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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bericht - Wollte früher nie ein Kind und habe jetzt eines



Scheherazade
01.04.2006, 22:19
Hallo zusammen,

dieses Forum stand ziemlich am Anfang meiner Überlegungen für ein Kind. Daher hatte ich mir immer wieder vorgenommen, mal wieder hier reinzuschreiben und von meinen Erfahrungen zu berichten. Damals hätte ich mir vielleicht einen solchen Forumsbeitrag gewünscht, der mir etwas Mut macht. Er ist nicht für die Frauen gedacht, die absolut keine Kinder wollen. Ich wollte auch lange keine und keine noch so guten Worte und Argumente hätten meine Meinung geändert.

Nein, dieser Beitrag ist für Frauen, die auch immer kein Kind wollten, jetzt aber andere Gefühle haben und gerne mal meine Geschichte hören würden.

Bis vor vier Jahren, da war ich etwa 35, wollte ich aus vielen Gründen keine Kinder. Ganz oben stand der Beruf, obwohl ich keine Karriere mache. Ich bin Informatikerin und habe keinen Führungsposten. Und dann schreckten mich die vielen Einschränkungen: wir haben viele Hobbies und treiben viel Sport. Auch wenn ich beim Einkaufen oder im Bekanntenkreis quengeligen Kindern begegnet bin, war ich immer heilfroh, dass ich sowas nicht hatte. Ich war auch davon überzeugt, eine schlechte Mutter zu sein. Schon wegen des "Männerberufes". Ich bin beruflich und in der Freizeit viel mit Männern zusammen und konnte mit Frauenthemen auch nicht so viel anfangen. Da dachte ich auch, es fehlen eben ein paar Hormone für das deideidei.

Und dann kam 2002 im Herbst ziemlich viel bei mir zusammen.

Zuerst bekam ich die Spirale raus, weil sie nicht richtig sass. Das hatte mich irgendwie verwirrt und ich dachte öfter mal an ein Kind. Ich schob das aber darauf, weil die Spirale fehlte.

Und ganz wichtig ist noch die Geschichte von der Frau, die ich gut kenne. Sie ist 20 Jahre älter als ich und wollte auch nie Kinder. Sie und ihr Mann konnte schon ziemlich früh vor der Rente zu arbeiten aufhören und ich fand ihr Leben grossartig. Mit Anfang 50 bekam sie Brustkrebs und drei Jahre später -eben in diesem Herbst 2002- noch ein anderen Krebs. Sie vertraute mir an, dass sie sich heute ein Kind wünschen würde. Gleichzeitig erkrankte mein Schwiegervater schwer. Dadurch dachte ich viel über das Leben nach. Schliesslich hatte ich ja auch Pläne gemacht: Dicke Kohle verdienen, bald zu arbeiten aufhören und in den Süden ziehen.

Ich bekam eine neue Spirale. Etwa eine Woche später spürte ich wieder diese Gedanken an ein Kind. Nachts, mein Mann war gerade eingeschlafen, traute ich mich, ihm zu offenbaren: "Du, ich möchte ein Kind". Und dann kam schlaftrunken zurück: "Wenn Du eins möchtest, bekommst Du eins". Viel mehr haben wir in der ersten Nacht wohl gar nicht gesprochen.

Auf alle Fälle war ich sehr erleichtert. Schliesslich war ja seit Jahren klar, dass wir keine Kinder wollen. Ich erwartete eigentlich: "Spinnst Du, in Deinem Alter...".
Na ja, ich dachte auch, ich wäre schon zu alt. Dann überlegte ich schliesslich, wie vor 50 Jahren die Medizin wohl war. Und dass ein Kind heute viel bessere Chancen hätte, auch wenn die Mutter über 35 ist.

In allen möglichen Foren kramte ich und stellte fest, dass viele erst mit 35 und älter Kinder bekommen. Ich wäre also gar kein Einzelfall. Wir warteten dennoch ein ganzes Jahr, bevor die Spirale herauskam. Ich wollte nämlich wissen, ob der Kinderwunsch anhalten würde oder ob es nur so eine Eintagsfliege war. Ein hartes Jahr. Ich dachte viel nach über all die Für und Widers. Mal waren die einen, mal die anderen stärker.

Schön ist auch, dass ich hier im Forum eine Freundin fand. Wir mailen jetzt seit drei Jahren. Sie war sich damals auch total unklar - und hatte ähnlich Grundvoraussetzungen. Dann hat sie sich doch gegen ein Kind entschieden. Trotzdem finde ich, dass wir viele Gemeinsamkeiten in unseren Ansichten und Vorlieben haben.

Ende 2003 liess ich also die Spirale ziehen und schwups war ich schwanger. Zuerst konnte ich es gar nicht glauben. Als ich in der neunten Woche vom Frauenarzt kam und es unserer Familie verkündeten, hatte ich den Eindruck, es freuen sich alle mehr als ich. Als ich in der dreizehnten Woche beim Ultraschall war und sah, dass sich dieses Kind in meinem Bauch bewegt und rumturnt, da war ich überglücklich. In der 17. Woche weinte ich vor Erleichterung über das Ergebnis meiner Fruchtwasseruntersuchung. Ich hätte es nicht fertig gebracht, dieses Kind wieder herzugeben.

Meine Tochter ist heute eineinhalb Jahre alt und die letzten zwei Jahre waren die schönsten in meinem bisherigen Leben. Gut ich hatte auch viel Glück, meine Schwangerschaft verlief nahezu problemlos, das Kind kam gesund auf die Welt, ich kann Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen und meine Tochter ist ein ausgeglichenes und fröhliches Persönchen.

Aber es gibt auch bei uns Probleme, wenn sie mal krank oder schlecht gelaunt ist, und ich habe seit der Geburt keine Nacht mehr durchgeschlafen. Aber für nichts auf der Welt möchte ich mit dem Zustand vorher tauschen.

Gründe, die für ein Kind sprechen, gibt es keine, man kann nur welche dagegen finden. Das liegt in der Natur der Sache oder kennt jemand ernsthaft Gründe, die für eine Partnerschaft sprechen. Nein, man hat eben Schmetterlinge im Bauch und verliebt sich. Gründe dagegen gibt es schon eher: Man muss sich ja auch in vielen Sachen einschränken. Ich will aber nicht über Partnerschaften sprechen, sondern wollte nur ein Beispiel finden, warum es keine Gründe für ein Kind gibt. Genausoviel emotionale Bereicherung, wie man aus einer Partnerschaft gewinnen kann, kann man auch von einem Kind bekommen. Ich hoffe, Ihr versteht, wie ich das meine.

Auch wenn ich das Kind nicht bekommen habe, um im Alter nicht alleine zu sein, so spielt das doch eine Rolle. Ich will nicht, dass meine Tochter dann an meinem Bett sitzen muss. Ich gehe lieber in ein betreutes Wohnen. Aber ich weiss, dass sie noch da ist. Dass ich ihr das Leben geschenkt habe und die Zeit mit ihr teilen durfte. Mir bleiben all die Erinnerungen und ich erlebe mit ihrem Älterwerden nochmal all die Stationen meines Lebens. Momentan geht es mir ja schon so, dass ich mich jetzt viel öfter an die Kindheit erinnere.

Und ich bin sehr froh und dankbar, dass ich meine Meinung rechtzeitig geändert habe.

Liebe Grüsse
Scheherazade

Blila3
02.04.2006, 02:58
Das hast du sehr schön erzählt. Ja - ich bin auch "so eine". Kinderwunsch? Ganz im Gegenteil! Wenn man mir ein Baby in die Hand drückte, bin ich erstarrt, wollte dieses komische Etwas so schnell wie möglich wieder los werden. Fand Babies generell hässlich, unappetitlich und lästig. Mit Grausen sah ich Mütter, wie sie ins schwimmbad zogen: bepackt wie wohnungslose penner mit allem, was man fürs überleben braucht; ich dagegen: ein Handtuch und ein Buch; ich könnte noch viel aufzählen. Mit 40 Krise. Nein, kein plötzlicher Kinderwunsch, auch Partnerschaft o.k., ich wollte beruflich noch mal neu durchstarten. Kurzurlaub, schlaflose Nacht, in der ich ein paar aktuelle Probleme durchgearbeitet hab, wieder "im Reinen mit mir" bin ich eingeschlafen. Am nächsten Tag hab ich - zum ersten Mal im Leben - überhaupt nicht an Verhütung gedacht, es kam mir einfach nicht in den Sinn. Und war mir hinterher sicher: das wars jetzt. Richtig. Keine Sekunde bereut - im Gegenteil! Seit 15 Jahren, und es wird immer noch besser, obwohl natürlich Probleme nicht ausbleiben und ich jahrelang meine Belastungsgrenze überschritten habe.

xanidae
02.04.2006, 08:14
euch beiden: :blumengabe:

ich hatte auch keinen kinderwunsch - bis ich meinen mann kennenlernte. da änderte sich das schlagartig, darauf war ich gar nicht gefasst. als es dann hieß ich könne ohne hormonbehandlung keine kinder bekommen, haben wir uns nach einer kurzen phase der trauer nach adoption erkundigt - und nicht mehr verhütet... ich war so schnell schwanger geworden, dass die ärzte sehr überrascht waren.
trotz aller finanzieller schwierigkeiten (wir sind beide selbständig) in der zeit nach der geburt unseres 1. sohnes, habe wir uns für ein zweites kind entschieden und bereuen es nicht. auch wenn wir manchmal nicht wissen, wo uns der kopf steht und wir abends um halb 10 ins bett fallen und dankbar sind, wenn einer von uns bis 8 ausschlafen darf am wochenende.
sohn nr1 testet gerade ob ein kugelschreiber in den aktenvernichter passt...

