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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Kind



Pemaus
15.03.2004, 16:54
Hallo,
ich bin seit einiger Zeit hier MItglied und möchte mich auch mal melden, da ich sonst auch meist nur gelesen habe.
Ich bin 42 Jahre alt und habe im Jan. 2003 meine älteste Tochter Claudia durch einen Verkehrsunfall verloren. Ich habe noch 2 kleinere Kinder, Daniel 17 und Ann-Kristin9. Unser Leben ist seither nicht mehr wie es einmal war und besteht Tag für Tag aus Schmerz und Trauer. Sie kam auf dem weg zur Berufschule um und saß hinten im Auto. Fahrerin und Beifahrerin ist nichts passiert. Man fragt sich warum, stets und ständig und man weiss es gibt keine Antwort, nie, jedenfalls nicht in diesem Leben. Ich finde es schön das es hier in diesem Forum auch eine Seite für die Trauer gibt. Das Thema trauern wird im Leben sehr viel totgeschwiegen. Die Menschen möchten davon nicht wissen und haben angst. Aber es kann jeden treffen und das versuchen die meisten zu verdrängen. Bei uns ist es jetzt schon über ein Jahr her (meinen so langsam die ersten), jetzt ist aber gut, ihr müßt jetzt wieder leben (meinen sie), aber leben ? wie leben? Dabei frist der schmerz, die Sehnsucht , die Trauer uns auf, ja wir leben, wir leben für unsere 2 anderen Kinder, ja wir wissen das, aber ist das leben??? Wenn ich zu hause bin laufe ich ruhelos durch Haus, auf der Suche?, auf der Suche nach was? Claudia??? kommt nicht mehr, ist klar, aber????? also fahre ich weg, zu Freunden (wir sind in der glücklichen Lage einige Freunde zu haben die zu uns stehen und uns verstehen) oder einkaufen oder so, hauptsache weg, arbeiten ist auch schlimm, ich arbeite im med. Bereich und schreibe Unfallberichte und Psychoprotokolle von Fremden Menschen, die Glück gehabt hatten, sie leben noch oder sie sorgen sich um Sachen über die ich am liebsten nur lachen würde.
Warum? Wieso? Weshalb?
Petra mit Claudia im Herzen /community/foren/images/graemlins/confused.gif

Girly
16.03.2004, 10:00
Hallo Petra,

sein Kind zu verlieren ist wohl das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. In gewissem Sinne hast Du damit auch ein Stück Zukunft verloren. Es gibt keine Worte, die Deine Gefühle beschreiben könnten und auch keine, die Dir wirklich helfen. Und schon gar nicht gibt es eine Zeit, nach der der Schmerz vorbei ist. Aber irgendwie lernst Du, damit zu leben und irgendwann wird auch Dein Lachen wieder zurück kommen. Claudia wird immer einen Platz in Deinem Herzen, in Deinen Gedanken und in Deinem ganzen Leben haben, aber irgendwann wirst Du Dich mehr an die glücklichen Jahre mit ihr erinnern und froh sein, sie bei Dir gehabt zu haben.
Mein Vater hat vor 5 Monaten seinen Bruder verloren, viel zu früh. Sie waren fast ihr ganzes Leben zusammen, haben jeden Tag Seite an Seite gearbeitet. Er hat ihn geliebt und mit seinem Bruder ist auch ein Stück von meinem Vater gestorben. Klar geht das Leben weiter, aber es wird nie wieder so sein wie davor. Lass Dich nicht unter Druck setzen, für Trauer und Schmerz gibt es keine Zeit und wer das nicht versteht, der ist auch kein Freund.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Dich, Deinen Partner und Eure anderen Kinder.

LG Girly

Floh29
16.03.2004, 12:32
Hallo Pemaus ...

Erinnerungen sind kleine Sterne,
die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.

Erzähl uns doch ein wenig von deiner Tochter - was war sie für ein Mensch?

Lass ein paar Sterne leuchten!
Liebe Grüße
Floh

Pemaus
16.03.2004, 16:51
Hallo Floh,
ja wer war Claudia??? Sie war 19 als sie starb. Sie war eine wunderbare junge Frau, sie war mein Kind ja, aber sie war in den letzten Jahren mir auch eine ganz liebe Freundin geworden. Sie war hübsch, hatte den ganzen Kopf voller Locken, hat Star Trek, Buffy und KIno ganz fürchterlich geliebt. Sie war in der vorletzten Woche in der Berufschule. Dann wäre nur noch die Prüfung gekommen. Am Tag vor ihrem Tod hat sie noch überlegt was sie nach der Prüfung machen wollte. Ihr Arbeitgeber wollte sie übernehmen aber sie hat überlegt ob sie nicht lieber das Abitur nachholen und studieren wollte. Sie hatte so ein klasse Zeugnis. Sie hat es gespürt denke ich im Nachhinein. Sie wollte nicht mehr zur Berufschule und sie wollte auch irgendwie nicht mit dem Mädchen mitfahren das gefahren ist, aber da hat wohl ich Vernunft gegen ihr Gefühl gewonnen. Und die Vernunft hat sie in eine andere Welt gebracht. Sie war immer so vernünftig. Wir waren so stolz auf sie, sie war so ein Klasse kind. Viele Eltern würden sich so ein KInd wünschen. Sie mußte jeden Tag 70 km hin und zurück zur Arbeit und ist seit über einem Jahr diese Strecke gefahren und hatte nicht die kleinste Beule in ihr heißgeliebtes Auto gemacht. Sie war aber auch eine sehr eigenwillige junge Frau und wußte ziemlich genau was sie wollte. Sie hat auch mit mir und besonders ihrem Papa ganz heiße Diskusionen geführt. Das wir wußten ja das gehört zum Erwachsenwerden. Das war kein Problem für uns. Für mich gibt es so viele warums und keine Antwort! Warum??????

Petra mit Claudia im Herzen

Floh29
16.03.2004, 23:03
Deine Tochter scheint ein sehr Lebenslustiger und lieber Mensch gewesen zu sein und das macht die Frage nach dem 'Warum' natürlich um so schlimmer und so quälender.
Die Frage wird dir aber niemand beantworten können und deine Familie und du noch viel weniger!
Mir sagte mal eine Mutter die ihr Kind verloren hatten; 'man lebt nicht mehr, man funktioniert nur noch!'
Sie hat heute ein 5 jährigen Sohn und lebt wieder mit ihren Erinnerungen und für das Kind!

Nimm dir die Zeit und schaue hier ab und an mal wieder vorbei, erzähle etwas von deiner Tochter oder schreibe wie manche Menschen hier, eine Art Tagebuch an deine Tochter.
Und dann versuche aus dem funktionieren wieder ein Leben zu werden- du hast alle Zeit dazu und du hast deine Familie!

Ich wünsche dir alles Liebe und viel Kraft
Liebe Grüße *umarm*
Floh

Inaktiver User
20.03.2004, 17:33
Hallo Pemaus,

ich wünsche Dir und Deiner Familie von ganzem Herzen
viel, viel Kraft.

LG, Jill

Pemaus
21.03.2004, 17:31
Tja heut war wieder so ein tag. Wir waren mit unserer Kleinen zu einem Frühlingsfest ihres Reitstalles. Es waren nicht so viele Menschen da die uns gekannt haben und die paar die wußten von Claudia. Aber dann ist meinem Mann eine ehemalige Kollegin begegnet. Sie setzte sich zu uns zum Kaffetrinken. Wir sprachen so über dies und das. Und dann kam die Frage! Und eure anderen 2? Die sind doch schon groß. Wie alt ist euer Sohn? und eure Tochter? Ja was sagt man da? Das eigene Kind verleugnen? Ich habs ihr dann gesagt! Aber???? Das tut immer so weh!! Sie konnte es ja nicht wissen! Aber!!!! Es tut trotzdem so weh!
Ist eben alles M..............!!!!!
Petra

Eleni
01.04.2004, 12:59
Petra,
ich kann leider nur zu gut nachvollziehen, wie es Dir geht mit diesen Dingen. Ich habe vor mittlerweile drei und halb Jahren meinen Bruder verloren, er war 30 und ist im Urlaub ermordet worden.
Noch heute ist es schwierig fuer mich, jedes Mal wenn ich gefragt werde, ich kann ihn doch nicht verleugnen, er ist ein wichtiger Teil von mir, und jedes Mal reagieren die Leute schockiert, ueberfordert, ich fühle mich wie ein Fremdkoerper, habe Angst zu erzaehlen und die Unsicherheit der Umgebung zu erleben, und kann nicht nichts erzaehlen, weil er doch wichtig ist.
Wie viel schlimmer muss das sein, wenn das eigene Kind, das auch noch zu Hause gelebt hat, zu verlieren.

Ich kann auch verstehen, dass die Leute glauben, jetzt koennte ja so langsam alles wieder normal sein. Es wird nie wieder sein wie vorher. Und das ist ja irgendwie auch gut. Aber irgendwann wird es normaler, irgendwann kann man wieder mal lachen, ohne den Traenen nahe zu sein, weil ja auch lachen eine Aufgabe der Selbstbescherrschung ist. Irgendwann gibt es auch wieder Tage, die einfach so halt sind, und nicht nur die die gut sind, weil es etwas erfreuliches gibt, und alle anderen schlecht und schwierig, weil ja alles weiter gehen muss.
Und, Leute sind gedankenlos, weil sie sich nicht vorstellen koennen, wie das ist, oder weil sie neugierig sind, oder... Man kann auch mal einfach weggehen..

Wir haben immer (meine Mutter und ich, mein Vater war ganz kurz vorher gestorben) versucht, uns gut zu tun. Wir sind auch egostischer geworden, nicht zu tun, das erwartet wird, nur das was einem selber und seinen Lieben gut tut.
Ich wuensche Dir ganz viel Kraft und Mut, auch zu diesen Gefühlen zu stehen. So schwierig das ist.

Immer noch und wieder traurig, Eleni

Monikamoon
03.04.2004, 21:46
Liebe Petra!
Ich bin auch Mutter und mußte weinen als ich deine Zeilen las.
Eine befreundete Familie hat vor einem Jahr ihren 19 jährigen Sohn verloren. Was den Eltern und Geschwistern wirklich hilft, ist daß sie viel von diesem Jungen reden. Es sind meistens ganz banale Dinge wie z.B.: Das hat Martin auch immer gerne gegessen. Oder dieser Film hätte ihm auch gut gefallen......
Manchmal gelingt es ihnen auch wieder zu lachen.
Denn so lange sie sich an ihn erinnern ist er lebendig.
Sie wissen auch, daß es sein Wille ist, daß sie lernen wieder zu leben.
Sei dir sicher liebe Petra, auch eure Claudia möchte, daß es euch gut geht und auch wieder glücklich seid.
Wenn ich darf umarme ich dich Monika

Inaktiver User
04.04.2004, 15:31
liebe Pemaus...

ich weiss nicht ob du die Seite www.verwaiste-eltern.de (http://www.verwaiste-eltern.de) kennst, aber falls nicht kann ich sie dir nur empfehlen.
es ist vieles einfacher wenn man weiss wieviele menschen das Schicksal teilen, und verstehen können was du fühlst, weil sie es selber durchgemacht haben.
ich schicke dir noch eine PN mit einer anderen Adresse.
Fühl dich gedrückt
Sunny

www.trauer-um-florian.de (http://www.trauer-um-florian.de)

Pemaus
09.04.2004, 00:29
Ich sitze hier, es ist schon spät. Ich bin gerade nach hause gekommen. Ich war aus, ich war im normalen Leben, wie es andere so kennen. Aber was ist das normale Leben? Es gibt es nicht mehr. Man fühlt sich wie ein Wanderer zwischen den Welten. Man darf nicht in die Eine und in die Andere gehört man auch nicht mehr. Ich stelle voll schrecken fest das ich anfange die anderen Menschen zu meiden, das ich nicht mehr viel mit den Menschen anfangen kann, das mir alles mehr und mehr egal wird. Das war lange Zeit nicht so, es war mir wichtig nicht so zu werden, ich habe hart gearbeit und gekämpft nicht so zu werden. Aber ich glaube ich gebe auf, ich kann nicht mehr.
Petra mit Claudia im Herzen

Inaktiver User
09.04.2004, 11:57
Liebe Pemaus !

Ich kenne das Stadium, in dem du dich gerade befindest. /community/foren/images/graemlins/frown.gif
Das ging bei mir so weit, dass ich für kurze Zeit überhaupt keine Gefühle mehr hatte , nicht mal für meinen lebenden Sohn, auch nicht für meinen Mann oder gar für mich selber.

Da war nichts mehr.

Ich war so "tot" wie nicht mal ein Stein ist, der hatte mehr Leben in sich als ich.

Darf ich dir aus meiner eigenen Erfahrung raten, was nun zu tun ist?
Du wirst überrascht sein, ich sage dir nämlich:

Lass es zu.

Du kannst dich eh nicht dagegen wehren, weil da keine Kraft und Freude mehr in dir ist zur Zeit.

ABER:
Vertraue darauf - mit Sicherheit!- du wirst aufgefangen werden, wenn du ganz untenuntenunten angekommen bist, dann wartet da auf deine trauernde Seele die Hand deines Engels, die dich auffängt, dir voller Liebe und Mitgefühl neues Leben schenkt .

Das ist es, was ich erlebt habe. Warum sollte es bei dir anders sein?

Du kannst wirklich darauf vertrauen, dass es wieder besser wird. Wie lang es dauern mag, ist nicht vorherzusagen.
Ich rufe dir zu:
Halte durch!
Warte auf den "Aufgang der Sonne", denn das ist Naturgesetz

Auf die Nacht folgt der Tag.


In Liebe und Mitgefühl
von Mutter zu Mutter



Mira

Pemaus
09.04.2004, 13:17
Liebe Mira,

DANKE


Petra mit Claudia im Herzen

Pemaus
21.04.2004, 15:12
Ich lese gerade wieder die Antwort von Mira! Halte durch!!!! schreibt sie. Ich geb mir MÜhe aber ich glaub ich bin immer noch nicht ganz unten. Wie weit runter kann es noch gehen?
Petra mit Claudia im sehnsüchtig weinenden Herzen

Inaktiver User
24.04.2004, 09:01
Liebe Peamaus,

lass dich mal fest in den Arm nehmen! Ich habe zwar zwei Söhne, um die ich täglich bange wenn sie im Strassenverkehr unterwegs sind, aber ich habe kein Kind verloren, kann deshalb deinen Schmerz und deine Trauer auch nicht annähernd nachempfinden. Ich wünsche dir nur viel Kraft und viel Mut weiterzumachen. Denke vor allem an deine beiden anderen Kinder, die dich auch noch sehr brauchen und die der Unterstützung ihrer Mama in ihrer eigenen Trauer sehr bedürfen. MIRA MAUREEN hat dich ja sicher als selbst Betroffene sehr unterstützt mit ihren Worten. Und ich kann dem eigentlich nichts hinzusetzen, außer ein Gedicht, das ich gerade "zufällig" fand:

Vertrauen

In der Zeit der Einsamkeit
In einer Welt der Dunkelheit
Halte dich an mein Licht
Folge mir und zweifle nicht
Ich werde dir helfen und dich geleiten
Auf deiner Reise in die Weiten
In ein neues Leben
Und dir Hoffnung geben
Mit der Kraft die in dem Lichte liegt
Werden die Zweifel besiegt
So lasse mich dir eines sagen
Und dich fragen
Glaubst du an mich?
Und ich bitte dich
Die Hoffnung nicht aufzugeben
Und die Wärme in deinem Herzen aufzuheben


by Drakon

Und noch ein Gedicht, das dir vielleicht verhilft Geduld zu haben (auch mit dir selbst)

Wenn es so ist,
daß der Tag in die Nacht fällt,
dann muss es einen Brunnen geben,
der das Helle birgt.
Es bleibt,
sich an den Rand des dunklen Wassers zu setzen
und gefallenes Licht zu fischen
mit Geduld.

