig rüber.
:entspannen:
Grüassli von
Brava

Inaktiver User
09.06.2006, 19:22
@ Poison
Also wenn der Typ im cabrio meint, du solltest mal weg von der Krezung,dann hättest du ihn ja nett lächelnd fragen können, ob er dich mitnimmt, dann gehts schneller... :kuss:

Inaktiver User
09.06.2006, 19:43
Eisprinzessin, das hätte ich höchstens noch seinen Auspuff fragen können, so eilig hatte der es *g*

Rotfuchs
09.06.2006, 22:35
Mir hat mal jemand gesagt: "Ich allein entscheide, wer mich überhaupt beleidigen kann."

Das habe ich nie vergessen und mit der Einstellung bin ich gut gefahren. Es gibt Menschen, auf deren Meinung ich Wert lege - und die könnten mich durchaus beleidigen (ist aber nur ganz selten passiert). Die direkten oder indirekten Beleidigungen anderer Leute prallen an mir ab.

Ich habe lange einen ehrenamtlichen Job im Profisportbereich gemacht, der auch viel mit Presse und Internet zu tun hatte. Meine Güte, was ist mir damals alles von Fanseite an Beleidigungen um die Ohren geflogen, wenn denen was nicht paßte. Aber es war für mich ein gutes mentales Abwehrtraining. :smile:

Kritik - vernünftig geäußert - nehme ich gerne an, denke zumindest darüber nach. Beleidigungen beeindrucken mich nur höchst selten. :schild genau:

Inaktiver User
09.06.2006, 23:17
Exakt so ist es, Rotfuchs. Was mich trifft bzw. WER mich überhaupt treffen kann, das entscheide ich allein.

Mechthild
27.06.2006, 12:02
Mir hat mal eine Dozentin (toughe Frau) gesagt, sie würde sich in solchen Momenten immer sagen, der/die (Beileidiger(in)) meint doch gar nicht mich, sondern hat nur Probleme mit sich selbst. Seitdem bin ich viel ruhiger geworden. Aber es gelingt nicht immer.

Sehr gut fand ich auch die Variante weiter oben, denjenigen ganz ruhig und lange in die Augen zu schauen und zu sagen, daß ich das sehr beleidigend und verletzend finde. Das finde ich sehr souverän. Oder noch besser, ihn ganz ruhig und nicht provozierend zu FRAGEN, warum er mich denn so beileidigen/ verletzen muß?

Inaktiver User
28.06.2006, 09:27
Hmm, also ich halte es ehrlich gesagt, mal so, mal so.
Ich hab schon gaaanz freche Antworten zurückgegeben, aber auch schon mal nichts gesagt oder ruhig gefragt, was das denn sollte.
Kommt bei mir immer auf die Tagesverfassung an.
Insgesamt schlag ich aber bei den Menschen, die mir sehr lieb und wichtig sind, nie so zu.
Ich kann aber sehr schlagfertig sein, meine Berliner Schnauze trifft hier im Rheinland manchmal...
Meinen Kindern hab ich aber auch erklärt, dass Schlagfertigkeit auch immer etwas mit Schlagen zu tun hat, meiner Meinung nach und deshalb:Vorsicht damit und auch mit dem ev. Echo.

Kondukteur
28.06.2006, 10:52
Es geht darum, das ganze einfach zu überhören bzw. sich seinen Ärger auf keinen Fall anmerken zu lassen. Das ärgert den Stinkstiefel gegenüber viel mehr, als die schlagfertigste Antwort.



Also, manchmal funktioniert das nicht, weil einem dies als Schwäche ausgelegt wird. Das habe ich schon so erlebt. Die Sticheleien wurden dann nur noch mehr.

Wir hatten das Problem beim Neueinzug mit unserem Nachbarn. Zunächst sah alles nach einer netten Bekanntschaft aus, wir haben uns gegenseitig eingeladen, und uns recht gut verstanden. Vor allem zu seiner Frau hatte ich ein gutes Verhältnis, war oft zum Kaffee bei ihr eingeladen, weil sie mit Kleinkind angebunden war. Revanchiert haben wir uns mit kleinen Geschenken und vielen Nettigkeiten und Komplimenten und Einladungen, die allerdings aufgrund der Kleinkindsituation nicht so schnell zustande kamen.

Nach einer Weile fing er, der Nachbar an, ständig zu sticheln. Wenn wir uns etwas neues gekauft hatten für den Garten, wurde das "humorvoll" aber deutlich kritisiert und ins Lächerliche gezogen. Dann wurde unsere Lebensführung kritisiert: "Seid ihr auch schon aufgestanden?" oder "Ihr habt ja so oft die Rolläden runter".
Irgendwann fing er an, zu kommentieren, dass ich zuviel Kaffee bei seiner Frau getrunken hätte: "Den Kaffee kannste beim nächsten Mal dann mal bezahlen, haha." Gegipfelt ist das Ganze dann in mehreren abfälligen Bemerkungen über unsere Lieblingsurlaubsländer bei dem einzigen gemeinsamem Grillabend : "Neee, zu den Franzacken fahre ich nicht".

Da wars bei uns aus, und ich bin etwas deutlicher geworden. Bis dahin hatten wir alles brav geschluckt und freundlich reagiert, ohne dass die Sticheleien weniger geworden wären. Schliesslich haben wir bis heute den Kontakt abgebrochen und grüssen nur noch von Ferne.

Ich weiss bis heute nicht, warum dieser Mensch so seltsam reagiert hat, denn wir haben niemals, absolut niemals negative Äusserungen gemacht - im Gegenteil, wir haben viel Hilfe (Garten, Babysitting usw.) angeboten und, wie mit anderen Freunden auch, einfach nur versucht, nette Stimmung zu verbreiten, wobei auch schon das ein oder andere Wort zur persönlichen Lebenssituation gefallen war, weil bereits ein gewisses Vertrauen da war. Trotzdem kippte das ganze Verhältnis plötzlich.