Blila3
02.04.2006, 12:23
:allesok: du bist doch die "geboren" mutter, deinen beiträgen nach zu urteilen

Cariad
02.04.2006, 14:42
Liebe Scheherazade,
vielen Dank für deine Geschichte! :blumengabe:

Ich gehöre zu den Frauen, die einen Kinderwunsch, aber zur Zeit noch viele große "ABER"s vor Augen haben. Kürzlich sprach ich mit einer Frau, deren Söhne beide im Schulalter sind. Sie sagte, sie bedaure es, dass sie in ihrem Beruf keine anspruchsvolleren Aufgaben übernehmen kann, weil sie nicht mit voller Kraft und Zeit arbeitet.
Das hat meinem Kinderwunsch irgendwie wieder einen temporären Dämpfer versetzt. Insofern freue ich mich über deine Geschichte. Hach, was muss das auch alles so kompliziert sein heutzutage? :smirksmile:

Grüße, Cariad

Uschi35
02.04.2006, 18:32
Liebe Scheherazade,
vielen Dank für deine Geschichte! :blumengabe:

Ich gehöre zu den Frauen, die einen Kinderwunsch, aber zur Zeit noch viele große "ABER"s vor Augen haben. Kürzlich sprach ich mit einer Frau, deren Söhne beide im Schulalter sind. Sie sagte, sie bedaure es, dass sie in ihrem Beruf keine anspruchsvolleren Aufgaben übernehmen kann, weil sie nicht mit voller Kraft und Zeit arbeitet.
Das hat meinem Kinderwunsch irgendwie wieder einen temporären Dämpfer versetzt. Insofern freue ich mich über deine Geschichte. Hach, was muss das auch alles so kompliziert sein heutzutage? :smirksmile:

Grüße, Cariad



Hallo,

so etwas ähnliches kenne ich auch.
(Aber auch ich fand Eure Geschichten sehr schön!)
Ich hörte neulich von einer dreifachen Mutter:"Hätte ich das alles vorher gewusst, hätte ich keine Kinder bekommen."
Natürlich, Ihr sagt jetzt, das hat sie nicht so gemeint und hergeben würde sie sie auch nie wieder. (Ausserdem gehört sie definitiv und unabstreitbar zu der extremeren Sorte der jammernden Deutschen :freches grinsen:).
Trotzdem: DAS hat MIR ziemlich zu denken gegeben........

LG
Uschi

Scheherazade
02.04.2006, 20:11
Schön zu hören, dass es anderen auch so geht. Vor dieser Zeit nannte ich Kinder "Wohnzimmerparasiten", könnt Ihr Euch das vorstellen?

Scheherazade
02.04.2006, 20:31
Hallo Cariad,

Deine Bedenken verstehe ich gut. Ganz offen ist es auch immer ein Spagat, wenn man ein Kind hat und trotzdem beruflich erfolgreich sein will.

Ich kann Dir nur raten, möglichst bald wieder arbeiten zu gehen. Ich habe nach 3 Monaten, also Mutterschutz und drei Wochen Urlaub, wieder angefangen. Dann ist man insgesamt vier Monate weg, das ist zu kurz, um andere Leute einzuarbeiten. Schon als ich meinem Chef verkündete, dass ich schwanger bin, sagte ich gleich, dass ich bald wieder komme. Gegenüber meinen Kollegen habe ich die Schwangerschaft lange verschwiegen, weil ich nicht wollte, dass man mich gleich aus allen Aufgabenbereichen rausdrängt.

Wichtig ist auch, das vorher schon zu vereinbaren. Nach der Geburt ist man nämlich ziemlich gefühlsduselig und kann schlecht entscheiden.

Ich arbeite Teilzeit 30 Stunden, teils im Home-Office. Meine Tochter wird teils von der Oma und teils in einer Krippe betreut. Für mich ist das optimal, denn ich liebe mein Kind zwar sehr, aber ohne Job könnte ich trotzdem nicht sein.

Die Schulzeit wird noch ein schwieriges Kapitel, das ist mir klar. Ich hoffe bis dahin auf eine Ganztagsschule. Die Teilzeitlösung wird mein Chef nämlich nicht ewig akzeptieren, das ist mir klar (Ja, ich weiss, dass ich ein Recht darauf habe).

Was mir so spontan zu Deinem Beitrag eingefallen ist:
1. Mit Geld lässt sich vieles regeln
Wenn Du einen anspruchsvolleren Job übernimmst, kriegst Du mehr Geld, was Du in eine Putzfrau oder Nanny investieren kannst. Ausserdem ist dann Dein Mann vielleicht mal eher bereit, auch zurückzustecken und Dir was abzunehmen. Es ist ja nur hier in Deutschland so, in anderen Ländern arbeiten die zur Schulzeit längst wieder voll.

2. Ein Job ist nicht alles
Ein Job ist ein Job, aber ein Kind ist durch nichts zu ersetzen. Wenn Dein Chef Dich nicht mehr mag, wirst Du gekündigt. Es ist nur ein Geschäft. Überlege Dir, ob es Dir das wert ist.

Das sollen nur Denkanstösse sein. Damals habe ich mich auch von jeder Bemerkung einschüchtern lassen. Aber Du kannst Deinen eigenen Weg gehen und Du kannst auch beruflich erfolgreich sein mit Kind, wenn Du wirklich willst.

Liebe Grüsse
Scheherazade

Scheherazade
02.04.2006, 20:43
Liebe Uschi,

früher habe ich solche Bemerkungen auch wie Trophäen gesammelt. Besonders hochgezogen habe ich mich immer an dem Mittermeier-Spruch "Kinder sind so anstrengend, aber wenn sie Dich dann einmal anlächeln...".

Heute mit Kind versuche ich, nicht diese Klischees zu bedienen.

Liebe Grüsse
Scheherazade

Uschi35
02.04.2006, 22:02
Hallo Cariad,

Ich kann Dir nur raten, möglichst bald wieder arbeiten zu gehen. Ich habe nach 3 Monaten, also Mutterschutz und drei Wochen Urlaub, wieder angefangen. Dann ist man insgesamt vier Monate weg, das ist zu kurz, um andere Leute einzuarbeiten.
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Wichtig ist auch, das vorher schon zu vereinbaren. Nach der Geburt ist man nämlich ziemlich gefühlsduselig und kann schlecht entscheiden.
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Ich arbeite Teilzeit 30 Stunden, teils im Home-Office. Meine Tochter wird teils von der Oma und teils in einer Krippe betreut.
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Die Schulzeit wird noch ein schwieriges Kapitel, das ist mir klar. Ich hoffe bis dahin auf eine Ganztagsschule. Die Teilzeitlösung wird mein Chef nämlich nicht ewig akzeptieren, das ist mir klar (Ja, ich weiss, dass ich ein Recht darauf habe).
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1. Mit Geld lässt sich vieles regeln
Wenn Du einen anspruchsvolleren Job übernimmst, kriegst Du mehr Geld, was Du in eine Putzfrau oder Nanny investieren kannst.

Liebe Grüsse
Scheherazade




Liebe Scheherazade,

entschuldige, ich habe Dein Posting mal grad nach den für mich signifikanten Äusserungen eingekürzt.
Weil so viele Sätze darin sind, die mir für mich nicht gefallen.

Nennt mich altmodisch - aber ist DAS die richtige Weise / der Sinn, ein Kind zu haben?
Immerhin die 2-3 Jahre am Anfang sollte man sich schon "gönnen" wollen/können.
Allein schon, wenn das nicht geht - oder man das nicht will (wegen eben dem Job, der ja nicht "alles" ist), sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen?