Paplo Neruda

Ich wünsche dir, das das

>>Licht<< (http://www.advaitaweb.nl/images/licht.jpg)

bald wieder die schwarzen Wolken durchdringt!

Von Herzen
savita

Inaktiver User
24.04.2004, 09:31
Liebe Pemaus!
Ergänzend möchte ich noch sagen:

Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand

Du wirst also nicht unendlich stürzen, sondern du wirst gehalten!

Ich habe im Rahmen der Krankheit und der Trauer viele spirituelle Erfahrungen gemacht. Daher kann ich dir mit wahrhaftigem Herzen sagen, "dass alles in Gottes Ordnung geschieht".
Es hat wirklich Sinn.
Aber JETZT, wo du noch in so tiefem Schmerz bist, wirst du aufschreien und sagen: Was kann das für einen Sinn haben, das mein innig geliebtes Kind von mir genommen wurde?
Dieser Gedanke ist nur dann erträglich, wenn man bereit ist zu sehen, dass dieses Leben, das wir jetzt führen, nur eines unter vielen anderen ist.
Wir kommen auf diese Erde in dieser Gestalt, damit wir lernen, Erfahrungen machen, alles menschenmögliche
durchleben und auch durchleiden - es dient der Entwicklung (der Evolution) des gesamten Universums.

Behalte das "im Hinterkopf", möchte ich dir empfehlen. Wenn du magst, gebe ich dir Links oder Texte oder Buchtipps.
Mir selber hat das alles sehr geholfen. Ohne dieses Wissen (und auch ohne diese Erfahrungen im eigenen Geist - im Tages- u. Traumbewußtsein-) hätte ich den Verlust meines Kindes bestimmt nicht geistig-seelisch überlebt.
Meine Seele war genauso verletzt und verzweifelt wie deine, denke ich.
Aber ich genese, und <font color="green"> DU, liebe Pemaus, wirst sicher auch genesen. [/COLOR]
Es braucht Zeit.

Und es braucht auch Mut , sich gegen den Zeitgeist um ein Gottesverständnis zu bemühen. Die "Institution Kirche" ist da leider keine Hilfe. Deren Gottesbild ist nicht meines.

Ich hoffe, ich überfordere dich jetzt nicht.
Aber ich wollte dir keinen Strohhalm bieten, sondern ein starkes Seil, woran du dich wieder emporhangeln kannst.

liebevolle Grüße von Mutterherz zu Mutterherz

Mira

Pemaus
24.04.2004, 11:06
Liebe Mira,

im Großen und Ganzen sehe ich es ähnlcich wie du. Haben wir es eigendlich auch gleich nach Claudias Tod gesehen. Hier auf der Erde führen wir nur eines unserer Leben, das sehe ich genau so. Wo sollte sonst der Sinn sein. Nur im schmerz hilft dieser Gedanke halt noch nicht so viel. Wie du auch sagst, das braucht seine Zeit. Mein Mann sah das von Anfang an auch so, aber er ist ein Mann, er hat das so in seine Schublade geschoben und damit ist das für ihn klar, ich als Frau bin da eher am Suchen und hoffe zu finden. Ich habe auch schon einige Erfahrungen in dieser Richtung selbst gemacht und von anderen erzählt bekommen. Ich weiß sie ist da, jedenfalls ab und zu, sie ist nur auf der anderen Seite des Vorhanges und ich muß sie irgendwann gehen lassen, damit sie weiter kann, in das nächste Leben.
Liebe Mira ich wäre dir für Buchempfehlungen und Links sehr dankbar.
Das mit der Kirche sehe ich auch so ähnlich wie du. Ich glaube, ja aber die Kirche wie wir sie kennen kann mir da nicht weiter helfen. Ich weiß sie ist bei Gott, aber trotzdem habe ich auch Wut auf Gott, was ja sicher verständlich ist. Noch fehlt mit etwas das Verständnis für seinen großen Plan (oder wie auch immer man das nennen mag.
Ganz ganz liebe Grüße
Petra mit Claudia ganz fest im Herzen

Pemaus
24.04.2004, 11:08
Liebe Savita,
danke für deine wunderschönen Gedichte, und auch ganz vielen Dank für deine guten Wünsche und gedanken. Geniess deine Kinder, geniess sie jeden Tag den sie bei der sein dürfen.
Ich wünsche euch eine lange glückliche Zeit miteinander.
Petra mit Claudia im Herzen

Inaktiver User
24.04.2004, 14:54
Liebe Pemaus-Petra,
oh, an diese WUT kann ich mich bestens erinnern. Ich war sehr, sehr wütend und fragte Gott, was er uns denn NOCH ALLES zumuten will!?
Ich bekam natürlich keine Antwort.
Ich denke, "er" wußte genau, wie weit er gehen konnte, uns zu belasten, um uns unsere wahre Stärke zu zeigen und ich sehe es auch als Prüfung für mich selber, wie gefestigt mein Glaube ist und wie wahrhaftig ich selber bin/sein kann...
Ich habe viel gelernt durch diese Leidenszeit, mehr als durch Zeiten der Freude. Und wo viel Licht ist, ist eben auch viel Schatten, denn beides gehört unzertrennlich zusammen.

An Büchern kann ich dir empfehlen: Paul Meek (Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt) und James van Praagh, vielleicht auch E. Kübler Ross, und auch das "Totenbuch" von White Eagle.
Als Link hätte ich für dich
http://jenseitsmedium.de
Da gibt es ein Forum, auch mit einer Ecke für trauernde Eltern, allerdings ist das noch neu und es wurde erst einmal genutzt.
Die -gechannelten-Texte dort sind gut, finde ich. Mir haben sie sehr weitergeholfen. Ich hatte früher immer "meine Probleme" mit gechannelten Texten, hielt sie für unglaubwürdig, da die meisten Channeltexte in den esoterischen Foren schlichtweg Geschwätz sind.
Aber die Texte von Elia (aus o.g Jenseitsforum) sind sehr aktuell und seriös und intelligent und herzlich, sehr menschlich.
Auch White Eagle ist für mich gut verständlich, aber da ist die Ausdruckweise etwas altmodischer, eben der damaligen Zeit angepaßt.

Dann gibt es noch Bücher von Stolp/van den Brink.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein.
Doch! Noch eins: das von Bettie J. Eadie (Licht am Ende des Lebens)

Ich denke, wenn du erstmal angefangen hast zu lesen und zu suchen, dann fällt dir "von alleine" noch so einiges in den Schoß.

Übrigens ist es bei uns in der Ehe auch so, dass ich die "Suchende und Fragende" bin und mein Mann lebt einfach damit und spricht nicht darüber.
Aber ich muss darüber sprechen , anders habe ich es nicht verarbeiten/verkraften können.
Menschen sind eben auch in der Trauer verschieden.

Ich brauche nicht mehr so viel Trost und Halt wie noch vor einem Jahr oder einem halben.
Mit der Zeit wird man wirklich stabiler und der Schmerz erträglicher. Das sind so "Wellen", rauf und runter und die ruhigen Phasen dazwischen werden länger.


Mira :Smirksmile:

Pemaus
07.06.2004, 09:00
Hallo,
morgen macht Claudias Bruder den Führerschein und am 1.7. wird er 18. Sagt mir wie soll ich das überstehen. Er will erwachsen sein, das ist klar. Er sagt mir nicht mehr wann er wegfährt, wohin er will, wann er wiederkommt??????? Wie kann ich lernen mit dieser Angst umzugehen. Ich habe seit 3 Wochen ungefüähr richtiggehende depressive Schübe. Ist auch klar, bei dem was da kommt. Vorletztes Wochenende sind hier wieder 2 junge Menschen gestorben. Beifahrer, 15 und 18 Jahre alt. Der Fahrer war 18 und hatte 2,5 Promille. Ich frage mich oft was würdest du tun wenn??? Ja was würde ich tun??? Noch einmal packe ich das nicht. Man soll alles positiv sehen ist schon klar, aber das ist nicht soooo einfach. Claudia ist soooooo fern. Sie fehlt mir so. Der Schmerz wird langsam leiser. Er ist oft zu unterdrücken und ist nicht mehr sooo brennend, aber die Sehnsucht und die Frage nach dem eigenen Leben wird immer größer.
Petra mit Claudia im Herzen und Daniel und Ann-Kristin neben sich

Pemaus
28.03.2005, 22:02
Vor ungefähr einem Jahr habe ich das erste Mal hier geschrieben. Über Claudia und über meinen Schmerz. Jetzt ist sie schon über 2 Jahre nicht mehr bei uns.
Ich habe immer die Hffnung gesucht das es irgendwan wieder besser wird. Doch mittlerweile ist mir diese Hoffnung abhanden gekommen. Ich denke manchhmal es wird einfach schlimmer. Je mehr bewußtwird das sie wirklich nicht mehr bei uns ist, um so mehr wird alles hoffnungslos. Ich habe keine Kraft mehr, ich kann und mag einfach nicht mehr stark sein. Wofür denn. Das wort wofür hat das wort warum abgelöst und macht alles nur noch viel hoffnungsloser. Wofür strample ich mich ab?? Meinen anderen Kindern, mir oder meinem Mann kann auch jederzeit etwas passieren, es macht bumm und weg ist der nächste. Wofür lebe ich. Ich kann da keinen Sinn mehr darin sehen. Was ist der Sinn meines Lebens. Ich merke wire ich mit der Zeit immer weniger mit anderen menschen, mit nichtbetroffenen umgehen kann. Das ist alles so unwichtig. Es interssiert mich einfach nicht wirklich, ich komme mir vor als würde ich neben mir stehen. Ich habe in diesen 2 Jahren nie medikamente genommen oder versucht meinen Schmerz anderweitig zu betäuben, aber mittlerweile würde ich am liebsten irgend etwas einnehmen nur damit ich nicht mehr denken muß, ich kann einfach nicht mehr. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. :heul:
Petra mt Claudia ganz fest im Herzen.

Inaktiver User
29.03.2005, 08:27
Liebe Petra,
deine Worte haben mich sehr berührt.
Bei mir war das 2. Jahr auch das schlimmste; ich habe Gefühle durchlebt, von denen ich vorher nicht wußte, dass es sie gibt.
Auch dieses "Getrennt-Sein" von denen, die nicht auch so einen Verlust erlitten haben, bzw. nicht in derselben Trauerphase sind, auch dieses kann ich dir nachempfinden.

Daher kann ich dir nur sagen: halte durch!
Das Leben wird wieder lebenswert, Schrittchen für Schrittchen.

Magst du vielleicht zu einer Trauertherapeutin gehen, eine die sich auf Traumatherapie spezialisiert hat? Ich selber mache seit 1 Jahr so eine Therapie, und das hat mir geholfen mit dem Schmerz zu leben , wohlgemerkt: mit ihm leben, ihm einen festen Platz im Leben zuzuweisen und nicht ihn "wegzumachen", das geht nicht.
Der Schmerz über den Verlust muß ins das Seelenleben integriert werden, Teil von uns selbst werden. Der Mensch ist der Meister, der Schmerz der Begleiter. So muß es sein, nicht anders herum !

Liebe Petra,
das sind jetzt natürlich nur Worte, nur Anregungen. Die allein geben dir nicht deinen Frieden zurück. Es ist einsam - einsame Schwerarbeit - sich den Frieden im Herzen wieder zu erschaffen.

Du darfst diesem Gefühl der universellen Sinnlosigkeit nicht nachgeben !


***Wofür strample ich mich ab?? Meinen anderen Kindern, mir oder meinem Mann kann auch jederzeit etwas passieren, es macht bumm und weg ist der nächste.***

DIESES ist etwas, mit dem ALLE Menschen leben müssen !
Ja, es kann wieder "bumm machen", das ist wahr.
Eines jeden Menschen Leben ist gefährdet, in jeder Sekunde des Lebens. Diese Tatsache verdrängen aber die meisten, denn sich dieses ständig vor Augen zu führen, lähmt die Lebenskraft

Petra, das Geheimnis ist, sich aufrecht hinzustellen, die Schultern zu straffen und zu sagen:

Jetzt erst recht ! Ich will und werde leben und lieben (!), solang das Universum mich und die Meinen leben läßt.

Eben weil das Leben so gefährdet ist, sollte uns die Kostbarkeit (!) jedes Momentes bewußt sein

Du fragst nach dem Sinn des Lebens.

Ich denke, es gibt deren viele!
Der wichtigste Sinn ist, das Leben zu er-leben, auszuschöpfen in seinen Höhen und Tiefen, wir können das eine nicht ohne das andere haben. Kein Licht ohne Dunkelheit.
Wir leben für uns selbst und für all die anderen, wir Menschen sind ein großes lernendes, sich entfaltendes Netzwerk der Seelen, die nach Wachstum und Erfüllung streben, ein Leben nach dem anderen.

Was ist ein gutes Leben?
Das ist eines, in dem wir lieben, lachen und weinen, arbeiten und ruhen, für einander sorgen und Anteil nehmen. Es ist ein gutes Leben, wenn wir -und jetzt meine ich speziell die, die ihr Kind verloren haben (oder natürlich auch einen ganz, ganz nahe stehenden Menschen)-

...wenn wir (auch du, liebe Petra!)trotz des Schmerzes immer noch die Schönheit dieser Welt sehen können. Der Regenbogen hat immer noch seine herrlichen Farben, auch wenn unser Kind gestorben ist.
Der Frühling bringt immer noch die schönsten Blumen und den Vogelgesang zurück nach dem kalten Winter.
Und selbst der Winter hat seine Schönheit (silbrig-weiße Schneeflocken! Wer wollte sagen, die seien nicht schön?)

Petra, diese Liste könnte jetzt noch ganz lang werden, selbst ein einfacher tiefer Atemzug gehört auf die Liste. Ich denke aber, du verstehst, was ich sagen will.

Die Liebe und die Schönheit vergehen nicht, niemals! Und unsere Dankbarkeit dafür , die sollte keinesfalls vergehen im Dunkel der Trauer.

Beides existiert nebeneinander.
Trauer und Lebens-Sinn.