Ich denke, es gibt diese Menschen, die man entweder meiden muss oder denen man mal gelegentlich deutliche Grenzen setzen muss. Meistens erübrigt sich aber dann jeglicher weiterer Kontakt.

Kennt ihr solche Leute auch?





Ja, kenn ich. Das sind diejenigen, die einen guten Instinkt dafür haben, wo die "Deppen" sind, auf deren Kosten man sich erhöhen kann, je nach speziellem Bedarf. Bei uns lief das über unsere "Schwäche", die Hilfsbereitschaft. Die wurde kräftig ausgenutzt, ohne dass was zurückkam.

Das machen sie zunächst mit Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit. Dann kommt ziemlich schnell die Phase der kleinen Gefälligkeiten, um die sie einen bitten. "Kannst du mal auf die Kleine aufpassen, wir haben keinen Babysitter bekommen". So was vertieft die "Freundschaft" und erspart einem Kosten und bedanken muss man sich unter Freunden auch nicht.
Nächste Phase: Man kann sich alles sagen, schließlich ist man ja befreundet. Und so scheut man auch nicht davor zurück, zunächst kleine, später dann größere Spitzen abzulassen: Findest du wirklich, dass das Sofa vom Stil her zum Übrigen passt?
- Ach, ich sehe, du hast dein Wohnzimmer entrümpelt! -Also, ich hab ja gar nichts für Zimmerpflanzen übrig, hat für mich immer so was Spießiges!
- Stell dir vor, die J. hat mir erzählt, dass ihre Tocher im Moment nur rosa Sachen tragen will, ist das nicht grauenhaft? (Meine noch kleine Tochter sitzt ihr grad gegenüber und hat ein rosa T-Shirt an. Ich kauf ihr damals sehr viel in Rosa, nicht, weil das DIE typische Farbe für Mädchen ist, die man in ihrer Püppchenrolle zwingen will, sondern weil ich finde, dass ihr das unheimlich gut steht). - Wenige Tage später läuft sie mit ihrer Kleinen hier vorbei und was hat das Kind an? Ein rosa T-Shirt und eine passende Hose dazu.

Und ich schlucke das alles und streng mich immer mehr an, ihr zu beweisen, wie gut ich bin und es kommen immer dickere Klopper, die ich jetzt aber nicht aufzählen will, so lange, bis mir der Geduldsfaden reißt und ich aufwache.
Und das war's dann mit der "Freundschaft", Gott sei Dank!


@ all

Der Frau mit den vier Kindern hätte man erwidern können: "Sag bloß nicht, du bist schon wieder schwanger!"

Thalita
30.06.2006, 14:13
Sagt mal: ist die Frage "hast Du abgenommen" für Euch automatisch eine Stichelei??

Seitdem ich hörte, dass einige darüber jammern, dass niemand bemerkt, wenn sie schon einige Kilos weniger wiegen frage ich dann und wann ganz offen danach. Zuletzt eine Blumenverkäuferin in deren Laden ich lange nicht war und bei der es offensichtlich war dass sie mindestens 10 Kilos leichter ist. Sie hat sich gefreut und erzählte glücksstrahlend wie viel besser sie sich fühlt usw.




Kommt glaube ich ganz drauf an. Ich bin eher die Schlaksige, meine ganze Familie gehört zu einer schlaksigen Natur. Schon in der Schule durfte ich mir Kommentare dazu anhören. Mich nervt in letzter Zeit, dass ich ständig zu hören bekomme wie dünn ich wäre, "sooo dünn, dürr...usw. Das sind oft keine Komplimente mehr, weil diese Kommentare eher abwertend gemacht werden. Von einer Arbeitskollegin werde ich regelmäßig gemustert, von oben bis unten, dann kommen Kommentare wie, " du musst doch mal was essen, gell du machst viel Sport (ich mach gar keinen Sport),", als wäre ich magersüchtig. Oft sind es selbst Leute, die mehr als ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringen, und anscheinend ein Problem damit haben. Eigentlich überhör ich sowas, aber in letzter Zeit kommt das öfter vor. Vielleicht sollte ich mich einfach nicht drüber aufregen, aber ich bin halt so!
Das nächste Mal werde ich das jetzt mal ansprechen, weil ich das langsam echt nervig finde, wie mein Aussehen ständig kommentiert werden muss. Ich sag doch auch nicht zu anderen Leuten, dass sie eine hässliche Nase haben, zu dick sind, die Zähne schief sind, vor allem bei Sachen, die man eh nicht ändern kann. Das geht niemanden was an und ist unhöflich. :fg engel:




Hallo Blutorange,
Ich kann dich supergut verstehen! Ich war als Jugendliche sehr schlank und hatte einen kleinen Busen. ich erinnere mich, dass mich eine Frau mal von oben bis unten mit einem regelrecht angewiderten Blick gemustert hat. Zu der Zeit kloppte mein Vater auf mir rum: "Du hast doch vorne nix, auf dich geht doch kein Mann an, so dürr wie du bist!" Er selber war ziemlich korpulent, und dann verstieg er sich mal bei einem Familientreffen zu der Aussage: "Wenn man dich sieht, sollte man meinen, es sei eine Hungersnot ausgebrochen. " Tja. Kurz zuvor hatte ich den Witz in der Zeitung auch gelesen und hab entsprechend gekontert: "Und wenn man dich sieht, sollte man meinen, du seiest schuld dran!" Ich weiß nicht mehr, ob danach noch irgendein Blödspruch über meinen Körperbau von ihm kam. Es hat mich nicht mehr interessiert.

Liebe Grüße
Thalita

Latona
06.08.2006, 16:19
Ich finde es schlichtweg takt- und distanzlos, Menschen, mit denen man kein Vertrauensverhältnis hat, auf körperliche Makel oder Veränderungen des Körperumfangs anzusprechen. Und selbst wenn man ab- oder zugenommen hat, weil man Probleme oder eine Krankheit hatte – was bitte geht das irgendwelche Kollegen oder Verwandte an? Soll man denen jetzt Rede & Antwort stehen? Unmöglich finde ich es auch, eine einem wenig vertraute Frau zu fragen, ob sie schwanger ist. Ist sie es, wird sie es wohl von selbst mitteilen.