Klingt jetzt vielleicht provokanter, als ich es meine, ich möchte damit nur meine Gedanken und Gefühle ausdrücken. Kurz gefasst: WENN ich ein Kind haben möchte, dann nicht so.
(Ob das machbar ist, ist eine andere Frage)

LG
Uschi

xanidae
02.04.2006, 22:17
Nennt mich altmodisch - aber ist DAS die richtige Weise / der Sinn, ein Kind zu haben?
Immerhin die 2-3 Jahre am Anfang sollte man sich schon "gönnen" wollen/können.




das ist nicht altmodisch, das ist neumodisch.

waren deine großmütter oder großväter 3 jahre zuhause?
meine mutter hat ihre jüngsten geschwister (zwillinge) seit sie 8 ist großgezogen. ihre eltern mußten beide arbeiten um die insgesamt 6 kinder zu ernähren.
mein vater hat früh im wald und auf dem feld mitarbeiten müssen, seine mutter hat 11 familienmitglieder bekocht und bewaschen, feld/garten/kleintiere versorgt (und das alles ohne waschmaschine, spülmaschine, etc.)- wieviel zeit blieb da wohl für das einzelne kind?

ein kindermädchen ist das altmodischste überhaupt: wer es sich leisten konnte hat früher eins gehabt...


das 'zuhause bleiben' der frau wurde von adenauer propagiert, da die trümmerfrauen den heimkehrenden soldaten die arbeitsplätze wegnahmen.

nur mal so am rande...

:zwinker:

Jennifer78
03.04.2006, 02:34
Trotzdem ist es schön, sich ein paar Jahre mit den Kindern zu gönnen.

xanidae
03.04.2006, 07:06
Trotzdem ist es schön, sich ein paar Jahre mit den Kindern zu gönnen.



sicher. doch ob diese jahre am stück sein müssen oder ob es die ersten jahre sein müssen, das kann doch jede frau für sich entscheiden, oder?

Cariad
03.04.2006, 09:18
Liebe Scheherazade,

entschuldige, ich habe Dein Posting mal grad nach den für mich signifikanten Äusserungen eingekürzt.
Weil so viele Sätze darin sind, die mir für mich nicht gefallen.

Nennt mich altmodisch - aber ist DAS die richtige Weise / der Sinn, ein Kind zu haben?
Immerhin die 2-3 Jahre am Anfang sollte man sich schon "gönnen" wollen/können.
Allein schon, wenn das nicht geht - oder man das nicht will (wegen eben dem Job, der ja nicht "alles" ist), sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen?

Klingt jetzt vielleicht provokanter, als ich es meine, ich möchte damit nur meine Gedanken und Gefühle ausdrücken. Kurz gefasst: WENN ich ein Kind haben möchte, dann nicht so.
(Ob das machbar ist, ist eine andere Frage)

LG
Uschi



Oh Mann. Immer, wenn sich Frauen darüber unterhalten, wie man Kinder und Beruf verbinden kann, kommt nach kurzer Zeit irgendeine mit "...sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen?"

Sorry, Uschi, ich mein's nicht böse. Aber das hab ich hier schon öfter erlebt. Wie können wir von Arbeitgebern und Politikern verlangen, arbeitenden Müttern bessere Lebensbedingungen zu schaffen, wenn wir Frauen selbst das sofort wieder untergraben?

Mit der obigen Einstellung wäre die Menschheit längst ausgestorben. Frauen in der Landwirtschaft hätten niemals Kinder bekommen können. Frauen zur Zeit der Industrialisierung auch nicht. Und Männer hätten es sowieso alle besser sein gelassen.

Ich würde mir gerne viel gönnen - ein halbes Jahr Weltreise, ein Sabbatical, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben, ferner eine Villa in der Toscana und ein eigenes Pony...

Auf all das muss ich verzichten, tant pis. Aber muss ich auch auf Kinder verzichten, nur weil ich es mir nicht leisten kann, drei Jahre lang nicht zu arbeiten? :niedergeschmettert:

Grüße, Cariad

Blila3
03.04.2006, 10:58
oh mädels, kann das nicht jede machen, wie es für sie grade richtig ist? ohne schiefe blicke von denen, die es so eben nicht wollen.

Inaktiver User
03.04.2006, 11:17
Nennt mich altmodisch - aber ist DAS die richtige Weise / der Sinn, ein Kind zu haben?



Ja, ganz klar ja. Das ist der richtige Weg ein Kind zu haben. Ich habe es von Anfang an so gemacht und sehe nicht die geringsten Probleme.




Immerhin die 2-3 Jahre am Anfang sollte man sich schon "gönnen" wollen/können.
Allein schon, wenn das nicht geht - oder man das nicht will (wegen eben dem Job, der ja nicht "alles" ist), sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen?



Wieso sollte man sich die "Jahre am Anfang" gönnen? Für wen soll das gut sein? Fürs Kind ist es nach allem, was ich weiss, erlebte und auch aus dem Ausland mitbekomme, kein Gewinn. Also ist es für die Mütter? Wenn sie darin aber keine Herausforderung im positiven Sinne sehen, ist es eine nutzlose Belastung, die noch dazu in die wirtschaftliche Abhängigkeit führt. Keine gute Idee.

Wer hat eigentlich diese 2-3 Jahre, die immer wieder gern durch deutsche Diskussionen geistern aufgebracht? Es gibt keinen Hinweis, ausser das deutsche Betreuungssystem, der besagt, dass Kinder in der Zeit Mütter besonders benötigen.



Klingt jetzt vielleicht provokanter, als ich es meine, ich möchte damit nur meine Gedanken und Gefühle ausdrücken. Kurz gefasst: WENN ich ein Kind haben möchte, dann nicht so.
(Ob das machbar ist, ist eine andere Frage)



Niemand zwingt Dich, es so zu machen. Mach es, wie Du willst, aber erheb es nicht zur Religion und schreibe anderen Frauen vor, unter welchen Bedingungen sie Kinder bekommen sollen, zumal es auch noch Unfug ist.

Einen schönen Tag noch

vita

Uschi35
03.04.2006, 12:25
Niemand zwingt Dich, es so zu machen. Mach es, wie Du willst, aber erheb es nicht zur Religion und schreibe anderen Frauen vor, unter welchen Bedingungen sie Kinder bekommen sollen, zumal es auch noch Unfug ist.

Einen schönen Tag noch

vita



Entschuldige bitte vielmals, daß auch ich nur dieses Forum nutze, um einfach meine Meinung hier zur Diskussion zu stellen.
Wer spricht von RELIGION???
WEM schreibe ich WAS vor?


Schlechtes Gewissen??

Uschi

Zoidberga
03.04.2006, 12:37
sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen?



Das hast Du geschrieben, Uschi und ich habe es, anscheinend ähnlich wie Vita, so verstanden, dass Du findest, Frauen, die nicht bereit sind, drei Jahre zu Hause zu bleiben, sollten keine Kinder bekommen. Das heißt, wenn man nicht Deine Vorstellung von Mutterschaft leben möchte, dann sollte man kinderlos bleiben - Du schreibst also etwas vor und stellst Deine Meinung als allgemeingültig hin. Solltest Du es nicht so gemeint haben, sondern wolltest nur sagen, dass Du es persönlich anders machen willst - wunderbar, kein Problem. Aber es kam eben anders rüber, nämlich als etwas, das für alle gilt.

Uschi35
03.04.2006, 12:50
>>Liebe Scheherazade,

entschuldige , ich habe Dein Posting mal grad nach den für mich signifikanten Äusserungen eingekürzt.
Weil so viele Sätze darin sind, die mir für mich nicht gefallen.

Nennt mich altmodisch - aber ist DAS die richtige Weise / der Sinn, ein Kind zu haben?
Immerhin die 2-3 Jahre am Anfang sollte man sich schon "gönnen" wollen/können.
Allein schon, wenn das nicht geht - oder man das nicht will (wegen eben dem Job, der ja nicht "alles" ist), sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen?

Klingt jetzt vielleicht provokanter, als ich es meine , ich möchte damit nur meine Gedanken und Gefühle ausdrücken. Kurz gefasst: WENN ich ein Kind haben möchte, dann nicht so.
( Ob das machbar ist, ist eine andere Frage ) <<<

Und nochmal sorry, womöglich habe ich ein "man" zuviel genutzt - aber ich dachte, ich hätte es wohl deutlich genug gemacht, daß das meine Haltung ist (bzw. doch eher mein Gedankengang - in dem ich mir (wohlbemerkt!) nicht sicher bin...
Deshalb auch das Fragezeichen hinter dem "sollte man sich da nicht überlegen, es lieber sein zu lassen".

Phhhh..... :unterwerf:

Uschi

Scheherazade
03.04.2006, 13:24
Eigentlich wollte ich gar keine Diskussion über berufstätige Mütter lostreten, sondern nur mutmachen, beides zu verbinden.

Früher dachte ich auch immer, die Frau muss drei Jahre zu Hause bleiben. Ich erlebte dann selbst ein gut funktionierendes Beispiel im Bekanntenkreis, das mir Mut gemacht hat. Und dann kam der Spiegelartikel Anfang 2004 "Land ohne Lachen". Darin stand sinngemäss: "Als Frau in Deutschland kann man es nur falsch machen. Bekommt man ein Kind und geht arbeiten, ist man eine Rabenmutter, bleibt man zuhause, ist man ein faules Stück und bekommt man gar keine Kinder, ist man ein gefühlloses Frauenzimmer."