Die Frage ist: Was ist deine Wahl???



in tiefer Verbundenheit
grüßt dich

Mira

frangipani
29.03.2005, 11:09
Liebe Mira

das hast Du wirklich sehr schoen ausgedrueckt ... ich sitze hier vor meinem Rechner und schlucke ziemlich ... Trauerarbeit ist so schwer - und auch so wichtig. Die Trauer veraendert sich von Tag zu Tag und jeder trauert anders - das zu erkennen und vor allem zu akzeptieren, das dauert.

Aber ich moechte Dir danken, dass Du es so schoen zusammengefasst hast, warum es sich lohnt, zu leben. Ich moechte diese Saetze an meine Mutter weitergeben, denke, Du bist damit einverstanden. Bei uns ist es erst 6 Monate her, dass mein Bruder starb, es gibt noch sehr viele schwarze Momente, aber Du machst Hoffnung.

Liebe Gruesse und vor allem auch alles Gute an Dich, Petra.

frangipani

Inaktiver User
29.03.2005, 11:58
Aber ich moechte Dir danken, dass Du es so schoen zusammengefasst hast, warum es sich lohnt, zu leben. Ich moechte diese Saetze an meine Mutter weitergeben, denke, Du bist damit einverstanden.

frangipani




Aber sicher, liebe Frangipani, ich bin sehr einverstanden.

Immer, wenn ich hier etwas schreibe, dann ist es gleichzeitig auch für "alle da draußen"

Nichts ist so dunkel, dass es nicht wenigstens etwas aufgehellt werden könnte.
Das Licht der Hoffnung ist eines der mächtigsten.
:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Mira

Pemaus
30.03.2005, 20:25
Danke Mira für deine lieben Worte!
du hast ja mit allem Recht was du schreibst. Aber du weißt ja auch wie das ist, man weiß es ja aber.......
Mehr kann ich heute nicht schreiben, bin einfach nicht in der Lage dazu. Ich melde mich wieder.
LG
Petra

Inaktiver User
18.04.2005, 14:17
Petra, schön, dass du geschrieben hast

nicht aufgeben!

du kommst da durch, ganz bestimmt :blumengabe:

(ich weiß ja, was du fühlst :niedergeschmettert: :heul:)

mir hat in diesen grausamen Zeiten immer mein "Verstand" geholfen - ich konnte zwar nicht fühlen was ich dachte und wußte, aber ich habe mich daran festgeklammert und ich habe es geglaubt , auch und vor allem weil Frauen, die dasselbe durchgemacht hatten, mir hier sagten:
"Auch wenn du es jetzt nicht glauben kannst, es kommt die Zeit, wo du wieder lachen kannst!"

Sie hatten Recht :blumengabe: :kuss: :allesok:



ganz herzliche Grüße von Mira

Pemaus
24.04.2005, 18:10
Hallo Mira,
danke für deine aufbauenden Worte. Ja du hast recht mein Verstand hilft mir da auch immer ein enig weiter. Mein Gefühle sagt nein, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Aber mein Verstand läßt dies nicht zu.Aber ich denke gerade deswegen war ich so sehr amBoden. Ich wollte immer so stark sein und jetzt ging es einfach nicht mehr. Ich denke ich habe mich wieder ein wenig gefangen, auch wenn das Eis auf dem ich mich bewege immer noch wahnsinnig dünn ist. Ich suche immer noch nach meiner inneren Zufriedenheit. Nicht nach Claudia nein, die hat es besser und sie kommt nicht wieder. Nein ich suche nach mir und meinem Leben und hier stellt sich die Frage ob man dabei jemals das Ziel finden wird oder überhaupt kann. Ich reduziere zur Zeit meine Termine und versuche für mich wieder etwas klarer zu sehen. Ich offfe es gelingt mir.
LIebe Grüße
:wangenkuss:Petra

Emily0
16.06.2005, 00:01
Ich bin 42 Jahre alt und habe im Jan. 2003 meine älteste Tochter Claudia durch einen Verkehrsunfall verloren. Ich habe noch 2 kleinere Kinder, Daniel 17 und Ann-Kristin9.



Hallo Petra....

Ich habe den Thread gelesen und kann glaub ich etwas verstehen wie es in eurer Familie aussieht. Meine Schwester ist vor über 10 Jahren gestorben. Ich war damals 15 und ich kann Dich nur bitten nicht den gleichen Fehler zu machen wie meine Eltern damals.
Ich wollte nie über meine schwester reden und meine Eltern haben das damals akzeptiert, heute weiß ich das das falsch war.
Ich hoffe also das Du Deine Trauer mit Daniel und Ann-Kristin teilst und mit Ihnen über alles redest.
Ich kann Dir bei Deiner Trauer nicht helfen und ich kann auch Deinen Schmerz nicht lindern, das kann keiner. Aber ich kann Dich darum bitten, dafür zu sorgen das Deine Kinder in ein paar Jahren besser mit dem Tod ihrer Schwester umgehen können als ich heute.

Emily

Pemaus
05.07.2005, 09:07
LIebe Emily,
ich überlege schon seit ein paar Tagen was ich dir antworten soll. Ich gehe seit fast 2 Jahren regelmäßig zu einer Kinderpsychologin einfach um von ihr Unterstützung zu erhalten wegen Daniel und Ann-Kristin. Ich möchte nicht das sie ein leen lang unter den folgen des Todes von Claudia leiden müssen. Trauern werden sie eh, aber leiden????
Als Eltern hat man eine sehr schwere Aufgabe. Man möchte selbst nicht mehr leben und muß trotzdem für die anderen Kinder das Beste geben ( möchte es ja auch). Dies ist ein Spagat der fast unmöglich ist. Ich denke wir haben diesen Spagt halbwegs geschafft. Wie meine Kinder das sehen werden sie mir wohlin einigen Jahren sagen können. Aber ich befürchte auch dann werden wir kritik einstecken müssen. Aber ich weiß auch das Eltern ehh nie etwas wirklich richtig machen, auch wenn sie kein Kind verlieren. Aus diesem Grund hoffe ich einfach für meine Kinder das Beste zu tun.
LG
Petra

Pemaus
29.07.2005, 14:02
Mein KInd,
es ist mal wieder Sommer, ein Sommer ohne dich, schon der 3. Erika liegt im sterben, sagen sie. sie wird dich wohl bald besuchen kommen. Sag ihr ein liebes Willkommen. Sie bringt dir einen ganz dicken Kuss vonmir mit. Vielleicht magst du sie ja abholen kommen. Sie hat es verdient.
Mir geht es soweit ganz gut. Im großen und ganzen komme ich klar. Es sind natürlich immer wieder Momente da stehen mir die Tränen in den Augen, da ist die Sehnsucht nachdir riesig, unendlich riesig. Aber ich weiß wir sehen uns wieder. Und ich weiß du bist bei mir :kuss:.
Ganz viele Küsse
deine Mama

Pemaus
30.07.2005, 09:58
Erika ist tot!
Wieder ein lieber Mensch mehr bei dir.

Traurige Grüße
Petra

Inaktiver User
09.08.2005, 20:50
Hallo Pemaus.Bin ganz neu hier aber ich muss Dir schreiben.Habe bisher nur gelesen.Kein Mensch niemand kann nachvollziehen wie sich eine Mutter fühlt wen ihr Kind stirbt.Dieses leere Gerede "ja ich weiss wie du dich fühlst" hat mich sauer gemacht. Nein das weiss keiner.Mein Kind ,meine Tochter starb 1993 an einem epileptischen Anfall.Sie war im 6Monat schwanger und 23 Jahre alt.Ich habe noch 2Söhne 29 und 12 Jahre. Meine Tochter war etwas ganz besonderes für mich. Ich habe sie mit 15 bekommen.Heute noch kann ich nicht hinsehen wenn ich Mütter mit ihren Töchtern sehe.Mein kleiner Sohn war 5mon.als meineTochter Bianca an einem Anfall erstickte.Ich habe das gespürt.Unwissentlich.Ich bin und werde nie mehr die gleiche Siggi sein wie vorher.Alles leichte,fröhliche und unbeschwerte ist weg.Ich kann froh sein das ich einen Mann habe der mir immer beisteht.Bianca war nicht seine Tochter.Meine beidenSöhne haben mir auch sehr geholfen über die schwere Zeit hinweg zu kommen die nie vorbei sein wird.Aber ich bin überzeugt das sie mein Schutzengel ist . Ich kann sie im Moment nicht sehen sie hat eine Tür zugemacht.Aber ich bin überzeugt ich sehe sie wieder wenn ich diese Türe aufmache.Also wenn ich sterbe.

Tröstende Grüsse Molly

Emiliana
14.08.2005, 23:21
Liebe Pemaus! Habe mich gerade durch den Thread gelesen und Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ein Kind zu verlieren ist glaube ich das Schrecklichste was einem Menschen passieren kann. Ich wünsche Dir Kraft, gute Freunde und positive Energien aus Deiner Familie um weiterleben zu können. Claudia ist jetzt ein Engel und wird Dich irgendwie begleiten, bis zu dem Tag, an dem Ihr Euch wiederseht. Das werdet Ihr. Ich habe mit mehreren Menschen gesprochen, die todesnahe Erfahrungen gemacht haben und bin seitdem überzeugt das mit dem irdischen Ende nicht alles vorbei ist ( ich bin Medizinerin und somit Naturwiisenschaftlerin und durchaus nicht verrückt ). Drücke Dich fest und wünsche Dir viel Kraft und alles Gute.

Pemaus
13.11.2005, 19:28
Mein KInd,
morgen hast du Geburtstag. Du wirst 22 Jahre alt. Leider nicht hier, nicht hier bei uns.Ich kann blumen auf dein Grab legen, ich kann deine homepage schön machen, ich kan lieb an dich denken, ja das kann ich alles. Aber ich kann nie mehr einen Geburtstag mit dir feiern. Für morgen habe ich deine Lieblingstorte bestellt. Wir zünden Kerzen an und essen von deiner Torte, aber leider ohne dich. Deinen letzten Geburtstag hier bei uns , da warst du auch nicht da, aber ich konnte dich anrufen, ich konnte mit dir reden.
Meine ganze Liebe gehört dir mein KInd.
Petra mit claudia für immer

Inaktiver User
13.11.2005, 20:16
Liebe Pemaus,
Deine Tochter wäre stolz auf Ihre Mutter - die webseite ist wirklich schön und eindrucksvoll geworden. :blumengabe:

Ich schicke Dir einen herzlichen Gruß - Kranich :zauberer:

Inaktiver User
14.12.2005, 21:45
Liebe Pemaus!

Ich wünsche dir zum nahenden Weihnachtsfest und später zum Todestag deines Kindes ganz viel Kraft!
Milena

Cape
15.12.2005, 15:17
Liebe Petra!

Dieser Strang hat mich sehr berührt. Ich habe zwar noch kein eigenes Kind verloren, musste dafür aber im Alter von 14 Jahren mit dem Tod meines älteren Bruders fertig werden (ein Motorradunfall an dem eigentlich niemand richtig schuld war). Ein dickes Lob an die Homepage, diese ist sehr schön geworden.
Allerdings fällt mir etwas auf - du schreibst fast überall nur von Claudia, obwohl du doch noch zwei andere Kinder hast. Dies macht mich (als betroffenes "verwaistes Geschwister") sehr traurig. Sind die beiden es denn nicht wert, dass man von ihnen spricht? Ich weiss, dass du in deiner Trauer festhängst und es sehr schwer ist, an etwas anderes zu denken als an den unmenschlichen Verlust, den du erlitten hast. Nimm meine Worte bitte nicht als Vorwurf, sondern als Denkanreger... Ich habe selbst viele Jahre mit mir alleine klar kommen müssen und das war sehr schwer. Damals gab es auch kaum Selbsthilfegruppen für verwaiste Geschwister - mittlerweile gibt es da mehr. Vielleicht machst du deinen Kindern mal den Vorschlag dorthin zu gehen? Beim Verein für verwaiste Eltern Hamburg gibt es da viele Informationen. Meine Mutter machte nach vielen Jahren dort auch eine "Ausbildung" zur Trauerbegleiterin und leitet nun verschiedene Gruppen - auch für Kinder.

Ich wünsche Dir und deiner ganzen Familie viel Kraft um mit diesem großen Verlust umgehen zu lernen und dass ihr euch gegenseitig eine Stütze sein könnt. :blumengabe:

Cape

Pemaus
15.12.2005, 20:21
Liebe Cape,
danke für deine lieben Worte. Ja da hast du schon recht. Aber ich habe mit Absicht meine anderen KInder nicht so oft erwähnt. Ich möchte meinen KindernDaniel ist immerhin mittlerweile schon 19 ihre Privatsphäre so weit es geht erhalten. Sie haben mir besonders Daniel auch bei der homepage geholfen, sie kennen sie und besuchen sie auch. Ich beziehe sie auch in meine Trauer mit ein, jedenfalls seit einiger Zeit. Am Anfang ging das leider noch nicht aber irgendwann wurd mir schmerzlich bewußt das es so nicht geht, das ich ihnen damit auch nch die Mutter nehme, wenn sie schon keine Schwester mehr haben. Ich habe Ann-Kristin auf der Geschwisterseite von lod angemeldet. Sie kann dort jederzeit mit anderen Geschwistern komunizieren. Daniel möchte nicht darüber reden,auch das muß ich verstehen. Aber du ast recht mit deinen Worten, man darf seine lebenden KInder nicht vergessen, du hast vollkommen recht.
LG
Petra mit Claudia im Herzen und Daniel und Ann-Kristin neben sich

Pemaus
15.12.2005, 20:23
Liebe Milena,

vielen Dank für deine guten Gedanken.

LG
Petra

Cape
19.12.2005, 09:14
Liebe Petra!

Das tut gut zu hören und ich bin beruhigt, dass Du deine Kinder nicht aus deiner Trauer ausschließt. Dass Daniel nicht (mit euch) darüber reden möchte, heisst ja nciht unbedingt, dass er alles verschließt. Mein zweiter Bruder hat damals (ähnliches Alter wie Daniel) auch nur mit Freunden gesprochen - es vergingen viele Jahre, in denen ich dachte er verdrängt das alles, bevor ich das erfuhr. Ich wünsche euch, dass es Daniel ähnlich geht.
Ich wünsche euch von Herzen eine friedliche Weihnachtszeit mit lieben Menschen, die euch zeigen, dass sie für euch da sind. Ich denk an euch und zünde eine Kerze an für euch.

Liebe Grüße
Cape

Littleflower
20.12.2005, 14:23
Hallo Pemaus,

ich bin sehr gerührt von Deiner senstiven Wahrnehmung.
Es ist wohl so, wenn ein geliebter Mensch stirbt, stirbt ein Teil von uns mit.
Ich habe kein Kind verloren, doch habe ich meinen Kindergartenfreund, in der Schule, durch einen Verkehrsunfall verloren. Ich bin Einzelkind und er war für mich wie ein Bruder. Der Platz neben mir war plözlich leer.

Es gibt Fotos von mir aus dieser Zeit. Ich habe es nicht verstanden, niemand hat sich getraut es mir zu erklären. In der Schule bin ich abgesackt, habe einfach nicht mehr gesprochen oder gelacht.