Auf zu neugierige Fragen sage ich teilweise direkt: "Du, das muss ich nicht mit dir besprechen."

De facto ist es wirklich so, dass Menschen, die immer sticheln müssen, auf diese Weise ihre eigenen Aggressionen abarbeiten müssen. Man kann sich sagen: „Irgendwas an mir macht ihn aggressiv. Aber muss ich das zu meinem Problem machen, muss ich mich vor dem für irgendwas rechtfertigen? Nein, muss ich nicht.“ Dann kann man auch gelassen bleiben, wenn einem mal kein schlagfertiger Spruch einfällt. Ich sage in solchen Fällen gerne: "Deine Äusserungen sagen mehr über dich aus als über mich."

Neulich meinte ein reichlich zahnloser, verwahrlost aussehender Typ zu mir in meinem CSD-Outfit: „Je oller, desto doller.“ Ich konterte, dass ER ja gerade was sagen müsse, er hätte ja kaum noch einen Zahn im Mund. Sah reichlich alt aus, der Gute! :freches grinsen:

Inaktiver User
06.08.2006, 16:22
@ 1of8

Vielleicht mit dem Hinweis, bei der nächsten dummen Bemerkung beiß ich zurück?
Gar nicht schlecht!

DAS merk ich mir !!! Scheint mir sehr angebracht bei manchen Zeitgenossen zu sein, durchaus ...

Gruss, Lunita.

AnnaM
06.08.2006, 20:13
Ich finde es schlichtweg takt- und distanzlos, Menschen, mit denen man kein Vertrauensverhältnis hat, auf körperliche Makel oder Veränderungen des Körperumfangs anzusprechen.

Neulich meinte ein reichlich zahnloser, verwahrlost aussehender Typ zu mir in meinem CSD-Outfit: „Je oller, desto doller.“ Ich konterte, dass ER ja gerade was sagen müsse, er hätte ja kaum noch einen Zahn im Mund. Sah reichlich alt aus, der Gute! :freches grinsen:


Ist das jetzt nicht ein ganz kleines bisschen unlogisch?

Gruß
Anne

Mocca
06.08.2006, 21:24
Wieso? Das war einfach eine Reaktion, Latona hat ihn ja nicht etwa von sich aus auf sein Äußeres angesprochen *g*

Wer dumme Sprüche klopft, muss damit rechnen, dass es was zurück gibt...

Mocca

AnnaM
07.08.2006, 09:52
Ach so, es war also gemeint:
Ich finde es schlichtweg takt- und distanzlos, Menschen, mit denen man kein Vertrauensverhältnis hat, als erste auf körperliche Makel oder Veränderungen des Körperumfangs anzusprechen.

Gut zu wissen! Also darf man schlagen, beleidigen, etc. alles tun, nur nicht als Erste. :erleuchtung:

Gruß
Anne

Asphaltblume
07.08.2006, 11:25
Ach so, es war also gemeint:
Ich finde es schlichtweg takt- und distanzlos, Menschen, mit denen man kein Vertrauensverhältnis hat, als erste auf körperliche Makel oder Veränderungen des Körperumfangs anzusprechen.

Gut zu wissen! Also darf man schlagen, beleidigen, etc. alles tun, nur nicht als Erste. :erleuchtung:

Gruß
Anne

Manchmal schlägt man jemanden am besten mit seinen eigenen Waffen. Und solange die verbal sind...

AnnaM
07.08.2006, 13:34
Worte könne schlimmer verletzen als Schläge, noch nicht gewusst?
Und ICH würde niemanden ernst nehmen, der verlangt, immer taktvoll und distanziert zu sein, aber sich selbst nur dann dran hält. wenn es genehm ist.

Gruß
Anne

Latona
07.08.2006, 16:28
@ Mocca


Danke für die Klarstellung. Seh ich genauso: Wer austeilt, muss auch einstecken können.:smile:


@ AnnaM


Keine Frage, Worte können schlimmer treffen als ein Baseballschläger. Aber ich sprach von takt- und distanzlosem Verhalten, nicht von körperlicher Gewalttätigkeit, und das ist immer noch ein Unterschied. Das Thema des Thread sind Sticheleien, nicht Prügeleien.
Außerdem dachte ich, mit dem Wort „ansprechen“ sei eindeutig, dass derjenige, der anspricht, das Thema aufbringt.

AnnaM
07.08.2006, 20:34
@ AnnaM
Keine Frage, Worte können schlimmer treffen als ein Baseballschläger. Aber ich sprach von takt- und distanzlosem Verhalten, nicht von körperlicher Gewalttätigkeit, und das ist immer noch ein Unterschied. Das Thema des Thread sind Sticheleien, nicht Prügeleien.
Außerdem dachte ich, mit dem Wort „ansprechen“ sei eindeutig, dass derjenige, der anspricht, das Thema aufbringt.

Oh, tatkloses Verhalten kann genau so weh tun wie ein Schlag ins Gesicht, glaube es mir! Wenn ich es recht bedenke, dann fällt dein Verhalten durchaus unter körperliche Gewalt, denn sicherlich hat es demjenigen "in der Seele weh getan" und das äußert sich durchaus in körperlichen Schmerzen.

Und selbst wenn ein anderer anfängt, wieso musst du dann weitermachen, wenn du es doch absolut unmöglich findest? Tolles Vorbild!

Gruß
Anne

Sisyphos
07.08.2006, 23:38
Sagt mal: ist die Frage "hast Du abgenommen" für Euch automatisch eine Stichelei??
Früher hab ich das echt ernstgenommen. Da dachte ich immer, wie das kommt, dass derjenige mich tatsächlich so fett erinnert, weil ich ich doch seit 20 Jahren ungefähr das selbe Gewicht habe. Warum fragt mich dann 2 Mal die Woche jemand, ob ich abgenommen habe. Very strange?!