In dem Artikel standen noch viele weitere Weisheiten und ich habe mir den Artikel gut aufgehoben. Mit dessen Hilfe habe ich schon einige Angriffe überlebt. In anderen Ländern ist es ungewöhnlich, wenn Frauen nach drei Jahren noch nicht wieder voll arbeiten und hier macht man ihnen die Hölle heiss.

Ich bin sehr interessiert daran, meinem Kind nicht zu schaden. Vor ein paar Monaten stand in der Eltern-Zeitschrift eine Untersuchung zu dem Thema (sinngemäss): "Am zufriedensten sind Kinder, deren Mütter in den ersten drei Jahren zu Hause bleiben und damit zufrieden sind. Am zweitbesten geht es den Kindern, deren Mütter gerne in dieser Zeit arbeiten gehen. ... Und am schlechstesten ging es den Kindern, deren Mütter die ersten drei Jahre zu Hause bleiben und damit unzufrieden sind." Ich habe also die zweitbeste Lösung für mein Kind gewählt, statt der schlechtesten.

Ich denke auch, das muss jeder für sich selber entscheiden, was er möchte. Es gibt sicher auch Berufe, wo man drei oder mehr Jahre aussetzen kann und man kommt wieder rein. Bei mir wäre das nicht gegangen.

Liebe Grüsse

Erdbeerchen
03.04.2006, 13:42
1. Mit Geld lässt sich vieles regeln
Wenn Du einen anspruchsvolleren Job übernimmst, kriegst Du mehr Geld, was Du in eine Putzfrau oder Nanny investieren kannst. Ausserdem ist dann Dein Mann vielleicht mal eher bereit, auch zurückzustecken und Dir was abzunehmen. Es ist ja nur hier in Deutschland so, in anderen Ländern arbeiten die zur Schulzeit längst wieder voll.




Hallo Scheherazade!

Mit Geld lässt sich vieles regeln.... ja, bestimmt! Aber was ist, wenn nicht genug Geld da ist?

Ich beschäftige mich derzeit auch mit dem pro und contra zum Thema Kind. Während ich eher ängstlich bin, ist mein Freund absolut für ein Kind. Eine meiner großen Sorgen ist auch das Geld. Denn mein Freund ist Beamter im mittleren Dienst und verdient derzeit sogar etwas weniger als ich. Gut, wenn wir heiraten, bekommt er einen Zuschlag und für ein Kind auch. Aber trotzdem: ich könnte es mir nicht leisten, länger als 1 Jahr zu Hause zu bleiben und wenn ich dann Teilzeit wieder einsteigen würde, würde ich vermutlich nicht mal meine frühere Vergütungsgruppe bekommen und einen anspruchsvolleren Job könnte ich erst recht nicht übernehmen.

Also bleibt uns nur das Leben in geregelter Armut. Urlaub? Auto? Mir mal etwas gönnen?? Fehlanzeige!!!

Oder sehe ich das zu pessimistisch?

Wennd er Job nicht alles ist - woher bekomme ich dann das Geld, das vieles leichter macht? s

Viele Grüße vom
Erdbeerchen

Inaktiver User
03.04.2006, 13:45
Liebe Schehezerade, danke für den schönen Bericht!! :wangenkuss:LG herbstblatt

xanidae
03.04.2006, 13:55
@erdbeerchen
kann dein freund nicht zuhause bleiben, bzw. dann in teilzeit gehen? als beamter ist das doch bestimmt möglich? (bekannte von mir sind beide beamte und haben eine gute lösung hinbekommen, er ist 4 tage arbeiten und sie 2).

und - es geht alles, wenn man muss. als unser erstes kind unterwegs war, war geplant, dass ich ein halbes jahr (obwohl besserverdiener) zuhause bleibe. dies änderte sich schlagartig, als der auftraggeber meines mannes kein geld mehr bezahlte (knapp 10000€) und von einem tag auf den anderen das projekt beendet und kein neues in aussicht war. so mußte ich ganz schnell wieder arbeiten gehen, um die lebenskosten zu sichern. in dieser zeit war auch gar nichts drin... gerade mal die fixkosten waren gesichert. beim täglichen bedarf haben wir gespart ohne ende - aber wir haben es geschafft. darauf bin ich heute stolz und trotzdem froh, dass es im moment finanziell besser läuft und das gutbezahlte projekt meines mannes das nächste halbe jahr sicher läuft.

Scheherazade
03.04.2006, 14:39
Hallo Erdbeerchen,

vielleicht ist ja das neue Elterngeld ( 60% vom Netto ) ab nächstem Jahr eine Lösung für Dich?

Liebe Grüsse
Scheherazade

Uschi35
03.04.2006, 14:49
>>Ich bin sehr interessiert daran, meinem Kind nicht zu schaden. Vor ein paar Monaten stand in der Eltern-Zeitschrift eine Untersuchung zu dem Thema (sinngemäss): "Am zufriedensten sind Kinder, deren Mütter in den ersten drei Jahren zu Hause bleiben und damit zufrieden sind. Am zweitbesten geht es den Kindern, deren Mütter gerne in dieser Zeit arbeiten gehen. ... Und am schlechstesten ging es den Kindern, deren Mütter die ersten drei Jahre zu Hause bleiben und damit unzufrieden sind." Ich habe also die zweitbeste Lösung für mein Kind gewählt, statt der schlechtesten.<<

Hallo,

schade, daß da nicht wirklich auch mal von den Müttern die Rede ist.
Meine Mutter ist damals noch (mit zwei Töchtern) ganz zuhause geblieben.
Ich weiß nicht, wie es ihr damals damit ging.
Aber ich merke jetzt, daß es ihr auf keinen Fall gutgetan hat. Sie ist z.T. richtig weltfremd, misst ihren eigenen Wert nur daran, wie sauber die Bude ist und tritt "in der Öffentlichkeit" sehr unsicher auf. UND sie hatte nie eigenes Geld.

Was die Kinder angeht: Meine Schwester und ich waren lange Zeit recht unselbständing und brauchten recht lange, um zurecht zu kommen.
Das führe ich jedenfalls u.a. auf die "überbehütete" Kindheit zurück.

Deshalb würde ich nie zur "völligen Hausfrau" mutieren wollen und es sowieso auch keinem raten.
Aber die 2-3 Jahre (da sind sie wieder!) würde ich schon gern zuhause bleiben.... :freches grinsen:

Uschi

Erdbeerchen
03.04.2006, 15:33
@erdbeerchen
kann dein freund nicht zuhause bleiben, bzw. dann in teilzeit gehen? als beamter ist das doch bestimmt möglich? (bekannte von mir sind beide beamte und haben eine gute lösung hinbekommen, er ist 4 tage arbeiten und sie 2).




Hallo Xanidae!

Mein Freund meint, er könnte, von der personellen Situation in seinem Amt her betrachtet, nur schlecht Teilzeit arbeiten oder sogar Elternzeit in Anspruch nehmen. Allerdings hätte er als Beamter eher einen Anspruch darauf als ich.

Andererseits sehe ich keinen Sinn darin, wenn er 4 Tage arbeitet und ich 2 (als Beispiel), denn vom Geld her betrachtet wäre das ja kein Unterschied dazu, wenn nur einer arbeitet.

Okay, wenn nur einer arbeitet, kann der dann Steuerklasse 3 wählen, was ja auch nochmal ein bisschen ausmacht. Kindergeld und Erziehungsgeld noch dazu ....

Das neue Elterngeld wäre natürlich toll! Wenn es das bis dahin (2007??) gibt... Klar, her damit!

Natürlich denke ich schon, dass es finanziell geht, wenn es muss. Allerdings denke ich nicht, dass ich meinen bisherigen Lebensstandard halten kann. Und der ist auch nur durchschnittlich hoch. Ist vielleicht aber auch eine Frage der Priorisierung...? :wie?:

Cariad
03.04.2006, 15:48
Hallo Xanidae!

Mein Freund meint, er könnte, von der personellen Situation in seinem Amt her betrachtet, nur schlecht Teilzeit arbeiten oder sogar Elternzeit in Anspruch nehmen. Allerdings hätte er als Beamter eher einen Anspruch darauf als ich.



Tja, "von der personellen Situation" her ist das wohl in allen Jobs mit Nachteilen behaftet. :smirksmile:



Andererseits sehe ich keinen Sinn darin, wenn er 4 Tage arbeitet und ich 2 (als Beispiel), denn vom Geld her betrachtet wäre das ja kein Unterschied dazu, wenn nur einer arbeitet.





Ich sehe den Unterschied darin, dass eben beide den Fuß in der Tür behalten. Wenn einer für längere Zeit ganz aufhört zu arbeiten, wird der Wiedereinstieg schwer.