Die frühe Erfahrung war wie schock.Ich habe heute einen Beruf der mich tagtäglich immer wieder in diese traurigen Augen blicken lässt...
Für mich ist wichtig das der Mensch trauern darf so wie er mag, getröstet wird wenn er mag, gehalten und verstanden wird wenn er mag. Es gibt nichts schlimmeres als jemanden zu zwingen lustig zu sein. Die Trauer ist oft Wut und Sprachlosigkeit. Ein grosses Unverständniss läßt uns verstummen...!

Ich wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft!
Liebe Grüße

Littleflower

Pemaus
25.12.2005, 15:42
Mein KInd,
heute schreibe ich wieder einen Brief an dich. Gestern war Heiligabend und du warst nicht da. Wir haben den Baum geschmückt den du immer geschmückt hast, wir haben Geschenke ausgepackt, wir haben gefeiert, du kannst stolz auf uns sein. Aber.......... wir waren auch auf dem Friedhof, haben deinen Baum geschmückt und schön gemacht und haben auch verzweifelt um dich geweint. Die Frage nach dem Warum stelle ich nicht mehr, es gibt im jetztigen Leben keine Antwort, vielleicht werden wir es später verstehen können. Bald kommt das neue Jahr. Ich werde im neuen Jahr auf die Suche gehen. Nicht mehr nach dem Sinn, nein, das war letztes Jahr, ich werde auf die Suche gehen nach meiner Freude am Leben. Für mich, in aller erster Linie für mich, den ich weiß du wünschst es dir. Aber auch für deine Geschwister und für deinen Vater. Wie kann man noch wie viele Jahre auch immer leben ohne Spaß am Leben zu haben? Man kann es nicht, es ist eine Quälerei von tag zu Tag. Aber ich kann und möchte mich nicht mehr täglich quälen. Also muß ich etwas dafür tun. Ich werde mir große Mühe geben für dich und für deine Geschwister, den ohne Spaß am Leben ist das Leben kein Leben. Der 3. Heiligabend ohne dich ist vorbei. Bald kommt dein 3. Todestag. Wir alle vermissen dich Tag für Tag.
Deine Mama :heul:

Inaktiver User
13.01.2006, 09:20
Liebe Petra,
ich kenne Dich durch ein anderes Forum und habe mich sehr gefreut, als ich Dich hier eben zufällig entdeckt habe.
Damit Du weißt, wer ich bin: am Wochenende fahren mein Mann und ich Thomas in Saarbrücken besuchen - und wieder führt mich mein Weg vorbei bei Deiner Claudia. Nächste Woche ist ihr Todestag, der 3. schon. Inzwischen ist es uns eine liebe Gewohnheit geworden, bei Claudia vorbeizufahren und ihren kleinen Gruß dazulassen. Vielleicht ist es Dir ein klitzekleiner Trost, wenn ich Dir sage, daß diese Stelle dort etwas sehr "Friedliches" hat. Ich kann es nur schlecht beschreiben. Einerseits donnern die Autos und Lkws vorbei, es ist laut, aber andererseits ist da dieses Waldstück, die recht hohe Wiese, eine dunkle Geborgenheit, die den Lärm der Straße ausschaltet.
Ich bin gerne dort - und ich sehe in Gedanken das verschmitzte, liebe Lächeln Deiner Claudia vor mir. Jedesmal bin ich mir sicher, daß sie da ist.

Liebe Petra, ich meide seit einiger Zeit möglichst die "anderen Foren", die damit verbundene Traurigkeit. Es nimmt mir immer wieder den Atem, vom Leid und den vielen, vielen Tränen der Mütter zu lesen. Im Dezember habe ich an einer Internet-Trauertherapie teilgenommen, die mir sehr weitergeholfen hat.

13 lange Jahre ist Alexandra nicht mehr bei mir. An manchen Tagen bekomme ich Angst und Panik, weil ich mir ihr Gesicht nicht mehr vorstellen kann - wie irr renne ich an meinen Geldbeutel und betrachte ihr Foto. Mit Herzklopfen stelle ich dann fest, daß ich nur die Augen schließen muß - und sie ist wieder da. Ich kann sie riechen und hören.

Liebe Petra, ich wollte Dir hier einen besonders lieben Gruß lassen. Meine Gedanken sind bei Dir in den nächsten Tagen.

Sei lieb gegrüßt
von
:blumengabe:
"Paula"

Pemaus
13.01.2006, 16:08
Liebe Paula,

danke :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:
für deinen soooo lieben Beitrag :heul:
Ich finde es (ich finde kein Wort dafür, ich glaube es gibt keins) wunderschön, ganz lieb, es ist alles zu wenig ausgedrückt.
Ich möchte dich ganz lieb umarmen und dir einfach nur Danke sagen, ich glaube du weißt was ich ausdrücken will!!!!!!

Ich bin auch nur noch sehr selten in den Foren. Ja du hast recht immer das neue Leid, auch ich muß davon ein wenig Abstand halten, es ist einfach besser für mich. Schön das dich diese Internettherapie weitergebracht hat, das freut mich für dich. Glaub mir wir werden das Bild unserer Kinder nie vergessen. Ihre Seelen sind uns immer nah.

Sag bitte Thomas liebe Grüße von mir, meine Gedanken fahren mit dir an die Unfallstelle. Ja ich denke es kann da eigendlich nur friedlich sein. Ich bin der festen Ansicht das es unseren Kindern da wo auch immer sie jetzt sind, gut geht, das dort der wirkliche Friede herrscht. Vielleicht kannst du mir ja mal wieder ein Bild von der Stelle schicken.

Liebe Paula,
danke das es dich gibt :blumengabe:

Pemaus
18.01.2006, 13:24
MOrgen,
morgen ist der Tag. Vor 3 Jahren war dieser Tag ein Sonntag. Dieser Sonntag vor drei Jahren hat unser Leben verändert so wie noch nie etwas im Leben mein Leben verändert hat. Auch nicht die Geburt meiner KInder. Da wußte ich ja noch nicht was ich haben werde. Aber jetzt weiß ich was ich nie mehr haben werde. Ich werde nie mehr..........
Oh nein ich darf nicht überlegen es sind zuviele nie mehr........
Was werde ich immer noch????????? Ich werde dich immer lieben mein Engel, ich werde dir immer ganzzz nah sein, ich werde dich nie vergessen, ich werde wohl wieder leben können, ich werde auch fröhlich sein, ich werde................... wohl ohne dich leben (müssen)??? dürfen?????
Du bist nicht mehr hier aber du gibst uns täglich so viel........Liebe, tiefe Gefühle, Gedanken die ich ohne deinen Weggang nie gehabt hätte, Nähe, du hast unserem Leben eine ganz andere Wertigkeit gegeben, mit vielen Tränen und großer Trauer aber auch mit der Gewissheit der unendlichen LIebe.
Dein Weggang hat uns so viel gebracht, Freunde, so liebe Menschen, Gefühle die wir sonst nie erlebt hätten. Ist das der Sinn, der Sinn nach dem wir suchen.
Jetzt würde ich gerne sagen, na ich hätte auch ohne diesen Sinn leben können, aber dafür mit dir!!!!!!!!! Aber ich glaube das ist zu kurzsichtig, zu einfach. Ja es gibt einen Sinn, ob wir dies wohl jemals so richtig verstehen werden???????
:blumengabe:

Inaktiver User
18.01.2006, 16:30
Was werde ich immer noch????????? Ich werde dich immer lieben mein Engel, ich werde dir immer ganzzz nah sein, ich werde dich nie vergessen, ich werde wohl wieder leben können, ich werde auch fröhlich sein, ich werde................... wohl ohne dich leben (müssen)??? dürfen?????
Du bist nicht mehr hier aber du gibst uns täglich so viel........Liebe, tiefe Gefühle, Gedanken die ich ohne deinen Weggang nie gehabt hätte, Nähe, du hast unserem Leben eine ganz andere Wertigkeit gegeben, mit vielen Tränen und großer Trauer aber auch mit der Gewissheit der unendlichen LIebe.
Dein Weggang hat uns so viel gebracht, Freunde, so liebe Menschen, Gefühle die wir sonst nie erlebt hätten. Ist das der Sinn, der Sinn nach dem wir suchen.
Jetzt würde ich gerne sagen, na ich hätte auch ohne diesen Sinn leben können, aber dafür mit dir!!!!!!!!! Aber ich glaube das ist zu kurzsichtig, zu einfach. Ja es gibt einen Sinn, ob wir dies wohl jemals so richtig verstehen werden???????
:blumengabe:






Liebe Pemaus,
obiges von dir zu lesen macht mich froh ! :yeah:

Das ist es ! Genau das!

Das ist das Geschenk, das eure Tochter euch machen wollte. Dafür hat sie gelebt, dafür ist sie zu euch gekommen.

Sie ist euer :fg engel: der Liebe und eure Lehrerin

Ich trau mich jetzt mal, einfach diese "Behauptung" aufzustellen, :smile: mein Gefühl sagt mir, das es so ist.


Ich freu mich für dich ! :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:






Lavendelmond

Inaktiver User
19.01.2006, 09:13
Liebe Petra,

ich nehme Dich in den Arm an diesem schweren Tag, ich wünsche Dir Menschen an Deiner Seite, die mit Dir um Claudia weinen, an sie denken, über sie reden und Dich damit wissen lassen: sie ist unvergessen. Bei uns brennt eine Kerze für Euch, den ganzen, langen Tag über. Ich schick Dir gute Gedanken durch die Dunkelheit dieses Tages und ich wünsche Dir "ganz viel Claudia in Dir drin".

Paula

Am Wochenende maile ich Dir ein paar Fotos, habe es nicht vergessen ...

__________________________________________________ ______________________

Sprachlos
sind wir,
weil keine Sprache
unsere Gefühle beschreibt
Messerscharf
wühlt in uns der Schmerz
Tagelang
Nächtelang

Es sollte für diesen Schmerz
eine neue Sprache geben
für die Träume
die hinweg geflogen sind
innerhalb einer Sekunde
Einfach so

Aber unsere Schreie werden leiser
während die Welt sich dreht
als wäre nichts passiert
Es zieht an uns vorbei
Einfach so

Keine Sprache für das,
was passiert ist
Solange nicht,
bis die unerträgliche Abwesenenheit
dieses einen Namens
aufgehoben wird

Hagazussa
29.01.2006, 09:49
Hallo, habe eben erst dieses Trauer-Forum gefunden. Mein Sohn Bastian ist im Alter von 28 Jahren am 24.8.2005 tödlich verunglückt - es ist "erst" 5 Monate her. Natürlich ist nichts mehr so, wie es vorher war. Ich komme mir manchmal vor wie auf einer Achterbahn ein auf und ab der Gefühle. Nur für kurze Zeit gelingt es mir, es zu akzeptieren, aber meistens fühle ich mich wie im Nebel, kein Boden mehr unter den Füssen. Ich habe noch einen Sohn, der demnächst 31 wird, ich will mich aber nicht an ihn hängen mit meinem Kummer, er soll sein Leben leben. Der Vater ist wie viele Männer zum Sprechen nicht in der Lage, ausserdem leben wir schon ein paar Jahre getrennt. Ich habe aber im Umfeld drei Freundinnen, die viel Geduld mit mir haben und die Last erträglicher machen. Letztendlich muss eben jeder alleine da durch, wie auch immer.
Liebe Grüsse an alle, denen ein lieber Mensch vorausgegangen ist.

Lorolli
29.01.2006, 10:24
Eines Menschen Heimat ist auf keiner Landkarte zu finden, nur im Herzen der Menschen die Ihn lieben.

Wünsche euch allen hier ganz viel Kraft.

Pemaus
06.03.2006, 08:27
Es sind wieder sooo komische Tage. Ich bin nicht traurig, nein nicht wirklich, aber ich stelle mein Leben wieder in Frage. Ein Freund von uns ist gestorben. Er war schon über 60. Aber....... Ich war bei seiner Frau, wir haben uns unterhalten. Wir sind uns einig es geht ihnen gut, sie treffen sich jetzt wieder und das finden wir gut. Aber.......Was mache ich mit meinem Leben, ist mein Leben so richtig oder sollte ich es einfach nur versuchen anzunehmen. Ich mußte Claudias Tod annehmen, ich denke das hab ich auch ganz gut geschafft, jedenfalls meistens, aber mein eigenes Leben anzunehmen so wie es ist mit allen Fragen und Zweifeln, ist es richtig, sollte ich mein Leben mehr leben oder oder? Eine Freundin von uns hat wahrscheinlich Krebs????? Was ist dieses Leben????
Ich weiß diese Frage ist nicht so wirklich gut, ich glaube es ist besser sein Leben so zu nehmen wie es ist und nicht zu viel zu hinterfragen, der Einfluß den man hat ist einfach zu begrenzt.
Soviel Fragen an einem trüben Montagmorgen, aber irgendwo müssen sie hin und ich denke hier ist ein guter Platz dafür.
Petra mit Claudia für immer

Inaktiver User
06.03.2006, 10:17
Meine liebe Petra,

eine gute Frage: was ist dieses Leben? Ich kann Dich verstehen, denn ich kenn sie auch diese Papierkorb-Tage, die keine Antworten für mich parat haben und die mich wütend werden und an allem zweifeln lassen. Die Frage: was hält mich hier noch, welchen Sinn hat das alles, wofür weiter atmen. Ungezählt oft war der Wunsch in mir übermächtig: einfach hinlegen, die Augen schließen und eintauchen in tröstliches Dunkel, hinter mir lassen, was weh tut.
Ich denke, es ist diese Jahreszeit, die uns das Gemüt manchmal so schwer macht, daß es uns die Luft nimmt. Zuviel Dunkel noch, zuviel Kälte, die Sehnsucht nach Licht und Wärme. Und dazu noch die Angst um liebe Menschen, der Verlust Eures Freundes. Man kann manchmal nicht verstehen, wieviele Päckchen einem dieses Leben so auflädt, nicht wahr?

Aber da ist auch die Verpflichtung, dieses Leben zu leben und anzunehmen. Wenn ich auf Deine Homepage schaue, Petra, dann berührt mich unter anderem sehr das Strahlen Deiner kleinen Tochter, die Claudia so ähnlich sieht - das ist für mich das LEBEN. Ich vertraue darauf, daß nach dunklen Momenten auch wieder Licht kommt, so wie es immer war. Und ich vertraue darauf, daß hinter all dem, was wir nicht verstehen können, doch ein tieferer Sinn steckt, den wir irgendwann verstehen werden - eine Lektion, die wir lernen müssen, warum auch immer.

Ich schicke Dir tausend Sonnenstrahlen durch den dunklen Tag und gehe gleich mal wieder auf Deine Homepage - an trüben Tagen ist eine lachende Claudia auch ein Stück LEBEN und tut sehr gut!