Menschen gucken gar nicht genau hin. Zumindest Menschen, die man so nebenbei kennt, wie Kollegen zu Beispiel. Da muß man das nicht persönlich nehmen. Wenn man sie eigentlich mag, kann man eine einfach Antwort geben. Z. B. Nein, mein Gewicht hat sich eigentlich nicht verändert. Wenn man sie nicht leiden mag, weil sie zu Beispiel notorische Tratschtanten sind, kann man sie ein bisschen verarschen, und ihnen sehr ernst die Geschichte einer chronischen Erbkrankheit erzählen, und zwar so ausführlich, dass sie sich freiwillig nie wieder nach Deinem Gesundheitszustand erkundigen ... Aber Vorsicht: Es gibt Exemplare, die sind beim Thema Krankheit dermaßen in ihrem Element, daß man aus der Geschichte so schnell nicht wieder raus kommt. ...

Inaktiver User
08.08.2006, 09:48
Man sollte unterscheiden. Manche Leute haben kein Feingefühl, quatschen ohne nachzudenken den gröbsten Unsinn, aber sie wollen einen nicht verletzen. Beispiel: sagt eine sonst sehr nette Mitjoggerin zu mir, beim Laufen wäre so ein Minibusen wie meiner doch recht praktisch. Sie hat gar nicht gemerkt, daß sie damit eine wunde Stelle getroffen hat...aber sie hat es nicht böse gemeint.
Ich hab erst mal geschluckt und ihr später gesagt, daß mich ihre Bemerkung getroffen hat.

Anders ist es bei Leuten, die einem mit voller Absicht eine verbraten wollen, die ihre Aggressionen an einem abarbeiten, ob subtil oder nicht, deren Selbstwertgefühl es braucht, andere klein zu machen und ihnen weh zu tun. Besonders beliebt: kleine fiese Stichelein, mit Augenzwinkern dargebracht, Anspielungen auf Figur, Alter, Familienstand, Job, halt alles, was geeignet ist, dem anderen die Laune so richtig zu verderben.
Konstruktive Kritik sieht anders aus - wer einem so kommt, will
sich abkühlen, sich in Szene setzen, sich groß- und Dich kleinmachen.
Wie wehrt man sich da?
Authentisch und direkt bleiben. Keine Spielchen, keine raffinierten Tricks, keine Retourkutschen. Nicht mit ihm auf eine Stufe stellen - er ist wahrscheinlich ein Profi in Sachen subtiler fieser Piekser.
Direkte Nachfrage: "Was bezweckst Du mit Deiner Stichelei? Was soll das bitte?" Entlarven: "Warum bist du so aggressiv?" Tatsachen feststellen: "Du bist taktlos." Wenns noch härter kommt, Grenzen setzen: "Du bist unverschämt! So rede ich nicht mit Dir" oder"Das geht Dich nichts an."
Mit dieser Reaktion rechnet der Stänkerer nicht. Er wartet drauf, daß Du Dich rechtfertigst, unsicher wirst, möglichst noch rot anläufst.
Tu' ihm den Gefallen nicht. Stell' ihn zur schlich zur Rede, mach seine Taklosigkeit zum Thema, statt Deiner vermeintlichen Fehler.
Entlarve ihn.
Ich hab diese Methode schon ein paar Mal angewendet. Sie wirkt und man braucht sich keine Sorgen zu machen, daß einem der richtige Spruch nicht zur richtigen Zeit einfällt.
LG Ruby

Latona
08.08.2006, 17:03
@ AnnaM

Ich verstehe überhaupt nicht, was Du mir hier eigentlich vorwirfst.

Zwischen verbaler und physischer Gewalt gibt es einfach einen Unterschied, also ist es legitim, darauf hinzuweisen. Wollen wir doch bitte mal beim Thema bleiben und nicht alles in einen Topf schmeißen.

Zweitens hab ich nirgendwo Vorbilder propagiert. Ich habe mich lediglich gegen taktloses Verhalten ausgesprochen, das ein Vertrauensverhältnis voraussetzt, wo keins existiert. Sich Vertraulichkeiten herauszunehmen, ist eine Grenzüberschreitung, und Leute, die bei anderen persönliche Angriffspunkte suchen, um sie mit Sticheleien darüber zu treffen, wissen in der Regel sehr genau, was sie tun.



@ Ruby

Deine Unterscheidung hat viel für sich. Man merkt es aber meistens, ob man es mit gedankenlosen Schwätzern zu tun hat, die dann eben voll ins Fettnäpfchen latschen, oder ob man es mit bösartigen Menschen zu tun hat, die einem eins reinwürgen wollen, z.B. am hämischen oder betont lockeren Tonfall, an begleitenden Blicke und Gesten, die geheucheltes Mitleid oder Verachtung rüberbringen sollen. Auch ungebetene Ratschläge, mit überheblicher Besserwisserei hervorgebracht, gehören in diese Kategorie. Eigentlich läuft alles unter dem Oberbegriff "versteckte Aggression": Der Angreifer will zu seinem Angriff als solchem nicht stehen und tarnt ihn z.B. als Scherz ("Du verstehst wohl keinen Spaß?") oder als guten Ratschlag ("Ich wollte Dir ja nur helfen.")


Direkte Nachfrage: "Was bezweckst Du mit Deiner Stichelei? Was soll das bitte?" Entlarven: "Warum bist du so aggressiv?" Tatsachen feststellen: "Du bist taktlos." Wenns noch härter kommt, Grenzen setzen: "Du bist unverschämt! So rede ich nicht mit Dir" oder"Das geht Dich nichts an."
Mit dieser Reaktion rechnet der Stänkerer nicht. Er wartet drauf, daß Du Dich rechtfertigst, unsicher wirst, möglichst noch rot anläufst.
Tu' ihm den Gefallen nicht. Stell' ihn zur schlich zur Rede, mach seine Taklosigkeit zum Thema, statt Deiner vermeintlichen Fehler.
Entlarve ihn.

Die Beleidiger seinerseits rechnet nicht damit, dass sein Verhalten benannt wird, denn er setzt darauf, dass ER derdjenige ist, der verunsichert und zur Rechenschaft zieht, da hast Du völlig recht. Daher ist dieser Tipp sehr hilfreich.