Auf das Elterngeld hoffe ich auch. :allesok: Wie gesichert ist das eigentlich inzwischen? Ich dachte, die Entscheidung ist durch, aber wie immer scheint es Probleme mit der Finanzierung zu geben... Ich weiß nicht, ob man im Moment schon darauf vertrauen kann?


Hm, abgesehen von allem anderen muss ich auch noch meinen Partner von dem Kinderplan überzeugen. Er ist da sehr schwankend. Manchmal denke ich, jetzt ist er so weit, dann macht er wieder eine blöde Bemerkung von wegen "Kinder, das bedeutet doch nur stinkige Windeln zu wechseln." :nudelholz:

Gibt es dafür auch noch gute Tipps? :zwinker:

Grüße, Cariad

Scheherazade
03.04.2006, 21:00
Hallo Cariad,

eigentlich rechne ich fest mit dem Elterngeld. Es wird ja schon auf der Homepage angekündigt hier der Link:

http://www.bmfsfj.de/Politikbereiche/familie,did=69034.html

Wir wollen nämlich nochmal Nachwuchs und da würde ich vielleicht sechs Monate statt drei wie beim ersten Kind daheim bleiben. Allerdings weiss ich nicht, ob ich es wirklich so lange daheim aushalte.

Das Elterngeld ist meiner Meinung nach wirklich das beste, was sich die Politik seit Jahren ausgedacht hat. Denn bisher gab es ja für die meisten gar nichts ...

Liebe Grüsse
Scheherazade

Inaktiver User
03.04.2006, 21:38
Im Moment ist es noch eine Absichtserklärung. Bis es durch den Bundestag ist, glaub ich noch nicht, dass es wirklich so kommt.

In letzter Zeit wurde viel von der Bundesregierung angedeutet und in der letzten Woche hiess es dann, dass die Gesamtheit der Änderungen erst gegen Ende des Jahres in einem grossen Reformwerk veröffentlicht wird.

Fest steht dabei noch nichts.

Gruss

vita

Hornilla
03.04.2006, 22:34
Ich möchte auch einfach Scheherezade für den wunderschönen Bericht danken! :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Ansonsten: Bitte seid doch so fair und akzeptiert unterschiedliche Lebensentwürfe. Wenn Menschen (egal, ob Mütter oder Väter) nach der Geburt ihrer Kinder ein paar Jahre zu Hause bleiben möchten, ist das o.k., wenn sie sofort wieder arbeiten möchten, ist das auch o.k. Für die Kinder ist es nur schlimm, wenn ihre Eltern nicht hinter dem stehen, was sie tun.
Warum machen wir Deutschen nur aus allem eine Ideologie? :niedergeschmettert:

fragt sich

Hornilla

Schussel
04.04.2006, 11:57
Also ich finde das Elterngeld den komplett falschen Ansatz! Wenn ich wieder arbeiten gehen würde, würde ich nach Abzug des Kindermädchens weniger bekommen als wenn ich zu Hause bliebe. Also wenn Elterngeld, dann auch für die Berufstätigen, die es dann für das Kindermädchen ausgeben.
Aber der Hauptgrund gegen dieses Elterngeld ist, daß dies in keinster Weise mehr Frauen motivieren wird, Kinder zu bekommen. Denn was mache ich denn danach? Mein Vorschlag wäre dieses Geld direkt in die Betreuungsmöglichkeiten zu stecken.

Inaktiver User
04.04.2006, 13:25
Dem möchte ich widersprechen. Für mich/uns ist es eine gute Sache. Ich werde nach den 12 Monaten mit einem Krippenplatz und meinem alten Gehalt - Abschlag wahrscheinlich, weil ich auf 32 Stunden reduzieren werde - damit gut rumkommen und sehe es als Motivierung. Wenn dazu kommt, dass ich die Betreuungskosten absetzen kann, ist es eine gute Sache.

Was will ich mehr?

vita

Zuviel
05.04.2006, 11:28
Am zufriedensten sind Kinder, deren Mütter in den ersten drei Jahren zu Hause bleiben und damit zufrieden sind. Am zweitbesten geht es den Kindern, deren Mütter gerne in dieser Zeit arbeiten gehen. ... Und am schlechstesten ging es den Kindern, deren Mütter die ersten drei Jahre zu Hause bleiben und damit unzufrieden sind."


Ich habe ein Kind und arbeite Vollzeit und ich habe die BESTE Lösung gewählt, denn ich wäre zuhause unzufrieden gewesen und das hätte sich mit Sicherheit aufs Kind übertragen.



Trotzdem ist es schön, sich ein paar Jahre mit den Kindern zu gönnen.


Wenn man als "gönnen" empfindet, absolut richtig. Wenn es eine Einschränkung bedeutet, ist es kein Gönnen mehr.

Ich finde es schade, dass FRAUEN sich immer noch gegenseitig kritisieren.
Es gibt KEIN allgemeingültiges Modell, weder für die Eltern noch für die Kinder.

Zuviel

Cassis
05.04.2006, 12:01
Yepp, genau.

Wobei ich auch sagen muss dass ich nicht glaube das jede Mutter fuer jedes Alter ihrer Kinder gleich gut geeignet ist. Nicht allen ist es gegeben 24 Stunden am Tag mit einem Kleinkind zuverbringen und sich dabei rundum wohl zufuehlen. Ich zum Beispiel. Ich habe weder einen ausgepraegten Hang zu Baukloetzen oder Spielplaetzen. Es gibt Wochenenden bei denen ich froh bin dass sie vorbei sind und ich wieder in die Arbeit darf. :wangenkuss:
Aber ich bin zuversichtlich dass meine besonderen Faehigkeiten meinem Kind in einem anderen Alter sehr zugute kommen werden. Als Mutter und Mensch finde ich es wichtiger mir ueber meine Schwaechen und Staerken Klarheit zuverschaffen, und meinem Kind dort Ausgleich anzubieten wo es noetig ist, als mich in eine Rolle zuzwaengen die mir nicht liegt.
Cassis

Erdbeerchen
05.04.2006, 12:35
Aber ich bin zuversichtlich dass meine besonderen Faehigkeiten meinem Kind in einem anderen Alter sehr zugute kommen werden. Als Mutter und Mensch finde ich es wichtiger mir ueber meine Schwaechen und Staerken Klarheit zuverschaffen, und meinem Kind dort Ausgleich anzubieten wo es noetig ist, als mich in eine Rolle zuzwaengen die mir nicht liegt.
Cassis




Das ist eigentlich ein guter Gedanke, Cassis! Vermutlich wird es mir auch mal so gehen. Ich glaube auch nicht, dass ich mit jedem Alter meines (zukünftigen) Kindes so super klar komme... Aber ist das nicht normal??? Manche Frauen schleppen gerne Babies in der Gegend herum und bekommen gar nicht genug von den Kleinen, und andere sind froh, wenn die Würmer erst mal größer sind und wollen sich ein Baby nicht nochmal antun... :smirksmile:

xanidae
06.04.2006, 07:18
@cassis &amp; erdbeerchen

genau das sind meine gedanken. die baby- und kleinkindzeit dauerhaft ist nicht so mein ding. die zeit würde sich nur zu einem 'versorgen' entwickeln und daher genieße ich meine arbeit und widme mich morgens und abends intensiv meinen kinder. da darf auch mal der haushalt liegen bleiben.
wahrscheinlich werde ich zu schulbeginn mir 3 monate frei nehmen, da ich in der glücklichen situation bin dies möglich zu machen.

Suresnes24
06.04.2006, 23:14
@ Cassis,

Du hast mir aus der seele gesprochen!!! Manche Mütter sind einfach nicht für´s Spielen mit Kleinkindern geeignet! (Ich HASSE Bauklötze...)

Und jede sollte frei wählen können.

Mein kind habe ich in frankreich bekommen. Was mich besonders beeindruckt hat dort, ist die Freiheit der Mütter - einfach nur genial.

Frau kann arbeiten gehen, es gibt für jeden geschmack Betreuungsmöglichkeuten von denen wir hier in D nur träumen können. Und frau kann daheim bleiben. - wie frau es mag.

Jobsuche mit Kind - kein Thema dort, der AG weiß, dass frau es regeln kann.

zurückgekommen nach dem trauten D - ein Schock. der Feind der Mutter - andere Mütter - und die wohlgemeinten Bemerkungen der umwelt....

Aber allem zum Trotz - nie würde ich es anders haben wollen. Auf mein Kind verzichten, nur weil es hier schwieriger ist??? Nein nein nein, wir schaffen das so.

Und Sohnemann ist glücklich, eine mama zu haben, die nicht Bauklötzchen gespielt hat, aber für eine super liebe nette Nanny (Nounou) gesorgt hat, die das gerne machte. Und heute eine glückliche mama zu haben, die dafür andere Dinge gerne mit ihm tut.