:blumengabe:Paula :blumengabe:


Mit der Zeit lernst du,
dass eine Hand halten nicht dasselbe ist wie eine Seele fesseln.
Und dass Liebe nicht anlehnen bedeutet und Begleitung nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind
und Geschenke keine Versprechen.
Und du beginnst, deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen, mit der Würde eines Erwachsenen und nicht maulend wie ein Kind.
Und du lernst all deine Straßen auf dem Heute zu bauen,
weil es das Morgen noch nicht gibt.
Mit der Zeit erkennst du,
dass sogar Sonnenschein brennt, wenn du zuviel davon bekommst.
Also bestell deinen Garten und schmücke dir selbst die Seele mit Blumen statt darauf zu warten, dass andere dir Kränze flechten.
Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst...
und wirklich stark bist.
Und dass du deinen eigenen Wert hast.

(Kelly Priest)

Pemaus
07.04.2006, 19:32
Ach ihr Lieben,
ja eine lachende Ann-Kristin die Claudia so nah steht. Heute hat die lachende Ann-Kristin Kinder, bzw. Teeniegeburtstag gefeiert. Und mir ging es einfach nur schlecht. Schon lange nicht mehr so wie heute. Ich sitze hier am PC, im anderen Zimmer 6 fröhliche junge Menschen und würde am liebsten vom Erdboden verschwinden, weinen ohne Ende, was auch immer. Aber ich kann und darf nicht, ich kann Ann-Kristin ihre Feier nicht verderben. Sie steht oft genug im Schatten ihrer großen Schwester, das hat sie nicht verdient. Alle wollen etwas von mir oder brauchen mich. Meine Schwester beim Umzug und im Laden, meine Freundin die Krebs hat, die Freundin deren Mann wir diese Woche beerdigt haben. alle brauchen mich und was brauche ich. Das was ich brauche kann ich nicht mehr bekommen. Ich weiß ich höre mich heute schlimm an, aber wem kann ich das noch sagen, nach 3 Jahren Trauer will das kaum noch einer hören.
In der Hoffnung das der morgige Tag besser wird.
Petra

Inaktiver User
08.04.2006, 11:22
Liebe Petra,
lass Dich umarmen, ganzganzgangz feste!!!
So oft schon hab ich mir überlegt, wie es wohl gewesen wäre, hätte ich noch ein Kind gehabt, als Alexandra starb. Ich habe es mir immer so vorgestellt, daß es ein Grund gewesen wäre, "stark" zu sein, Tränen zu verstecken, mich zusammenzureißen, aufzustehen, nicht im Bett liegen bleiben, gelähmt und unfähig, irgendetwas zu verrichten. Du weißt, was ich meine. Die alltäglichen Kleinigkeiten, die einem so schwer fallen, weil sie einem unnötig und sinnlos erscheinen.
Heute kann ich mir vorstellen, daß dieses Tränenverstecken und krampfhafte Zusammenreißen die Hölle sein muß. Im Grunde genommen hatte ich es "besser" als Du. Ich konnte regungslos im Bett liegen bleiben, umringt von Stofftieren und Kinderkleidung. Konnte abwarten, bis wieder ein Tag vorbei ist und eine Nacht und der nächste Tag. Ich konnte mich gehen lassen in der allerersten schlimmen Zeit und auch in der Zeit danach, wenn urplötzlich die Tränen kamen. Was hätte ein Kind wohl empfunden beim Anblick der zitternden Mutter am Küchentisch?

Ich hoffe von ganzem Herzen, daß Ihr trotzdem einen schönen Geburtstag verbringen konntet. Meine Hoffnung ist, daß bei Dir heute ebenso schöner Sonnenschein ist, wie hier bei mir. Ich wünsche es Dir so sehr. Als ich vorhin im Garten stand, hab ich die Kraft so deutlich gespürt, das sanfte Prickeln auf meiner Haut, die reine, klare Frühlingsluft.

Ich habe auf dem Markt einen wunderschönen Strauß Tulpen gekauft, bunt in allen Farben. Er leuchtet im Garten neben Alexandras Stein - und er leuchtet auch für Claudia.

In Gedanken fest bei Dir,

Paula

Pemaus
15.05.2006, 20:11
Gestern hatten wir Silberhochzeit. Ein freudenfest!!!!????? Ja eigendlich schon, ist ja auch was Besonderes. 25 Jahre mit dem gleichen Mann. 25 Jahre meines Lebens. Von diesen 25 Jahren hatte ich 19 Jahre meine Tochter Claudia um mich. Seit 3,5 Jahren ist sie nicht mehr bei uns. Sie war unser erstes Kind, sie kam 2,5 Jahre nach unserer Hochzeit auf die Welt. Ein absolutes Wunschkind. Wir hatten gestern eine schöne und zwanglosr Party. Alle waren da die uns wichtig sind. Auch Claudia war bei uns. Sie hat uns die Sonne geschickt. In meiner kleinen Ansprache sagteich: "25 Jahre ehe und 3 wundervolle KInder, Daniel und Ann-Kristin hier bei uns und Claudia wartet auf uns am Ende des Weges." Einige hatten da Tränen in den Augen, ja ich auch.
Gestern abend als das Fest vorbei war kam das große Tief, es ist noch immer da.
Danke fürs Zuhören!
Petra mit Claudia soooooo fest im Herzen

Inaktiver User
15.05.2006, 20:34
Die Liebe ändert sich nicht mit dem Tod -
sie bekommt nur einen anderen Namen: Trauer.


:blumengabe:
Einen Sonnenstrahl für Dich ins Dunkel
und tausend liebe Gedanken -

Paula



... in zwei Wochen besuch' ich Claudia!

Pemaus
15.05.2006, 20:55
ohhhhhhh Paula,

geht vielleicht ein Bild?????????????????????
Den Ort einmal im Frühling??????????????????? :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

LG
Petra

Pemaus
28.08.2006, 21:32
Hallo ihr lieben alle,
ich möchte mich auch mal wieder melden. Auch um denen die erst seit kurzer Zeit mit ihrer Trauer leben müßen zu zeigen, es geht weiter. Claudia ist nun schon über 3,5 Jahre nicht mehr bei uns. sie fehlt uns, jeden Tag, jede Stunde. Aber.......... wir haben wohl etwas gelernt damit zu leben. Ich sitze so oft hier am PC und lese die Beiträge bin in Gedanken bei euch. Ich muß zur Zeit mein Leben leben, einfach nur leben ohne jeden Tag nach dem warum und weshalb zu fragen. Sie ist in meiner Seele in meinem Herzen und dort hat sie einen ganz lieben Platz. Ich habe im letzten halben Jahr gelernt das es weitergeht und man kann sich streuben oder man geht irgendwann wieder mit. Ich habe mich für das Gehen entschlossen. Mein Herz hat eine riesige Narbe, die wird wohl immer bleiben, aber ich glaube man kann lernen mit dieser Behinderung zu leben, so wie auch viele andere Menschen mit Behinderungen leben müßen (verzeiht mir den Vergleich, ich möchte damit niemandem zu Nahe treten). Für uns gehört Claudia zu unserem Leben für immer und ewig, wir reden über sie, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch mit anderen Menschen. Manche schauen dann ein wenig komisch aber........sollen sie doch, das ist uns egal.
Ich hoffe meine Zeilen können für den einen oder anderen ein kleine Stütze sein, eine Stütze in der schwersten Zeit des Lebens.
LG
Petra mit Claudia für immer

Ursus
12.09.2006, 12:12
Liebe Petra, ich habe mich heute das erste Mal getraut, überhaupt ein solches Forum aufzurufen, und habe alle deine Beiträge gelesen und die ganze Zeit gehofft, du mögest noch nicht aufgehört haben zu schreiben. Mein Sohn wurde im Sommer des letzten Jahres mit sieben Jahren grausam und auf schrecklichste Art aus diesem Leben gerissen.
Seit dem erleben wir die Hölle, mein Mann und die beiden anderen Kinder (heute 15 und 17 Jahre alt ) und ich. Für all das gibt es wirklich keine Worte , nichts was es beschreibt.
Schon gar nicht funktioniert Kommunikation mit anderen Menschen , die nach einem Plausch mit dir ( Wie geht`s dir denn? Ach ,das muss schrecklich sein! Sag bescheid , wenn ich dir helfen kann! ) nach Hause in ihr glückliches heiles Leben gehen und nicht mal erahnen können , wie es ist , wenn man sich in einer öden ausgebrannten Wüste befindet, in der kein Halm mehr wächst, keine Sonne mehr strahlt , kein Vogel zwitschert, keine Zukunft sich auftut.
All deine Fragen nach dem Sinn des Lebens beschäftigen mich ebenso intensiv, nur bin ich noch lange nicht so weit wie du. Tag für Tag empfinde ich Schmerz und Schmerz und immer wieder Schmerz. Schmerzen im Herzen, die man nicht sieht, nicht so jedenfalls wie bei einer schlimmen körperlichen Verletzung. Keiner hat ein Heilmittel , nichts was hilft , auch nicht, dass ich noch für die anderen da sein muss.
Manchmal habe ich den Eindruck, irgendwann stumpft man vielleicht ab, eine Art Gewöhnung an die Hölle , ein Resignieren vor diesem grausamen Schicksal. Ist das Leben , was sich lohnt?!
Irgendwann wollwn selbst Menschen die ein ähnliches Schicksal teilen nicht mehr zuhören , nicht mehr hinsehen, zwangsläufig vielleicht, weil auch die seelische Leidensfähigkeit begrenzt ist. Und auch das Mitleid und Mitgefühl ist schnell, zu schnell ausgeschöpft und zur Pein gesellt sich auch noch Einsamkeit.
Ich hoffe du schreibst irgendwann noch mal etwas.
Bis bald Ursula

Inaktiver User
14.09.2006, 01:17
Liebe Ursula,

Ihr seid nicht allein. So wie ich, werden auch einige andere hier lesen. Mit Tränen im Herzen, hilflos vor Eurem Leid.
Andere, die sich wie ich still freuen, wenn Ihr Mut schöpft, die ohnmächtig mit Euch durch die Täler gehen.
Eure Liebe zu den Vorausgegangenen ist so warm.
Vielen, die nicht schreiben können helft Ihr, weil Ihr ausdrücken könnt, was Ihr fühlt.

Fühl Dich umarmt, ich wünsche Dir, dass Du den Weg aus dem Tal findest.

Muschelkalk

Pemaus
14.09.2006, 22:04
LIebe Ursula,
sei dir sicher ich lese hier jeden Tag nur schreibe nicht nichtso oft. Laß dicheinmal ganz vorsichtig umarmen. Ein Jahr, was ist ein Jahr??? Ein Jahr voller Schmerz, ein Jahr einen kleinen Schritt weiter in der Trauer. Alles war in diesem Jahr schon einmal da, jeder Tag hatte seine eigene Bedeutung. Weißt du noch vor einem Jahr, damals, da bin ich mit ihm, ihr..........., da habe ich mit ihm, ihr............ Wie wird das erste Weihnachten, der erste Geburtstag ohne.......? Schau mal zurück du hast schon einen langen Weg begangen, er ist auch nach vorne noch lang aber immerhin. Du hast dich getraut hier zu schreiben, du warst sooo mutig. Du kannst stolz auf dich sein. Und auch dein Schatz ist stolz auf dich, auf seine Mama.
Ich weiß die Komunikation mit Nichtbetroffenen ist oft schwierig, auch mit ging und geht es noch oft so. Aber es ist schön das es solche Orte wie diesen hier gibt, mit diesen lieben Menschen, viele die Gleiches oder Ähnliches erlebt haben und viele die einfach für uns da sein wollen. Denn es ist ein sehr schwieriges Thema und eigendlich hofft jeder nur das er davon verschont bleibt.
LIebe Ursula wenn du magst darfst du mir gerne auch eine pn schreiben, ich werde dir bestimmt antworten.
Ich schicke dir ganz viel Kraft und ein Leuchten der Sterne geschickt durch unsere Kinder.
LG
Petra mit Claudia ganzzzzz nah

Hagazussa
15.09.2006, 13:00
Liebe Petra, ich habe mich heute das erste Mal getraut, überhaupt ein solches Forum aufzurufen, und habe alle deine Beiträge gelesen und die ganze Zeit gehofft, du mögest noch nicht aufgehört haben zu schreiben. Mein Sohn wurde im Sommer des letzten Jahres mit sieben Jahren grausam und auf schrecklichste Art aus diesem Leben gerissen.
Seit dem erleben wir die Hölle, mein Mann und die beiden anderen Kinder (heute 15 und 17 Jahre alt ) und ich. Für all das gibt es wirklich keine Worte , nichts was es beschreibt.
Schon gar nicht funktioniert Kommunikation mit anderen Menschen , die nach einem Plausch mit dir ( Wie geht`s dir denn? Ach ,das muss schrecklich sein! Sag bescheid , wenn ich dir helfen kann! ) nach Hause in ihr glückliches heiles Leben gehen und nicht mal erahnen können , wie es ist , wenn man sich in einer öden ausgebrannten Wüste befindet, in der kein Halm mehr wächst, keine Sonne mehr strahlt , kein Vogel zwitschert, keine Zukunft sich auftut.
All deine Fragen nach dem Sinn des Lebens beschäftigen mich ebenso intensiv, nur bin ich noch lange nicht so weit wie du. Tag für Tag empfinde ich Schmerz und Schmerz und immer wieder Schmerz. Schmerzen im Herzen, die man nicht sieht, nicht so jedenfalls wie bei einer schlimmen körperlichen Verletzung. Keiner hat ein Heilmittel , nichts was hilft , auch nicht, dass ich noch für die anderen da sein muss.
Manchmal habe ich den Eindruck, irgendwann stumpft man vielleicht ab, eine Art Gewöhnung an die Hölle , ein Resignieren vor diesem grausamen Schicksal. Ist das Leben , was sich lohnt?!
Irgendwann wollwn selbst Menschen die ein ähnliches Schicksal teilen nicht mehr zuhören , nicht mehr hinsehen, zwangsläufig vielleicht, weil auch die seelische Leidensfähigkeit begrenzt ist. Und auch das Mitleid und Mitgefühl ist schnell, zu schnell ausgeschöpft und zur Pein gesellt sich auch noch Einsamkeit.
Ich hoffe du schreibst irgendwann noch mal etwas.
Bis bald Ursula
liebe ursus oder lieber?ursus
mein sohn bastian ist letztes jahr am 24.8. tödlich verunglückt, ich kann dir so gut nachfühlen,wie es dir geht!
ich würde mir wünschen, dieser unerträgliche schmerz wäre wie blätter an den bäumen und würde abfallen von mir, aber ... das tut er natürlich nicht. wenn du magst, schreib mir . einen trost gibt es nicht, hab ich festgestellt. nur ab und zu kommt so etwas wie akzeptanz auf bei mir, aber das hält nicht lange vor. sei umarmt von hagazussa/charlotte mit bastian im herzen