Und nicht zuletzt kann man ja auch einordnen, wie jemand zu einem steht, von dem sowas kommt. Bei manchen Leuten weiß man ziemlich genau, dass von ihnen eher mit subtilen Beleidigungen zu rechnen hat, während andere, mit denen man nie Probleme hatte, vielleicht vorher schon durch gedankenloses Gerede aufgefallen sind.

Sugarnova
08.08.2006, 23:18
Hab zum Thema noch einen schönen Link gefunden:

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/special/533/57476/index.html/jobkarriere/berufstudium/artikel/974/80894/article.html

Wobei ich auch zugeben muss: Ab und an bin ich dann doch baff. Besonders, wenn z.B. im Job meine Arbeit so verletzend runtergemacht wird, dass ich erstmal sprachlos bin. Darauf fällt mir immer nichts ein.

Schlimm auch: Wenn Leute zielsicher irgendeinen körperlichen Makel treffen und tief reinhauen...

AnnaM
09.08.2006, 10:18
Ich verstehe überhaupt nicht, was Du mir hier eigentlich vorwirfst.


Ich werfe dir überhaupt nichts vor, ich mache dich nur darauf aufmerksam, dass du dir selbst widersprichst:


Ich finde es schlichtweg takt- und distanzlos, Menschen, mit denen man kein Vertrauensverhältnis hat, auf körperliche Makel oder Veränderungen des Körperumfangs anzusprechen.
Hattest du zu dem Mann ein Vertrauensverhältnis? Nein.
Hast du ihn auf eine körperlichen Mangel hingewiesen? Ja.
Also warst du takt- und distanzlos, oder?

Gruß
Anne

Sonderzeicen
09.08.2006, 14:53
sie hat sich VERTEIDIGT gegen einen ebensolchen angriff - ein kleiner unterschied.

Sonderzeicen
09.08.2006, 14:59
Hab zum Thema noch einen schönen Link gefunden:

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/special/533/57476/index.html/jobkarriere/berufstudium/artikel/974/80894/article.html

Wobei ich auch zugeben muss: Ab und an bin ich dann doch baff. Besonders, wenn z.B. im Job meine Arbeit so verletzend runtergemacht wird, dass ich erstmal sprachlos bin. Darauf fällt mir immer nichts ein.

Schlimm auch: Wenn Leute zielsicher irgendeinen körperlichen Makel treffen und tief reinhauen...

das problem liegt darin, dass man nicht immer in der lage ist, so einen angriff mit humor und ironie hinwegzufegen. man nimmt die aeusserung viel zu ernst und reagiert mit veraergerung. leider spueren die lieben mitmenschen das und stechen genau dann zu, wenn sie vorhersehen koennen, dass der andere nicht zurueckkontert.

Latona
10.08.2006, 13:26
@ AnnaM


Noch mal ganz langsam zum Mitschreiben:


Dieser Typ hat mich dumm angelabert und kommentiert, dass ich für mein Alter wohl zu sexy angezogen war. Da finde ich es völlig legitim, wenn ich ihm sein blödes Verhalten mit gleicher Münze zurückzahle, damit er merkt, wie ungehörig es ist. Anders lernen es solche Leute nämlich nicht. Ich selbst pöble von mir aus keine anderen Leute dumm an, aber ich lasse mir auch keine dummen Pöbeleien von anderen bieten.

AnnaM
10.08.2006, 16:08
@ AnnaM


Noch mal ganz langsam zum Mitschreiben:


Dieser Typ hat mich dumm angelabert und kommentiert, dass ich für mein Alter wohl zu sexy angezogen war. Da finde ich es völlig legitim, wenn ich ihm sein blödes Verhalten mit gleicher Münze zurückzahle, damit er merkt, wie ungehörig es ist. Anders lernen es solche Leute nämlich nicht. Ich selbst pöble von mir aus keine anderen Leute dumm an, aber ich lasse mir auch keine dummen Pöbeleien von anderen bieten.

Das Problem ist nicht, dass ich dich nicht verstehe, das Problem ist, dass du mich nicht verstehst!

Meiner Meinung nach hast du dich auf seine Ebene begeben und stehst in meinen Augen nicht besser da als er, besonders, wenn ich deine Forderung oder Behauptung (nenn es, wie du willst) berücksichtige!

Das mit der gleichen Münze zwecks Lerneffekt kannst du übrigens ruhig vergessen, dass Einzige, was der gelernt hat, ist, dass rumpöbeln in Ordnung ist, denn du hast es ja auch getan.

Gruß
Anne

Latona
10.08.2006, 17:03
@ AnnaM


Okay – und welche Art von Gegenwehr ist Deiner Meinung moralisch-ethisch nach gegen dumme Sprüche erlaubt?

Mir ist es schnuppe, ob die Gegenwehr auf der gleichen Ebene ausfällt oder nicht – schließlich hat der andere mit der Aggression angefangen. Wie gesagt: Wer austeilt, muss auch einstecken können. Ich gehöre mit Sicherheit nicht zur Fraktion, die in solchen Fällen verlangt, dass man noch die andere Wange hinhält, und tue dies selbst auch nicht. Und wenn mir in so einer Situation ein schlagfertiger Spruch zur Gegenwehr einfällt, dann hab ich da keinerlei moralische Skrupel. Ich lass mich auch mit einem, der mich auf der Straße anpöbelt, nicht auf Diskussionen darüber ein, wie ich sein Verhalten empfinde. Dagegen zu halten kann hier durchaus wirksam sein und den Angreifer mundtot machen - und darauf kommt es in solchen Fällen doch in erster Linie an.

Elwyn
10.08.2006, 17:27
Ich hab zu dem Thema mal ein wirklich gutes Buch gelesen:

Barbara Berckhan
So bin ich unverwundbar. Sechs Strategien, souverän mit Ärger und Kritik umzugehen.

Im Buch geht es darum, sich gegen verbale Angriffe zu wehren oder sich davor zu schützen.