LG
Suresnes

zuckerschnecke
10.04.2006, 21:42
Ich habe Zwillinge von 4,5 Monaten und werde in 2 Wochen wieder anfangen zu arbeiten. 3 Tage die Woche (1 Tag Homeoffice, 2 Tage in der Firma); also 24 Stunden. Mich haben nie irgendwelche Selbstzweifel gemartert, ob diese Entscheidung für mich richtig ist. Ich glaube nicht daran, dass das optimale Eltern-Kind-Verhältnis nur entstehen kann, wenn ich auf meine Berufstätigkeit verzichte. Ich glaube eher, dass es wichtig ist während der gemeinsamen Zeit tatsächlich für das Kind präsent zu sein. Man kann auch da sein, ohne für jemanden da zu sein.
LG, Zuckerschnecke

3erMond
30.04.2006, 00:08
Berufstätigkeit und Mutterschaft: Ich finde das Thema wird immer falsch aufgewickelt, so: "Darf ich das?"
Frage ist doch eher: "Kann ich das?"
Das ist Stress. Oder geht ihr alle aus Spaß arbeiten :wie?:?
Ich denke mal so: Da ist das Kind mit seinen Bedürfnissen und es soll glücklich und vernünftig groß werden. (also: frische Socken, Hausaufgaben nachgucken und üben, mal Besuch bekommen dürfen, mal was vorgelesen kriegen etc.) Wenn ich das erfüllen kann: (Durch geschickte Organisation, persönliche Belastbarkeit und Fleiß, pflegeleichtes Kind..)Habe ich dann noch Energie übrig? Wenn ja: Warum nicht arbeiten gehen?

:knicks:

Mond

Nicoletta
21.05.2006, 20:59
Meiner Meinung nach wird der Eindruck der liebenden Mutter etwas getrübt durch Sheherazades Äußerung, sie wolle noch ein Kind (mit über 40!) und dieses gleich nach der Geburt bei der Mutter und in der Krippe parken und zurück in den Job. Arbeiten schön und gut, aber so bald? Ich frage mich, wofür man überhaupt Kinder bekommt, wenn man nicht zumindest in der ersten Zeit für sie da sein möchte und der Beruf wichtiger ist.

Leandra
21.05.2006, 22:27
Ich frage mich, wofür man überhaupt Kinder bekommt, wenn man nicht zumindest in der ersten Zeit für sie da sein möchte und der Beruf wichtiger ist.



Fragst Du das Dich auch bei vätern?

xanidae
21.05.2006, 22:55
@leandra

genau mein gedanke!

Mercedesbenzgirl
21.05.2006, 23:51
Ich frage mich, wofür man überhaupt Kinder bekommt, wenn man nicht zumindest in der ersten Zeit für sie da sein möchte und der Beruf wichtiger ist.



Nicoletta, ich frage mich das auch immer.
Kinder haben wollen, aber abschieben und sich Erziehung erkaufen.
Scheint so, als sei ein Job weniger stressig, das erkennen diese Abschiebemamas wohl. :fg engel:

Sonderzeicen
22.05.2006, 00:57
frauen, die ihr kind stressiger finden als ihren job, scheinen mit der mutterrolle doch etwas ueberfordert. mir tut es in solchen faellen auch etwas um das kind leid, das so eine mutter den ganzen tag um sich haben muss, denn so richtige zufriedenheit ist da wohl nicht zu erwarten. im falle von scheherazade wird das kind ausser der mutter von leuten betreut, die diese betreuung nicht als opfer ansehen, sondern dies professionell tun (krippe) oder weil sie gern das kind um sich haben (grossmutter). gepaart mit einer mutter, deren beruf ihr spass macht und die weiterhin geld verdient (auch wichtig!), scheint mir das eine gute sache zu sein.

Leandra
22.05.2006, 08:23
Ich frage mich, wofür man überhaupt Kinder bekommt, wenn man nicht zumindest in der ersten Zeit für sie da sein möchte und der Beruf wichtiger ist.



Nicoletta, ich frage mich das auch immer.
Kinder haben wollen, aber abschieben und sich Erziehung erkaufen.
Scheint so, als sei ein Job weniger stressig, das erkennen diese Abschiebemamas wohl. :fg engel:



Solche Beiträge zeigen mal wieder, dass der deutsche "Mutterkult" nicht totzukriegen ist. :gegen die wand:

millenia
13.08.2006, 21:21
Hi,
nachdem ich mich durch die Beiträge mehr oder weniger durchgelesen habe und der eigentliche thread ja auch etwas 'verloren' ging, möchte ich meine Auffassung gerne kundtun:

Ich bin im Februar 40 geworden und bis vor ca. 1 Jahr kam NIE der Gedanke in meinen Kopf, Kinder haben zu wollen. Das hängt, wie bestimmt bei vielen, mit den Partner, die man hatte, zusammen.
Ich bin seit April 2005 mit einem Mann zusammen, der 5 Jahre jünger ist und nie einen Hehl daraus gemacht hat, daß er sich ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kann.
Irgendwie ging der wichtige Punkt Partner hier ein bisschen unter (oder ich habe nicht alles gelesen :smirksmile: ).
Kinderwunsch hin oder her - ich denke, man muß da zu zweit dran. Erst recht, wenn einer der Partner eigentlich schon das 'ideale' Alter überschritten hat. Und das gilt in meinen Augen für Frau UND Mann!

Ich mache mir viel Gedanken, ob ich das wirklich schaffen würde, denn ich bin i.d.R. nicht sehr geduldig - und Geduld braucht man bestimmt eine ganze Menge.
Ich mache mir weniger Gedanken ob es mir überhaupt noch möglich ist. Denn ich bin überzeugt, wenn wir es beide wollen dann klappt das auch.
Und sollte es nicht klappen, dann hat das seine Grund (die Natur regelt das schon richtig).

Wurde denn schon der Gedanke diskutiert, daß den auch der Mann vielleicht sich um das Kind kümmern kann? Warum liegt die Hauptverantwortung immer bei der Frau?
Das hat mich schon immer gestört:
die Frau ist eine Rabenmutter, wenn sie beschließt, sich dem Beruf zu widmen und nicht komplett für den Nachwuchs sich hingibt.
der Mann ist SUPER, wenn er Karriere macht und Frau und Kind zu Hause auf ihn warten.

Wird sich diese Einstellung irgendwann mal ändern?
Ich glaube, das war auch ein Punkt in meinen Gedanken, der mich immer davon abgehalten hat, eine Kinderwunsch zu haben.

Lange Rede - kurze Zusammenfassung :lachen: :
ich kann auch ein erfülltes Leben ohne Kinder haben denn es kommt immer darauf an, was ich aus meinem Leben mache.

ich werde nächsten Monat meine FA über die Risiken einer Schwangerschaft ab 40 befragen.

ich habe mir in meinem bisherigen Leben noch nie so viele Gedanke über Kinderkriegen gemacht.

Und das Wichtigste: ich kann mir mit meinem Partner vorstellen, es zu schaffen! :yeah:

millenia

Inaktiver User
13.08.2006, 23:29
Meiner Meinung nach wird der Eindruck der liebenden Mutter etwas getrübt durch Sheherazades Äußerung, sie wolle noch ein Kind (mit über 40!) und dieses gleich nach der Geburt bei der Mutter und in der Krippe parken und zurück in den Job. Arbeiten schön und gut, aber so bald? Ich frage mich, wofür man überhaupt Kinder bekommt, wenn man nicht zumindest in der ersten Zeit für sie da sein möchte und der Beruf wichtiger ist.
Muetter werden nicht zu guten Muettern, indem sie dauerpraesent sind. Sheherazades ist eine tolle Mutter, weil sie ihre Kinder liebt und dafuer sorgt, dass sie alles bekommen. Aber die Diskussionen wiederholen sich doch immer: wenn der Vater den ganzen Tag arbeitet, wuerde kaum einer ihn zum schlechten Vater erklaeren. Die Mutter ist aber eine schlechte Mutter, wenn sie es wagt, zu arbeiten.
Was qualifiziert eigentlich eine Mutter als gute Mutter? Ist jede Frau, die ein Kind bekommt, und nach der Geburt zu Hause bleibt, eine gute Mutter? Ist immer nur die Frau, die das Kind geboren hat, die beste Mutter? Machen also die Geburtshormone eine Frau zur guten Mutter?
Kinder brauchen ein verlaessliches Umfeld mit Menschen, die sich um sie sorgen, sie foerden und lieben, denke ich.