Ursus
18.09.2006, 12:52
Liebe Petra,
schön, das du geantwortet hast. Wie gesagt, ich bin das erste mal in einem Forum und ich muss jetzt mal ganz blöd fragen: was ist eine pn ?
Du hast recht. Jeder hofft , dass er von so einem Schicksal verschont bleibt. Und die Hoffnung stirbt bekannterweise zuletzt.
Ich denke, der Tod ist uns näher als wir wissen wollen. Der Tod ist allgegenwärtig, nur die die ihn erfahren haben durch den Verlust eines geliebten Menschen wissen das auch. Ohne diese Erfahrung leben die Menschen in einem Gefühl der Unsterblichkeit, als ob alles für immer so weiter geht. Tut es aber nicht. In diesem Leben ist uns von Geburt an nur eine Sicherheit gegeben: der Tod. Er kommt bestimmt, für den einen früher, für den anderen später. Seit wir Jonas verloren haben, habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. Ganz im Gegenteil, ich freue mich darauf. Dann, wenn es soweit ist, werde ich wissen, ob es und wie es nach diesem Leben weiter geht. Ob ich mein geliebtes Kind in irgendeiner Weise wiederfinde. Bis dahin muss ich das Leben in dieser Form meistern und ich finde es zu allem Leid sehr traurig, dass so wenige Menschen sich zum Leid gesellen wollen, denn irgendwann kommt jeder in eine solche Situation, vielleicht nicht mit dem eigenen Kind , aber in irgendeiner anderen Art und Weise.
Es gibt auf der Erde mehr Leid und Verzweiflung als uns lieb ist.
Was soll ich sagen, mein Herz ist sehr schwer. Ich vermisse Jonas unendlich, die Sehnsucht brennt in meiner Seele. Woher soll ich weitere Kraft schöpfen für die Zeit , die ich noch verharren muss. Ich weiss es nicht.
Ursula

Pemaus
18.09.2006, 21:45
LIebe Ursula, eine pn ist eine persönliche Nachricht. Wenn du auf das Herz unter meinem Namen neben dem Beitrah klickst kommt ein Fenster und da steht rechts *eine persönliche Nachrischt an pemaus schicken*. Da gehst dann drauf und dann kannst du mir eine mail schicken die nicht im öffentlichen forum steht, falls du das möchtest. Versuch es einfach mal.
Du schreibst die Frage wofür leben??? Ja ich kann dich da so gut verstehen, aber es gibt eine antwort. Für deinen Mann und deine anderen Kinder und für Jonas. Du hast hier auf der Erde noch einen Weg zu gehen, mit deiner Familie. Jonas ist nur vorgegangen, er wartet auf euch. Ich habe es am eigenen Leib erlebt was ich meinen anderen Kindern und auch meinem Mann antue wenn ich nicht mehr lerne dieses Leben gut zu leben. Irgendwann hat es klick gemacht und es ist mir wie schuppen von den Augen gefallen. Meine Ann-Kristin hat eine halbwegs glückliche Mama verdient und mein Sohn auch, sie sind es wert. UNd für sie bemühe ich mich dies auch wieder zu sein. Ich bin ganz ehrlich ich weiß nicht ob mein Mann alleine mir genug halt hätte geben können.
LG
Petra

MaryB
21.09.2006, 15:44
Kinder sollten nicht vor ihren Eltern sterben!!!

Wie wahr und trotzdem passiert es, jeden Tag, jede Minute. Jetzt in der Minute stirbt wieder ein Kind, ein Jugendlicher, ein Baby.

Habe meinen Sohn vor 10 Jahren verloren. Er war damals ein Kind, bildschön, blond, braune Augen, ein Sonnenkind. Ich habe mich danach aus dem Leben zurückgezogen, viele viele Jahre. Ich konnte keine anderen Menschen ertragen, ihr Lachen, ihr Normalsein, ihre Fragen.

Heute habe ich das alte Leben hinter mir gelassen. Ich habe noch mal ein Kind bekommen und ich habe noch meinen ältesten Sohn. Ich habe neu geheiratet, wohne in einem anderen Ort. Justin ist täglich bei mir, in meinem Träumen, ich rede mit ihm, stelle mir vor wie er heute aussehen würde, wie oft wir zwei in den vergangen Jahren gestritten und diskutiert hätten, so wie ich das mit meinen beiden Jungs mache. Geredet wird selten von ihm, aber sein Kinderfoto steht im Wohnzimmer und immer wieder geht sein großer Bruder ( mittlerweile 14 ) zu dem Foto und streichelt es. Ich bin auch nie in irgendeiner Selbsthilfegruppe oder so was gewesen. Ich mag einfach nicht über ihn reden, er war so einzigartig, daß versteht nur wer ihn gekannt hat.

Pemaus
23.10.2006, 08:52
Hallo,
zur Zeit ist für mich wieder eine stumme Zeit. Wenn es mir nicht so gut geht verstumme ich, leider. Ich denke darüber reden wäre besser. Aber mit wem? Nach fast 4 Jahren will das keiner mehr hören und auch verstehen. Gut das wenigstens das brigitte forum geduldig ist. Es kommt jetzt für mich die schlimme Zeit, Geburtstag, Weihnachten, Todestag. Und dazu Regen, Dunkelheit. Ich weiß viele finden diese Zeit jetzt im Herbst besonders schön. Für mich ist sie einfach nur schlimm. Ich sitze hier am PC, müßte eigendlich mal wieder gründlich putzen. Ich suche gerade nach den richtigen Worten. Ich bin zur Zeit einfach nur hoffnungs- und mutlos. Der Gedanke wofür den überhaupt ist wieder riesengroß, die Frage nach dem Sinn und wie ich weiter damit leben soll, bzw wie mein Leben weiter gehen soll, versteht mich nicht falsch, nicht ob sondern wie. Veränderungen in meinem Leben bewußt eingehen ja oder nein, ist es richtig für mich oder?????ZUr Zeit weiß ich mal wieder nichts mehr. Ich weiß es geht vorbei, es gehört dazu, es war schon viel schlimmer. Ja es geht mir eigendlich ganz gut, nach außen, aber auch sehr oft nach innen. Zur Zeit aber nicht wirklich. Es ist auch nicht die Trauer um Claudia, nein, es tut zwar immer noch weh darüber nachzudenken aber damit komme ich soweit ganz gut klar. Ach versteht ihr warum ich verstumme, ich weiß nicht was ich wirklich sagen soll, bzw ob es jemand verstehen kann, mein Gestammel.
Danke fürs zuhören.
LG
Petra

Ursus
23.10.2006, 11:51
Hallo,
auch wenn du meinst, du stammelst, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich glaube,dass das nie aufhören wird solange wir noch leben. Auch wenn wir glauben, dass es nicht mehr die Trauer ist . Es ist die Trauer, denn die Seele wird niemals aufhören , um ein Kind zu trauern. Die Tage , an denen wir diesem Gefühl nicht näher kommen , sind vielleicht die schlimmsten, weil die Seele dann so verwirrt ist. Wenn ein Kind vor uns stirbt, stirbt mit ihm auch unsere Zukunft und all unsere Hoffnung. Unsere Sehnsucht bleibt unerfüllt. Was soll man dann anderes empfinden als Hoffnungslosgkeit, was könnte uns mutloser machen. Heute bin ich schon um 5 Uhr morgens aufgestanden, weil mich all das so quält, meine Sehnsucht bringt mich um. Manchmal laufe ich rum wie ein verwundetes Tier, was sich nicht zu helfen weiß. Ich schaffe nicht mehr viel, bin so langsam geworden. Petra ich denke an dich.
Ursula

Inaktiver User
23.10.2006, 22:36
Liebe Pemaus,
ich habe zwar kein Kind verloren, aber meine große Liebe, die über 15 Jahre einen Großteil meines Lebens ausgemacht hat. Jetzt am 9. November ist es 5 Jahre her, dass er in seine neue Welt gegangen ist.

Ich kann aber trotzdem gut verstehen, was Du meinst. Jetzt nach 5 Jahren ist die Trauer bei mir auch nicht mehr so Alles zerfressend wie die erste Zeit. Ich habe mir auch lange Gedanken gemacht, was es ist, was mich auch so stammeln läßt, so unbestimmt unglücklich und deprimiert sein läßt.

Ich glaube, es ist mittlerweile auch die Trauer um mich dazugekommen. Heute habe ich kurz nachgedacht, eine virtuelle Kerze für mich anzuzünden, aber das habe ich mich nicht getraut. Für mich deswegen, weil damals vor 5 Jahren auch ein Teil von mir mitgestorben ist, der auch betrauert werden will. Ich lebe noch und lebe mittlerweile auch wieder 11,5 Monate im Jahr ganz gut. Aber es fehlt etwas - und das kann auch nicht nachwachsen. Ein Teil von mir hat ihn begleitet und in mir ist eine Lücke, ein Loch geblieben.

Das hört sich für Menschen ohne diese Erfahrung sehr abgedreht an. Die Trauer um ihn ist nicht mehr der Mittelpunkt. Aber ich trauere heute um mich, um die verlorene Unbeschwertheit, die mich mit meinem Freund verlassen hat. Ich trauere um die vielen Erlebnisse und schönen, auch schlechten Dinge, die ich nicht mehr erlebt habe. Ich trauere um die Zukunft, die ich nicht mit dem Menschen verbringen kann, mit dem ich sie verbringen wollte. Nach außen hin habe ich mir vieles neu aufgebaut, aber ich hätte es lieber anders gewollt.

Das geht mir so durch den Kopf, wenn ich nicht mehr erklären kann, warum ich nach 5 Jahren immer noch Angst vor dem 9. November habe.

Kranich

Hagazussa
24.10.2006, 12:47
hallo kranich, das kann ich sehr gut verstehen, auch deine idee, für dich selbst eine kerze anzuzünden - eben weil auch ein teil von dir mit-gestorben ist!
mein sohn bastian ist letztes jahr mit 28 jahren gestorben und ich kann die gefühle, die du beschreibst, sehr gut nachvollziehen. du hast mir aus der seele gesprochen und das hat mir sehr gut getan. alles liebe

Pemaus
24.10.2006, 21:12
Liebe Ursel, lieber Kranich,
danke für eure lieben worte. Es tut einfach gut sich verstanden zu fühlen. Kranich deine Gedanken fand ich sehr interessant und ich glaube du hast Recht, einfach nur Recht. Ja auch ich traure um mich selbst, um mein Leben und dies würde auch meine Unzufriedenheit erklären. Ich werde mich wohl einmal intensiv mit diesem Gedanken auseinadersetzen.
Liebe Ursula, diese Ruhelosikeit hatte ich auch nach Claudias Tod sehr intensiv. Sie ist aber mittlerweile etwas besser geworden. Aber ich muß auch sagen das war harte Arbeit. Auch am Montag habe ich dann schlußendlich doch noch das Haus geputzt und alles erledigt. Hilft ja alles eh nix, macht es nur noch schlimmer sich aufs Sofa zu legen und zu "denken".
LG
Petra

Pemaus
30.10.2006, 19:57
Hallo mein Schatz,
ja bald hast du wieder Geburtstag. Der 4. Geburtstag ohne dich, je schon der 4. Ich merke jeden Tag wie weit weg du schon bist und doch soooo nah. Am Anfang meiner Trauer laß ich so oft das viele trauernde Angst haben ihre Lieben zu "vergessen". Ich kann mir nicht vorstellen das das je passieren wird. Nein der Schmerz der morgens beim Aufwachen als 1. über einem fällt, der ist nicht mehr so da, aber dafür die liebe Erinnerung, die traurigen Gedanken das du uns fehlst und ich denke dies wird sich wohl auch nie ändern. Warum auch? Du bist ein Teil von uns und wirst es immer sein.
Wenn ich junge Frauen sehe stelle ich mir oft vor wie du wohl jetzt aussehen würdest, was du tun würdest, ob du einen Freund oder gar Mann oder etwa schon ein KInd hättest. Diese Gedanken sind nicht leicht. Aber sie gehören wohl dazu, zu meinem Leben.
Ich hab dich lieb
Deine Mama

Pemaus
14.11.2006, 14:35
Hallo meine Süße!
Heute ist dein Geburtstag. Du wirst 23 Jahre alt. Ich habe Kerzen und ein Rosenherz zu deinem Grab gebracht. Später kommen noch Natascha und keine Ahnung, sie sagte jedenfalls wir. Später kommt dann auch noch Ute. Wir werden zusammen an dich denken, deine Lieblingstorte essen und heute abend Pizza. Eigendlich müßten wir auch noch in Kino gehen*grins*, am besten in 7 Zwerge, das würde dir am besten gefallen.
Mein Schatz ich vermisse dich und ich wünsche dir von ganzem Herzen das es dir da wo du jetzt bist einfach nur supergut geht.
Ich hab dich lieb :blumengabe:
Deine Mama

Pemaus
16.12.2006, 17:00
Es ist einfach nicht richtig! Nein es ist einfach nicht richtig, ich war eben auf dem Friedhof, habe eine Kerze angezündet. Nein es ist nicht richtig, sie sollte hier bei uns sein, mit uns die Kerzen am Adventskranz anzünden, mit uns Weihnachten feiern, mit uns zanken, sich mit uns freuen. Es ist alles so paradox so unwirklich. Lebe ich schon bald 4 Jahre ohne sie. Das kann doch gar nicht sein. Werde ich morgen früh wach und alles ist wie früher? Wohl eher nicht? Wird wohl nix mehr draus. Aber richtig ist es nicht, nein!!!!

Inaktiver User
16.12.2006, 17:25
Es ist einfach nicht richtig! Nein es ist einfach nicht richtig, ich war eben auf dem Friedhof, habe eine Kerze angezündet. Nein es ist nicht richtig, sie sollte hier bei uns sein, mit uns die Kerzen am Adventskranz anzünden, mit uns Weihnachten feiern, mit uns zanken, sich mit uns freuen. Es ist alles so paradox so unwirklich. Lebe ich schon bald 4 Jahre ohne sie. Das kann doch gar nicht sein. Werde ich morgen früh wach und alles ist wie früher? Wohl eher nicht? Wird wohl nix mehr draus. Aber richtig ist es nicht, nein!!!!

Ich verstehe Dich gut. Ich bewundere die Menschen, die solche Ungerechtigkeiten mit Ihrem Glauben erklären können, die sich sicher sind, dass da irgendeine höhere Macht etwas lenkt, das wir mit unserem "Kleingeist" gar nicht verstehen können. Ich kann das leider nicht. Wenn ich über den Tod von meinem Freund nachdenke, werde ich entweder traurig, weil ich ihn vermisse, oder wütend, weil ich das alles so ungerecht finde.

Wie soll auch etwas richtig sein, das gegen Alles gerichtet ist, was uns lieb und wert ist?

Kranich

Ursus
06.01.2007, 12:17
Liebe Pemaus,
lange war ich nicht hier und du hälst manchmal einsam die Stellung. Nein es ist nicht richtig. Es ist und bleibt nicht richtig und ich werde das nie annehmen und nie akzeptieren. Ich vermisse meinen Sohn so unendlich . Er würde am 21. Januar 9
Jahre alt . Es bleibt für mich unfassbar schrecklich und das grausamste, was ein Mensch auf dieser Erde erleben muss. Es ist schlimm, gemein und nicht richtig!!!!!!! Nichts , was es erträglicher macht, nichts , was den Schmerz schmälert, nichts, was hilft.
Ich denke an Euch und an alle , die mit diesem schrecklichen Leid leben müssen
Ursus

Ursus
06.01.2007, 12:18
Sorry , mit der Technik haperts manchmal.