Ihre Strategien sind folgende:

1. Die Selbstentwertung beenden
2. Abstand herstellen und sich schützen können
3. Sich von Ärger, Aufregung und Sorgen befreien
4. Mit Kritik selbstsicher fertig werden
5. Die Schlangengrube entgiften
6. Angriffe wirkungslos machen

Also ich fand das Buch sozusagen als "Erste Hilfe" echt gut und habe daraus gelernt.

@Latona

Um Gleiches mit adäquat Gleichem zu vergelten, braucht man wirklich viel Mut. Man setzt sich damit dem anderen leider erneut aus und riskiert erneute Angriffe. In vielen Fällen ist das dann schlimmer als vorher, in manchen hilft es sicher auch.

Mir ist es mittlerweile wichtiger, solche Leute von mir fernzuhalten und mich gar nicht erst auf diese Ebene einzulassen. Und vor allem den Ärger über mich selbst abzustellen, dass ich mir den Schuh auch noch anziehe. In dem genannten Buch fällt das unter "sich schützen können" und "Grenzen ziehen".

Jeder, der einen deutlich dumm anmacht und stichelt, egal mit welcher Bemerkung, hat selbst ein Problem, das ist für mich die allerwichtigste Erkenntnis überhaupt. Dies abzublocken und sich damit nicht weiter zu belasten ist das Wichtigste.

Therapieren will ich dieses Gegenüber übrigens selbstverständlich auch nicht, soviel zum moralischen Einsatz der Gegenwehr.

Sonderzeicen
10.08.2006, 19:17
Meiner Meinung nach hast du dich auf seine Ebene begeben und stehst in meinen Augen nicht besser da als er, besonders, wenn ich deine Forderung oder Behauptung (nenn es, wie du willst) berücksichtige!


anscheinend ist dir der unterschied zwischen angriff und verteidigung nicht bekannt.

AnnaM
10.08.2006, 20:33
anscheinend ist dir der unterschied zwischen angriff und verteidigung nicht bekannt.

Dir denn? Lass hören!


"Neulich meinte ein reichlich zahnloser, verwahrlost aussehender Typ zu mir in meinem CSD-Outfit: „Je oller, desto doller.“ Ich konterte, dass ER ja gerade was sagen müsse, er hätte ja kaum noch einen Zahn im Mund. Sah reichlich alt aus, der Gute!"

Gegen was musste die gute Latona sich denn da so vehement verteidigen??? Echt, man kann es auch übertreiben!

Gruß
Anne

Latona
11.08.2006, 14:01
@ Elwyn


Was Du schreibst, stimmt grundsätzlich. Das Buch kenne ich und finde es auch sehr gut. Ich würde auch nicht grundsätzlich in jeder Situation frontal dagegen halten. Aber in dem Falle hat es gepaßt, und das Risiko war minimal. Jede von uns läuft mal Gefahr, von unbekannten Typen auf der Straße angepöbelt zu werden. Wenn ich den Kerl als ungefährlich für mich einstufe, sehe ich nicht ein, wieso ich das ignorieren und nicht kontern sollte. Machen Kolleg/inn/en oder Verwandte eine dumme Bemerkung, muss ich schon anders reagieren. Da ist ein eleganterer Konter sicher angebrachter.

Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass die Leute einen viel mehr in Ruhe lassen, wenn sie merken, dass man sich durch Pöbeleien und Sticheleien nicht aus der Fassung bringen läßt. Genau das ist ja das Ziel des Stichlers: Er will, dass Du Dich hilflos fühlst. Merkt er, das klappt bei Dir nicht, sucht er sich ein anderes Opfer. Am besten wäre es natürlich, alle könnten sich gut wehren, dann würde er keine Opfer mehr finden.



@ AnnaM

Wenn Du nicht checkst, dass dieser Typ mich definitiv dumm angepöbelt hat, dann ist Dir nicht zu helfen. Und ich entscheide selbst, was eine für mich angemessene Reaktion auf dumme Pöbeleien ist. Ich denke, eine weitere Diskussion über diesen Vorfall ist sinnlos.

AnnaM
11.08.2006, 16:38
Wenn du meinst, dumm zurückzupöbeln ist eine angemessene Reaktion, bitte sehr!
Übrigens sehe ich es nicht als eine Diskussion über diesen Vorfall, sondern eher als eine Diskussion über angemessenes Verhalten den lieben und nicht so lieben Mitmenschen gegenüber!

Gruß
Anne

DeLaSalle
11.08.2006, 21:31
Hallo Elwyn,

das Buch hört sich spannendn an, guter Tipp!

Will jetzt auch kurz meinen "Senf" dazugeben.

Ich persönlich mache die Reaktion auf solche Unverschämtheiten von meiner persönlichen Beziehung zu der Person abhängig.

Bei Fremden oder nicht näher Bekannten Leuten drücke ich je nach Stimmung den "Ignore-Button", weil ich auf diese Art der Kommunikation keinen Wert lege, oder wenn ich aggro bin sage ich etwas wie: "Ich finde es ja schön, dass Sie sich an diesem Gespräch beteiligen möchten, aber Sie müssen noch viel lernen", also eher sachlich-arrogant.
Bei Kollegen und Bekannten würde ich eher die pädagogisch wertvolle Variante benutzen: Kurzer, intensiver Blick direkt in die Augen:"Peter, was fühlst du, wenn du solche Aussagen triffst? Was macht das mit dir? (dann verständnisvoll lächeln, bei Bedarf grinsen, Blickkontakt abbrechen und mit anderen sprechen).
Klappt immer, egal in welchem Umfeld, denn die Reaktion ist immer Verwirrung und Rechtfertigung.

Solche Stinkbombenwerfer sind wirklich ein "pain in the ass".
Manchmal wirkt auch ein:
"Meine Tante ( Oma, Opa, Kollege, etc.) würde in diesem Moment entgegnen, dass er garnicht wusste, dass jemand so viel geistigen Müll absondern kann ( Beleidigungen variabel), ich würde ja sowas nie sagen!