Gruenekatze
15.08.2006, 13:32
Hallo zusammen,

ich bin auch eine vollarbeitende Mutter mit zwei Kindern (bin nach acht Wochen wieder arbeiten gegangen) und einem Mann, der sich das Ganze mit mir teilt und muss sagen, dass es zwar oft stressig ist aber wir es auch genau so gewollt haben. Nervig an dieser ganzen Diskussion ist doch, dass arbeitenden Frauen immer die gleichen Dinge vorgeworfen werden. Noch nie habe ich einer Hausfrau vorgeworfen, dass sie nicht arbeitet, jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, ich erwarte nur, dass mein Lebensmodell respektiert wird. Man könnte sicherlich auch einige Argumente gegen ein (wie lange auch immer dauerndes) Hausfrauen- und Mutterdasein finden, ... aber man kann es auch lassen.
Letztendlich wollen wir doch nur eins: Glückliche Kinder! (oder möchte irgendjemand sagen, seine Kinder seien am glücklichste ;))

Liebe Grüße von der
Grünen Katze

Sonderzeicen
15.08.2006, 18:59
Ich frage mich, wofür man überhaupt Kinder bekommt, wenn man nicht zumindest in der ersten Zeit für sie da sein möchte und der Beruf wichtiger ist.

fuer die rentenkasse, zum beispiel.

wobei die forderung, eine mutter muesse 24 stunden ueber ihrem kind glucken, als absolute abschreckung fuer jede frau wirkt, die neben der familie auch noch berufliche interessen hegt. ist ja kein wunder, dass deutschland sich immer weiter ins sein rentenproblem hineinreitet.

Inaktiver User
19.08.2006, 20:16
Und ihr findet nicht traurig, wenn ein Kind vom 1 1/2. - 6 1/2 LJ sein Leben in der Kita fristet, 9 Stunden am Tag, dazu 2 Stunden Bus fährt am Tag? Die Mutter arbeitet und der Vater ist abwesend, Eltern getrennt.

Kind blleibt in der 1. Klasse beinahe hängen. Sozial auffällig und hyperaktiv. Wieder Ganztagsbetreuung, von 8 bis 16 Uhr.

Entschuldigt bitte, wenn ich mich da auch frage, für wen dann ein Kind in die Welt setzen, für die Ganztagsbetreuung?


Ich denke, die Diskussion ist berechtigt.
Genauso wenig kann ich verstehen, wenn die Kinder bei den Großeltern abgegeben werden.

Ist ja schön bequem.

LG Cora

Inaktiver User
21.08.2006, 02:08
Entschuldigt bitte, wenn ich mich da auch frage, für wen dann ein Kind in die Welt setzen, für die Ganztagsbetreuung? Ich denke, die Diskussion ist berechtigt.
Genauso wenig kann ich verstehen, wenn die Kinder bei den Großeltern abgegeben werden.

Ist ja schön bequem.

LG Cora

Es muss nicht schlecht sein, wenn ein Kind den Tag ueber von jemand anderem als den eigenen Eltern betreut wird. Davon bin ich ueberzeugt, obwohl ich selbst nur das andere Szenario erfahren habe, meine Mutter war immer zuhause und ich gehoere eher zu den ueberbehueteten und sehr geliebten Kindern. Eigene Kinder habe ich noch nicht, kann mir aber ein Leben als Mutter zuhause nicht vorstellen. Dazu arbeite ich viel zu gerne in meinem Job.
Obwohl ich den Einwurf und Sorge verstehe, rein theoretisch leuchtet mir die Argumentation nicht ein. Die Rolle der Mutter wird hier einfach ueberschaetzt. Es geht um die Qualitaet der Beziehung zum Kind, und die wird nicht unbedingt durch staendige Praesenz hergestellt. Wichtig ist, dass das Kind in einer liebevollen und foerdernden Umgebung heranwaechst.

Inaktiver User
21.08.2006, 06:59
Hi Millenia,

dann wünsche ich dir wirklich viel Glück, viel Freude ...

Ich habe bisher auch noch keinen Wunsch - dabei bin ich auch schon sehr alt ;-) Tja, ich habe hier & da meine Gründe. Ich will mich erst dafür entscheiden, wenn es dem Kind gut tut und nicht nur mir!!! Ohne Kind/er kann das Leben auch schön sein, jedenfalls weniger Streß, etc.

Noch einmal alles Gute wünscht dir/euch

NEW :)

Fazernatalie
24.08.2006, 10:23
Und ihr findet nicht traurig, wenn ein Kind vom 1 1/2. - 6 1/2 LJ sein Leben in der Kita fristet, 9 Stunden am Tag, dazu 2 Stunden Bus fährt am Tag? Die Mutter arbeitet und der Vater ist abwesend, Eltern getrennt.

Kind blleibt in der 1. Klasse beinahe hängen. Sozial auffällig und hyperaktiv. Wieder Ganztagsbetreuung, von 8 bis 16 Uhr.

Entschuldigt bitte, wenn ich mich da auch frage, für wen dann ein Kind in die Welt setzen, für die Ganztagsbetreuung?


Ich denke, die Diskussion ist berechtigt.
Genauso wenig kann ich verstehen, wenn die Kinder bei den Großeltern abgegeben werden.

Ist ja schön bequem.

LG Cora

Dann müssten ja alle unsere europäischen Nachbarn immer traurig sein, denn dort ist es üblich, dass die Frau relativ schnell wieder arbeiten geht und ein Kind in der Ganztagsbetreuung ist. Ich kann jetzt zwar nur für Frankreich reden, aber ich bin der Meinung, dass die Kinder dort 1. glücklicher, 2. viel besser erzogen und 3. im Schnitt in der Schule besser sind als in D.

LG Natalie

LenivonB
24.08.2006, 11:28
Und ihr findet nicht traurig, wenn ein Kind vom 1 1/2. - 6 1/2 LJ sein Leben in der Kita fristet, 9 Stunden am Tag, dazu 2 Stunden Bus fährt am Tag? Die Mutter arbeitet und der Vater ist abwesend, Eltern getrennt.

Kind blleibt in der 1. Klasse beinahe hängen. Sozial auffällig und hyperaktiv. Wieder Ganztagsbetreuung, von 8 bis 16 Uhr.

Entschuldigt bitte, wenn ich mich da auch frage, für wen dann ein Kind in die Welt setzen, für die Ganztagsbetreuung?


Ich denke, die Diskussion ist berechtigt.
Genauso wenig kann ich verstehen, wenn die Kinder bei den Großeltern abgegeben werden.

Ist ja schön bequem.

LG Cora

Hi Cora,

ich finde das auch furchtbar und daher habe ich meine Kinder nirgendwohin abgeschoben. Warum soll ich Kinder bekommen, wenn ich sie dann doch von fremden Frauen beaufsichtigen lasse?
Und eine Kita kann ein Zuhause nicht ersetzen, auch wenn das ein paar Frauen hier geschrieben haben. Eine Mutter ist was anderes als eine Tagesmutter/Erzieherin/Betreuerin, die nur ihre Arbeit tut und sich nicht um alle Kinder gleich liebevoll kümmert, kümmern kann.
Ich bin froh und dankbar dafür, dass ich nicht arbeiten gehen muss, dass wir normal und bescheiden gebaut haben und nicht ein großkotziges Haus, das jahrelang abbezahlt werden muss, klar hätte ich auch gerne immer den neuesten Computer und ein schickeres Auto als ein acht Jahre altes, aber ist das wirklich sooo wichtig? Für uns nicht!
Es ist auch schön, wenn ich Zuhause bin, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen, sie haben immer was zu erzählen, wo sollen sie ihre Worte sonst loswerden, wenn sie in ein leeres Zuhause kommen? Meine Kindheit war nicht so schön, meine Mutter war immer arbeiten (war schon mit 28 Witwe) und ich war viel alleine. Ich habe immer gesagt, wenn ich mal Kinder habe, dann gehe ich nicht arbeiten, dann will ich mich um meine Kinder auch selbst kümmern und sie nicht alleine lassen bzw. irgendwohin abschieben.
Gruß
Leni

Zoidberga
24.08.2006, 12:42
Stimmt, alle Kinder, die schlecht in der Schule sind, sozial auffällig und hyperaktiv haben berufstätige Mütter. Klar, natürlich, so einfach ist das. Alle Mütter, die zuhause bleiben (oder manchmal sogar beide Eltern) kümmern sich aufopfernd um ihre Kinder, fördern ihre intellektuelle und emotionale Entwicklung und machen einfach alles richtig, so dass die Kinder perfekt werden. Aber sicher.

:fluestertuete: Aufwachen, das sind alles Klischees, die nicht nur durch den Alltag in unseren Nachbarländern, sondern auch durch x wissenschaftliche Untersuchungen widerlegt wurden! Aber der deutsche Muttermythos lässt sich von sowas halt nicht beeindrucken.

Heissa
20.11.2006, 23:24
Ich finde den Ausgangsbericht auch klasse!
Ich könnte viel davon so unterschreiben. Ich wollte auch nie Kinder, bis ich meinen Mann traf. Mit 36 wurde ich Mutter einer wunderbaren Tochter. Ich liebe niemanden so wie sie. Und jeder, der liebt, weiß wie großartig das ist. Und es kommt nicht darauf an, ob man arbeitet oder nicht.
Ich finde die ewig wiederkehrende Diskussion zu der Frage, ob arbeitende Frauen oder Hausfrauen die besseren Mütter sind, komplett unnötig.
Manchmal denke ich, Männer sind da echt tolleranter als Frauen.

Ich habe das Glück, das ich mein Leben so einrichten kann, dass ich es genießen kann. Ich arbeite wie mein Mann Teilzeit und unser Einzelkind kann Erfahrungen mit anderen Kindern bei der Tagesmutter sammeln. Da geht sie übrigens gerne hin.
Ich denke, wir sind alle drei sehr zufrieden und glücklich!

Carpe diem!

Bauschundbogen
21.11.2006, 11:21
[QUOTE=Heissa]
Manchmal denke ich, Männer sind da echt tolleranter als Frauen.

QUOTE]

An ihnen bleibt es in der Regel seltener hängen, den Spagat Beruf-Kind irgendwie zu wuppen.
Da kann mann leicht tolerant sein...

Aber ich freu mich ehrlich für Dich, daß es bei euch so gut läuft!
:blumengabe:

Inaktiver User
21.11.2006, 21:27
Stimmt, alle Kinder, die schlecht in der Schule sind, sozial auffällig und hyperaktiv haben berufstätige Mütter. Klar, natürlich, so einfach ist das. Alle Mütter, die zuhause bleiben (oder manchmal sogar beide Eltern) kümmern sich aufopfernd um ihre Kinder, fördern ihre intellektuelle und emotionale Entwicklung und machen einfach alles richtig, so dass die Kinder perfekt werden. Aber sicher.

:fluestertuete: Aufwachen, das sind alles Klischees, die nicht nur durch den Alltag in unseren Nachbarländern, sondern auch durch x wissenschaftliche Untersuchungen widerlegt wurden! Aber der deutsche Muttermythos lässt sich von sowas halt nicht beeindrucken.


In einem Nachbarstrang wurde das Gegenteil behauptet.

Die Hausfrauenmütter setzten ihre Kinder den ganzen Tag vor den Fernseher, weswegen diese nun motorische Störungen haben.

Wie man's macht.......:freches grinsen:

Solange man keinen belästigt, soll man doch so leben dürfen wie es für den Einzelnen am passensten ist.

LG, Muschelkalk

Sonderzeicen
22.11.2006, 02:11
Ich habe das Glück, das ich mein Leben so einrichten kann, dass ich es genießen kann.

ist vor allem eine frage der finanziellen absicherung. wenn die stimmt, ist auch alles andere meist gebongt.

gluckenmuetter, die 24 stunden am tag ihr kind in beschlag nehmen, um endlich ihre langersehnte lebenserfuellung zu finden, sind mir ein greuel.

Heissa
22.11.2006, 20:38
"ist vor allem eine frage der finanziellen absicherung. wenn die stimmt, ist auch alles andere meist gebongt."

Natürlich ist es mit "finanzieller Absicherung" alles netter als ohne. Aber nur bedingt. Es ist sicher auch eine Frage der Ansprüche. Wir haben eine geringe monatliche Miete und geben einfach sehr wenig Geld aus. Dafür haben wir oft Freunde hier oder sind bei Freunden zu Besuch. Das ist nun mal auch billiger, als ausgehen etc.
Ich kenne Leute, die locker doppelt so viel vedienen wie ich und alles ausgeben, ohne dass sie nun deutlich glücklicher wären als ich. Es mag zwar eine olle Weißheit sein, aber Geld macht nicht glücklich and won´t buy me love.

Für mich kommt es darauf an, einen Mann zu haben, der mitzieht. Der seinen Anteil an Arbeit und Verantwortung und Spaß übernimmt. Und ich hatte das Glück einen solchen zu finden.

Ich wäre im Übrigen auch nicht glücklicher, wenn ich besser abgesichert wäre und nicht zu arbeiten bräuchte. Ich gehe einfach gerne arbeiten.

Inaktiver User
11.12.2006, 18:52
Eine Freundin von mir hat mit 35 ihr 1. (und einziges) Kind bekommen. Bis dato war sie eine sehr engagierte, freiberuflich tätige Grafikerin, sehr tough, eigenbestimmt und selbstbewusst. Von Anfang an wollte sie nur für ihr Kind da sein. Und das hat sie dann auch voll durchgezogen. 2 Jahre lang war ein "normales" Gespräch mit ihr nicht mehr möglich. Es drehte sich alles ums Kind. Sie hat sich und ihre Persönlichkeit völlig in den Hintergrund gedrängt, um nur für ihr Kind da sein zu können. 24 Stunden am Tag. Sie war die perfekte Mutter. Zumindest für einige. Wir Freundinnen fragten uns schon mehr als einmal, wie lange das wohl gut gehen würde. Ihr durfte man damit nicht kommen. Sie unterstellte uns Neid und Missgunst, weil wir selber keine Kinder hatten.

Nach 2 Jahren war dann Schicht im Schacht. Das "wundervolle" Leben mit Kind war plötzlich keins mehr. Sie war nur noch genervt und unausgeglichen. Ihr Kind hatte bis zu dieser Zeit nicht einen Tag woanders verbracht, keine Nacht bei den Großeltern geschlafen und selbst, wenn Papa mal aufpasste, konnte meine Freundin nicht abschalten. Plötzlich war alles anders. Sie fing wieder an, freiberuflich zu arbeiten und nutzte jede Gelegenheit, ihr Kind unterzubringen. Was diesem nun gar nicht gefiel. Es folgte eine nervenzerreißende Zeit des Ausprobierens, immer hin- und hergerissen zwischen Pflicht, Gewissen und eigenen Bedürfnissen. So richtig hinbekommen hat sie das bis heute nicht.

Soll heißen: Muss man immer Extreme leben? Es scheint sehr häufig so, als müsse man als Mutter - egal, welchen Weg man nimmt - ständig beweisen, dass man es richtig macht.

Wenn irgendjemand sich das Recht herausnimmt, mir zu sagen, wie und mit welchem Zeitaufwand ich mein Kind zu erziehen habe, gehe ich davon aus, das er auch dann für mich da ist, wenn dieses Modell nicht funktioniert. DAS klappt allerdings irgendwie nie.

Chicis
17.12.2006, 18:01
@ Ausgangsposting

Schön...!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sabbi
27.01.2007, 17:46
Ich habe selbst auch zwei Kinder und finde den Anspruch an sich selbst, 2-3 Jahre die Kinder anfangs nur alleine zu betreuen kaum realisierbar, dafür ist es einfach zu anstrengend und man hat dann überhaupt keine Zeit mehr für sich.
Bei meiner Tochter (nun 6 jahre) bin ich 2,5 Jahre zuhause geblieben, bei meinem Sohn(7 Monate) nicht.
Erst Papa (6 Monate) nun Tagesmutti.
Ich finde auch nicht, dass die Alleinbetreuung der Kinder durch die Mutter die beste Lösung ist. Die ersten 6 Monate okay, aber später, finde ich kann das Kind nur profitieren von einer weiteren liebevollen Betreuung.
Eltern müssen nicht perfekt sein-meine sind es zum Glück auch nicht..
LG Sabbi

Sonnenanbeterin
28.01.2007, 21:56
Liebe Sheherazade,

ich möchte mich ganz herzlich bei dir für deine Geschichte bedanken! Obwohl bei mir die Randbedingungen nicht so glücklich und unkompliziert sind wie bei dir (falle es dich interessiert: siehe meinen Strang "Abtreibung ja oder nein?") hat er mir Mut gemacht.

Ich bin ungewollt schwanger, habe mich aber inzwischen dafür entschieden, das Kind zu behalten und hoffe, dass ich das alles halbwegs meistern werde. Ich muss zwar nach dem heutigen Stand der Dinge davon ausgehen, dass ich eine von den vielen allein erziehenden Müttern sein werde, was sicher auch für das Kind nicht optimal ist, aber eine Abtreibung bringe ich nicht fertig. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Ich habe, als ich anfing, im Internet nach Hilfe zu suchen - im Moment weiß außer dem Vater des Kindes noch niemand von meiner Schwangerschaft - bedauert, nicht oder kaum auf solche positiven Berichte wie dem deinen zu stoßen. Natürlich - und ich würde es nicht anders machen - wenn man kein Problem hat, hat man wenig Motivation, eine "unspektakuläre", einfach nur nette, glückliche Geschichte zu posten. Umso mehr danke ich dir, dass du dir die Mühe gemacht hast.

Für mich kam dieser Bericht genau zum richtigen Zeitpunkt! Und es hat eine ganze Weile (bis heute) gedauert, bis ich überhaupt mal auf die Idee kam, einen anderen Strang als meinen eigenen zu öffnen.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und nochmals vielen Dank!

Die Sonnenanbeterin

mimi.1
31.01.2007, 12:27
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mimi.1
31.01.2007, 12:33
-