Pemaus
12.01.2007, 22:32
Hallo Ursus, ja der Januar ist auch für uns kein schöner Monat. Am 19.1. ist Claudias 4. Todestag. 4 Jahre schon ohne sie, eine unvorstellbar lange Zeit und doch soooo kurz wenn man die Zeit sieht die vielleicht noch vor einem liegt. Der Januar ist für mich eine Zeit der unendlichen Erinnerung. Was haben wir an welchem Tag getan und was dann??? Die Erinnerung an diesen schrecklichen Tag sie ist so nah.

Pemaus
19.01.2007, 22:11
4 Jahre ohne dich! Jetzt zu dieser Stunde vor 4 Jahren stand die Polizei in der Tür und unserer Leben wurde ein anderes!

Inaktiver User
19.01.2007, 22:17
:kerze:

Inaktiver User
19.01.2007, 22:31
:kerze::blumengabe:

Inaktiver User
19.01.2007, 22:49
Ein kleiner Sonnenstrahl :Sonne:
für Dich und Deine Tochter
und eine Kerze, damit Ihr es beide warm und geborgen habt:kerze:

Kranich

jessiny
20.01.2007, 00:12
Hallo,

ich (w,31) bin heute auf das Forum gestoßen, da ich grade in letzter Zeit eine sehr schwere Phase habe. Mein Bruder ist mit 25 Jahren unverschuldet tödlich mit dem Motorrad verunglückt. Das war am 08.08.2005. Ich habe die ganze Geschicht von pemaus gelesen und mußte etliche Male hemmungslos weinen. Liebe Claudia, heute an Deinem 4. Jahrestag in Deinem neuen Leben feierst Du viellecht mit meinem Bruder Marcel euer schönes freidvolles und leidloses Dasein - ich wünsche es so sehr!! Mein Bruder hat immer gesagt, weil wir alle immer diese Angst hatten, wenn er mit dem Motorrad weg fuhr "Macht Euch keine Sorgen. Wenn ich sterbe, dann ist es doch ok für mich - schlimm ist es nur für die, die übrig bleiben" damit hatte er wohl mehr als recht. Aber ich wünsche allen, die einen sehr lieben Menschen verloren haben, das Bewußtsein und die "Sensoren" diesen Menschen bei sich zu spüren. Sie sind da, nur sind wir in unserer Begrenzheit des irdischen Daseins nicht immer fähig, sie wahrzunehmen. Ich jedenfalls bin froh, dass ich Marcel sehr oft spüre, er hilft mir oft, wenn ich keine Kraft mehr habe!!!!

Seid alle lieb gegrüßt von

Jessiny und Marcel

Pemaus
21.01.2007, 14:59
Danke Jessiny, danke ihr lieben alle für eure Worte.

Ich bin zur Zeit extrem verunsichert. Ein Mensch in meiner engsten Umgebung mit dem ich auch immer über meine Trauer und Claudia reden konnte, er signalisiert mir *Jetzt reicht es aber*. Am Morgen nach Claudias Todestag war ich nicht gut drauf, da sagte sie zu mir. Warum bist du schlecht drauf, deine Familie ist gesund, euch geht es doch gut. Es hat mich zutiefst verletzt. " Wochen vorher kam schon einmal so ein Kommentar. Ich wollte ein Bild machen lassen von uns und den Kindern, aber irgendwie sollte Claudia auch mit aufs Bild, als Schatten oder als Engelflügel, wie auch immer. Da meinte sie ich sollte das doch lassen, sie wäre ja nun einfach nicht mehr da, die anderen die das Bild dann sehen würden könnten das nicht verstehen. Hmmmmmm ich glaube eher sie kann es nicht verstehen. Wenn sie dann meine Reaktion merkt versucht sie wieder die Kurve zu bekommen, aber.................. ich bin ja nicht blöd oder? Zur Zeit versuche ich mich auf Distanz zu begeben, aber das tut sehr sehr weh. :wie?:

Tinchen1
21.01.2007, 23:42
Liebe Pemaus,
nur wer ein Kind verloren, oder schon mal kurz davor stand, kann sich in so eine Situation hineinversetzen.Kein anderer sonst! Da kann jeder reden, mitfühlen wie er will, diese schlimme Erfahrung sprengt alles. Vor über 3 Jahren war ich fast mal in der gleichen Situation, (ich ahnte es damals immer schon, hatte nur Angst, einen 7. Sinn...)- 18 Jahre war mein Sohn damals und dann war ein anderer Mann am Handy- mir drehte sich gleich alles- ich wußte es....es war die Polizei-ganz lapidar wurde mir mitgeteilt, dass mein Sohn einen schweren VU hatte, mit Hubschrauber in Klinik , ach und ja wohin soll das schrottreife Auto hingefahren werden?????
Er hat noch mal die Kurve gekriegt, die Narben äußerlich bei ihm und bei mir innerlich sind geblieben. Die Angst bleibt....Immer...ist meine Tochter unterwegs habe ich Angst, höre ich 2 Tage von meinem Sohn nichts-bekomme ich Panik. Und ich frage mich dann, wie ich das hätte alles durchstehen sollen, wenn das Schlimmste passiert wäre. Mein Leben wäre zu Ende gewesen! Die Menschen, die einen Glauben haben, sind in so einer Situation besser dran..
Ich werde das Bild meines Kindes auf der Intensivstation nie vergessen, angeschlossen an den ganzen Geräten, keiner wußte, wie es wirklich ausgeht. In diesen Momenten ist alles andere so unwichtig. Man geht auf die Straße, ringsherum sind Menschen und man beneidet diese um ihre Fröhlichkeit, Unbeschwertheit..
Wenn es abends klingelt habe ich heute noch Angst- Angst, die Polizei könnte vor der Tür stehen und mir eine schlimme Nachricht überbringen.
Ich wünsche euch allen so viel Kraft. Mit mir hatte es das Schicksal noch mal gut gemeint.
Tinchen

Inaktiver User
22.01.2007, 10:00
Hallo und ganz liebe herzliche Grüße an alle,
ich habe kein Kind verloren, aber ich habe eine Bekannte die ihren ersten Sohn vor 12 Jh. durch eine Krankheit verloren hat. Sie hat auch noch 2 Kinder. Als ich sie damals kennen lernte und sie mir das Geshehene erzählte war ich geschockt und hilflos. Ich bin Mutter von 2 Jungs und wenn das Schlimmste was einem Menschen passieren kann wirklich geschieht (auch wenn es jemand Anderem passiert) ist man so hilflos. Ich dachte, was soll ich mit ihr reden? Für sie muss doch alles dunkel sein?
Ich war total verunsichert.
Allerdings habe ich mich auch getragt, warum sie das ausgerechnet mir erzählt hat...was erwartet sie von mir?
Sie hat mich dann zu sich zum Kaffee eingeladen und ich habe sie gefragt ob es okay wäre wenn ich frage. Sie sagte mir dann (damals war ihr Sohn 2 Jh. tot), dass es für sie das Schlimmste wäre dass keiner mehr da ist zum reden. Alle erwarten dass sie jetzt endlich mit dem Verlust gelernt hat zu leben. Sogar ihre Eltern meinten dass es "jetzt gut sei". Wir haben dann den ganzen Nachmittag geredet. Überall in der Wohnung waren Kinderbilder und die Kinder hatten in ihren Zimmern auch jeweils ein Bild ihres großen Bruders.
Noch heute reden wir über ihren Sohn wenn wir uns treffen. Sie hat mittlerweile einen neuen Partner (die Ehe hat der Belastung damals nicht stand gehalten) und ist glücklich. Glücklich auch weil sie Menschen hat, mit denen sie über ihre Trauer (die immer da ist und bleiben wird) und über ihren Sohn reden kann.
Das ist das Einzige was ich für sie tun kann. Ihr Vertrauen in mich nicht zu enttäuschen.
Ich wünsche euch allen die ihr solch einen unendlichen Verlust erlitten habt Menschen an der Seite zu haben die immer für euch da sind. Denen es ebenfalls ein Bedürfnis ist die Erinnerung an die geliebten Menschen mit euch wach zu halten. Einfach da sind...
Denn sie sind ja immer (irgendwie) da.
Viel Kraft und ganz ganz liebe Grüße
:blumengabe: selueh

Hagazussa
22.01.2007, 13:46
Danke Jessiny, danke ihr lieben alle für eure Worte.

Ich bin zur Zeit extrem verunsichert. Ein Mensch in meiner engsten Umgebung mit dem ich auch immer über meine Trauer und Claudia reden konnte, er signalisiert mir *Jetzt reicht es aber*. Am Morgen nach Claudias Todestag war ich nicht gut drauf, da sagte sie zu mir. Warum bist du schlecht drauf, deine Familie ist gesund, euch geht es doch gut. Es hat mich zutiefst verletzt. " Wochen vorher kam schon einmal so ein Kommentar. Ich wollte ein Bild machen lassen von uns und den Kindern, aber irgendwie sollte Claudia auch mit aufs Bild, als Schatten oder als Engelflügel, wie auch immer. Da meinte sie ich sollte das doch lassen, sie wäre ja nun einfach nicht mehr da, die anderen die das Bild dann sehen würden könnten das nicht verstehen. Hmmmmmm ich glaube eher sie kann es nicht verstehen. Wenn sie dann meine Reaktion merkt versucht sie wieder die Kurve zu bekommen, aber.................. ich bin ja nicht blöd oder? Zur Zeit versuche ich mich auf Distanz zu begeben, aber das tut sehr sehr weh. :wie?:
hallo pemaus, ich kann dich gut verstehen. leider mache ich ähnliche erfahrungen - mein "freundeskreis" ist ziemlich geschrumpft. ich glaube, es gibt viele menschen, die es halt einfach nicht aushalten können, mit derartigen schicksalsschlägen konfrontiert zu werden, sie wollen zur tagesordnung übergehen. das möchte ich auch nur zu gerne, nur es funktioniert halt nicht. die wenigen freunde, die geblieben sind an meiner seite, genügen mir vollauf. ich habe festgestellt, dass die menschen, die ich als freunde eingestuft hatte und die jetzt auf distanz gegangen sind, mir gar nicht mehr fehlen. im gegenteil, es ist insofern leichter, weil ich nicht mehr zusammenreissen muss!
liebe grüsse

Pemaus
22.01.2007, 19:59
Ihr Lieben,
danke für eure Beiträge, sie haben mir so gut getan. Und sie haben mir auch meinen Weg wieder gezeigt, den ich fast verloren glaube. Ich werde so weiter gehen, so ist es richtig. Wer nicht von Claudia und auch von meiner Trauer hören will, der soll halt nicht zuhören und aus meinem Leben gehen, den sie gehört zu meinem Leben. Derjenige der mich hier so enttäuscht hat war ein Freund aus neuen Tagen, Freunde aus alten Tagen sind schon viele gegangen aber auch neue dazugekommen. Aber gerade das es ein Freund aus neuen Tagen war, das hat mich so bestürzt. Zur Zeit brauche ich einfach normales Leben und nicht wieder diesen Wandel, dieses Aussortieren. Aber ich sehe schon wird wohl alles nix helfen, es geht wohl immer so weiter, alte gehen, neue kommen.:blumengabe:
LG
Petra

Inaktiver User
22.01.2007, 20:54
Liebe Petra,
nachdem ich alles gelesen habe und manchmal geweint hab möchte ich dir sagen, dass du ( und auch ihr anderen die ihr so einen Verlust erlitten habt) Unglaubliches leistest. Wie ich finde.
Deine Claudia wird sehr stolz auf dich sein.
Ich habe (wie schon beschrieben) keinen Verlust erlitten, aber Menschen die Anderen vorschreiben wie und wann sie zu fühlen haben sind sehr arm.
Ich rede seit 12 Jh. mit meiner Freundin über ihre Kinder und zwar über alle 3 und das hat mich noch nie genervt. Ich erzähel ihr ja auch von meinen Kindern.
Bitte erzähl weiter so oft und so lange du willst und das brauchst. Es gibt Menschen die zuhören/lesen und mit fühlen.
Ich werde nie wirklich empfinden können wie du (ihr) fühlst, das kann man wohl auch nur wenn man so etwas selber erleben musste.
Aber ich kann Anteil nehmen.
Ganz liebe Grüße
Selueh

Ricarda44
24.01.2007, 17:47
Liebe Pemaus,

manchmal gibt es keine Worte für Geschehnisse. Ich möchte Dir ein Buch empfehlen: "Über den Tod und das Leben danach" von Elisabeth Kübler-Ross.

Claudia? Sie ist bei Dir. Lies mal nach. Mich hat es überzeugt.

mendy
26.01.2007, 23:24
hallo pemaus und alle andere bin dursch zufall hier her gekommen .und ich weiss wie ihr euch fühlt. es gibt nichts schlimmeres wie sein kind zu verlieren mann hat das gefühl das mann in ein tiefes loch fählt und nicht mehr raus kommt. ich habe meine kleine maus vor 15 jahre alls baby dursch den kindstot verloren , und viele denken ja es ist schon so lange her , aber ich habe das gefühl das es immer schlimmer wird ,sie fehlt mir so unbeschreiblich das mann es gar nicht in worte fassen kann . von wegen die zeit heilt . ich habe mir auch keine hilfe geholt das war vieleicht ein fehler. wir haben auch noch 3 söhne 2 die älter sind und noch einen kleinen. mann ist ja auch für alle da aber wie es in einem aussieht das kann meistens keiner sehen . ich muss sagen das ich mitlerweile auch starke gesundheitliche propleme habe mein arztsagt ich müste entlich verarbeiten und so . aber das geht nicht ,es tuht noch so weh . du sagst jetzt 4 jahre und freunde ziehen sich zurück ,was sind das für freunde? ich weiss vileicht nervt mann andere damit weil sie auch nicht wissen wie sie mit uns umgehen sollen? haben angst davor ?aber sie bleiben bei uns

Inaktiver User
27.01.2007, 16:50
meine neue Therapeutin sagte in einem kleinen Nebensatz: na, ja , Sie sind ja noch ganz schön tief drin.
Und meint, daß ich nach 18 Monaten mal langsam besser mit dem Verlust meines Mannes umgehen sollte.
Ich glaub, ich muß mir eine andere Therapeutin suchen.

Was sind das für Meßlatten, die andere an unsere Trauer legen???
Lieben Gruß

Inaktiver User
27.01.2007, 19:24
meine neue Therapeutin sagte in einem kleinen Nebensatz: na, ja , Sie sind ja noch ganz schön tief drin.
Und meint, daß ich nach 18 Monaten mal langsam besser mit dem Verlust meines Mannes umgehen sollte.
Ich glaub, ich muß mir eine andere Therapeutin suchen.