So long DeLaSalle

Inaktiver User
12.08.2006, 10:17
"Neulich meinte ein reichlich zahnloser, verwahrlost aussehender Typ zu mir in meinem CSD-Outfit: „Je oller, desto doller.“ Ich konterte, dass ER ja gerade was sagen müsse, er hätte ja kaum noch einen Zahn im Mund. Sah reichlich alt aus, der Gute!"
--------------

Warum sollte sich Laona nicht verteidigen?
Er hat provoziert und muss mit einer Reaktion rechnen.
Wie diese ausfällt, liegt alleine bei Latona, die ich übrigens recht sachlich fand. Sie hat was Wahres gesagt und nichts Beleidigendes.
Ich hätte evtl anders reagiert, ihm freundlich lächelnd einen Blick in den Spiegel empfohlen.
Aber jeder hat das Recht, sich gegen Aggression zu verteidigen.
---------------

Gegen was musste die gute Latona sich denn da so vehement verteidigen??? Echt, man kann es auch übertreiben!
---------------
Latona hat sich gegen einen älteren, aggressiven Mann verteidigt.
Alt und verwahrlost zu sein gibt einem nicht automatisch das Recht, andere anzugehen.
Übertrieben hätte sie es, wenn sie bitterböse zur Schnecke gemacht hätte.
Ich fand ihre Reaktion angemessen.
Ruby

Palma
12.08.2006, 10:43
Ich sehe es ähnlich wie AnnaM. Latona hat sich mit ihrer Reaktion auf das Niveau des zahnlosen Mannes begeben. Es wundert mich, dass er dann mir dem Pöbeln überhaupt aufgehört hat, denn Latona hat ihn direkt eingeladen, in diesem primitiven Stil weiter zu machen.

Die beste Reaktion wäre gewesen, den Mann gar nicht zu beachten.

Inaktiver User
12.08.2006, 11:30
Ich finde wiederum nicht, daß sie sich auf sein Niveau begeben hat. Das hätte sie, wenn sie gepöbelt hätte oder unsachlich geworden wäre. Sie hat lediglich eine neutrale Tatsache benannt, nämlich daß er wenig Zähne hat. Damit hat sie ihm wirkungsvoll und ohne aus der Rolle zu fallen den Schneid abgekauft.
Viele andere hätten aggressiver und bösartiger reagiert.

Die "beste" Reaktion in so einem Fall: schwer zu sagen.
"Beste" Reaktion für wen?
Jeder Fall, jede Pöbelei ist unterschiedlich - und die "beste" Reaktion ist die, die den Angegriffenen nicht hilflos, entsetzt und wütend zurücklässt, oder? Nicht immer ist ruhig sein und nicht reagieren angesagt.
Ruby

Palma
12.08.2006, 12:08
Jeder Fall, jede Pöbelei ist unterschiedlich - und die "beste" Reaktion ist die, die den Angegriffenen nicht hilflos, entsetzt und wütend zurücklässt, oder?
Nein, die beste Reaktion ist, eine unwürdige Szene möglichst rasch zu beenden.

Asphaltblume
12.08.2006, 12:31
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus - wer mich anpflaumt, muss damit rechnen, dass ich zurückpflaume.

Danach kann man immer noch über Deeskalationsstrategien reden.

Ich lass mir doch nicht alles demütig gefallen. und so wirkt das ja nach außen, nicht etwa überlegen.

Sonderzeicen
13.08.2006, 03:53
eben. seit wann darf man sich nicht mehr wehren, wenn man von einer wildfremden person angepoebelt wird? menschen, die mit ihren kleinen fiesen bemerkungen andere verletzen, verdienen es auch, selber einen auf den deckel zu kriegen. man kann nicht alles widerstandslos ueber sich ergehen lassen.

Inaktiver User
13.08.2006, 07:18
Was hat man davon, wenn man eine fremde Person, die man wohl nie wiedersehen wird, "zurechtweist"? Triumpf? Grenzen aufgezeigt haben? Einen Sieg erringen?

Eine Zurechtweisung zeigt Grenzen auf, steckt Grenzen ab - bis hierher und nicht weiter. Sehe ich fremde Personen aller Voraussicht nach nie wieder, muss ich keine Grenzen abstecken, die ja auf Verhaltensänderung hinwirken sollen - es ist mir schlicht gleichgültig, ob diese Person sich freut ob des vermeintlich verbalen Sieges. Wenn sie dieses Gefühl der Überlegenheit braucht, bitte, nur zu, ich vergebe mir rein gar nichts, wenn ich diesen Glauben nicht zerschmettere mit einer Gegenreaktion. "Beleidigt" mich eine fremde Person, zucke ich innerlich oder auch äußerlich die Schultern und denke / sage "na, wenn Du meinst". Und fertig.

Anders sieht es natürlich aus, wenn man die beleidigende, unhöfliche Person öfter trifft, ggf. sogar im beruflichen Umfeld - da würde ich dann nicht mehr ignorieren, sondern reagieren (vorausgesetzt, ich bekomme die Beleidigung überhaupt mit).

Elwyn
15.08.2006, 12:33
Jede von uns läuft mal Gefahr, von unbekannten Typen auf der Straße angepöbelt zu werden. Wenn ich den Kerl als ungefährlich für mich einstufe, sehe ich nicht ein, wieso ich das ignorieren und nicht kontern sollte.

@Latona,

ich finde solche Pöbeleien durch wildfremde Leute eigentlich noch am harmlosesten.

Deswegen finde ich es auch egal, ob man dem Typ auf der Strasse nun bissig antwortet oder nicht. Selbst wenn man seinem Ärger mal kurz Luft macht, dann hat man das eh nach kurzer Zeit vergessen, begegnet dem Typ nicht unbedingt wieder und geht seiner Wege. Und wenn man die Klappe hält, und sich sein Teil denkt, ebenso.



Machen Kolleg/inn/en oder Verwandte eine dumme Bemerkung, muss ich schon anders reagieren. Da ist ein eleganterer Konter sicher angebrachter.


Ehrlich gesagt, finde ich diese Variante wesentlich anstrengender und schwieriger zu kontern. Mit einer superdeutlichen Bemerkung hat man womöglich einen Feind fürs Leben, dem man auch noch täglich begegnet. Sagt man gar nichts, dann ist man der Depp, der alles einsteckt. Und riskiert, dass sich die Leute immer wieder an einem abreagieren.

An dem "Typ auf der Strasse" würde ich die Diskussion gar nicht so gross aufhängen - problematischer sind die anderen...

Inaktiver User
31.10.2007, 22:08
[quote=Kalliope06]Hallo Leute


Beispiel: meine Schwester sitzt mit ihrer (zickigen) Schwägerin und einer Bekannten (28, ledig) am Tisch. Die Schwägerin (28, vier Kinder, verheiratet) in die Runde: "Die Schicksale gehen schon auseinander... ich bin 28 und habe schon vier Kinder. Dann gibt es Frauen, die gleich alt sind und noch nicht mal einen Mann haben"... ´

Die Bekannte hätte einfach fragen sollen;"Meinst Du mich damit?"

Noch eines: die Bekannte meines Freundes, die mich nicht sonderlich mag, hat meinen Freund gefragt, wie alt ich sei. Er hat es ihr gesagt und sie meinte (sie ist 12 Jahre jünger als ich) "für ihr Alter sieht sie aber noch gut aus"...
Mein Freund meint, dies sei ein Kompliment, aber ich sehe dies ganz anders...

Das sehe ich auch als Kompliment, wenn Du nicht gerade mit ihr im Clinch liegst.

Aber Du hasr recht. Die besten Antworten fallen einem immer erst hinterher ein.

Nimms locker
flotteoma :zwinker:

Inaktiver User
01.11.2007, 12:45
Menschen die mich angreifen sind mir egal. Ich konzentriere mich lieber auf meine netten und freundlichen Mitmenschen. Als wirkungsvoll hat sich erwiesen einfach ein Wort, möglichst ohne Zusammenhang zu sagen, dabei zu lächeln und dann weiter zu gehen oder sich abzuwenden. Oft sage ich einfach lachend Blumentopf. Die verstörten Gesichter sind herrlich. Für härter Fälle ist auch immer wieder schön das Wort Arschloch in einen vorgespielten Nieser zu verpacken. Das erfordert allerdings Übung damit es nicht offensichtlich ist. Es muss wirklich an der Grenze der Verständlichkeit sein aber doch wahrnehmbar. Ist aber wirklich nur für die harten Fälle.

Inaktiver User
01.11.2007, 13:35
Auch gern genommen: Die (in scheinbar begeistert-anteilsvollem Tom) geäusserte Frage "Hast du abgenommen?" oder "Was hast du gegen Deine Akne/Orangenhaut etc unternommen? Sieht super aus".


Auf solcherlei sage ich immer mit strahlendem Lächeln: "Ja, ne. Finde ich auch, sieht richtig gut aus." :freches grinsen:

Dani
09.11.2007, 10:23
Wenn man jemanden vor sich hat, der einen bewusst verletzt durch Sticheln, dann weiß ich, dass dieser Mensch ein Problem mit sich selbst hat.

Ich frage dann ganz offen nach: "Geht es Dir selbs nicht gut? Warum versuchst Du mich zu verletzen? Was ist mit dir los?"

claudya22
27.12.2007, 20:43
Eine Kollegin von mir nervt mich auch manchmal. Wir sind beide etwas übergewichtig (ich bisschen mehr als sie) und immer öfter spielt sie auf das Gewicht an. Und zwar wenn wir über Aussehen diskutieren und ich z.b. sage:"Mir sagen viele dass ich älter aussehe als ich in Wirklichkeit bin, für mich ist das jedoch keine Beleidigung" Daraufhin sie:"Ja nicht böse sein Claudia, aber du siehst halt auch älter aus wegen deinem Gewicht..." Und schwupps schon macht sie mich innerlich sauer... Alles mögliche schiebt die gute immer aufs Gewicht ab. Sie selbst hat auch einige Kilos zuviel, denkt jedoch sie sei besser weil sie 20 kg abgenommen hat (Sie wog noch vor 2 Jahren einiges mehr als ich und und jetzt ist sie ca 5 kg leichter als ich), und das zeigt sie deutlich. Jedenfalls empfinde ich es so.
Sonst ist sie nett, man kann gut mit ihr reden und ich mag sie auch, aber diese ewigen Anspielungen aufs Gewicht... Ich kannte echt noch niemand der so ist wie sie.
Das nervt öfters, ich bin in so Situationen auch nicht schlagfertig, im Gegenteil ich fühl mich oft betroffen.

Inaktiver User
31.12.2007, 01:47
Mir ist auch mal ein Spruch unter gekommen, den ich bis heute nicht vergessen habe. Und zwar von einem Bekannten vom Bekannten, der sich für meine Angelegenheiten eigentlich überhaupt nicht zu interessieren hatte, vor allem war das die erste und letzte Unterhaltung mit dem überhaupt, verstehe bis heute nicht, was er davon hatte. Da er aber gerade seine Frau geheiratet hat und mächtig stolz eine abgekriegt zu haben (er sieht nicht so dolle aus und hat sich eine Osteuropäerin genommen) meinte er mich wohl verbal herausfordern zu müssen. Er sagte zu mir: Und, hast du immer noch keinen Ehemann abgekriegt?
Da war ich ca. 25 Jahre alt.
Ich habe folgendes sehr spontan geantwortet: Nein, ist ja auch recht schwierig gleich die Kontoauszüge zu Gesicht zu bekommen.
Seine Osteuropäerin lachte fast schon männerhassend und genug tuend, an seine Geldbörse denkend, hatte ich jedenfalls stark den Eindruck.

Dieser Typ hat mich schon irgendwie verletzt, weil ich weiß, dass er so ein Typ ist, der eine Frau nur ernst nimmt, wenn sie verheiratet ist. Ja, solche gibt`s noch. War aber zum Glück nur ein Bekannter vom Bekannten und ich habe mit diesem Typen rein gar nichts zu tun.