Was sind das für Meßlatten, die andere an unsere Trauer legen???
Lieben Gruß



Das sínd Theoretiker, liebe Sontagskatze, die haben "Trauer" STUDIERT
:knatsch::knatsch::knatsch:

:wie?:

Ursus
05.02.2007, 08:53
Liebe Pemaus ,

ich habe am Todestag deiner Tochter immerwährend an dich und deine Familie gedacht, zigmal diese Seite aufgerufen, wollte dir was schreiben und auch ich , obwohl ich in gleicher Situation bin, fand keine Worte. Ich war beschämt und entsetzt von mir selbst. Aber alle Worte in diesem Zusammenhang erscheinen so endlos sinnentleert. Nichts kann beschreiben , wie tief mein Mitgefühl geht. Bei mir selbst stand der Geburtstag meines verstorbenen Sohnes bevor. Am 21. Januar wäre er 9 Jahre alt geworden. Selbst dieser Satz fällt mir so entsetzlich schwer zu schreiben. Ich muss jede Stunde entscheiden, ob ich überhaupt weiterleben kann mit diesen grausamen Bildern in meiner Seele und mit diesen unerträglichen Schmerzen in meiner Brust. Pemaus , und schon bin ich wieder am weinen und alles tut mir weh, der ganze Körper schmerzt. Ich weiss, dass das niemals aufhören wird. Im Gegenteil, jeden Tag wird es schlimmer und schlimmer, jede Stunde kommt eine Stunde der Vermissung und der zerreissenden Sehnsucht hinzu. Verständnis von anderen erwarte ich nicht mehr, schon lange habe ich mich von nahezu allen Kontakten zurückgezogen, mein bester Freund ist der Computer.
Wir versuchen noch ein Kind zu bekommen, obwohl ich eigentlich schon zu alt bin, aber unser Sohn war unser einziges gemeinsames Kind, und das einzige Kind meines Mannes. Ich glaube , wenn ich nicht mehr schwanger werde, verliere ich auch noch meinen Mann. Jüngere Frauen gibt es immer, und ich könnte es auch verstehen, ich würde es meinem Mann sogar gönnen, dass er noch mal eine Chance bekommt.
In Gedanken und mit meinem Mitgefühl bin ich bei allen, die ein so schreckliches Leid erleben müssen. Ich lese immer wieder mit und wenn ich die Kraft habe, ein paar Worte zu finden, schreibe ich sie nieder.

Ursus

Inaktiver User
05.02.2007, 09:18
meine neue Therapeutin sagte in einem kleinen Nebensatz: na, ja , Sie sind ja noch ganz schön tief drin.
Und meint, daß ich nach 18 Monaten mal langsam besser mit dem Verlust meines Mannes umgehen sollte.
Ich glaub, ich muß mir eine andere Therapeutin suchen.

Was sind das für Meßlatten, die andere an unsere Trauer legen???
Lieben Gruß

Liebe Sonntagskatze,

vorgestern war Vollmond. Ich habe meinen Lebensgefährten im November 2001 das letzte Mal bei Vollmond gesehen. Mir geht es heute wieder gut, ich freue mich am Leben und stehe mit beiden Beinen fest im Leben. Aber vorgestern habe ich den Mond gesehen und die Tränen kullerten. Und ich fand das gut, obwohl ich so traurig war. Ich habe mit dem Menschen mehr als 15 Jahre meines Lebens verbracht.

Wer will mir vorschreiben, in welchem Zeitraum ich ihm und seinem Tod gegenüber mit neutralen Gefühlen gegenüber stehe. Wer immer mir seine Wahrheit über die Trauer verkaufen will, fliegt raus. Ich habe meinen Weg gefunden -der war lang und schmerzhaft, aber es war meiner und so kann es mir heute wieder gut gehen.

Du gehst Deinen Weg, der Deiner Art von Traurigkeit und Schmerz entspricht. Da bin ich mir sicher, lese es auch aus Deinen Beiträgen in den verschiedenen Threads. Ich kann mich noch gut erinnern, als Du hier das erste Mal geschrieben hast. Du bist schon so viele Schritte auf Deinem Weg gegangen, bist ja eben nicht stehen geblieben und hast Dich unterkriegen lassen. Und das gilt für fast Alle hier. Nur - jeder geht seinen eigenen Weg. Und das sollten besonders Trauertherapeuten auch erkennen, sonst sind sie den Namen nicht wert, unter dem sie auftreten.

Kranich:blumengabe:

Pemaus
30.04.2007, 16:57
Sehnsucht, unendliche Sehnsucht. Ich stehe vor ihrem Bild und erlaube mir Gedanken. Gedanken an sie, Sehnsucht nach ihr, Erinnerungen an ihr Gesicht, ihre Worte, ihre Taten. Ich müßte eigendlich ihr Grab neu machen, Blumen pflanzen die schon hier daheim stehen. Es geht nicht ich schiebe es Tag für Tag weiter. Ich weiß mittlerweile man kann leben mit dem Schmerz mal mehr mal weniger gut, zur Zeit wohl wieder mal weniger gut.
LG
Petra mit Claudia voll Sehnsucht

prinzessin01979
01.05.2007, 14:50
Liebe Pemaus,

ich denke an Dich!

Ganz viele :blume: :blume: :blume: für Dich.

Liebe Grüße,
Melissa ( auch mit Sehnsucht im Herzen )

Pemaus
01.09.2007, 15:49
Hallo ihr Lieben all hier, auch ich möchte mich nach längerer Zeit wieder einmal melden. Mir geht es gut, jedenfalls meistens. Ich glaube ich habe im letzten halben Jahr wieder den Weg zurück ins Leben gefunden. Claudia ist immer noch ganz nah bei uns, ja, aber die Trauer ist ein teil unseres Lebens geworden mit dem wir gelernt haben zu leben und wohl auch weiter leben können. Aber ich möchte euch alles hier auch einmal Danke sagen, Danke für die vielen lieben Worte, Danke fürs Trösten, Mut machen, Zuhören, einfachmal Danke:blumengabe::blumengabe::blumengabe:

Inaktiver User
01.09.2007, 16:43
Schön, mal wieder von dir zu hören, und vor allem schön, dass es dir/euch wieder "gut geht".

Ein :blumengabe: für dich!

Pemaus
07.02.2008, 19:55
Hallo ihr Lieben alle da draußen!
Ich habe beschlossen meinen Strang wieder zu benutzen.
Wie geht es mir jetzt mehr als 5 Jahre später? Eigendlich ganz gut, ich denke das Leben hat mich wieder, aber..... doch ganz anders als vor 5 Jahren. Viel tiefer, gedankenvoller aber auch zufriedener! Viel weniger belastbarer, ängstlicher aber auch mit mehr Optimismus und lebendsbejahender. Mir geht es zur Zeit irgendwie komisch, ich kann es nicht beschreiben. Auch heute jeder Tag eine neue Herausforderung. Aber ich weiß auch eher was ich möchte und was nicht (manchmal jedenfalls ).
Besonders heute wieder ein gedankenvoller Tag mit einem wunderschönen Abendrot mit Claudia soooo nah. :engel:
Petra

fuechsine
08.02.2008, 14:00
Sei gegrüßt:blumengabe:

Pemaus
08.02.2008, 19:42
Hallo,
ich habe heute wieder die neuen Beiträge gelesen. Gerade die Beiträge von birgit bringen mich sehr zum Nachdenken. Wie war das bei mir damals??? Ich könnte es ja nachlesen, ich hab es mir wohl auch von der Seele geschrieben. Aber ich glaube zur Zeit möchte ich mich gar nicht so genau zurückerinnern, jedenfalls nicht an diesen unvorstellbaren Schmerz! Lieber nur an meine wundervolle Tochter!
Wünsche euch allen eine lebbare und besonders schlafbare Nacht:blumengabe:
LG
Petra:engel:

Inaktiver User
08.02.2008, 20:01
Aber ich glaube zur Zeit möchte ich mich gar nicht so genau zurückerinnern, jedenfalls nicht an diesen unvorstellbaren Schmerz! Lieber nur an meine wundervolle Tochter!

Eine weise Entscheidung :liebe:
Wähle immer die freudige Erinnerung !

mmoonixx
11.02.2008, 02:17
Liebe pemaus,
bin der selben Meinung wie Lavendelmond. Claudia wird sich freuen und Dir helfen.
Ein lieber Gruss
mmoonixx

Pemaus
11.02.2008, 22:18
Und wieder ein kleiner Engel mehr:heul:
Die kleine Tosca ist heute gestorben. Sie hat sich im Kindergarten an der eigenen Jacke stranguliert. Eben war eine Freundin ihrer Mama bei mir, die mich gut kennt. Sie fragte um Hilfe, was kann ich tun, wie geht es weiter?????
Die armen Eltern, sie tun mir soooooooo leid!

mmoonixx
12.02.2008, 03:09
Liebe pemaus
Du hast das alles schon durchmachen müssen und wenn man Dich um Hilfe bittet wissen Die anderen dass Du helfen kannst. Kannst Du mindestens einen Tag der Woche bei dieser trauernden Mutter sein und zuhören und zusammen weinen? Wenn ja, dann mach es.
Ein lieber GRuss
mmoonixx

marko
12.02.2008, 09:23
Liebe Petra,
helfe wenn Du Dich stark genug fühlst aber passe auf Dich auf.
:in den arm nehmen:

Liebe Grüße
Birgit mit Marko im Herzen

Pemaus
21.02.2008, 15:13
Hallo,
heute ist mal wieder so ein Tag, sooo ein Tag halt. Den ganzen Tag daheim, eigendlich keine Probleme aber...... so voller Sehnsucht.
Ich war schon einkaufen, habe eine Hühnersuppe gekocht, einen Schokoladenpudding gekocht, meinen handyvertrag verlängert, tja und hmmmmm.........so ein Tag halt.
LG

mmoonixx
22.02.2008, 02:44
Liebe Pemaus,
ja, dass war sicher ein Tag zum vergessen - trotz Hühnersuppe und Schokoladenpudding..aber heute geht wieder die Sonne auf ..oder sie versteckt sich hinter dunklen Wolken...und die Sehnsucht ist immer da - mit oder ohne Sonne.
Ein lieber Gruss
mmoonixx

Pemaus
19.04.2008, 19:05
Hallo mein Engel,
mir war mal wieder nach ein paar geschriebener Worte an dich. Morgen, ja morgen wirst du wieder mal so ganz besonders fehlen. Diene Schwester hat Konfirmation und ein Platz ist leer. Sie wird auch langsam groß und könnte soooo gut eine große Schwester gebrauchen und vermisst dich auch so sehr. Die letzen Tage sind meiner gedanken wieder so ganz oft aber so anders bei dir. Nicht einfach nur in liebe und Erinnerung, nein auch in Schmerz und in Gedanken andie schreckliche Zeit als du gingst. Die schlimmen Erinnerungen und Überlegungen wie das war, da vor mehr als 5 Jahren, der Unfall, die Beerdigung, der Schmerz. Du fehlst uns immer, einfach immer und morgen sooooo ganz besonders. Ich weiß du bist da auch morgen, so wie auch an der Vorstellung, als der Pfarrer vor versammelter Gemeinde mitteilte draußen habe ein auto noch das Licht an, ein roter Corsa mit dem Kennzeichen E..-AD-, so wie deiner auch war.
Ich hab dich lieb:blumengabe:

Haferflocke
19.04.2008, 19:22
Liebe Petra,

deine Worte berühren mich sehr, weil sie so voller Liebe sind...

:in den arm nehmen:
Haferflocke

marko
19.04.2008, 20:39
Liebe Petra,

ich habe oft an Dich und Claudia denken müssen, mich gefragt wie es Dir wohl geht und Dein Leben verläuft. Morgen wird Claudia wie immer ein Teil von Euch sein und genau wie immer dadurch auch an der Konfirmation Ihrer Schwester teilnehmen. Sie ist bei Dir und Ihrer Familie durch die große Liebe von Euch Allen. Ich bin im Gedanken an Deiner Seite.

Liebe Grüße
Birgit mit Marko:engel: im Herzen

Pemaus
11.07.2009, 11:23
Hallo ihr Lieben zusammen,
heute möchte ich mich mal wieder melden. Ich hoffe es geht euch allen halbwegs gut. Mein Leben befindet sich auch wieder in halbwegs normalen Bahnen. Zur Zeit mache ich eine Ausbildung zum Trauerbegleiter und werde diese nächsten Monat abschließen. Mal schauen wie es dann weitergeht.

In den nächsten Wochen steht mir wieder ein großer Schritt bevor. Meine Kleine, sie ist jetzt 15, fährt mit einer Jugendreise nach Spanien. Ich habe solche angst, aber ich muß, ich muß ihr etwas zutrauen, sie lassen, sie wird groß. Ich weiß noch nicht wie ich diese 10 Tage überstehen soll. Unser Engel claudia passt sicher gut auf sie auf. Das hilft mir ein wenig, aber wohl noch nicht genug.
Ohhh ich frage mich wieder sehr nach dem warum (Grüße an Birgit :-)) Warum nicht einfach mal nur einfach leben, glücklich sein und unbeschwert.:wie?:
LG
Petra

marko
11.07.2009, 14:17
Liebe Petra,

Claudia wird auf ihre Schwester / Deine Ann-Kristin aufpassen so wie sie für Euch alle als Schutzengel da ist. Sie begleitet Euch an allen Tagen, ist da wenn Daniel unterwegs ist, begleitet Dich auf einen neuen Weg.

Ich habe Heute nach langer Zeit wieder einmal in Deine Seiten nachgelesen und es erwärmt mein Herz Dein “Heute“ ( auch wenn nur durch mein zulesen) zu erleben. Es zeig mir das ich meine kraft wieder finden muss für meine Tochter. Den Weg als Trauerbegleiterin finde ich extrem mutig und bewundere Dich dafür. Deine Zeilen in meinen Strang zeigen mir „ Du bist die Richtige dafür“ wünsche Dir die Kraft, die Stärke und auch den nötigen Abstand für Deine neue Herausforderung. :blumengabe:

liebe Grüße

Birgit mit :engel:Marko für immer im Herzen

Pemaus
11.07.2009, 14:27
:wangenkuss:

mmoonixx
13.07.2009, 03:02
Kann nur mit ganzem,schwerem Herzen Zustimmen - ein ganzer SAck voll Energie in dieser Phase...

mmoonixx

Pemaus
10.06.2010, 20:10
Hallo ihr Lieben hier alle,
ich möchte euch heute mal wieder von mir berichten. Mir geht es gut. Ich leite jetzt seit November Trauerseminare und möchte im Herbst ein Trauercafe gründen. Es geht mir sehr gut damit. Ich habe im letzten Jahr wieder die Freude am Leben gefunden, nicht immer, aber doch oft. Mein Weg ist so richtig, Claudia hat mir dies geschenkt und ich bin sehr dankbar dafür.
Ich möchte dies schreiben für alle die hier noch auf diesem weiten und oft so sehr kurvigen, steilen und beschwerlichen Weg sind.
Ich möchte euch bitten, geht ihn weiter, immer schritt für schritt auch wenn es aussieht als ginge man rückwärts, es geht trotzdem voran, immer ein wenig weiter.
Ganz liebe Grüße, besonders an Birgit (wie geht es dir, würde mich freuen von dir zu hören)
Petra mit claudia für immer im Herzen:liebe:

Inaktiver User
11.06.2010, 12:33
Wie schön, von dir zu hören !
Und dann kommst du auch noch mit so guten Nachrichten von dir.
Ich freue mich für dich.
:blumengabe: